Dreitausend Jahre...

GeschichteAbenteuer / P12
14.04.2009
14.04.2009
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Das ist also die Solare Residenz, dachte Mondra Diamond. Beeindruckend. Verdammt beeindruckend. Die Beschreibungen von Startac und Trim kommen dem Anblick nicht einmal nahe.
Doch so atemberaubend der Anblick Terranias durch die großen Panoramafenster des Büros des Terranischen Residenten auch war, sie hatte eigentlich andere Sorgen als sich anzusehen, wofür sie so lange mit der SOL gekämpft hatte. Ihre Sorge hieß Pery Rhodan.
Der große Terraner, der Unsterbliche stand am Panoramafenster seines Büros und starrte hinaus. Wortlos, ohne eine Regung.
"Ach, komm, Perry", versuchte Mondra ihren Gefährten zum reden zu bringen. "Ich bin nun mal keine Nonne. Und immerhin verschweige ich es dir nicht, sondern erzähle dir alles.
Es ist ja auch nicht so, als wäre es was ernstes gewesen."
Noch immer keine Reaktion. Also beschloß Mondra Diamond, die Sache von Anfang an durchzukauen.
"Na gut, wenn du es so möchtest, Perry Rhodan. Hallo, ich bin es, deine Gefährtin Mondra Diamond. Wir haben einen gemeinsamen Sohn namens Delorian, der von ES dazu ausersehen wurde, mit der SOL in die Vergangenheit zu reisen und dort der Chronist der Superintelligenz zu werden.
Während ich nur fünf Jahre unterwegs war, waren es durch eine Zeitdilatation bei dir ganze sechzehn.
Du kannst von mir erwarten, daß dir in dieser Zeit weiterhin mein Herz gehört. Aber du kannst nicht erwarten, daß ich meine Bedürfnisse ignoriere. Zärtlichkeit, Leidenschaft, Sex. Die ersten beiden Jahre ohne dich waren sehr einsam. Das hätte mich auf die Dauer verrückt gemacht."
Da, eine Reaktion. Hatte er sich wirklich leicht zu ihr umgewandt?
"Ich weiß, ich weiß, warum ausgerechnet Trim Marath? Ich kann es dir nicht sagen. Seit dem Einsatz in ZENTAPHER habe ich eben irgendwie ein Faible für den Jungen. Nenn es Beschützerinstinkt, wenn du willst. Und irgendwie hat es mir auch geschmeichelt, daß er sich in mich verschossen hat. Stell dir vor, er war tatsächlich noch Jungfrau..."
Perry grunzte irgendetwas. Es klang beinahe wie ein amüsiertes Prusten. Aber das widersprach seiner ernsten Haltung.
"Erst dachte ich ja, er hätte was mit Startac. Ich meine, die lange Zeit, die sie einsam im Land Dommrath verbracht haben, sie hatten nur einander und vielleicht nie wieder die Chance, in die Milchstraße zurückzukehren, geschweige denn auf Menschenabkömmlinge und damit auf Sexualpartner zu treffen...
Und wir leben in aufgeklärten Zeiten. Man kann ja mal ein wenig im eigenen Revier jagen gehen, oder?"
Wieder dieses Grunzen. Lachte dieser Mann sie womöglich aus? Spielte er nur den Ernsten? Seit er sie direkt von der SOL in sein Büro bestellt hatte, wußte sie nicht, woran sie mit  Perry war. Oder war das seine Art zu sagen, erzähl weiter?
Mondra fuhr fort: "Aber war nix. Die beiden fanden sich wohl nicht besonders anziehend. Doch während Startac sich schnell auf der SOL einlebte und in einem Monat mehr Freundinnen verschlissen hat als Atlan in seinen besten Jahren, gab sich Trim scheu und mimosenhaft. Nicht, daß es nicht genügend Anwärterinnen gegeben hätte, die gerne mal mit Trim, dem Helden auf die Matratze gehüpft wären.
Aber der Junge wollte einfach nicht. Okay, ich gebe zu, ich habe damals die Große Schwester-Nummer abgezogen. Trim vertraute mir schließlich, und es tat mir gut, seine Aufmerksamkeit und sein Vertrauen zu haben.
Himmel, ich konnte ja nicht ahnen, daß er seit ZENTAPHER so auf mich fixiert war. Nein, er hat sich nicht verliebt. Nicht wirklich. Aber er sah mich wohl irgendwie als sexuelles Nonplusultra an. Und das hat mir mehr als geschmeichelt, Perry. Irgendwie war es... erregend.
Es hat dann nicht lange gedauert, bis wir eine Menge freie Zeit zusammen verbracht haben, wenn Startac in der Scherbenstadt der Mom´Serimer unterwegs war oder eine seiner Freundinnen ausführte. Und irgendwann haben wir uns dann eben geliebt."
Wieder dieses Geräusch. Lachte oder weinte der Unsterbliche?
"Man kann eben nicht so lange Zeit aufeinander hocken und nichts füreinander empfinden. Trim wußte immer, daß ich dich liebe. Daran hat sich nichts geändert. Aber er hat die Erfahrung genossen, die er mit mir gemacht hat. Und ich habe es auch genossen. Er ist nicht besser als du, nur anders. Seine Schüchternheit, seine übertriebene Vorsicht hat etwas, finde ich.
Aber jetzt sind wir wieder auf Terra, und ich will wieder mit dir zusammensein, Perry. Ich habe mit Trim geredet, ich denke, er kann damit umgehen. Immerhin hat er bei unserer Rückreise in die Milchstraße bereits angefangen, andere Frauen außer mir zu treffen.
Wir werden vielleicht Freunde bleiben, aber mein Bett ist ab sofort nur noch für dich reserviert.
Nimm an oder laß es. Aber steh da nicht so hoheitsvoll am Fenster und laß mich hier meine Entschuldigungen stammeln."

Perry drehte ihr sein Gesicht zu. "Entschuldige, Mondra, das war nicht meine Absicht. Auf meinem Schreibtisch liegt eine Folie. Ich möchte bitte, daß du sie liest."
Eine Abfindung? ging es Mondra durch den Kopf. Ein Vorschlag, wie wir unsere Trennung mit dem geringsten Medienschaden für den Residenten hinter uns bringen können? Oder vielleicht ein Ehevertrag?
Mondra ergriff die Folie und begann mit pochendem Herzen zu lesen.
Es war die Zusammenfassung eines Dossiers. Einsatz in der Galaxis TRADOM, las Mondra, gemeinschaftliches Projekt des Hu´hany Tussans mit der LFT, beteiligt die LEIF ERIKSSON unter Perry Rhodan und die KARRIBO unter Mascantin Ascari da Vivo... Nein, kein richtiges Einsatzdossier, mehr ein unabhängiger Bericht des TLD.
Aufmerksam las Mondra die Folie durch, aktivierte die Scrollfunktion und nahm sich die nächste Seite vor. Danach Seite drei, vier, sieben, neun, elf....
"Das... Das ist.... Perry!"
Der Unsterbliche drehte sich nun vollends zu  ihr um. "Mondra, Schatz... Ich habe dich nicht hergerufen, weil du eine Affäre mit Trim Marath hattest. Um ehrlich zu sein wußte ich nicht einmal davon.
Ich habe dich gerufen, weil... Ich wollte, daß du es von mir erfährst, und nicht in irgendeiner TriVidshow."
"Du hast tatsächlich Imperator Bostichs Tochter... Ascari da Vivo? Während des Einsatzes in TRADOM?"
Sie zählte schnell die Seiten der Folie nach. "Neunzehn mal an Bord der LEIF? Der TLD war ja sehr gründlich. Sogar die verschiedenen Stellungen hat er anhand des Kama Sutra klassifiziert. Haben sie dir und Ascari auch Noten gegeben?"
"Bitte, Mondra, mach keine Scherze. Es ist eben passiert, und ich bin kein Mönch, genauso wenig, wie du eine Nonne bist. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Wir machen da weiter, wo wir aufgehört haben, oder wir trennen uns. Bitte denk darüber nach. Ich will nicht, daß du deine Entscheidung vielleicht irgendwann bereuen mußt. Es kann sein, daß Ascari nicht verhütet hat und das kann noch eine Menge Ärger bedeuten."

Stumm starrte Mondra den großen Terraner an. "Dreitausend Jahre sexuelle Erfahrung, und du vergißt einen der wichtigsten Grundsätze, Perry? ICH habe daran gedacht, Herr Unsterblicher!"
Na toll, dachte sie, was kommt als nächstes? Eine Einladung von Opa Bostich zum fünften Geburtstag meines Stiefsohnes? Wütend blätterte sie durch die Folie. Auf Seite neunzehn schlug sie mit dem Handrücken einmal quer über das Speichermedium.
"Hast du eine Entscheidung getroffen, Mondra?" fragte Perry ernst.
Ein Grinsen stahl sich auf ihre Züge, als sie ihrem Gefährten die Seite zeigte. Sie hatte ein kleines Video rausgepickt und vorzoomen lassen.
"Perry, Liebling", hauchte sie, "das will ich auch mal ausprobieren."
Der Resident riß die Augen auf. "Syntron! Ich will den Rest des Tages nicht gestört werden, und wenn die Blitzer im Vorzimmer warten."
Miteinander kichernd  halfen sie sich gegenseitig aus der Kleidung. Perry sah auf die Folie und meinte: "Das wird eine Menge Arbeit, Mondra... Aber sie ist es wert."
"Dreitausend Jahre sexuelle Erfahrung", hauchte Mondra und begann seine Brust zu küssen, "ich weiß durchaus, was ich an dir habe, Liebling."
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