Requiem of Eternity / Die Verweigerung des Schicksals

GeschichteAbenteuer / P18
Saya Otonashi
27.05.2009
27.05.2009
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27.05.2009 1.064
 
Paris, 10. Dezember 1966. Der Schneesturm des Vortages hat Paris in eine Schneelandschaft verwandelt. Die Seine ist zugefroren und der Eifelturm ist von einer Schneeschicht komplett umhüllt worden. Noch immer fällt Schnee und die Dunkelheit der Nacht wirkt romantisch und bedrohlich zugleich. Durch die Schneemassen sind auch die Straßen kaum befahrbar und so muss man sich zu Fuß durch die dicken Schneeschichten kämpfen. Nur noch wenige Leute sind zu dieser späten Stunde noch draußen...lieber bleiben sie in ihren Häusern und sitzen vor dem heißen Kamin, der ihnen Wärme und Licht spendet. Eine junge Frau Mitte 20 stapft durch den inzwischen zusammengedrückten Schnee, über den schon Tausende an diesem Tag drübergelaufen sind. Zitternd hält sie mit ihren dünnen Händen ihren Mantel fest, während sie die Straßen entlang läuft. Ihr warmer Atem steigt in den Himmel  und zeigt, wie kalt es inzwischen geworden ist. Um Ihr Gesicht hat sie einen Schal gehüllt, der es gleichzeitig zum Teil unkenntlich macht. Hastig schreitet sie die Straßen entlang, bis sie plötzlich stehen bleibt. „Soso, ich werde also verfolgt...nun gut, dann bereite ich mich auf die Begegnung vor...“ Ein Lächeln ist aus ihrem Gesicht zu entnehmen, was eher hinterlistig als fröhlich aussieht... Sie blickt sich um und verschwindet von einem Moment in eine Seitengasse. Im gleichen Moment taucht um die Ecke eine Person auf, die eine Kapuze über ihre Gesicht gezogen hat und dicke Lederhandschuhe mit Fellüberzug trägt. „Hehe, das Mädchen knöpf ich mir vor...“ Er folgt ihr in die Seitengasse und bleibt stehen. „Was? Eine Sackgasse?“ Er blickt sich um, bis ein Knurren hinter ihm zu hören ist. „Kämpf mit mir...“ Der Mann dreht sich um und blickt das Mädchen an, das er verfolgt hat. „Wer bist Du?“ fragt das Mädchen ihren Verfolger. „Ich bin...nun...das wirst Du gleich sehen...her mit deinem Geld!“ Er holt aus und will die junge Frau niederschlagen, doch seine Hand wird von ihrer rechten Hand abgeblockt und festgehalten. „Was zum...?“ Das Mädchen lacht auf. „Du scheinst nicht diejenige zu sein, die ich erwartet habe...macht nichts...ich kann ja noch was zu mir nehmen, ehe sie eintrifft...“ Der Mann bleibt wie erstarrt stehen, während sich das Mädchen vor seinen Augen verwandelt und er von einem Moment zum Anderen in das Gesicht einer Kreatur, die er noch nie zuvor gesehen hat, hineinstarrt. Er schreit auf, als ihre Klaue mit deren scharfen Krallen einmal an seinem Hals entlanggeschwungen wurde und er mit einer blutenden Wunde zu Boden geht. „Wollen doch mal sehen, was Du so bei dir trägst...“ Hastig öffnet sie seinen Mantel und einige Brieftaschen fallen heraus. „Ein ganz gewöhnlicher Dieb, wie schade...dachte, Du könntest wenigstens was Besonderes...“ Mit ihren roten Augen starrt sie auf seine blutende Wunde am Hals, aus der bereits das Blut in Massen strömt und sich mit dem Schnee vermischt. „Das schöne Blut...“ Mit ihrer linken Hand packt sie ihm am Hals, hebt ihn hoch und presst ihren Mund auf die Wunde. Er wird förmlich von ihr ausgesaugt, und sein Zappeln hört schließlich auf, als sie den toten Körper einfach fallen lässt und mit ihrer Zunge über ihren Mund leckt. „Kein schlechter Tropfen...und nicht einmal französisch...“ Nun verwandelt sie sich zurück in ihre menschliche Gestalt und steht fast vollkommen nackt da. „Mir wird etwas kalt...sollte mir neue Kleidung nehmen...“ Sie dreht sich zu den toten Räuber, der zu ihren Füßen liegt und nach weniger als zehn Minuten liegt der nackte Körper des Toten in einer Mülltonne verstaut, während das Dämonenmädchen dessen Kleidung angelegt hat. „So, weiter geht es...“ Sie dreht sich zum anderen Ende der Sackgasse und will gehen, als ein schwarzhaariges Mädchen mit schwarzem Mantel und Samuraischwert vor ihr steht. „Sehr schön...Du bist ja doch noch gekommen...“ Ihre rechte Hand wird zu einer Klaue und zeigt zu dem Mädchen mit dem Schwert. „Du hast schon genug Menschen getötet...nun wird es Zeit, dass Dich der Tod ereilt!“ Mit gezogenem Schwert stürzt sich das Mädchen auf die Dämonin und trifft sie auf der Schulter. Mit lautem Aufschrei hält sich die Kämpferin die Ohren zu und gibt dem Dämonen eine Chance zum Angriff. Sie holt aus und trifft das Mädchen an der Schulter. Sie fliegt einen Meter nach hinten und steht wieder auf. „Ich kann es kaum erwarten, auch von Dir zu kosten, Kämpferin...“ Auf Knien sucht das Mädchen nach ihrem Schwert und greift es mit ihrer  rechten Hand. „Dazu wirst Du nicht mehr kommen...“ Sie packt ihr Schwert, rennt auf die Dämonin zu und rammt es ihr in die linke Schulter. „Verdammt...“ Sie packt das Mädchen am Kopf und zieht es hoch. „Nun wird von deinem Blut gekostet...“ Sie will sich in den Hals des Mädchens beißen, als sie abrupt abbricht und Blut aus ihrem Mund kommt und dem Mädchen von der Schulter hinabläuft. „Du verdammtes...“ sie geht auf die Knie und man erblickt das Mädchen, das ein japanisches Messer in ihrer linken Hand hält. „Ich habe Dir gesagt, Du stirbst...“ „Warte...warum jagst Du Meinesgleichen...wir sind nichts Anderes als Du...“ Das Mädchen schreit auf. „Nie werdet Ihr so sein wie Ich!“ sie legt das Messer in ihre rechte Hand, springt auf die Dämonin und hält sie am Hals fest, während über deren Gesicht die Hand mit dem Messer zittert. „Man kann sich nicht mit mir vergleichen...schon gar nicht so Geschöpfe wie Du eines bist...“ Eine Träne läuft aus dem linken Auge der Dämonin. „Wer bist Du...?“ Das Mädchen schließt die Augen. „Ich bin Saya...“ Die Dämonin lächelt. „Und warum kann ich nicht so sein wie Du, ein Vampir?“ Saya blickt die Dämonin erneut wütend an. „Ich habe Dir gesagt, Du kannst nicht sein wie ich...denn Du kannst nie ein Vampir sein, da ich der Letzte meiner Art bin!“ Die Dämonin lacht und Saya rammt ihr das Messer mitten durch das Herz. „Es ist vorbei...“ Saya zieht ihr Schwert aus dem toten Körper, verlässt die Gasse und lässt die tote Dämonin zurück. „Nie wird jemand so sein wie Ich...ich bin dazu bestimmt, die Letzte zu sein...“ Mit einem Blick der Trauer geht sie die Straße entlang, immer weiter gerade aus, bis sie Paris bei Tagesanbruch schließlich verlassen hat... Am nächsten Morgen steht in der Pariser Zeitung, dass ein stadtbekannter Taschendieb offenbar von einem Kollegen ermordet und selbst beraubt worden sei und ihm anschließend die Kehle mit einem japanischen Messer durchgeschnitten wurde, das man am Tatort fand...