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The Chronicles Of Narnia - Prince Caspian

GeschichteFantasy / P16 / Gen
Edmund Pevensie Lucy Pevensie OC (Own Character) Peter Pevensie Prinz Kaspian X. Susan Pevensie
17.04.2009
23.10.2020
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17.04.2009 1.993
 
Ungeduldig kickte Edmund einen Stein vom Gehweg auf die Straße. Der kleine Stein rollte auf den Asphalt, auf dem die Autos im langsamen Tempo die Straße entlang rollten.

Susan, die neben ihm stand und an einem Kiosk eine Zeitung durchblätterte, seufzte und sagte: „Ed, was ist denn los mit dir?“

Edmund sah auf. „Peter ist noch nicht zurück. Er wollte vor einer halben Stunde schon wieder da sein.“

Susan lächelte. Peter, der älteste der vier Geschwister Pevensie, wollte noch schnell auf der anderen Straßenseite nachschauen, wann ihr Zug zur Schule fahren würde. Sie wusste, dass Peter manchmal lange brauchte, vor allem, seit sie aus Narnia zurückgekehrt waren. Immer öfter fand sie ihn in seinem Zimmer vor, wie er auf seinem Bett saß und aus dem Fenster sah, ausdruckslos und völlig in seiner eigenen Welt.

Susan wusste, dass Peter Elena schrecklich vermisste.

„Hallo.“, sagte da auf einmal eine Stimme. Susan sah auf. Neben ihr stand ein Junge, vielleicht in ihrem Alter, und sah sie lächelnd an. Er trug die Schuluniform ihrer Brüder, eine Brille und hielt dieselbe Zeitschrift wie Susan in der Hand. „Du interessierst dich auch für Literatur?“

Eilig legte Susan die Zeitung zurück. „Zeitweise.“, sagte sie kurz angebunden und wollte sich zu Edmund drehen, aber er ließ nicht locker. „Wie heißt du?“

Mit einem genervten Blick zu Edmund sagte sie: „Phyllis.“

„Susan!“

Edmund musste sich ein Grinsen verkneifen, als er den verdutzten Ausdruck des Jungen sah. Dann drehte er sich herum und konnte Lucy sehen, die rasch auf ihre Schwester und ihren Bruder zugerannt kam. „Susan!“

„Lucy!“, rief Susan und kam ihr entgegen. „Was ist denn los, du bist ja ganz aufgeregt!“

„Peter..“, keuchte Lucy und schnappte nach Luft. „Peter, er…“

„Oh Mist…“, knurrte Edmund, ließ seine Tasche fallen und rannte quer über die Straße. Es war ein Wunder, dass ihn keines der Autos erwischte. Er sprang die Stufen zum unterirdischen Gleis hinab und wurde von einer Menge männlicher Schüler aufgehalten, die ihm alle den Rücken zuwandten. Er konnte die Geräusche eines Kampfes allzu deutlich vernehmen.

Edmund stellte sich auf die Zehenspitzen um etwas sehen zu können. In diesem Moment flog ein junger Mann mit goldblondem Haar gegen einen rüstigen Kerl vor Edmund und schubste diesen nach hinten. Edmund wurde zurückgedrückt und fiel fast auf die Treppenstufen, doch er fing sein Gewicht gleich wieder und schob sich an dem massigen Jungen vorbei. Peter bemerkte seinen Bruder erst, als dieser sich auf Peters Konkurrenten stürzte und ihn zu Boden warf.

„Ed!“, rief Peter und packte ihn am Kragen und versuchte, ihn wegzuziehen. „Das ist mein Kampf, lass mich das zu Ende bringen!“

Die Menge um sie johlte und klatschte in die Hände und gierte nach mehr, vielleicht sogar Blut.

Peter schaffte es endlich, Edmund hochzuziehen und sich selbst wieder auf den Gegner zu stürzen. Im selben Augenblick erreichten Susan und Lucy die Szene. Entsetzt versteckte Susan ihre jüngere Schwester hinter ihrem Rücken, damit diese den Kampf ihrer Brüder nicht mit ansehen musste.

Der Kontrahent Peters schlug mit der Faust in den Magen des anderen und keuchend sackte Peter zusammen. Schwer stöhnend sah er in das hämisch grinsende Gesicht über ihm. Ein Würgreiz arbeite sich langsam empor.

Edmund sprang vor und wollte seinen Bruder rächen. Er holte mit der Faust aus, als diese von einer starken Hand zurückgehalten wurde. Ed drehte sich herum und erkannte einen englischen Soldaten, der ihn grimmig anblickte. „Was zum Teufel treibt ihr hier eigentlich?“, zischte er und drückte hart das Handgelenk des Jungen. „Auseinander!“

Die Menge um sie herum zerstreute sich rasch, und auch der Junge, der sich mit Peter und Edmund geschlagen hatte, machte sich eiligst aus dem Staub.

Susan eilte auf Peter zu, der immer noch auf dem Boden kniete und sich den Bauch hielt. Seine Schwester zog ihn langsam hoch, während er wütend zu Edmund blickte, der sich den Staub von seiner Hose klopfte.

Die Menge verteilte sich und rasch waren die vier Geschwister wieder unter sich.

„Peter, was hast du dir nur dabei gedacht?“, zischte Susan ihren älteren Bruder an. Doch der zuckte nur mit den Schultern, nahm seine Tasche wieder auf und ging Richtung Gleis davon. Die drei folgten ihm, Edmund etwas widerwillig.

Als sie das Gleis erreichten konnten sie ihren Bruder erst nicht sehen, doch dann sagte Lucy: „Da, dort ist er!“ und zeigte auf eine Bank. Und tatsächlich, dort saß Peter, mit eingesunkenen Schultern und miesmutigem Blick.

Susan schwieg, als sie sich hin setzte, Lucy riskierte einen Seitenblick aber erschrak als sie die Kälte in seinen Augen sah.

Edmund war der letzte der sich auf die Bank fallen ließ. Etwas aggressiv wandte er sich an seinen Bruder und murrte: „Gern geschehen, liebster Peter.“

„Ts.“, meine dieser. „Ich hab‘ dich nicht drum gebeten, mir zu helfen.“

Susan ließ einen entnervten Seufzer hören und verdrehte die Augen. Lucy sah das und riskierte wieder einen Blick zu ihrem Bruder.

Edmund erwiderte: „Klar, du hattest ja alles unter Kontrolle, nicht wahr?“

Wütend stand Peter mit einem Ruck auf.

„Was war es denn dieses Mal, Peter?“, sagte Susan schließlich und verschränkte die Arme.

Peter stieß zischend Luft aus. „Er hat mich angerempelt.“

„Und DESWEGEN prügelst du dich?“, fragte Edmund ungläubig. „Also, dafür habe ich nicht jahrelang mit dem Schwert trainiert.“

„Du verstehst das nicht, Ed.“, meinte Peter und drehte sich zu ihm herum. „Erst hat er mich angerempelt, und dann verlangte er noch von mir, dass ich mich entschuldige!“

„Als ob das so schlimm gewesen wäre…“, murmelte Edmund und zog mit einem gleichgültigen Blick die Schultern hoch.

Peter ging auf das Gleis zu, drehte sich aber dann wieder um und blickte seine Geschwister direkt an. „Sagt mir, geht euch das alles nicht auch auf die Nerven? Ich verstehe nicht, wie ihr das ertragen könnt!“

„Was ertragen, Peter.“, fragte Susan mit einem leicht gelangweilten Unterton in ihrer Stimme.

„Dass uns alle wie Kinder behandeln! Absolut jeder, Suse!“

Edward kicherte. „Aber wir SIND Kinder, Pete. Du bist achtzehn, Susan siebzehn, Lucy zehn und ich fünfzehn.“

„Eben.“, stimmte Susan ihm zu. „Von mir aus können wir dieses Thema in zehn Jahren noch mal aufgreifen wenn wir…“

„Wenn wir was sind, Susan?“

Lucy meldete sich zu Wort: „Wenn wir erwachsen sind…“

Zornig wandte Peter sich ab, sah mit geschlossenen Augen zur Decke und stöhnte laut auf. „Verdammt, Lucy! Wir sind Könige und Königinnen, wir haben Narnia regiert, wir sind nicht anderes als Erwachsene, gefangen in einem kindlichen Körper!“

„Nun ja, bloß damit wirst du hier keinen Job bekommen.“, grinste Edmund.

Peter begann auf und ab zu laufen, er wollte seine Wut, seinen Zorn loswerden, aber er wusste nicht wie.

Lucy beobachtete bedrückt ihren Bruder. Schon viel zu lange ging es ihm nicht gut, zu oft blickte er gedankenverloren in der Gegend umher.

Edmund begann, ein Lied zu pfeifen.

„Halt doch endlich mal den Mund, Ed!! Dieses Gepfeife kann man doch kein Lied nennen!“

Edmund verstummte kurz, blickte ihn an. Und pfiff dann weiter.

„Ed!“, rief Susan, als Peter im Begriff war auf ihn zu zugehen, die rechte Faust geballt.
„Was?“, fragte dieser und drehte sich zu seiner Schwester um. „Ich kann doch nichts dafür wenn unser Hochkönig so unausgeglichen ist?!“

„Ich bin ausgeglichen…!“, knurrte Peter und sendete einen eiskalten Blick an seinen Bruder ab. „Aber wir könnten viel mehr sein als das… es ist jetzt ein Jahr her… wie lange will Aslan uns denn noch warten lassen?“ Er verstummte.

„Vielleicht sollten wir uns aber damit abfinden, dass dies hier unsere Welt ist, Peter.“, sagte Susan vorsichtig.

Ihr Bruder drehte sich zu ihr, blickte sie an und sagte leise: „Ich will aber nicht, dass das hier „meine“ Welt auf ewig ist…“

Susan stand auf, ging auf Peter zu und legte ihre Hand auf seinen linken Arm. Sie sah ihn weich an und flüsterte. „Du vermisst Elena… oder?“

Augenblicklich veränderte sich Peters Blick. Er sah zu seiner Schwester und sie konnte sehen wie seine Gedanken rasten. Sie glaubte, Bilder von ihm und seiner Gemahlin, Elena, der Hochkönigin von Narnia, in seinen Augen zu erkennen.

Und dann, ganz leise, konnte Susan hören, wie ihr Bruder „Ja…“ murmelte.

Elena war ein junges Mädchen, das aus Narnia stammte und in Wirklichkeit die Herrin der Wasserfeen war. Sie lebte in dieser Welt und kam zusammen mit den Pevensies zu Professor Kirke. Dort hatte Lucy den Weg nach Narnia gefunden… sie erlebten Abenteuer, Krieg und Schrecken dort, aber dann besiegten sie die Weiße Hexe und wurden die Herrscher von Narnia.

Elena und Peter waren füreinander bestimmt, so hatte es Aslan, der Erschaffer Narnias, ihnen gesagt. Und tatsächlich hatten die beiden sich ineinander verliebt, kurz nach der Schlacht gegen Jadis geheiratet und eine harmonische Ehe geführt.

Dann, nach zwanzigjähriger Herrschaft, waren die vier Geschwister bei der Jagd nach dem Weißen Hirsch zurück in diese Welt gelangt. Ohne Elena, und wieder als Kinder.
Was mit ihr passiert war, wusste keiner zu sagen. Peter sehnte sich jeden Tag nach ihr, schmerzlichst, und die drei anderen vermissten sie zwar auch, jedoch nicht so sehr wie ihr Bruder.

Und deswegen war es nur verständlich, dass Peter zurück nach Narnia wollte.

Susan und Edmund sahen das alles relativ gelassen, sie hatten keine starke Bezugsperson in dem magischen Reich.

Doch auch Lucy sehnte sich zurück, sie musste immer an Herrn Tumnus, den Faun, denken. Wie es ihm wohl ging? Sie wusste, dass er sehr krank war, als sie zu der verhängnisvollen Jagd aufbrachen. Und sie hatte vorgehabt, sich vom Weißen Hirsch Genesung für den Faun zu wünschen, hätten sie ihn gefangen. Aber das war ihr leider nicht gelungen und sie hatte keine Ahnung, was mit ihm geschehen war… Sie hoffte und betete inständig, dass es ihm gut ging und sie ihn eines Tages wiedersehen würde.

Peter atmete tief durch. Dann lächelte er Susan an, murmelte ein „Es geht schon wieder…“ und setzte sich zwischen Lucy und Edmund auf die Bank zurück. Susan tat es ihm gleich, setzte sich und holte tief Luft.

Es war in letzter Zeit nicht einfach mit ihm.

Ihr Blick wanderte über den Bahnsteig entlang. Der Zug würde jede Minute eintreffen und…

„Schnell, tut so, als ob ihr mit mir reden würdest!“, flüsterte Suse und wandte sich an ihre Geschwister.

„Aber… wir reden doch mit dir.“, sagte Edmund verwirrt.

Susan schnalzte ungeduldig mit der Zunge. Lucy beugte sich vor, sah an Susan vorbei und begriff, warum ihre Schwester so reagiert hatte. Der Junge vom Kiosk war wieder aufgetaucht und blickte sich suchend um.

„Na, der sucht wohl jemanden, Suse.“, kicherte Lucy und grinste breit.

„Shh, sei ruhig, Lu, nicht, dass er uns noch sieht!“

Edmund folgte Lucys Blick und musste sich das Lachen verkneifen. „Wow, Susan, da hast du dir aber was geangelt! Und den ziehst du dem Prinzen von Kalormen vor? Wenn der das wüsste.“

Selbst Peter lächelte kurz als er den Schüler sah. „Ohja, das würde sein Ego garantiert nicht verkraften, oder?“ Edmund kicherte und Peter und er klatschten sich ab.

„Jungs!“, zischte Susan. „Hört auf, er sieht uns noch und dann…“

„Au!“, rief da Lucy und sprang auf. „Susan, hör auf mich zu zwicken, ich hab doch gar nichts gesagt!“

„Das war ich nicht!“, verteidigte sich ihre Schwester.

„Autsch, Pete!“, rief in diesem Moment auch Edmund und sprang hoch. „Du musst doch nicht immer gleich Susan alles nachahmen!“

„Was, ich? Du hast mich doch gerade eben gekniffen!“, konterte Peter, der gleichzeitig mit seinem Bruder aufgesprungen war.

„Seid doch bitte ruhig…!“, flehte Susan, doch dann sprang auch sie auf. „Was ist das?“

„Ich weiß es nicht!“, antwortete Edmund. In diesem Augenblick erhob sich ein kräftiger Wind und der Schulzug fuhr auf den Bahnstation ein.

„Irgendwas stimmt hier nicht!“, rief Susan.

„Nehmt euch bei den Händen, schnell!“, brüllte Peter gegen den Lärm an und seine Geschwister gehorchten.

„Seht doch!“, rief da Lucy.

Die vier Pevensies blickten auf die rasend einfahrenden Waggons. Die Sitze und Passagiere flossen an ihnen vorbei, aber da war noch etwas, direkt hinter dem Zug. Die Ziegelstein Mauer schien sich aufzulösen, blaues Licht arbeitete sich hindurch und zog die Geschwister in sich hinein.

„Aber… das ist doch…“
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