The Black Devision

GeschichteAbenteuer / P18
27.05.2009
27.05.2009
1
1796
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Mit einem beunruhigten Gefühl betrat er die geöffnete Pforte und stand nun im Eingangsbereich der einst genutzten Militäranlage. Sein prüfender Blick ließ ihn erahnen, dass dieses Gebäude der Kriegsführung noch immer genutzt wurde, obwohl es offiziell und laut der Regierung seit Jahrzehnten still gelegt wurde. Er durchquerte die grauen Hallen, deren Wände noch immer schwarz vor getrocknetem Blut waren. Wie sehr wünschte er sich, diese ehrwürdigen Hallen des Krieges könnten zu ihm sprechen und so manche Geschichte über Mord und Verrat erzählen. Seine langsamen, fast lautlosen Schritte bewegten sich durch die gesamte Basis. Er durchquerte Soldatenunterkünfte, Kerker und Folterzimmer. Gefolgt von Waffenlagern, Schießanlagen und eine basisinterne Krypta. Nach langen Schritten näherte er sich schließlich seinem Ziel – die große Halle, hinter der die Kommandantur lag. Doch als er inmitten der riesigen Sammelhalle stand, überkam ihm eine eisige Kälte. Er fühlte sich beobachtet. „Ich wusste, dass Ihr Euch hier aufhaltet....“

Nachdem er dies sagte, wurde eine hintere Ecke durch einen oberen Scheinwerfer erleuchtet. Auf einem Stuhl mitten in der Halle saß ein Mann in schwarzer Uniform, seine Beine aufeinander liegend und mit zusammengefalteten Händen. „Es ist schön, dass unser Gast eingetroffen ist.“ Der Soldat musterte den Ankömmling und lächelte über seine Gestalt. Er trug eine Tarnuniform, wie sie die UN in Dschungeleinsätzen trägt und hielt ein Schwert in seiner Hand. „Damit willst Du mich töten? Mach Dich nicht lächerlich...“ Der schwarz Uniformierte stand auf und setzte sich eine Brille auf. Seine kurzen, blonden Haare strich er mit einer kurzen Handbewegung nach hinten. Anschließend zog er seine schwarzen Handschuhe an und schritt mit langen, zielgeraden Schritten auf den Mann zu. Einen Schritt vor ihm blieb er stehen und grinste. „Wie lange hast Du auf diesen Augenblick gewartet?“ Er starrte weiter auf den Mann, der kühl und gelassen antwortete. „Mehr als 60 Jahre... Damals war ich noch ein Kind...doch dank des Blutes des Originals bin ich nicht gealtert...ich blieb jung und bekam neue Kräfte...“ Der blondhaarige Mann hörte ihm zu und lächelte. Dann aber grinste er wieder. „Aber hast Du bei Deinem Plan nicht irgendwas unbedacht gelassen?“ Der Mann schaute ihn nun fragend an. „Du hast vergessen, dass auch wir durch ihr Blut verändert wurden...“ Nun verstand der Mann. „Das darf nicht wahr sein...wie um Himmels willen...“ Ehe der Mann weiter sprach, unterbrach man ihn. „Die Japaner waren damals auf unserer Seite...und da der Führer eine Elite aus unbesiegbaren Soldaten wollte, holte er die dazugehörigen Mittel aus Japan... So nahm man das Blut vom Original und gab es uns...“

Der Mann war sprachlos. „Doch wie hat man dies bewerkstelligt? Ich meine...man muss viel Blut verlieren, ehe man das Blut vom Original verabreicht bekommen kann, um sich zu verwandeln...“ Der Deutsche sprach weiter. „Man schlitzte uns damals zu Unzähligen auf und ließ uns bis zum letzten Tropfen ausbluten...danach führte man uns ihr Blut zu und schaute, was passierte... einige starben bei dem Experiment...aber bei Anderen gelang es...und so schuf man eine ganze Legion aus uns...verstehst Du? Eine ganze Armee der Schutzstaffel, die ihr Blut bekam und dadurch zu einer einzigen, gefährlichen Waffe wird...“ Die Leuchter wurden aktiviert und es wurde eine der Seitenwände angestrahlt. Zum Vorschein kam ein blutrotes Banner mit weißem Innenkreis und inmitten des Kreises das Zeichen der Schutzstaffel. „Ich bin Ludwig. Schön der Erste zu sein, der Dir zeigt, was wir so draufhaben...“ Der Andere schwieg und lächelte. „Mich kennst Du ja wohl...ich bin Clayton...und auch ohne das Blut des anderen Originals werde ich Dich vernichten...“ Ludwig lachte auf, ehe Clayton ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte und dieser über den Stuhl flog und ihn dabei umriss. „Nicht schlecht, aber das geht anders...“ Mit einer unmenschlichen Geschwindigkeit rannte Ludwig auf seinen Gegner zu, trat ihm mit dem rechten Bein gegen den Oberkörper und knallte ihn auf den Boden. Anschließend packte er Clayton am Hinterkopf, sprintete gegen eine Säule und zertrümmerte sie mit dessen Kopf.

Blutend lag er am Boden, das Blut floss ihm aus einer offenen Wunde an der Stirn. Er spuckte Blut und richtete sich anschließend auf. „Warum...seit Ihr so stark?“ Ludwig lachte. „Warum? Weil wir schon immer die Stärksten waren...wir sind die SS, erwartest Du da etwas Anderes? Wir sind keine einfachen Soldaten wie diese Friedenstruppen der UN, wenn wir aufmarschierten, gab es nur Tod und Asche. Und wie es vor über einem halben Jahrhundert war, so wird es schon bald wieder werden...“ Da er wusste, dass er keine Chance haben würde, schritt er zurück und machte sich bereit, im richtigen Augenblick entweder Ludwig mit einem stärkeren Schlag zu besiegen oder zu fliehen. Er machte noch einige Schritte zurück, bis Ludwig sein Vorhaben merkte. „So, Du willst gehen? Glaubst Du, als Offizier wäre ich die größte Gefahr für Dich? Es gibt noch Andere, die ich auf Dich hetzen könnte...“ Gelangweilt kehrte Ludwig zu seinem Stuhl in der Mitte des Raumes zurück, grinste Clayton an und schnippte mit seinem Finger. Augenblicklich gingen die Lichter aus und um ganzen Raum tauchten rot leuchtende Augen auf. „Nur ein Wort von mir, und es stürzen sich 100 Soldaten der SS auf Dich...“ Ludwigs Augen leuchteten nun ebenfalls rot. Hinter ihm tauchten nochmals einige Augenpaare auf. „Du siehst, wenn ich es so wünsche, wirst Du hier und jetzt sterben...“

Als Clayton nun endgültig die Flucht ergreifen wollte, stand wie aus heiterem Nichts Ludwig vor ihm. Er zog den schwarzen Handschuh von seiner rechten Hand und hielt sie hoch. „Wird Zeit, Dich etwas zu foltern...“ Nach diesen Worten verwandelte sich seine Hand in eine lange Lanze, die er Clayton in die rechte Brust rammte. „Uaaaaaaaaaaa“ Er schrie auf, als Ludwig ihm den Speer tiefer in die Brust rammte und ihn zu Boden warf. „Es geht noch weiter...“ Er trat mit voller Wucht auf Claytons Brust, brach ihm dabei einige Rippen und zog seinen Speer wieder heraus. Nun formte Clayton auch aus seiner Hand eine Waffe und griff damit Ludwig an. Dieser wich ihm aus, doch seine Brille wurde durch die Wucht des Schlages zerstört. Während die gebrochenen Gläser zu Boden fielen, zuckte Ludwig mit dem rechten Auge. Die krampfhaften Zuckungen wurden stärker, bis er aufschrie. „Das... ist sehr... inakzeptabel...“ Aus dem Speer wurde eine Klaue, mit der er Clayton über das Gesicht kratzte. Dieser hielt anschließend seine Linke Hand über sein Auge, während Blut durch die Ritzen quoll. Die Soldaten um die beiden herum lachten auf und klatschten in die Hände, während das blutige Spiel weiter ging. Während Ludwig eine kurze Pause einlegte, trat ihm Clayton das linke Bein weg, wodurch dieser zu Boden fiel und lachend liegen blieb. „Das büßt Du mir...“ Clayton rannte so schnell er konnte in Richtung Ausgang, bis er den kalten Atem von Ludwig vernahm, der sich ihm lautlos näherte. Im selben Augenblick schrie er lauthals auf, als sich ein Speer von hinten durch seine Wirbelsäule und aus dem Kehlkopf bohrte. Blut lief ihm aus dem Mund und bildete eine dunkle Lache auf dem Boden.

Einige Soldaten näherten sich daraufhin und krochen auf allen vieren, um das Blut auf dem Boden aufzulecken. Ludwig lachte auf und hielt Clayton wie eine Marionette hoch. „Das ist meine wahre Macht...“ Um sich zu befreien, formte Clayton seinen Arm erneut zu einem Schwert, doch ehe er zuschlagen konnte, hielt Ludwig dessen Klingenhand mit seiner eigenen linken Hand fest. Er drückte zu, Blut floss am Handschuh entlang und den schwarzen Ärmel der SS-Uniform hinunter. Ludwig schrie auf und ließ das Schwert zersplittern. Nun schrie auch Clayton auf, als Ludwig mit der abgesplitterten Klinge dessen Hals aufschnitt. „Amüsant, amüsant...“ Während erneut Blut hinab floss, bewegte Ludwig seine linke Hand zu seinem Mund hin und trank sein eigenes Blut. „Damit ich noch ein wenig mehr Spaß mit Dir habe, überkommt mir jetzt eine Idee...“ Clayton schrie auf, während ihn Ludwig den Speer herauszog. Inzwischen waren die beiden von Soldaten komplett umkreist, die hastig das Blut auf dem Boden aufleckten. „Zur Seite, Männer... ich will durch...“ Ein paar Soldaten krochen zur Seite und Ludwig packte Clayton erneut am Hals, schleifte ihn zu einem Tisch aus Marmor und knallte seinen Schädel auf die Platte. Ehe Clayton etwas sagen konnte, spuckte er Blut auf die Platte.

Anschließend zog ihm Ludwig die Hose herunter und öffnete danach seine eigene Hose. Clayton, der sich ahnen konnte, was nun passierte, schrie auf doch keiner der Anwesenden würde ihm helfen. Während Ludwig seinen perversen Ideen nachging, verschwanden die Soldaten, die mit dem Bluttrinken fertig waren, wieder in den dunklen Ecken und lachten erneut. Nach einigen Minuten, die Clayton wie eine Ewigkeit vorkamen, stöhnte Ludwig das hundertste Mal auf, wandte sich von Clayton ab, schloss seine Hose wieder und schnallte den Gürtel zu. Aus dem After blutend saß Clayton auf dem Boden, seinen Kopf immer noch auf dem Tisch liegend. Seine Augen waren vertränt und mit seinem rechten Arm, dem die Hand fehlte, schlug er so lange auf den Tisch, bis auch hier eine Blutlache sich bildete. Ludwig war zufrieden. „Ich muss sagen, Du warst gut...hast Du das schon öfters gemacht?“ Clayton brüllte auf. „Ich bringe Dich um, hörst Du?“ Beleidigt blickte ihn Ludwig an. „Soso, da bin ich ja mal gespannt...“ Ludwig näherte sich seinem Opfer wieder, hob sein rechtes Bein und trat mit ihm gegen die linke Schulter. Ein Knacksen war zu hören, Clayton schrie erneut auf und hielt sich mit seinem Handstummel die linke Schulter. Diese war nun ausgerenkt und schmerzte. „So, das war es... Du kannst gehen... Und richte Shield meine Empfehlungen aus...“

Ludwig ließ sich auf seinen Sessel nieder, betrachtete seine kaputte Brille und wies zwei Soldaten an, Clayton zu packen und rauszuschaffen. Dieser wehrte sich nicht einmal, als sie ihn an sämtliche Wände donnerten und ihm, ehe sie ihn ganz aus der Basis warfen, die Beine brachen. Er verbrachte Stunden auf dem staubigen Boden. Durch den hohen Blutverlust regenerierte sich sein Körper nur sehr schwer. Doch trotz der Fähigkeit der Wiederherstellung blieben seine Rippen gebrochen, sein Arm ausgerenkt und seine Hand abgeschlagen bzw. gebrochen. „Hätte ich bloß auf die Anderen gehört...doch ich Idiot musste natürlich im Alleingang losziehen... Wie soll ich es gegen die anderen Soldaten aufnehmen, wenn ich schon gegen die hier scheitere?“ Er war sich bewusst, dass er nicht nur Hilfe brauchte, um zurück zum Hauptquartier zu kommen sondern frisches Blut auftreiben musste.

Während er sich langsam aufrappelte und sich durch den Urwald schleppte, dachte er an seine Zeit, als er noch ein Mensch war. Er dachte an die Jahre des Zweiten Weltkrieges und daran, wie er als Alliierter damals den Atlantik überquerte, die Normandie zurückeroberte und mit nach Berlin marschierte.