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Folge 406 ,,Die Versöhnung"

von Sanin
GeschichteDrama / P16 / Gen
Annika Jesske Antje "Ginger" Stenzel Christine Walter Iris Römer Mareen Bieler Nicole Maurer
11.04.2009
11.04.2009
1
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11.04.2009 15.823
 
,,Versöhnung“


Szene 1

Auf der ganzen Station B herrscht Unruhe. Auch alle Schließer sind in heller Aufruhr und rennen wie aufgescheuchte Hühner auf der Station hin und her. Walter und ihre Freunde Uschi, Annika, Melanie, Miriam, Lena und Wilhelmina sehen beunruhigt Richtung Bad, das von Polizisten abgesperrt wurde und bewacht wird. Keiner bemerkt wie Miriam völlig am Bodenzerstört am ganzen Leib zittert.

Annika: (beunruhigt) Verdammt noch mal. Was ist denn da drin los?

Walter: Keine Ahnung. (geht Richtung Bad) Aber wir werden es gleich wissen.

Uschi: (ruft ihr hinterher) Walter, bleib hier!

Walter: (bleibt vor Frau Schnoor stehen) Kann mir mal jemand sagen was hier
              los ist? (will ins Bad doch zwei Polizisten versperren ihr den Weg)

Polizist: (streng) Keinen Schritt weiter, bitte!

Schnoor: (drängt Walter zurück) Frau Walter, bitte gehen sie zurück in ihre
               Zelle und lassen sie die Männer hier ihre Arbeit machen! (sieht ihr
               flehend in die Augen) Bitte!

Walter gibt nach und will gerade zurück gehen als die Polizisten und Schließer den Weg freimachen und aus dem Bad ein Leichensarg herausgetragen wird. Alle sehen entsetzt und mit offenen Mündern zum Sarg der von zwei Beamten aus der Station getragen wird. Auch Walter bleibt wie angewurzelt stehen und blickt dem unheimlichen Sarg mit weitgeöffneten Augen nach.

Uschi: (entsetzt) Oh mein Gott. Wer ist das?

Miriam: (kleinlaut) Angelika. (alle sehen sie fassungslos an)
Die Gitterschleuse wird geöffnet und Direktorin Sürth betritt die Station.
Ohne den Sarg weiter zu beachten geht sie mit eiligen Schritten zu Frau Schnoor und Herrn Brock, der sich neben Birgit postiert hat.

Sürth: (aufgebracht) Wie konnte so etwas passieren? (bleibt vor Frau Schnoor
            stehen) Ich verlange eine Erklärung!

Schnoor: (muss Schlucken) Sie wurde zusammengeschlagen und bewusstlos
                aufgefunden. Es tut mir so leid.
Sürth: (sieht sich um) Und weis man wer es getan hat?! Gibt es irgendeinen
           Hinweis?!

Schnoor: (schüttelt den Kopf) Nein. Ich bin erst seit einer halben Stunde auf
                Station. (senkt beschämt ihre Kopf)

Sürth: (kopfschüttelnd) Soll dies etwa ihre Entschuldigung dafür sein?

Brock: (kleinlaut) Natürlich nicht.

Sürth: (geht in die Mitte der Station; laut) Alle Insassinnen gehen
            augenblicklich in ihre Zellen! (blickt zu Brock der sichtlich geschockt
            neben ihr steht) Worauf warten sie noch!? Einschluss! (geht mit
            hastigen Schritten davon)

Die Frauen gehen in ihre Zellen begleitet von einem aufgeregten Tuscheln und Raunen. Nur Miriam bleibt völlig aufgelöst stehen und blickt weiterhin Richtung Bad.

Uschi: (nimmt sie besorgt in den Arm) Mensch du bist ja völlig fertig. (geht mit
           ihr zu den Zellen) Na komm schon! Alles wird wieder gut.

Brock: (laut) Das gilt auch für sie Frau Walter!

Walter: (schreckt hoch sieht ihn grimmig an) Ja, ja schon gut. (entdeckt Mareen
              die ein paar Meter weiter weg, gelassen an einer Säule gelehnt, steht
              und sie geheimnisvoll ansieht)

Lena: (drängelnd) Walter komm endlich! (bemerkt Walters Blickkontakt zu
          Mareen) Was ist den?

Walter: (geheimnisvoll flüsternd) Schau dir mal Mrs. Rockefeller an! Die lässt
              das alles völlig kalt. Schon merkwürdig, oder? (blickt Lena fragend an)

Lena will gerade etwas erwidern als Brock hinter ihnen auftaucht. Sein Blick sagt alles und so gehen sie schweigsam in ihre Zelle. Genau in dem Moment kehrt auch Mareen ihnen den Rücken zu, die jedoch nicht in ihre Zelle sondern in der von Babs und Rosie geht. Unauffällig steigt sie Stufen der Stationstreppe hinauf und geht zu Zellentür. Ohne zu klopfen reist sie die Zellentür auf und tritt ein.

Rosie: (macht gerade ihren Spind zu) Was verschafft uns denn die Ehre? (lacht
           kurz auf)
Mareen: (sieht sich um) Wo ist Babs?! (die Schiebetür des WC’s wird
               aufgeschoben und Babs kommt mit einer Zahnbürste im Mund heraus)

Babs: Anwesend. Was gibt’s?

Mareen: (sieht sie fassungslos an) Könntet ihr mir vielleicht erklären was da im
               Bad passiert ist?!

Rosie: (gelangweilt) Wieso?

Mareen: (wütend) Da fragst du noch!? (geht mit bedrohlichem
               Gesichtsausdruck zu Rosie) Ihr hattet die Aufgabe sie fertig zu
               machen und nicht sie umzubringen! Meine Güte, könnt ihr nicht
               einmal etwas richtig machen!? Jetzt wimmelt es hier nur so von
               Polizisten.

Babs: (nimmt die Zahnbürste aus dem Mund) Ist doch gut. Jetzt kann die
          Loberth dich nicht mehr nerven.

Mareen: (sieht beide giftig an) Was glaubt ihr wie lange es dauern wird bis die
               herausfinden das ihr etwas damit zutun habt? Ihr werdet noch länger
               hier sitzen und ich ebenfalls. (bleibt vor Rosie stehen) Und wenn ihr
               mich verrät dann schwör ich euch, dass ihr nie wieder das Tageslicht
               für die nächsten 10 Jahre sehen werdet!

Rosie: (sieht kurz geschockt zu Babs; drohend) Willst du uns etwa drohen?!

Mareen: (scharf) Ich rate euch nur das ihr von nun an mir gehorcht den ich
               sitze am längeren Hebel! Wenn ich untergehe geht ihr mit mir unter!
               (geht zur Zellentür) Vertraut mir! Wenn ihr von jetzt an genau das tut
               was ich sage sorge ich dafür das euch kein Harr gekrümmt wird. (geht
               hinaus)

Die Tür schließt sich mit einem lauten Knall der Babs und Rosie hochfahren lässt. Beide sehen sich mit großen Augen an und erkennen, dass sie gewaltig in der Klemme stecken.

Babs: Verdammt was machen wir den jetzt?

Rosie: (geht wütend zu ihrem Spind und gibt ihm einen Tritt) Scheiße!

Babs: (besorgt) Mareen wird uns da doch irgendwie raushalten können, was
          denkst du?
Rosie: (wütend; fluchend) Verdammt, ich weis es nicht!

Szene 2

Miriam sitzt, noch immer völlig aufgelöst und zitternd, auf ihrem Bett.
Ginger, die endlich schlafen will, geht genervt zu ihr.

Ginger: Man was ist den mit dir los? (bleibt vor ihr stehen) Ich will endlich
             schlafen also mach das blöde Licht aus! (wartet kurz) Hallo Erde an
             Miriam?! (fuchtelt mit ihren Händen vor Miriams Gesicht herum)
             Du bist ja vollkommen weggetreten. (schaltet das Licht selber aus und
             geht ins Bett) Schlaf jetzt und Morgen früh sieht die Welt schon wieder
             anders aus. (zu sich selbst) Das tut sie bei mir sowieso immer!

Miriam bleibt immer noch auf dem Bett sitzen und starrt völlig orientierungslos in die Dunkelheit ihrer Zelle. Tränen kullern ihr über das angstverzehrte Gesicht. Sie bekommt die ganze Nacht kein Auge zu.


Vorspann der 16. Staffel



Szene 3

Dunkle Regenwolken hängen über Reutlitz und der Hof ist übersäht mit kleinen Regenpfützen. Auf Station B machen sich die Frauen fertig zur Arbeit.
Die meisten stehen schon komplett angezogen vor dem Aquarium und warten.
So auch Sarah die sehnsüchtig zu Sebastian schaut der gerade mit Iris im Aquarium sitzt.

Mareen: (bleibt hinter Sarah stehen) Du denkst doch etwa nicht immer noch an
               deinen Milchreisbubi?

Sarah: (dreht sich erschrocken zu ihr um) Was willst du?

Mareen: (ermahnend) Begrüßt man so etwa seine Partnerin?

Sarah: (ernst) Du meinst wohl Mörderin!

Mareen: (verwundert) Wie bitte?

Sarah: (giftig) Das du Unberechenbar bist wusste ich schon vorher. Aber das du
            jetzt auch noch über Leichen gehst. (schüttelt verständnislos den Kopf
            und dreht sich wieder um)

Mareen: (sieht sie entsetzt an) Sarah, ich bin doch keine Mörderin. Bitte das
               musst du mir glauben!

Sarah: Dir glauben? (dreht sich wieder zu ihr und sieht ihr tief in die Augen)
           Gib es doch zu das du sie umgebracht hast! (wird lauter) Oder bekommst
           du jetzt kalte Füße?

Die Frauen sehen zu den Beiden und beobachten sie misstrauisch. Mareen sieht Sarah flehend und unschuldig an.

Mareen: (flüsternd) Es tut mir Leid das ich dich immer Bevormundet habe. Und
               ich wahr genauso schockiert wie alle anderen von Angelikas Tot.
               Aber ich schwöre dir, dass ich so etwas nie gewollt hätte. (sieht sie
               mit unschuldigen Augen an) Ich will doch schließlich nur das Beste
               für dich, Sarah.

Sarah: (gibt nach) Ist ja schon gut. (sieht wieder zu Sebastian)

Mareen lächelt erleichtert und geht zusammen mit Sarah Richtung Aquarium. Sebastian schaut auf seine Uhr und erhebt sich von seinem Stuhl.

Sarah: (blickt zu Sebastian und dann ganz schnell wieder zu Mareen) Und wann
            kommt die nächste Lieferung?

Mareen: Morgen. Bis dahin müssen wir uns noch gedulden. (bemerkt wie Sarah
              zu Sebastian blickt der gerade mit Iris im Schlepptau das Aquarium
              verläst und die Frauen zum Arbeitsantritt auffordern) Du liebst ihn
              wohl sehr? Hab ich recht?

Sarah: (zieht überrascht die Augenbraue hoch) Das sind ja ganz neue Töne von
            dir. (sieht sie herausfordernd an) Wenn du es genau wissen willst, ja.
            Ich liebe ihn. Und du kannst von mir aus alle Hebel in Bewegung
            setzen, du kannst uns nicht auseinanderreißen.

Mareen: (mit beruhigender Stimme) Es tut mir leid was ich gestern gesagt habe.
               Von mir aus werde Glücklich mit ihm. (legt ihre Hand auf Sarahs
                Schulter) Von mir erfährt es Niemand darauf hast du mein Wort.

Iris: (laut) In Zweierreihen aufstellen!




Sarah: (verschränkt ihre Augen) Ich vertraue dir. Aber damit du es weist.
           Wir sind weiterhin nur Partnerinnen und keine Freunde. (reiht sich mit
            Mareen ein deren beruhigendes Lächeln verschwindet und sie Sarah nun
            bedrohlich von der Seite ansieht)

Alle Insassinnen stehen in Zweierreihen aufgereiht auf der Station. Iris will gerade etwas erwidern als die Gitterschleuse aufschnappt und Frau Sürth auf die Frauen zugeht. Mit ernstem und besorgtem Gesichtsausdruck bleibt sie vor den Insassinnen stehen die keinen Laut von sich geben.

Sürth: Guten Morgen. Wie sie alle wissen ist gestern Abend ein Mord im Bad
           verübt worden. (wird etwas blass im Gesicht und atmet kurz durch)
           Ich versichere ihnen, dass der oder die Mörder gefasst werden. Bis dies
           eingetreten ist wird eine Kontaktsperre für alle Insassinnen verhängt.
           (alle Frauen werden laut und sehen die Direktorin grimmig an)

Walter: (laut) Na super.

Sürth: (laut) Des Weiteren werden, bis die Täter gefasst sind, keine Stoffe und
            andere Materialien für ,,Jail-Vergin-Angel“ geliefert. (Mareen und
            Sarah sehen sich entsetzt in die Augen) Es werden morgen Nachmittag  
            ab 14:00 Uhr erste Verhöre stattfinden. Also halten sie sich für eine
            Befragung bereit. (wieder wird es laut auf Station und ein heftiges
            Stimmengewirr macht die Runde)

Melanie: (mürrisch) Und wer soll bitteschön die Täter gesehen haben?
               Die Loberth war schließlich alleine im Bad. (zeigt der Direktorin den
               Vogel)

Iris: (bläst in ihre Pfeife) Ruhe!

Sürth: Natürlich können all diese Unannehmlichkeiten an ihnen vorübergehen
           wenn sich die Täterschaft jetzt freiwillig stellt!

Totenstille herrscht bei den Insassinnen und alle sehen sich um. Frau Sürth mustert jede Einzelne Frau ohne auch nur eine Mine zu verziehen. Miriam, die kreidebleich im Gesicht ist, sieht nach unten um den Blicken der Direktorin  auszuweichen. Auch Annika sieht sich um und erblickt, als sie hinter sich schaut, Ginger die sie traurig anlächelt. Sofort sieht Annika wieder nach vorne.

Sürth: (seufzt kurz) Nun wie es aussieht wird das nicht der Fall sein. Ich bin
            sehr enttäuscht von Ihnen. (geht mit gesenktem Kopf zur Gitterschleuse)

Für einen kurzen Moment herrscht Ruhe auf Station doch diese wird von Iris unterbrochen.

Iris: (laut) Abmarsch zur Arbeit!

Alle Frauen setzten sich in Bewegung. Nur Miriam bleibt wie angewurzelt stehen was Uschi bemerkt.

Uschi: (besorgt) Hey was ist den los? Du bist ja ganz blass.

Miriam sieht sie erschöpft an.

Miriam: (mit leiser Stimme) Ich glaub mir ist schlecht.

Sebastian: (bleibt vor den Beiden stehen) Frau König, Frau Jördens kommen sie
                  nun mit zur Arbeit!

Miriam hält sich die Hand vor den Mund und rennt gekrümmt ins Bad. Uschi und Sebastian sehen ihr besorgt hinterher.

Szenen 4

Die Frauen gehen in Zweierreihen durch den Gefängnisflur und reden wild durcheinander. Walter geht neben Lena die sie fragend ansieht.

Walter: Ich wette mit dir das Mareen dahinter steckt.

Lena: Nein das glaub ich nicht. Klar sie ist besitzergreifend und unberechenbar
          wenn es um Geld geht. Aber ein Mord???

Walter: Zähl doch mal 1 und 1 zusammen. Die Loberth hat Mareen in den
             Knast gebracht und um ihr ganzes schönes Geld gebracht. Und jetzt wie
             das Schicksal es so wollte landet die Loberth hier in Reutlitz. Das wäre
             doch der perfekte Zeitpunkt sich zu rächen, oder?

Sebastian: (von hinten rufend) Bitte ein bisschen zügiger!

Lena: (schüttelt leicht den Kopf) Trotzdem! Die ist clever und ist doch nicht so
          dumm und ermordet jemanden. Einen Mord kann die sich gar nicht
          leisten.

Walter: Vielleicht hast du recht. Aber ob nun Mörderin oder nicht, sie hat etwas
             mit der Sache zutun.

Iris öffnet die Gitterschleuse und die Frauen gehen hindurch. Iris wartet bis alle durch sind und schließt die Gitterschleuse. Sebastian wartet auf sie.

Iris: (verlegen) Hast du nach Feierabend Zeit? Ich meine wir könnten ja was
       zusammen machen wenn du willst?

Sebastian: Tut mir Leid aber ich muss dann noch in die Berufsschule.
                  Vielleicht ein andermal. O.K.?

Iris nickt nur enttäuscht und versucht die Insassinnen wieder einzuholen.

Szene 5

Direktorin Sürth sitzt in ihrem Büro hinter dem Schreibtisch und vergräbt ihr Gesicht hinter ihren Händen. Plötzlich klopft es an der Tür und Frau Mohr kommt herein.

Mohr: (bleibt vor dem Schreibtisch stehen) Hier ist die Akte von Frau Loberth.
           (legt sie auf den Tisch) Ich habe schon gehört was passiert ist.
           Wirklich schrecklich. Gibt es den schon Hinweise auf …

Sürth: (erschöpft) Nein, nichts. (nimmt die Akte und schlägt sie auf)
           Aber das wird sich hoffentlich Morgen ändern. (schlägt die Akte
           wieder zu und senkt den Kopf) Warum kann nicht einmal für 2 oder 3
           Wochen in Reutlitz Ruhe herrschen? Warum muss es andauernd zu
           solchen brutalen und sinnlosen Auseinandersetzungen kommen?

Frau Mohr sieht sie mitfühlend an. Die Direktorin steht auf und geht zum Fenster.

Sürth: Die Frauen müssen doch einsehen das es ihnen nur Ärger bringt und
           Konsequenzen mit sich zieht. Und ich mach mich immer unbeliebter
           indem ich Kontakt- und Ausgangssperren verhänge.

Mohr: (legt ihre Hand aufmunternd auf Julianes Schulter) Aber Frau Sürth, so
           dürfen sie nicht denken. Sie sind nun mal die Direktorin. Ich mach uns
           erstmal eine schöne Tasse Kaffee.

Frau Mohr geht hinaus und lässt Juliane alleine die stumm und mit leerem Blick aus dem Fenster schaut. Plötzlich klingelt das Telefon und reißt sie aus ihren Gedanken. Sie geht zum Schreibtisch und nimmt den Hörer ab.

Sürth: (in den Hörer) JVA Reutlitz, Direktorin Sürth. (setzt sich auf den
           Chefsessel) Ja, Frau Makhubela ist bei uns. (entsetzt) Oh mein Gott.
           Ja ich verstehe. Ich kümmere mich sofort darum. (legt auf und drückt
           einen Knopf auf der Sprechanlage)

Ein kurzes Rauschen ertönt und die Stimme von Frau Mohr ertönt aus der Anlage.

Mohr: Ja Frau Sürth. Der Kaffee ist noch nicht ganz fertig.

Sürth: Frau Mohr schicken sie mir bitte Frau Makhubela in mein Büro! (lehnt
           sich zurück)  

Mohr: In Ordnung.

Szene 6

In der Schneiderei beginnen die Frauen mit ihrer Arbeit. Iris setzt sich neben Sebastian an den Tisch und beobachtet die Insassinnen bei ihrer Arbeit.
Mareen kontrolliert die Bestellungen und schiebt dabei jedes fertige Kleidungsstück auf der Stange von rechts nach links. Sarah schleicht sich heimlich zu ihr auf die andere Seite der Kleiderstange.  

Sarah: (flüsternd) Was machen wir den jetzt? Ohne den Lieferungen kommen
            wir nicht mehr an unsere Ware ran.

Mareen: (flüsternd) Das weis ich auch selbst. Aber das ist nicht nur das einzige
               Problem. Wir haben jetzt schon zu wenig Stoffe und Material um die
               wichtigen Bestellungen einzuhalten.

Sarah: (genervt) Und was heißt das jetzt?

Mareen: Das bedeutet das wir in ein bis zwei Tagen nicht mehr genügend
               Stoffe zu Verfügung haben um weiter zu arbeiten.

Sarah: Aber das kann die Sürth doch nicht machen! Damit bringt sie doch nur
           das Projekt unnötig in Gefahr.

Iris bemerkt wie die beiden tuscheln und blickt sie mit verschränkten Augen an.

Mareen: Glaubst du das weis die Sürth nicht selbst? (überlegt kurz) Ich werde
               versuchen noch heute mit ihr darüber zu sprechen. Vielleicht klappt es
               ja und sie hat ein Einsehen mit uns.  

Sarah: Hoffen wir’s.

Iris: (laut) Frau Reese, es würde nicht schaden wenn sie jetzt auch mit der
       Arbeit beginnen würden!

Sarah nickt nur und geht an die Arbeit. Dabei sieht sie kurz lächelnd zu Sebastian der zurücklächelt. Doch er schaut sofort wieder ernst als Iris sich wieder zu ihm setzt.

Szene 7

Frau Mohr steht vor der Kaffeemaschine und schaltet sie aus. In dem Moment kommt Pfarrer Schallert die Tür herein.

Schallert: (lächelnd) Ah, Guten Morgen Frau Mohr. (geht an ihren Schreibtisch
                 und legt ein Blatt darauf)

Mohr: Guten Morgen, Herr Pfarrer. (nimmt zwei Tassen aus dem Schrank)
           Möchten sie auch eine Tasse Kaffee trinken?

Schallert: Nein danke. Ich muss auch gleich wieder los. Ich wollte nur den
                 Bestellschein für die Kapelle abgeben. (tippt mit dem Finger auf das
                 Blatt)

Mohr: (geht zum Schreibtisch) Oh ja richtig, die Bestellungen für diesen
           Monat. Aber ich glaube sie müssen sich da noch ein wenig gedulden.
           Die Chefin hat im Moment glaube ich ganz andere Sorgen.

Schallert: (betrübt) Ja ich habe schon davon gehört. Wirklich unfassbar.
                (beide nicken sich zu) Dann noch einen schönen Tag. (geht zur Tür)

Mohr: Ihnen auch, Herr Pfarrer. (widmet sich wieder dem Kaffee zu)

Pfarrer Schaller will gerade die Tür öffnen als Brock die Tür aufreißt und eintritt. Nur mit knapper Not ist Herr Schallert der Tür ausgewichen und begrüßt Brock mit einem kurzen Nicken bevor er dann endgültig den Raum verlässt.

Brock: (sieht ernst zu Frau Mohr) Ich muss sofort Frau Sürth sprechen!
            Ginge das?

Mohr: (schüttet den Kaffe in die zwei Tassen) Moment noch, Herr Brock. (hebt
           die Kanne hoch) Möchten sie vielleicht eine Tasse?

Brock: (schüttelt den Kopf) Nein, ich hab heute schon meine zwei Tassen intus.

Frau Mohr zuckt etwas beleidigt die Schultern und setzt die Kanne wieder auf die Kaffeemaschine. In dem Moment öffnet sich die Tür des Chefbüros und Direktorin Sürth kommt heraus geeilt.

Sürth: (unruhig) Ist Frau Makhubela schon auf dem Weg?

Mohr: Tut mir Leid aber zurzeit hat keiner der Beamten Zeit gefunden. (reicht
           ihr eine Tasse Kaffee) Kaffee?  

Ohne Brock und die angebotene Tasse weiter zu beachten geht Frau Sürth wieder in ihr Büro.

Brock: (ruft ihr hinterher) Frau Sürth hätten sie kurz …? (die Tür schließt sich
            mit einem leisen Knall)

Mohr: (hält die Tasse weiterhin in ihren Händen) Ist wohl besser wenn sie es
           später noch mal versuchen.

Brock nickt nur und geht mit gesenktem Kopf zur Tür.

Mohr: Herr Brock, könnten sie mir einen Gefallen tun? (stellt die Tasse wieder
           auf den Tisch) Könnten sie Frau Makhubela von der Wäscherei abholen?

Brock: (dreht sich um und lächelt sie an) Natürlich. (geht hinaus)

Frau Mohr nickt dankbar und trinkt einen Schluck Kaffee bevor die sich wieder an ihren Schreibtisch setzt.

Szene 8

In der Wäscherei arbeiten die Frauen derweil fieberhaft und sagen kein Wort. Die Stimmung ist angespannt und jeder versucht den anderen aus dem Weg zugehen. Die Tür zur Wäscherei öffnet sich und Miriam kommt mit Frau Schnoor im Schlepptau herein. Sie geht sofort zu Walter und Uschi die gerade dreckige Wäsche in die Maschine stopfen.

Miriam: Kann ich euch helfen?

Uschi: (besorgt) Geht es dir wieder besser? Du warst ja ganz blass.

Miriam: Ja, es geht schon wieder. Mir war nur kurz übel. (blickt sich kurz um    
              und nimmt schließlich ein wenig Wäsche und steckt es in die
              Maschine)

Walter und Uschi sehen sich skeptisch an.

Miriam: (bemerkt ihre Blicke) Wirklich, es geht mir gut. O.K.?!

Uschi: Warum bist du überhaupt hier?

Miriam: (arbeitend) Kilian brauch mich heute nicht.

Walter: (ernst) Miriam was war gestern im Bad los?

Miriam: (versucht auszuweichen) Was meinst du?

Walter: Miriam, du weist ganz genau was ich meine! Wer hat die Loberth
             umgebracht?!

Miriam: (will gehen) Woher soll ich das wissen?

Walter hält sie auf und packt sie am Arm. Ernst und gereizt sieht sie Miriam in die Augen die wie starr dasteht.

Uschi: (will sie zurückziehen) Walter, was soll den das? Lass sie los!

Walter: (ignoriert Uschi) Du warst es doch der sie gefunden hat, stimmt doch?
             (wird lauter) Du warst es der völlig panisch auf der Station um Hilfe
             geschrien hat. Also weist du auch wer es getan hat! Los sag es Miriam!

Alle Insassinnen schauen schockiert zu den Beiden. Miriam, die immer noch von Walter festgehalten wird, bringt kein Wort heraus und wird immer blasser im Gesicht.

Walter: (laut) Sag es Miriam! Sag es!

Schnoor: (laut) Das reicht Frau Walter! (stellt sich zwischen Miriam und
               Walter) Gehen sie sofort wieder an die Arbeit!

Walter lässt den Blick nicht von Miriam die sich mit gesenktem Kopf dem Wäschetrolli zuwendet. Uschi packt Walters Schulter und zieht sie zu sich.

Uschi: Was ist den nur los mit dir? Musste das gerade sein? Wenn sie es wüsste
           hätte sie es uns doch bestimmt schon längst gesagt.

Walter: (gereizt) Ja, ist ja schon gut. (sieht wieder zu Miriam die anfängt die
             Wäsche zu sortieren)
Erneut öffnet sich die Tür und Brock betritt die Wäscherei. Er blickt sich kurz um bis er Wilhelmina an der Bügelmaschine entdeckt und zu ihr geht.

Brock: Frau Makhubela kommen sie bitte mit! Frau Sürth möchte sie sprechen!

Wilhelmina: (sieht ihn fragend an) Um was geht es den?

Brock zuckt nur mit den Schulter und geht mit ihr zur Tür hinter der die Beiden schließlich verschwinden. Miriam nimmt derweil einen fertig zusammengelegten Stapel Wäsche und geht mit ihm zum Wäschelager.
Dabei kommt sie an Grit und Rosie vorbei, die zusammen an der Bügelmaschine arbeiten und ihr hinterher blicken.

Rosie: (flüsternd) Glaubst du die Ratte weis etwas?

Grit: Wenn ja, stecken wir ziemlich tief in der Scheiße!

Rosie nickt und beide sehen mit misstrauischen Blicken zur verschlossenen Tür des Wäschelagers.

Szene 9

Ginger sitzt Gedankenverloren vor der Nähmaschine und bemerkt nicht wie Iris sie von hinten beobachtet. Erst als sie direkt hinter ihr steht zuckt Ginger zusammen und fährt erschrocken herum.

Iris: Frau Stenzel, wenn das ihr Arbeitstempo sein soll dann glaube ich, dass die
       Arbeit mit der Nähmaschine nicht das richtige für sie ist.

Ginger: (genervt) Ist ja schon gut! (dreht sich wieder um)

Iris macht weiter ihre Runde bis sie vor Sarah stehen bleibt die gerade nach einem passenden Stoff sucht.

Sarah: (stellt sich auf Zehenspitzen um über Iris hinweg Sebastian zu rufen)
           Herr Hecht, kommen sie mal bitte! Ich glaub ich hab hier ein Problem.

Ohne zu zögern steht Sebastian auf und eilt zu ihr. Iris hebt skeptisch eine Augenbraue hoch.

Iris: (kühl) Was für ein Problem gibt es den?

Sarah ignoriert Iris Frage und wartet bis Sebastian bei ihr ist.

Sarah: Herr Hecht mir gehen langsam die Stoffe aus. Ich weis nicht wie ich mit
           diesen Zeug noch was Vernünftiges machen kann.

Sebastian sieht sie fragend an während Iris die Augen verdreht und sich neben Sarah stellt.

Iris: Aber Frau Reese! Mit ihren Improvisationstalent werden sie das schon
       schaffen. (nimmt ein paar zerschnittene Stofffetzen und hebt sie hoch)
       Die sehen doch alle noch ganz vernünftig aus.

Sarah: Ich improvisiere schon die ganze Zeit. Aber es mangelt nun mal an allen
           Stellen und Kanten.

Sebastian: Tut mir Leid Frau Reese. Aber da müssen wir wohl durch.
                 Vielleicht finden wir ja noch ein paar Stoffballen im Lager.

Sarah: (lächelt ihn an) Gute Idee. (geht mit ihm Richtung Lager)

Iris sieht den Beiden eifersüchtig nach wobei sie vor lauter Wut den Stoff in ihren Händen zerreißt. Mareen bemerkt dies und muss schmunzeln.

Mareen: (zu Iris) Gibt es ein Problem?

Iris: (streng) Nein, arbeiten sie nur weiter!

Iris versucht sich nichts anmerken zu lassen und setzt sich wieder an den Tisch.

Szene 10

Direktorin Sürth sitzt hinter ihrem Schreibtisch und tippt heftig in die Tastatur ihres Computers. Doch als es klopft unterbricht sie ihre Arbeit und steht auf.

Sürth: Herein!

Die Tür geht auf und Herr Brock kommt mit Wilhelmina ins Büro. Wilhelmina bleibt vor dem Schreibtisch stehen und sieht die Direktorin fragend an.

Sürth: Danke Herr Brock, warten sie bitte draußen!

Brock: (nimmt seine Dienstmütze ab) Frau Sürth wenn ich sie kurz …?

Sürth: (setzt sich hin) Später, Herr Brock!

Brock lächelt gezwungen, klopf kurz auf seine Mütze und geht etwas verärgert hinaus. Wilhelmina steht noch immer mit dem gleichen Gesichtsausdruck vor dem Schreibtisch.

Sürth: (deutet auf den Stuhl vor Wilhelmina) Wollen sie sich nicht lieber
           setzen?

Wilhelmina: Nein, danke ich stehe lieber. Wegen was wollten sie mich
                     sprechen?

Sürth: (atmet kurz durch) Ich habe leider schlechte Neuigkeiten für sie.

Wilhelmina: (unwohl) Soll ich etwa wieder zurück auf die Krankenstation? Mir
                     geht es doch wieder gut.

Sürth: Nein darum geht es nicht. Eigentlich dürfte ich es ihnen nicht sagen da ja
           ab heute Kontaktsperre herrscht.

Wilhelmina schluckt schwer und setzt sich, sichtlich angespannt, auf den Stuhl.

Wilhelmina: Geht es um meinem … (stockt kurz) Bruder?

Juliane nickt und steht auf. Wilhelmina bekommt Tränen in den Augen.

Sürth: (leise) Er ist heute Nacht, auf dem Weg nach Namibia verstorben. (senkt
           den Kopf) Es tut mir leid.

Heiße Tränen kullern Wilhelmina über das Gesicht und ihr Mund ist vor lauter Entsetzen weit geöffnet.

Wilhelmina: (entsetzt) Aber wie…? Er war doch gestern noch mich besuchen.
                     Wie kann er nur so schnell …? (senkt schluchzend ihren Kopf)
                     Sein Visum ist doch noch gar nicht abgelaufen!

Sürth: (mitfühlend) Es tut mir Leid, aber ich kann ihnen keine weiteren
           Informationen über den Tod ihres Bruders geben.

Juliane stellt sich hinter sie und will ihre Hand auf Wilhelminas Schulter legen. Doch diese wendet sich ab von ihr und steht blitzschnell vom Stuhl auf.

Wilhelmina: (laut; wütend) Sie reden so als ob es das normalste der Welt ist
                     seinen Bruder zu verlieren. (sieht sie giftig an)

Sürth: Aber nein, sie verstehen mich falsch. Ich möchte ihnen doch nur …

Wilhelmina: (unterbricht sie) Ach hören sie doch auf! (geht zur Tür) Ich will
                     sofort zurück zur Wäscherei.

Sürth: (geht zu ihr) Wenn sie wollen lass ich sie für den Rest des Tages von der
           Wäscherei freistellen. (Wilhelmina blickt mit wutentbranntem Gesicht
            nach unten und schweigt) Na gut, wie sie meinen. (laut) Herr Brock!

Brock kommt herein und stellt sich zwischen Wilhelmina und Frau Sürth.

Sürth: (geht zurück zu ihrem Schreibtisch) Bringen sie Frau Makhubela wieder
            zurück zur Wäscherei!  

Brock nickt und führt sie ab.

Sürth: (ruft ihn zurück) Und Herr Brock! Sagen sie bitte ihren Kollegen
            bescheid das Morgen vor Dienstbeginn eine Besprechung stattfindet!

Brock nickt erneut und geht mit Wilhelmina hinaus.

Szene 11

Es ist Hofgang und alle Insassinnen tummeln sich auf dem Gefängnishof. Walter, Lena und Uschi stehen in der Mitte und sehen zu Miriam die ganz allein hin und her geht und versucht die Drei Frauen zu ignorieren.

Lena: (zu Walter) Du hättest sie bestimmst auch freundlicher fragen können!?      

Walter: Ja, ja. Vielleicht war ich ein bisschen zu grob. Aber seht sie euch doch
             mal an. (alle sehen zu Miriam die nervös auf und ab geht und kurz zu
             ihnen schaut) Das ist nicht mehr die Miriam die wir kennen. Das sieht
             doch ein Blinder das etwas mit ihr nicht stimmt.

Uschi: Vielleicht hast du Recht und sie weis wirklich mehr als sie zugibt zu
           wissen. Trotzdem hättest du sie nicht so unter Druck setzten sollen!

Walter: (nickt kurz) Schon gut. (zündet sich eine Zigarette an und sieht zu
             Mareen die zusammen mit Sarah an der Bank stehen) Und gibt es
             irgendetwas Neues von unserer Knastlady?

Uschi: Sie ist etwas ruhiger als sonst. Aber wenn sie etwas mit dem Tod von
          Angelika zu tun hat dann kann sie es wirklich gut verstecken.

Alle drei sehen zu Mareen hinüber und beobachten sie mit Zwiespältigen Blicken. Diese lehnt sich an die Bank und fixiert Sarah mit eisernen Blicken.

Mareen: O.K. wie viel haben wir noch?

Sarah: (flüsternd) 2 Tüten. (sieht sich um und zieht ein Tütchen unbemerkt aus
           ihrer Tasche) Ich finde wir sollten sie aufsparen.

Mareen: Und uns das schöne Geld durch die Lappen gehen lassen?
               Kommt nicht in Frage. Wir verkaufen es! Jetzt!

Sarah: (sieht Mareen überrumpelt an) Aber wer weis wann wir wieder
            Nachschub bekommen? Wir sollten es lieber …

Mareen: (scharf) Nein! Wir müssen es verkaufen, glaub mir. Denn je länger wir
              auf dem Zeug sitzen desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir
              auffliegen. Vertrau mir Sarah! (Sarah steckt die Tüte wieder in die
              Tasche)

Rosie und Babs nähern sich den Beiden und stellen sich zwischen Mareen und Sarah.

Babs: (sieht Sarah fragend an) Und habt ihr was?

Sarah sieht mit inständigem Gesichtsausdruck zu Mareen. Doch diese nickt nur kurz und dreht ihr Gesicht zur Seite. Daraufhin greift Sarah in ihre Tasche und zieht die letzten beiden Tütchen heraus.

Sarah: (legt die Tütchen in Babs Hände) Hier. Aber teilt es euch ein!

Walter, Lena und Uschi sehen mit entsetzten Gesichtern und weit geöffneten Augen zu der Gruppe.

Walter: (entsetzt) Das glaub ich jetzt nicht. Die kleine Reese dealt. Ist das zu
             fassen? (sieht zu Uschi die nur fassungslos mit dem Kopf schüttelt)

Babs und Rosie lächeln zufrieden und drücken Sarah ein paar Geldscheine in die Hand.

Rosie: Was soll das heißen, einteilen? Gibt es etwa Probleme?

Sarah fängt leicht an zu stottern. Doch Mareen schaltet sich ein und stellt sich zwischen den Beiden.
Mareen: Nur ein paar kleine Lieferprobleme. Aber keine Sorge. Wir sind dabei
              das Problem zu lösen.

Babs: (lacht finster) Hoffen wir’s. (geht mit Rosie davon)

Walter, Uschi und Lena stehen immer noch wie angewurzelt da und sehen zu den Beiden hinüber.

Uschi: Sieht so aus als hätten wir ein weiteres Problem.

Lena: Mir kommt das ganze sowieso schon die ganze Zeit merkwürdig vor.
          Dieses ganze Projekt mit ,,Jail-Vergin-Angel“. Da ist irgendetwas Faul.

Walter: Es wird Zeit das wir uns mal mit Mrs. Rockefeller unterhalten, wenn
             ihr versteht was ich meine?! (wirft ihre Zigarette auf den Boden und
             drückt sie mit dem Schuh aus)

Uschi: Aber ohne Gewalt! Wenn sie wirklich etwas mit dem Mord zutun hat
          dann wird sie auch vor anderen Taten nicht zurückschrecken.

Lena: Und was sollen wir jetzt tun? Sie wird es ja wohl nicht einfach so
          zugeben, dass sie mit Drogen dealt.

Uschi: (bemerkt wie aggressiv Walter zu Mareen schaut) Mensch Walter!
          Da geht es um mehr als nur Mord. Mit so einer wie Mareen hatten wir es
          bis jetzt noch nie zutun.

Walter: Ach ja. Na das werden wir ja sehen. (geht von den Beiden weg)

Genau zur richtigen Zeit den Frau Schnoor bläst in ihre Dienstpfeife und beendet damit den Hofgang.

Szene 12

Wilhelmina geht, begleitet von Herrn Brock, den Gefängnisflur entlang.
Ihr Gesicht ist von Trauer gezeichnet doch sie geht stumm weiter. Sie bleiben vor der Tür zur Wäscherei stehen die sofort von Brock aufgeschlossen wird.
Beide betreten die Wäscherei.

Brock: (sieht sich um) Es scheint noch Hofgang zu sein. Na ja, die werden
            sicherlich gleich da sein. (schließt die Tür und geht in den kleinen
            Vorbereitungsraum)

Wilhelmina geht wie in Trance in Richtung Wäschelager ohne auch nur ein Wort zu sagen. Sie öffnet die Tür und geht hinein. Als die Tür sich hinter sie schließt bricht sie in Tränen aus und hockt sich schluchzend auf den Fußboden vor der Tür.

Brock: (bemerkt das verschwinden von Wilhelmina) Frau Makhubela? (geht zur
            Tür des Wäschelagers) Frau Makhubela? (will gerade die Tür öffnen als
            er ihr Schluchzen hört)

Er überlegt kurz und lässt schließlich von der Tür ab, um Wilhelmina für einen kleinen Moment in Ruhe zu lassen.

Szene 13

Die Insassinnen gehen in Zweierreihen wieder zurück zu Schneiderei.
Allen voran Mareen und Sarah die stumm nebeneinander herlaufen.

Iris: (dreht sich kurz um) Etwas schneller!

Mareen: (läuft etwas schneller um Iris zu erreichen) Frau Römer, könnte ich
               nach der Arbeit kurz mit Frau Sürth sprechen? Es ist dringend.

Iris: Ich glaube nicht das sie heute Zeit für sie hat. Seit dem Tod von Frau
       Loberth herrscht zurzeit ziemliches Chaos.

Mareen: (beisst sich auf die Unterlippe) Das kann ich verstehen. Wäre es
               trotzdem möglich für 1 Minute mit ihr zusprechen?

Iris: Wir können es ja versuchen! Einverstanden?

Mareen nickt zufrieden und reiht sich wieder neben Sarah ein.

Sarah: (flüsternd) Na hoffentlich bringt das was.

Mareen erwidert nichts und lächelt zuversichtlich.

Szene 14

Brock geht über den Hof und entdeckt Nicole auf der anderer Seite der Umzäunung mit einem Schließer. Nicole entdeckt ihn und winkt ihn zu sich. Brock atmet kurz tief durch und geht zu ihr.

Nicole: (fröhlich) Guten Tag Herr Brock. Wie geht es ihnen?

Brock: (wird etwas rot) Gut. Und ihnen?
Nicole: Ach ich kann nicht klagen. Haben sie Angelika davon erzählt was ich
           gehört habe?

Brock beißt sich auf die Unterlippe und sieht nach unten um den fragenden Blicken Nicoles auszuweichen.

Nicole: Herr Brock? (besorgt) Was ist denn? Ist was passiert?

Brock: (verwirrt) Ich weis gar nicht wie ich es ihnen sagen soll. Aber Frau
            Loberth ist gestern Abend verstorben.

Nicole sieht ihn entsetzt an und hält die Hand vor ihren Mund.

Nicole: (entsetzt) Oh mein Gott.

Brock: Und jetzt herrscht blankes Chaos auf der B und eine Kontaktspeere auf
            unbestimmte Zeit wurde verhängt.
Schließer: (stellt sich hinter Nicole) Frau Maurer wir müssen weiter!

Nicole: Aber der Besuch für nächste Woche wird doch klappen, oder?

Brock: (lächelt aufmunternd) Natürlich. Bis dahin wird schon alles wieder beim
           Alten sein. Versprochen.

Schließer: (drängelnd) Frau Maurer kommen sie nun endlich!

Nicole nickt Brock kurz zu und geht mit dem Vollzugsbeamten weiter Richtung Stationsgebäude. Broch sieht ihr hinter her bis sie außer Sichtweite sind.

Szene 15

Frau Mohr steht vor dem Kopierer und steckt ein Blatt Papier nach dem nächsten hinein. Die Tür öffnet sich und Iris betritt zusammen mit Mareen das Sekretariat.

Iris: Ist Frau Sürth zu sprechen?

Mohr: (deutet auf den laufenden Kopierer) Moment bitte!

Mareen: (stellt sich vor Iris) Es ist aber wichtig!

Mohr: Ja, ja schon gut. (geht zur Sprechanlage und drückt einen der Knöpfe)
           Frau Sürth? Frau Bieler möchte sie sprechen. Es sei sehr wichtig.

Sürth: (die Stimme von Juliane klingt aus dem Lautsprecher) Danke. Sie soll
           reinkommen.

Frau Mohr nickt und Mareen geht ins Büro der Direktorin. Sie schließt die Tür und sucht den Raum nach Frau Sürth ab. Sie geht bis vor ihren Schreibtisch bis sie bemerkt, dass Juliane vor dem Fenster steht und in den Sonnenuntergang schaut.

Mareen: (sieht sie skeptisch an) Frau Sürth?

Sürth: (dreht sich zu ihr um) Was gibt es Frau Bieler? (geht zu ihrem
           Schreibtisch) Ich habe wenig Zeit.

Mareen: Ich möchte sie auch nicht weiter aufhalten. Es ist nur so, dass uns
              langsam aber sicher die Stoffe unten in der Schneiderei ausgehen.

Sürth: Ich weis auf was sie hinaus wollen Frau Bieler. Aber so Leid es mir auch
           tut. In den nächsten Tagen werden auf gar keinen Fall Stoffe oder
           ähnliches geliefert.

Mareen: (entsetzt) Aber damit gefährden sie das gesamte Projekt und es wird zu
               Lieferengpässen kommen. Es kann Tage wenn nicht sogar Wochen
               dauern bis wir unseren Zeitplan wieder eingeholt haben. (sieht Juliane
               flehend in die Augen)

Sürth: (setzt sich hin) Es tut mir Leid aber ich kann wirklich nichts dagegen
            tun. Sie müssen wohl oder übel warten müssen bis die Kontaktsperre
            aufgehoben wird.

Mareen: (versucht ruhig zu bleiben) Aber was sollen die Frauen in der Zeit
               machen? Sollen sie etwa wieder in der Wäscherei arbeiten?

Sürth: Ich fürchte ja. (nimmt ein Formular aus ihren Unterlagen und liest es)
           Zurzeit herrscht dort sowieso ein wenig Chaos und da passt es doch
           ganz gut wenn ein paar mehr Frauen als sonst dort arbeiten.  

Mareen überlegt kurz und reibt sich ihre Finger. Juliane sieht sie fragend an.

Sürth: Gibt es sonst noch etwas?

Mareen: Nein.

Sürth: Gut. Dann einen schönen Abend noch. (laut) Frau Römer!
Iris kommt herein und Mareen kehrt der Direktorin den Rücken zu und schreitet hinaus. Das Telefon klingelt doch Juliane ignoriert es und lehnt sich erschöpft zurück und massiert sich ihre Schläfen. Es klingelt solange bis der Anrufbeantworter dran geht. Die Stimme von ihrer Tochter Natalie ertönt.

Natalie: Hallo Mama. Bist du da? Schade. Ich hab mir so sehr gewünscht deine
             Stimme zu hören. Na ja. (Juliane lauscht der Stimme ihrer Tochter und
             entschließt sich schließlich doch abzunehmen)

Sürth: (in den Hörer) Hallo mein Schatz. Na wie geht es dir? …. Das hört man
           gern. …. Ja tut mir Leid, aber zurzeit ist hier die Hölle los. …. Ja, ich
           vermiss dich auch.

(Zwischenszene) Man sieht Natalie kurz auf einem Bett eines kleinen Zimmers mit dem Handy an ihrem Ohr gepresst liegen.

Natalie: Ist den schon die Urlaubskarte bei dir angekommen?

(Ende der Zwischenszene)

Sürth: Nein. Bis jetzt noch nicht. …. Grüß Antonia schön von mir! ….
           Machs gut. Hab dich lieb. (legt lächelnd auf)

Juliane fährt sich noch einmal kurz über ihr Gesicht und widmet sich wieder den unzähligen Unterlagen auf ihrem Schreibtisch zu.

Szene 16

Es ist bereits abends und die Insassinnen sind auf Station. Wilhelmina sitzt alleine im Gruppenraum und starrt traurig ins Leere. Sie bemerkt nicht wie Uschi herein kommt und sich zu ihr setzt.

Uschi: (bemerkt wie traurig Wilhelmina schaut) Hey was ist den mit dir los?
           Hast du etwa geweint? (nimmt sie in den Arm)

Wilhelmina: (bricht in Tränen aus) Er ist Tot. (schluchzt) Mein Bruder ist tot.
                     (schmiegt sich an Uschi)

Uschi: (führsorglich) Psshh. Ganz ruhig. Das wird schon wieder.

Wilhelmina: (laut) Ach ja? (steht auf) Die ganzen Wochen die ich für ihn
                     gekämpft habe waren umsonst. Alles war umsonst!


Uschi: (steht auf) Aber so was darfst du nicht denken! Du hast alles getan was
           in deiner Macht stand. (Wilhelmina setzt sich verzweifelt auf den
           Fußboden) Du warst für ihn die beste Schwester die man sich nur
           vorstellen kann. Glaub mir! (setzt sich zu ihr runter)

Wilhelmina: (weinend) Aber wie kann er mich jetzt alleine lassen? Warum?
                     (schreiend) Warum? (legt ihren Kopf auf Uschis Schulter)

Uschi nimmt sie erneut in den Arm und tröstet sie.

Szene 17

Sarah sitzt gelangweilt in ihrer Zelle und döst vor sich hin. Plötzlich öffnet sich die Zellentür und Mareen kommt herein. Sarah steht sofort auf und sieht sie fragend an.

Sarah: Und was hat sie gesagt?

Mareen erwidert nichts und geht zum Fenster. Sarah runzelt die Stirn und sieht ihr weiter fragend nach.

Sarah: Hast du mit ihr geredet?

Mareen: (sieht aus dem Fenster) Natürlich habe ich mit ihr gesprochen.
              Doch sie lies sich nicht klein kriegen. (ballt die Hände zu Fäusten und
             sieht nachdenklich zu den letzten Sonnenstrahlen am Himmel)

Sarah: (fassungslos) Aber das darf doch nicht wahr sein! Was sollen wir den
            jetzt machen? (stellt sich hinter Mareen)

Mareen: Ganz ruhig! Mir wird schon noch was einfallen. (geht zum Tisch und
               klopft mit ihrer Fingernägeln auf die Tischplatte) Wir müssen
               versuchen die Kontaktsperre zu umgehen.

Sarah: (gereizt) Tolle Idee. Wie stellst du dir den das vor. Solange die keinen
            Täter für den Mord gefunden haben wird sich daran nichts ändern. (sieht
            sie schief an) Es seiden du weist wer die Loberth umgebracht hat?

Mareen: (sieht sie bedrohlich an) Worauf willst du hinaus? Ich habe dir doch
               gesagt das ich mit dem Mord nichts zutun habe!




Sarah: (geht zu ihrem Spind) Schon gut. Warum fühlst du dich auch gleich
            immer so angesprochen? (öffnet den Spind) Schon merkwürdig. (holt
            ein Handtuch und eine blaue Badetasche heraus) Du kannst mir nichts
            vormachen!

Mareen: (bedrohlich) Zum letzten Mal ich habe damit nichts zutun! Es war
               alles nur ein Unfall!

Sarah: (bleibt vor ihr stehen) So, so ein Unfall. Ich wusste gar nicht, dass man
           einen Mord heutzutage einen Unfall nennt. (sieht Mareen tief in die
           Augen) Ich hätte nicht gedacht, dass du dazu fähig bist!

Sarah geht zur Tür, dreht sich aber noch einmal vorher um und sieht Mareen, die sie weiterhin kalt anblickt, tief in die Augen.    

Sarah: Ich gehe jetzt baden.Und lass mich bitte für den Rest des Tages in
           Ruhe! (geht hinaus)

Mareen ballt ihre Hand zur Faust und knallt diese mit voller Wucht auf den Tisch. Ruth kommt herein und starrt sie mit großen Augen an. Mareen sieht sie mit finsteren Augen an und geht hinaus.

Mareen: (zornig) Man kann auch anklopfen!

Ruth: Entschuldigung.

Ruth sieht ihr fragend hinterher.

Szene 18

Sarah geht in Richtung Bad aus dem ihr gerade Annika entgegenkommt. Diese geht in ihre Zelle und legt ihr nasses Handtuch über die Stuhllehne. Erst jetzt bemerkt sie, dass Ginger in der Zelle ist und vor ihrem Spind steht.

Annika: (genervt) Was willst du? Raus! (verscheucht sie von ihrem Spind)

Ginger: (verzweifelt) Bitte Annika lass uns vernünftig miteinander reden!

Annika: (wütend) Vernünftig? So wie du mir damals einen Fluchtversuch
             untergeschoben hast? Nanntest du das etwa auch vernünftig? (öffnet
             ihren Spind)

Ginger: (bekommt Tränen in den Augen) Es tut mir Leid was ich getan habe.
              Wirklich!
Annika: (schlägt den Spind zu) Toll, und was bringt mir das noch? (sieht sie
              wütend an) Wegen dir sitze ich noch weitere 2 Jahre hier drin und Sven
             werde ich wahrscheinlich nie wiedersehen. (schubst sie zur Tür)
             Hau ab! Lass mich in Ruhe! (setzt sich auf ihr Bett)

Ginger will gerade die Tür öffnen, da kommt Uschi mit Wilhelmina in die Zelle. Annika sieht Ginger noch ein letztes Mal wütend in die Augen und sie verlässt den Raum. Wilhelmina legt sich in ihr Bett und wird von Uschi zugedeckt.

Annika: (besorgt) Was ist den los?

Uschi: (setzt sich auf die Bettkante) Mach die Augen zu und versuch jetzt
           erstmal an etwas anderes zu denken! Und Morgen sieht die Welt schon
          wieder ganz anders aus.

Wilhelmina: (wischt sich die Tränen von ihrem Gesicht) Danke das du da
                     warst. (Uschi lächelt kurz und sie schließt die Augen)  

Uschi sieht zu Annika die sie fragend ansieht. Doch Uschi schüttelt nur den Kopf und weilt weiterhin neben Wilhelminas Bett.

Szene 19

Sarah trocknet sich die Harre mit ihrem Handtuch ab und blickt in ihr Spiegelbild. Sie nimmt ihre blaue Badetasche und sieht sich im Menschenleeren Bad um. Plötzlich greift eine Hand sie an den Harren und zieht sie nach hinten an die Wand. Sarah lässt die Tasche erschrocken fallen und atmet schwer als sie in das Gesicht von Walter blickt die sie an die Wand drückt.

Walter: (einschüchternd) Also gut, wo sind die verdammtem Drogen?!
              Ich warte!  

Sarah: (ängstlich) Ich weis überhaupt nicht wovon du sprichst?

Walter zieht sie erneut an den Harren nach vorne und knallt Sarah wieder an die Wand. Sarah gibt einen leises ,,Autsch“ von sich. Doch das lässt ihre Peinigerin unbeeindruckt und so hält ihr Walter den Mund zu und sieht sie wütend an.

Walter: Ich weis ganz genau das Mareen dahinter steckt. Hab ich nicht recht?
             (Sarah sieht sie mit ängstlichen Augen an) Damit du’s weist, sollte ich
             dich noch einmal dabei erwischen wie du hier heimlich Drogen auf
             Station vertickst dann mach ich dich fertig! Ist das klar? (Sarah nickt
             und Walter lässt von ihr ab) Und das kannst du auch gleich deiner
             Chefin sagen!
Sarah ringt nach Luft und hustet laut. Aber sie fängt sich wieder und sieht sich panisch im Bad um. Doch Walter hat das Bad schon längst wieder verlassen.

Szene 20

In Reutlitz ist es Nacht und ein Vollzugsbeamter nimmt seinen Posten im Wachturm ein. Auf Station ist alles dunkel. Nur das Licht im Aquarium brennt noch und indem David Nachtschicht schiebt. In allen Zellen herrscht absolute Ruhe. Walter dreht sich gerade in ihrem Bett während Lena, die über ihr schläft, sich schweißgebadet hin und her wälzt. In ihrem Traum sieht sie sich. Sie geht zusammen mit allen anderen Insassinnen mit einer Wunderkerze in der Hand durch die Schleuse. Im Hintergrund hört man die wunderbare Musik von Ben Hamilton die aber immer mehr verblasst. Lena blickt zur Seite und erblickt Walter die sie lächelnd ansieht. Alle Insassinnen schreiten durch die Schleuse in die greifbare Freiheit. Doch plötzlich verstummt die vertraute Musik von Ben Hamilton und die Alarmsirene des Gefängnisses ertönt. Plötzlich bricht Panik aus und alle Frauen rennen nach draußen in die schützende Dunkelheit.
Walter nimmt Lena an die Hand und rennt mit ihr nach draußen. Doch kaum vor der Schleuse angekommen, werden die Insassinnen von gleißendem Licht, der Scheinwerfer, durchflutet und von Polizisten des SEK’s umstellt. Doch anstatt aufzugeben rennen die Frauen weiter. Die Polizisten richten die Waffen auf die Frauen und eröffnen das Feuer. Lena bleibt wie angewurzelt stehen und schreit entsetzt auf. Ihr Schrei weckt sie aus ihrem Alptraum und mit blassem Gesicht starrt sie in die Dunkelheit ihrer Zelle. Walter, die vom Schrei Lenas wachgeworden ist, knipst das Licht an und eilt zu ihr.

Walter: (besorgt) Hey Lena, was ist los? (legt ihren Arm um sie) Schon wieder
             diese Alpträume?

Lena zittert vor lauter Anspannung und schmiegt sich erschöpft an Walter die ihr beruhigend das Haar streichelt.  

Szene 21

Ein neuer Tag beginnt in Reutlitz und die Sonne durchflutet den gesamten Gefängnishof der JVA. Frau Mohr sitzt bereits im Sekretariat und sortiert ein paar Unterlagen auf ihrem Schreibtisch. Pfarrer Schallert kommt herein und bleibt vor ihrem Schreibtisch stehen.

Schallert: Haben sie schon angefangen? (deutet zur Bürotür)

Mohr: (lächelnd) Ja. Aber gehen sie ruhig rein.  

Pfarrer Schallert nickt und öffnet die Tür. Drinnen haben sich bereits alle Vollzugbeamten der Station B eingefunden und auf Stühlen vor dem Schreibtisch Platz genommen.

Schallert: (zu Juliane Sürth) Entschuldigen sie die Verspätung. Aber der Stau        
                 …. sie wissen ja.

Sürth: Macht ja nichts. Setzen sie sich! (Herr Schallert setzt sich neben dem
           Stuhl von Herr Brock und sieht aufmerksam zur Direktorin auf) Ich habe
           sie heute alle hier herberufen weil ich mit ihnen einiges besprechen
           muss. (geht um ihren Schreibtisch herum und setzt sich auf die
           Tischplatte) Es geht um den Mord an Frau Loberth. Wie sie alle wissen
           finden heute ab Nachmittag erste Verhöre statt. Ich bitte sie also alle um
           höchste Wachsamkeit. Wir dürfen uns vor allem heute keine Fehler
           leisten. Wenn alle an einem Strang ziehen kann es uns gelingen den oder
           die Täter dingfest zu machen. (für einen Moment herrscht Ruhe im
           ganzen Raum) Also kann ich auf sie zählen?

Alle nicken zustimmend und ein kurzes Stimmengewirr macht die Runde.

Sürth: (zufrieden) Gut. Dann hoffe ich, dass es in Zukunft zu keinen weiteren
           Vorfällen mehr kommt so wie es vor zwei Tagen der Fall war. Es darf
           nicht noch einmal zu einem solch tödlichen und tragischen
           Zwischenfall kommen. Halten sie also alle ihre Augen offen und sollten
           sie etwas merkwürdig finden bitte ich sie es sofort mir zu melden!
           Danke.

Alle erheben sich und gehen aus dem Büro. Nur Herr Brock bleibt im Raum und bleibt vor Juliane stehen. Diese geht wieder hinter ihren Schreibtisch und wühlt in ihren Unterlagen.

Brock: (räuspert sich kurz) Wenn ich sie kurz noch mal sprechen dürfte?

Sürth: (sieht zu ihm hoch) Ja, Herr Brock?

Brock: Nun … (betastet kurz seine Stirn) Ich …. Also ich habe mit Nicole …
            ähm …. ich meine Frau Maurer gesprochen. Und sie hat eingewilligt das
            ich Klara sehen darf.

Sürth: Na das ist doch wunderbar. (widmet sich wieder den Unterlagen zu)
           Wenigstens mal wieder eine erfreulichere Nachricht.


Brock: Ja, ja. Aber es ist nur so, dass Klara mich das nächste Wochenende hier
            besuchen möchte. (Frau Sürth schaut wieder zu ihm auf) Und da ja
            zurzeit Kontaktsperre herrscht dachte ich sie könnten vielleicht eine …
            (sieht sie fragend an)  

Sürth: (fährt sich kurz mit der Hand über ihr Gesicht) Es tut mir Leid aber ich
           kann bei ihnen keine Ausnahme machen! Solange der Mord nicht geklärt
           ist bin ich dazu verpflichtet die Kontaktsperre aufrecht zu erhalten.

Brock nickt enttäuscht und setzt sich seine Dienstmütze wieder auf. Juliane sieht ihm traurig nach.

Sürth: Moment Herr Brock! (er dreht sich wieder zu ihr um) Das klingt jetzt
           vielleicht anmaßend von mir, aber falls die Polizei heute erfolglos bleibt,
           und davon müssen wir ausgehen, würde ich sie persönlich darum bitten
           ein wenig nachzuforschen.

Brock: (legt die Stirn in Falten) Ich verstehe nicht ganz?

Sürth: Nun ja, wenn sie auf eigene Faust herausfinden würden wer an dem
           Mord von Angelika Loberth verantwortlich ist, dann könnte die
           Kontaktsperre mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben werden.
           Natürlich sollte dies unter uns bleiben.

Brock: Ich verstehe.

Sürth: (geht zu ihm) Herr Brock, ich vertraue ihnen. Bis jetzt sind sie mir
           immer loyal und pflichtbewusst gegenübergetreten. Deswegen glaube ich
           das sie dieser Aufgabe gewachsen sind. (bietet ihm ihre Hand an)
           Also kann ich auf sie zählen!?

Brock überlegt kurz und schlägt schließlich darauf ein. Beide geben sich die symbolisch die Hand und Juliane sieht ihn zufrieden lächelnd an.

Szene 22

Auf Station herrscht bereits munteres Treiben. Alle Insassinnen sind bereits im Gruppenraum und frühstücken. Sarah kommt, noch ganz verschlafen, herein und nimmt sich einen Teller von der Theke. Walter sieht sie einschüchternd an was Sarah bemerkt und sofort zusammenzuckt. Auch Mareen kommt herein und gesellt sich zu Sarah indem sie einen Teller und ein Brötchen nimmt.

Mareen: (bemerkt wie Walter wütend zu Sarah und dann zu ihr blickt) Alles in
              Ordnung, Sarah?
Sarah: Klar. Warum auch nicht. (geht an den hintersten Tisch und setzt sich
           wobei sie ständig von Walter grimmig beobachtet wird)

Nun kommen auch Wilhelmina und Uschi herein. Uschi geht zur Theke und nimmt sich ein Brötchen und belegt es mit Jagdwurst. Wilhelmina setzt sich schweigsam neben Ilse und Walter.

Ilse: Also irgendetwas stimmt heute nicht. Entweder liegt es am Käse oder ihr
       seid heute alle schlecht gelaunt.

Jeanette: Na seh sie dir doch mal an! (sieht zu Walter) Die Eine sieht aus als ob
               gleich der Weltuntergang bevorsteht. (sieht zu Wilhelmina) Und die
               Andre sieht aus wie ein Trauerklos. (Ilse und Jeanette müssen kurz
               lachen)

Walter: (genervt) Mensch ist die Bergdorfer heut wieder lustig. (sieht wieder zu
              Sarah herüber)

Melanie: (setzt sich mit einem vollen Teller neben Walter) Was willst de den
               von der alten Ledertasche auch erwarten?

Ilse und Jeanette müssen sich das Lachen verkneifen und versuchen sich auf ihr Frühstück zu konzentrieren

Uschi: (setzt sich neben Wilhelmina) Ilse, Jeanette lasst sie in Ruhe! (sieht
           besorgt zu Wilhelmina) Du solltest was essen damit du wieder auf die
           Beine kommst.

Wilhelmina: Hab keinen Hunger.

Uschi: (steht auf um noch einen Teller zu holen) Komm, wenigstens ein
           bisschen.

Grit kommt herein und drängelt sich vor Uschi.

Grit: (spöttisch) Seit wann wird den der Bimbo hier eher bedient als ich? (lacht
         fies) Immer schön hinten anstellen!

Melanie: (steht auf und geht zu Grit) Wie wäre es wenn die Volltrottel als
               letztes an der Reihe sind?

Grit: Komm verzieh dich und geht zurück zur Mohrenkugel!

Das ist für Melanie zuviel und sie rammt ihre geballte Faust in Grits Magen. Krümmend vor schmerzend lässt sie den Teller fallen. Melanie schleift sie an die Wand und geht ihr an die Gurgel. Die Frauen sehen entsetzt zu den Beiden.

Melanie: (wütend) Kaum aus dem Bunker und schon wieder große Töne
               spucken. (packt Grit am Hals und knallt sie erneut gegen die Wand)

Uschi: (laut) Mel, lass den Mist!

Mareen beobachtet das Szenario mit Missmut von ihrem Platz aus und versucht Walters feindlichen Blicken auszuweichen. Wilhelmina hat genug, steht auf und zieht Melanie, indem sie sie an die Schultern packt, von Grit weg.  

Wilhelmina: Mel, lass es! Die ist es nicht wert!

Melanie lässt Grit los die sie überheblich angrinst und geht hinaus. Melanie sieht Wilhelmina wütend an.


Melanie: (laut) Musste das sein?! Die muss mal ein paar richtig aufs Maul
               kriegen! Was anderes hilft bei der nicht mehr. (geht fluchend raus)

Uschi sieht hilfesuchend zu Walter, doch diese lässt dies unbeeindruckt.
Sie blickt weiterhin einschüchternd zu Sarah und Mareen.

Szene 23

Annika kommt aus ihrer Zelle und will zum Frühstück in den Gruppenraum. Doch vor dem Eingang steht Ginger und versperrt ihr den Weg.

Annika: (wütend) Hast du es noch immer nicht kapiert?! Lass mich in Ruhe!

Ginger: Aber ich möchte doch nur in Ruhe mit dir reden. Ist das wirklich zu
             viel verlangt!? Ist es wirklich so schlimm?

Annika: Und was soll das bringen? Gar nichts, denn du kannst nichts mehr von
              dem was du angerichtet hast wieder gut machen. Und jetzt lass mich
              vorbei.

Walter kommt aus dem Gruppenraum und sieht grimmig zu Ginger.

Walter: (bedrohlich) Hab ich dir nicht gesagt du sollst dich von Annika
              fernhalten?! (zieht Ginger am Kragen hoch) Du ich könnte dich …!

Annika: Walter lass sie bitte los! Sie hat nichts gemacht.
Walter: Und das soll ich dir glauben? (zieht Ginger noch fester an den Kragen)

Annika: Bitte! (Walter lässt von Ginger ab und geht) Siehst du! Du bringst nur
              Ärger.

Annika geht in den Gruppenraum und lässt Ginger, in deren Augen kleine Tränen aufblitzen, zurück.

Szene 24

Walter sitzt auf der Treppe und raucht eine Zigarette nach der anderen.
Uschi geht zu ihr und setzt sich neben sie.

Walter: Und hat sich Mel wieder eingekriegt?

Uschi: Klar, du kennst doch Mel. (beide müssen kurz schmunzeln) Wo ist
          eigentlich Lena? Sie war gar nicht beim Frühstück.

Walter: Frag lieber nicht. Die letzte Nacht war mal wieder der Horror. (nimmt
             einen Zug von der Zigarette) Sie hatte schon wider diesen Alptraum.
            Du hättest sie mal sehen sollen. Ganz blass und völlig durcheinander.
            Irgendwas stimmt da nicht.

Uschi: (schüttelt zustimmend den Kopf) Hier stimmt so einiges nicht. (beide
           sehen zu Miriam die gerade in ihre Zelle geht) Vielleicht sollten wir uns
           an den Pfarrer wenden? Vielleicht kann er ja die Ursache für Lenas
           Träume herausfinden.

Walter nickt nur und blickt auf die geschlossene Zellentür von Miriam wobei sie einen weiteren Zug von ihrer Zigarette nimmt. Doch ihre Blicke werden auf Mareen gelenkt die an den beiden vorbeigeht und zu Rosie und Babs eilt, die gerade Tischfußball spielen.

Babs: Na, schon das kleine Problem behoben?

Mareen: Kommt darauf an welches Problem ihr meint. (nimmt den weißen Ball
              von der Platte)

Rosie: (wütend) Hey, was soll der Scheiß? (greift nach dem Ball doch dieser
           landet in Mareens Tasche)




Mareen: (Befehlston) Jetzt hört ihr mir mal zu! In ungefähr 6 Stunden beginnt
              das Verhör. Ich möchte, dass ihr euch also so ruhig und unauffällig wie
              nur möglich verhaltet! (geht um die Beiden herum und bleibt hinter
              ihnen stehen) Ich habe euch einen Zettel in eure Spinde gelegt.

Babs: Wozu?

Mareen: Darauf steht was ihr der Polizei sagen werdet. Wenn ihr genau das tut
              verspreche ich euch werden keine Köpfe rollen müssen.  

Rosie und Babs sehen sich besorgt an und versuchen sich nichts anmerken zu lassen.

Rosie: Und was ist mit Grit? Die ist schließlich auch dran wenn  ….

Mareen: Keine Sorge, um Grit habe ich mich bereits gekümmert. Also habt ihr
              noch fragen? (Babs kaut nervös an ihren Fingernägeln) Wenn ihr
              versagt ist alles Aus. Also strengt euch an! (geht in Richtung Telefon)

Rosie: Da gibt es noch etwas.

Mareen: (kommt zurück) Ich höre!

Babs: Wir haben den Verdacht das uns jemand beobachtet hat als wir …

Mareen: (entsetzt) Als ihr die Loberth …? (atmet wütend laut ein und wieder
               aus) Verdammt! (versucht sich zu beruhigen und blickt nachdenklich
               über die Station) O.K. das könnte uns gefährlich werden. Wer ist es?

Rosie: Miriam.

Babs: (unruhig) Was sollen wir den jetzt machen? Wenn die plaudert fliegen
          wir alle auf.

Mareen: (überlegt kurz) Ihr müsst sie ruhig stellen! Wie ist mir egal. Es sollte
               aber noch vor 14 Uhr passieren also haltet euch ran! (geht in Richtung
               Telefon)

Rosie: (zu Babs) Na toll. Wie stellt die sich das denn vor? Sollen wir der etwa
           paar auf die Fresse geben oder wie?

Babs: (ruft ihr hinterher) Und was ist mit unserem Ball?

Mareen bleibt stehen, holt den Ball aus ihrer Tasche und wirft ihn gezielt wieder in den Fußballtisch. Rosie und Babs sehen ihr skeptisch hinterher. Mareen bleibt vor dem Telefon stehen und tippt hastig eine Nummer ein. Walter und Uschi beobachten sie weiterhin von der Treppe aus.

Uschi: So aufgeregt hab ich die ja noch nie gesehen.

Mareen hält den Hörer an ihr Ohr und wartet ungeduldig. Plötzlich hört sie eine Stimme aus der Hörer.

Stimme: Ja, hier ist Franke. Mit wem spreche ich?

Mareen: Herr Franke, Bieler am Apparat. Ich komme gleich zur Sache.
              Wir müssen umgehend unsere Kontakte in der Justizverwaltung
              anzapfen.

Franke: Aber Frau Bieler wie stellen sie sich das vor? Um was geht es den
             genau?

Mareen: Zurzeit herrscht hier Kontaktsperre und mein Handy ist im Eimer.
              Sie müssen umgehend dafür sorgen, dass die Verwaltung diese
              aufhebt!

Franke: Ich werde mein Möglichstes versuchen.

Frau Schnoor entdeckt Mareen am Telefon und eilt aufgebracht zu ihr.

Mareen: (gereizt) ihr Möglichstes ist nicht genug! Sie müssen …!

Schnoor: (aufgebracht) Was soll das Frau Bieler? (nimmt ihr den Hörer ab und
                beendet das Gespräch) Die Kontaktsperre gilt für alle Frauen.
               Auch für sie!

Mareen: (schaut sie unschuldig an) Tut mir Leid Frau Schnoor aber es war
               wirklich wichtig.

Schnoor: Sollte ich sie noch mal erwischen müssen sie mit Konsequenzen
               rechnen! Und nun gehen sie wieder auf ihre Zelle! (schließt die
               Gitterschleuse zwischen Station und Telefon)

Walter und Uschi sehen Mareen misstrauisch hinterher bis sie in ihrer Zelle ist.

Walter: Sie hat irgendetwas vor! Das fühle ich.
Szene 25

Wilhelmina kommt in die Zelle und setzt sich neben Annika auf den Tisch, die gerade eine raucht.

Wilhelmina: Kann ich auch eine haben?

Annika: (sieht sie irritiert an) Aber du rauchst doch gar nicht.

Wilhelmina: Na und, was macht das jetzt noch für einen Unterschied?

Annika zuckt mit den Schultern und reicht ihr eine. Wilhelmina steckt sie in den Mund während Annika sie anzündet.

Wilhelmina: (nimmt einen kräftigen Zug und fängt an zu husten) Oh Gott.
                     Ich glaub ich erstick gleich.  

Annika: (muss kurz lachen) Komm lass mal lieber. (nimmt Wilhelmines
              Zigarette und drückt sie aus)

Wilhelmina lächelt ganz kurz doch dieses verschwindet auch sofort wieder.
Die Zellentür öffnet sich und Frau Schnoor kommt herein.

Schnoor: Frau Jesske, kommen sie! Sie sind die erste! (Annika sieht sie fragend
               an) Na das Verhör. Es ist gleich 14 Uhr.

Annika: Oh, hab ich ganz vergessen. (lächelt unschuldig und drückt ihre
              Zigarette aus) Bis dann.

Beide verlassen die Zelle und Wilhelmina bleibt alleine auf dem Tisch sitzen. Sie blickt aus dem Fenster und erneut sammeln sich Tränen der Trauer in ihren Augen. Schluchzend wirft sie sich aufs Bett und lässt ihren Gefühlen freien Lauf.
 
Szene 26

Miriam sitzt auf dem Bett ihrer Zelle und liest gerade ein Buch. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und Rosie und Babs kommen herein gestürmt. Beide setzen sich neben der völlig überrumpelten Miriam hin und sehen sie einschüchternd an.

Miriam: (ängstlich) Was wollt ihr?

Babs: (bedrohlich) Wir dachten wir schauen mal kurz rein.

Ginger kommt aus der Nasszelle und sieht misstrauisch zu den Drein rüber.

Ginger: Was steigt den hier für ne Party?

Rosie: (maulend) Komm zisch ab! Geh spazieren!

Ginger: (beunruhigt) Was ist den los?

Babs: (laut) Nichts ist los. Hau ab!

Miriam sieht hilfesuchend zu Ginger doch diese bekommt es mit der Angst zutun und geht mit eiligen Schritten hinaus. Miriam will aufstehen doch Babs und Rosie greifen ihre Arme und drücken sie wieder zu sich.

Babs: Wohin so eilig?

Miriam: (ängstlich) Was wollt ihr von mir?

Rosie: Nun uns ist zu Ohren gekommen, dass du jemanden im Bad gesehen hast
          der die Loberth kalt gemacht hat. Stimmt das?

Miriam: (ängstlich) Nein. Ich meine, ich bin erst ins Bad gegangen als sie
             schon am Boden lag. Das schwöre ich.

Babs: Aha, als sie schon am Boden lag. So wie …  (nimmt ihren Arm und wirft
         Sie zu Boden) … jetzt?

Miriam versucht wieder aufzustehen doch Rosie legt ihren Fuß auf Miriams Rücken und drückt sie wieder nach unten.

Rosie: Wenn du verhört wirst hältst du gefälligst deine Klappe! Ist das klar?!

Miriam versucht erneut aufzustehen doch ein Fußtritt in ihren Bauch zwingt sie wieder zu Boden. Vor lauter Schmerzen krümmt sie sich und rührt sich von nun an nicht mehr.

Rosie: (laut) Ich frage noch mal. Ist das klar? Wenn nicht machen wir dir das
            Leben richtig zur Hölle.

Babs: Und darauf kannst du Gift nehmen. (spukt ihr ins Gesicht)



Szene 27

Walter muss laut lachen als Melanie gerade fertig war einen Witz zu erzählen, da öffnet sich die Tür zum Gruppenraum und eine aufgeregte Ginger bleibt vor ihnen stehen.

Walter: (zornig) Ich glaube die legt es heute richtig drauf an.

Ginger: (aufgebracht) Miriam, ihr müsst sofort zu ihr! Walter die machen sie
              fertig!

Melanie: Wovon redet die?

Ginger: (laut) Babs und Rosie sind bei Miriam und haben irgendetwas vor.

Alle sehen sich kurz entsetzt an und rennen sofort raus und in Miriams Zelle.

Walter: (laut über die Station laufend) Na die können was erleben!

Brock bemerkt die Aufruhr und springt sofort von seinem Stuhl im Aquarium.
Die Zellentür öffnet sich und Walter, Melanie und Uschi stürmen herein, gefolgt von Ginger. Rosie und Babs sehen erschrocken zu ihnen und lassen von Miriam, die immer noch regungslos auf dem Boden liegt, ab. Melanie will gerade zuschlagen, da kommt Brock dazwischen und stellt sich vor sie.

Brock: (laut) Was zum Teufel ist hier los? (Miriam steht, noch etwas
            benommen, auf und lehnt sich an den Tisch) Ich habe sie alle etwas
            gefragt!

Alle sehen schweigsam nach unten. Nur Uschi, die zu Miriam eilt und sie zu ihrem Bett führt, schweigt nicht.

Uschi: Nur eine kleine Meinungsverschiedenheit Herr Brock. Sonst nichts.

Brock: So, so. Und Frau Jördens hat natürlich nur aus lauter Spaß mal eben auf
           dem Fußboden gelegen?

Rosie: Sie ist ausgerutscht.

Brock: (lächelt sarkastisch und geht zu Rosie) Ach so, sie ist ausgerutscht.
            So wie Frau Loberth vor ein paar Tagen im Bad. (sieht auf den Boden)
            Aber diesmal liegt es doch nicht etwa schon wieder an den nassen
            Fußboden, oder? (sieht sie bedrohlich an) Ich behalte sie beide im Auge.
            Und jetzt gehen sie raus hier!
Walter und Melanie sehen sich misstrauisch an und lassen Babs und Rosie vorbei. Brock geht wieder zu Melanie die versucht so unschuldig wie es ihr nur möglich ist zu schauen.

Brock: (lächelnd) Und was sie angeht Frau Schmidt! Ich denke sie und die
            Anderen sollten wieder zurück in den Gruppenraum und vielleicht ein
            wenig Karten spielen. (klopf Melanie auf die Schulter und verlässt die
            Zelle)

Melanie: (sieht Brock skeptisch nach) War das etwa gerade ein Traum oder war
                Brock das erste Mal nett zu mir?

Walter: Ich glaub ich spinne.

Uschi: Wer weis. Vielleicht steckt ja doch mehr Gutes in Herrn Brock als wie
           alle gedacht haben. (blickt besorgt zu Miriam) Geht es wieder? (Miriam
           nickt und sieht dankbar zu Ginger)

Miriam: Danke Ginger.

Walter sieht erstaunt zu Ginger die Miriam lächelnd zunickt. Melanie steht noch immer vor der Tür und sieht zu Brock der wieder ins Aquarium geht.

Melanie: (flüsternd für sich) Ich glaub ich werd verrückt.

Szene 28

Das Verhör ist bereits im vollen Gange. Direktorin Sürth steht vor dem großen Spiegelfenster und beobachtet wie ein Kommissar Annika verhört. Neben ihr steht Frau Schnoor die alles aufmerksam mitverfolgt.  

Kommissar: Also sie waren zu der Tatzeit im Gruppenraum und haben einen
                     Film gesehen. (geht um den Tisch herum bis er hinter Annika
                     steht)

Annika: Ja genau. Erst als wir laute Hilfeschreie hörten sind wir raus und
              fanden Miriam völlig außer sich vor.

Kommissar: Miriam? Sehr interessant. Und die kam direkt aus dem Bad?

Annika nickt kurz.

Kommissar: Gut, Frau Jesske. Keine weiteren Fragen. (setzt sich wieder)

Direktorin Sürth nickt Frau Schnoor zu die sofort in den Raum geht und Annika abführt. (Zeitraffer) Als nächstes sitzt Ilse im Verhörraum und blickt sich nervös um.

Kommissar: (mustert sie von oben bis unten) Sind sie nervös?

Ilse: (lächelt gezwungen) Eigentlich nicht.

Kommissar: (scharf) Warum eigentlich!?

Ilse lächelt panisch und zuckt mit den Schultern.

(Zeitraffer) Der Kommissar wirft die Akte von Grit auf den Tisch und setzt sich auf dessen Kante.

Kommissar: Sie sagen also das sie zum Zeitpunkt des Mordes in ihrer Zelle
                     waren und Karten gespielt haben?

Grit: Wenn ich’s ihnen doch sage.  

Kommissar: Aha, und wissen sie was ich sage? Das ich ihnen kein Wort
                     glaube.

Grit schluckt schwer und versucht so ruhig wie nur möglich zu bleiben.
Der Kommissar beobachtet sie scharf und geht mehrer Runden um sie herum.

Kommissar: Laut ihrer Akte haben sie vor gut zwei Wochen schon einmal
                     versucht eine Mitinsassin zu töten. Liege ich da richtig?

Grit schaut zu Boden und versuchten den Blicken des Kommissars auszuweichen. Hinter dem Spiegelglas stehen Direktorin Sürth und Frau Schnoor und hören gespannt zu.

Schnoor: (flüsternd) Wann ist eigentlich der Gerichtstermin wegen dem Vorfall
                auf der Krankenstation.

Sürth: (flüsternd) In 2 Wochen.

Der Kommissar lehnt sich zu Grit vor und sieht sie einschüchternd an.




Kommissar: Sie können mir nicht erzählen das eine ehemalige Staatsanwältin  
                     hier gleich behandelt wird als wie eine normale Insassin.
                     Also Schluss mit ihren Ausreden! Wer steckt noch dahinter.
                     Etwa Frau Bieler?

Grit sieht ihn mit weitgeöffneten Augen an. (Zeitraffer) Ingrid sitzt vor dem Kommissar und sieht ihn aufmerksam an.

Kommissar: Erzählen sie mir etwas über Frau Loberth? Sie waren doch mit ihr
                     in einer Zelle, oder?

Ingrid: Ja. Sie wirkte auf mich irgendwie immer ein wenig traurig.

Kommissar: Aha, und warum?

Ingrid: Na ja, sie hat sich von ihrem Mann getrennt. Sie war am Boden zerstört
            müssen sie wissen.

Kommissar: Und sie haben sie dann getröstet?

Ingrid nickt den Kopf. (Zeitraffer) Ilses Gesicht ist schweißgebadet und sie sieht panisch zum Kommissaren auf, der sie weiterhin von oben bis untern mustert.

Kommissar: Ist es ihnen hier zu warm? Oder warum schwitzen sie?

Ilse setzt erneut ein gezwungenes Lächeln auf und zuckt mit den Schultern.

Kommissar: Schwitzen sie nur bei Verhören oder auch bei anderen Anlässen?

Ilse wird rot im Gesicht und erwidert nichts. Hinter dem Spiegelglas muss sich Frau Schnoor das Lachen verkneifen.

Sürth: (schaut Frau Schnoor ernst an) Frau Schnoor, reißen sie sich zusammen!

Birgit nickt und atmet tief durch um ein weiteres Lachen zu unterdrücken.

(Zeitraffer) Grit sieht den Kommissar feindselig an und klopft mit ihrem Fuß nervös auf dem Tischbein herum.

Kommissar: Haben sie in ihrer Kindheit auch schon kleine Kinder oder Tiere
                     gequält? (Grits Augen weiten sich) Es würde mich nämlich nicht
                     wundern, Frau Krause.

Grit: (laut) Zum letzten Mal ich habe die Loberth nicht angerührt!

Der Kommissar hebt unbeeindruckt von ihrer Lautstärke eine Augenbraue hoch. (Zeitraffer) Walter sitzt gelangweilt und weit ausgestreckt auf dem Stuhl.

Kommissar: (ermahnend) Setzen sie sich gefälligst ordentlich hin! (Walter
                     macht was ihr befohlen) Ich habe gehört sie sind so etwas wie der
                     Boss auf der Station …(sieht kurz in seine Unterlagen) … Station
                     B? Stimmt das?

Walter: (gelangweilt) Kann schon sein. (holt eine Zigarette aus ihrer Tasche)
             Was dagegen wenn ich rauche?

Der Kommissar nickt zustimmend und Walter zündet sich ihre Zigarette an.
(Zeitraffer) Babs sitzt auf dem Stuhl und kaut nervös an ihren Fingern herum.

Kommissar: (trinkt einen Schluck Wasser) Und wo waren sie zur Tatzeit?

Babs: Ich war in meiner Zelle und hab Karten gespielt.

Kommissar: (lehnt sich amüsiert auf seinem Stuhl zurück) Aha, noch eine die
                      gerne Karten spielt.

(Zeitraffer) Ilse wird immer roter und versucht die Nerven zu behalten. Beide sitzen sich gegenüber und starren sich einfach nur an. Erneut lächelt Ilse den Kommissar an der skeptisch das Gesicht verzieht. (Zeitraffer) Walter zerdrückt ihre zweite Zigarette im Aschenbecher und holt eine weitere aus ihrer Tasche. Der Kommissar wartet bis sie sie angezündet hat und fährt fort.

Kommissar: Sie glauben also das Frau Bieler dahintersteckt?

Walter: Ich glaube es nicht nur, ich weis es.

Kommissar: (hebt eine Augenbraue) Interessant!

(Zeitraffer) Rosie sitzt auf dem Stuhl und sieht den Kommissar mit verschränkten Augen an.

Kommissar: Lassen sie mich raten wo und was sie zur Tatzeit gemacht haben?      
                    (es herrscht kurz Ruhe) Sie waren friedlich in ihrer Zelle und haben
                    Karten gespielt. Hab ich recht?

Rosie nickt nur zustimmend und der Kommissar muss lachen.
Kommissar: (lachend) Warum überrascht mich das nicht?

(Zeitraffer) Ilse wischt sich den Schweiß vom Gesicht und versucht krampfhaft weiter zu lächeln. Schließlich beendet der Kommissar das Schweigen.

Kommissar: Keine weiteren Fragen.

Ilse atmet erleichtert auf. Doch der Kommissar beugt sich noch einmal zu ihr.

Kommissar: (flüsternd) Ich empfehle ihnen dringend einen DEO – Roller zu
                      benutzen. (schmunzelnd) Der bewirkt Wunder.

Auf einmal verschwindet Ilses gespieltes Lächeln und sie sieht den Kommissar giftig an sodass er sich zurückzieht.

Ilse: (gereizt) Na hören sie mal …!

(Zeitraffer) Walter zerdrückt eine weitere Zigarette in den, schon völlig überfüllten Aschenbecher, und sieht den Kommissar grimmig an.

Walter: Natürlich bin ich mir sicher das Miriam weis wer es war. Sie hat nur
             Angst es jemanden zu sagen.

Kommissar: Aha, und woher wissen sie so genau das Frau Jördens die Täter
                     Gesehen hat?

Walter: Sagen sie mal, wollen sie nun das die die Mörder finden oder nicht?

Kommissar: (laut) Natürlich. Deswegen vernehme ich ja auch jede einzelne
                     Insassin oder glauben sie ich mache das alles nur zum Spaß hier?  

Walter: (genervt) Ja, ja schon gut. (geht in ihre Tasche um eine weitere
             Zigarette zu rauchen doch sie hat keine mehr) Hätten sie vielleicht noch
             eine Kippe für mich?

Der Kommissar sieht sie verwirrt an. (Zeitraffer) Mareen sitzt auf dem Stuhl und sieht dem Kommissar tief in die Augen.

Kommissar: Also Frau Bieler. (schlägt ihre Akte auf) Sie sitzen wegen
                     Insolvenzverschleppung hier drin?

Mareen: (kalt) Wenn es auf dem Papier steht wird es wohl stimmen.

Kommissar: (streng) Beantworten sie bitte meine Frage korrekt!

Mareen: Ja.

Kommissar: Und eine gewisse Staatsanwältin hat dafür gesorgt? Hab ich recht?

Hinter dem Spiegelglas stehen Frau Schnoor und Direktorin Sürth weiterhin aufmerksam.

Schnoor: (flüsternd) Glauben sie, Frau Bieler hat etwas damit zutun?

Sürth: Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Sie hat in den
           letzten paar Monaten soviel für mich und Reutlitz getan. Nein ganz
           sicher nicht.

Mareen: Ja. Frau Loberth hat damals meinen Fall begleitet. Aber ich versichere
              ihnen das ich mit ihrem tragischen Tod wirklich nichts zutun habe.
Kommissar: So, so. Das können sie mir versichern?

Mareen: Ja. So eigenartig es auch klingen mag, aber ich und Angelika haben
              uns in der Zeit hier ein wenig angefreundet.

Kommissar: (sieht sie verblüffend an) Angefreundet? In wie fern?

Mareen: Nun wir haben uns oft unterhalten und ich habe ihr immer zugehört
               wenn sie mal wieder Probleme in ihrer Ehe hatte. An dem Abend als
               es passierte war es besonders schlimm.

Juliane und Frau Schnoor hören noch konzentrierter hin und sehen sich dabei mit großen Augen an.

Kommissar: (setzt sich auf die Tischkante) Wie schlimm?

Mareen: Nun ja. Sie hat fasst den ganzen Tag geweint. Ich wollte sie ablenken
               und wollte mit ihr ein wenig Karten spielen. Aber sie wollte unbedingt
               ins Bad. Das war das letzte Mal das ich sie gesehen habe. (es herrscht
               kurz Ruhe) Deswegen glaube ich das es möglich sein kann, dass
               Angelika vielleicht sich selbst …

Kommissar: (fassungslos) Was den? Das sie sich selbst umgebracht hat?

Frau Sürth und Frau Schnoor sehen sich entsetzt in die Augen.

Sürth: Kann das Möglich sein!?

Schnoor: (nickt schmerzlich) Leider ja, den ich selbst habe gesehen wie
                schlecht sich Frau Loberth fühlte nach dem Streit mit ihrem Mann.

Mareen sieht nach unten um so bestürzt wie nur möglich auszusehen.

Kommissar: Aber das ist völlig unmöglich. Solche Verletzungen kann sie
                     unmöglich sich selber zugefügt haben.

Mareen: Wie gesagt ich vermute es nur. Sie war nach der Trennung von ihrem
               Mann ziemlich fertig wissen sie. Hat jeden Tag geweint und sich von
               allem zurückgezogen.

Der Kommissar nickt zustimmend und setzt sich wieder auf den Stuhl.


Szene 29

Miriam steht nervös und angespannt vor der Gitterschleuse. Sie ist die Letzte die Aussagen muss. Walter und Uschi gehen zu ihr.

Uschi: Miriam, ich flehe dich an. Bitte sag gegen sie aus. Das ist die einzige
           Chance Mareen dran zukriegen.

Walter: Es tut mir Leid das ich dich so unter Druck gesetzt habe. Aber bitte du
             musst die Wahrheit sagen.

Miriam erwidert nichts und bleibt wie angewurzelt stehen. Herr Brock fordert sie schließlich auf ihm zu folgen. Walter und Uschi sehen ihr flehend hinterher.
Noch einmal blickt Miriam zurück und sieht wie hinter Walter und Uschi, Babs und Rosie ihre Fäuste reiben und sie einschüchternd ansehen. Dann verschwindet sie hinter der Gitterschleuse.

Szene 30

Annika liegt auf ihrem Bett und durchblättert eine Zeitschrift. Die Tür öffnet sich und Ginger kommt in die Zelle. Annika will sofort wieder etwas erwidern doch Ginger ist diesmal schneller.

Ginger: Bevor du mich gleich wieder verjagst möchte ich dir nur sagen, dass
             ich dich von nun an in Ruhe lasse. (Annika sieh sie erstaunt an)
             Ich werde gleich Morgen früh Frau Sürth bitten mich auf Station A zu
             verlegen. (gehet wieder zur Tür)

Annika: (ruft sie zurück) Ginger warte! (steht auf und geht zu ihr) Ich … Ich
              will nicht, dass du gehst! (Ginger lächelt sie sanft an) Ich möchte, dass
              du hier bleibst. Wenn hier einer gehen muss dann bin ich es wohl.

Ginger: (erstaunt) Aber was redest du da?

Annika: Ich will dir damit nur sagen das ich dir verzeihe und ich hoffe das wir
              noch mal ganz von vorne beginnen können. (lächelt Ginger an) Was
              hältst du davon?

Ginger fällt Annika überglücklich in den Arm und beide vergießen Freudentränen.

Annika: (drückt Ginger ganz fest an sich) Freunde?

Ginger: (freudestrahlend) Freunde.

Beide bleiben fest umarmt in der Zelle stehen und lachen vor lauter Glück auf.

Szene 31

Wilhelmina liegt noch immer auf Uschis Bett. Überall liegen Taschentücher verstreut herum. Uschi kommt herein und setzt sich zu ihr.

Uschi: (besorgt) Geht es wieder?

Wilhelmina sieht zu ihr hoch und umarmt Uschi. Diese streichelt ihr Haar und hält sie tröstet in dem Arm. Die Tür öffnet sich erneut und eine aufgebrachte Ilse stürmt herein.

Ilse: (gereizt) Och, ich könnte diesen Kommissar auf den Mond schießen! (setzt
       sich aufs Bett) Wisst ihr wie er mich beleidigt hat!?

Uschi: (ermahnend) Ilse, das ist jetzt wirklich nicht der richtige Zeitpunk!
          (deutet auf die schluchzende Wilhelmina in ihren Armen)

Sofort gibt Ilse Ruhe und sieht mitfühlend zu Wilhelmina.

Szene 32

Miriam bleibt zusammen mit Brock vor einer großen weißen Tür stehen. Plötzlich wird diese geöffnet und Mareen tritt zusammen mit Frau Schnoor heraus. Mareen lächelt bösartig Miriam an und geht zusammen mit Frau Schnoor den Flur entlang.

Brock: (ruft ihnen hinterher) Na hoffentlich hat der ganze Aufwand was
            gebracht. (lacht sarkastisch)

Birgit nickt ihm nur lächelnd zu und geht mit Mareen den Flur entlang.
Miriam geht durch die Tür in den Besucherraum und nimmt auf dem Stuhl vor ihr platz. Die Tür schließt sich und der Kommissar trinkt den letzten Schluck Wasser aus.

Kommissar: (steht auf) Also sie sind Frau Jördens. Frau Walter meinte, dass sie
                     wissen wer Frau Loberth umgebracht hat. Nun ich höre!

Miriam sieht auf den Boden und versucht ihre zitternden Hände vor dem Kommissar zu verstecken.

Kommissar: Na gut. Gehen wir es anders an. Sie waren es doch die Frau
                     Loberth bewusstlos auf dem Boden des Bades entdeckt haben?

Miriam nickt zustimmend und blickt zum großen Spiegel der an der Wand hängt. Hinter diesem steht Direktorin Sürth und beobachtet konzentriert die Vernehmung.

Kommissar: Und dies passiert als sie gerade ins Bad gegangen sind oder als sie
                     schon längst aus der Badewanne waren?

Miriam: Ich wollte gerade ins Bad, da hab ich Angelika gefunden.

Kommissar: (bleibt hinter ihr stehen) Und wie erklären sie sich dann ihre
                     nassen Badesachen? Ihr nasses Handtuch? Ihre nassen Haare?
                     (Miriam erwidert nichts) Das beweist doch wohl eindeutig, dass
                     sie schon, bevor sie überhaupt Angelika entdeckt haben, im Bad
                     waren. (setzt sich wieder) Frau Jördens damit sind sie nicht nur
                     Zeugin sondern auch eine Verdächtige.

Miriam: (entsetzt) Aber ich bin doch keine Mörderin!

Kommissar: Das sagt ja auch niemand. Also waren sie nun schon im Bad bevor
                     sie Frau Loberth entdeckt haben? Ja oder Nein?

Miriam: (kleinlaut) Ja.

Kommissar: (atmet kurz auf) Also haben sie mitbekommen wir Frau Loberth
                      ins Bad gekommen ist? (Miriam schweigt und der Kommissar
                      wird lauter) Frau Jördens! Reden sie verdammt noch mal!
Miriam: Ja. Ja ich hab sie gesehen. Sie wollte ein Bad nehmen aber ich war
              bereits in der Wanne. Sie hat sich entschuldigt, dass sie mich gestört
              hat und hat den Vorhang wieder zugezogen.

Kommissar: Gut so. (kurze Pause) Und dann?

Miriam: Eine Weile war Ruhe aber dann hörte ich plötzlich Lärm. Sie kamen
              aus dem Nebenraum wo die Duschen waren.

Kommissar: Weiter!

Miriam: (sieht ihm tief in die Augen) Ich bin aus der Wanne gestiegen um
               nachzusehen. Aber da war es schon zu spät. (bricht in Tränen aus)

Kommissar: Wenn haben sie gesehen? War es Frau Krause? Oder vielleicht
                     Frau Bieler?
Miriam: (schluchzend) Da war niemand. Nur Angelika lag da blutüberströmt
               auf dem Boden. (schlägt die Hände über ihr Gesicht) Es war so
               schrecklich. Überall Blut und ihr Zittern … Und ich … ich …

Der Kommissar beißt sich auf die Unterlippe und schlägt die Akte vor ihm zu. Miriam bricht in Tränen aus und der Kommissar blickt zum Spiegel und nickt ihm zu. Frau Sürth atmet tief durch und greift zum Mikro.

Sürth: (ins Mikro) Brechen sie das Verhör ab!

Sie wendet sich wieder vom Mikro ab und geht mit erschöpftem Gesichtsausdruck hinaus.

Szene 33

Walter und Uschi warten gespannt auf Miriam vor der Gitterschleuse.
Auch Mareen und Sarah warten im Hintergrund auf Miriam. Plötzlich schnappt die Gitterschleuse auf und Brock kommt mit Miriam im Schlepptau auf Station.

Walter: (geht zu Miriam) Und?

Miriam sieht sie mit traurigem Gesichtsausdruck an.

Walter: Nein. Bitte sag nicht das du …!

Miriam nickt und rennt weinend in ihre Zelle. Walter sieht entsetzt zu Uschi die nicht anders aus der Wäsche schaut. Nur eine kann darüber lächeln.
Mareen sieht schmunzelnd zu den Beiden und geht triumphierend mit Sarah, Babs und Rosie in ihre Zelle.

Mareen: (leise für sich) Ein braves Mädchen.

Sarah: (unwohl) Freu dich nicht zu früh. Noch ist der Fall nicht vom Tisch!

Mareen: (öffnet die Zellentür) Doch das wird er bald! (lässt alle Frauen in die
              Zelle gehen) Schon sehr bald! (schließt die Tür hinter sich)

Walter und Uschi sehen ihr fassungslos hinterher.

Uschi: Diese Schlacht hat sie gewonnen.

Walter: Aber den Krieg gewinnen wir! (zündet sich eine Zigarette an) Verlass
            dich drauf! (nimmt einen Zug)

Uschi sieht Walter erstaunt an. Doch diese blickt feindselig und entschlossen zu Mareen die gerade ihre Zellentür schließt. Mit entschlossenem Blick über die Station stößt Walter den Zigarettenrauch aus und hüllt die Luft vor ihr in Nebel.

Abspann


Und in der nächsten Folge im Frauenknast: Mit Geld erreicht Sie Alles! Doch Walter sagt ihr den Kampf an! Ein skrupelloser Machtkampf entbrennt und droht zu eskalieren …. Kann Mareen noch gestoppt werden? Das alles in der nächsten Folge Hinter Gittern – Der Frauenknast.






















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