Familienbande

von Beerchen
GeschichteAllgemein / P12 Slash
Kommissar Sebastian Bootz Kommissar Thorsten Lannert
13.04.2009
13.04.2009
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Title: Familienbande
Author: Beerchen
Part: Story: 3/?
Fandom: Tatort Stuttgart
Pairing: Lannert/Bootz
Rating: PG
Warning: Es ist etwas fluffy. Aber das passt ja zu Ostern, oder? ;)
Disclaimer: Mir gehört nichts, nichtmal eins der Ostereier.
Wordcount: 816
Summary: Auch einsame Wölfe brauchen hin und wieder Gesellschaft.
A/N: Diesmal nicht beta gelesen, da es zeitlich nicht gereicht hat. Sorry.






Familienbande



Die Kaffeemaschine gluckerte vor sich hin.

Er hörte das ständige Rauschen der vorbeifahrenden Autos, hin und wieder ein Hupen.
Müde richtete er sich in seinem Bett auf, in dem er schon lange allein schlief. Drehte sich um, um verschlafen auf das Panoramabild, das direkt über dem Bett hing, zu blinzeln.

Der Hamburger Hafen. Das Tor zur Welt, wie es immer so schön hieß.
Er bildete sich ein, das Klatschen zu hören, wenn das Wasser auf die Mauer des Hafenbeckens traf. Das Hupen der Schiffe, die aufeinander aufmerksam machten.

Lannert seufzte. Er war schon lange nicht mehr in Hamburg. Er hatte sich nach Stuttgart versetzen lassen, um seiner Vergangenheit zu entfliehen. Die ihn schon sehr bald wieder eingeholt hatte. Die ihm zu folgen schien, wo immer er auch hinging.

Es war aber sicher kein Fehler gewesen, nach Stuttgart zu kommen. Lannert lächelte, während er sich mit den Fingern durchs Haar fuhr, die widerspenstigen Locken nur noch mehr durcheinander brachte.

Die Sonne schien durch das Schlafzimmerfenster, malte wirre Linien auf die Bettdecke. Kaffeeduft breitete sich in seiner Wohnung aus. Lannert streckte sich ausgiebig und schlurfte langsam ins Bad, um sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen.

Er machte sich nicht die Mühe, sein Bett zu machen. Besuch erwartete er heute sowieso keinen – schon gar keinen, der auf die Idee kommen könnte, sich sein Schlafzimmer genauer anzusehen. Da konnte man getrost die Tür schließen und das Chaos, das dahinter herrschte, vergessen.

Wie immer stellte er sich ans Wohnzimmerfenster, um die erste Tasse Kaffee des Tages zu trinken.

Es war neun Uhr morgens am Ostersonntag, die Sonne schien, der Himmel war so blau wie lange nicht mehr und sie alle hatten über die Osterfeiertage frei.

Was natürlich nicht bedeutete, dass er sich nicht trotzdem mit ihrem aktuellen Fall beschäftigte. Er mochte das junge, dynamische Ermittlerteam, dem er zugeteilt worden war. Anfangs war es schwierig gewesen, sehr schwierig, da er das Gefühl gehabt hatte, sich erst noch behaupten zu müssen. Der Neue zu sein. Noch nicht richtig dazuzugehören.

In manchen Augenblicken hatte er dieses Gefühl heute noch.
Zum Beispiel, wenn Nika in ihr Dienstzimmer kam, zwei Tassen Kaffee in der Hand und schnurstracks zu Bootz hinüberging, um ihm die zweite Tasse in die Hand zu drücken. Ihn nicht einmal fragte, ob er auch einen Kaffee wollte.
Aber wahrscheinlich nahm er das alles viel zu ernst.

Nika mochte ihn, die anderen mochten ihn auch, sonst hätten sie sich wohl kaum so viele Gedanken um ein passendes Geburtstagsgeschenk gemacht – und ihm dann etwas geschenkt, womit er wirklich nichts anzufangen wusste. Der Gedanke zählte.

Und Staatsanwältin Alvarez hatte ihm schließlich auch verziehen, dass er ihren Wagen zu einem unförmigen Klumpen Schrott zusammengefahren hatte. Nika war wohl nur immer so zuvorkommend zu Bootz, weil sie und er sich entweder schon länger kannten oder weil sie etwas mehr für ihn empfand, als sie eigentlich für einen ihrer Kollegen empfinden sollte. Als sie für einen verheirateten Mann, der zwei kleine Kinder hatte, empfinden sollte.

Für einen zugegebenermaßen sehr netten, sehr gut aussehenden Kollegen. Lannert konnte sie da vollkommen verstehen. Fast sehnsüchtig sah er in den Flur. Es wäre perfekt gewesen, wenn es nun geklingelt hätte und Bootz vor der Tür gestanden hätte – mit einer Tüte frischen Brötchen in den Händen.

Innerlich grinsend machte Lannert sich wieder auf den Weg ins Badezimmer, um zu duschen. Man gewöhnte sich viel zu schnell an diesen großartigen Service. Heute würde er sich seine Brötchen wohl aufbacken müssen.

Und das schnell – schließlich war er an diesem Ostersonntag bei Familie Bootz eingeladen. Zum Ostereier Suchen. Lannert lachte in sich hinein.





Etwa eineinhalb Stunden später stieg er aus seinem braunen Porsche, den er in einer Seitenstraße der ruhigen Wohngegend geparkt hatte.
Lannert öffnete das Gartentor und schritt auf dem Kiesweg zu dem Einfamilienhaus, das Bootz zusammen mit seiner Frau Julia und den beiden Kindern bewohnte.

Er wurde mit einem Lächeln Julias, einer Umarmung seines Kollegen und Jubelrufen der beiden Kleinen empfangen. Schließlich war Osterhase Lannert nicht mit leeren Händen gekommen.

Nachdem er noch eine Tasse Kaffee getrunken hatte, half er Bootz…Sebastian, verbesserte er sich in Gedanken…die bunt gefärbten, hart gekochten Eier, Schoko-Eier und natürlich die Schoko-Hasen für Henry und Maja im Garten zu verstecken.

Später, als er entspannt auf einem Gartenstuhl saß, die Kinder herumtoben und jedes noch so absurde Versteck im Garten durchsuchen hörte; immer wieder unterbrochen von einem freudigen Aufschrei, wenn sie etwas gefunden hatten, fühlte er sich angenehm schläfrig, zufrieden, einfach nur glücklich.

Er genoss es, hin und wieder seinen Blick auf Bootz ruhen zu lassen, der sich öfter genüsslich streckte, wie ein Kater in der Sonne, was Lannert auf ganz andere Gedanken brachte, die er niemals laut ausgesprochen hätte. Zumindest nicht vor Julia und den Kindern.

Lannert lächelte, wenn Bootz ihn hin und wieder wie zufällig berührte, seine Hand auf Lannerts’ legte, sie unauffällig streichelte.

Es gab Tage, an denen der einsame Wolf wieder eine Familie hatte.
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