Anders als man denkt

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Harry Potter Regulus Arcturus Black Severus Snape
03.05.2009
08.08.2009
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Schüler!

Mit finsterem Blick geisterte Severus durch die Gänge. Er hatte, wie immer, das Gefühl, der Einzige zu sein, den es überhaupt kümmerte, ob Regeln eingehalten wurden oder nicht. Er wusste von Kollegen, dass sie nur zu gern auf die abendlichen Runden verzichteten oder sie abkürzten. Auch Minerva. Sie fühle sich zu alt um abends das gesamte Schloss abzuklappern, das ja ach so sicher sein sollte!

Von wegen! Das war der schlechteste Witz, den Severus je gehört hatte! Sicher! Im dritten Stock verschwanden immer wieder irgendwelche Dummköpfe, die dachten, dass es ja ach so unsinnig sei, auf Regeln zu hören. Nicht zu vergessen, dass der Lord es praktisch jedes Jahr geschafft hatte, sich in die Schule zu schleichen! Wäre er wirklich so schlecht, wie immer alle sagten, hätte er schon alle, die hier lebten, schlicht umbringen können. Aber all diese Idioten hier waren so dumm, so unwissend über das, was um sie herum stattfand, dass er jedes Mal in Versuchung geriet, seinen Kopf gegen eine Säule zu schlagen.

Oh, und dann waren da noch all die dummen, knutschenden Schüler, die nicht begriffen, dass es in der magischen Welt einen guten Grund gab, keinen Sex zu haben, wenn man sich nicht sicher war, den Rest seines Lebens mit der betreffenden Person zu verbringen! Gerade, wenn man noch so jung war! Ein totgeschwiegenes Thema waren nämlich unter Anderem diverse Schülerschwangerschaften jedes Jahr. Aber wem fiel es schon auf, wenn einer mehr oder weniger da war? Da wurde einfach etwas mit Gedächtnissen gespielt und dann war alles wieder gut! Sein einziges Glück war schlicht, dass er aufgrund seiner Abstammung immun gegen solcherlei Zauber war und somit Buch über all diese Dinge führen konnte.

Oder über all die anderen Unregelmäßigkeiten, die um ihn herum geschahen. Er war ein sehr guter Beobachter. Dinge, die einfach nicht stimmten, wenn man über sie nachdachte und die einen an seinem Verstand auch durchaus zweifeln lassen konnten. Es geschah immer so viel, doch Niemand schien es zu merken.

Sie alle dachten, alles sei in bester Ordnung, die Schule sei sicher und der Direktor ein Heiliger!  

Pah! Das Severus nicht lachte! Ein Heiliger! Ganz ehrlich, Tom war nicht so dumm, so engstirnig und so brutal. Natürlich sah auch er die Notwendigkeit, zu töten, doch er tat es schnell, sauber und möglichst schmerzlos, außer man hatte ihm wirklich vors Bein gepisst. Er folterte Leute nicht erst blutig oder ließ sie vorher bewusst unschuldig dreizehn Jahre in Azkaban verrotten und anschließend auf der Flucht leben, bevor er ihnen die Hoffnung zerschlug, indem er sie umbringen ließ. Er spielte nicht so mit den Gefühlen anderer und vieles, was man ihm unterstellte, hatte er nie getan. Generell hatte er erst mit den brutalen Methoden begonnen, lange, nachdem die ersten Überfälle mit grausam Gefolterten in seinem Namen geschehen waren.

Und doch schaffte Dumbledore es immer wieder, sich selbst als den Helden hinzustellen, der nur versuchte, diese Gräuel zu unterbinden. Dabei ordnete er sie an, rekrutierte hier neue Mörder, bildete sie brutal und hart aus. Bis sie keinen Funken Menschlichkeit mehr in sich bargen. Bei Bella zum Beispiel hatte er es versucht und das einst so liebevolle, kleine Mädchen in eine ernsthaft gestörte Frau verwandelt, die zwar noch etwas von ihrem ursprünglichen Charakter besaß, aber nur zu oft brachen psychische Störungen aus, wobei Azkaban dem Ganzen auch nicht förderlich gewesen war.

Severus wusste all das nur zu gut, er war das Opfer eines dieser Rekruten gewesen. James Potter, Dumbledores Musterschüler. Er war dessen bevorzugtes Opfer gewesen und Nichts und Niemand hätte das je ändern können. Dass er dass überlebt hatte, hatte er auch nur dem Werwolf zu verdanken, auch, wenn nicht mal der es mehr wusste. Lupin, der schwerer zu beeinflussen gewesen war, aufgrund seines Zustandes, war immer wieder dazwischen gegangen, hatte die anderen Beiden ausgebremst und selbst Black hatte Potter manchmal Grenzen gezeigt, da der nicht hatte töten wollen. Er war auch nie in Dumbledores Programm gewesen, da der Idiot ihm nie wirklich vertraut hatte, wegen des Restes seiner Familie. Er hatte Black nur gegen die Seinen aufgebracht, indem er vor diesem mal wieder den Großvater hatte raushängen lassen, aber vertraut hatte er Diesem nie.

Automatisch strich Severus sich über seinen Oberarm, wo seine schwerste Verletzung aus der Schulzeit sich verbarg. Dieser Irre, Potter, hatte ihm um ein Haar den Arm vom Körper abgetrennt, mit einer Säge, während zwei Andere ihn auf dem Boden gehalten hatten. Erst, als Black und Lupin gekommen waren, hatte er flüchten können. Alles Dinge, an welche die Beiden sich nicht mehr erinnern konnten.

Allerdings schien Black in seiner Zeit auf der Flucht aufgewacht zu sein. Manchmal machte Azkaban immun gegen Geistmagie. Vielleicht waren auch ihm endlich einige Dinge aufgefallen und das hatte zweifellos dazu geführt, dass er beseitigt werden musste. Warum sein Tod in einem fingierten Überfall?

Tom, der gutmütige Tropf, hatte noch versucht, Potter Junior zu warnen, doch das endete in einer Katastrophe. Einer Katastrophe, die fast Lucius’ Leben gekostet hatte. Es hatte Einiges gebraucht, um den Blonden aus Azkaban zu halten, denn natürlich war er ein Todesser und anwesend gewesen. Aber nicht nur der Alte war ein Geistmagier, Tom war ihm ebenbürtig und da Dumbledore sich nicht selbst hatte verraten wollen, was er persönlich sehr schade fand, hatte er nichts gegen die Entlassung seines besten Freundes tun können. Allerdings hatte Lucius jetzt ständig irgendwelche Mörder an der Backe, die ihn langsam wirklich nervten.

Ein Grund, weswegen er sich aus England zurückgezogen hatte. Mit seinem Geld und seinem Sohn, der nun in Durmstrang untergebracht war. Sehr zu Dumbledores Frust, der nun noch nicht mal mehr ein Druckmittel gegen die Malfoys hatte. Und das Vermögen dieser alten Familie nicht pfänden und für sich beanspruchen konnte, wie er es schon zuvor mit so vielen Anderen getan hatte. Stattdessen war dieses Thema für den Mann nur eines gewesen: ein purer Reinfall.

Er selbst wollte auch nicht  mehr lange spionieren, es hatte einfach keinen Sinn. Er hatte all die Unregelmäßigkeiten verzeichnet, viele Dinge herausgefunden, in Denkarien abgespeichert und Tom überlassen. Mehr konnte er nicht mehr tun und langsam wurde der Alte unerträglich. Er mochte ja Übung darin haben, gefoltert zu werden, aber er mochte nicht mehr. Bei jeder Sitzung mit dem Alten bekam er Irgendwas ab und  auch, wenn Alle behaupteten, es wäre Tom, der sich den Saum der Robe küssen ließ, es stimmte nicht. Es war der Alte, der das verlangte.

Das Einzige, was Severus noch hier hielt, war die Sicherheit der Schüler. Er hasste keine Kinder, das war nur ein Gerücht. Und er hatte viel getan, um wenigstens die Slytherins vor diesen Manipulationen zu schützen, aber er wusste, dass er das nicht mehr lang tun konnte. Aber viele derer, die auf Toms Seite waren, hatten ihre Kinder ohnehin schon aus der Schule entfernt, so, dass hier verdammt viele Golems herum turnten, die zerfallen würden, sobald der erste Folterzauber fiel. Was sicherlich weitere Tobsuchtsanfälle bei dem Alten auslösen würde. Im Grunde waren nur noch die Schüler hier, die lieber in anderen Häusern gewesen wären, Muggelgeborene, die automatisch sehr stark dem Einfluss des Alten ausgesetzt waren und Halbblüter, die nicht richtig erzogen wurden.

Severus konnte sie nicht mehr lange schützen, denn nun wurde es auch Zeit, sein eigenes Leben zu bewahren. Er war sich nicht mehr sicher, ob der Alte aufhören würde, wenn er das nächste Mal auf dem Boden lag. Das Einzige, was ihn bisher immer gerettet hatte, war, dass er der beste Tränkemeister weit und breit war. Aber er wusste, der Alte wollte, dass Granger ihn bald ablösen würde.

Das Mädchen hatte durchaus Talent, was es für ihn gefährlich machte. Und auch, wenn sie von Natur aus eher misstrauisch war, konnte sie sich gegen die Geistmagie des Alten nicht wehren. Sie würde fallen, so, wie viele Schüler es vor ihr getan hatten und sie würde vermutlich all ihre Freunde verraten und sich umbringen, wenn sie erfahren würde, was man ihr schon alles angetan hatte und was sie vergessen hatte.

Auf ein Mal sah Severus auf. Hastige Schritte. Schon wieder Leute, die nicht in ihren Schlafsälen waren! Er lief los: „Dean Thomas, Seamus Finnigan, Lavender Brown, Cho Chang! Dreißig Punkte Abzug pro Kopf! Sehen Sie zu, dass Sie in Ihre Schlafsäle zurück kommen! Aber etwas plötzlcih1 Und drei Wochen Strafarbeit mit Filch! Für Jeden von Ihnen!“

Der Tränkemeister sah die empörten Gesichter, doch Niemand wagte es, ihm zu widersprechen. Sie würden sich sicher beim Alten beschweren, aber der würde ihnen nicht helfen, weil sie sich von ihm, der schmierigen Fledermaus, hatten erwischen lassen. Er wusste, sie waren einige der neuen Mitglieder von Dumbledores Armee, er hatte gesehen, wie diese Kinder gebrochen und geformt worden waren, doch er hatte keinen Einfluss nehmen können und Minerva würde ihm ohnehin nicht glauben, sie war selbst nicht minder kaputt und wurde auch benutzt.

Allerdings – was hatten diese Schüler hier zu suchen gehabt? So nahe am Slytherinterritorium? Das kam ihm mehr als komisch vor. Mutproben hier unten gab es nicht, er hatte einen Deal mit Peeves, der schon so viele Schüler nach St. Mungos befördert hatte, dass Dumbledore Mutproben hier unten schlicht untersagt hatte, da diese seine Armee viel zu stark reduzierten.

Nach kurzer Überlegung und obwohl er eigentlich keine Lust hatte, ging er in die Richtung aus der er die Schüler hatte kommen hören. Nur um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung war. Der Flur mit den wenigen Schulzimmern in den Kerkern des Schlosses. Noch eine Überraschung. Was bitte hatten die Alle hier gewollt? Hier war doch Nichts! Außer... Nein! Hatten die etwa sein Tränkekabinett durchwühlt?! Hastig riss er es auf – und konnte aufatmen. Nichts. Hier waren sie nicht gewesen. Das war doch schon mal beruhigend. Vielleicht doch nur eine dumme Mutprobe.

Severus wandte sich zu seinem Klassenzimmer um, um die Abkürzung zu seinem Quartier zu nehmen, als ein Geräusch ihn herum fahren ließ. Das Klappern eines Eimers, nahm er an. Hier in der Nähe war ein Schrank mit Putzutensilien. Hatte Peeves etwa ein neues Spielzeug gefunden? Wohl kaum, das war unter seiner Würde, wie er selbst es immer ausdrückte.

Also, doch noch mal nachsehen. Hatte er wohl gedacht, er käme vor Mitternacht ins Bett? An einem Tag, wo er Runden drehen musste? Wohl kaum. Also ging er zu dem Putzschrank, aus dem wieder ein Geräusch tönte. Nun klang es aber eher wie der Klagelaut eines Tieres. Toll, hatten die schon wieder Filchs Katze eingeschlossen? Was konnte denn das arme Ding dafür, dass es hässlich war?!

Rasch öffnete er den Schrank, um sie heraus zu lassen – und stockte. Da saß keine Katze, oder ein anderes Tier. Im Schrank, eng ums ich selbst zusammen gewickelt und irgendwas Weißes im Arm haltend, ein Schüler, einer, der ihm nur zu bekannt war. Mit wüst abstehenden, schwarzen Haaren. „Potter!“

Doch der Junge reagierte nicht, wie er es gedacht hatte, er zuckte zusammen, riss eine Hand hoch, während die Andere Irgendwas festhielt, wie, um sich selbst zu schützen. Und sollte er erwähnen, dass die Kleidung an selbigem Arm vollkommen zerfetzt war und das weiße Hemd blutig verfärbt?
„Nicht! Bitte, bitte... bitte. Nicht, Onkel Vernon, ich... ich bin brav, ganz brav...!“

Na toll! Der Junge war vollkommen verstört. Er streckte seine Hand aus, um ihn aus dem Schrank zu zerren, doch sofort zuckte Harry zurück, drückte sich enger an die Schrankwand, rollte sich um sein Bündel zusammen und bettelte weiter, warum, weswegen und um was wusste er nicht. Severus rieb sich seine Stirn. Wenn er den Bengel raus heben würde, würde er vermutlich das Schreien beginnen, aber hier drin bleiben konnte er wohl auch nicht. Also tat er etwas, was er nicht gern tat. Er zog seinen Zauberstab und sprach einen leichten Schlafzauber. Dann wartete er, bis der Junge in sich zusammen sackte, bevor er sich herabbeugte und den Teenager hochhob.

Er überlegte, ihn zu Poppy zu bringen, entschied sich aber dann dagegen. Die Krankenschwester stand stark unter dem Einfluss des Alten und dieser Zwischenfall würde nur wieder verschwiegen werden, so wie schon so viele Andere, die seine heiligen Gryffindors betroffen hatten. Und auch er war ein Heiler, also konnte er sich die Verletzungen am Arm auch ansehen. Außerdem war sein Quartier einfach näher. Also brachte er den Jungen dort hin, legte ihn auf sein Sofa.

Nun sah er auch, was der Junge so festklammerte und um es einfach auszudrücken, ihm war schlecht. Ein Kadaver. Der von seiner Eule. Ein Flügel war ihr ausgerissen worden und ein Bein. Selbst jetzt ließ er das tote Tier nicht los. Sanft löste Severus die starren Finger des Jungen von dem Tier, das dieser über Alles geliebt hatte und legte es in eine leere Schachtel, die er sich aus einem Blatt Papier verwandelte. Er wollte das Tier nachher noch genauer untersuchen, nicht fassen könnend, wie man so grausam sein konnte, denn dass Potter das nicht getan hatte, war ihm vollkommen klar. Selbst in dem Zustand, in dem er diesen gefunden hatte, hatte er noch versucht, das tote Tier zu verteidigen und bei sich zu behalten.

Als der Kadaver aus dem Weg war, beugte Severus sich wieder über den Jungen. Den Sohn seines Erzrivalen aus seiner eigenen Schulzeit. Doch er konnte es nicht über sich bringen, ihm nicht zu helfen, wie er da lag, eng in sich zusammen gerollt und trotz des Schlafes vor sich hin weinend. Die Uniform war nun, wo Severus sie besser sehen konnte, vollkommen zerfleddert und zerfetzt.
Vorsichtig schob er sei etwas auseinander – und runzelte die Stirn. Er konnte nichts sehen, gar nichts. Doch als er über etwas von der scheinbar unverletzten Haut strich, war seine Hand blutrot. Zauber.

Zauber, die verhinderten, dass man sah, was darunter lag. Und es waren Verletzungen. Ernste, der Menge des Blutes nach zu schließen. Kurz schloss Severus die Augen. Er hatte gewusst, dass es um Potter herum Unregelmäßigkeiten gab und mehr als einmal war er sogar zu dem Schluss gekommen, dass es sich dabei um Misshandlungen handeln konnte, doch er hatte nie etwas gesehen und es als Dummheit abgetan. Der Bengel wurde immerhin als Held gehalten und war Dumbledores Vorzeigepüppchen. Warum ihn also schlagen? Doch es sah so aus, als wäre er falsch gelegen.

Was sollte er tun?!

Offensichtlich ließ Dumbledore zu, dass seine Leute den Jungen quälten. Und wie oft hatte er das Kind in einen inszenierten Kampf geschickt, wohl wissend, dass es dabei sterben könnte, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken? War er wirklich so blind gewesen?

Offensichtlich.

Er, Severus, der extra Ausbildungen gemacht hatte, um misshandelten Kindern helfen zu können, hatte einen schweren Fall davon einfach übersehen, geblendet von der Vergangenheit und seiner immer wieder sinnlos aufflammenden Abneigung, weil er ein Kind mit seinem Vater verglich. Dabei... wenn er es genau bedachte, hatte Potter wenig von James Potter. Im Gegenteil. Im Unterricht versuchte der Junge sogar, aufzupassen und Schwächeren zu helfen. Er schrie nicht laut herum, ihm war auch nicht zu Ohren gekommen, dass er Irgendwen quälte. Und sein Gestreite mit Draco hatte immer auf Gegenseitigkeit beruht und war meist von seinem Patensohn initiiert worden.

Lange sah Severus auf den Jungen, der viel kleiner war, als Draco und Andere in seinem Alter. Auch, als einige Mädchen. Er lag da, vor sich hin weinend, die Arme fest um sich selbst geschlungen und... heiß. Er fieberte. Was sollte er tun?! Er konnte die Wunden nicht sehen und ein einfaches Finite tat es da nicht! Er brauchte Jemanden mit mehr magischen Kräften! Oder mehrere Personen, denen er wirklich rückhaltlos vertrauen konnte!

Langsam wandte Severus sich um, sah in dem spartanisch eingerichteten Raum herum, schloss die Augen, öffnete sie wieder und bewegte seinen Zauberstab. Der Teppich bewegte sich, gab eine Falltür im Boden frei, aus der einige Dinge kamen, die sich in seinen Koffer legten. Zusammen mit seiner Kleidung, die aus dem Schlafzimmer geflogen kam. Einige wenige wirklich kostbare Bücher schlossen sich dieser Bewegung an, ein paar Tränke, teure Zutaten, die er sich selbst gekauft hatte.

Schon seit dem Beginn des sechsten Schuljahres wusste er, dass er gehen musste. Bald. Wenn er selbst noch überleben wollte. Und er hatte nicht vor, sich umbringen zu lassen. Und diese Gelegenheit war so gut wie jede Andere. Potter hatte sich nicht selbst in den Putzschrank gesperrt. Er hatte sich blenden lassen, von alten Gefühlen und so ein Kind übersehen, dass dringend Hilfe brauchte. Er hatte vor, diesen Fehler zu korrigieren. Er musste Potter an einen Ort bringen, wo er sich um diesen kümmern konnte und dann rausfinden, was geschehen war. Nach einigen Überlegungen legte er auch über den Kadaver der Schneeeule einen Stasiszauber, schloss den Karton und legte ihn in den Koffer. Dann zog er die Kette unter dem engen, hohen Kragen seiner Robe hervor. An ihr hing ein Anhänger. Er hatte ihn schon seit Jahren und noch nie gebraucht, immer gehofft, dass er nie zum Einsatz kommen würde. Nun würde er es tun und damit tun, was Alle ihm schon seit Jahren rieten: er würde gehen, um sich ganz auf den Kampf gegen den Alten konzentrieren zu können.

Natürlich hatte Severus ein schlechtes Gewissen, all die Schüler sich selbst zu überlassen. Er wusste, Slytherin würde seine Einheit verlieren und von den Anderen drangsaliert worden, da sie auch keinen Anführer mehr hatten, seit Draco weg war, doch er konnte nun mal nicht alle retten. Er musste aus dem Verborgenen kämpfen. Davon würden alle mehr haben. Ein letztes Mal sah er sich in den so vertrauten und unbequemen Quartieren um. Nicht mal hier hatte Dumbledore ihn vergessen lassen, dass er für diesen nicht mehr war, als ein Sklave.

Dann schrumpfte er seinen Koffer, steckte ihn in die Tasche und hob den fiebrig heißen, weinenden Jungen wieder auf seine Arme, sprach das Passwort und fühlte, wie er aus diesem verfluchten Ort gezogen wurde.

Die Reise dauerte verhältnismäßig lange, doch dann landete er elegant in einer großen Halle. Natürlich hatte sie Riesenausmaße, es war ein Haus der Malfoys. Die machten es nicht mal bei Zweithäusern unter einem gewissen Standart. Er kannte es, er hatte schon oft mit Lucius die Ferien hier verbracht. In Bulgarien, wo man Dumbledore generell für einen Mörder hielt. Dank des Alten stand England in der magischen Welt praktisch allein da. Hier waren sie sicher, niemand würde sie finden oder es wagen, sie hier zu verfolgen. Und ihn schon mal gleich gar nicht.

Denn was die Wenigsten wussten, war, dass er weder ein Halbblut war, noch ein Engländer. Sein Vater hatte seine Mutter geschlagen, das war richtig, aber der Grund war einfach gewesen dass er ein Squibb gewesen war, der es nicht ertragen hatte, dass seine Frau Dinge konnte, zu denen er nicht fähig gewesen war. Warum auch er immer Prügel kassiert hatte. Er war auch kein Engländer, zwar war seine Mutter dort aufgewachsen, doch seine Familie hatte sich schon vor Jahrhunderten im Osten niedergelassen. Sein eigenes Haus befand sich in Transsylvanien, was, wenn Andere es wüssten, zu dem Gerücht beitragen würde, dass er ein Vampir war. Nun, das war er zwar nicht, aber ja, er hatte das Blut eines magischen Wesens in sich, sonst wäre er nicht immun gegen all die Gedankenzauber. Nur was es war, würden die Alle nie erraten und er hatte nicht vor, es Irgendwem je zu verraten. Nun ja, Lucius, Tom und seine Frau wussten es natürlich.

Ach ja, seine Frau. Noch so ein Geheimnis, von dem Niemand wusste. Ja, er der schmierige, eklige Mann hatte eine Familie, eine Frau und eine kleine Tochter und bald auch noch einen kleinen Sohn. Aber sie lebten auf seinen Gütern in Transsylvanien. In Sicherheit, weit weg von Gefahren.
Aber das hatte Zeit, das war gerade nicht sein Hauptproblem. Hastig sah er sich um, lief dann auf eine der Treppen zu, gerade, als ihm sein bester Freund entgegen kam, vollkommen verschlafen und mit Sicherheit unter seinem Morgenmantel, den er sich wohl übergeworfen hatte, nackt.

„Sev? Was ist los?“, fragte Lucius, als er sah, wer da seinen Schönheitsschlaf gestört hatte, er wurde auch schlagartig wacher, als er sah, dass der Andere etwas in seinen Armen hielt. „Merlin! Ist was passiert?!“

„So kann man es nennen,“ gab Severus leise zu. „Wir haben ein ziemliches Problem. Sind Tom und Greg hier?“

Der Blonde hob eine Augenbraue. „Tom ja, aber sonst Niemand. Ich bin schließlich kein Hotel!“
„Ich brauche ihn aber! Alle! Tom, Greg, die Lestranges, deine Frau und dich! Schleunigst! Und ein leeres Gästezimmer!“

„Severus, was...?“

„Luc, stell mir keine Fragen! Trommle die Leute zusammen! Sonst verblutet der Junge! Heut noch!“, mit den Worten zog Severus einfach an dem verdatterten Mann vorbei, riss die Tür zu einem der Zimmer auf und legte Harry auf das Sofa, das er allerdings zu einer Untersuchungsliege verwandelte, so, dass er von allen Seiten an den Jungen heran kommen konnte. Vorsichtig begann er, den schmalen, kleinen Körper von den Fetzen zu befreien, entsetzt über die Tatsache, dass er Nichts sehen konnte. Es wirkte wirklich makaber, den Jungen so zu sehen. Scheinbar unverletzt und doch glühend heiß. Nicht zu vergessen, dass dessen totes Haustier in seinem Koffer lag...

„Was ist los?“, fragte in dem Moment eine wenig begeisterte Stimme von der Tür. „Gibt es einen Grund warum ich nicht schlafen durfte?!“

„Tom, ich brauche deine Kraft,“ erklärte Severus, während er leicht über Harrys Stirn strich. „Und die der Anderen.“

„Wozu?! Und hatte das nicht Zeit bis in ein paar Stunden?!“

„Dann ist er tot!“

„Tot? Wer? Was...? Potter?! Du bringst Potter hierher?!“

„Ich hatte keine Wahl!“

„Er sieht nicht aus, als habe er ein Problem!“, knurrte Tom ungehalten, wenig begeistert, ausgerechnet diesen Bengel bei sich zu haben.

Unwirsch zerrte Severus die Hand des Anderen an sich, legte sie auf Harrys Stirn, dann auf seinen Bauch, so, dass sie voll mit Blut war. „Die Zauber um ihn herum müssen gebrochen werden, damit ich ihn versorgen kann! Kuck doch mal das Laken an, auf dem er liegt! Wenn wir nicht schnell sind, verblutet er mir unter den Fingern!“

„Und was ist daran so schlimm? Dann ist er tot!“

„Tom, das habe ich nicht gehört! Du und ich, wir wissen, dass er nichts dafür kann und ich werde kein misshandeltes Kind einfach so liegen und sterben lassen! Das hat Niemand verdient! Ist das klar?!“

Tom zuckte regelrecht zurück, als er den Anderen so reden hörte. Er kannte Severus gut genug, um ihn nicht zu unterschätzen, wenn er schlecht gelaunt war. Also schwieg er und wartete, bis die Anderen, Alle herzlich wenig wach, eintrafen, orderte sie, sich zu einem Kreis aufzustellen. Er hörte, wie sie dieselben Fragen stellten, wie er, sagte ihnen aber, dass sie wohl auf eine Antwort würden warten müssen.

Severus atmete tief ein, als sich endlich Alle aufgestellt hatten, und begann einen alten, komplizierten Zauber zu intonisieren. Der Einzige, der ihm einfiel und der stark genug sein könnte, um das, was der Alte getan hatte, aufzuheben. Er spürte, wie die Macht des Kreises sich um ihn herum ballte, sich sammelte und sich immer weiter um den Jungen zusammen zog, der da inzwischen lag, wie ein Toter, die Augen geschlossen, voll ausgestreckt, statt zusammengerollt, wie noch vor ein paar Momenten.

Wie ein Nebel legte sich die Macht des Kreises um den zu klein geratenen Jugendlichen und dann begann es, vor den Augen Aller leuchtete dessen Haut auf – bevor sei einfach verschwand und den Blick auf das frei gab, was da wirklich war. Ein Kind, das aussah, als habe es seit Wochen nichts mehr zu Essen bekommen, mit Rippen, die stark hervor standen und grausigen Wunden überall. Schnitte, die immer noch vor sich hin bluteten, Schrunden, Eiter.

In dem Kreis herrschte eine absolute Stille, Entsetzen stand im Raum, während sie den kleinen, geschundenen Körper betrachteten, der da reglos lag, so, dass Niemand merkte, wie sich auch andere Dinge veränderten, wie die berühmte Narbe immer blasser wurde und schließlich verschwand, als habe es sie nie gegeben und wie dann auch die Züge begannen, sich zu verändern. Sie wurden feiner, anders, die Stirn etwas höher.

Langsam ebbte die Magie des Kreises wieder ab, so dass Severus den nächsten Spruch intonisieren konnte, der war länger und wesentlich komplizierter. Es war das Einzige, was ihm einfiel, als er all die Wunden sah. Etwas, dass dem Jungen helfen würde, diese Nacht zu überleben, denn er hatte keinen Zweifel mehr daran, dass Harry im Sterben lag. Solche Wunden, dieses Untergewicht konnte Niemand überleben, nicht ohne Magie und einer Behandlung rund um die Uhr.

Erneut stieg die Magie an, richtete sich wieder auf ihr Ziel, hüllte Harry in ein bläuliches Licht ein. Niemand merkte, wie die Zeit an ihnen vorbei rann, sie sahen nur, dass langsam, ganz langsam, Veränderungen eintraten. Kaum sichtbar, aber wohl lebensrettend. Die Wunden hörten auf, zu bluten, einige Wenige schlossen sich sogar ganz.

Severus merkte, wie seine Kraft zur Neige ging, diesen Kreis zu halten, war anstrengend und er wusste, er musste aufhören. Unwillig ließ er die einzelnen Fäden der Macht fallen, bis das Licht, dass den Jungen umhüllt hatte, schließlich ganz verlosch. Erst dann trat er wieder zu der Liege, strich Harry über die vom Fieber nasse, schweißglänzende Stirn, sah dann die Anderen an, die ihm geholfen hatten. „Greg, Wasser. Narcissa, Blutbildungstränke, Tränke gegen innere Verletzungen, Knochentränke, Heilsalben. Lucius, Schlafanzug, Unterwäsche, Tom, hilf mir, Rastaban, Rudolphus, bereitet das Bett vor, Wärmflaschen, Decken.“

Wortlos und noch immer zu entsetzt, um etwas zu sagen, sprangen die Angesprochenen auf. Tom trat zu dem Jungen, der nun alles Andere, als gesund aussah, strich leicht über die dürre, deformiert aussehende Hand, bei der zwei Finger vollkommen unnatürlich abstanden. „Was bei Merlin ist hier los?“, fragte er leise, während er einen Zauber anwandte, der die Knochen in die richtige Position zurückschnappen ließ. Auch er kannte einige Heilzauber, das war im Krieg essentiell und konnte einem das Leben retten. Doch er hatte nie gedacht, diese Zauber mal für Potter zu sprechen, oder ihn je so zu sehen, mit aschfahler, ungesund grau wirkender Haut, brennend vor Fieber mit einem Körper, der einer einzigen, großen Wunde glich.

„Ich habe keine Ahnung,“ gab Severus nur zurück. „Ich habe ihn so gefunden, kurz bevor ich hergekommen bin und ich wusste, dass etwas nicht stimmt! Ich weiß, dass er seit Blacks Tod nicht mehr kämpfen will, vermutlich hat das dem Alten nicht gepasst und er hat beschlossen, den Jungen auf seine Art zu bestrafen,“ knurrte der Tränkemeister, während er, für seine Verhältnisse ungewöhnlich sanft, einen Verband auf eine frisch eingecremte, böse aussehende aber wenigstens nicht mehr vereiterte Wunde wickelte. „Ich muss in seinen Geist, um Antworten zu erhalten,“ fügte er leise an. „Er hat so viel Blut verloren, dass es dauern kann, bis er aufwacht und selbst dann wird er so viele Schmerzen haben, dass er sicher kein Interesse daran hat, uns zu sagen, was genau los ist.“

„Wäre es nicht fast besser gewesen, ihn einfach sterben zu lassen?“, fragte Tom, während er einen weiteren Knochen richtete und einen Verband um den Arm legte, ihn straff anzog. „Er ist mehr tot als lebendig.“

„Ich lasse kein Kind sterben! Nicht so!“, baffte Severus ungehalten. „Allein, ohne Irgendwen, der ihm nahe steht! Das hat Niemand verdient!“

Tom sagte nichts, er sah zu Greg, der sich gerade Tränke angeben ließ und sie dem Jungen mit Engelsgeduld einflößte. Er selbst hatte der Prophezeiung der Säuferin, die nicht mal das Wetter des nächsten Tages richtig vorher sagen konnte, nie geglaubt und eher gedacht, dass das alles Betrug war. Darum hatte er das Potterkind nicht angegriffen, er war in dieser besagten Nacht nicht mal im Lande gewesen, konnte nicht sagen, was sich abgespielt hatte. Er hatte einfach das Gerücht seines Todes genutzt, um seine Armee aufzubauen und zu stärken und um Beweise zu sammeln. Er wusste auch, dass der Avada, sollte man ihn überleben, sicher nicht die Fluchnarbe in Form eines Blitzes hinterließ. Er selbst war schon damit beschossen worden und sie hatte keinen bleibenden Schaden hinterlassen. „Wen hat er denn noch?“, fragte er dann leise. „Ist das, was jetzt kommen wird, so viel besser? Black ist tot...“

„Lupin,“ knurrte Severus zurück, während er einen weiteren Verband straff zog. „Und kein Kind hat es verdient, zu sterben! Nicht mal das von James Potter! Ich werde mich schon um ihn kümmern, er kann hier mit Draco zur Schule gehen und entscheiden, was er mit seinem Leben macht.“ Er ließ sich von Lucius die Wäsche geben, manövrierte den leichten Körper vorsichtig in eine frische Boxer und ein leichtes Oberteil. Dann hob er Harry vorsichtig hoch, trug ihn in das Bett und legte ihn hinein, deckte ihn ordentlich zu und setzte sich in den Sessel daneben. Woher sein Kommentar gekommen war, sich um den Jungen zu kümmern, wusste er allerdings nicht wirklich. Es war ihm eben so rausgerutscht. „Und jetzt verschwindet in eure Betten, ich schreibe die Berichte zusammen.“

Die Meisten gingen, doch Lucius und Tom blieben, bis Alle weg waren, setzten sich zu dem Anderen. „Du weißt, dass die Chance groß ist, dass er immer noch sterben kann?“, fragte der Blonde daher, sah auf den Jungen, der da in einem seiner Gästebetten lag und der aussah, als würde er in der Matratze untergehen. Das Einzige an ihm, was noch Farbe zu haben schien, waren die pechschwarzen Haare, die im Moment glatt um dessen Gesicht lagen.

„Er wird nicht sterben,“ gab Severus ruhig zurück. „Dazu ist er zu stur,“ fügte er an. „Und ich auch. Ich lasse ihn nicht einfach sterben. Nicht jetzt. Und außerdem will ich wissen, was hier verdammt noch mal gespielt wird!“

Tom begnügte sich damit, den Kopf zu schütteln. Wie gesagt, er kannte den Tränkemeister zu gut, um ihm noch in Irgendwas rein zu reden, wenn er sich mal auf etwas fest gefahren hatte. Also sah er den Jungen an, strich leicht über die straff verbundene Hand. Er wusste nicht so recht, was er aus all dem machen sollte. Er hatte Potter nie als wirkliche Bedrohung oder als Feind gesehen, nur als lästig. Aber das hier war etwas, von dem er nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. Was genau sollte er denn nun tun? Mit dem Kleinen? Harry würde lange und intensive Pflege brauchen, die Severus unmöglich allein übernehmen konnte. Der Mann brauchte auch mal eine Pause und ein paar Stunden Schlaf. Er beobachtete, wie der Andere auf ein Mal aufstand und seinen Koffer hervor holte, ihn wieder vergrößerte und einen Karton hervor holte, ihn öffnete.

„Als ich den Jungen gefunden habe, hat er sich daran geklammert,“ erzählte Severus, deutete auf den Kadaver. „Er wollte die Eule noch vor mir verteidigen, verhindern, dass ich ihr auch noch weh tue, er wusste nicht mal, wer ich bin, er hatte solche Angst und doch hat er seine Freundin schützen wollen. Kurz bevor ich ihn gefunden habe, hab ich eine Horde Schüler gesehen, einer von ihnen hatte eine blutige Schere in der Hand, eines der Mädchen einen Stapel weißer Flugfedern.“

Entsetzt starrten die Beiden auf die tote Eule, der ein Flügel und ein Bein fehlten und die große Löcher in ihrem Gefieder hatte. Sie waren froh, als der Karton sich wieder schloss und wie der Tränkemeister stattdessen ein leeres Denkarium hervor holte. „Du willst es jetzt wissen?“, fragte Lucius leise.

„Nein, ich bereite es vor. Harry ist nicht stabil genug, um in seinen Kopf einzudringen. Das werde ich auf später verschieben. Ich will nur was zu Tun haben,“ antwortete Severus, er lief hin und her, räumte seinen Koffer aus und legte Papier und Federn zurecht, bevor er sich wieder setzte und eine der knochigen Hände in seine nahm. Sein Blick wanderte zu Tom, der Harry auf ein Mal mit einem irritierten Blick beobachtete. „Tom?“, fragte er ruhig.

„Die Narbe,“ erklärte der Ältere. „Sie ist weg. Und... kann ich mich irren, oder sieht Potter auf ein Mal anders aus? Hatte er nicht mal Locken?“

Nun sah auch Lucius auf. „Stimmt! Die Narbe ist weg!“

„Dann waren an ihr die Zauber verankert,“ gab Severus eine einfache Erklärung. Er schenkte der Stirn des Jungen nicht mal mehr einen zweiten Blick, spielte etwas mit den dünnen Fingerchen, hoffte dummerweise, dass die sich etwas bewegen, sich rein reflexartig schließen würden.

„Das muss die Hölle gewesen sein,“ stellte Tom leise fest. Er wusste nicht, warum, aber er musste sich selbst zusammenreißen, den Jungen nicht in die Arme zu schließen, während er da so verloren lag, allein, verlassen von der Welt und verraten von Allem, was er je gekannt hatte.

„Verschwindet,“ sprach Severus auf ein Mal streng. „Heut wird sich nichts mehr tun. Und es ist schon Morgen,“ fügte er an, als ihm auffiel, dass es in all der Zeit hell geworden war. „Ihr habt sicher was zu Tun.“

„Ich...werde Lupin suchen lassen;“ sprach Tom auf ein Mal ruhig. Er wusste nicht, warum, aber es war ihm ein persönliches Bedürfnis, den Mann hierher zu bringen. Jemanden, dem Harry vertraute, den er kannte und der ihn liebte. Kein Kind in so einer Lage sollte so allein sein. Nur bewacht von einem Lehrer, der ihn eigentlich noch nicht mal ausstehen konnte.

Lucius hob überrascht eine Augenbraue, dann stand auch er auf. „Und ich werde mal ein paar Klamotten suchen,“ stimmte er zum „Und bei Karakoff nach einem weiteren Platz für einen Schüler nachfragen.“