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Aomes Trianirea

von Sapientas
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Mystery / P16 / Gen
Cifer Almasy Riona Heartilly Squall Leonhart
04.05.2009
16.02.2013
6
43.935
2
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04.05.2009 5.540
 
Allein


verfasst von MFLuder


Liebe...Hexen...Zeitkompression... Diese Worte schwirrten in ihrem Kopf herum. Sie konnte mit ihnen etwas anfangen, wusste, was sie bedeuteten, aber sie in einen Zusammenhang bringen, das konnte sie nicht. Sie versuchte sich zu erinnern, wer sie war... doch es kam nichts... keine Assoziationen...keine Erinnerung... keine Gefühle... . Es war vollkommen dunkel um sie herum. Wie sollte sie sich hier zurechtfinden?
Da bemerkte sie, dass sie ihre Augen geschlossen hatte. Sie versuchte ihre Augen zu öffnen, doch etwas hielt sie zurück... Sie hatte Angst, was sie sehen, was sie erfahren würde. Sie wusste nicht, wieso sie soviel Angst hatte, sie wusste nur, dass ihr innigster Wunsch es war, in der ewigen Dunkelheit zu verweilen. Doch ihre anderen Sinne konnte sie nicht ausschalten. Ihr war kalt. Die Luft war feucht. In der Ferne konnte sie Schüsse hören... Ein Mensch schrie auf. Die Luft roch schwefelig... Die Luft war stickig... Unter ihren Füßen spürte sie etwas... es stach sanft in ihren Fuß hinein... aber nicht so, dass es wehtun würde... Ein Begriff... eine Assoziation schoss ihr durch den Kopf. Gras... sie stand auf Gras. Das Gras war das einzig Angenehme an dieser Umwelt... Es fühlte sich normal an... Es war am Leben... Es war frisch. Ein kleiner Lichtpunkt, ein Wunsch kam in ihr auf, etwas, das viel stärker als ihre Angst war. Es war der Wunsch zu sehen, wo sie sich befand. Langsam rang dieser Wunsch ihre unendliche Angst nieder. Sie beschloss ihre Augen zu öffnen. Langsam... sie wollte nicht geblendet werden. Schmerzhaftes Licht drang in ihre Pupillen. Die Angst schrie auf, sie solle die Augen wieder schließen, doch sie zwang sich, ins Licht zu schauen. Das Licht verblasste und gab eine Landschaft frei.
Sie sah sich um. Während sie sich umsah, schossen ihr ständig neue Begriffe durch den Kopf: Himmel...Erde...Wolken...Gewitter...Wiese...Nebel...
Und dann wurde es ihr schlagartig bewusst... Sie wusste, dass sie vor einer nicht allzulangen Zeit schon mal hier gewesen war. Und sie wusste, dass sie damals von diesem Ort weggekommen war, in dem sie sich vorwärts bewegt hatte. Also beschloss sie, ein paar Schritte zu laufen. Aus dem dichten Nebel kam die gleiche öde Landschaft, das gleiche düstere Gras. Die Schüsse, das Geschrei der Menschen, kroch manchmal näher, bevor es sich wieder entfernte. Jedesmal wenn es weg ging, spürte sie, wie der Wunsch zu wissen stärker wurde, wenn es wieder kam, brüllte die Angst in ihrem Herzen auf.
Auf einmal passierte etwas... aus dem Nebel tauchte eine Gestalt auf... Sie lag auf dem Boden... war bewusstlos. Es war ein junger Mann... so um die 17. Er hatte braunes Haar und ein weiches Gesicht... Auf einmal wusste sie den Namen des jungen Mannes... Squall. Sie wusste, dass er aufwachen musste. Sie wusste nicht warum, nur, dass er aufwachen musste, sonst wäre alles verloren. Sie schüttelte ihn, sie rüttelte an ihm herum, doch er blieb leblos... seine Augen gingen nicht auf.
In der Ferne kam das Geschrei und die Schüsse wieder näher... näher als je zuvor. Sie näherten sich von hinten... eine kalte Stimme lachte... eine unendlich grausame Macht krabbelte ihren Rücken hinauf und bevor sie etwas machen konnte, wurde sie von einer eiskalten Macht verschlungen, die sie nicht kannte. Sie bekam keine Luft... alles um sie herum verschwand... alles starb... und um sie herum war es dunkler als je zuvor...


Squall wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. Obwohl sein Bett weich und die Luft warm war wie immer, obwohl die Nacht so ruhig war, wie sie in Balamb nur sein konnte... Er wusste, dass etwas fehlte. Er war allein.
Er öffnete seine Augen und sah sofort den Grund, warum er so ein komisches Gefühl gehabt hatte... Rinoa lag nicht mehr neben ihm. Er war nicht wirklich beunruhigt... aber da er sowieso etwas trinken wollte, beschloss er für kurze Zeit, das schöne, weiche Bett hinter sich zu lassen und aufzustehen.
Obwohl es sehr dunkel war, wusste er, wie man sich zu bewegen hat, ohne sich irgendwo den Kopf zu stoßen. Er lebte nun schon seit zwei Jahren mit Rinoa in dieser Wohnung und zwei Jahre sind genug, um auch verschlafen und mit geschlossenen Augen den Weg zum Kühlschrank zu finden. Auf dem Weg in die Küche warf er einen Blick in den Spiegel... und obwohl es dunkel war, erkannte er sich selbst ziemlich gut. Für eine Weile betrachtete er sich selbst.
Ihm fiel auf, wie sehr er sich in den letzten fünf Jahren verändert hatte. Er hatte sich längere Haare wachsen lassen, so dass sie ihm nun auf der Schulter lagen. Eine Zeitlang hatte er sich an einem Bart versucht, doch nachdem seine Umwelt ihm unmissverständlich klar gemacht hatte, was sie von dieser Idee hielt, hatte er es aufgegeben. Außerdem, so stellte er fest, war er bei weitem nicht mehr so kräftig wie früher. Aber wenn man nicht mehr jeden Tag gegen Monsterhorden oder durchgeknallte Hexen kämpfte, konnte so etwas schon mal passieren.
Nachdem er einen Schluck Wasser getrunken hatte, fiel ihm wieder ein, warum er eigentlich aufgestanden war. Er beschloss, auf dem Balkon nachzusehen.
Er war zwar nicht direkt besorgt gewesen, doch spürte schon so etwas wie Erleichterung, als er ihre Umrisse durch die wehenden Vorhänge sah. Sie schien ihn nicht bemerkt zu haben, da sie ruhig aufs Wasser sah. Ihr schwarzes Haar schimmerte im Mondlicht. Das Meereswasser plätscherte. Es war eine idyllische Nacht. Doch irgendwie merkte er, dass etwas mit ihr nicht stimmte.
"Ist alles in Ordnung?", fragte Squall.
Rinoa zuckte kurz zusammen.
"Jaja... mir geht's gut", entgegnete sie langsam.
Er schien sie aus irgendwelchen Gedanken herausgerissen zu haben.
Doch er beschloss, nicht weiter zu bohren. Wenn Rinoa etwas hatte, würde sie es ihm schon sagen.
Er trat zu ihr auf den Balkon und sah in den schwarzen Sternenhimmel. Der große Mond spiegelte sich im Meereswasser.
"Schaust du dir ein wenig die Sterne an?"
Rinoa atmete tief ein.
"Squall, nimm's mir nicht übel... aber könntest du mich bitte einen Moment alleine lassen?", antwortete sie zögernd.
Sie sah ihn nicht an. Squall wusste, dass irgendwas sie bedrückte.
"Bist du sicher, dass du nichts hast? Hast du schlecht geschlafen?", fragte er leise.
"Mir geht's wirklich gut... Nur... ich möchte nur ganz kurz alleine sein. Ja? Bitte? Verstehst du?", sagte sie und sah ihm ins Gesicht.
Ihre dunklen Augen sahen ihn fest an. Obwohl Squall ein ungutes Gefühl im Magen hatte, wusste er, dass es zwecklos war, jetzt mit ihr drüber zu reden. Die vermutlich ganz einfache Erklärung, würde sie ihm sicherlich eh am nächsten Tag sagen. So flüsterte er ihr noch ein "Bis gleich" zu und ging dann wieder ins Bett.
Während er so da lag, dachte er ein wenig über Rinoa und sich selbst nach und wie sehr er sich durch ihre Begegnung verändert hatte. Wenn er daran dachte, dass er eben versucht hatte, Rinoa zu bewegen, ihm ihre Sorgen mitzuteilen, musste er doch ein wenig lachen. Bevor sie sich kennengelernt hatten, war er noch sehr verschlossen gewesen und mochte es nicht, wenn andere Leute ihm von ihren Problemen erzählten, geschweige denn, dass er mit irgend jemanden über seine geredet hätte. Wie sich doch die Zeite ändern...
Über diesen Gedanken sank Squall schnell wieder in traumlosen Schlaf. So bemerkte er nicht, dass Rinoa sich nicht wieder zu ihm ins Bett legte, sondern ihr gemeinsames Haus verließ und lautlos in der tiefen Nacht verschwand...

Squall war doch deutlich besorgter, als er am nächsten Tag aufwachte und feststellte, dass Rinoa nicht nur nicht neben ihm im Bett lag, sondern auch nirgends in ihrer Wohnung aufzufinden war. Er versuchte sich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass sie vermutlich einen Spaziergang durch Balamb machte... Vielleicht war sie ja bei ihren Nachbarn, den Dinchts. Rinoa machte schließlich gerne Spaziergänge durch die Stadt am Morgen. Ein flaues Gefühl im Magen blieb jedoch.
Er beschloss, nach seinem heute wesentlich hektischerem Frühstück zu ihren Nachbarn zu gehen. Vielleicht hatte sie sich einfach dort verquatscht.


Din Dincht, die Squalls guten Freund Xell nach seiner Zeit im Waisenhaus aufgenommen und großgezogen hatte, war immer erfreut, wenn Squall durch ihre Tür trat. Die beiden kannten sich, seit er zusammen mit Xell vor fünf Jahren zum ersten Mal in der Wohnung der Dinchts gewesen war. Richtig befreundet waren sie allerdings erst, seit Squall mit seiner großen Liebe Rinoa vor fünf Jahren nach Balamb gezogen war.
"Flipp' nicht gleich aus. Sie könnte überall sein. Am Hafen, am Bahnhof, überall. Rinoa ist nich die Art von Frau, die sich einfach ohne eine Nachricht zu hinterlassen davonmacht", sagte Din mit ihrer typischen erdgebundenen Art, nachdem Squall fertig erzählt hatte.
"Vermutlich haben Sie Recht...", entgegnete Squall nicht wirklich überzeugt.
"Natürlich hab' ich Recht... Wie geht's eigentlich Xell? Der könnte sich auchmal wieder melden."
"Keine Ahnung. Er meldet sich auch bei mir nicht all zu oft. Er ist sicher mit seinem neuen Direktorposten sehr beschäftigt", sagte Squall.
"Trotzdem...ich bin immerhin seine Mutter. Wenn er auch nicht mein eigen Fleisch und Blut ist... vielleicht realisiert er das ja langsam..."
"Das hat nix damit zu tun! Xell mag gelegentlich etwas...sorglos sein. Aber ich kenn ihn gut genug, um zu wissen, dass ihm sowas absolut egal ist!", fuhr Squall fest dazwischen.
"Grüß ihn von mir, wenn du ihm mal wieder siehst", sagte Din mit einem leichten Lächeln.
Obwohl sie nicht wirklich Xells leibliche Mutter war, hatte sie ihn dennoch aufgezogen und sah ihn als ihren eigenen Sohn an. Wer Xells leibliche Eltern waren, wird man wohl nie erfahren. Schließlich waren alle von Squalls Freunden in einem Waisenhaus aufgewachsen. Keiner von ihnen kannte seine leiblichen Eltern. Squall wünschte sich manchmal, seine zu treffen.
Din riss ihn aus seinen Gedanken:
"Ihr hattet doch keinen Streit, oder?!"
"Na ja, sie wollte dieses Sofa für unser Wohnzimmer haben... aber ich nicht. Und wir hatten einen kleinen Streit drüber."
"Was ist denn gegen ein Sofa einzuwenden?"
"Das Ding kostete 5.000 Gil!"
"Oh, wenn du wüsstest, wie viele Beziehungen wegen Sofas in die Brüche gehen", grinste Din.
Obwohl Squall nicht gerade in guter Stimmung war, konnte er einfach nicht anders, als mit Din zu lachen. Doch schnell dachte er wieder an Rinoa.
Sollte er auf Din hören und einfach warten, bis sie irgendwann mal wiederkam... Nein, er musste etwas unternehmen. Doch was?...
"Frau Dincht... es könnte sein, dass ich die Grüße an ihren Sohn schneller überbringen kann als erwartet."

Das majestätische Auftreten des Balamb Gardens beeindruckte immer wieder die Leute, selbst die, die ihn schon viele Male gesehen hatten.
Äußerlich sah der Balamb Garden wie ein gigantisches Schneckenhaus aus. Unten waren Flügel angebracht und unter diesen Flügeln war ein großer sich stetig drehender Ring, der dieses gigantisches Gebilde konstant in der Luft hielt. Ständig tönten Glocken aus dem Garden, wenn eine neue Unterrichtsstunde anfing.
Trotz seinem gigantischen Auftretens war der Garden immerhin noch eine Schule, besser gesagt ein Internat, dass Elitekämpfer ausbildet. Heutzutage wunderte sich Squall oft, dass der Garden ein so heller und freundlicher Ort war, wo doch eigentlich Söldner ausgebildet werden sollten.
Vermutlich lag das daran, dass der Garden von Edea und Cid Kramer geschaffen wurde, die auch das Waisenhaus ins Leben gerufen haben, in dem Squall und seine Freunde aufgewachsen sind. Der Garden, ein altes Gebilde aus längst vergessenen Centra Zeit, wurde zum Ausbildungsort von sogenannten SEEDs, die eigentlich die tödlichen Hexen bekämpfen sollten, die in grauer Vorzeit die Welt fast vernichtet hätten.
Dennoch war auch Edea Kramer eine Hexe und auch sie wäre fast von ihren eigenen Schützlingen getötet worden, als sie vor fünf Jahren die Welt in einen großen Krieg führen wollte. Doch das Unheil war abgewendet worden, Squall konnte mit Edeas Hilfe zum wahren Feind vordringen, Artemisia, eine mysteriöse Hexe aus der Zukunft, sagenumwoben, allein, verrückt, die plante, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart zu einer Zeit zu verschmelzen.
Die Welt war gerettet worden...doch für Squall war es anscheinend noch nicht das Ende seiner Sorgen.
Er schritt durch die helle Haupthalle. An diesem Platz hatte er einen Großteil seines Lebens verbracht. Er hatte sogar viel an der Gestaltung des Gardens mitgewirkt. Er hatte eine Verschwörung gegen den ehemaligen Direktor Cid aufgeklärt, die von dem alten Geldgeber und Master des Gardens Norg ausgegangen war, der die SEEDs zu einer profitablen Organisation hat umfunktionieren wollen, hatte dem Garden das Fliegen beigebracht und war sogar selbst Kommandant des Gardens gewesen und hatte ihn in eine große Schlacht mit dem damals befeindeten Galbadia-Garden geführt.
Wenn er so nachdachte, hatte er sogar indirekt den Garden gegründet, als er Edea während der Zeitkompression begegnet war und ihr von seiner Zukunft und den SEEDs erzählt hatte.
Obwohl sich äußerlich nichts verändert hatte, merkte man doch eine andere Veränderung des Gardens. Die Repräsentanten des Masters waren nicht mehr anwesend und man traf häufig auf ältere Personen. Die Regel, dass man mit Erreichen des 21. Lebensjahres austreten musste, war aufgehoben. Obwohl man jederzeit austreten konnte, blieben doch viele, da der Garden so etwas wie ein Zuhause für sie geworden war.
Squall gehörte zu denjenigen, die ausgetreten waren. Es war eine schwere Entscheidung gewesen und Xell konnte ihm diese bis heute nicht ganz verzeihen. Doch Squall wollte, auch auf Drängen von Rinoa, aus dem Garden ausgetreten, um eine neue Welt kennen zu lernen. Doch nun war Rinoa weg. Und Squall brauchte die Hilfe von seinen alten Freunden.

"Und sie hat keine Nachricht hinterlassen?"
Quistis Trepe, ebenfalls zusammen mit Squall im Waisenhaus aufgewachsen, nun Chefin der Ausbildung neuer SEEDs, sah besorgt aus.
"Nichts", antwortete Squall.
"Mensch, das ist wirklich beunruhigend. Aber du solltest nicht ausflippen. Vielleicht... macht sie nur mal Urlaub... oder so..."
Squall schätzte den Versuch von Xell, ihn aufzumuntern, auch wenn er die beabsichtigte Wirkung meistens verfehlte.
"Danke", sagte Squall und meinte dies durchaus ehrlich.
"Wir könnten doch einfach mal Selphie oder Irvine anfunken. Vielleicht ist sie im Trabia- oder im Galbadia-Garden untergekommen. Oder bei Cid und Edea im Waisenhaus."
Squall nickte. Xell rief darauf: "Yo, Niida, könntest du bitte mal eine Nachricht an den Galbadia- und den Trabia-Garden schicken? Ach ja, ins Waisenhaus bitte auch. Frag die mal, ob Rinoa bei ihnen aufgetaucht ist."
Niida war ein Mitglied des Gardens, der zeitgleich mit Squall zum SEED befördert wurde. Später wurde er dann zum Piloten des Balamb Gardens. Anders als Squall war er im Garden geblieben.
"Dauert nur ne Minute", meinte Niida und verschwand.
"Wie läuft's denn so? Habt ihr viel zu tun?", erkundigte sich Squall.
"Ist ne hektische Zeit. Am Anfang, als du noch da warst, hatten wir große Erfolge. Wir konnten die Schäden der Monster, die durch die Träne des Mondes auf die Erde gekommen sind, möglichst klein halten. Doch in letzter Zeit tut sich was. Die Monster werden unruhig."
"Tut sich denn etwas auf dem Mond?", wollte Squall wissen.
Die Monster, die den ganzen Planeten bevölkern, wurden eigentlich auf dem Mond geboren. Einmal pro Jahrhundert wurden die Monster vom Mond auf den Planeten gezogen. Man nannte dieses Phänomen 'Träne des Mondes'. Meistens richteten sie enorme Schäden an.
"Das wissen wir nicht. Esthar ist im Moment dabei, eine neue Raumstation zu installieren. Dann werden wir weitere Informationen erhalten", meinte Quistis.
"Wie geht's denn Laguna so?"
"Ach, er ist sehr damit beschäftigt, Esthar wieder in die Welt einzugliedern. Macht echt 'nen guten Job", antwortete Xell.
Squall nickte.
"Du bist besorgt wegen Rinoa, oder?", fragte Quistis ruhig.
"Vielleicht mache ich mir zuviele Sorgen. Es sieht ihr nur nicht ähnlich, einfach zu verschwinden", meinte Squall.
"Die hat`s dir echt angetan, oder? Mann, wenn ich noch daran denke, was für ein Kotzbrocken du noch vor fünf Jahren warst. Hast kaum den Mund aufbekommen, warst aber ein hammer Kämpfer. Und heute quatscht du nur noch und drückst dich vor deinen Pflichten!", sagte Xell.
"Das ist meine Sache. Könntest übrigens wieder mal deine Mutter anrufen. In Arbeit erstickst du ja nicht gerade", entgegnete Squall scharf.
Quistis wollte gerade ihren Mund öffnen, um den drohenden Streit abzuwenden, als Niida wieder auftauchte.
"Weder das Waisenhaus noch die anderen beiden Garden haben Rinoa gesehen."
Squall wurde flau im Magen. Zwar hatte er nicht damit gerechnet, aber trotzdem bis zum Schluss darauf gehofft.
"Ich hoffe nur, ihr geht's gut", meinte er.
"Wir werden die Augen nach ihr offen halten. Wir haben drei Garden, die fast überall auf der Welt präsent sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir sie finden", meinte Quistis einfühlsamer, als Squall es von ihr gewohnt war.
"Hey, Squall, willst du nicht heute Abend bei uns bleiben. Es steigt bei uns ne richtige Fete..."
"Danke, Xell, aber ich glaube, ich verzichte. Ich denke, ich werde nach Hause gehen. Vielleicht ist sie inzwischen wieder da..."
Squall verabschiedete sich von allen und ging dann relativ schnell. Was er dabei nicht bemerkte, war, dass Niida ihm beim Gehen einen sehr intensiven Blick zuwarf...

Das übliche Rauschen des Meeres und die warme Abendluft von Balamb erwarteten Squall, als er nach Hause kam... allerdings auch jemand anderes...
Er war gerade durch die Haustür... als er etwas Spitzes im Nacken spürte... eine Schwertspitze. Sämtliche Muskeln spannten sich sofort an... Er fing sofort an zu schwitzen... Er wusste sofort, was dies für ein Schwert war... Es war eine Gunblade...
"So nervös wegen einem kleinen Schwert..."
Obwohl die Person im Schatten stand, erkannte Squall sofort die Stimme.
"Cifer... was machst du hier...?"
Squall wurde unruhig. Cifer war ebenfalls im Waisenhaus aufgewachsen und war mit Squall zusammen im Balamb Garden gewesen. Er hatte es nie zum SEED geschafft und sich den Hexen angeschlossen. Sein Leben lang wurde Squall von Cifer gedemütigt. Bei einem Schwertkampf hatten sie sich gegenseitig Narben auf dem Gesicht zugefügt und der grausame Höhepunkt ihrer Beziehung war , als Cifer Squall im Auftrag der Hexen gefoltert hatte. Das letzte Mal, als die beiden sich begegnet waren, wollte Cifer noch Artemisia, der Hexe aus der Zukunft, bei einer Zeitkomprimierung helfen... Und keine von diesen Dingen sind angenehme Erinnerungen.
"Ich bräuchte nur einmal zustoßen und du würdest endlich sterben. Und dann hätte ich endlich das Ziel erreicht, wofür ich lange Zeit meines Lebens gekämpft habe...", kam Cifers Stimme aus dem Schatten.
Squall gab sich alle Mühe seine aufsteigende Angst zu bekämpfen. In seinen SEED Tagen hätte ihm so eine Situation nicht viel ausgemacht, doch die waren schon lange vorbei.
"Und warum tust du's nicht?", fragte er gepresst zurück.
"Vielleicht habe ich ja meine Prioritäten geändert..."
Squalls Muskeln entspannten sich ein wenig, bis er merkte, wie der Druck der Spitze auf seiner Haut sich erhöhte.
"Vielleicht aber auch nicht", tönte Cifers Stimme als rede er über das Wetter.
Squalls Herz klopfte... sein Mund war trocken... seine Beine zitterten... Das Stechen in seinem Genick wurde immer größer. Gleich würde die Klinge in sein Genick eindringen. Doch ohne Vorwarnung ließ der Druck plötzlich nach. Cifer hatte die Klinge weggenommen.
"Du bist schwach geworden, Squall. Ganz zu schweigen wie du aussiehst..."
Cifer trat ins Licht und Squall sah ihn zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder.
Er war kaum wieder zu erkennen. Cifer hatte lange ungepflegte Haare und einen ebenso ungepflegten Bart. Sein Mantel war zerrissen und schmutzig.
Squall sammelte sich ein wenig.
"Das sagt der Richtige! Wie siehst du überhaupt aus?"
"Wie man aussieht, wenn man die letzten fünf Jahre in der Wildnis verbracht hat, um seinen Kampfstil zu perfektionieren."
Cifer ließ sich gemütlich auf einem sehr schicken 5.000 Gil Sofa nieder.
"Und was willst du hier?"
"Rinoa ist weg... und ich brauch dich, um sie zu suchen!"
"Moment mal, woher weißt du das?"
"Meine Freunde Rai-Jin und Fu-Jin haben sie im Auge behalten."
"Du hast mich überwacht?"
"Nicht dich! Sie! Musste doch schau'n, ob es ihr gut geht."
"Was interessiert dich Rinoas Leben?"
"Hör mal gut zu, Squall. Ich kenne sie bereits ein wenig länger als du. Sie ist eine gute Freundin von mir und da werd ich mir wohl Sorgen machen dürfen, wenn sie eines Nachts spurlos verschwindet."
"Und warum kommst du zu mir?"
"Ich mag sie vielleicht länger kennen, aber ich glaube doch, dass du sie besser kennst. Ich werde dich brauchen, um sie zu finden", antwortete Cifer etwas zögernd.
"Wie kommst du darauf, dass ich mit dir mitgehe?", erwiderte Squall.
"Weil ich weiß, dass sie nicht von alleine wiederkommen wird. Zumindest nicht, solange du in deinem Eigenheim sitzt. Und ich weiß, dass du den gleichen Gedanken hast. Und du weißt, dass du mich brauchst, wenn du sie finden willst. Wie lange würdest du in deinem jetzigen Zustand wohl ohne mich auskommen? Du würdest vom erstbesten Vieh erledigt werden. Und das ist weder in meinem noch in deinem Interesse."
Squall musste sich eingestehen, dass Cifer Recht hatte. Aber mit dem Mann, der ihn gefoltert hatte, der sein Feind gewesen war, seit er denken konnte, nach Rinoa suchen....
Cifer unterbrach seinen Gedankengang: "Hol schon mal dein Schwert. Wo ist hier das Badezimmer? Ich muss mich ein wenig gesellschaftsfähig machen!"

Man konnte sofort sehen, dass der Koffer mit Squalls Waffe, ebenfalls einer Gunblade, bereits länger nicht mehr geöffnet worden war. Staub hatte sich festgesetzt. Als er den Koffer aufschnappen ließ und seine alte Waffe zum Vorschein kam, überfielen ihn zum wiederholten Male an diesem Tage Erinnerungen an die Vergangenheit. Die Gunblade, eine Mischung aus Revolver und Schwert wog eindeutig schwerer in seinen Händen als noch vor fünf Jahren.
"Na? Fertig?"
Cifer stand neben der Tür. Squall war immer wieder überrascht, was ein einstündiger Aufenthalt im Badezimmer alles bewirken kann. Cifer sah so aus, wie Squall ihn in Erinnerung hatte. Blondes nach hinten gekämmtes Haar, stahlblaue Augen und wie Squall eine Narbe auf der Stirn, ein Relikt eines alten Schwertkampfes, den die beiden in ihrer Schulzeit geführt hatten.
"Ich denke, wir fangen in Esthar an", schlug Squall vor.
"Wieso in Esthar?"
"In Esthar lebt Ellione, die auch über Hexenkräfte verfügt. Sie kann uns vielleicht weiterhelfen."
Ein seltsamer Ausdruck huschte über Cifers Gesicht. Vermutlich wurde ihm gerade erst wieder ins Gedächtnis gerufen, dass auch Rinoa eine Hexe war, dachte Squall.
"Ich denke, wir können den Zug nehmen. Es gibt eine neue Zugverbindung von hier bis direkt nach Esthar", fuhr Squall fort.
"Zug?"
"Hör zu, ich weiß, du willst dich austoben, aber ich für meinen Teil will Rinoa so schnell wie möglich finden! Und wie du schon gesagt hast, du brauchst mich. Wir nehmen den Zug! Der fährt direkt über eine Riesenbrücke übers Meer durch die Salzfelder nach Esthar und ist nebenbei die schnellste und sicherste Methode nach Esthar zu kommen."
Cifer sah so aus, als wollte er etwas erwidern, schwieg dann aber.

Es gelang den beiden tatsächlich, noch Fahrkarten für den Abendzug zu bekommen, sodass sie Balamb noch an diesem Abend verließen. Und für Squall begann seine zweite große Reise.

Dank Bestechung und Todesdrohungen hatten die beiden auch noch ein eigenes Abteil bekommen. Sowohl Squall als auch Cifer legten sich ziemlich schnell schlafen. Cifer tönte zwar am Anfang noch rum, dass er hellwach sei, allerdings konnte er dann dem warmen Bett ebenfalls nicht widerstehen.
Squall lag noch lange wach. Er dachte über die Ereignisse des letzten Tages nach... Irgendwas war im Gange... mehr Monster... Rinoa fort... Was machte der Mond?... Liebe...Hexen...Sehnsucht...

Irgendwas passierte... es war unruhig... unruhige Atmosphäre... Die Leute hatten Angst.
"Was ist los?", fragte Squall.
Der Zug hatte angehalten. Er sah aus dem Fenster. Draußen erkannte er im Dunkeln die Salzebene von Esthar. Sie mussten kurz vor der Stadt sein.
Es war dunkel. Der Strom im Zug war wohl ausgefallen.
Er konnte Cifers Umrisse an der Tür erkennen.
"Ich weiß es nicht. Irgendwas ist da vorne los."
"Was denn?"
"Finden wir's raus!"
Squall schnappte sich seine Waffe und ging auf den Gang. In der Ferne hörte er Unruhe...
"Es kommt von der Lok!", stellte er fest.
Cifer und Squall gingen den dunklen Gang entlang. Überall trafen sie Menschen, die unruhig miteinander tuschelten. Eine Mutter versuchte, ihr Kind zu beruhigen. Auf einmal stoppte Cifer.
"Was ist los?", fragte Squall.
"Die scheiß Tür klemmt!"
Sie waren an einer Verbindungsschleuse zum nächsten Waggon angelangt. Durch den Stromausfall funktionierten die Schleusen nicht mehr.
"Steigen wir aus!", meinte Cifer ungeduldig und betätigte den Schalter, der den Notausgang freigab. Ohne sich noch einmal umzublicken, verließ er den Zug. Squall sprang ihm hinterher.

Auf der Salzebene war es wie immer kühl und windig. Aber zumindest hatten sie nun eine bessere Übersicht. Von der Lok her konnten sie Schüsse hören. Sie rannten in Richtung Lok.
Die Schüsse wurden lauter... Kurz bevor sie die Lok erreicht hatten, kamen ihnen ein paar Bahnbeamte entgegen. Sie waren fast da... Nur noch um die Ecke...
Im Schein der Lampen der Lok (die anscheinend Notstrom hatte) sahen sie ein gigantisches Monster... einen Behemoth. Esthar Soldaten versuchten, ihn mit ihren Waffen in Schach zu halten.
"Das schaffen die doch niemals!", knurrte Cifer und brüllte dem Drachen zu: "Hierher du Arsch, hier sind wir!"
Das riesige Monster reagierte sofort; sehr zur Freude Cifers und zum Unbehagen Squalls. Er hatte damit gerechnet, dass seine ersten Kämpfe gegen kleinere Monster stattfinden würden... aber gegen einen Behemoth...?
"Ok, ich werde ihn von vorne ablenken. Du springst dann auf seinen Rücken und erledigst ihn, klaro?", rief Cifer ihm zu und stürmte sofort los, bevor Squall etwas sagen konnte.
Der Behemoth schnappte sofort nach ihm, doch Cifer gelang es geschickt auszuweichen. Squall sah sofort, dass Cifer viel stärker geworden war. Er selbst wartete auf eine Gelegenheit, auf den Rücken des Behemoths zu springen. Der riesige Drache war in Rage. Die Esthar Soldaten, Cifer, das war zuviel für ihn. Er brüllte so laut, dass Squall die Ohren wehtaten und stampfte wütend auf und ab.
Das Monster rannte auf Cifer zu und schnappte nach ihm. Cifer hielt seine Gunblade horizontal vor seinen Körper und rammte das Schwert in das Maul. Speichel tropfte ihm aus den Arm.
"Erledige es endlich oder willst du sehen wie ich abkratze!", brüllte Cifer Squall zu.
Squall rannte auf das Monster zu und sprang, gerade als Cifer einen Schritt zurückgedrängt wurde. Squall konnte gerade noch den Schwanz erwischen und wurde jetzt vom Behemoth hinterher geschleift. Er fühlte das Salz sogar durch seine Kleidung hindurch. Er versuchte, irgendeinen Halt zu fassen... jetzt ein paar Haare. Das Tier schrie vor Wut auf.
Squall war auf dem Rücken. Er konnte die Muskeln des Tieres spüren. Jeder davon war in Bewegung und jeder wollte den neuen Reiter des Tieres abwerfen.
"Nein! Du verdammte Missgeburt! Hierher!"
Cifer lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Squall kämpfte sich zum Kopf des Tieres vor. Er konnte die Wut des Tieres fast fühlen, der Hass auf die Menschen, der Hass auf alles Lebende... Wie kann ein Monster nur so viel Hass verspüren?
Der Behemoth unterbrach seinen Gedankengang. Wenn er herabfallen würde, wäre Squall erledigt. Squall hatte endlich den Hals erreicht. Er schlang seine Arme um den Hals und versuchte es zu würgen.
"Du sollst nicht mit dem Vieh schmusen, du sollst es umbringen!", schrie ihm Cifer entgegen.
Squall zog seine Gunblade. Ja, sie war wirklich schwerer als sonst. Er legte sein ganzes Gewicht in die Klinge, stieß sie in den Nacken des Tieres und durchbohrte sein Genick!
Der gewaltige Drachen brüllte auf. Seine Muskeln erschlafften und zuckten wieder auf, als sich das Tier in Todesqualen wand.
Das Tier gab einen qualvollen Schmerzensschrei von sich.
Squall spürte, wie ihn Cifer vom Rücken des Monsters herunterzog. Mit einem Ruck zog er die Gunblade aus dem Genick des Behemoths und warf sie Squall hinterher.
Squall sah, wie sich Cifer zum Monster herunterbeugte und ihm den Kopf streichelte.
Dann hob er sein eigenes Schwert und enthauptete den Behemoth sauber und verkürzte somit seine Todesqual.

"Meine Güte, vielen Dank Ihnen beiden. Ich weiß gar nicht, was passiert wäre, wenn Sie beide nicht dabei gewesen wären."
Dem Bahnangestellten stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.
"Schon gut, schon gut, wie lange werden die Reparaturen dauern?", wollte Cifer wissen.
"So um die drei Stunden vielleicht."
"Dann sind wir ja zu Fuß schneller!"
Cifer kam zu Squall, der sich noch von dem Kampf erholte. Squall fühlte, wie ihm alle Muskeln wehtaten.
"Wir gehen zu Fuß!", meinte Cifer herrisch.
"Ach ja, tun wir das?", meinte Squall, etwas schwächer als gewollt.
"Alles in Ordnung mit dir?", fragte ihn Cifer.
Squall meinte im schwachen Licht etwas wie Besorgnis auf Cifers Gesicht zu erkennen. Doch im nächsten Moment war er sich bereits sicher, sich geirrt zu haben.
"Ja ja, mir geht's gut."
Das mit dem Behemoth machte ihn immer noch misstrauisch. Es war zwar ein wildes Monster... aber Züge angreifen.
Cifer schien seine Gedanken gelesen zu haben.
"Ein Behemoth ist ein stolzes Tier. Er greift nur Menschen an, wenn er hungrig ist oder sein Revier verteidigt. Er greift nicht einfach Züge an. Irgendwas hat ihn gelenkt.
Es tut mir in der Seele weh, dass wir ein solch stolzes Tier einfach töten mussten", sagte Cifer düster.
"Du verstehst dich ja ziemlich gut mit Monstern", entgegnete Squall.
"Bin doch selbst eins", brummte Cifer zurück und ließ Squall vor der Lok stehen, der sich fragte, wieviel Humor und wieviel Ernst in Cifers letztem Satz lagen.

Squall und Cifer waren bereits ein Stück durch die Salzebene gegangen, als Squall beschloss, das Thema wieder aufzunehmen.
"Xell hatte so was erwähnt, dass die Monster in letzter Zeit aggressiver werden."
"Der Hasenfuß? Der hat doch vor der Fliege an der Wand Angst."
"Ich meine es ernst. Irgendwas passiert hier. Rinoa verschwindet. Ein Behemoth greift einen Zug an. Da ist was im Gange und ich will wissen was."
"Eindeutig. Ich habe nur das dumme Gefühl, dass das nicht in der Statistik der ach so tollen SEEDs auftauchen wird. Und schon gar nicht, wenn dieser Volltrottel diese Hampelmänner leitet. Mein Mantel ist intelligenter als der Typ!", knurrte Cifer.
Gegen seinen Willen musste Squall lächeln und hoffte, dass es Cifer in der Dunkelheit nicht gesehen hatte.
"Wir sollten für heute Schluss machen. Wir stehen kurz vor Esthar und sollten morgen doch einen halbwegs gepflegten Eindruck machen, oder? Ich übernehm die erste Wache."
Obwohl Salz als Bett herhalten musste, schlief Squall erstaunlich schnell ein.

Liebe...Hexen...Zeitkompression... Diese Worte schwirrten in seinem Kopf herum. Er wusste, was sie bedeuteten, dennoch wusste er nicht, warum er gerade jetzt an sie denken musste. Er hatte die Augen geschlossen. Nicht weil er Angst hatte, sondern weil es so friedlich war. Er hörte nichts, er fühlte nichts.
Fühlte er wirklich nichts? Doch, er fühlte etwas... Gras... Gras unter seinen Füßen. Und er hörte etwas... Das Heulen eines Windes. Merkwürdig, es war gar nicht windig...
Das Windgeräusch trug vieles... Flüstern...Sprechen...Schreie... Die Geschichte...
Er öffnete die Augen. Er sah, dass er sich auf einer Art Insel befand. Einer Insel im Nichts. Er war schon einmal hier gewesen... aber nicht genau hier... hier war irgendetwas anders.
Und dann... sah er sie. Sie stand ihm gegenüber und sah ihn an. Ihr Gesicht war friedlich. Sie hieß Rinoa. Ihre Hand lag auf ihrem Bauch. Er versuchte, sie zu fragen, warum sie das tat, doch er kannte ihre Sprache nicht. Eine Sekunde verging oder war es ein Jahr?... Spielte das eine Rolle? Auf einmal ebbte das Windgeräusch ab. Es herrschte vollkommene Stille. Und dann brach die Insel auseinander. Sie war nicht auf seiner Hälfte. Er versuchte ihren Namen zu brüllen, doch sie lächelte ihn nur an. Ihre Hand lag auf ihrem Bauch... auf ihrem Bauch... und dann wusste er es......... und versank in Dunkelheit.


Squall schreckte hoch.
"Das trifft sich ja gut, deine Wache hätte gerade angefangen", meinte Cifer mit einem sarkastischen Lächeln. Und ohne ein weiteres Wort zu sagen, legte er sich hin. Squall war ziemlich froh darüber, denn er sah sich nicht in der Lage, nun ein Gespräch zu führen.
Denn er hatte etwas erfahren. Obwohl er es nur geträumt hatte, wusste er es, als ob man es ihm gesagt hatte. Rinoa war schwanger! Sie war schwanger und hatte es ihm nicht gesagt!
Und selbst Stunden später, als die Sonne aufging und man in der Ferne die Skyline von Esthar erkennen konnte, wusste Squall nicht, wie er diese neue Tatsache mit den Geschehnissen der letzten Tage verbinden sollte.

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