Bartimäus - Verschwörung im Tal der Könige

von Titi
GeschichteMystery / P12
Bartimäus Dschinn Nathanael alias John Mandrake
31.05.2009
15.11.2009
14
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Bartimäus



Lauter neue, alte, mittlere, halbtote Wesen tummelten sich am Andern Ort. Dabei hätte ich doch mindestens die Hälfte meines noch bevorstehenden Lebens Ruhe verdient. Kein stilles Plätzchen gab es hier mehr, und wenn ich mal eines hatte, musste mir ein …
Tausende von Angelhaken gruben sich in meine Substanz und zogen mich in die ach so verhasste Richtung }1{. Es war eine sehr, sehr schwache Beschwörung, und ich hätte mich sträuben können, wenn mich der Ruf nicht so unerwartet getroffen hätte.
Ich wählte eine Angst einjagende Teufelsgestalt, die in der Lage war, mit einem Wimpernschlag einen Mammutbaum zu stürzen.
Ich stand in einer Art Pentagramm, obwohl man es nicht als Pentagramm bezeichnen konnte, es glich eher einem mit Pocken übersäten Seestern. Ich war von diesem riesigen Fehler zu meinen - nun ja Füßen - so gebannt, dass ich es nicht mitbekam, wie etwas auf mich zustürzte - in das Pentagramm.
Ich war völlig überrumpelt, ich meine wer wäre das nicht, in meiner Lage - seit über 5000 Jahren als Knecht gedemütigt und gequält, und in diesen 5000 Jahren die meiste Zeit damit zu vergeuden, dem Tod über die Schippe zu springen.
So langsam wurde mit bewusst, dass sich gerade in diesem Augenblick ein Mensch an mich klammerte. Ich wollte gerade meine Pflicht erfüllen, als mich mein Opfer ansah.
Das Unterkiefer des Teufels fiel zu Boden und die Zunge rolle mir aus der Schnute und blieb auf dem Holzboden liegen.
Kitty Jones.
“Bartimäus” Ihre Stimme war erstickt und brach ab. Was für eine Begrüßung - erst wird man überrumpelt, dann wird der Name nicht über die Lippen gebracht. Was kam als nächstes?
“Kitty?”
Ein mattes, sehr mattes Lächeln stahl sich auf ihre Mundwinkel }2{.
“Oh Bartimäus”, schluchzte Kitty und vergrub ihr Gesicht schniefend an der schuppigen Haut des Teufels. Ich hielt es für angebracht meine Gestalt zu wechseln und im nächsten Moment klammerte sich eine ausgewachsene Frau an den 14 Jährigen Ptolemäus.
“Kitty, wieso rotzt du mich voll?”
“Oh”, hauchte sie und wich ein paar Schritte zurück. Ich musterte sie genauer.
“Wie lange ist es her?”, fragte ich wie, als mein Blick prüfend über sie huschte.
“Sieben Jahre”, antwortete sie schniefend. Kitty sah sehr erwachsen aus }3{. Anders konnte man das nicht beschreiben. Ich grinste bei dem Gedanken, Nathanael hätte sie so gesehen.
Ich legte den Kopf schief und sah sie fragend an. “Also?”
“Bartimäus, ich bin völlig verzweifelt, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll!” Kitty sackte auf einen Stuhl und vergrub das Gesicht in den Händen.
Ich hasste solche Situationen!
“Ähm, …. Kitty, was ist denn …äh … los?”
“Alexia ist verschwunden, schon vor einer Woche. Ich kann sie nirgends finden, die Polizei und alle anderen auch nicht. Bitte Bartimäus, hilf mir!”
“Äh, Kitty, wer ist Alexia? Und wieso sollte ich sie suchen?”
Kitty sah mich flehend an - Moment mal, Kitty flehte?
“Bartimäus, bitte! Ich flehe dich an, hilf mir! Ich tue alles dafür, nur bitte, finde sie!”
Ich hatte mich nicht verhört. Kitty Jones flehte.
Und ich wurde weich }4{.
“Nicht das mich das besonders interessiert, aber was hat diese Alexa verbrochen, dass du auf einmal für sie flehst? Das hast du doch nie getan, wo ist denn dein ganzer Stolz geblieben?”
Ein seltsamer Ausdruck trat in ihr Gesicht.
“Alexia ist meine Tochter.”
Ich war sprachlos. Das musste man Kitty schon lassen, sie war immer noch die einzige, die DAS hinbekam.
Kittys Lippen bebten und wieder rannen ihr die Tränen aus den Augen.
Heiliges Rhinozeros! Da kroch doch tatsächlich Mitleid in mir hoch.
Dieses Mädchen bringt mich früher oder später noch um die Ecke!
“Äh, Kitty? Darf ich wissen … äh… der denn der Glückliche ist?”
Ihre blutunterlaufenen Augen blickten mich verständnislos an.
“Was meinst du?”, schniefte sie.
“Na ja,… dein Mann? Oder könnt ihr euch mittlerweile alleine Fortpflanzen?”
“Da gibt es keinen”, erwiderte sie schneidend und hatte auf einmal ihren alten, harten Ton, der sich so nett an mein Gedächtnis geklebt hatte, wieder gefunden.
“Äh, aber…”
“Ich erklär’ dir das nicht, Bartimäus, jetzt noch nicht!” Jetzt ließ sich nichts mehr daran rütteln, es war eindeutig Kitty Jones!
“Und warum sollte ich dir helfen?”, fragte ich sie gelangweilt.
Das durfte einfach nicht wahr sein! Sie ist tatsächlich dabei, mir einen Auftrag aufzuhalsen.
Jetzt sah sie mich schon wieder flehend an! Wenn das Nathanael sähe }5{…
“Bartimäus, bitte!”, wimmerte Kitty. Es war schon komisch, dass sie sich überhaupt nicht darüber Wunderte, dass ich noch am Leben war.
Doch da selbst ein überall gefürchteter, mächtiger Dschinn wie ich, welcher jedoch von Spitzhütlern - wie ich sie seit einiger Zeit so gern nenne }6{ - unterdrückt und gegen seinen Willen auf dieser chaotischen Welt festgehalten wird, zieht alle möglichen und unmöglichen Fäden, um sich einen Vorteil herauszuangeln.
Kurz: Ich wollte eine Gegenleistung!
“Wie kannst du nur so kaltherzig sein, Bartimäus!”, schrie mich }7{ Kitty an.
“Hey, was hab’ ich denn gemacht?!”
Sie übersprang gleich die noch nicht entstandenen Diskussionen und fiel mit der Tür ins Haus.
“Immer erst an sich selbst denken, Bartimäus, ist es das? Na gut, sag was du willst, und ich tu es! Du musst sie nur finden!”
“Kitty, ich…” Mir fiel nichts ein.
Also brach eine knisternde Stille ein.
“Kitty, ich weiß gar nicht, warum du ausgerechnet mich immer aussuchen musst!” Ich wusste es sehr wohl, und ich wusste, dass sie wusste das ich es wusste, doch ich brauche Zeit - und ein gutes Ablenkungsmanöver.
Ich könnte natürlich auch einfach so verschwinden, doch… Auf einmal hatte ich wieder die Situation vor sieben Jahren vor Augen }8{.
“In Ordnung”, knurrte der Ägypter, “ich suche deine Alexia!”
“Wirklich? Oh, Bartimäus danke!”, schluchzte Kitty }9{ und quetschte mich im nächsten Moment fast aus Ptolemäus’ Gestalt, als sie ihm um den Hals fiel.
“Kitty, das mit unseren freundschaftlichen Bande ist ja ganz nett, aber das geht jetzt Wirklich zu weit!”, herrschte ich.
“Bartimäus, ich habe dich vielleicht Vermisst!”, lachte Kitty schniefend.
“Und Nathanael?”, fragte ich sie Argwöhnisch, denn einen Hintergedanken dabei hatte ich schon }10{.
“Ja, Nathanael”, sie seufzte und schaute mich traurig an, “dem geht es Leider nicht besonders rosig.”




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}1{ Nein, nach innen kann mich niemand ziehen, nur auf die Erde. Nein, für ein solch hohes Wesen, wie ich es bin, meinte ich sicherlich NICHT die Schwerkraft, die euch Menschen herunter zieht - egal ob mit oder Bulimie- oder Bierbauch, unten landet ihr alle mal -, sondern die verruchte Magie, von der Zauberer so gerne Vorlieb nehmen.
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}2{ Oh, ich muss meine Liste Aktualisieren: eine schmerzhafte Beschwörung. Ganz hinterhältig auf mich gestürzt. Namen des großen, berühmten Bartimäus nicht vollständig
hinbekommen und dann nicht mal ein Lächeln zur Begrüßung.
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}3{ Und sehr weiblich, wenn man solche komischen Gestalten - wie ihr es seit - anziehend fand. Was ich mit Gewissheit nicht Tat.
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}4{ Wehe ihr erzählt jemandem, dass ICH einem menschlichen Weib nachgegeben habe!
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}5{ Es wäre bestimmt ein ganz interessantes “Gespräch”, was man zusehen bekämme. Bäh!
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}6{ Na? Wer weiß seit wann?!
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}7{ Immer ich!!
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}8{ Der wo die Erzählungen von MIR nicht kennt, wohnt entweder hinterm Pluto oder war vor 5000 Jahren schon tot.
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}9{ Was hat sie denn jetzt schon wieder?!
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}10{ Ja, aber den Verrat ich nicht!
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