Unerwartet

GeschichteRomanze / P12 Slash
Bree van de Kamp Katherine Maifair
14.04.2009
14.04.2009
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Titel: Unerwartet
Autor: Colonel Mackenzie
Rating: PG-12
Kategorie: femslash  Bree/Katherine
Typ: Romantik
Spoiler: nein
Disclaimer: alle Rechte an den bekannten Personen gehören „Desperate Housewives“
Version:  Ostern 2009
Anm.: Bree ist hier keine Alkoholikerin.

Mary Alice: „Auch wenn die sonnige Wisteria Lane nach außen hin als perfekte Wohngegend mit perfekten Menschen galt, so war sie voller Schatten, Dunkelheit, Geheimnisse und Lügen.“
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Die Sonne stieg höher und tauchte die Wisteria Lane in ein goldenes Licht.

Heute Abend würde die jährliche Spenden-Gala von Fairview stattfinden und Bree und Katherine hatten das Catering übernommen. Es war nicht einfach nur die Versorgung mit Essen, denn die beiden machten etwas Besonderes daraus. Der Wein war erlesen, die Vorspeisen außergewöhnlich. Die Tischdekoration wunderschön und die Hauptspeisen atemberaubend. Die Desserts würden die Gäste in Träume an ferne Länder versinken lassen.  

Bree und Katherine hatten sich im Laufe der Vorbereitungen zusammengerauft. Anfangs sah es so aus, als würden sie sich die Augen auskratzen und die Bewohner der Straße hatten Wetten abgeschlossen. Doch seltsamerweise vertrugen sie sich mittlerweile.

Der Tag verlief geschäftig für die zwei, aber nicht kopflos und hektisch. Sie waren routiniert und einigermaßen entspannt. Am Ende des Tages waren sie ausgelaugt, aber zufrieden. Es hatte keinerlei Pannen gegeben, kein unerwünschter Besucher war aufgetaucht, kein Skandal entfacht worden.

Die beiden saßen in der Küche ihrer kleinen Firma. Bree starrte gedankenverloren in ihr Weinglas und bemerkte nicht, dass Katherine sie ansah. Sie beobachtete.

Katherine ertappte sich dabei, dass sie Bree auf eine Weise betrachtete, wie sie es nicht tun sollte. Jede Minute steigerte ihr Verlangen, die Freundin zu berühren, zu umarmen, zu küssen. In solchen Momenten wünschte sich Katherine manchmal, Bree wäre nicht nur ihre Geschäftspartnerin. Seit kurzem sah sie Bree in einem anderen Licht. Dieses Gefühl war einfach über sie hereingebrochen, wie ein plötzliches Sommergewitter.

Konnte sie ihre Gefühle beichten? War es ein Fehler gewesen, in der Cateringfirma anzufangen? Sollte sie Bree besser aus dem Weg gehen?
Sie konnte sich einfach nicht von Brees wunderschönen langen roten Haaren losreißen, vom Anblick ihrer zarten Haut. Sie sah am liebsten in diese schönen grünen Augen, die ein Gefühl von Feuer und Abenteuer verbreiteten. Katherine war nahe daran, Bree eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen.

„Okay“, sagte Katherine plötzlich. „Dann werde ich mich auf den Weg nach Hause machen. Es war ein langer Tag.“ Sie trank den letzten Schluck Wein aus und erhob sich. Bree lächelte sie an und stellte ihr Weinglas ab. „Ja, ich werde auch gehen. Der Tag war anstrengend.“
An der Tür blieb Katherine abrupt stehen und sah Bree an.
„Was ist?“
„Ach, nichts.“
„Was hast du auf dem Herzen?“, fragte Bree leicht angesäuselt. „Du kannst es mir sagen.“
„Besser nicht.“
Bree stemmte die Hände in die Hüften und sagte: „Los, raus damit. Ich kann alles vertragen.“
„Sicher?“, fragte Katherine schmunzelnd.
„Absolut!“
Katherine nahm allen Mut zusammen und küsste die Freundin sanft auf die Lippen.
Bree hielt vor Überraschung die Luft an. Sie war nicht fähig, den Kuss zu erwidern, wehrte sich aber auch nicht. Nach einem kurzen Moment ließ Katherine von ihr ab und verschwand schnell nach draußen.

Bree lehnte sich unschlüssig an die Tür. Sanft berührte sie ihre Lippen mit den Fingern, als wollte sie den Kuss ertasten. Aber er war nicht mehr da. Sie versuchte, das Geschehene in Erinnerung zu rufen, aber in ihrem Kopf hatte sich ein seltsamer Nebel ausgebreitet. ‚Hat sie das wirklich getan?‘, fragte sie sich.
Als sie schließlich ihr Haus betrat, entledigte sie sich ihrer Kleidung und kuschelte sich in das kühle Bettzeug. Obwohl sie von der Arbeit des Tages ausgelaugt war, so konnte sie doch nicht einschlafen. Sie sah immer wieder Katherine vor sich, spürte deren Lippen auf ihren, glaubte, zarte Hände auf ihrem Körper zu fühlen. „Das ist doch völlig absurd!“, schalt sie sich laut. Sie lag trotzdem noch lange wach und fiel dann in einen unruhigen Schlaf.



Die Sonne stiegt höher und tauchte die Wisteria Lane in ein goldenes Licht.

Die Bewohner gingen den üblichen Tätigkeiten nach. Nur Bree und Katherine lagen in ihrem Bett und hingen seltsamen Gedanken nach. Unsicherheit hatte sich in ihnen breit gemacht. Einerseits hatten sie Angst davor, die Freundin wiederzusehen und andererseits spürten sie Freude deswegen. Es kam ihnen vor, als würden sich in ihrem Körper Magneten befinden, die sich mal anziehen und mal abstoßen. Zeitgleich griffen sie zum Telefonhörer und wählten, doch es war besetzt. Erleichterung und Bedauern.

Wenig später saßen sie geduscht am Frühstückstisch, nippten an ihrem Kaffee und sahen zur anderen Straßenseite hinüber. Was mochte die Person hinter der Gardine wohl gerade denken? Sie wussten nicht, dass sie sich beobachteten, dass sie an den jeweils anderen dachten.

Als Bree gegen Mittag in der Küche ihrer Firma stand, um die Spuren der Schlacht vom vergangenen Abend zu beseitigen, ertappte sie sich dabei, wie sie immer wieder an den Kuss dachte. Lange schon hatte sie nicht die Lippen einer Frau gespürt. Sehr sehr lange. Niemand hier wusste das. Nichtmal ihre eigene Familie. Sie hatte es als Jugendsünde abgetan, doch nun kam die Erinnerung daran wieder hoch. Eine schöne Erinnerung. Bree musste lächeln.

Katherine kam zur Tür hereinkam. „Du bist nicht sauer auf mich oder wem gilt das Lächeln?“

Erschrocken sprang Bree in die Gegenwart zurück. „Was?“

„Du hast gelächelt. Das ist gut für mich, oder?“

„Ich habe nicht an dich gedacht“, sagte Bree kühl.

„Oh!“, erwiderte Katherine und begann, ebenfalls aufzuräumen.

Wortlos arbeiteten sie einige Minuten.

„Katherine,“ unterbrach Bree nach einer Weile die Stille. „Können wir darüber reden?“

„Bree, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken. Sonst bin ich nicht so direkt.“

„Es muss dir nicht leid tun. Ich bin nicht sauer auf dich“, erwiderte Bree und widmete sich wieder ihrer Arbeit.

„Okay“, sagte Katherine nur und arbeitete ebenfalls weiter.

Trotzdem spürten die Frauen die angespannte Atmosphäre. Es fühlte sich an, als würde in dem Raum gerade ein Elektrizitätsexperiment durchgeführt. Als müsste der Raum explodieren, würde jemand ein Streichholz anzünden.

Nach gefühlten hundert Jahren hatten sie die Küche aufgeräumt, das gespülte saubere Geschirr in den Schränken verstaut. Bree wandte sich zur Tür und sagte im Hinausgehen: „Schließ bitte ab.“ Perplex blieb Katherine zurück. Zeitgleich rauschten Erleichterung und Enttäuschung durch ihren Körper. Sie starrte die geschlossene Tür an und sagte zu sich: „Du dumme Kuh, was hast du denn auch erwartet?“ Seufzend sperrte sie die Tür ab und ging nach Hause.

Nach Einbruch der Dämmerung blickte Katherine wie aus einem Reflex heraus zu Brees Haus herüber, doch alles lag im Dunkeln. Kein Licht brannte. ‚Ob sie in der Firma ist?‘
Erregung schoss durch ihre Adern. ‚Soll ich sie aufsuchen?‘
Ohne daran weitere Gedanken zu verschwenden, machte sie sich auf den Weg. Und tatsächlich brannte dort Licht.
Zögernd öffnete sie die Tür und trat ein. Bree lehnte am Tresen und erschrak nicht mal ein wenig, als hätte sie jemanden erwartet.
„Was tust du so spät noch hier?“, fragte Katherine deshalb.
Bree zuckte nur mit den Schultern. „Aufräumen.“
„Wir waren heute Mittag schon fertig.“
„Vorbereiten.“
„Wir haben keinen Auftrag.“
„Ach, ich weiß auch nicht.“
Lächelnd ging Katherine auf sie zu und blieb dicht vor ihr stehen. Bree rührte sich nicht.
Sie sah Bree‘s Augen im Dämmerlicht funkeln.

Ohne ein Wort küsste Katherine Bree sanft auf die Lippen. Sie spürte keine Gegenwehr und wurde mutiger. Sie ließ eine Hand durch das lange rote Haar gleiten und schickte sich an, den Kuss zu vertiefen. Bereitwillig öffnete Bree die Lippen und als sich ihre Zungen berührten, setzte das Denken aus, Gefühle wogten über sie hinweg und um sie herum war nur ein Rauschen zu vernehmen. Bree presste ihren erregten Körper an Katherines und ließ ihre Hände über deren Rücken gleiten. Ihre Zungen hatten sich in einem wilden Spiel verfangen. Hände schienen überall gleichzeitig zu sein. Herzen pochten zum Zerbersten. Nach unendlich scheinenden Minuten mussten sie zu Atem kommen und lösten sich voneinander.  

Um den Körperkontakt nicht abbrechen zulassen, ließ Katherine ihre Hände auf Bree’s Hüften ruhen. Bree hatte das Gefühl, Feuer würde sich an den Stellen durch ihre Kleidung fressen. Die beiden Frauen blickten sich an und sahen Begehren und Unsicherheit. Noch immer nahmen sie nur ihr Gegenüber wahr. Der Raum war für sie nebulös, Wände existierten nicht.

Zaghaft strich Bree mit einer Hand über Katherines Wange und lächelte scheu. Katherine neigte den Kopf und flüsterte Bree ins Ohr: „Ich will mit dir schlafen. Jetzt.“
Gänsehaut überzog Brees Körper. Erregung breitete sich in ihr aus. Sie starrte auf Katherines Lippen, die sich näherten und schließlich versanken die beiden in einem leidenschaftlichen Kuss. Binnen Sekunden lagen ihre Kleidungsstücke auf dem Boden. Die zwei Frauen ergaben sich in das neue Gefühl und löschten das lodernde Feuer in ihrem Inneren.

ENDE

Meinungen? Ganz ehrlich.
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