Kiss of Death

von Yu-chan85
GeschichteAllgemein / P18
20.04.2009
17.01.2010
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“Prinzessin Jia, wo seid ihr schon wieder?” rief meine Amme durch den ganzen Palast.
Dabei wollte ich doch nur meine Ruhe haben und einmal für mich sein.
Dieses ständige aufpassen machte mich wahnsinnig.

Ich wusste das ich den Palast nicht verlassen durfte und ebenso wusste ich wie es in der Prophezeihung stand und das ich alles erdenkliche tun musste, das sie sich nicht erfüllte.
Und doch fragte ich mich was außerhalb des Palastes war.

Wenn ich mich recht erinnerte war ich noch nie im Wald gewesen, ich kannte nichts was sich hinter diesen Mauern hier verbarg und mich stimmte es Tag für Tag traurig.

Ich stellte mir immer vor wie es da draußen wohl aussehen würde, wie viele Tier einem begegnen würden… einfach wie es wäre.
Zwar erzählte man mir viel davon und zeigte mir Bilder aber das ganze schien so unwirklich.

In all den Jahren hatte sich immer mehr der Wunsch aufgebaut den Palast zu verlassen um zu sehen was mich außerhalb der Palastmauern erwarten würde.

Ruhig saß ich am Brunnen im Garten und fuhr mit meinen Fingern zart durch das Wasser… wie kalt es war.

“Hier seid ihr. Kommt rein!” zog sie mich weg und ich folgte ihr.

Ich hatte wundervolle Eltern, eine Mutter und einen Vater die mich wirklich liebten und nur mein Bestes wollten.
Auch bei meiner Amme wusste ich das sie niemals etwas über mich hätte kommen lassen.
Ich verstand ihre Angst ja auch vollkommen aber nach und nach kam ich mir vor wie in einem goldenen Käfig.

Ich wurde zu meinen Eltern geführt wo mich meine Amme allein liess.

“Jia, du kannst nicht weglaufen!” redete mein Vater ganz leise mit mir.

“Ich bin nicht weggelaufen, ich war nur im Garten. Wenn ich schon nicht raus darf möchte ich mich wenigstens hier im Palast frei bewegen dürfen!”

“Du weißt aber das das nicht geht. Wir haben es dir doch erklärt Schatz!”

“Trotzdem, ich möchte auch mal für mich sein und da mag ich es nicht wenn ich mich immer abmelden muss oder eine Horde von Wachen an meinen Fersen haftet!”

“Es ist einfach zu gefährlich!” redeten sie noch mal auf mich ein.

Ich gab mich geschlagen, nickte. Wie oft hatte ich diese Diskussion schon mit meinen Eltern durch und immer kam ich zu dem gleichen Ergebnis.

Ich ging wieder in mein Gemach und setzte mich auf mein Bett, rief meine Amme zu mir und forderte sie auf mir wieder einmal zu erzählen wie es draußen wohl wäre.

Ich wollte alles haargenau wissen und ebenfalls auch Dinge die unmöglich zu erklären waren, eben wie etwas bestimmtes roch.
Sie erzählte mir immer und immer mehr und mein Verlangen wuchs von Minute zu Minute, so das ich es kaum aushielt.

Nach einiger Zeit liess sie mich alleine, forderte mich noch, ehe sie die Tür schloss, mich umzuziehen da wir ja auch noch essen musste.
Dabei wusste sie doch haargenau das ich diese Corsage nicht allein zu bekommen würde.

Laut schrie ich noch mal nach ihr und dem Rest das ich es irgendwie schaffen würde in dieses Kleid rein zukommen.
Allerdings fragte ich mich warum ich immer so helle Sachen tragen musste, dunkler wie Creme war nichts was ich trug.

Ich brachte das Essen hinter mich und ging wieder in mein Gemach, überlegte.
Mein Wunsch war so gross das ich mir einen dunklen Umhang nahm und den Entschluss fasste den Palast zu verlassen.

Es konnte nicht so schwer sein an den Wachen vorbei zu kommen, wenn ich es bis in den Garten schaffte dann auch noch das letzte Stück hinter die Mauern.

Im Garten stand ich jetzt schon mal, bewegte mich unauffällig, suchte nach einer Möglichkeit hier weg zu kommen.
Ging an der Mauer entlang, fuhr mit meinen Händen an dem Gebüsch entlang, mit etwas mehr Druck und stellte fest das sich dahinter nichts befand.

Ich tastete sie weiter ab, es war nur an dieser einen Stelle, der Rest war zu.

Ich sah mich noch einmal um, wartete einen günstigen Zeitpunkt ab und schlüpfte durch das enge Loch.
Jetzt stand ich auf der anderen Seite.
Bei aller Angst und Sorge die sie hatten und die Aufmerksamkeit die sie auf mich richteten entging ihnen dieser Schlitz der doch von so grosser Wichtigkeit gewesen wäre.

Die ersten Meter verhielt ich mich noch sehr leise, schlich umher, wollte vermeiden das man mich sah, mich entdeckte.
Heute war es aber auch furchtbar dunkel, der Himmel war schon fast in einem Schwarz getränkt und obwohl der Mond sichelförmig am Himmel schien hatte man das Gefühl das er gar nicht vorhanden war.

Ich wollte nur einmal alles sehen, riechen, spüren dann würde ich auch direkt wieder zurück in den Palast gehen.

Nur einmal… ein einziges mal, es musste einfach sein.

Ich ging weiter bestaunte die ganzen Pflanzen, die Geräusche und sah auch ein Eichhörnchen in der Dunkelheit.
Lief weiter in den Wald hinein, es wurde immer dunkler als ich Geräusche hinter mir hörte die denen eines Menschen gleich kamen, zumindest den Schritten eines Menschen.

Ich beschleunigte mein Tempo, lief unaufhaltsam weiter in den Wald hinein.
Spürte etwas in meinem Nacken, dieser Atem.
Mutig drehte ich mich um doch dort war nichts, ich spürte aber die Anwesenheit von jemanden oder von etwas.

Dieses schneller gehen wurde rasch zu einem Laufen und ehe ich mich versah blieb ich mit meinem Umhang an einem Baum hängen.

Ich versuchte mich zu befreien doch es ging nicht… mein Umhang riss und ich lief weiter.
Unterdessen hatte man im Palast meine Abwesenheit schon bemerkt.

“Wo ist sie denn?” machte sich meine Mutter Sorgen.

“Ich weiss es nicht, ich lasse schon alle Wachen nach ihr suchen!”

Es verstrich einige Zeit ehe die Meldung kam “Prinzessin Jia befindet sich nicht mehr im Palast!”

“Oh mein Gott!” liefen meiner Mutter schon die Tränen an den Wangen herunter.

“Wir müssen sie finden… schnell nicht das die Prophezeihung sich erfüllt!”

Schon bei meiner Geburt gab es diese Prophezeihung.

In der hieß es das ich irgendwann auf den Prinzen der Dämonen treffen würde und mich in ihn verlieben würde und mittels eines Kusses mein Leben verlieren würde, wieso das so wäre wusste keiner so recht. Das wurde nie erwähnt!

Das ganze beruht darauf das die Liebe seiner Eltern, seine Mutter ein Mensch und sein Vater ein Dämon, nicht akzeptiert wurde.

Nach seiner Geburt brachte man seine Mutter um und seinen Vater jagte man in den Wald, hatte die Absicht ihn ebenfalls zu töten doch man fand ihn nie, inklusive seines Kindes.
Bis heute wusste niemand wo sie sich aufhielten.

Sein Vater schwor Rache für den Tod seiner Geliebten und so kam es das mir der Prinz mit nur einem Kuss das Leben nehmen würde.

Mein Tod wäre nicht nur ein Verlust für meine Eltern sondern auch der Untergang der Menschheit.
Denn mittels diesen Kusses würde auch das ganze Königreich seine Macht verlieren und die Dämonen wieder regieren.

Ich lief immer noch genau so schnell tiefer in den Wald und wurde das Gefühl nicht los das ich nicht alleine war.

Die Geräusche hörte ich ständig doch ich sah einfach nichts, so oft ich mich auch umdrehte.

Irgendwann konnte ich nicht mehr, war außer Atem und machte kurz an einem Baum rast.
Einfach nur mal um Luft zu schnappen doch das sollte nicht klug sein.