Magie des Lichts

GeschichteRomanze / P18 Slash
23.04.2009
26.10.2009
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Disclaimer: Das Reich um die Realms stammt nicht von mir, mein Wissen über Faerûn stammt aus den Regelwerken und aus einigen Romanen zu ihnen. Wobei ich mir Mühe gebe alles zu beschreiben, wenn es erforderlich ist.

Dies hier ist die Fortsetzung zu meiner FF „Führe mich ans Licht" und ein Dank geht diesmal auch an Fainthor, welche die lästigen kleinen Fehler im Prolog vertrieben hat.
Ein weiterer Dank geht an eine bestimmte Person, die mich immer wieder inspiriert und ohne die ich mich wohl nicht dazu überwunden hätte, diese FF hochzuladen. Vielen dank Nhaundar.


Ansonsten hoffe ich nur, dass das hier Jemand liest und würde mich über Reviews freuen, wie wohl jeder Autor hier

*verneig* Eldaeion




Staub wurde aufgewirbelt, während seine Schritte ihn über morschen Holzboden führten. Leises Knarren des Bodens, dort wo das Holz vom Regen weich geworden war, da das Gebälk des Daches kaum mehr war, als eine Ansammlung von einzelnen schwarzen Balken, die in den verzehrenden Feuern gelitten hatten. Dieser Ort war alt, verfallen und kaum etwas deutete mehr auf seine einstige Pracht hin. Der Geruch von Verfall lag in der Luft und nicht nur jener, auch die süße Verderbnis des Todes ließ sich nicht vertreiben.
Sein Herz schlug für einen Moment schneller, als der Boden mit einem lauten Krachen unter seinen Füßen nachgab, Holz splitterte und ein geschmeidiger Satz zur Seite ihn gerade so davor bewahrte, in die Tiefe zu stürzen. Nur Ruinen und selbst diese waren am Vergehen, wucherten Ranken schon längst an den meisten verfallen Gebäuden; Stein der mit Moos bedeckt wurde. So holte sich schließlich die Natur zurück, was man ihr einst genommen hatte.
Das Haus in dem er sich befand, war eines der wenigen, die überhaupt noch betretbar waren und das obwohl es völlig aus Holz bestanden hatte, aus lebendem Holz, denn jenes Heim war schlicht in einen gewaltigen Baum gewachsen. Er spürte das Leben des Baumes noch, wenn seine Finger über die Innenwände strichen, ein schwaches Leben, welches nach und nach verlosch, bald auch würde dieser Baum sterben und mit ihm die letzten Erinnerungen seiner Bewohner.
Wehmütig lösten sich seine Finger, setzte er seinen Weg weiter fort. Er war nicht hier her gekommen um dem Leid eines Baumes zu lauschen. Brachte ihn ein Sprung über die Trümmer eines zerschlagenen Sofas, genau dorthin wo der Geruch der Verwesung noch schlimmer war. Vielleicht bildete er es sich auch nur ein, denn die Überreste, welche er erblickte, mussten schon lange dort liegen. Skelettartig, die Kleidung nur noch in wenigen  Fetzen herab hängend wenige Fetzen. Fasziniert betrachtete er die Knochen, entdeckte dabei zwischen den Rippen des Einen eine lange, mittlerweile verrostete Klinge.  
Aber es war nicht die Faszination des Todes, der Anblick jener sterblichen Überreste die ihn so fesselte, sein Auge so an dieses Bild band, nein es war die Lage. Schließlich war sie es, die darauf schließen ließ wie die beiden Wesen dort gestorben waren. Vereint, die Hände eindeutig ineinander verschlungen, eine Haltung, die selbst nach dem Tode blieb.

Bis in die Ewigkeit.

Irgendwann riss er seinen Blick los, er war nicht gekommen, um sich dies anzusehen. Nein er hatte einen ganz anderen Grund und ein Lächeln glitt über sein Gesicht. Dort ruhte jenes Objekt, nahe der beiden Skelette. Die Zeit hatte ihm nichts anhaben können, eine schwache, magische Ausstrahlung verriet auch den Grund dafür, noch hielten die Zauber, auch wenn sie bröckelten.
Langsam ging er in eine hockende Stellung, um seine Finger liebkosend über den schwarzen, ledernen Einband des Buches streichen zu lassen. „Dich und die Wahrheit suchte ich.“ Es gab keinen Zweifel, oder? Erneut schlug sein Herz schneller, als er den Buchdeckel musterte, seine Finger über das Zeichen des Halbmondes wanderten. Corellons Zeichen, ja es war passend, schwanden seine Zweifel dahin und als er schließlich das Buch öffnete, er die ordentliche Schrift sah, die wie gemalt auf den Seiten wirkte, hätte er fast aufgelacht.

Immer musste alles perfekt sein, nie hättest du Etwas begonnen, was dem nicht entspräche.

Seine Zweifel waren verschwunden und wären sie das nicht, sie wären spätestens jetzt gestorben, als er die ersten Zeilen las, die sich ihm darboten, ihm die Wahrheit preisgeben würden.








Manchmal da blicke ich zurück auf mein Leben und frage mich, wie ich all dies ertragen konnte, verfolgen mich doch die Erinnerungen an Schmerz und Leid. Verluste, habe ich zu beklagen. Grausamkeiten am eigenen Leib erfahren, die ich nie aussprechen werde, denn ich fürchte mich davor, an ihrer Erinnerung zu zerbrechen.

Nur Geschichten, die nie bis zum Ende erzählt wurden, gehen gut aus.

Ist dem wirklich? Ich kann es nicht beantworten, denn mein Leben ist noch nicht beendet. Ich sah den Fall der Sterne, den Untergang aller Hoffnung, zerbrach es mir mein Herz, meine Seele verdunkelt. Aber da war auch die Wiederkehr der Sonne, Licht in der Finsternis.

Eine Geschichte wurde erzählt, die Geschichte von Jahren des Leids. Es wurde erzählt von Jahren, in denen ich mich selbst verlor. Und doch nun nach vielen Jahresumläufen kann ich wohl wissend sagen, es gibt immer etwas Dunkleres. Schatten, die einen einholen, die alte Wunden aufreißen und die neue Verletzungen verursachen.
Schatten und Finsternis klammern sich an einen, lassen das Herz erkalten, wollen zur Aufgabe zwingen. Und es wäre ihnen fast gelungen. Doch von all dem möchte ich nun gar nicht berichten. Sie formten zwar mein Leben, aber etwas anderes gab ihm den Halt. Nicht etwas, sondern Jemand. So stetig wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist er bei mir, nicht immer körperlich, doch im Geiste vereint.
Und so tief der Abgrund auch war, der auf mich wartete, so stark war das Netz, welches mich auffing.

Das Leben ist nie einfach, es gehört zu unserer Existenz, dass uns Schlechtes geschieht. Denn ohne es, würden wir die Schönheit und Freude nicht mehr spüren, dem bin ich mir sicher. Ich sah viel, das mir den Verstand raubte. Ich lernte den Schmerz in Facetten kennen, die manch einer nicht einmal erträumen kann. Ich begegnete meinem Alptraum, meinem wahren Alptraum, der alles was ich in den Jahren im Unterreich erfahren habe, in die Schatten stellte. Und doch zerbrach ich nicht, noch lebe ich, noch atme ich. Und vor allem empfinde ich noch mehr als Angst und Kummer.

Ich liebe und ich werde geliebt.

Und dafür möchte ich dir danken, indem ich nun unsere Geschichte erzähle. Unsere Geschichte, durch bittere Stunden, in die tiefsten Täler der Tränen und in die höchsten Wolken des Glücks.
Hab dank Nhaundar.

In Liebe, dein Belatir Morilsiann.










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