Die Schattenkämpferin - Sulanas Sohn?

GeschichteAllgemein / P16
26.05.2009
26.05.2009
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So, wie schon gesagt, habe ich mir versucht vorzustellen, wie Sulana sich gefühlt haben muss, als ihn Sohn zur Welt kam. Ich hoffe, es gefällt.


Es war geschafft. Endlich hatte sie es überstanden.
Sulana blickte auf den kleinen Jungen hinab, der in ihren Armen lag und friedlich schlief. Sie spürte jedoch diesen Zorn, den sie schon seit seiner Zeugung in sich herumtrug. Sie hätte dieses Balg schon in ihrem Leib töten sollen, doch irgendetwas hatte sie davon abgehalten. Auch jetzt noch hielt sie sich zurück, warum, das wusste sie nicht, doch sie gab den kleinen, der seinem Bruder, bis auf die helleren Haare, zum verwechseln ähnlich sah, der Amme, die neben dem Bett bereit stand. „Sorg dafür, dass er mir nicht mehr unter die Augen kommt.“, zischte sie die Frau an. Vielleicht würde sie den kleinen am Leben lassen, doch sich mit ihm abgeben würde sie nicht. Nicht mit Dohors Sohn. Er konnte ihr ihren ersten Sohn nicht zurückgeben, den kleinen Learco, der am roten Fieber gestorben war, als er gerade erst drei Jahre alt gewesen war. In ihr lodert nur der Hass gegen Dohor und dessen Sohn, der ihrem Learco nie gerecht werden könnte. Dohor wollte ihren Learco mit diesem Balg verdrängen, sogar denselben Namen hat er ihm gegeben, doch das würde ihm nicht gelingen. Dieser Bastard würde es mit ihrem Learco nicht aufnehmen können, denn er würde genau wie sein Vater werden. Sie wollte nichts mit ihm zu tun haben, ebenso wie mit einem Vater, dem sie ihren Größten Fehler zu verdanken hatte. Sie hatte ihn geheiratet und ihm damit die Möglichkeit gegeben, sich zum Herrscher über die gesamte aufgetauchte Welt aufschwingen zu wollten. Nur durch sie hatte er die Länder unterwerfen können, die ihm jetzt unterjocht waren. Ihr zweiter großer Fehler war es gewesen, ihn nicht umzubringen, als sie erkannte, was er vorhat und wie er wirklich ist. Sie hat es nicht gekonnt, ebenso, wie sie seinen Sohn nicht umbringen konnte.

Vierzehn Jahre später droht auch sie zu sterben. Doch sie kann nicht ruhen, wenn Dohor kein Einhalt geboten wird. Sie lässt seinen Sohn von der Front zurückrufen, um etwas von ihm einzufordern, was er ihr schuldig war. Sie hatte ihn am Leben gelassen und so konnte sie es von ihm zurückverlangen. Er stand in ihrer Schuld und wenn er endlich da war, würde sie von ihm verlangen, wozu sie nicht fähig gewesen war. Sie würde ihm sagen, dass er verpflichtet war, seinen Vater für sie umzubringen, denn obwohl er genauso wie sein Vater war, würde er diese Schuld begleichen müssen, koste es was es wollt. Im besten Fall würde er dabei sogar selbst auch umkommen, denn dann wäre die aufgetauchte Welt von diesem Geschwür befreit. Leise öffnete sich die Tür zu ihrem Gemach und Sibilla trat ein. „Herrin, Dohors Sohn ist hier.“, sagte sie und Sulana bedeutete ihr, ihr hereinzubringen.

Dass sie sich in ihrem Sohn getäuscht hat, wird sie nie erfahren, denn mit Verbitterung in ihrem Herzen stirbt sie wenig später. Ohne je zu erfahren, dass ihr Sohn Learco zu einem Menschen wurde, der den Krieg verabscheute, zu dem sein Vater ihn zwang und der bei den Menschen des Landes der Sonne hoch angesehen war, wegen seiner Taten und seinem Denken.

Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich würde mich über Reviews freuen, über positives aber auch auch über Kritik.
LG Jupi
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