Hot Stuff

GeschichteRomanze / P12 Slash
Edward Elric Roy Mustang
05.06.2009
05.06.2009
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Wärmend warf die Sonne ihre Strahlen auf die Erde nieder. Nur wenige der Sonnenstrahlen durchdrangen das dichte Blätterdach des Kirschblütenbaums, unter dem Edward es sich bequem gemacht hatte. Sein roter Mantel und die schwarze Jacke hatten ihren Platz an einem kleinen Ast, der wie ein Harken geformt war, gefunden. Regungslos lag der Junge da und blickte in das Geäst hinauf, suchte nach kleinen Knospen, doch erblickte er nur kleine Schmetterlinge, die fröhlich miteinander tanzten. Ein seichter Windhauch fuhr dem Jungen durchs Haar und spielte mit den blonden Strähnen. Ein leichtes Lächeln zierte seine Lippen und langsam schloss er die Augen. Wieso konnte es nicht immer so friedlich sein? Seit er und Alphonse mehr über den Philosopher’s Stone und die Homunculus heraus gefunden hatten, blieb keine Sekunde mehr ruhig. Sie forschten nur noch so hecktisch nach, dass es dem Älteren der Brüder oft so vorkam, als würde ihm der Kopf bald platzen. Natürlich war es ihm wichtig, dass sein Bruder seinen Körper wiedererhielt, dennoch wurde ihm das alles ab und an einmal zu viel. Auch, wenn er es sich nur ungerne eingestand.

Doch momentan war alles anders. Edward genoss die Stille, die ihn umgab merklich. Nur das gelegentliche Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Blätter im Wind, unterbrachen die sanfte Ruhe.


„Sag bloß du träumst hier ruhig vor dich hin, Fullmetal.“, drang eine leicht spottende Stimme zu ihm durch und der blondhaarige Junge öffnete ein Auge, um den Ankömmling zu mustern. Vor ihm kniete sein Vorgesetzter. Langsam setzte Edward sich auf und stützte den Kopf auf der linken Hand ab.

„Was wäre, wenn es so ist?“, fragte er leicht provokant und grinste Roy frech an. Der Colonel schmunzelte kurz und drückte den Jüngeren an den Schultern zurück in das saftig grüne Gras. Der Kleinere der Beiden konnte die sanfte Röte, die sich auf seine Wangen legte, als Roy sich über ihn beugte, nicht überreden zu weichen.

„Dann würde ich dir eine interessantere Aktivität vorschlagen.“, raunte der schwarzhaarige Alchemist leise in Edwards Ohr und diesem jagte ein Schauer den Rücken hinab. Dem Älteren der Elric Brüder war bewusst, was Roy mit dieser Aussage meinte und wenn er ehrlich zu sich selbst war, fand er nichts, was sich dem in den Weg stellen würde. Die Alarmglocken, die sonst immer in Aktion traten, wenn sein Vorgesetzter sich ihm näherte, gaben keinen Ton von sich.


„Ach ja? Und die wäre?“, bohrte der blondhaarige Major, in dem Wissen, dass er Roy damit etwas ärgern konnte. Der Colonel hasste es, wenn man den Unwissenden spielte und etwas anderes tat Edward nicht.

„Ich erkläre mich gerne dazu bereit, es dir zu zeigen, Ed!“, schnurrte Roy grinsend und der Jüngere blickte ihm verwirrt in die Augen. Weshalb war Roy nicht darauf angesprungen? Sonst tat er es doch auch. Ehe der blondhaarige Junge etwas darauf erwidern konnte, verbat der Ältere ihm auch schon den Mund. Er unterband Edwards Versuch zu sprechen, indem er seine Lippen auf die des jüngeren Alchemisten legte. Der Junge sprang natürlich sofort auf den Kuss an und erwiderte ihn. Denken war hier nicht an der Tagesordnung. Es würde nur den Moment zerstören, dessen war Edward sich bewusst.


Einige Momente verharrten sie so, doch dann löste Roy sich langsam von den Lippen seines Gegenübers und widmete sich dessen Hals, beglückte ihn mit zärtlichen Küssen und vernahm mit unantastbarer Freude das genießerische Schnurren des Unterliegenden. Langsam schob der Colonel das Oberteil Edwards weiter nach oben und begann seinen Oberkörper mit Küssen zu übersähen. Er wanderte mit seinen Liebkosungen abwärts, ließ es sich nicht nehmen dabei den Gürtel des jüngeren Alchemisten zu lösen und…


Schweißgebadet schreckte Edward aus dem Schlaf. Sein Atem ging in kurzen, rasch aufeinander folgenden Stößen. Was zur Hölle war das nur für ein Traum gewesen? Weshalb hatte sein Hirn ihm einen solchen Streich gespielt? Und weshalb ausgerechnet mit diesem Idioten von Colonel?

„Ed?“, erklang die widerhallende, besorgt klingende Stimme Alphonse‘ in der Dunkelheit und Edward fuhr sich mit einer Hand durchs Haar, versuchte seinen Puls wieder zu regulieren und ließ sich zurück in die Kissen sinken.

„Alles okay, Al!“, versicherte er seinem Bruder leise und rollte sich auf die Seite. Was war nur los mit ihm? Weshalb träumte er solch einen Mist? Dabei hatte das Ganze doch so schön begonnen. Okay, es hatte eigentlich auch ein schönes Ende genommen, aber zu früh…

Was dachte er denn da nur? Am liebsten hätte der junge Alchemist sich nun selbst geohrfeigt, doch ließ er dies bleiben, sonst würde sein Bruder sich nur unnötig Sorgen machen. Edward hoffte innig, dass er für den Rest der Nacht von diesem Traum verschont blieb und schloss langsam wieder die Augen. Wie er erwartet hatte, dämmerte er recht schnell wieder weg, doch sein halbherziges Flehen wurde nicht erhört. Dieser Traum holte ihn wieder ein.


Am nächsten Morgen trottete der junge Major missmutig neben seinem Bruder her. In der letzten Nacht war er noch mehrere Male aus dem Schlaf geschreckt und konnte beim letzten Mal einfach nicht wieder Einschlafen. Aus diesem Grund waren die Brüder bereits um eine, für sie ungewöhnliche, Uhrzeit im Militärgebäude von Central City unterwegs, mit dem Ziel, das Büro von Roy Mustang aufzusuchen. Der Colonel hatte die Beiden zu sich beordert. Alphonse vermutete einen Auftrag, doch Edward hatte sich aus dieser Spekulation raus gehalten. Er versuchte immer noch die Bilder, die sich erneut in seinem Kopf formten zu verdrängen.

‚Leichter gesagt, als getan‘, dachte er etwas geknickt und ergab sich schließlich seinem Schicksal, auch ohne zu wissen, weshalb ihn das alles so stark verfolgte. Auf dem Weg begegnete ihnen First Lieutenant Hawkeye und Alphonse ließ sich nur zu gerne auf ein Gespräch mit ihr ein. Eine Diskussion darüber, ob Black Hajate sich mit einer Katze verstehen würde, oder nicht. Sinnlos, wie Edward empfand, aber wenn sein jüngerer Bruder darüber reden wollte, sollte er dies tun. Nach wenigen Momenten hielt der Ältere der Brüder das ganze Hin und Her nicht mehr aus und machte sich alleine auf den Weg zu Mustang. Vielleicht würde es bei diesem ja etwas interessanter zugehen…


Vor dem Büro seines Vorgesetzten angekommen, bemerkte Edward, dass sein Herzschlag eine Beschleunigung aufwies. Er schluckte hart. Was sollte das nur? Zögerlich klopfte der blondhaarige Junge an der Tür und auf das monotone „Herein“, seitens Mustang, drückte er die Türe auf. Edward hätte schwören können, dass sein Herz einige Schläge ausließ, als er den Colonel hinter seinem Schreibtisch sitzen sah. Der schwarzhaarige Soldat blickte kurz von seinen Dokumenten auf und ein seichtes Grinsen legte sich auf seine Lippen.

„Ich hätte niemals damit gerechnet dich so früh schon auf den Beinen zu sehen, Fullmetal!“, berichtete der Ältere ruhig. Er ließ die Papiere auf den Tisch sinken und verschränkte die Finger abwartend.

‚Ich hätte mir auch gewünscht länger schlafen zu können, aber Sie haben mich ja nicht gelassen‘ dachte der blondhaarige Alchemist etwas grimmig und tadelte sich selbst für das alleinige Hoffen darauf, mal etwas anderes zu hören, als eine solche Bemerkung. Trotzig trat Edward ein und ließ sich auch gleich auf das Sofa, vor dem Schreibtisch, sinken.

„Also, Sie haben mich hergerufen? Was gibt es?“, fragte Edward, ohne groß drum herum zu reden. Er wollte nicht länger als nötig in der Nähe von Roy sein. Seine Gedanken machten sich schon wieder selbstständig und die Bilder des Traumes zuckten vor seinem inneren Auge auf. Eine leichte Röte legte sich auf die Züge des Jungen und er senkte den Blick etwas. Hoffentlich würde der Colonel es nicht bemerken.


Leichte Verwunderung spiegelte sich in den Augen des schwarzhaarigen Mannes wieder und er hob fragend eine Augenbraue.

„Ich habe dich nicht herbestellt. Da muss ein Irrtum vorliegen.“, erklärte Roy und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Verwirrt blickte Edward auf. Wie war das? Erlaubte sein Vorgesetzter sich etwa nun einen Spaß mit ihm? Nachdenklich zog der Junge einen Umschlag aus seiner Hosentasche und hielt ihn hoch.

„Aber Sie haben doch gestern Abend diesen Brief zu uns bringen lassen. Selbst Ihre Unterschrift ist darunter gesetzt. Erklären Sie mir dies.“, drängte er den Älteren und warf ihm den Briefumschlag auf den Tisch. Skeptisch begutachtete Roy ihn und zog schließlich das Dokument heraus, das eindeutig besagte, dass Edward am folgenden Tage in seinem Büro aufzutauchen hatte.

„Ich kann mich nicht entsinnen diesen Befehl tatsächlich unterschrieben zu haben…“, murmelte er leise und drehte den Zettel in der Hand. Ein Seufzen entfloh seinen Lippen und er ließ das Dokument wieder sinken.

„Wie auch immer, ich habe eigentlich keinen Grund mit dir zu sprechen.“, fuhr der schwarzhaarige Mann dann fort, erhob sich langsam und wand sich zum Fenster um. Die Sonne schien in wärmenden Strahlen durch die Scheibe in den Raum und der Frühlingswind klopfte leise, unhörbar an das Fenster.

„Soll das heißen, ich hab mich umsonst so früh aus dem Bett gequält?“, fragte Edward leicht gereizt und ignorierte die Tatsache, dass er freiwillig aufgestanden war und ihm der Brief erst einige Momente später wieder eingefallen war.


„Wenn du es so ausdrücken willst: Ja.“, erwiderte der Colonel schlicht. Entgeistert blickte der blondhaarige Major ihn an. Warum startete Mustang nicht einmal den Versuch ihm etwas von seiner Arbeit auf den Hals zu hetzen? Erleichtert legte Edward den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.

„Na großartig!“, grummelte er leise und versuchte den Eindruck zu erwecken, genervt zu sein. Erneut zuckte vor seinem inneren Auge der Traum vorbei und erschrocken riss er die Augen auf. Warum ließen diese Bilder ihn nicht in Ruhe? Langsam ließ er seinen Blick zum Schreibtisch seines Vorgesetzten wandern und erblickte einen kleinen Schlüsselbund. Ein dunkelblauer Anhänger, den er zuvor noch nie gesehen hatte, hing an einem der Ringe.

„Von wem haben Sie den Schlüsselanhänger denn? Etwa von einer Verehrerin?“, stocherte er neckend nach und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.


Roy wand sich um und blickte kurz auf den Schlüsselbund.

„Ich wüsste nicht, was es dich angehen sollte, Fullmetal.“, sprach der schwarzhaarige Mann monoton. Doch dann schlich sich ein leichtes Grinsen auf seine Lippen. „Oder bist du etwa eifersüchtig?“

Schlagartig stieg Edward die Röte ins Gesicht und er wand den Blick ab. Warum musste der Kerl nur so verdammt bohrend sein?

„Nicht im Geringsten.“, kommentierte der junge Alchemist knapp und blickte die weiße Wand an. Leise drang der Klang von Schritten an sein Gehör. Kurz darauf spürte er, wie jemand sich neben ihn auf das Sofa setzte, und der Drang, aufzuspringen und aus dem Raum zu verschwinden, stieg in ihm auf. Eine Hand legte sich an seine Wange und zwang ihn mit einem sanften Druck dazu, zu seinem Vorgesetzten zu schauen. Ein eiskalter Schauer jagte den Rücken des Jüngeren hinab. Der rötliche Ton auf seinen Wangen nahm fast automatisch einen tieferen Ton an.

„Und weshalb bist du dann plötzlich so rot? Du brauchst dir da wirklich keine Gedanken zu machen. First Lieutenant Hawkeye gab ihn mir vor einigen Jahren. Ich habe ihn nur wieder gefunden.“, erklärte Roy und ein genüssliches Grinsen lag auf seinen Lippen.

„Ich bin nicht eifersüchtig!“, antwortete Edward etwas zu schnell und erhob sich ruckartig.


„Entschuldigen Sie mich, ich habe noch etwas zu erledigen!“, murmelte der blondhaarige Junge leise und deutete eine Verbeugung an. Raschen Schrittes ging er zur Tür hinüber und öffnete sie. Jedoch wurde sie sofort wieder zu gedrückt und Edward wand sich zögerlich um. Direkt vor ihm stand Roy, leicht zu ihm herunter gebeugt und hatte beide Hände neben dem Kopf des Jungen an das Holz der Tür gedrückt, verhinderte auf diese Art, dass Edward ihm entkommen konnte.

Etwas verunsichert presste der blondhaarige Alchemist sich gegen die Tür. Was sollte das auf einmal?

„Co… Colonel Mustang…?“, murmelte er leise und erneut spürte er, wie das Blut in seine Wangen schoss.

„Sei ruhig…“, flüsterte der Ältere und löste eine Hand von der Tür, hob damit sanft das Kinn des Jungen an, so dass dieser sich gezwungen sah, dem schwarzhaarigen Mann in die Augen zu blicken. Langsam kam Roy dem Gesicht des jungen Majors näher. Eine unerträgliche Hitze breitete sich in dem Körper Edwards aus und er schloss allmählich die Augen.


Als die Lippen des Colonels die Seinigen trafen, schien es, als würde ein Feuerwerk in ihm explodieren. Gezielt legte er langsam die Arme um den Nacken des schwarzhaarigen Mannes und erwiderte den Kuss seicht.

‚Bitte, lass das keinen Traum sein‘, dachte Edward und rasch verfielen die Alchemisten in einen leidenschaftlichen Kuss.

Das durfte einfach kein Traum sein. Es konnte nicht, dafür war es einfach viel zu real. Dieser Wunsch machte ihm klar, dass er tatsächlich tiefer für seinen Vorgesetzten empfand, als es normal war.

Warum hatte er dies nicht zuvor bemerkt? Oder, hatte er es gewusst, wollte es jedoch einfach nicht wahr haben?

Der blondhaarige Major verwarf diese Grübelei schnell wieder. Dieser Moment war einfach zu schön, als das er ihn mit solch unbedeutenden Sachen verbringen wollte. Der Frühling zeigte seine guten Seiten in vollen Zügen. Und Edward genoss es.


Langsam und widerwillig lösten die Lippen der Beiden sich nach einiger Zeit wieder voneinander und der junge Alchemist drückte sich an den Älteren. Sanft legte dieser seine Arme um Edward und sah leicht grinsend auf ihn hinab.

„Wie war das noch einmal mit der Eifersucht?“, erkundigte Roy sich erneut.

„Bild dir bloß nichts darauf ein.“, erhielt er ein Grummeln als Antwort. Eher unbewusst, war Edward in das 'Du' übergegangen. Der schwarzhaarige Mann konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

„Ich liebe dich, Ed!“, raunte Roy Edward leise ins Ohr und die Gesichtsfarbe des blondhaarigen Majors nahm erneut eine leicht rötliche Färbung an. Diese drei kleinen, speziellen Worte hatten wieder ihres Amtes gewaltet. Aufgrund des aufkommenden Glücksgefühls und einer Welle aus Zuneigung, verwickelte er seinen Vorgesetzten wieder in einen innigen Kuss.
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