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Hol mir die Sterne vom Himmel

von Storygirl
GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
13.04.2009
13.04.2009
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Für meine Levke, die Lamara so sehr liebt :-)


Awww! Das war ja mal wieder so typisch für Caro! Sie war es doch die die Idee zu dieser Spitzenparty hatte. Tamara war von Anfang an dagegen gewesen, die Marokko-Reise ihrer Eltern und die damit verbundene sturmfreie Bude als Anlass zu nehmen eine Party zu schmeißen. Doch wie so oft, hatte sie sich von ihrer besten Freundin breitschlagen lassen nur um es kurze Zeit später zu bereuen.
“Wir werden alles gemeinsam organisieren. Versprochen. Und ich werde den ganzen Abend keinen Tropfen Alkohol anrühren, sondern mich nur darum kümmern, dass alles glatt geht” hatte sie ihr versichert und noch scherzend hinzugefügt “und vielleicht ein klein bisschen Spaß haben.”
An das erste hatte sie sich auch noch gehalten. Im Eiltempo hatten sie die Fete von heute auf morgen auf die Beine gestellt. Stundenlang hatten sie, mit Hilfe von Horst, Einkäufe herangekarrt und die Wohnung durch Dekoration zu einer Partyhöhle umgestaltet. Den zweiten Punkt ihres Eides hatte sie erstaunlicherweise bisher auch noch ganz gut im Griff. Aber Caros Laster war sowieso noch nie der Alkohol sondern die Männer gewesen. Und genau dieses Laster war mal wieder daran schuld, dass Caro ihr Versprechen gebrochen hatte. Denn anstatt Tamara dabei zu unterstützen, die Party im Zaum zu halten und gleichzeitig dafür zu Sorgen, dass alles nach Plan verlief, machte sie irgendeinem wildfremden Jungen hübsche Augen. Dass Lars nichts außer Freundschaft von ihr wollte, hatte sie mittlerweile zum Glück eingesehen aber wohl immer noch nicht so ganz verkraftet, denn seitdem lief sie jeder Woche einem anderen nach. Verzweifelt bemüht um Anerkennung. In dieser Hinsicht würde Tamara ihre beste Freundin wohl nie verstehen. Sie war eigentlich ein ganz toller Mensch, wenn sie sich nicht immer selbst im Weg stehen und vor allem unter Wert verkaufen würde.
Wütend hing Tamaras Blick an der Blondine fest, die gerade mit ihrer Eroberung die Tanzfläche stürmte. Dieses Mal würde nicht mit einer Entschuldigung wieder alles in Ordnung sein!
“Tamara ess tuud mir leeihd.” hörte sie hinter sich ihre Klassenkameradin  Beate lallen, die neben dem Klo zusammengesunken war.
Tamara befand sich im Bad im Erdgeschoß, dessen Boden mittlerweile nicht nur von Kotze übersäht, sondern dessen kostbarer Antikspiegel zu Bruch gegangen war und damit auch noch das Waschbecken ruiniert hatte und versuchte zu retten was noch zu retten war. Wie hatte sie sich nur jemals auf diese dumme Idee einlassen können. Das kannte man doch aus jedem Teeniefilm, dass bei einer Party im eigenen Haus immer etwas schief beziehungsweise kaputt ging! Und natürlich musste sie alles mal wieder alleine ausbaden ...
Vorsichtig versuchte sie die großen Scherben in die Mülltüte wandern zu lassen, dass fehlte noch, dass sich einer der Betrunkenen daran verletzte. Beate wurde mittlerweile von ihrem Freund umsorgt, der sie behutsam hochzog und nach draußen begleitete.
Vor der geöffneten Badezimmertür dröhnten die Bässe der Musik zu Tamara hinein und vermischte sich mit dem Stimmengewirr der zahlreichen Jugendlichen im Haus. Es war komisch, aber obwohl so viele  Leute hier waren, fühlte sich die Brünette so allein wie selten zuvor. Von ihren Gedanken leicht abgelenkt, geschah ihr natürlich das, wovor sie alle anderen hatte bewahren wollen.
“Ahhh!” schrie sie laut auf, als sie sich mit einer Scherbe am rechten Zeigefinger schnitt. “Shit!”
Schnell sickerte Blut aus der Wunde.
“Tamara!” kam Lars zu ihr gerannt, der beim vorbeigehen alles mit angesehen hatte. Mit flinken Fingern fischte er ein Taschentuch aus seinem schwarzen Jackett und legte es ihr auf die Wunde.
“Danke.” kam es betrübt aber aufrichtig von ihr und ihm wurde wie immer ganz schwindelig als sie ihn ansah. In den letzten Monaten hatte er die Chance gehabt, dieses Mädchen, in das er schon so lange unsterblich verliebt war, besser kennen zu lernen. Und mit jeder Minute, die er mit ihr verbrachte wuchsen seine Gefühle noch mehr. So glücklich es ihn machte, sie mittlerweile zu seinen Freunden zu zählen, so traurig machte es ihn aber auch. Denn jedes Mal aufs neue wurde ihm bewusst, dass Tamara in ihm nichts anderes als einen Freund sah. Sie mochte ihn aufrichtig, aber eben nur als das, als Freund. In der ersten Zeit war es jedes Mal sehr schmerzhaft für Lars gewesen, wenn sie seine Eroberungsversuche nicht beachtete. Doch mittlerweile hatte er ihre Abweisung akzeptiert und er hielt sich mit seinen Bemühungen zurück. Er würde sie nicht erobern können. Zumindest jetzt nicht. Wer weiß vielleicht irgendwann in vielen Jahren, wenn ihr Blick auch noch andere Sachen außer die Naturwissenschaften streifte …
“Gern geschehen.” antwortete der Blonde nur und hielt seinen Blick so auf sie fixiert, dass es Tamara schon fast unangenehm war. “Habt ihr hier irgendwo einen erste Hilfe Kasten?”
“Ja, im Bad oben.” antwortete sie schnell, froh darüber den Blickkontakt unterbrechen zu können. Da wäre sie doch beinahe schon rot geworden.
“Bin gleich wieder da.” stürmte er auch schon zur Tür hinaus und verschwand in der Menschenmasse. Schmunzelnd sah das Astronomie-Ass ihm hinterher. Schon irgendwie süß, wie sehr Lars sich immer bemühte. Er war wirklich ein Freund auf den man sich verlassen konnte, im Gegensatz zu Caro!
Keine fünf Minuten später tauchte ihr Klassenkamerad wieder vor ihr auf und verarztete ihren Schnitt.
“Ich hoffe jetzt ist wieder alles okay.” wickelte er zum Schluß noch ein Pflaster um Tamaras Finger und sah sie liebevoll an.
“Danke. Lars. Zumindest mein Finger ist jetzt wieder in Ordnung.” Tamaras Blick glitt über das chaotische Bad und unwillkürlich musste sie leise aufseufzen.
“Wenn du willst helfe ich dir.” die Sänfte mit der er sie durch seine braune Augen betrachtete lies ein wohliges Gefühl durch ihren ganzen Körper strömen. Obwohl der ganze Abend bisher einem Desaster glich fühlte sie sich bei ihm irgendwie geborgen.
“Danke für das Angebot, aber das ist eigentlich Caros Job. Geh du und amüsier ich.” schlug Tamara sein Angebot aus.
“Schon okay. Ich hatte sowieso nicht vor literweise Alkohol zu trinken und die Tanzfläche unsicher zu machen.“ antworte er ihr wahrheitsgemäß und hätte ihr am liebsten noch gesagt, dass er sich eh am meisten amüsierte, wenn er einfach nur in ihrer Nähe war, aber er wollte sie nicht in Verlegenheit bringen.
“Wenn das so ist.” hielt sie ihm die Mülltüte hin und Lars versuchte das breite Lächeln, dass sich auf seinem Gesicht auszubreiten drohte, einzudämmen.
“Vielleicht ist es besser, wenn du die Mülltüte hältst und ich die Scherben anfasse.” deutete er auf ihren kaputten Finger und bückte sich sogleich um die erste Spiegelscherbe aufzusammeln. Und während Tamara ihn dabei beobachtete, merkte sie gar nicht wie sich ein zärtliches Lächeln über ihre Lippen schlich.

Über eine halbe Stunde brauchten die Beiden um das Badezimmer wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen. Am liebsten hätte Tamara den Raum danach abgeschlossen, damit ihn niemand mehr betreten konnte, doch Lars hatte sie überzeugt, dass die ganzen Gäste ja schließlich auch irgendwo auf Toilette gehen mussten …
Ihre Wege hatten sich danach getrennt, Tamara hatten ihren Helfer nicht noch länger in Anspruch nehmen wollen. Widerwillig war Lars in Richtung Stube von Dannen gezogen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er noch stundenlang Erbrochenes mit ihr vom Fußboden wischen können. Sie tat ihm leid, wie sie mal wieder alleine mit dem Ärger da stand. Er hatte ihr deutlich angesehen, wie wütend und genervt sie von der Situation und insbesondere, wie gekränkt sie war. Wie gerne hätte er sie einfach in den Arm nehmen und trösten wollen. Doch das würde sie niemals zulassen.
“Karaoke!!!!!!” brüllten auf einmal die Leute um ihn herum und holten ihn aus seinen Gedanken. Nicht auch noch das! Normalerweise war er ja für jeden Spaß zu haben, aber der guten Laune um ihn herum war er einfach nur noch überdrüssig. Das war doch nicht fair, dass sich hier jeder amüsierte und die Gastgeberin betrübt durch das Haus streifte!

Tamara ging die Treppe zum Erdgeschoß wieder hinunter. Oben war bis jetzt zum Glück noch alles heil gewesen und sie hoffte, dass das auch so blieb. Sie hatte sich einen neuen Müllsack geschnappt und sammelte die leeren Bierflaschen von den besonders gefährlichen Ecken auf. Für heute hatte sie genug Scherben gehabt! Ihre Laune war mittlerweile endgültig im Keller. Diese Party hatte lustig werden sollen und jetzt wünschte sie sich nur, dass sie wieder vorbei war.
In der Wohnstube angekommen, griff sie geschickt an ein knutschendes Pärchen vorbei, um die wertvolle Büchersammlung ihrer Mutter vor einem Bierfiasko zu bewahren. Bei dem Anblick, des sich amüsierenden Paares rollte sie genervt mit den Augen. Oh man! Konnten die für so etwas nicht nach Hause gehen?
Erst als um sie herum auf einmal Applaus ausbrach merkte sie, dass die ganze Zeit keine Musik gespielt hatte. Stimmt, das Karaoke Singen! Das hatte sie ja total vergessen …
“Whooouu! Lars!” hörte sie einen Jungen aus der Menge schreien und sie drehte sich zu der kleinen Bühne, die dafür aufgebaut worden war herum. Da stand Lars, wie immer etwas schüchtern und blickte sie an. Mit großen Augen schaute sie zurück und musste unwillkürlich grinsen. Wollte er jetzt tatsächlich singen? Sie hatte an ihm eigentlich nie eine musikalische Ader feststellen können, aber wenn sie genauer nachdachte, hatte sie wohl auch nie danach gesucht.
“Dieser Song ist für eine junge Frau, die sich mit ihren Bemühungen um diese Party mal wieder selbst übertroffen hat. Wenn es mir hiermit gelingt, dich deinen ganzen Stress für die nächsten drei Minuten vergessen zu lassen und dich zum lachen zu bringen, dann hat sich die Blamage mehr als gelohnt. Tamara, dieses Lied ist für dich.”
Noch bevor er die erste Zeile gesungen hatte, wusste Lars anhand von dem umfangreichen Lächeln dass ihm Tamara schenkte, dass es die richtige Entscheidung war, sich vor allen so bloß zu stellen. Er würde sie ablenken können, sie für ein paar Minuten das ganze Chaos um sie herum vergessen lassen machen können. Vielleicht würde sie sich sogar richtig amüsieren. Das war das einzige was zählte. Was scherte ihn das Gelächter um ihn herum, er sang ohnehin nur für Tamara.

Noch immer stand Tamara neben dem wild knutschenden Pärchen, doch in diesem Moment nahm sie es gar nicht mehr wahr. Was Lars da eben gesagt hatte, hatte sie mit einem Schlag aufgemuntert und ihr Blick war nun strikt auf die Bühne gerichtet, wo der Blonde gerade die ersten Takte von “All summer long” anstimmte.
“It was 1989 my thoughts were short, my hair was long, caught somewhere between a boy and a man, she was seventeen and she was far vom in between, it was summertime in Northern Michigan …”
Sie ahnte schon seit längerem, dass er verliebt in sie war und normalerweise waren ihr seine Bemühungen immer unangenehm gewesen, aber heute war das irgendwie anders. Heute genoss sie es ihn um sich zu haben, heute erstrahlte sie bei dem was er gerade für sie machte, heute sah sie ihn mit anderen Augen. Er war nicht wie all die anderen Jungs die sie kannte. Er war reifer, verantwortungsbewusst und trotzdem unglaublich lustig, er war ehrlich und zuverlässig. Charaktereigenschaften, die sie an einem Menschen sehr schätzte. Außerdem war seine Schüchternheit niedlich und seine ganze Art ziemlich süß. Und während Tamaras Gedanken weiterhin, zum ersten Mal seitdem sie ihn kannte, intensiv um Lars kreisten, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie war verliebt in ihn!
Sie konnte nicht anders als aufzulachen, wieso war ihr das nicht schon vorher klar geworden? Obwohl ihr Blick fest auf Lars fixiert war, erkannte sie eine andere ihr bekannte Gestalt aus dem Augenwinkel. Es war Caro, die natürlich mitbekommen hatte, was hier gerade passierte und immer wieder ungläubig zwischen den beiden verliebten hin und her schaute.
Ruckartig erstarb Tamaras Lächeln, als sie Caro ansah, deren Augen ihr böse entgegen funkelten. Die Blondine schnappte sich ungefragt eine Bierflasche, eines vorbei gehenden Mädchens und kippte den Inhalt mit einem Zug ihre Kehle hinunter. Das darf doch nicht wahr sein! Ihre beste Freundin! Tamara wusste doch das sie in Lars verliebt war! Sie bedachte ihre Freundin noch einmal mit einem verächtlichen Blick und machte dann auf ihren Füßen kehrt. Sie wollte einfach nur noch Weg hier.
“Caro!” schrie Tamara ihr noch hinterher, doch das hielt sie nicht davon ab weiter zu laufen.

Lars beobachtete die ganze Szene von der Bühne aus und wünschte Caro die Pest an den Hals! Musste sie sich denn immer überall einmischen? Das war gerade der perfekte Moment gewesen. Tamara hatte ihn mit glühenden Wangen angestrahlt. Und zum ersten Mal seit er mit ihr befreundet war, hatte er das Gefühl, dass sie wirklich IHN gesehen hatte, - bis Caro kam. Und natürlich musste Tamara sich mal wieder von Caro einfangen lassen und war ihr hinterher gerannt. Dieses Lied war für sie, nur für sie und nun sang er es ohne ihre Anwesenheit zu Ende. Warum machte er sich eigentlich immer so viel Mühe? Fragte er sich still und antwortete sich selbst genauso stumm: Weil ich sie liebe.

“Caro?” rief Tamara zaghaft in die Dunkelheit des Gartens hinein. Sie hatte ihre Freundin bereits im ganzen Haus gesucht und hoffte sie vielleicht hier zu finden. Hoffentlich war sie nicht schon gegangen. Sie hatte zwar den ganzen Abend über einen Groll gegen sie gehegt, aber dennoch war sie ihre beste Freundin und sie mochte es einfach nicht, dass sie so auseinander gingen.
“Hier.” ertönte es leise von rechts.
Es dauerte einen kurzen Moment, bis Tamara die Blondine ausmachen konnte, die in sich zusammen gesunken an einen Baum gelehnt saß.
Bedächtig näherte sie sich und lies sich neben Caro nieder.
“Tut mir leid.” begann sich diese auch schon zu entschuldigen, bevor Tamara es überhaupt konnte. “Das mit der Party mein ich. Ich habe dich den ganzen Abend allein mit allem gelassen, das war nicht okay von mir.”
“Ja.” warf Tamara kurz dazwischen.
“Ich weiß auch nicht, was immer mit mir los ist. Manchmal habe ich das Gefühl mich selbst kaum zu kennen”, seufzte Caro auf, “eigentlich will ich dir eine gute Freundin sein und dann mache ich so einen Mist.” Während sie sprach hielt sie ihren Kopf gesenkt, sie schämte sich und wagte es nicht ihre beste Freundin anzusehen. “Lars war schon immer verliebt in dich gewesen. Ich wusste es die ganze Zeit und hatte es nur nicht wahr haben wollen.”
“Caro ich will dir nicht weh tun.” verzweifelt sah Tamara sie an. Sie wollte Caro wirklich nicht verletzten. Von ihren Gefühlen für Lars hatte sie ja selbst bis heute nichts geahnt!
“Schon okay Tamara. Ich habe mir ja selbst weh getan, indem ich mich die ganze Zeit über da hinein gesteigert habe und die Realität nicht sehen wollte. Du bist meine beste Freundin.” Mit Tränen in den Augen wendete Caro sich Tamara zu. “Und ich will das du glücklich bist und wenn Lars dich glücklich macht, dann solltest du mit ihm zusammen sein.”
“Ach Caro.” zog Tamara ihre Freundin zu sich heran und die beiden umarmten sich. “Ich hab dich so lieb.” flüsterten sie sich gegenseitig ins Ohr.
Caro war es, die als erste das Gras rascheln hörte und sich von Tamara löste.

Lars stand nahe Terrasse, er hatte nach Tamara gesucht, weil er mit ihr reden wollte. Er konnte es nicht länger für sich behalten und auch wenn dieser Abend dafür vielleicht nicht geeignet schien: Er behielt seine Gefühle schon zu lange für sich und musste endlich klare Fronten schaffen. Als er das Mädchen, in das er verliebt war jetzt aber dort am Baum in der Umarmung mit ihrer besten Freundin sah, fühlte er sich schrecklich fehl am Platze. Er war schon wieder im Begriff zu gehen, als ihn Caro davon abhielt.
“Lars!” rief sie ihm zu.
“Ich wollte nicht stören.” entschuldigte er sich.
“Schon okay. Wir waren sowieso gerade fertig.” stand Caro vom Rasen auf, sie lächelte Tamara noch einmal an und lief dann auf Lars zu.
“Ich geh dann mal wieder rein.” zeigte sie unnutz unterstreichend auf die Terrassentür und entschwand ins Haus.
Einen Augenblick lang sagte niemand etwas und bis auf das leise zirpen der Grillen wurde es still. Lars sah Tamara an und wusste nicht so recht, was diese ganze Situation nun zu bedeuten hatte.
“Danke für das Lied.” Stand nun auch Tamara auf. “Das war wunderschön.” Leicht rot werdend blickte sie zu ihm. Sie hatte keine Ahnung wie man SO ETWAS machte.
“Du hast es nicht ganz gehört.” entgegnete er ihr, allerdings nicht böse oder enttäuscht, sondern bloß wahrheitsgemäß. Tamaras Wangen wurden noch roter.
“Tut mir leid.” Obwohl er einige Meter von ihr entfernt stand, verursachte seine pure Anwesenheit in ihrem Magen einen ganzen Schwarm von Schmetterlingen. Eigentlich war sie ein Mensch der selten aufgeregt war: Klausuren, Referate, all so etwas machte ihr nichts aus aber jetzt entfachte allein Lars Nähe eine gebieterische Nervosität in ihr.
“Nicht so wild. So berauschend war es nicht.” spielte er das ganze runter und lies seine Augen über sie gleiten. Irrte er sich, oder war sie etwa nervös? Tamara die stets alles durchdacht und abgeklärt hatte und sich von nichts aus der Ruhe bringen lies, stand hier vor ihm und war tatsächlich nervös?
“Lars ich muss dir etwas sagen.” zwang sie sich die Oberhand über ihre Gefühle zu bewahren und ging zögernd auf ihn zu.
“Ja.” er musste schlucken, als sie direkt vor ihm stand. Dichter als nur zum greifen nah. Und wie sie ihn ansah … sein Herz raste, er spürte seinen Puls in seinem ganzen Körper unruhig pochen.
“Und zwar …” begann sie, doch konnte nicht weiter sprechen. Den Blick mit dem er sie fixierte zwang ihre Oberhand in die Knie. Sie konnte ihre Gefühle nicht länger zurückhalten.
“Das hier.” entwich es ihr leise und sie zog ihn zu sich heran und küsste ihn. Ganz sanft legte sie ihre Lippen auf seine. Eine wohlige Gänsehaut zog sich über ihren ganzen Körper. Wie gut sich das anfühlte! Wieso nur hatte sie sich immer in Büchern und Versuchen vergraben, dieser Moment war eindeutig viel besser als jede Naturwissenschaft!
Lars musste erst einmal begreifen, was hier passierte. Das Mädchen für das sein Herz schon so lange schlug, küsste ihn! Ein erquickendes Glücksgefühl ergriff Besitz von ihm. Wie gut sie sich anfühlte … wie einmalig sie duftete … wie zart ihre Lippen waren … Er wollte sie nie wieder loslassen und sein Gefühl sagte ihm, dass sie das auch nicht wollte.
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