~ RESIST ~

GeschichteRomanze / P16 Slash
13.04.2009
22.06.2009
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Hey;)
Ihr habt euch hierher verirrt – seid gegrüßt zu einem neuen Versuch meinerseits ^^
Anstatt mich um meine anderen laufenden Stories zu kümmern, habe ich mir hiermit erfolgreich die Zeit vertrieben – und es hat richtig Spaß gemacht!

Wie unten in der Autorenbemerkung nochmals erwähnt, komme ich FF-technisch aus dem Real-Person-Bereich und konnte deshalb einfach nicht widerstehen. Sicher fragt ihr euch schon lange dasselbe wie ich und darum habe ich nun meine eigene Erklärung dafür gefunden.

Viel Spaß bei meiner hoffentlich zumindest ein bisschen plausiblen Story!





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Titel

Resist


Autor

Innocence


Rating

P16-slash


Kategorie

RP, Gale Harold-POV, Romance, Drama, Humor, Lime/Lemon


Disclaimer

Wie immer sind alle Personen für die Geschichte nur ausgeborgt, weder reale noch erfundene Charaktere gehören mir


Zusammenfassung

Wenn sich Realität und Schauspielerei vermischen...


Autorenbemerkung

Da ich ja ürsprünglich aus dem RP-Bereich komme, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich so etwas wie diese Geschichte hier zu Papier bringe ^^








~ RESIST ~



1



Immer wieder starre ich auf meinen Finger.
Da steht es dick und fett eintätowiert.
RESIST.
Das ist verdammt schwer. Bisher hat mich dieses Tattoo immer davor bewahrt, den Kopf zu verlieren, aber jetzt.... Ich bin so kurz davor eine Dummheit zu machen. Meine Prinzipien über Bord zu werfen. Diese schwarzen Großbuchstaben sollten mich immer daran erinnern, dass ich meinen Gefühlen nicht nachgebe. Und doch scheint diese Methode plötzlich nicht mehr zu funktionieren. Es ist stärker als ich. Will an die Oberfläche, unweigerlich.

Mich trennen nur ein paar Meter von....
Nicht einmal zu Ende denken will ich diese Ungeheuerlichkeit. Nicht dass ich total dagegen wäre, ich dachte nur, es würde mich niemals selbst betreffen. Pustekuchen. Schon bei den ersten Anzeichen vor einigen Jahren hab ich mir dieses Tattoo stechen lassen und bei Gott, es hat höllisch weh getan! Allein der Schmerz hätte mich davon kurieren müssen. Aber stattdessen hat es mich immer mehr in die Tiefe gezogen. Jeder Blick auf diese verhängnisvollen Buchstaben hat mich daran erinnert, was ich wirklich will, wer ich wirklich sein möchte.
Und dann kam er...

Er hat mich völlig umgehauen, vom ersten Moment an war ich wie hypnotisiert. Gerade deswegen hab ich diese Rolle ja angenommen – ich wollte mir selbst beweisen, dass ich widerstehen kann. Von Anfang an war ich gehemmt und hatte Angst, dass er mir meine wahren Gefühle vom Gesicht ablesen könnte. Aber ich wäre kein guter Schauspieler, wenn ich das nicht hätte vermeiden können. Trotzdem hat er mich nach einigen Monaten darauf angesprochen. Indirekt. Ich hatte regelrecht Atemnot, so hat er mich damit überfahren. Und ein kurzer heimlicher Blick von mir auf mein Tattoo hatte genügt, um die Sache sofort mit einem blöden Spruch im Keim zu ersticken. Zuerst war ich erleichtert, dann frustriert und letztendlich stehe ich jetzt hier und frage mich, ob ich vielleicht einen Fehler gemacht habe. Hätte ich nicht doch...?

Es ist schon nach elf, alles ist ruhig hier am Set. Morgen drehen wir wieder eine dieser anstrengenden Szenen, bei denen ich zum einen total nervös und zum anderen unglaublich glücklich bin. Allerdings habe ich Mühe, das noch länger zu verbergen. Er wird es bemerken oder hat es schon längst bemerkt. Schließlich bin ich auch nur ein Mann und keine Maschine. Soll ich also die Flucht nach vorne wagen? Es einfach zulassen und ehrlich sein? Was ist, wenn mein privates Umfeld nicht damit klarkommt? Wenn sie mich verachten und in Zukunft meiden? Will ich das wirklich riskieren?

Ich will nicht.
Aber mir bleibt nichts anderes übrig.
Weil mein Körper mich verrät – jede verdammte Szene.
Und er weiß es.
Ich weiß, dass er es weiß.
Diese verfluchten Cocksocks helfen mir überhaupt nicht.
Nada. Niente. Njet.
Ich denke pausenlos an Eiswasser, fette Weiber oder widerliche alte Kerle mit Zahnlücken.
Nur damit ich cool bleibe.
Mich nicht verrate.
Und doch schaffe ich es meist nicht wirklich.
Es kann sich nur mehr um Tage handeln, bis er mich noch einmal darauf anspricht.
Ich will das nicht. Es ist einfach zu peinlich.
Dann lieber gleich selbst dazu stehen.

In seinem Trailer brennt noch Licht. Ob er Besuch hat? Gesagt hat er nichts.
Sein Freund war auch schon länger nicht mehr hier. Aber er erzählt ständig von ihm. Nicht einmal das hat mich abgeschreckt. Wieder sehe ich auf meinen Finger und hole tief Luft. Vielleicht schaffe ich es, wenn ich ehrlich zu ihm bin, schließlich ist er liiert. Er gibt mir einen Korb und die Sache hat sich erledigt. Ein für allemal. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht wirklich daran. Bisher hat mich nichts davon abgehalten, so zu empfinden wie ich es nun mal nicht möchte, also warum sollte ein vermeintlicher Partner und eine Abfuhr das plötzlich vermögen? Meine Illusionen diesbezüglich schwinden mit jeder Minute, die ich hier stehe und meine Beine zu kontrollieren versuche. Sie drängen mich mit aller Macht an seine Tür. Noch eine Zigarette, zur Beruhigung. Ich wollte es mir abgewöhnen, ist nichts draus geworden.

Nervös kaue ich auf meinem Daumen herum und wäge die Vor-und Nachteile ab.
Ich könnte Glück haben.
Müsste mich nicht mehr verstellen.
Meine Psyche würde vielleicht aufblühen.
Geliebt von meinen männlichen Fans.
Oder ich verliere alle meine Freunde.
Werde in der Presse durch den Kakao gezogen.
Gesteinigt von meinen weiblichen Fans.
Und bekomme nie wieder eine andere Rolle.

Wie ich es auch drehe und wende, es bleibt mir nicht erspart, mich zu entscheiden.
Feige war ich noch nie. Also sollte ich wohl... Noch ein tiefer Zug, aber es entspannt mich nicht.
Meine Beine tragen mich näher zu seinem Trailer, ich bleibe unschlüssig vor der Tür stehen und beginne zu zittern. Wie ein Teenie stehe ich da und traue mich nicht weiter. Mein Herz klopft mir bis zum Hals hinauf. Er wird mich sicher nicht auslachen, aber bestimmt wird das in Zukunft unsere Zusammenarbeit erschweren. Noch einmal wage ich einen Blick auf mein Tattoo.
RESIST.
'Warum?', frage ich mich plötzlich.
Warum sollte ich widerstehen?
Wenigstens sagen sollte ich es ihm.
Mein Gewissen erleichtern, mich dadurch freier fühlen.
RESIST.
Das geht gegen alles was ich glaube.
Ich bin tolerant und habe keine Vorurteile.
Nur bei mir selbst mache ich einen Unterschied, weshalb ist das wohl so?
Weil es Kraft kostet. An den Nerven zehrt. Und der steinige Weg ist.

Ich bin jetzt fast 34 Jahre alt und mir wird klar, dass ich nicht ewig Zeit habe.
Manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss.
Alles opfern für das, woran man glaubt.
Er hat das viel früher geschafft als ich. Ich beneide ihn darum.
Aber ich wusste es auch nicht ganz so früh.
Er wird mich bestimmt verstehen.
Meine Beine betreten wacklig die kleine Treppe zur Tür des Trailers.
Die Kippe schnippe ich achtlos auf den Boden.
Ich hebe meine rechte Hand und klopfe. Meine Finger zittern.
Jetzt ist es zu spät....

„Ja?“, öffnet er die Tür und blinzelt in die Nacht.

„Hast du schon geschlafen?“ Ein Wunder, dass ich überhaupt ein Wort herausbringe.

„Bin wohl vor dem Fernseher eingenickt.“

„Können wir reden?“

„Komm rein!“ Er hält mir die Tür auf und ich zwänge mich an ihm vorbei in den Wohnwagen.

Die Tür schließt sich hinter mir. Eine Hitzewelle steigt mir von den Zehen bis unter die Haarwurzeln. Am liebsten würde ich jetzt von hier flüchten.

„Willst du was trinken?“, fragt er mich und zeigt auf sein kleines Sofa.

Ich setze mich. Ist auch besser, bevor ich noch umkippe.

„Nur Wasser, bitte.“ Ich könnte einen Jim Beam vertragen, aber ich will einen klaren Kopf behalten. Diese Sache ist zu wichtig für mich, ich darf sie nicht vermasseln.

Er bringt mir ein Glas und setzt sich dann neben mich. Jetzt bin ich wohl dran, ich wollte reden.
Gott, ist das schwer! Und wie immer sieht er einfach zum Anbeißen aus. Sexy. Irgendwie auch niedlich. Einfach süß. Dass ich das einmal von einem männlichen Wesen behaupten würde, hätte ich auch nicht gedacht. Nervös nehme ich einen Schluck Wasser.

„Bist du müde? Sonst reden wir besser ein anderes Mal“, versuche ich danach charmant die Kurve zu kratzen.

„Nein, schon okay. War ein anstrengernder Tag heute. Bist du gar nicht geschafft vom Dreh?“

„Doch. Aber auf andere Weise...“ Meine Stimme schwankt bedenklich. Ich schlucke meine Spucke notgedrungen wieder hinunter und hole noch einmal tief Luft.

„Dachte ich mir...“, antwortet er ruhig.

Sein Blick streift meinen und ich weiß, dass er es weiß. Wir schweigen, ich weiß einfach nicht, was ich jetzt sagen soll. Ohne Worte sagt sich manches leichter.

„Eigentlich wollte ich nur....“

„Nur?“

Ich atme hörbar aus. Dass es so schwer sein könnte, hätte ich auch nicht gedacht. Mir ist richtig schlecht. Wenn ich jetzt ehrlich bin, kann ich es nicht mehr zurücknehmen.

„Ich... Ich weiß nicht, ob ich das weiterhin schaffe.“ Immerhin ein Anfang. Ich bin noch neu auf dem Gebiet der Beichte. Hab ich überhaupt etwas verbrochen? Nein, definitiv nicht.

„Was, die Drehs?“

Randy lächelt mich vorsichtig an. Er könnte doch auch einfach den Satz für mich beenden, oder? Das wäre soviel einfacher. Aber ich schätze, ich muss es aussprechen. Weil das gut für mich ist.

„Diese Szenen....“

„Zwischen dir und mir?“

„Hm...“

„Es muss hart sein für dich.“

„Für dich etwa nicht?“ Jetzt sehe ich ihn fast verzweifelt an.

Geht ihm bei mir denn gar keiner ab? Er ist doch offen schwul und ich scheine ja wirklich ganz lecker auszusehen, wenn man meinen Fans Glauben schenken darf.

„Es geht so. Ich bin dran gewöhnt.“

„An solche freizügigen Szenen?!“ Das kann ich kaum glauben.

„Nein, daran, mit hübschen Männern zusammenzuarbeiten und manchmal dabei relativ nackt zu sein.“

Relativ nackt?! Das ist eine maßlose Untertreibung! Und... du findest mich also hübsch?“ Mir steckt ein dicker Kloß im Hals, denn das wollte ich eigentlich gar nicht fragen.

„Wer würde das nicht?“, schmunzelt er, „Und relativ ist wirklich das falsche Wort. Mehr geht ja kaum noch.“

„Hm...“ Was soll ich jetzt darauf antworten? „Es macht mich schier verrückt!“

„Ich weiß“, grinst er und legt dann vorsichtig eine Hand auf meinen Schenkel. Ich schnappe förmlich nach Luft. „Also... Warum bist du hier, Gale?“

Seine Worte hallen in meinem Kopf wider. Wie ein Echo verfolgen sie mich. Ich muss ihm antworten, plausibel. Ehrlich. Endgültig.

„Weil... weil.... weil ich dir was sagen muss.....“, stammle ich wie ein Schuljunge und schäme mich in Grund und Boden. Ich bin acht Jahre älter als er und benehme mich wie ein Vollidiot.
Unverzeihlich!

„Okaaay...? Ich höre dir zu.“ Er spricht leise, als ob ich erst sechs Jahre alt wäre und etwas ausgefressen hätte.

Seine Hand liegt noch immer unverändert auf meinem Bein. Mir wird meine Hose gleich zu eng werden, wenn er sie nicht bald wegnimmt. Noch immer starrt er mich direkt an. Seine blauen Augen sehen belustigt drein. Es amüsiert ihn, wie ich mich winde. Würde es mich wohl auch an seiner Stelle.

„Niemand weiß es. Ich sage es nur dir.“ Die erste Hürde ist geschafft.

„Meine Lippen sind versiegelt.“

„Ich habe mich verliebt.“ Die zweite Hürde.

„Aha. Und in wen?“ Seine Augen blitzen geradezu. Ich finde das nicht witzig. Er lässt mich total auflaufen.

„Frag nicht so dumm!“, knurre ich zwischen den Zähnen in seine Richtung und wische mir einmal mit der Hand übers Gesicht.

„Dachte ich mir.“

„Das ist alles so neu für mich.... Mein Tattoo...“

„Das am Finger?“

Er scheint mich gut zu kennen. Manchen fällt das gar nicht auf.

„RESIST. Ja. Ich wollte mich damit....“

„Irgendwie betäuben?“

„So was in der Art. Es funktioniert nicht mehr.“

„Früher oder später wäre es auf jeden Fall hinfällig geworden.“

„Das sagst du so leicht! Ich fühle mich schrecklich.“

„Es ist keine Krankheit, das weißt du genau.“

„Aber ich kann nicht damit leben, meine Karriere, meine Familie....“

„Doch, du kannst. Auch wenn du es unterdrückst, es ist da und begleitet dich, immerzu.“

„Scheiße! Ich bin so fertig...“

Seine Hand streichelt sanft über meinen Oberschenkel und ich werde ganz kribbelig davon. Ob er das unbewusst macht? Oder absichtlich? Ich weiß es nicht. Sehe ihn fragend an und warte ungeduldig auf seine Antwort.

„Zuerst einmal muss es niemand wissen. Bis du dich ein wenig damit angefreundet hast.“

„Meinst du?“

„Meine ich, ja.“

„Ist es dir nicht unangenehm, dass ich...? Wenn ich nur an all die sicher noch folgenden Szenen denke!“, platze ich frustriert heraus.

Unerwiderte Gefühle sind die Hölle, wenn man so nah zusammenarbeiten muss wie wir beide.

„Es wird ein Problem werden, das gebe ich gerne zu“, meint er leise und streichelt wieder leicht über meinen Schenkel. Das bringt mich noch an den Rand des Wahnsinns....

„Könntest du bitte... Könntest du das lassen, bitte?“, murmle ich nahe an einem Nervenzusammenbruch.

„Du magst das nicht?“, lächelt er verwegen und zieht dabei diesen süßen Schmollmund.

„Randy!“ Ich muss hier weg. Sofort.

Gehetzt springe ich auf und stehe schon an der Tür nach draußen. Aber er hält mich auf, greift plötzlich nach meiner Hand und zieht mich zurück. „Hey! Wo willst du denn jetzt hin?“

„Raus! Zu mir in den Wagen.“

„Das könnte dir so passen! Wir sind noch nicht fertig.“


Tbc...



©Innocence, 13.04.09



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Vielen Dank fürs Lesen!

Es werden im Ganzen etwa vier Kapitel werden.
Ich lade wöchentlich hoch, also wieder nächsten Montag.
Wer mich kennt, weiß: Ich ticke wie ein Uhrwerk ^^

Noch einen schönen Feiertag wünsche ich euch allen,
eure Innocence * ♪♫♪♫ *
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