Vater werden ist nicht schwer, Vater sein umso mehr...

von ischisa
GeschichteRomanze / P18
Hermine Granger Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Severus Snape
16.05.2009
25.02.2010
42
200618
5
Alle Kapitel
281 Reviews
Dieses Kapitel
20 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Endlich hatte er es geschafft, müde und ausgelaugt lies sich Severus Snape auf seinem Sessel vor dem Kamin nieder und schloss resigniert die Augen. Das Wetter draußen passte zu seiner Stimmung,  es regnete schon seit Tagen, der Himmel war Wolkenverhangen und ein Schleier aus Grau. Es war eisig, der Wind blies wütend um die Schlossmauern und machte die Gänge von Hogwarts, schon Anfang September, frostig und kalt. Die erste Woche des neuen Schuljahres war vorbei und er hatte gerade die letzte Stunden Zaubertränke hinter sich gebracht. Er legte den Kopf in den Nacken und massierte seine pochenden Schläfen. Potter war seit dem Sieg über Voldermord noch unausstehlicher geworden und auch Weasley suhlte sich in seinem neu gewonnen Ruhm. Er merkte wie die Kopfschmerzen langsam überhand nahmen und seufzte resigniert auf. Wie konnte Albus ihm auch Freitags, in den letzten Stunden, Potter und Weasley aufhalsen? Hatte er die letzten Jahre nicht genug gelitten? Seit dem Sieg über Voldermord hatte sich viel verändert, nur für ihn nicht! Er war immer noch allein und wurde von allen verachtet, nicht das er es anders gewollt hätte, aber ein bisschen Wehmut schwang in seinen Gedanken mit. Beinah wäre er in Heulenden Hütte drauf gegangen, wenn nicht… Ja wer eigentlich? Wer war es eigentlich gewesen der ihn zum Leben verdammt hatte? Eigentlich hätte er dort einfach sterben sollen, sein Tod wäre kein großer Verlust gewesen. Wer wollte schon so ein Leben wie seins? Er hatte so hart gekämpft, er hatte alles gegeben und beinah alles verloren!  „Nicht beinah Severus, du hast alles verloren. Es gibt nichts mehr wozu es sich zu leben lohnt“. Sprach er mit sich selber und schaute mit einer Mischung aus Wut und tiefster Traurigkeit in die Flammen.

Potter heimste den ganzen Ruhm ein, für etwas was er, in seinen Augen, noch nicht mal selber zustande gebracht hatte. Denn eigentlich hatte der Edelstab Voldermord getötete und nicht Potter. Nicht das er Ruhm gewollt hätte, aber es ärgerte ihn maßlos das Potter sich für etwas feiern ließ, was er in seinen Augen, gar nicht selbst vollbracht hatte. Aber im Gegensatz zu Potter, hatte er sein Leben lang an beiden Fronten gekämpft, er hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt um das von diesem Angeber zu retten. Potter war wirklich nicht besser als sein Vater. Der einzige der ihm seine Taten hoch anrechnete war Albus, aber alle anderen Trauten ihm immer noch keinen Millimeter über den Weg. Potter hatte einfach verdammt viel Glück gehabt und ohne Granger wäre er wohl schon im ersten Schuljahr an seinem Flaschenrätsel gescheitert. Apropos Granger was war eigentlich mit der los?  Die hatte sich schwer verändert, sie war ruhig  und in sich gekehrt.  Sie sah verdammt fertig aus. Fast vermisste er ihre nervige Fragerei und ihre penetrante Art ihm die Stirn zu bieten. Was war mit dem Chaos-Trio passiert? Potter und Weasley schien es gut zu gehen und es schien ihnen nicht im geringsten aufzufallen wie sehr ihre angeblich beste Freundin litt. Das ist so typisch für Potter! Er erwischte sich dabei wie er Partei für Granger ergriff, doch ihr schien es nicht anders zu gehen als ihm. Alles war besser als für Potter Partei zu ergreifen, versuchte er selber sein Gewissen zu beruhigen doch seine Gedanken blieben bei Hermine hängen.

Ein Klopfen an seiner Tür riss ihn aus seinen trüben Gedanken. Hatte man denn hier niemals seine Ruhe? Nach dem Krieg war es für ihn fast wie ein Zwang geworden, sich in der Einsamkeit zu vergraben und seinen dunklen Gedanken nach zu hängen. Wenn das ein Schüler ist, hexe ich ihn in die nächste Woche…. Müde erhob er sich aus seinem Sessel und schritt träge zur Tür. Mürrisch riss er diese auf und schaute in das wie üblich, fröhliche Gesicht von Albus Dumbledore. Klar Albus, wer sonst würde ihn hier freiwillig besuchen kommen? „Ja Albus was gibt’s?“ knurrte Severus genervt. „Ich hoffe ich störe nicht?“ sagte Dumbledore vergnügt und lächelte seinen Schützling unermüdlich an. „Doch das tust du!“ entgegnete dieser schorf. Albus überhört ihn gekonnt und sah seinen Ziehsohn weiter fröhlich an. „Ich nehme mal an du möchtest mich herein Bitten?“ „Nein das möchte ich nicht!“ langsam wurde Severus wütend, was erlaubte sich dieser Mann eigentlich? „Dachte ich es mir doch…“ sagte Albus immer noch lächelnd und schritt an Snape vorbei in seine Räume. Genervt rollte der Tränkemeister, hinter dem Rücken des Schulleiters, mit den Augen und schlug die Tür zu seinem Privat-Räumen zu.

Als er sich umdrehte hatte es sich Albus schon auf seinem Sofa bequem gemacht und sich an seinem Whiskey bedient. Was bei Salazar erlaubte sich dieser Mann eigentlich? Vielleicht hätte er damals doch besser Albus, anstatt eins seiner Duplikate, umgebracht. Dann hätte er das Problem jetzt nicht. „Also Albus was gibt es denn so unglaublich wichtiges, das du mich nach Feierabend stören musst?“ Snapes Stimme klang kalt und spöttisch, doch Dumbledore ließ sich davon nicht beirren. „Setzt dich doch bitte Severus“ sagte er freundlich und lächelte ihn über seine Halbmondgläser an. Schnaufend ließ sich Snape in seinem Sessel nieder, drauf bedacht, soviel Abstand wie möglich zwischen ihn und Dumbledore zu bringen. Es war schon unerhört das dieser Mann einfach hier anklopfte; sich zu Tritt verschaffte; sich an seinem Whiskey bediente und jetzt wurde er in seinen eigenen vier Wänden auch noch dazu aufgefordert sich zu setzten. „Wie geht es dir mein lieber?“ fragte Albus höflich und offenbar ziemlich gut gelaunt. Hätte Snape nicht gewusst wie man seinen Geist verschließt und seine Mimik unter Kontrolle hält, so wäre ihm jetzt wohl alles aus dem Gesicht gefallen.

Albus störte ihn auf so eine penetrante Art, nur um ihn zu fragen wie es ihm ging? Das konnte nicht sein Ernst sein! Aber wenn man Albus kannte wusste man dass dies sein voller Ernst war. „Mir geht’s gut!“ presste er wütend heraus und versuchte seinen Vorgesetzten mit seinen schwarzen Augen aufzuspießen. Reichlich amüsiert betrachtet Dumbledore das Minenspiel auf dem Gesicht seines Schützlings. Doch als dieser keine Anstallten machte irgendetwas zu sagen erhob Snape sichtlich genervt seine Stimme. „Komm zum Punkt Albus. Warum bist du hier?“ Albus gluckste belustigt auf und sein lächeln schien noch breiter zu werden. Am liebsten wäre Severus schreiend davon gelaufen. „Gut Severus, ich komme also zum Grund meines Besuches“ sagte er und zog ein Zitronenbonbon aus seiner Manteltasche. „Ich bitte darum“ sagte Snape ziemlich ungeduldig und nur darauf wartend seinen Besuch so schnell wie möglich wieder los zu werden. „Severus ich bin hier um mit dir über Rebecca zu sprechen…“ Albus ließ bewusst eine Pause um die Worte bei seinem Gegenüber sacken zu lassen.

Rebecca, allein dieses Wort ließ Bilder in Severus Kopf entstehen, die er eigentlich verdrängt hatte. Schmerzhafte und grauenvolle Bilder. Rebecca war eins der „Geschenke“ von Voldermord gewesen. Das erste und einzige was er je, zu dem Zweck seines Daseins, gebraucht hatte. Ja gebraucht. Einen anderen Ausdruck für das gab es für ihn, Severus, nicht. Das alles war auch nur passiert weil Lucius ihn vorher mit eindeutigen Avancen der maßen an den Rand des Wahnsinns getrieben hatte, dass er sich später einfach nur Linderung verschaffen wollte. Zu gegeben da kam ihm Rebecca gerade recht. Ja Lucius, seine erste große Liebe, zumindest solange bis ihm Lilly über den weg lief. Gott sei dank tauchte zur selben Zeit auch Narzissa auf, somit hatte er Lucius nie verletzt. Ihre Trennung war so zusagen im gegenseitigen Einverständnis vollzogen worden. Trotzdem wusste Lucius damals, das er es auch nach all den Jahren noch schaffte ihn an den Rande des Wahnsinns zu treiben und tat das auch wann immer ihm danach war. Oft hatte Severus sich gefragt ob Lucius wirklich nur spielte oder ob er auch einen Schritt weiter gehen würde, an Narzissa hatten damals wohl beide nicht gedacht. Heute waren er und Lucius einfach nur Freunde. Nein! Nicht einfach nur Freunde! Lucius war sein bester und vielleicht auch einziger Freund. Aber warum kam Albus hier her und  wollte mit ihm über Rebecca sprechen? Das ganze lag doch mittlerweile 8 oder 9 Jahre zurück…

Langsam erwachte Severus aus seiner Starre und die Wirren Gedanken lichteten sich. Verschwommen nahm er Albus wieder war, der ihn die ganze Zeit über amüsiert beobachtet hatte. „Alles in Ordnung mein Lieber?“ fragte er immer noch lächelnd, aber doch glaubte Snape einen Anflug von Sorge in seinen Augen erkennen zu können. Er nickte nur Stumm, als Antwort auf Dumbledores frage und starrte weiter auf den Boden zu seinen Füßen. Rebecca war die einzige Muggelgeborene die es jemals geschafft hatte zu fliehen und bis heute wusste keiner wie sie das geschafft hatte. Auch wusste Severus heute nicht mehr warum er das alles eigentlich damals Albus erzählt hatte. Er hätte wohl besser dran getan zu schweigen, denn dann würde er heute nicht hier sitzen und sich mit ihm Unterhalten müssen. „Rebecca ist tot Severus….“ sagte Albus Dumbledore sanft und holte den Tränkemeister damit abermals aus seinen Gedanken. „Wer hat sie…“ polterte Severus in seiner gewohnten Lehrermanier los. „Niemand…“ unterbrach in Albus sanft aber bestimmend. „Sie ist vor 3 Tagen einer Muggelkrankheit erlegen“ Severus schwieg und versuchte seine Gedanken und Gefühle wieder in geordnete Bahnen zu lenken, bzw. sie wieder zu vergraben. Er empfand seine Gefühle als lästig und hatte die Erfahrung gemacht dass es sich ohne sie viel leichter leben ließ. „Und warum glaubst du interessiert mich das?“ er versuchte seinen Worten die Gleichgültigkeit zu verleihen die er gar nicht empfand doch es gelang ihm nicht die Wehmut in seiner Stimme zu verbannen. Er hatte zwar niemals Gefühle für Rebecca gehegt, aber trotzdem verspürte er diesen unangenehmen Stich im Herzen. Das jemand wie Rebecca mit einem, bestimmt lebenswerten, Leben sterben musste, während jemand wie er, mit einem Leben das keinesfalls Lebens wert war, zum Leben verdammt wurde.

Albus räusperte sich und zog damit Severus Aufmerksamkeit wieder auf sich. Dieser musterte ihn kalt und ausdruckslos wie immer. „Zu dem Grund der dich an der ganzen Sache interessieren sollte, komme ich jetzt mein lieber Severus“ sagte er und zum ersten mal machte sein Lächeln einem einigermaßen ernsten Ausdruck platz. „Sie hatte einen Sohn Severus, und ich müsste mich schon schwer täuschen, wenn er nicht der deiner wäre…“ sagte Dumbledore und lächelte jetzt wieder von einem Ohr zum anderen. Snape wollte schon zu einem „Sehr witzig Albus…“ ansetzten als ihm plötzlich wieder die Einstigkeit hinter Albus breitem Lächeln auffiel. Er schluckte schwer und man sah Entsetzten durch seine bröckelnde Fassade blitzen. „Wie kommst du drauf dass dies mein Kind sein sollte?“ fragte er mit rauer brüchiger Stimme und hoffte die Antwort nicht zu kennen. Wieder schluckte Severus schwer als Albus zu einer Antwort ansetzte. „Nun, mein Lieber Severus, wenn ich mich recht entsinne, war sie ein einfacher Muggel nicht war?“ Snape konnte als Antwort wieder nur nickten. Doch das reichte Albus offenbar und er fuhr ungehindert fort. „Dein Sohn ist in keinster Weise ein Muggel Severus“ Der Tränkemeister merkte wie seine Kehle trocken wurde und suchte verzweifelt nach einer Erklärung und zwar dafür dass er keinesfalls der Vater dieses Jungen war. „Das beweist aber rein gar nichts“ sagte er schlussendlich, nach dem er endlich seine Sprache wieder im Griff hatte. „Es gibt viele Muggelgeborene, schau dir Miss Granger an…“ fügte er noch hinzu und hoffte dass sein Argument überzeugender klang als er selber. „Nun in der tat wäre das möglich…“ antwortet Dumbledore zögernd. „…doch ist die Ähnlichkeit zu dir, Severus, unverkennbar“ Snape meinte das Herz würde ihm stehen bleiben.

Nein er konnte nicht von heute auf morgen einfach so Vater sein. Er hatte selber keinen guten Vater gehabt und war auch selber kein guter Mann. Er würde das Kind zerstören. Er konnte und durfte einfach nicht der Vater dieses Jungen sein. „Er hat deine schwarzen Haare und auch deine schwarzen Augen…“ fuhr Albus ungehindert fort „...ebenso hat er wohl einen Hang zur schwarzen Kleidung und wohl auch zur Einsamkeit, mein Lieber“ Severus wollte das alles einfach nicht hören. Er wünschte sich nur noch aus diesem Alptraum auf zu wachen. Er hatte über Nacht einen Sohn bekommen, er war über Nacht Vater geworden, aber genauso würde er das Kind über Nacht zerstören. Trotzdem ein kleiner Teil in seinem inneren wollte mehr über den jungen erfahren und gewann auch den Machkampf mit seinem Verstand. „Wo ist er?“ Erst nach wenigen Sekunde war Snape sich bewusst das es seine Stimme gewesen war, die diese Frage gestellt hatte. „Das ist das Problem was die ganze Sache mit sich bringt“ sagte Albus sanft und offenbar fröhlich, darüber doch die Neugierde, in Severus, auf seinen Sohn geweckt zu haben. „Nur ein Problem? Meines er achtens nach, bringen Kinder meist mehr als ein Problem mit sich…“ spottete er sarkastisch und wunderte sich gleichzeitig woher auf einmal seine alte Verfassung kam.

Der Schulleiter überging Severus Kommentar und begann mit seiner Erklärung. „Nun, der junge kam nach dem Tod seiner Mutter in ein Muggelwaisenhaus, doch dort ist er abgehauen und keiner weiß wo der Junge eigentlich steckt“ Severus seufzte, Kinder brachten wirklich nichts als Ärger, selbst seine eigenen! „Rebecca scheint bei der Geburt des Jungen, deinen Namen als Vater eingetragen zu haben und so hat mich das Ministerium heute darüber Informiert. Da du nun der einzig überlebende Verwandte bist…“ Schlimmer konnte es jetzt nun wirklich nicht kommen oder? Was würden die Schüler von ihm denken wenn er auf einmal mit einem Kind auf dem Arm durch Hogwarts laufen würde? Ihn würde doch keiner mehr ernst nehmen. Aber Moment wie lange war das jetzt her? 8 oder 9 Jahre? Dann musste sein Sohn auch ungefähr 8 oder 9 Jahre alt sein. Gut damit wäre das ganze nur halb so schlimm aber trotzdem, er wäre kein guter Vater für den Kleinen. „Kann er nicht in diesem Muggelwaisenhaus bleiben?“ fragte Snape hoffnungsvoll. „Nun hör mir mal zu mein lieber Severus…“ sagte Albus und das lächeln in seinem Gesicht wich einem strengen Ausdruck. „… du hast dich jetzt lange genug vor der Verantwortung gedrückt. Du bist sein Vater und wirst dich jetzt gefälligst um deinen Sohn kümmern!“ nach dem Dumbledore mit seiner kleinen Predigt geendet hatte lächelte er ihn wieder aufmunternd an.

Das konnte doch alles nicht war sein. Das konnte Albus nicht von ihm verlangen. „Und wie soll das bitte gehen Albus? Ich mein ich bin Lehrer ich muss Unterrichten…“ versuchte er seinen letzten Trumpf auszuspielen, doch tief in ihm drin wusste er eigentlich schon lange das er mal wieder gegen Albus verloren hatte. „Severus der Junge ist fast 9 Jahre alt, der wird dazu in der Lage sein ein paar Stunden alleine zu verbringen, außerdem wird er hier auf Hogwarts wohnen und da wird ihm bestimmt etwas einfallen um sich die Zeit hier zu vertreiben…“ bei den letzten Worten zwinkerte Albus ihm fröhlich zu und Severus musste daran denken er wie er sich im ersten Schuljahr hier die Zeit vertrieben hatte. „Zur Not gibt es bestimmt welche von den älteren Schülern die in ihren Freistunden mal ein Auge auf ihn werfen und Minerva ist ja auch noch da.“ Minerva Mc Gonnagall! Die hatte er ja ganz vergessen. Es gab doch noch jemanden der ihm über den Weg traute außer Albus, Minerva. Das hatte er ganz verdrängt. Gerade fragte er sich warum, als es ihm in den Sinn kam. Das auftauchen von Minerva Mc Gonnagall, hier unten in seinen Kerkern, bedeutete meistens nichts Gutes. In 70% der Fälle, war sie hier um sich darüber zu beschweren das er unfährer Weise einem ihrer Löwenbabys Punkte abgezogen hatte. In den anderen 30% war sie hier um sich über einen seiner Slytherins zu beschweren, die angeblich einem ihrer Löwenbabys das Leben schwer gemacht hatten.

Aber er musste sich geschlagen geben. Albus hatte eindeutig die besseren Argumente. Wie ärgerlich. „Aber wie gedenkst du den Jungen hier her zu bringen wenn er angeblich verschwunden ist?“ spott schwang wieder in Snapes Stimme mit und er gewann seine alte Form zurück. Der erste Schock war zweifelsohne Verdaut. „Du wirst ihn suchen, ich denke bist Sonnabend solltest du ihn gefunden haben“ sagte Albus vergnügt und lächelte ihn unermüdlich an. Konnte dieser Mann eigentlich nicht einmal ernst bleiben? Warum musste er immer Lächeln? „Wie gedenkst du das ich ihn finden sollte?“ fragte Snape nun sichtlich gereizt. Das Thema Kinder war so gar nichts für Severus Snape. Schon gar nicht wenn es um seine eigenen oder angeblich eigenen ging. Als Antwort überreichte Albus ihm einen Umschlag. Severus versuchte seine zittrigen Finger unter Kontrolle zu bringen, als er an dem Umschlag näselte, doch es gelang ihm eher schlecht als recht.  „DEUTSCHLAND?“ echote Severus nach dem er einen Blick auf den Zettel geworfen hatte. Das war doch alles ein schlechter Scherz, er konnte kein Deutsch, wie bei Salazar sollte er ihn dort finden, wenn er noch nicht mal nach ihm fragen konnte? „Ja seine Mutter scheint damals nach Deutschland geflohen zu sein“ antwortet Albus ruhig. „Aber in dem Umschlag ist noch mehr drin…“ munterte er seinen Ziehsohn auf noch einmal einen Blick hinein zu werfen.

Grimmig griff Snape noch einmal nach dem Umschlag und zog ein Bild seines Sohnes heraus. Es musste ein Muggelfoto sein, denn es bewegte sich nicht. Er schaffte er gerade so ein keuchen zu unterdrücken. Am liebsten wäre er aufgesprungen und einfach weggelaufen. Als er das Foto in die Hand nahm war es als würde er in einen Spiegel schauen, ein Spiegel der ihm sich selbst im alter von 8 oder 9 Jahren zeigte. Während Severus wie gebannt auf das Foto schaute und zwischen Wut und tiefster Traurigkeit schwankte, erhob sich Albus mit einem siegreichen Lächeln auf den Lippen. Er hatte es gewusst, es hatte ihn zwar viel Arbeit gekostet, aber er hatte Severus Snape seine Vatergefühle näher gebracht. Aber doch wusste er dass noch eine ganze Menge Arbeit vor ihm lag. Albus war gerade im in begriff sich zu verabschieden als Snape seinen Blick von dem Foto lösen konnte und den Kopf hob. Fragend und doch wütend schaute er seinen Vorgesetzten an. „Wie heißt er eigentlich, Albus?“ Snapes Stimme klang unsicher und brüchig als hätte er sie Jahre lang nicht mehr benutzt. „Oh hab ich das vergessen zu erwähnen?“ fragte Dumbledore gespielt unschuldig und lachte über seine eigenen Nachlässigkeit. „Verzeih mir mein Lieber, aber ich werde wohl doch langsam alt. Sein Name ist Tobias“ mit diesen Worten verließ er die Kerker und ließ einen geschockten Severus alleine zurück. Das erste Mal seit Jahren, spiegelte sich blankes entsetzten auf dem Gesicht von Severus Snape, seine Maske war gefallen.

----------------------------------------------------------------------------------
Wenns euch gefällt lade ich gerne weitere Kapitel hoch!
Review schreiben