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The Chronicles Of Narnia - Prince Caspian

GeschichteFantasy / P16 / Gen
Edmund Pevensie Lucy Pevensie OC (Own Character) Peter Pevensie Prinz Kaspian X. Susan Pevensie
17.04.2009
23.10.2020
7
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17.04.2009 2.302
 
Das Licht des Mondes ruhte auf den kalten Mauern der Burg, als eine junge, beinahe noch kindliche Magd eilig die Gänge entlang eilte. In ihrer Hand hielt sie eine Kerze, deren Flamme aufgereckt flackerte. Heißes Wachs tropfte auf die Hand der jungen Frau, aber sie bemerkte es nicht. Denn sie kannte nur ein Ziel.

Endlich stand sie vor der hölzernen Tür am Ende des Korridors, ganz in der Nähe des Burghofes. Ohne zu zögern klopfte sie kurz an.

Nichts rührte sich.

Sie klopfte noch einmal, dann ging die Tür auf und eine junge Frau stand darin, noch gekleidet in ihrem Kleid, das sie zum Abendessen getragen hatte.

„Lenmana?“, fragte sie verwirrt und runzelte die Stirn. „Was macht Ihr denn so spät noch hier?“

„Madame!“, rief Lenmana aus und knickste rasch. „Es ist soweit, die Herrin, sie…“

Die Frau vor ihr riss ihre Augen auf. Auf einmal war sie wieder hellwach. Rasch schloss sie ihre Tür, verschloss sie und eilte dann davon, Lenmana hinter sich her.

„Wann hat es angefangen?“, fragte die Geweckte und bog nach Rechts ab. Lenmana musst rennen, um mit der jungen Frau Schritt halten zu können.

„Vor etwa drei Stunden. Wir dachten dass es vielleicht wieder aufhören würde, aber dann wurden die Schmerzen stärker und dann hat die Herrin gesagt, dass ich Euch holen soll…“

Die Frau nickte als Antwort, dann stieß sie eine Tür auf und blieb stehen. Vor ihr, auf einem großen Himmelbett, lag Prunaprisima, Gattin von Herzog Miraz. In Schmerzen wand sie sich und sie schwitzte so stark, dass das Lacken unter ihr und ihr Nachtkleid schon völlig durchnässt waren.

Prunaprisima sah auf und mit glasigen Augen verfolgte sie die Angekommene, als sie an ihr Bett eilte. Die Frau sank auf die Knie und flüsterte: „Meine Herrin…“

„Je… Jewela…“, murmelte Prunaprisima und lächelte schwach. „Ihr… Ihr seid tatsächlich gekommen…“

„Ich werde doch meine Herrin nicht im Stich lassen, wenn sie ihr erstes Kind bekommt.“, sagte Jewela, lächelte ihrer Herrin zu und befühlte dann den schwangeren Leib der Frau.

Das Kind innen drin war ruhig und lag gerade richtig. Es würde eine schnelle Geburt werden.

„Lenmana?“, fragte Jewela und die Magd eilte sofort an ihre Seite. „Bringt mir schnell warmes Wasser und saubere Tücher. Und einen Tee, den ihr mit diesen Kräutern zubereitet.“ Sie reichte Lenmana ein kleines Säckchen.

Geschwind eilte die Magd davon, als Jewela sich wieder Prunaprisima zuwandte und beruhigend sprach: „Der Tee wird Eure Schmerzen lindern. Dann wird die Geburt auch schneller vorübergehen und bald werdet Ihr dann Mutter sein.“

„Ich danke Euch, Jewela…“, flüsterte die Herzogin und seufzte erleichtert auf. „Was würde ich nur ohne Euch tun?“

~*~*~*~

Keine halbe Stunde später ging ein gewaltiger Schrie durch die Burg, als Prunaprisima sich ei letztes Mal aufbäumte und ihrem Sohn das Leben schenkte. Jewela wickelte es in ein paar saubere Tücher und gab das kleine Wesen ihrer Herzogin, die es strahlend entgegen nahm. Ihr erster Blick suchte nach dem Beweis, dass es ein Junge war und als sie es sah, leuchteten ihre Augen noch mehr auf. Sie drückte den kleinen Jungen an sich.

Jewela indes wusch sich ihre Hände in frischem Wasser. Lenmana reichte ihr ein sauberes Tuch zum abtrocknen und sagte dann: „Ihr seid eine sehr weise Frau, Madame Jewela. Ohne Euch wäre die Geburt nicht so reibungslos abgelaufen, aber…“

Jewela gebot ihr mit einem Blick zu schweigen.

Ihr war nicht nach Freude zu Mute, sie musste jetzt schnell handeln… Sie wandte sich an Prunaprisima und sagte: „Verzeiht, meine Herrin, aber ich möchte gerne in meine Kammer zurückkehren, um einen segenvollen  Zauber für Euren Sohn suchen zu können.“

Die Herzogin hörte sie nicht. Zu vernarrt war sie in ihr kleines Baby, doch die alte Kinderfrau neben ihr nickte Jewela zu.

Ohne ein weiteres Wort ging Jewela hinaus und lief zu ihrem Zimmer. Als sie sich sicher war, dass niemand sie verfolgte, bog sie nach links statt nach rechts und klopfte rasch an eine große, schwere Tür aus Holz. Sie klopfte so lange, bis die Tür auf ging und ein kleiner, dicker Mann mit Brille und langem weißen Bart vor ihr stand. Er sah auf zu ihr, rieb sich dann die Augen und fragte schlaftrunken: „Jewela, was wollt Ihr denn noch so spät bei…“

„Still.“, zischte Jewela, schaute sich dann kurz um und flüsterte dann: „Es ist ein Sohn.“

Mit einem Schlag war Cornelius komplett wach. Entgeistert sah er die junge Frau an und sagte: „Das ist nicht wahr…“

Jewela nickte. „Doch, und wenn wir uns nicht beeilen, ist er des Todes! Ich werde ihn holen und mit ihm fliehen.“

„Aber wohin wollt Ihr mit ihm? Es wimmelt überall von Telmarern! Sie sind wie Ameisen, man bekommt sie nicht los!“, flüsterte Cornelius verzweifelt und kratzte sich am Kopf.

„Ihr vergesst, mein lieber Freund, dass in den Wäldern nördlich von hier noch die Anderen leben… Ich kann sie finden.“, sagte Jewela und lächelte leise.

Cornelius sah auf. „Das ist gefährlich, meine Liebe. Seid Ihr nicht schnell genug, könnten sie ihn töten… und Euch wegen Hochverrats hinrichten.“

Jewela lachte leise auf. „Ich habe keine Angst vor dem Tod.“

Cornelius atmete tief durch. „Also gut. Holt Kaspian und bringt ihn fort von hier. Weit weg, so weit Ihr nur könnt! Ich werde dann später zu euch stoßen, wenn sich die Lage hier beruhigt hat.“

„Cornelius, Ihr seid ein guter und tapferer Mann.“, murmelte Jewela und küsste ihn auf die Stirn, bevor sie dich umdrehte und hinter einem Teppich verschwand.

Cornelius sah sich noch einmal im Gang um, dann schloss er seine Tür und drehte den Schlüssel gleich zweimal im Schloss herum.

Jewela indes hatte das Zimmer Kaspians erreicht. Das Bett des Prinzen war in der Mitte des Raumes und darin schlief der junge Mann, nichts ahnend von seinem Schicksal und tief in seinen Träumen, wo er gefährliche Schlachten schlug.

Jewela trat an ihn heran, schnipste leise mit ihren Fingern und sofort war sie in Reiterkleidung und einen schwarzen Umhang gekleidet. Dann legte sie eine Hand auf Kaspians Mund und rüttelte einmal mit der anderen Hand kräftig an seiner Schulter.
Kaspian riss die Augen auf, angstvoll blickte er zu Jewela, doch dann erkannte er sie. Jewela ließ ihn los und richtete sich wieder auf.

„Mylady… Jewela?“, fragte Kaspian mit seinem telmarischen Akzent und setzte sich auf. „Was macht Ihr denn hier so spät?“

„Wir haben keine Zeit für große Fragen, mein Prinz, wir müssen von hier verschwinden solange es noch geht!“, sagte Jewela leise und öffnete die Schranktür Kaspians, der zu einem geheimen Gang führte.

„Was? Von was redet Ihr denn da, was soll denn passiert sein?“, fragte der junge Prinz, blieb aber immer noch sitzen.

Jewela warf ihm seine Kleider zu, die er aber noch nicht umlegte. Die Frau eilte auf ihn zu. „Kaspian, kleidet Euch an, Ihr müsst Euch beeilen!“

Kaspian schien verwirrt, dennoch begann er langsam, sich seinen Wams umzulegen und seine Hose anzuziehen. „Aber warum? Sagt mir, was passiert ist!“

Jewela sah ihn direkt an. „Die Herrin hat einem Sohn das Leben geschenkt.“

Genauso wie Cornelius war auch nun Kaspian entgeistert und sah die junge Frau an. „Einen… einen Sohn? Mein Cousin…?“

„Ja.“, sagte Jewela, schloss die Vorhänge seines Bettes und zog dann Kaspian hoch, der gerade in seine Stiefel schlüpfen wollte. „Und wenn wir uns nicht beeilen, werdet Ihr sehr bald ein toter Prinz sein, mein Herr.“

„Bei allen Göttern…“, flüsterte Kaspian, dann zog er rasch seine Stiefel an und folgte Jewela durch den Schrank. Als er hindurch war, schloss die Frau die Türen und schaute kurz durch einen Spalt zwischen den beiden Türen. Sie konnte sehen, dass Soldaten hereinkamen und sich um das Bett versammelten, die Armbrüste im Anschlag.

Als die Pfeile das Bett Kaspians zerfetzten, zuckte Kaspian zusammen. Sein Blick sagte Jewela, dass er Angst hatte.

Schnell zog sie ihn die Stufen hinunter zu den Stallungen. Dort griff sie nach einem Schwert für Kaspian und einem für sich, sowie Pfeil und Bogen, die sie sich umlegte. Dann wirbelte sie herum und eilte zu den Stallungen. Kaspian folgte ihr und wollte die Box zu seinem wunderschönen Hengst öffnen, als Jewela dazwischentrat und flüsterte: „Euer Hengst ist nicht so schnell wie der von Miraz.“ Sie reichte Kaspian die Zügel von Miraz’ schwarzem Hengst und stieg dann selbst auf eine schwarze Stute, die ihr Miraz einst geschenkt hatte. Es war die Schwester des Hengstes und genau so schnell wie er selbst.

Kaspian stieg in den Steigbügel, als Jewela schon die ersten Soldaten kommen hörte. Sie mussten den Geheimgang entdeckt haben.

„Schnell, mein Prinz.“, flüsterte Jewela und versuchte die Stute ruhig zu halten, die ihre Anspannung spürte. Der Hengst tänzelte kurz vor, als Kaspian sich in den Sattel sinken ließ, dann galoppierte der Prinz auf das Tor zu, Jewela hinter ihm.

Einige Schlosswachen wurden auf die Pferde aufmerksam, doch bevor sie reagieren konnten, waren die beiden schon durch das Tor hinaus geritten und fanden sich nun auf der großen Wiese vor der Burg wieder.

Kaspian ritt schnell, aber trotzdem hörte er bald, wie hinter ihnen Soldaten angeprescht kamen.

„Nicht nach hinten sehen, Kaspian!“, rief Jewela und riskierte selbst einen Blick nach hinten. Unter ihnen, das konnte sie sehen, war Glozelle, der Hauptmann von Miraz’ Armee. Er war ein geschickter Mann und Freund von Jewela, aber er gehorchte den Befehlen von Miraz. Und sie wusste, dass er sie töten würde.

Sie ritten weiter über die Wiese, immer auf den Wald zu und im Mondlicht konnte Jewela sehen, dass die Reiter zurückfielen. Sie hatten Angst vor dem Wald.

Ohne zu Zögern ritt Kaspian hinein und auch Jewela folgte ihm. Sie sah sich noch einmal um und sah, dass die Reiter kurz verharrten. Dann aber preschten sie wieder weiter, immer zwischen den Bäumen und Büschen hindurch.

Jewela ritt genau hinter Kaspian und innerlich spornte sie seinen Hengst zu höherer Schnelligkeit an.

Sie kamen aus dem Wald auf eine Lichtung, auf der ein Fluss floss. Kaspian lenkte seinen Hengst an eine seichte Stelle und galoppierte darüber hinweg, Jewela sah sich um und erkannte, dass die Soldaten schon wieder aufgeholt hatten. Sie waren schnell. Und bald würden sie sie haben.

Mit einem schnell Griff band sie die Zügel am Sattelknauf ihrer Stute fest, drehte sich im Sattel herum und nahm ihren Bogen zur Hand. Sie zog einen Pfeil, legte ihn an und zielte auf einen den Soldaten. Im Galopp noch ließ sie ihn fliegen und sie traf den Soldaten im Brustkorb. Das Pferd bäumte sich vor Schreck auf und ließ den toten Reiter auf einen anderen fallen, der ebenso herunterfiel.

Jewelas Stute galoppierte durch das Wasser und weiter auf den wieder schützenden Wald zu, als ihre Reiterin erneut einen Pfeil abschoss. Diesmal traf sie einen Soldaten nahe von Glozelle, aber der ließ sich dadurch nicht einschüchtern. Sie sah, dass er die Augen zusammenkniff um sie besser sehen zu können. Rasch zog sie sich die Kapuze ihres Umhanges über den Kopf, dann drehte sie sich wieder nach vorne und war schon wieder im Wald verschwunden.

Kaspian indes sah wieder nah hinten und konnte Jewela sehen, die an ihn heran preschte und dann mit ihm auf einer Linie galoppierte.

„Hört mir zu, mein Prinz.“, sagte sie und griff nach einer Tasche um ihren Bauch. Sie reichte sie Kaspian, der sie sich umhängte. „Ihr werdet jetzt auf keinen Fall mehr nach hinten schauen, verstanden? Reitet zu Aslans How, dort werdet Ihr die Freunde finden die Ihr braucht!“

Kaspian wollte was erwidern, aber schon fiel Jewela zurück und schlug den Hengst einmal auf den Oberschenkel. Das Pferd wieherte und verfiel in einen noch schnelleren Galopp, der schon fast an Raserei grenzte.

Jewela fiel noch weiter zurück, sah noch einmal nach hinten und sprang dann von ihrer Stute herunter, die weitergaloppierte, immer ihrem Bruder hinterher.

~*~*~*~

Die restlichen drei Soldaten, angeführt von Hauptmann Glozelle, ritten immer tiefer in den Wald hinein. Keiner von ihnen sprach auch nur ein Wort oder dachte an die drei soeben gefallenen Kameraden, alle hatten sie nur ein Ziel vor Augen. Kaspian, den Prinzen von Narnia, zu töten.

Glozelle führte seine Männer auf einen schlecht erkennbaren Pfad, der von Nebel umlegt war. In der Ferne konnte der Hauptmann eine Gestalt ausmachen, die dort ruhig stand und wohl auf die Soldaten zu warten schien.

Glozelle konnte nicht erkennen wer es war, doch gerade als sie ankamen, bewegte sich die Gestalt blitzschnell und innerhalb eines Augenaufschlages tötete sie die drei letzten Soldaten Glozelles.

Der Hauptmann bremste sein Pferd ab und blieb stehen, sah sich um dann ging sein Pferd hoch. Das Wesen stand genau vor ihm und hatte das Tier so dermaßen erschreckt, dass es den Hauptmann zu Boden warf und in den dunklen Wald davon galoppierte. Doch Glozelle richtete sich auf, sah zu der Gestalt und schrie: „Kämpfe, du Feigling! Du wagst es, mich in einem Hinterhalt zu locken und meine Männer zu töten?!“

Doch das hätte er besser nicht sagen sollen.

Elegant wie ein Tänzer wirbelte die Gestalt herum und stieß mit einem telmarischen Schwert auf Glozelles Brust, doch der konnte ausweichen, zog sein Schwert und ein wilder Kampf zwischen den beiden entbrannte. Sie waren beide geschulte Kämpfer, aber Glozelle war besser und schließlich erwischte er die Gestalt am rechten Arm. Blut spritzte hervor und sie stöhnte auf. Dann aber reagierte sie und schlug blitzschnell nach dem Knie des Hauptmannes. Sie erwischte es und ein hauchfeiner Riss arbeitete sich in die Haut des Gegners ein.

Glozelle wirbelte um sich selbst und zog sein Schwert vor sich mit, holte dann aus und wollte dem Angreifer den  Kopf abschlagen, als dieser zurückwich und sich ebenfalls blitzschnell drehte. Die Kapuze verlor seinen Halt und rutschte herunter.

Entsetzt starrte Glozelle den Gegner an. „Je… Jewela?“

Doch da war die junge Kämpferin schon im Wald verschwunden. Die Dunkelheit verschluckte ihre Schritte und im selben Moment verschwand der Mond hinter einer dicken Wolke.

Glozelle konnte nichts mehr sehen.
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