Ich bin ein Star, ihr müsst mich lieben!

von Pretyn
GeschichteParodie / P6
Claire Bennet
04.06.2009
04.06.2009
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Mal eine etwas andere Idee von meiner Seite. ;) Aber ich muss eine Spoilerwarnung aussprechen, und zwar so ungefähr der gesamte zweite Teil der 3. Staffel wir in Zügen angedeutet, also ab Episode 14. Vor allem aber Episode 3.19.



Ich bin ein Star, ihr müsst mich lieben!

„Angelina, hier meine Liebe!“
Der Kopf der jungen Frau fuhr herum und suchte die Menge, die sich bewundernd um sie gescharrt hatte, nach dem Menschen ab, der sie soeben gerufen hatte. Als sie ihren Agenten erblickte, breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus und sie eilte zu ihm hin und begrüßte ihn mit Luftküsschen.
„George! Wie schön dich zu sehen. Wie geht es dir?“
„Hervorragend. Wir müssen uns nur dringend unterhalten. Hast du Zeit?“
Dies bejahte die Schauspielerin und die zwei machten sich auf den Weg um in einem kleinen, aber teuren, Lokal etwas zu sich zu nehmen. Beide bestellten letztendlich allerdings nur eine große Flasche Weißwein und einen kleinen Teller Salat.
„Worüber wolltest du mit mir reden, mein Guter?“, fragte Angelina und beäugte eines ihrer Salatblätter misstrauisch, bevor sie es zögerlich in den Mund schob.
„Über diese Sache, die du kannst. Ähm… hast du das noch?“
„Dass ich Menschen gezielt beeinflussen kann, meinst du? Natürlich! Oder denkst du, Brad wäre sonst noch mit mir zusammen?“ Sie lachte kurz auf und trank einen großen Schluck Wein.
„Nun, dann haben wir ein Problem.“ Er begann ihr zu erzählen, dass die Regierung seit kurzem Menschen wie sie einfangen ließ. Menschen mit besonderen Fähigkeiten – und diese Menschen wurden nie wieder gesehen. George hatte einen anonymen Tipp bekommen, dass Angelina Jolie als nächstes geholt werden sollte – sie sollte sofort verschwinden. Angelina war außer sich.
„Wie bitte?? Es gibt noch andere Menschen, die Macht über andere Dinge haben?? Oh nein! Und ich dachte, ich wäre einzigartig!“
Verwirrt starrte George seinen Schützling an. Diese Reaktion hatte er ganz bestimmt nicht erwartet. Er räusperte sich.
„Denkst du nicht, dass es im Moment am wichtigsten ist, dass du am Leben bleibst und für eine Weile untertauchst?“, fragte er vorsichtig. Es brauchte jedoch eine Menge guter Argumente und gutes Zureden, bis die junge Frau endlich den Ernst der Lage erkannte und mit sich reden ließ. Vor allem musste ihr Agent ihr versichern, dass er und Brad sich gut um ihre Kinder kümmern würden. Schließlich schob er ihr einen Zettel mit einer Adresse in Costa Verde hinüber, zu der sie gehen sollte.
Mit einem Stirnrunzeln warf sie einen Blick darauf.
„Wer zum Teufel ist Claire Butler?“

Einige Stunden danach am gleichen Tag in Costa Verde. Es war schon spät, als jemand an der Haustür der Butlers anfing Sturm zu klingeln. Entnervt stapfte Mrs. Butler die Treppe herunter und öffnete die Tür. Davor stand eine Frau, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Angelina Jolie aufwies. Diese seufzte auf vor Erleichterung, als sie sah, dass jemand zu Hause war und drängte sich an Sandra vorbei in den Flur. Hinter sich her zog sie zwei Rollkoffer, zwei Beautycases, eine Laptoptasche, eine riesige Reisetasche und drei Umhängetaschen, die sie alle schnaufend auf den Boden fallen ließ.
„Sie müssen Claire sein!“, rief sie freudig aus.
„Nein, das ist meine Tochter. Und wer sind Sie?“, fragte Mrs. Butler, sichtlich skeptisch. Doch ihr gegenüber lachte, als wäre dies ein guter Witz gewesen und stakste zielsicher in das Wohnzimmer.
„Ich würde einen Kaffee nehmen.“

Als Claire schließlich das Zimmer betrat, saß ihre Mutter mit Angelina Jolie auf dem Sofa. Sie tranken Kaffee und schwiegen sich an.
„Na, da bist du ja endlich!“, rief Angelina aus, als sie sie erblickte. Dann erklärte sie, dass sie wegen ihrer einzigartigen Fähigkeit, die Gefühle anderer Menschen zu manipulieren, eingesperrt werden sollte und dass Claire die Pflicht hatte, ihr zu helfen. So hatte es zumindest ein gewisser „Rebel“ ihrem Agenten gesagt, der es daraufhin ihr gesagt hatte.
Claire und ihre Mutter berieten sich lange, was sie tun sollten. Sehr lange. Doch alles, was sie machen konnten, war die Schauspielerin in ihrem Haus zu verstecken, bis sie wussten, wo sie unerkannt hinkonnte.
„Was?? Hier? Oh Gott!“ Aber eine andere Wahl hatte sie nicht, also war es beschlossen.

Der Wahnsinn hinter dieser Idee offenbarte sich schon am nächsten Morgen. Angelina nötigte Mrs. Butler dazu, ihr ein Gourmetfrühstück zuzubereiten und Claire scheuchte sie aus dem Bad, um ausgiebige drei Stunden in der Wanne zu verweilen. Dann sollten die zwei Frauen sie schminken, so wie sie es gewohnt war. Doch an den verzweifelten Versuchen hatte sie jedes Mal etwas auszusetzen, so dass sie befahl, einen echten Stylisten kommen zu lassen. Fluchend schlugen Sandra und Claire die Tür hinter sich zu.
„Jetzt weiß ich, warum sie ihre Fähigkeiten einsetzen muss, damit alle Welt sie liebt! Vermutlich kann sie nicht mal richtig schauspielern“, knurrte Claire empört.
„Wenn sie sich bis heute abends nicht gebessert hat, schmeißen wir sie raus, in Ordnung?“, versprach die Mutter ihr daraufhin. Sie nickte erleichtert.
Und Angelinas Chancen für einen Rausschmiss standen wirklich gut. Als sie hörte, dass kein Stylist für sie kommen würde, zertrümmerte sie in einem Tobsuchtanfall fast das komplette Bad. Auch als Sandra versuchte ihr klar zu machen, dass sie hier Gast war und ohne ihre Hilfe draußen sterben würde und sie sich bitteschön auch wie ein Gast zu verhalten hatte, tangierte das die Schauspielerin eher peripher. Also gar nicht. Sie war hier schließlich der Star, verkündete Angelina hochnäsig, und da dürfe sie auch den allerhöchsten Komfort verlangen. Den allerhöchsten!
So hörte sie auch nicht auf, nach Extrawünschen zu fragen. Da waren beispielsweise der Joghurt mit nur, 0,00001% Fettanteil zum Mittag, die hundert extraweichen Daunenkissen, die sie unbedingt für ihre Ruhezeit benötigte oder die zweistündige Ganzkörpermassage, die sie für gewöhnlich zwei Mal in der Woche bekam. Und noch viele, viele andere Sachen, die besser nicht erwähnt werden.
Obwohl Rebel Claire immer wieder Nachrichten schickte, dass die Schauspielerin unbedingt bleiben musste: Zum Abendessen brachte Frau Jolie das Fass zum überlaufen.
„Die Salatblätter sind viel zu groß. Im Dressing ist zu viel Essig. Es fehlen die gerösteten Pinienkerne. Das esse ich nicht! Und überhaupt. Wo ist der 58er Rotwein? Also ehrlich Sandra! Wie wollen Sie eine gute Gastgeberin sein, wenn sie keinen…“
„Unten im Keller sind ein paar Flaschen“, unterbrach die Frau sie. „Kommen Sie, suchen sie sich einen aus.“
Claire wunderte sich etwas, da sie ziemlich sicher wusste, dass sie keinen Rotwein im Haus hatten, aber sie ließ ihre Mutter machen. Sandra klappte die Kellerluke auf und gefolgt von Angelina ging diese die Stufen zum Keller hinunter und schaute sich suchend um.
„Oh, offensichtlich habe ich die Leiter für das Weinregal oben vergessen. Einen Moment.“ Energischen Schrittes stieg sie die Treppe wieder nach oben. Angelinas Einwand, dass doch gar kein Weinregal im Keller wäre, wofür man eine Leiter bräuchte, ging in dem Zuschlagen und Abschließen der Kellerluke unter.
Oben atmete Sandra erleichtert auf und auch Claire schien mehr als froh zu sein, endlich Ruhe zu haben. Geflissentlich ignorierten die beiden das panische Pochen an der Kellerluke unter ihnen und schoben einfach den Teppich darüber.
Leider dauerte die Ruhe nicht allzu lange an. Ein paar Tage später stürmten Regierungsagenten das Haus auf der Suche nach Claire, da sie sie nun ebenfalls mitnehmen wollten. Doch Claire war in dem Moment schon längst gewarnt worden und auch Sandra verließ wenig später, freiwillig, das Haus.
Nun ja, und wenn niemand Angelina befreit hat, dann lebt sie auch heute noch im Keller der Butlers.


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