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Kyubi Unleashed 2: Der Weg des Jinchurikis

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Deidara Naruto Uzumaki Tobi Yahiko / Pain
01.06.2009
02.12.2010
18
59.021
 
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01.06.2009 4.631
 
---Das dritte Jahr, 6. April gegen Abend---

Das Spiegelbild der roten Abendsonne glitzerte auf dem blauen See vor sich hin. Ein sanfter Wind strich über die Bäume und das leise Rauschen der Blätter erreichte die Ohren des Mädchens nur leicht. Es betrachtete lieber die sanften Wellen, die ihre im Wasser hängenden Füße verursachten. Ihr Gesicht spiegelte sich verschwommen auf der Wasseroberfläche, silbrig graue Augen schauten sie leicht traurig an. Sie strich sich kurz durch ihre langen weißen Haare und seufzte leise. Wieder ging ein Tag zu Ende, den sie zwar bei ihrem Schwarm verbracht hatte, jedoch wie ein jeder andere war. Zielloses umherstreifen, einfach irgendwo, wo der blonde Jinchuriki hin wollte. Und sie folgte ihm. Hikari würde Naruto Uzumaki folgen, um ihn nicht ganz alleine in seiner schlechten Stimmung zurückzulassen. Er war zwar nicht depressiv oder traurig, aber fröhlich war er auch nicht und er lächelte selten.
Wieder ein seufzen des Mädchens und sie ließ ihre Füße ein wenig durch das kühle Wasser streichen. Eigentlich war Naruto schon seit längerer Zeit so, sie hatte mittlerweile aufgegeben, ihn in gute Stimmung versetzen zu wollen. Was sie aber wurmte war, dass sie sich mittlerweile sicher war, den Blonden zu lieben, doch dieser hatte auf ihre Versuche, es ihm klar zu machen, bis jetzt nicht so wirklich reagiert. Entweder wusste Naruto nicht, was Hikari fühlte, oder er empfand nicht das selbe. Das Mädchen wusste es nicht und das tat ihr weh, vor allem weil er manchmal Dinge sagte, die sie verletzten. Sie hatte Angst, ihm ihre Liebe zu gestehen. Er würde es ihr vielleicht nicht glauben, oder nicht das gleiche empfinden. Es könnte ihre gute Freundschaft zunichte machen. Sie sah kurz auf ihren rechten Arm, die sanfte Narbe konnte man noch erkennen, wo sie sich selber weh getan hatte. Naruto hatte sie natürlich gefragt, woher der Schnitt auf ihrem Arm kam, doch sie hatte ihm gesagt, sie wäre kurz mit einem wilden Tier aneinander geraten und er hatte darauf nur genickt. Das war vor knapp einem Monat. Sie schämte sich dafür, ihren seelischen Schmerz mit körperlichem ausgeglichen zu haben. Nunja, solange es bei diesem einem Mal bleiben würde...
Hikari sah auf, die Sonne war fast hinter den Baumwipfeln verschwunden. Sie stand auf, nahm ihre Schuhe und die gefüllten Wasserflaschen und machte sich barfuß zurück auf den Weg zu Naruto. Sie brauchte auch gar nicht lange und sie war wieder bei ihrem kleinen Nachtlager. Der Blonde entfachte gerade ein kleines Feuerchen indem er ein wenig heißes Kyubi-Chakra auf Holzscheite fließen ließ. Es stellte kein großes Problem für ihn da, er hatte schon längere Zeit sein Chakra mit dem seines Bijus vereinigt und konnte es nun nach Bedarf steuern, ein Zeichen für die Verbundenheit zwischen ihm und Kyubi. Hikari konnte immer noch nicht mit ihrem eigenen Biju kommunizieren und das Chakra nur unter großen Anstrenungen freisetzen. Sie weigerte sich irgendwo tief in sich immer noch, die Nibi und ihr Dasein als Jinchuriki zu akzeptieren. Souji, der Jinchuriki von Gobi, hatte ihr das mal gesagt. Solange man sein Dasein als Jinchuriki nicht akzeptiert und das Biju in sich, kann man nicht aus freien Stücken mit diesem sprechen.
Naruto starrte in die Flammen und Hikari ließ die Wasserflaschen in der Nähe ihres Gepäcks zu Boden, bevor sie sich auch an das Feuer setzte. Ein kurzer Blick zu Naruto verriet ihr, dass er wohl wieder seinen Gedanken nachhing, doch welche das waren, konnte sie nur erahnen. Nach Konohas Vernichtung sah es eine Zeit lang so aus, als würde Naruto wieder der Alte sein, doch die fröhliche Art verschwand schneller, als es Hikari und den Anderen lieb gewesen war. Sie waren alle eine Zeit lang nach Kumogakure gezogen, doch Naruto war dort nur wenige Monate geblieben. Dann war er über Nacht einfach abgehauen, er wollte einfach weg, sagte er, die vielen Menschen ließen ihn sich unwohl fühlen. Verständlich... schließlich musste er immer daran denken, dass er so vielen Menschen mit Konohas Vernichtung das Leben genommen hatte. Wenn Hikari nicht mitbekommen hätte, dass er sich davonmachen wollte, würde er jetzt hier alleine sitzen. Doch sie hatte es bemerkt, wenn auch nur durch Zufall war sie ihm über den Weg gelaufen und auch wenn er sich erst dagegen gesträubt hatte, dass sie mitkommen wollte, hatte er schließlich doch nachgegeben. Das war vor fast einem halben Jahr. Er war froh, wenigstens jemanden bei sich zu haben. Aber mehr auch nicht... froh, aber nicht überglücklich. Irgendwie war ein Großteil seiner Gefühle abgestorben und wollten nicht wieder nachwachsen. Jedenfalls bis jetzt noch nicht.
„Auch verständlich, schließlich lasten so viele Menschenleben schwer auf der Seele. Vor allem, wenn man eigentlich kein Mörder ist.“, meinte Kyubi.
Naruto gab ihm im Stillen recht und legte ein Stück Holz nach. Die Flammen knisterten und bildeten die einzigen Geräusche momentan. Hikari saß, nicht minder schweigend, neben dem Blonden und zupfte ein wenig an Grashalmen herum. Sie hatte die Beine angezogen und ihr Kinn darauf gelegt.
„Wohin gehen wir Morgen...?“, fragte sie schließlich ohne den Kopf zu heben.
„...Wir sind in der Nähe von einem kleinen Dorf.“, antwortete er einfach.
„Können wir da auch übernachten..? Ich will auch mal wieder in einem weichen Bett schlafen und nicht nur im Schlafsack...“
Naruto legte einen Holzscheit nach und sagte: „Wenn du nicht unter freiem Himmel schlafen willst, hättest du nicht mitkommen brauchen...“
Das versetzte Hikari einen kleinen schmerzhaften Stich und sie biss sich auf die Lippen. Warum war er nur so? Es war zwar nicht das erste Mal, dass er etwas in dieser Art zu ihr gesagt hatte, doch es tat immer wieder aufs neue weh. Sie krallte ihre Finger in ihre Beine, sagte aber nichts. Naruto blickte aus den Augenwinkeln zu ihr hinüber und merkte einen Tick zu spät, dass er das nicht hätte sagen sollen, das er wieder zu weit gegangen war und sich nicht hatte beherrschen können. Solche Sachen waren ihm in letzter Zeit oft rausgerutscht...
„Von mir aus können wir dort übernachten...“, meinte er schließlich.
„...Gut...“, flüsterte Hikari mit einem nur schwer herauszuhörenden traurigen Unterton. Doch der Blonde hörte ihn und er verpasste sich in Gedanken selber eine Ohrfeige für seine Worte, unternahm aber nichts weiter, sondern sagte einfach: „Geh schlafen, wir brechen Morgen früh auf.“
Hikari nickte und rutschte in ihren Schlafsack, mit dem Rücken zu Naruto gewandt, der das Feuer noch lange anstarrte.
„Das war nicht nett von dir, Kleiner...“, meinte Kyubi, nachdem Hikari eingeschlafen war.
„Das weiß ich selber... es ist mir so rausgerutscht...“, gab Naruto in Gedanken zurück.
„Hat sich aber nicht so angehört und zudem rutscht dir sowas in letzter Zeit viel zu oft raus. Du hast ihr damit weh getan, dass hab ich gesehen. Ich kann ja durch deine Augen blicken.“
„Ja...“
„Warum bist du so zu ihr? Sie kommt mit dir mit und hat dich sehr gerne, willst du sie etwa verlieren?“
Naruto seufzte und senkte den Blick auf seine Hände. „Ich will sie nicht verlieren... aber ich weiß nicht, warum ich so zu ihr bin. Ich weiß es einfach nicht...“ Er vergrub das Gesicht in seinen Händen. „Ich bin einfach nicht mehr der von früher... Ich werde es auch nie wieder sein... Was hier sitzt ist nicht mehr der Naruto von früher, sondern ein Naruto, der eins der großen Ninja-Dörfer auf dem Gewissen hat und dieses Gewicht zu tragen hat. Noch besser, ich hab eineinhalb Dörfer auf dem Gewissen. Erinner dich doch an Kiri, als ich mein Versprechen Zabuza gegenüber eingehalten habe... Da hab ich auch eine Menge Menschen umgebracht...“
„Kleiner, du musst irgendwann damit klar kommen, aber eines darfst du nicht tun. Lass deine Mitmenschen, die dich mögen, nicht unter dieser Last leiden indem du sie schlecht behandelst. Es war nicht das erste Mal, dass du so etwas zu Hikari gesagt hast. Hast du den Schnitt auf ihrem Arm gesehen?“
Naruto blickte kurz zu dem Mädchen hinüber, dass dort lag und ruhig schlief.
„Sie sagte, sie wäre von einem Tier angefallen worden... aber er ähnelte doch mehr einem Schnitt mit einem Kunai oder so... Kyubi, glaubst du, dass sie sich wegen meinen Worten... selber weh getan hat?“
„Das könnte sein...“
„Scheiße.... Scheiße....“ Der Blonde fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. „Ich muss netter zu ihr sein... ich muss ihr zeigen, dass ich sie noch mag und nicht verlieren will...“
„Dann... küss sie doch.“, meinte Kyubi und Naruto konnte ihn in Gedanken grinsen sehen.
„Haha, ich lache...“, gab der Blonde darauf trocken zurück.
„Warum nicht? Willst du dir deine Gefühle für sie nicht eingestehen?“
„Nein, es wäre noch zu früh, ich bin mir über meine Gefühle noch nicht ganz im klaren... und sie ist erst Dreizehn und ich Fünfzehn. Falls sie mich lieben sollte... in der Pubertät liebt man viel und das wechselt oft. Schwärmereien... wie ich es früher in Konoha mitbekommen habe. Die Mädels sind da immer auf Sasuke abgefahren.“
„Den Uchiha-Typ?“
„Genau der... Mister Ich-bin-so-perfekt-und-cool-und-stark...“, murmelte Naruto, riss einen Grashalm aus dem Boden und warf ihn ins Feuer.
„Was ist eigentlich aus ihn geworden?“
„Keine Ahnung, ich hab ihn nach Konoha-Kuzushi nur noch einmal gesehen. Er ist mit Kabuto und dem Oto-Quartett, das die Schlacht ja doch überlebt hatte, weggegangen und das wars. Es bockt mich auch nicht, wo der Baka steckt oder was er treibt.“ Er seufzte. „Und Haku hockt bei Zabuza in Kiri und der ist nach kleiner Mithilfe von mir Mizukage geworden und ein Bündnis mit Kumogakure eingegangen. Souji macht das, was er immer macht und Deidara haben wir ja letztens getroffen. Er macht sich gut als freier Attentäter für Billigpreise...“
„Wo wir grad bei dem männlichen Barbie-Verschnitt sind... er hat dich ja vorgewarnt...“
„Ja, Akatsuki... Nunja was solls, sollen sie halt kommen...“
„Scheint dich nicht zu kümmern, dass sie dich fangen wollen?“
Der Schein des Feuers spiegelte sich in Narutos leeren Augen, als er antwortete: „Nicht wirklich. Deidara hat sich zwar darüber aufgeregt, dass ich es so gelassen hinnehme und versucht mir klarzumachen, dass diese Typen gefährlich sind, doch ich mach mir nicht wirklich Sorgen... Wenn sie kommen werde ich kämpfen, wenn ich verliere bin ich tot, wenn nicht, auch gut. So einfach ist das...“
„Verstehe. Nunja, du musst es ja wissen...“
„Ja...“
Danach beendeten beide ihre in Gedanken geführte Unterhaltung. Naruto starrte weiter in die Flammen, bis sie niedergebrannt waren und legte sich dann auch schlafen. Wenn er im Kampf gegen Akatsuki sterben würde war es halt so, daran konnte dann niemand mehr etwas ändern. Doch jetzt galt es an Morgen zu denken und an Hikari... er musste sich besser verhalten, das nahm er sich vor. Jetzt musste bloß noch an der Umsetzung gefeilt werden...


---Die selbe Nacht, an einem anderen Ort---

Der Wald lag ruhig da, ab und zu hörte man eine Eule oder ein anderes Tier Laute von sich geben. Doch dann gesellte sich ein anderes Geräusch hinzu, menschliche Füße, die über feuchten Waldboden schritten. Ein leicht grünliches Licht erhellte die Umgebung leicht und rote Augen fanden was sie gesucht haben. Den Eingang zu dem ehemaligen Versteck des gefallenen San-Nins Orochimaru. Doch dort unten war noch jemand mit einem starken Bluterbe, jedoch kurz vor seinem Ende, nur noch von Maschinen am Leben gehalten, deren Energie all die Jahre auf wundersame Weise vorgehalten hatte. Die Gestalt mit den leuchtenden Tattoos schritt den Gang unter die Erde entlang, folgte seinem Gespür und fand sein Ziel, das mit vielen Schläuchen verbunden in einem Raum auf einem Bett lag und schwach atmete. Man konnte weiße Haare unter dem Tuch erkennen, dass über seinem Gesicht lag. Der Hito-Shura trat näher, er brauchte einen Verbündeten und dieser junge Mann namens Kimimaro war dafür wie geschaffen...


---7. April, früh morgens---

Ein blonder Mann mit langen Haaren ging gähnend durch die leeren Straßen des Dorfes, in dem er sich ausruhen wollte und wo er noch zu seinem Auftraggeber musste, um die Kohle für das eben erledigte Attentat auf eine stinknormale Zivilperson abzuholen.
„Billigpreise, un... Meistens muss ich nur wegen Rache oder persönlichem Groll auf die Jagd, un. Was richtig gefährliches wie nen Feudalherren zu ermorden ist wohl nicht so schnell drin, hm?“, gähnte Deidara zu sich selbst und kratzte sich müde an der Wange. „Naja, immerhin besser als mit Naruto quer durch die Wildnis zu streifen und keine Kohle zu haben, un... Wo er und Hikari jetzt wohl stecken, un? Der Idiot hat meine Warnungen ja gar nicht ernst genommen, hn.“
Deidara musste schon wieder gähnen und schloss dabei die Augen... plötzlich flog ihm etwas raschelndes ins Gesicht und er verlor fast das Gleichgewicht wegen diesem unerwarteten Angriff des boshaften Papiers. Der Ex-Aka riss sich fluchend die vom Wind getragene Zeitung aus dem Gesicht und überflog sie grummelnd. „Nix interessantes, pah! Nur das irgendso ein alter reicher Typ zum elften Mal geheiratet hat... und auch noch eine, die vierzig Jahre jünger ist, un?!“
Er warf die Zeitung achtlos zu Boden und ging weiter. Wenigstens stand nichts von Akatsuki darin...


---Ein wenig später bei den beiden Jinchurikis---

Vögel zwischerten, das Wetter war schön und die Sonne strahlte durch die Baumwipfel. Weiter unten am Boden war die Stimmung jedoch ziemlich still. Die beiden Jinchurikis gingen wortlos nebeneinander her. Naruto hatte sich dazu bereit erklärt, den Großteil des Gepäcks aufzuladen... eine schlechte Idee, wie sich herausstellte, denn das ganze Zeug wurde ihm langsam doch zu schwer. Hikaris Angebote, ihm doch einen Teil abzunehmen, hatte er bestimmend abgelehnt. Er nahm es in gewisser Weise als Strafe dafür an, dass er sich gestern mit seinen Worten wieder nicht zurückhalten konnte. Die ganze Zeit versuchte er schon, sich eine Entschuldigung zurechtzulegen, doch wenn ihm was einfiel, brachte er es nicht heraus. Ein paar Mal hatte er schon den Mund geöffnet, ihn dann aber wieder ohne ein Wort geschlossen. Er kam sich auf irgendeine Weise vor wie blockiert, früher redete er oftmals ohne Unterlass und jetzt brachte er nicht mal ein simples „Sorry wegen gestern, ich habs nicht so gemeint“ heraus.
Naruto atmete schwer, langsam wurde das Gewicht doch zu viel und er blieb stehen und lud das Zeug ab, bevor er keuchend die Hände auf die Knie stützte.
„Alles okay, Naruto-kun?“, fragte Hikari besorgt.
Angesprochener schüttelte den Kopf. „Ja, geht gleich wieder...“
Doch setzen musste er sich jetzt trotzdem... schließlich war er mit dieser schweren Last nun 4 Stunden ohne Unterlass gelaufen. Er trank einen Schluck Wasser und als er merkte, dass Hikari ihn ansah, blickte er zur Seite.
„Warum trägst du das alles...?“, fragte das Mädchen dann leise.
„Ist ein gutes Training...“, log Naruto.
Doch Hikari wusste, dass dem nicht so war, sonst hätte er es schon immer so gemacht und fast das ganze Gepäck getragen. Und zudem war Naruto weit über solche profanen Trainingsmethoden hinaus. „Das glaub ich dir aber nicht...“, traute sie sich zu sagen.
Der Blonde schluckte kurz und riss sich in Gedanken zusammen, ein blöder Kommentar und er würde ihr wieder weh tun. Er atmete tief durch und legte seine Worte sorgfältig zusammen, bevor er sie aussprach: „Ich mach das wegen... gestern Abend... und... wegen all dem anderem... was ich gesagt habe...“
Stille, nur unterbrochen von Vogelgezwitscher und dem leisen Rauschen der Blätter im Wind. Hikari schaute auf Naruto, der jedoch starrte immer noch schräg zu Boden und konnte sie nicht ansehen. Doch diesmal brach er die Stille.
„Ich... ähm...“ Er biss sich kurz auf die Lippe. „Naja... tut mir... leid... das ich in letzter Zeit so... fiese Sachen gesagt hab... also... Entschuldigung...“ Mit einem kurzen Blick auf Hikaris Füße nickte er langsam. „Ja... das wollt ich nur sagen...“
Ohne seine Begleiterin anzusehen lud sich Naruto, obwohl er immer noch erschöpft war, wieder das Gepäck auf und marschierte wortlos weiter.
Hikari schaute ihm erst hinterher, bevor sie ihm folgte. Er hatte sich entschuldigt... das war doch schon was und es machte sie eine Spur fröhlicher und ließ sie leicht lächeln. Vielleicht würde das Eis in dem Blonden langsam doch noch schmelzen... nach fast drei Jahren wurde es auch höchste Zeit.


---Kurz nach Sonnenuntergang ---

Mit einem freudigen Seufzen ließ sich Hikari auf das bequeme Bett fallen und kuschelte sich in das weiche Kissen. Wie lange hatte sie jetzt schon nicht mehr in einem Bett geschlafen? Bestimmt schon über einen Monat, da musste sie das doch jetzt ausnutzen. Das Dorf war nicht besonders groß und wirkte eigentlich sehr einladend, doch schon als Naruto die erste Menschentraube gesehen hatte, wurde sein Blick ausdrucksloser als sonst und so hatte Hikari sich beeilt, eine Pension oder so etwas in der Art zu finden. Und nun waren sie hier in einem gemütlich eingerichteten Zimmer mit zwei Betten, einem Tisch, einem Fernseher und sogar eine kleine Küche und ein Badezimmer war dabei.
Hikari wühlte kurz in ihrem Gepäck herum. „Ich geh mal duschen...“
„Mach das...“
Während das weißhaarige Mädchen im Bad verschwand, ließ sich dann selber auf eines der beiden Betten fallen, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und starrte die Decke an, während er links aus dem Bad plätscherndes Wasser vernahm. Er war wieder unter Menschen... er war wieder in einem Dorf, wenn auch nur in einem kleinen, und seit langem würde er dort wieder übernachten. Nunja, hier war es nicht so vollgestopft mit Menschen wie in Kumogakure und es war eigentlich recht idyllisch. Vielleicht würden sie ein wenig länger hier bleiben, als nur diese Nacht. Hikari würde dem sicher mit offenen Armen begegnen und Naruto würde auch irgendwo mal gerne wieder etwas länger in einem weichen Bett schlafen und eine Nudelsuppe verzehren. Er hatte schon lange keine mehr gegessen, Ramen war nach wie vor seine Lieblingsspeise und wenn er sie zu Gesicht bekam, dann ließ er keine Gelegenheit aus, diese runterzuschlingen.
Während Naruto noch überlegte, ob er sich dann auch mal in Dorf ein wenig mehr umsehen würde, war Hikari mit duschen fertig und gerade nackt im Bad damit beschäftigt, sich zu begutachten und schaute sich dabei im Spiegel an. Sie war zwar nicht besonders eitel, aber das sie hier und da ihre langsam auftauchenden Pickel tötete, um ihr Gesicht schön zu halten, ließ sich nicht vermeiden. Sie hielt sich auch nicht unbedingt für zu fett... im Gegenteil, sie wog bei einer Größe von 154cm knapp 46Kg, das war ihr fast schon zu wenig. Mit einem Blick in den Spiegel auf ihre Narbe am Arm wollte sie feststellen, ob das immer noch sichtbare Resultat ihrer selbst zugefügten Verletzung sehr auffiel. Nunja, man konnte es schon gut sehen, vor allem aus der Nähe. Aus einer leichten Entfernung fiel es nicht so sehr auf.
„Was hab ich da bloß gemacht...“, murmelte sie traurig und schlüpfte in ihre Klamotten für die Nacht, ein langes weißes Oberteil mit kurzen Ärmeln und eine schwarze Hotpants. Ansonsten trug sie immer ein kimonoähnliches Outfit in weiß und dunklem Pink, bei dem man zwar meinen könnte, dass sie darin kaum Bewegungsfreiheit hatte, was dann aber doch genug Freiraum für sämtliche Kampfmanöver enthielt. Außerdem sah es schön aus, wie sie fand. Ab und zu trug sie auch nur ein langes weißes Kleid ohne Ärmel und eine schwarze Leggings oder eine kurze Hose wenn der Tag versprach, heiß zu werden. Sie mochte weiße, pinke und schwarze Klamotten, allerdings am besten ohne viel Schnickschnack oder aufwändigem Aufdruck. Und ihre langen weißen Haare trug sie nach wie vor offen, sie reichten ihr mitterweile fast bis zu ihrem Hintern.
Narutos Outfit hatte sich nicht groß geändert. Er trug immer noch ein schwarzes T-Shirt und eine Jacke mit kurzen Ärmeln darüber, die nun jedoch nicht mehr orange und blau war, sondern rot und schwarz, und eine lange Hose im selben Farbton. Ansonsten trug er nix anderes und seine Frisur war auch noch die selbe. Auch trug er das Konoha-Stirnband mit dem Schnitt durch das Symbol, das er Hikari damals während der Schlacht in Konoha zur Aufbewahrung gegeben hatte. Hikari wusste nicht, warum er es immer noch trug... vielleicht als Mahnmal oder so etwas in der Art...? Sie hatte keine Ahnung warum und traute sich nicht zu fragen, Konoha war bei Naruto ein sehr, sehr heikles Thema...
„Frag ihn und sein Blick tötet dich...“, scherzte sie leise gegen ihr Spiegelbild, doch darüber lächeln konnte sie nur eine halbe Sekunde. „Und wenn nicht, dann schweigt er dich an, bis du ihn wegen dem verletzten und traurigen Ausdruck in den Augen nicht mehr ansehen kannst...“
Sie schaute sich im Spiegel eine Weile traurig an und verließ dann das Badezimmer.
Der Blonde lag immer noch auf dem Bett und starrte Löcher gegen die Decke. Hikari setzte sich auf das Bett gegenüber seinem, sah ihn jedoch nicht an. Nach einem kurzen Moment fragte sie: „Hast du Hunger?“
„Nicht wirklich.“, war die Antwort Narutos.
Schweigen.
„Okay... willst du dann vielleicht ein wenig... rausgehen und das Dorf anschauen?“, versuchte sie noch einmal.
„Nein, kannst ja alleine gehen, wenn du unbedingt möchtest.“
Und schon wieder... Schweigen, Stille, kein Wort, nichts. Hikari biss sich auf die Lippe und senkte den Blick, ihre Haare fielen wie ein Vorhang vor ihr Gesicht.
„Wenn ich dich nerve, dann sag es einfach, okay?!“, sagte sie dann, ein wenig lauter als beabsichtigt.
Keine Antwort. Hikari biss sich fester auf die Unterlippe und krallte die Hände in ihre Schenkel, die Haare noch immer vor dem Gesicht.
„Sag was... sag was verdammt, warum bist du so? Bin ich dir egal? Geh ich dir nur auf den Zeiger?! Bin ich nur eine Last für dich?! Bedeute ich dir wirklich nichts, nach allem was wir durchgemacht haben?! Bist du so kalt geworden?! Hast du dir so eine dicke Mauer um dein Herz gebaut?! VERDAMMT MACH ENDLICH DEIN VERDAMMTES MAUL AUF!!!“, schrie sie und sprang auf, mittlerweile liefen ihr schon Tränen aus den Augen, doch Naruto tat gar nichts... er tat absolut nichts, sondern starrte nur ausdruckslos an die Decke und schien Hikaris Verzweiflung zu ignorieren. Das reichte, Hikari wollte nicht mehr. Sie schniefte laut und wollte zur Tür rennen, die aus dem Zimmer führte. Weg, einfach weg. Doch gerade als sie die Klinke berührte spürte sie Naruto ganz dicht hinter sich und erstarrte. Sein warmer Atem schlug gegen ihren Nacken und er berührte ihre Hand an der Türklinke. So standen sie eine Weile, Hikari zitterte leicht, ihre Tränen tropften auf den Boden und Naruto stand dicht hinter ihr, berührte sie mit seinem Körper und ließ seinen Atem gegen ihren Nacken schlagen.
Sie wollte sich nicht rühren, sie wusste nicht, was er jetzt mit ihr vor hatte, schluckte und schloss die Augen, als er sie grob an der Schulter umdrehte und das Mädchen hart mit dem Rücken gegen die Wand neben der Tür presste und ihre Arme beide mit seiner linken Hand über ihr an der Wand festhielt. Sie hatte Angst, was würde er jetzt machen? Sie war ihm ausgeliefert, so oder so. Er war der Stärkere. Was, wenn er ihr jetzt weh tun würde? Würde er so weit gehen? War sie selber schon zu weit gegangen mit ihren Worten? Seine freie Hand fuhr über ihre Wange, ließ sie noch mehr zittern, sie hatte die Augen immer noch geschlossen. Sie hatte Angst und er schien es nicht zu merken... oder merkte er es und genoss ihre Angst? Vielleicht wollte er ihr jetzt nicht nur mehr seelisch weh tun, sondern auch körperlich? Sie hatte Angst, sie weinte, er würde ihr weh tun, sie wusste es, sie war sich sicher, jetzt wollte er sie auch körperlich leiden sehen. Sie wollte sich nicht wehren, konnte sich nicht wehren, er hielt ihre Arme ja fest und war ganz dicht vor ihr. Sie kniff die Augen noch mehr zusammen, gleich würde er anfangen ihr weh zu tun, sie war sich sicher, sie konnte schon seine verlangenden Hände über ihren Körper fahren spüren, sie...
Ihre wild umherwirbelnden Gedanken wurden jäh unterbrochen, als sie etwas weiches auf ihren Lippen spürte. Etwas zärtliches und zögerliches und sie riss erschrocken ihre verweinten Augen auf, nur um in Narutos blaue Augen zu blicken. Er küsste sie... nicht bestimmend oder unangenehm, nein, schüchtern und zärtlich war die Berührung seiner Lippen mit ihren eigenen. Langsam beruhigte sich das Mädchen wieder und schloss die Augen um sich auf den Kuss einzulassen, ihre Arme wurden immer noch über ihr festgehalten doch sie wusste nun, dass Naruto ihr nicht weh tun wollte, es nie vor gehabt hatte zu tun. Ihm war wohl kein anderer Ausweg eingefallen, um die Jüngere zu beruhigen, obwohl er damit genau das Gegenteil erreicht hatte. Als letzte Möglichkeit war ihm hier nur ein Kuss eingefallen... er hatte es einfach tun, einfach mal ausprobieren müssen. Und er bereute es nicht, es fühlte sich schön an... war das Liebe? Nein... Naruto verspürte zwar ein schönes Gefühl, aber es war nicht sehr stark, sein Bauch kribbelte zwar, aber nicht so enorm, wie er es gedacht hatte. Nichtdestotrotz war es schön... aber Liebe war intensiver... sie konnte sich aber noch entwickeln... und er wollte hier und jetzt den Anfang machen.
Hikari dagegen verspürte ein regelrechtes Feuerwerk von Gefühlen während diesem Kuss, Naruto küsste sie... nach all der Zeit, all der vergeblichen Liebesmüh... nach drei langen Jahren küsste ihr Geliebter sie endlich... es war zu schön, sie wollte, dass es niemals enden würde. Doch leider löste Naruto nach einiger Zeit den Kuss, doch er ließ sie nicht los, hielt ihre Arme immer noch fest. Die Augen immer noch geschlossen, erwartete sie mit klopfendem Herzen was er jetzt tun würde. Würde er sie gleich... nehmen? Mir ihr schlafen? Würde er das tun? Sie war doch noch so jung...
Eine Gänsehaut breitete sich über ihr aus, als sie Narutos Lippen an ihrer Wange spürte, wie er sie immer kurz küsste und dann ein Stück weiter wieder küsste. Er küsste sie bis zu ihrem Ohr und knabberte dort leicht an ihrem Ohrläppchen, bevor er seine Küsschen über ihre Stirn zu ihrem anderen Ohr fortsetzte und dort wieder kurz knabberte. Es fühlte sich gut an, sie genoß die Gefühle, die in ihr aufstiegen. Die Küsse führten schließlich wieder zu ihrem Mund, jedoch küsste er sie erst dort herum, ließ sie zappeln, bevor er seine Lippen schließlich wieder mit denen des Mädchens vereinte. Diesmal war der Kuss länger und inniger. Hikari spürte, wie sanft etwas weiches gegen ihre Lippen stupste und sie tat es ihm nach einem kurzen Moment gleich und öffnete schüchtern und langsam ihren Mund.
Als sich ihre Zungen berührten, setzte bei Hikari der Verstand für kurze Zeit aus, wenn Naruto sie nicht immer noch festgehalten hätte, dann hätten wohl ihre Knie nachgegeben. Der Blonde bemerkte das und ließ sie nicht los, bis sie sich wieder gefangen hatte und von selbst stehen konnte, während ihre Zungen sich gegenseitig umspielten. Naruto ließ ihre Arme endlich los und Hikari legte sofort ihre Hände um den Nacken des Blonden, während dieser das Mädchen fest an sich drückte. Da... da war irgendwas... das Gefühl in seinem Bauch wurde stärker, es fühlte sich besser an... war das nun Liebe? Vielleicht... auch wenn es sich immer noch nicht so stark anfühlte, wie der Blonde meinte, dass es sich anfühlen müsste.
Naruto strich mit seinen Händen über Hikaris Rücken, ihr Kuss wollte nicht enden, doch ihm wurde langsam die Position ein wenig unbequem und so fackelte er nicht lange, löste den Kuss schnell und nahm Hikari hoch, die das mit einem überraschten aufquietschen kommentierte und legte sie auf ein Bett und sich dazu. Kurz darauf waren sie wieder dicht umschlungen und küssten sich, Naruto wiederholte das Spielchen mit dem in kurzen Abständen übers Gesicht küssen und bezog nun auch ihren Hals mit ein, ihren Hals zu küssen gefiel ihm irgendwie, doch an die Vereinigung ihrer Lippen und dem Zungenspielchen kam es nicht heran.
Sie lagen noch lange so, bis sie irgendwann nicht mehr konnten. Es kam nicht zu mehr als Küsschen und Streicheleinheiten(wobei Naruto bei beidem das meiste getan hatte), sie gingen sich nicht gegenseitig an die Wäsche und während er Hikaris Erregung manchmal deutlich gespürt hatte, war seine eher schwach ausgefallen, er hatte sich zusammengerissen.
Nebeneinander liegend schliefen sie langsam ein...
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