Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

„Ja, es ist Zeit“ und zuletzt konnten wir uns noch treffen

GeschichteAllgemein / P12
Kagura Sesshoumaru
11.04.2009
11.04.2009
1
4.405
4
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 
 
11.04.2009 4.405
 
"Mit vollem Karacho in die Ketten der Ehe"

<< Der Platz da oben *auf Kapitleanzeige  deut* war so einsam leer, dass ich es nicht lassen konnte, ihn zu füllen...

Halllöle und Willkommen zu meinem ersten, ernsten One-Shot.
Premiere!!!
Wie ihr euch denken könnt, bin ich unendlich nervös.

Deswegen: Bitte seid alle lieb zu mir und quält euch mit kommentieren...

Ich fühl mich irgendwie verloren... so viele FFs zu den beiden gibt es ja nicht...

Ich bete, dass ich euren Anforderungen gerecht werde!
-------------



„Ja, es ist Zeit“ und zuletzt konnten wir uns noch treffen


„Es tut mir Leid, Frau Kamikaze, Herr Taisho empfängt zu dieser Zeit keine Journalisten. Bitte gehen Sie jetzt.“, versuchte der Bodyguard, die Schwarzhaarige abzuwürgen.

Diese allerdings blieb hartnäckig: „Aber, verstehen Sie doch, mein Herr, ich bin nicht von der Presse, ich-“

„Er ist im Moment nicht zu sprechen und wenn sie seine Mutter wären.“ Grob packte der Kollos die zierliche Frau am Arm und zerrte sie Richtung Tür.

Jetzt reichte es! Was fiel diesem ungehobelten Kerl denn bitteschön ein? So ging niemand mit ihr um! Abrupt blieb sie stehen und baute sich vor dem verdutzten Mann auf.

„Nun hör mal zu, du Gorilla, du sorgst jetzt augenblicklich dafür, dass ich mit ihm reden kann, und zwar heute noch, oder du kannst was erleben!“
Wieso hatte sie sich eigentlich auf diese unsinnige Diskussion eingelassen?
Das war doch sonst nicht ihre Art…

Drohend pochte sie mit ihrem Fächer an seine Brust – bis zur Nase wollte sie sich nicht strecken.
Aus dem Augenwinkel nahm sie zwei weitere Anzugträger wahr, die auf ihre Drohgebärde aufmerksam geworden waren und nun auf sie zukamen.
Das war definitiv nicht die Aufmerksamkeit, die sie sich gewünscht hatte.
Eingebildete Affen…
Aufgebend biss sie die Zähne zusammen, unterdrückte ein Knurren und warf ihrer schwarz gekleideten Hürde einen letzten, tödlichen Blick zu, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte und aus dem Gebäude stolzierte.
Beinahe hätte sie sich vor Wut aus alter Angewohnheit an das Haar gefasst.
Sie zitterte.
Nur mühsam hatte sie dem Drang standgehalten, diese Typen etwas tanzen zu lassen. Aber erstens waren sie in der Öffentlichkeit und zum Zweiten hätte sie sich die Unterredung mit diesem Taisho abschminken können.
Zwar hielt dieser angeblich nicht viel auf seine Angestellten, aber noch weniger hielt er wohl von Störenfrieden, die Chaos in seinen geordneten Tagesablauf brachten.
Das hatte man ihr zumindest gesagt.
Dabei musste sie, als Stellvertretende für die Dämonen der Lüfte, ihn dringendst sprechen. Er war ja nicht zum Spaß das Oberhaupt über die Yokai Japans.
Unwillkürlich erschauderte sie.
Der Kerl musste verdammt mächtig sein, um sich Taisho nennen zu dürfen. Und gut aussehend, wenn sie sich die spöttisch stechenden Blicke dieser einen Yokai in Erinnerung rief.
Eingebildetes, kleines Miststück!
Das sagte einiges über den Charakter dieses Herrn aus.
Eine Nase hoch tragende, auf ihre langen silberblauen Haare stolz seiende, schlanke Schlampe als Sekretärin. Irgendwie war ihr die Lust vergangen, den Kerl so schnell wie möglich aufzusuchen.

In dieser widerlichen Großstadt konnte sie sich noch nicht einmal abreagieren.
Auf dem Land konnte man unbesorgt seine Kräfte entfalten. Hier jedoch brauchte sie allein schon ihr halbes Nervensystem, um aus der Kernstadt zu kommen.
Diese Massenansammlungen erdrückten sie, die verbrauche Luft…
Nein, sie wollte so schnell wie möglich ihre Wohnung wieder kündigen und verschwinden können.

Es half nichts.
Sie würde auf eigene Faust zu ihm gelangen müssen und zwar heute. Die Befugnis ihn aufzusuchen hatte sie. Er konnte ihr also gar nichts.

Scharf bog sie in die nächste Seitengasse ein und umrundete somit in sicherer Entfernung das stolze Hochhaus, die Festung, die sie stürmen würde.
Unauffällig, versteht sich.
Wie viele Ningen würden schon auf das wolkenverhangene Dach achten?
Um Alarmanlagen brauchte sie sich nicht zu sorgen. Sie war frei und konnte überall hin gelangen – den Wind verdächtigte niemand. Und wiederum fragte sie sich, warum zur Hölle sie nicht gleich so agiert hatte.
Weil es höflicher ist, durch die Vordertür und nicht wie der Weihnachtsmann übers Dach zu kommen, meckerte sie mit sich selbst.
Fauchend durchblies sie die Gasse und stieg in Wirbeln die Hauswand entlang gen Himmel. Was machte es schon, wenn sich ein paar Vögelchen über Zugluft beschwerten? Es ging ja immerhin auch um sie. Und so rauschte sie von allen unbemerkt auf die von ihr titulierte Festung zu, um jenen Herren eine Darbietung zu liefern, auf dass er seine Hofaffen besser erziehe.

Sanft und elegant wie seit jeher landete sie in Schwindel erregender Höhe auf dem ersehnten Dach, erspähte die Tür zu ihrer Audienz.
Abgeschlossen. Versiegelt.
Nun, dann würde sie eben hindurchhauchen.
Ein Luftzug später stand sie in einem Aufzug und drückte geistesabwesend einen beliebigen Knopf.
Moment.
Sie stand!
Sie hatte sich nicht zurückverwandelt. Die Zähne fletschend wartete sie, bis sich die Aufzugstür öffnen würde, den Fächer kampfbereit in der Hand.
So, wie sie die Lage einschätzte, wäre ein erneuter Gestaltenwandel nicht möglich. Bannzauber! Ein weiterer Beweis für den Status des Taishos! Selbst sie als Elementdämonin hatte keine Chance, sich in dem ihrigen zu verlieren, und war gezwungen, in menschlicher Gestalt aufzutreten.
Entweder der Kerl litt an Verfolgungswahn oder er wollte verhindern, dass seine „Sekretärinnen“ sich vor Zerstörungswut verwandelten, wenn er sie „entließ“, spukte es durch ihren rauchenden Kopf.
Sie schnaubte und zog einen Schmollmund. So viel zu unbemerkt. Köpfchen hatte er, hoffentlich auch Verständnis genug.

Der Aufzug hielt und öffnete sich.
Erleichtert stieß sie die Luft aus. Egal, wo sie erwartet wurde, hier nicht. Kein Affenbodyguard weit und breit.
Beruhigt senkte sie ihren Fächer und erkundete ihre neue Umgebung. Der Flur schien wie ausgestorben. Die Stirn skeptisch in Falten legend warf sie einen Blick aus dem Fenster am Ende des Ganges.
Dem Sonnenstandpunkt nach zu schließen, neigte sich der Nachmittag gegen Abend.
Folglich musste sie sich beeilen.
Wahllos betrat sie ein Büro und steuerte den Schreibtisch an. Irgendwo hatten die garantiert einen Plan, auf dem die Zimmernummern der Angestellten standen. Schwer zu finden dürfte das nicht sein. Jeder normale Bedienstete hatte solche Grundlagen immer griffbereit. Die Schublade! Gedacht, getan. Nebst einem Familienbild fand sie dort die gesuchte Liste. Namen, Abteilung, Nummer, Telefonnummer. Bingo. Die Elementdämonin überflog triumphierend das kostbare DIN A4 Blatt und prägte sich die Nummer des Chefbüros ein.
Bedacht darauf, keine Spuren zu hinterlassen, verstaute sie die Daten penibel genau wieder in der Schreibtischschublade und schickte sich an, zu gehen.
Leise schlich sie Richtung Tür. Die Schwarzhaarige konnte es sich nicht erklären, aber ihre Intuition berief sie zur Vorsicht.
Ihre Hand legte sich auf die kühle Klinke.
Und dann fiel es wie Schuppen von ihren Augen.
Es war definitiv ZU ruhig. Hatte sie beim Eintreten noch geschäftiges Treiben in den Stockwerken unter wie über sich ausgemacht, so war es nun mehr totenstill.
Ihre vollen roten Lippen bildeten einen vergleichsweise dünnen Strich, als sie die Tür hinter sich schloss und sich Richtung Aufzug wandte. Ihre Rechte umfasste automatisch den Fächer und ließ diesen zischend aufschnellen, kaum hatte ihre Besitzerin den halben Flur durchquert.
Mehrere Hähne klickten charakteristisch und veranlassten die Windherrscherin sich mit den Rücken zur Wand zu drehen.
Sie war endgültig aufgeflogen.

Tief sog sie die verbrauchte Arbeitsluft ein und reckte trotzig sowie herausfordernd das spitz zulaufende Kinn ihren Gegenübern entgegen.

„Soso, bist du nicht die Schnüfflerin von heute Mittag?“

Das war bereits zu viel. Hatte der eigentlich irgendetwas hinter der Stirn?

Schneidend, wenngleich ebenso aufgebracht, schleuderte sie ihm entgegen:

„Ich bin weder eine Reporterin, noch eine Spionin. Ich habe den Taisho in einer Sache von nationaler, wenn nicht sogar internationaler, Bedeutung zu sprechen, du Erbsenhirn.“

Oja, da war sie mal wieder sehr diplomatisch an die Sache heran gegangen.
Wütend funkelten ihre nun roten Irden den Wortführer an.
Sie fühlte sich eindeutig in die Enge getrieben. Andernfalls, hätte sie kühlen Kopf bewahrt... Dieses Stadtgetümmel zerrte einfach an ihren Nerven.
Ihre Glaubwürdigkeit war dahin.

„Von internationaler Bedeutung“, richtete der Riese sich höhnend an seine Kollegen, „Habt ihr das gehört?“, seine Augen streiften die der dämonischen Frau, „Und dennoch hat sie keinen Termin, wie das in einer solchen Wichtigkeit doch der Fall wäre.“, seine Lippen kräuselten sich Unheil verkündend, „Zeigen wir ihr doch mal, was mit Leuten passiert, die meinen, sich über die Anordnungen des Taishos hinwegsetzen zu können. Werft sie raus!“

Mit diesem letzten Satz wurde ihr Lichtblick, zu dem ersehnten Daiyokai zu kommen, zunichte gemacht.
War der Kerl sich etwa zu fein, sie selbst zurechtzuweisen? Denn, dass sie alles andere als menschlich war, war nach ihrem Eindringen doch zwingend einleuchtend. Dann würde sie ihn eben mit der Nase auf ihre Anwesenheit stoßen und gleichzeitig mit dem ungehobelten Kerl vor ihr ihre Rechnung begleichen!
Angriffsbereit schnellte der Fächer zur Seite und fing die für einen Kampf notwendige Luft ein, ihr Bannkreis schützte sie vor den Kugeln, die um ihn herum klackernd zu Boden fielen, als urplötzlich ein Knacken die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf das Head-Set des Mannes, der sie damals zur Tür befördert hatte, gerichtet war.
Die Kämpfenden erstarrten bei seiner erhobenen Hand.
Der Flur wirkte wie eingefroren, bis der dunkelhäutige Mensch den, von seiner Sonnenbrille verborgenen, Blick auf die Schwarzhaarige richtete und daraufhin seinen Vorgesetzten fixierte, welcher mit fragender Miene, die Waffe bereits wieder im Anschlag, auf die Ausführung des menschlichen Leibwächters wartete.
Dessen Züge waren vollkommen ausdruckslos.

„Wir sollen sie zu ihm bringen. Er will es selbst in die Hand nehmen.“ Leicht verärgert musterte er die Frau an der Wand. „Du hättest heute Mittag meiner Warnung mehr Beachtung schenken sollen. Herr Taisho war ohnehin schlecht gelaunt.“

Zwei der Kolosse packten sie grob an ihren Oberarmen und nahmen sie so zwischen sich.

„Bete, dass er seine schlechte Laune nicht an dir auslässt. Da du dich ja selbst als dämonisch hast identifizieren lassen, ist deine Überlebenschance schwindend gering. Mit aufdringlichen Frauenzimmern macht er generell kurzen Prozess.“

Dieses Mal schluckte sie ihren Ärger hinunter. Immerhin hatte sie sie alle da, wo sie sie haben wollte.
Ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengegend konnte sie dennoch nicht vertreiben. Vielleicht hätte sie sich doch einen Termin geben lassen sollen.
Reiß dich zusammen, schallte sie sich selbst, er kann dir gar nichts! Nein, er wird sich sogar entschuldigen müssen. Immerhin hatte sie ein gewisses Vorrecht auf seine ungeteilte Aufmerksamkeit, trat sie doch als Fürsprecherin auf!
Das leise Stimmchen, dass sie, den Erläuterungen des Dunkelhäutigen nach, keine Zeit mehr zum Vorstellen haben könnte, strafte sie mit Nichtachtung. Genauso wie die schraubstockähnlichen Griffe um ihre Oberarme.
Fortgehend sprach sie sich Mut zu, bis sie schlussendlich das ersehnte Arbeitszimmer vor sich sah. Interessiert begutachtete sie den großen Vorraum mit dem leeren Pult, der Sekretärinnen zugedacht war, und die Tür, durch die sie gleich schreiten würde.
Schon kam der vorherige Wortführer, dem sie nach wie vor die Hölle an den Hals wünschte, aus dem Raum hinter jener Tür.
Ein Wink von ihm und ihre beiden Bewacher traten auf den leichten Kunststoff zu. Wie denn? Die kamen aber nicht mit, oder?
Da wurde ihr der Sinn auch schon vernichtend demütigend mitgeteilt.
Brutal stießen, ja warfen sie sie fast, durch den Türrahmen und schlugen den Kunststoff theatralisch laut hinter ihr zu.
Sie selbst hatte Mühe, ihr Gleichgewicht zu halten, was nicht im geringsten das elegante Schreiten erahnen ließ, welches sie sich kurz zuvor noch ausgemalt hatte.

Wirklich berühren konnte sie diese Aktion nicht, zu oft war sie in ihrem früheren Leben derartig unter der Gürtellinie behandelt worden, um sie jetzt verletzten zu können. Wenngleich es einen bitteren Nachgeschmack hinterließ.


Mit einer Mischung aus Wut, Furcht und verletztem Stolz blickte sie auf und somit auf den Rücken eines imposanten, schwarzen Drehstuhles.
Der Mistkerl hielt es noch nicht einmal für nötig, sie anzusehen!

Bevor sie ihrer Empörung Luft machen und ihn gleichzeitig in seine Schranken weisen konnte, erklang ein leises Lachen und jagte ihr einen Schauer über den zierlichen Rücken. Gleichzeitig kam sie nicht ohnehin, sich erinnert zu fühlen, nur an was?

Da schreckte sie eine dunkle wie kühle Stimme aus ihrer Erinnerungssuche auf.


„Ist es Zeit? Kagura?“


Unglauben machte sich in ihr breit, schlich sich in ihre Gliedmaßen, ließ sie ertauben und den erstarrten ehemaligen Abkömmling Narakus die Augen aufreißen.
Wie aus einer fernen Welt hörte sich die Windherrscherin ihre letzten Worte mit ausgetrocknetem Mund schwach wiederholen.


„Ja, es ist Zeit.“


Zu mehr fühlte sie sich nicht im Stande.


Langsam drehte sich der thronartige Stuhl um seine eigene Achse und holte somit den nun 1400jährigen Daiyokai ins Blickfeld der Windherrscherin, der, seinem Stil treu bleibend, betont ruhig seine Ellbogen auf die Tischplatte abstützte und das Kinn mit diesen kühlen eindringlichen Augen auf die gefalteten Hände legte.

Nach all den Jahrhunderten strahlte Sesshomaru nach wie vor lässige Eleganz aus.

Kagura, die in ihrer Bewegung, sich aufzurichten, in geduckter Haltung festgefroren war, machte einen Schritt zurück, richtete sich somit in einer geschmeidigen Bewegung auf und schluckte zwar leise, aber für sie beide dennoch hörbar.

Wie um besser zu begreifen, studierte sie das Gesicht des Hundedämons. Nahm jede unscheinbare Veränderung wahr. Fünfhundert Jahre gingen selbst an einem gottgleichen Sesshomaru nicht gnadenlos vorbei. Hatte er damals noch die leicht weichen Züge eines Jugendlichen vorweisen können, so waren diese nun zu den eindringlichen eines Mannes gewandelt.
Es war nur ein Hauch der Zeit erkennbar, dennoch wirkte er noch majestätischer als sie ihn in Erinnerung hatte.

Wirkte er damals wie ein 23jähriger adeliger, hochmütiger Krieger, so erinnerte er sie im Hier und Jetzt an einen blutjungen, höchstens 26 Jahre alten, nach wie vor ungemein attraktiven Firmenchef, ohne den jugendlichen Hochmut, aber nicht mit geminderter Arroganz.
Stumm erkundete er sie.
Nahezu sanft offenbarte er fließend sein immenses Yoki und verantwortete eine Ganzkörpergänsehaut seitens Kagura.

Ein Zittern überfiel die sonst so standhafte Windherrscherin.
Mit zunehmendem Herzschlag realisierte sie die kalte Macht, die die Atmosphäre im Raum zu bestimmen schien. Sie verspürte ein nie zuvor gekanntes Loch in der Magengegend bei ihrer Feststellung, dass sie nahe dran war, in die Knie zu gehen.
Fast wurde ihr schwarz vor Augen.

Hätte der Taisho seine übliche Abneigung in dieses Zeichen seiner Dominanz gelegt, wäre sie wohl, allen Vorsätzen zum Trotz, vor ihm zusammengesunken.
So allerdings konnte er beobachten, wie sie zwar drei Schritte rückwärts hastete, aber weder den Blickkontakt brach, noch dem Bedürfnis ihrer Beine nachgab.

Kaum hatte sie besagten Abstand zwischen sie beide gebracht, war es nun an ihr, den Blick zu intensivieren und sich zu ordnen. Das Zittern ließ nach, genauso wie die Taubheit, die ihren Körper befallen hatte. Die Schwarzhaarige hatte sich erfolgreich gefangen. Die Gänsehaut jedoch war, sehr zu ihrem Missfallen, geblieben.

Der Inu-Yokai ergriff das Wort.
Beiläufig, wie bei einem Kaffeekränzchen, zu dem er, zugegebenerweise, nie gegangen wäre.

„Wie ich sehe, hast du eine neue Frisur.“

Für einen Moment gewährte er ihr durch seine Augen Zugang zu seinen Gedanken.

Als er sie damals aus dem Fluss gefischt hatte, hatten sich ihre Haare gelöst gehabt.
Tatsächlich waren ihre Haare leicht geflochten und lagen wie an jenem Tag leicht über ihrer rechten Schulter.

Diese kleine, unbedeutende Bemerkung holte ihren Geist endgültig zurück in sein Büro.
In alter Manier funkelte sie ihn wütend an, fand zu ihrer damaligen sarkastischen, dunklen Stimme und äffte ihn, respektlos wie eh und je, nach.

„Ich dachte, du interessierst dich nicht für meine Lebensgeschichte.“

Der Satz war aus ihrem Mund gepurzelt, kaum dass sie ihn geöffnet hatte.
Ihr sonst sie zur Vorsicht ratender Instinkt machte scheinbar ungünstigerweise Urlaub.


Der linke Mundwinkel des Silberhaarigen zuckte eine Nanosekunde amüsiert. Auffordernd hob er die geschwungenen Brauen.

Bestärkt durch seine Reaktion, holte Kagura tief Luft, um ihr Anliegen vorzubringen.

„Ich wurde als eine der vier Elementdämonen Japans wiedergeboren.“

Sie führte ihren Fächer an die Lippen und verschränkte ihre Arme. Die alt vertraute Position verhalf ihr, zu ihrer Gelassenheit zurückzufinden.

„Wie du dir sicher denken kannst, trete ich, als Fürsprecherin der Dämonen der Lüfte, vor dich, den Taisho. Die zunehmenden Flugaktivitäten der Ningen führen zu gewissen Unmut bei meinen Schutzbefohlenen. Es ist an uns, eine Lösung zu finden, bevor die Lage zu eskalieren droht.“

Unwillig stießen die feinen Brauen Sesshomarus über dessen Nase zusammen.
Er konnte den Menschen schlecht verbieten, in den Urlaub zu fliegen. Von den geschäftlichen Aktivitäten, die auch seinen Konzern betrafen, ganz zu schweigen.
Zu allem Überfluss war das nicht die Richtung, die er sich für das Gespräch gewünscht hatte.
Da sie sich durch diesen Gesprächsstoff wieder sammelte, ließ er ihr ihren Willen.

„Hast du eine Idee?“

Der abwesende Blick des Daiyokais hatte sich wieder geklärt und fokussierte erneut die Windherrscherin.

„Grenzen.“

War Kagura‘s kurze Antwort. Auf die fragend gezückte Braue ihres Gegenübers ergänzte sie:

„Flugzeuge haben sich nicht nur nach ihrem Zielort, sondern auch nach den Winden in den entsprechenden Sphären zu richten.“

„Du meinst also, das Manipulieren ihrer Flugrichtung reiche aus?“

Die Schwarzhaarige schwieg.
Sie kannte ihn noch gut genug, um zu wissen, dass er keine Antwort erwartete, sondern der nachdenkliche Tonfall davon herrührte, dass er selbst nach einer Lösung suchte.
Nach einiger Zeit erhob er erneut seine eindrucksvolle Stimme.

„Vorübergehend. Wir werden zudem ein Nachtflugverbot verordnen. Das sollte ihnen mehr Freiraum bieten.“

Er selbst verfügte über dämonische Eilboten und war somit nicht durch dieses Gebot verhindert. Wie es den anderen Geschäften dabei erging, war ihm herzlich egal. Er befreite sich aus seiner bisherigen Stellung, kramte ein magisches Dokumentenblatt aus einer Schublade hervor und bedeutete gleichzeitig Kagura, ihm gegenüber Platz zu nehmen.

Die Stille, in der er den vorläufigen Vertrag aufsetzte, empfand die Windherrscherin mehr als erdrückend. Viel zu viel Ungesagtes, Ungewisses, lastete auf ihnen oder zumindest auf ihr. Da hatte sie all die Zeit nach ihm gesucht, zeitlich sogar befürchtet, er habe in dem letzten halben Jahrtausend einem Gegner tödlich unterlegen und saß nun vollkommen unverhofft wie überrumpelt vor ihm.
Dem Mann, der als einziger wirklich je ihr Herz besessen hatte, dem einzigen, der sie je um Worte hatte verlegen werden lassen, und wusste einmal mehr nicht, was sie sagen sollte.
Natürlich hatte sie ihn unter seinem Namen nicht gefunden.
Den Namen des Taishos wagte niemand auszusprechen.
Und mit einem herben Stich schlich sich das Bild dieser silberhaarigen Dämonin vor ihre Augen.
Sie biss sich im Versuch, den Schmerz und die dunkle Vorahnung zu vertreiben, auf die Unterlippe und richtete ihr Augenmerk auf das Papier vor ihr, welches von Sesshomaru gerade schwungvoll unterzeichnet wurde.
Wortlos reichte er ihr den Kuli.
Daraufhin drehte sie geschäftsmäßig das Blatt zu sich, überflog es und setzte, während sie unterschrieb, betont lässig die Unterhaltung in Richtung Wahrheit.

„Entschuldige mein unangekündigtes Auftreten, aber deine Sekretärin wollte mir partout nicht glauben, dass ich keine Journalistin bin.“
Sie reichte ihm Stift wie Vertrag.
Sesshomaru‘s Lippen hatten sich bei dieser Lüge belustigt gekräuselt.
Mit eben dieser Miene nahm er das Dokument in Empfang und jagte es sogleich durch den Kopierer zu seiner Linken. Noch bei seinen fließenden Bewegungen erwiderte er im gleichen Plauderton.

„Das haben sie so an sich. Allerdings werde ich Yiro wohl bei Gelegenheit fragen müssen, wann ich ihn denn zu meiner Sekretärin degradiert habe. Bislang ging ich in der Annahme zur Arbeit, er gehöre zum Wachpersonal.“

Bei seinen Worten war ihr das Blut gleich literweise in den Kopf geschossen.
Trotzig und in der vergeblichen Hoffnung, ihn von ihrer Aussage abzulenken, hielt sie dagegen.

„Nun, was kann ich dafür, wenn du so zierliche Wesen als Wachpersonal einstellst.“

Dass der dunkelhäutige Yiro alles andere als zierlich war, überging sie großzügig.
Der Daiyokai war nun sichtlich amüsiert.

„Ich werde über deine Einwände nachdenken. Allerdings hatte ich heute Mittag den Eindruck, dass dich meine Wachen doch nicht ganz kalt gelassen hatten.“

„Hmpf. Wären wir nicht in der Öffentlichkeit gewesen, wären sie jetzt unter Garantie kalt.“

Seine Augen bohrten sich in ihre, als er kurz zustimmend den Kopf neigte.

„Also hast du gewusst, dass ich komme, es aber nicht für nötig gehalten, es mir zu erleichtern.“

Versuchte es Kagura erneut, als Sesshomaru sich umwandte, um ihr die Kopie ihres soeben geschlossenen Paktes zu überreichen.
Kaum hatte sie nach dem noch warmen Papier gelangt, fesselte er erneut unangenehm ihren Blick.

„Sie ist meine Cousine, Kagura.“

Damit ließ er von dem Blatt ab und verschränkte wiederholt die Hände, lehnte sich aber entspannt zurück.
Kagura nahm sich Zeit, die Kopie in ihrer Handtasche zu verstauen. Ihre Augen verweilten selbst danach noch auf dem schwarzen Stoff.

Sesshomaru für sich musterte seine alte Verbündete eingehend.
Er hatte sie nicht so schüchtern in Erinnerung. Eher stolz, kalt, auf ihren Vorteil bedacht, manchmal durchaus hinterlistig, vorlaut…
Eigentlich hatten sie viele Gemeinsamkeiten gehabt, wenngleich sie sie in unterschiedlicher Art ausgelebt hatten.
Verunsichert hatte er sie nur einmal erlebt.
Auf der Blumenwiese, wo sie ihr Ende gefunden hatte.
Er hatte ihr diese Frage, die sich in ihr aufgestaut hatte, einmal beantwortet.
Noch einmal, dazu verspürte er wenig Lust.
Und so wiederholte er einzig und allein das, was er ihr damals auch zugestanden hatte.

„Ich wusste, dass du es bist.“

Doch dieses Mal schreckte sie nicht auf, spielte aber mit.

„So?“

„Vor dreiundzwanzig Jahren änderte sich von einem zum anderen Moment der Geruch des Windes schlagartig.
Ich ahnte es bereits, sah mich aber erst heute Mittag darin bestätigt, als ich deinen Geruch ausmachte. Das, was vor 500 Jahren von Narakus Gestank unterdrückt worden war, war fein und klar.
Selbstverständlich wusste ich sofort, wer mich aufsuchte. Und auch, als was du mich aufsuchtest. Immerhin war ich derjenige, der bereits Jahre zuvor vorgeschlagen hatte, die verschiedenen Bedürfnisse der Dämonen unter den Elementen zu teilen.
Da ich gespannt auf deine Fähigkeiten war und um deine Zielstrebigkeit wusste, habe ich den Ereignissen vorläufig ihren Lauf gelassen.“

Sein Tonfall war üblich monoton und distanziert.
Die Windherrscherin fasste sich ein Herz.
Abrupt stand sie auf und verneigte sich kurz angebunden vor ihrem Taisho, murmelte ein „Danke, für deine Aufmerksamkeit“, wie Jaken es sich sicher von ihr gewünscht hätte, und machte, dass sie raus kam.

Die Zeit, die Kagura zur Tür eilte, nahm sich Sesshomaru um auf die Digitaluhr vor ihm zu sehen, bevor er sich anschickte, die von ihr bereits geöffnete Tür vor ihrer Nase mit seiner Rechten zuzuknallen und den Schlüssel mit der anderen Hand umzudrehen.
Diese wanderte auf die Höhe der Klaue, die die Tür brutal geschlossen hatte, Kagura zwischen ihnen.
Geschockt ruckte ihr Kopf in die Höhe und sah in zwei stechend goldene Irden.
Instinktiv presste sich die Windherrscherin an die Tür in ihrem Rücken.
Die Tasche plumpste von beiden ungeachtet zu Boden.
Der Yokailord ließ sich durch diese furchtsame Geste in keinster Weise beirren. Ununterbrochen verkürzte er ihre Entfernung zueinander, bis sein Atem ihre Gesichtshaut erst grausam erkalten und dann gnadenlos verbrennen ließ.
Panisch erhöhte sie den Druck auf die Kunststofftür, hielt sich somit auf ihrer Höhe, ignorierte die Hitze, die ihren Körper den Gehorsam versagen ließ und sie ansonsten endgültig zu Boden gezwungen hätte, und erwiderte seinen eindringlichen Blick flackernd.
Sesshomaru schien auch davon keinerlei Notiz zu nehmen.
Gemütlich stützte er sich auf seine Unterarme und las in ihren Augen das Gefühlschaos heraus, das er erwartet hatte.
Seine Augen taxierten einmal mehr die Frau vor ihm, bevor er sich noch einmal an sie richtete.

„Kagura“

Sie erschauderte bei dem Klang seiner Stimme.
Es war die Stimme, die sie einst gefragt hatte, ob sie ihn benutzen würde.
Doch etwas war anders, etwas, was sie dazu veranlasste, ihm offen entgegenzublicken und sich entschlossen aufzurichten.
Sein Blick galt der Wand über ihrer linken Schulter, dennoch neigte er sich leicht und fesselte ihr unsicheres Rot mit seinen stahlklaren Metallen.
In seiner kalten Art wandte Sesshomaru sich ab.
Sein heißer Odem verbrannte ihr den Nacken, als er sein Haupt senkte.
Bedacht führte er seine Lippen an ihre Halsbeuge, ließ sie seine scharfen Reißzähne erahnen und strich mit ihnen quälend langsam ihren unglaublich sensiblen Hals hinauf bis sein Atem ihre Ohrmuschel kitzelte.

Direkt nachdem er seinen Mund auf ihre Halsbeuge gelegt hatte, hatte sie einen unsichtbaren Punkt an der ihr gegenüber liegenden Wand fixiert.
Ihre Atmung ging schwer.
Das Blut rauschte in ihren Ohren, als er fortfuhr.

„Wie viel bedeutet dir deine Freiheit?“

Es war nur ein Wispern, nur ein Hauch, dennoch ging ihr diese Frage durch Mark und Bein.

Bebend führte sie ihre Hand an die Brust des wohl grausamsten und tödlichsten Dämon Japans und strich geistesabwesend, gleichzeitig aber mit all ihren Sinnen, über dessen breiten Torso und die Respekt einflößenden Muskeln, die sich kräftig über seinem Herzen spannten.

Einer plötzlichen Anwandlung nachgebend riss sie ihn an seinem Kragen zu sich, sodass nun sie es war, die in das Ohr des sichtlich erschrockenen Daiyokai flüsterte.
Das war ihm in einem Jahrtausend nicht passiert!

„Deine für meine“

Das erregte Aufflackern seines Yoki schloss sämtliche Stromkreise kurz, während seine dämonisch roten Augen die Kanten der Gegenstände des Raumes glühend rot umrissen und seine Reißzähne sich in ihrem Fleisch versenkten.


Und zuletzt konnten wir uns noch treffen…


---------------------


An dieser Stelle:

Erst einmal DANKE!!!! Dass ihr das bis hier durchgehalten habt

Dann

NEIN!! Ich werde kein Lemon oder ähnliches hinten dran hängen…

Es tut mir Leid, aber daran will ich mir nicht die Finger verbrennen…

Es war so schon schwer genug Kagura einigermaßen originalgetreu widerzuspiegeln…

Von daher Sorry

Ohne mich

Aber wenn sich jemand anders da rantraut, tut euch keinen Zwang an…

Ich persönlich kann mich da eher schlecht als recht in unsere Windherrscherin hineinversetzen…

Aber nen passenden Titel hätte ich schon im petto… da hat mich unsre liebe Michie-chan drauf gestoßen…

Ein weiteres Zitat, Manga 30: sowohl in Kraft als auch in Technik, kann dir keiner das Wasser reichen…

No comment:

Ich schwärm ihr von dem Pairing vor, und les ihr das vor – eigentlich, weil Rin danach ihre Vermutung, dass Kagura in Sesshomaru verliebt ist, Jaken mitteilt und dann…

„Du weißt schon, wie zweideutig das klingt?“



Typisch…

Und dann

Konnt ich mir ihre Lache am Telefon anhören

….

Und musst irgendwann hilflos mitlachen

Ich hatte ab und an das ungute Gefühl, dass meine Kagu zu sehr an Kagome erinnert hat

Bitte seid ehrlich!

Kam sie so schlecht rüber?

Ich hab bislang keine FF mit ihr und Sess gelesen, wo ich sie mir hab vorstellen können

Ich hab sie also anhand dem bisschen, was man im Manga von ihr erfährt geformt…



Bitte lasst mir was da!!
Ich bin echt voll verunsichert…
Vor allem, da ich bislang im Bereich Humor tätig war…
Da hilft es auch nix, dass ich schon ne erste Sessxeigener Chara begonnen hab!

Die kenn ich nämlich im Vergleich zur Windherrscherin…

In der Hoffnung, dass euch zumindest der amüsante Part gefallen hat

(Sess: -.-… du hast es nicht lassen können, oder? D-T: *pfeif*)


Eure Dark-Tiger

Frauen an die Macht!

Sry, wollt schon vor Stunden posten, aber wir hatten ein paar Probleme mit der Kommunikation... Technik...

Heitert mich auf *drop*

Nochma eure D-T
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast