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was wäre wenn...

von Raskor
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
23.05.2009
30.11.2010
27
37.131
 
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23.05.2009 1.158
 
„Was ist mit euch alte Frau?“ Der kleine Junge stupste die Erzählerin ungeduldig mit einem Stock an. Sie starrte schon seid einigen Minuten einfach vor sich hin. Sie schien jetzt erst wieder zu bemerken wo sie war. Ihre faltigen Züge legten sich in ein seeliges Lächeln „Ich habe nur gerade daran gedacht, wie es wäre, wenn alles anderst gekomme wäre. Wenn Hellscream statt Thrall beim Kampf mit Manaroth sein Leben gelassen hätte. Der junge Schamane währe sicher nicht zu halsstarrig gewesen um sich gegen die Legion mit den Menschen und Nachtelfen zu verbünden. Vielleicht hätten die Orks die entscheidenden Minuten gebracht damit Malfurion seinen Zauber beenden konnte. Vielleicht wäre die Brennende Legion zurück geschlagen worden.“
„Ihr habt doch vorhin erzählt wie es wirklich war am Berg Hyjal,“ piepste ein kleines Mädchen mit langem blondem Haar „, war das etwa erfunden?“
Die alte Frau schüttelte bedächtig den Kopf „Nein meine kleine es ist genau so passiert wie ich es erzählt habe. Aber was währe wenn? Wie viele Jahre des Grauens wäre uns erspart geblieben, wenn nur diese Kleinigkeit anders verlaufen wäre. Vielleicht gibt es irgendwo eine Welt die gleich ist wie diese und vielleicht ist es da wirklich anders verlaufen. Ich hoffe es und ich bete darum“ In den Augen der gebrechlichen Frau brannte das Feuer der Euphorie welches sie seid den Tagen am Eistron verschollen geglaubt hatte.
„Wir wollen die Geschichte weiterhören.“ sagte ein Junge mit den blauen Augen seines Vaters ungeduldig „die wahre Geschichte.“
Die alte Frau lächelte erneut „Nun wie ihr wollt.“ Sie blickte in die Gesichter der gespannt wartenden Kinder „Wo war ich stehen geblieben?“
„Du wolltest uns gerade von der Rebellion erzählen.“ es war der Junge der sie angestubst hatte.
„Achja die Rebellion“ die Augen der Frau verloren sich in Erinnerung „Die Rebellion von Schurken, Verrätern und Zweitgeborenen der Geschichte. Die Rebilion unter dem Banner von Arthas Menethil…“

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Der Staub der Schlacht lichtete sich langsam unter ihm. Medivh spürte wie die warme Luft unter seinen schwarzen Schwingen ihn ohne Anstrengung immer Höher trugen. Sein Herz jedoch wurde von einer Kälte gefangen genommen die schärfer und klirrender war als die Gletscherklippen Northends. ‚Das darf nicht wahr sein,’ wiederholte er den schrecklichen Gedanken ‚ich habe versagt…schon wieder.’ Seine scharfen Krähenaugen wanderten über das Schlachtfeld. Der riesige Weltenbaum lag auf der Seite, wie ein toter Riesenkrake. Archimonde und seine Armee von Dämonen hatten ihn einfach entwurzelt und machten sich nun über den See her, welcher ihnen durch sein arkanes Leuchten Macht versprach. ‚Nun erfüllt sich doch noch Sargeras wille.’ dachte er beklommen ‚bald werden Heerscharen der Legion durch diesen Ableger des Brunnens der Ewigkeit kommen.’
Einige der Dämonen streiften noch immer durch die Lager der Verteidiger um jenen ein Ende zu bereiten, welche den ersten Ansturm überlebt hatten. Unter sich sah Medivh das Bollwerk der Nachtelfen - oder zumindest was davon übrig war. Die mächtigen Urturme lagen da wie kleine Zwillinge des Weltenbaums. Archimonde hatte sie zertreten wie Käfer. Leichen von Tausenden Kriegerinnen und Druiden spannten unter ihm ihr Rotes Leichentuch. Im Zentrum von alledem lag Malfurion Stormrage - der Heerführer der Legion selbst hatte ihm den Kopf abgerissen. Seine Gefährtin lag über ihm zusammengekauert, ihren Arm zärtlich um den blutigen Halsstumpf gelegt. Aus ihrem Rücken ragte die Axt einer Verdammniswache. ‚Selbst im Tode noch vereint.’

Das Lager der Allianz sah auch nicht viel besser aus. Die grossen, steinernen Abwehrtürme waren wie von einem Hammer zermalmt worden. Die Granitblöcke aus welchen sie erbaut worden waren lagen verstreut als hätte ein Riese mit ihnen Gespielt. Medivh wiederstand dem Bedürfnis die Augen zu schliessen als er sah, dass sie teilweise dutzende von Menschen Zwergen und Elfen unter sich begraben hatten. Feuer loderten dort wo einst Kasernen, Wehrgänge und Katapulte waren. Er konnte erkennen wie tapfer sie gekämpft hatten, an einigen Stellen lagen duzende Dämonen regungslos am Boden. Aber selbst der grösste Mut konnte purem Hass nichts entgegen setzen.
‚Hätte dieser störrische Hellscream doch bloss auf mich gehört’ flackerte die Wut in ihm hoch. Er stiess ein Lautes Krächzen aus. ‚So viel Blut und doch war es alles umsonst.’
Irgendetwas Rührte sich unter ihm im Lager der Allianz, zuerst glaubte er es sei nur ein Dämon auf Streiftour oder die letzten Zuckungen eines sterbenden Soldaten. Doch dann spürte er eine magische Präsenz die ihm wohl bekannt war, schwach, aber nicht sterbend, noch nicht. ‚Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren’ machte er sich selber Mut, schmiegte seine Flügel dicht an seinen Körper und stürzte auf das geschundene Schlachtfeld zu.

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Der Geruch von Kupfer. Brennen in der Lunge. Dumpfes Pochen im Kopf. Jaina Proudmoor schlug die Augen auf. Über ihr der Staubverangene Himmel. „Beim Licht, ich lebe noch“ flüstert sie erstickt ‚aber wie lange?’ hackte ihr Verstand sofort nach. Träge erinnerte sich daran wie sie von einer Explosion davon geschleudert wurde und das etwas Grosses auf ihr landete. Sie versuchte auf zu stehen, doch ein stechender Schmerz zog sich von der Hüfte aus durch ihren Körper und lies sie hilflos aufstöhnen. Erschöpft Lies sie ihren Kopf zur Seite rollen und hätte fast los geschrieen. Sie blickte direkt in die toten Augen einer Hochelfe, deren Körper vom Hals abwärts von einem Felsbrocken zermalmt worden war. Ihre Augen quollen unnatürlich aus ihrem Schädel so als würden sie gleich heraus springen.
Sie musste weg, es war egal ob sie gesiegt hatten oder nicht, sie musste weg. Erneut versuchte sie sich zu erheben, was ihr aber nur weiteren Schmerz einbrachte.
‚Ich muss hier weg!’ Sie versuchte sich zu konzentrieren. Einen Zauber zu finden der ihr helfen würde. Doch ihr Kopf war leer. Sie konnte fast zusehen wie ihre Konzentration in ihren Händen zerrann. Das laute Krächzen einer Krähe drang unangenehm an ihr Ohr.
‚Ich werde auch als Krähenfrass enden, wenn ich nicht sofort hier weg komme.’ Zum dritten Mal versuchte sie auf zu stehen und dieses mal gelang es ihr sich unter lauten Protest-Schreien ihrer Hüfte sich an dem Felsblock hoch zu hieven, welcher der Elfe ein so jähes Ende bereitet hatte. Bedächtig stiess sie sich von ihrer stütze ab. Ihre Beine verweigerten ihren Dienst und sie viel unsanft auf den abgetrennten Oberkörper eines Soldaten. Eine Krähe landete laut krächzend neben ihr. Sie wedelte fahrig mit der Hand nach ihr „Verschwinde du Mistvieh, ich bin noch nicht tot.“
Sie spürte es bevor sie es sah, diese Magische Präsenz. So einmalig, so unverwechselbar. Grüne Rauchschwaden umhüllten ohne Vorwarnung die Krähe. Sie veränderte sich, sie dehnte sich und wuchs, als würde etwas in ihr herausbrechen wollen. Als sich der Rauch verzog stand ein alter, gebrechlich wirkender Mann vor ihr. Er trug einen verblichenen purpurroten Umhang mit Kapuze und stützte sich auf einen knorrigen Stab auf dessen spitze ein geschnitzter Rabe thronte.
„Ihr?“ keuchte Jaina von erschöpfung gezeichnet „Was ist passiert?“
„Es ist die falsche Zeit für Erklärungen, Lady Proudmoor.“ der alte Mann beugte sich zu ihr hinunter „erstmal bringe ich euch in Sicherheit.“ Er ergriff ihre Hand und begann Worte der Macht zu murmeln.
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