Herzensangelegenheiten

von aislingde
GeschichteDrama / P16 Slash
Coreen Fennel Vicki Nelson
25.04.2009
24.05.2009
2
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Titel: Herzensangelegenheit
Fandom: Blood Ties
Autor: Aisling
Personen: Coreen, Vicki
Pairing: Coreen/Vicki
Kategorie: Drama, femslash, Challenge Antwort
Inhalt: Er hat mein Herz gestohlen. Vicki versucht, die Ereignisse von ‚Deep Dark’ zu verarbeiten und Asteroth allein zu bekämpfen. Doch ohne Coreens Hilfe geht es nicht.
Disclaimer: Blood Ties gehört Tanya Huff & Kaleidoscope Entertainement. Ich verdiene mit der Story nicht einen einzigen Cent.
Beta: Olli, Birgitt, Waldfee und Yukai

Drei Tage war es her, dass Asteroth Coreens Körper besessen hatte.
Drei Tage war es her, dass Vicki zum letzten Mal etwas von Mike und Henry gehört hatte.
Seit drei Tagen konnte sie nicht mehr vernünftig essen, immer noch saß ein Kloß in ihrem Hals.
Und seit drei Tagen streifte ein Dämon durch Toronto.

Vicki starrte auf ihren Schreibtisch. Er war zu sauber und zu aufgeräumt. Auf ihren Notizblock hatte sie Strichmännchen gemalt, statt Ideen niederzuschreiben.
Sie nahm ihre Brille ab und rieb sich die Augen.
Dass sie seit drei Tagen so gut wie gar nicht geschlafen hatte, verbesserte ihre Konzentrationsfähigkeit nicht. Aber immer wenn sie ihre Augen schloss, tauchte Asteroth auf – natürlich hatte er Coreens Gestalt. Egal, ob sie bei Licht, vor dem Fernseher oder mit Schlaftabletten schlief.
Vicki war sich nicht sicher, wie lange sie das noch durchhalten würde, aber sie war nicht bereit, so schnell klein beizugeben. Einige Minuten Schlaf auf der Schreibtischplatte, bis Asteroth in ihrem Traum auftauchte, und dann unzählige Tassen Kaffee, um wach zu bleiben. Mit diesem Schlafrhythmus hatte sie einen Großteil ihres Studiums überstanden, so würde sie auch die nächste Zeit überstehen – bis sie Asteroth in die Hölle zurück geschickt hatte, in die er hingehörte.
Vicki setzte die Brille wieder auf und starrte auf den Notizblock.
Sie war die einzige, die gegen den Dämon kämpfte, sie durfte nicht aufgeben.
Mike und Henry hatten sie im Stich gelassen und Coreen… Vicki war froh, dass ihre Freundin zu Hause war und sich von der Verletzung erholte.
Der Gedanke, dass beide Männer den Kontakt abgebrochen hatten, ließ Vickis Mauer bröckeln. Sie spürte, wie Tränen hochstiegen. Doch sie hatte genug geweint. Tränen würden ihr im Kampf nicht helfen. Vicki schluckte, schluckte noch einmal, dann nahm sie die verdammte Brille wieder ab, griff sich ein Taschentuch und wischte damit über ihr Gesicht.
Sie konnte sich keine Schwäche leisten, sie musste stark sein.
„Vicki, alles in Ordnung?“
Sie blickte hoch und sah Coreen in der Tür stehen. Sie war ungeschminkt, ihre Haut war blass und sie hatte dunkle Ringe unter den Augen. Sie trug Jeans und T-Shirt. Nichts erinnerte an ihre Vorliebe für Gothic-Kleidung.
„Coreen?“ Vicki zwang sich zu einem Lächeln, stand auf und wollte ihre Freundin nur kurz berühren, um sich zu vergewissern, kein Trugbild vor sich zu haben. Coreen zog sie in eine Umarmung und klammerte sich an sie wie an einen Rettungsring. Vicki ließ es nicht nur zu, sondern strich ihr auch sanft übers Haar.
„Shhh, shhhh. Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.“
Am liebsten hätte sie gesagt: ‚Alles wird gut.’, doch das war im Moment nur ein Wunsch und keine Tatsache.
„Und warum hast du mich weg geschickt?
„Ich habe dich nicht weggeschickt, Coreen. Ich wollte nur, dass du dich einige Tage erholst, schließlich bist du schwer verletzt worden.“
„So schlimm war es nicht. Nachdem ich meinen Körper wieder hatte, hatte ich keine Schmerzen und von dem Ganzen ist nur eine Narbe übrig geblieben. Die letzten Tage saß ich zu Hause und habe mich gefragt, ob es euch gut geht oder ob der Dämon euch besiegt hat. Einzig die Tatsache, dass in den Nachrichten nichts Außergewöhnliches berichtet wurde, bewahrte mich davor, vollkommen durchzudrehen. Ich kann nicht so rum sitzen und darauf warten, dass man mich anruft, während ich weiß, dass andere kämpfen.“
„Ich habe überlebt.“ Vicki fühlte, wie Coreen tief ein und aus atmete. „Doch als du in dem Bett lagst und Mike und Henry auf der Suche nach deinem Herz waren…“
„Asteroth hat mir mein Herz gestohlen. Und?“ Coreen ließ Vicki nicht ausreden. „Das haben schon andere Männer getan und ich habe es auch überlebt. Ich will nicht hilflos herumsitzen und über mein Schicksal lamentieren.“ Coreen ließ Vicki los, ging einen Schritt zurück und sah sie herausfordernd an. „Willst du, dass ich dir helfe? Wir können Asteroth nur zusammen besiegen!“
Ohne Coreens Berührung fühlte Vicki, wie eine Kälte, die sie zuvor nicht gespürt hatte, in ihren Körper zurück kehrte. Sie dachte an die letzten drei Tage und daran, wie sie vergeblich gegen den Dämon und ihre Einsamkeit gekämpft hatte.
„Ohne deine Hilfe werde ich es nicht schaffen, Coreen“, gab Vicki zu. „Ich weiß nicht, ob wir zu zweit stark genug sind, aber ich kann nicht zu lassen, dass er die Erde terrorisiert.“
„Ich kann es genau so wenig. Er war in meinem Kopf und ich konnte mitbekommen, wie er denkt und was er will. Aber was meinst du mit 'zu zweit'?“ Coreen sah Vicki fragend an. „Was ist mit Henry?“
Jetzt war es an Vicki, tief einzuatmen.
„Er ist ausgestiegen. Er zieht nach Vancouver und … Ich kann ihm nicht das geben, was er braucht. Und bevor du fragst, auch Mike ist gegangen. Seine letzten Worte waren, dass der Dämon jetzt mein Problem ist.“
Die Verbitterung, die Trauer, nichts konnte Vicki aus ihrer Stimme heraushalten. Dabei sollte es nur eine Information für Coreen sein.
Ehe Vicki sich versah, wurde sie von Coreen in eine weitere Umarmung gezogen.
„Du warst die letzten drei Tage ganz allein und hast versucht, Asteroth zu bekämpfen? Vicki, das schaffst du nicht ohne uns.“
Der Vorwurf war nur unterschwellig zu hören. Vicki spürte, wie sich ihr ganzer Körper verkrampfte, und die Tränen standen wieder in ihren Augen. Sie blinzelte.
„Gott, Vicki, warum muss man dich zwingen, Hilfe anzunehmen?“
Die erste Träne rann über Vickis Gesicht. Sie wollte stark sein, wollte nicht zulassen, dass jemand ihre Schwäche bemerkte.
Sie stieß Coreen von sich und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
Als Vicki Coreens verunsicherten Gesichtsausdruck sah, tat ihr die Reaktion leid, konnte sich aber nicht dazu durchringen, ihre Freundin wieder zu umarmen.
„Es tut mir leid, ich kann das nicht. Ich bin einfach nicht der Typ zum Kuscheln.“
„Das bist du wirklich nicht“, stimmte Coreen zu.
„Möchtest du einen Kaffee?“
Mit dem Angebot versuchte Vicki, die angespannte Stimmung abzumildern.
Coreen schüttelte den Kopf.
„Coffein ist keine gute Idee, ein Beruhigungstee würde uns beiden gut tun. Ich habe noch welchen in der Schublade.“
Bevor Vicki widersprechen konnte, fand sie sich alleine in ihrem Büro wieder.
Achselzuckend setzte sie sich aufs Sofa und barg den Kopf in ihren Händen. Gedanken kreisten wild in ihrem Kopf und sie konnte keinen einzigen fassen. Sie schloss die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren.
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