Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

*Sweeter Than Chocolate*

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Willy Wonka
09.04.2009
17.12.2009
49
101.604
13
Alle Kapitel
167 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
09.04.2009 1.936
 
Doyna musste feststellen, dass sich im Haus der Familie überhaupt nichts verändert hatte und fühlte sich somit gleich wieder heimisch.

„Grandma Josephine, Grandma Georgina, Grandpa George!”, rief Doyna freudestrahlend und umarmte die drei Verwandten, die wie immer zusammen in ihrem großen Bett lagen.„Es ist ja so toll euch wiederzusehen.“

„Wir freuen uns auch, Kleines.“, sagte Großmutter Josephine lächelnd. „Du wirst von Mal zu Mal hübscher, ganz wie deine Mutter.“

Doyna errötete leicht und kicherte verlegen.

„Wenn du meinst…“

„Du kannst ruhig deine Sachen ausziehen, Doyna, oder ist dir kalt?“, fragte Mr. Bucket.

„Oh, ähm…nein.“, entgegnete sie verwirrt.“Fast vergessen.“, kicherte sie.

Sie bemerkte, dass die anderen ihre Jacken und Mäntel bereits ausgezogen hatten, auch Willy, den sie jetzt zum ersten Mal ohne seine dunkle Brille in Augenschein nahm. Seine Augen waren vollkommen anders als sie erwartet hatte. Sie waren hell und schienen voll kindlicher Neugier aufzuleuchten. Seine langen Wimpern ergänzten dieses Bild perfekt, wie sie bemerkte. Bei der Farbe war sie sich nicht ganz sicher. Es sah irgendwie aus wie hellblau, aber es war zu dunkel in dem Raum um es genau ausmachen zu können. Doyna starrte ihn an als wäre er nicht von dieser Welt.

Zum ersten Mal fiel ihr auch auf wie blass seine Haut war. Sie schien beinahe transparent und wirkte zerbrechlich wie Porzellan. Auch hatte er seinen Hut abgelegt und Doyna musste sich eingestehen, dass er mit dem Hut wirklich besser aussah, was nicht hieß, dass er jetzt ein schlechtes Bild abgegeben hätte. Sein Mantel war von einem intensiven weinrot und ihr fiel zum ersten Mal das große goldene „W“ auf, welches er an seinem Hemdkragen trug. Doyna konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen.

Alles um sie herum war total still. Als sie das bemerkte, drehte sie sich zu den Buckets, die sie mit einem interessierten Blick musterten. Jetzt erst wurde ihr bewusst, dass sie Willy die ganze Zeit über angestarrt haben musste. Wie peinlich, dachte sie und starrte nun nervös auf ihre Schuhe. Dann merkte sie, dass sie immer noch angezogen war und begann jetzt endlich ihren Mantel auszuziehen. Ihre Mütze stopfte sie anschließend in ihre Tasche.

Mrs. Bucket war bereits am Herd beschäftigt und der Rest half dabei den Tisch zu decken. Um den peinlichen Moment zu überspielen, machte sie sich schnell an die Arbeit und half mit. Charlie und Willy unterhielten sich währenddessen angeregt über ein paar neue Ideen für Süßigkeitenkreationen. Doyna versuchte dem Gespräch ein Wenig zu folgen.

„Das musst du nicht alles verstehen, worüber die beiden da reden.“, flüsterte ihr Mrs. Bucket zu, während sie gerade Eier in eine Schüssel schlug. „Ich selbst habe davon keine Ahnung.“

Doyna musste darüber lächeln.

„Solange es Charlie gefällt.“

„Oh ja, er ist voll in seinem Element.“

„Das Gefühl habe ich auch.“, sagte Doyna mit einem zufriedenen Blick auf ihren kleinen Cousin, wobei sie nicht umgehen konnte, auch Willy anzuschauen. Der bemerkte ihren Blick und starrte sie eine Sekunde lang aus seinen strahlend blauen (?) Augen an. Doyna kam es wie eine Ewigkeit vor und plötzlich begann sie sich wieder über die peinliche Situation von vorhin zu schämen. Ruckartig schaute sie in eine andere Richtung, um das nicht noch einmal wiederholen zu müssen.

Bald darauf war der Tisch gedeckt und alle saßen rundherum. Für Doyna wurde ein extra Stuhl an die Ecke des Tisches gestellt direkt zwischen Mrs. Bucket und Grandpa Joe. Doyna gefiel dieser Platz nicht gerade, denn so konnte sie direkt auf Willy schauen, was sie jedoch strengstens vermied. Allerdings erhaschte sie immer einen flüchtigen Blick auf den Chocolatier, was ihm nicht zu entgehen schien. Gekonnt versuchte er Doynas Blick zu ignorieren, während er sich immer noch mit Charlie unterhielt.

Das Essen war einfach köstlich. Mrs. Bucket hatte extra Pfannkuchen gemacht, da sie wusste dass Doyna ihre Pfannkuchen liebte. Sie war eine exzellente Köchin, worauf Doyna fast neidisch war. Doyna schaffte es sogar Wasser anbrennen zu lassen. Kochen war einfach nicht ihr Ding, dafür war sie viel zu vergesslich, was das Einprägen von Rezepten anbelangte. Zuhause schaffte sie es gerade so für sich eine Beutelsuppe zu machen, Nudeln zu kochen oder irgendwelche Fertiggerichte zuzubereiten. Damit kam sie einigermaßen über die Runden. Ab und zu brachte ihre Mum ihr einiges vorbei, was sie selbstgemacht hatte. Ihre Mum war ebenfalls eine begeisterte Köchin. Kein Wunder! Sie war ja auch Mrs. Buckets Schwester. Manchmal fragte sie sich nur, warum sie nichts von diesem Kochtalent abbekommen hatte.

„Dafür kannst du andere Sachen besser.“, beschwichtigte sie ihre Mutter immer. „Zum Beispiel singen und zeichnen.“

Zu allem Unglück hatte sie auch noch recht, das konnte sie wirklich, aber was nützten ihr diese Talente im alltäglichen Leben? Singen konnte sie höchstens unter der Dusche, andernfalls brachte es ihr nicht viel. Damit berühmt zu werden, kam für sie noch nie in Frage. Und zeichnen war für sie auch nur ein weiteres Hobby, um ihre Fantasie auszuleben. Kreativ war sie eigentlich mehr als genug, aber kochen konnte sie trotz alledem nicht.

Doyna fühlte sich nach den Essen so gesättigt, dass sie kaum noch gewillt war aufzustehen. Jedoch half sie aus Höflichkeit Mrs. Bucket beim Abwasch.

„Danke, Doyna!“, sagte sie mit einem liebenswürdigem ton.“Das wäre nicht nötig gewesen.“

„Ihr wisst doch, ich helfe immer gern!“, entgegnete sie freundlich.

Charlie und Willy standen in diesem Moment auf und wollten sich schonwieder an die Arbeit machen.

„Hey, Jung’s! “, rief ihnen Mrs. Bucket hinterher. Beide drehten sich schlagartig um. Doyna fand es wirklich zu komisch, dass Willy auf diese Aussage genauso reagierte wie Charlie. Als ob er sich selbst noch für einen kleinen Jungen hielt. Es war als hätte Mrs. Bucket plötzlich zwei Söhne, nur dass der eine eigentlich schon fast 40 war, wenn man Charlie glauben konnte.

„Wollt ihr Doyna nicht wenigstens ein Wenig durch die Fabrik führen und ihr einiges zeigen?“, sagte Mrs. Bucket in einem strengen mütterlichen Ton. „Außerdem braucht sie noch ein Gästezimmer.“

Doyna musste sich zusammenreißen nicht laut loszulachen, als sie das sagte. Die Blicke der beiden „Jungs“ waren unbezahlbar, dachte sie belustigt.

„Hahaha… ´kay!“, kicherte Willy verlegen mit seiner kindischen Stimme (AN: Im meiner FF hat er die englische Originalstimme, also die von Johnny Depp… ich hasse die deutsche Synchronisation des Films…) Irgendwie passte seine Stimme zu ihm, dachte Doyna und versuchte sich ihn mit einer männlicheren Stimme vorzustellen… Unmöglich, schloss Doyna grinsend.

„Komm, Doy-Doy! Ich zeig dir, wo du schlafen wirst.“, sagte Charlie munter zu seiner Cousine.

„Wie sozial von dir, Charlie!“, keifte Doyna gespielt.

„Ich weiß, ich weiß.“, erwiderte er von sich selbst überzeugt. „Lass uns losgehen!“

„Klaro!“, sagte Doyna schnell und folgte den beiden hinaus in die grüne Landschaft, die Doyna immer noch für einen Traum hielt.

„Ich hoffe das Zimmer gefällt dir, Doy-Doy.“

„Hauptsache es hat ein großes weiches Bett.“, kicherte sie.

„Auf jeden Fall!“, antwortete Charlie glücklich. Willy lief schweigend neben Charlie her. Fast wie Vater und Sohn, die beiden, dachte Doyna plötzlich.

„Am besten wir nehmen den Fahrstuhl.“, sagte Willy.

Doyna dachte sich nicht viel dabei als er das sagte, doch als sie den Fahrstuhl sah, war sie ein wenig besorgt.

„Der ist ja aus Glas!“

„Hahaha, ja! Ist das nicht schick?“, kicherte Willy stolz.

Doyna wusste darauf nichts zu sagen, fühlte sich jedoch ein wenig unbehaglich zumute.
„Was ist?“, fragte Willy sie als sie zweifelnd davorstand, während Charlie und er schon im Aufzug waren.

„Ich hoffe, ich werde das überleben.“

„Es ist gar nicht so schlimm, wie es aussieht.“, beruhigte Charlie seine Cousine und Doyna betrat daraufhin zögernd den Fahrstuhl.

„Das erinnert mich irgendwie an einen Horrorfilm, den ich mal gesehen habe, nur da war es ein ganzes Haus aus Gla-…. ARGHH!!“

Der Fahrstuhl flog plötzlich mit einer rasanten Geschwindigkeit hochwärts (AN: Gibt’s das Wort denn überhaupt?) und Doyna konnte nur noch schreien. Jammernd klammerte sie sich an Charlie, der sich jetzt schütteln musste vor Lachen. Auch Willy grinste plötzlich über beide Ohren.

„Was ist daran so lustig?“, schrie sie lauter als geplant.

„Du bist eben ein Mädchen, Doy-Doy.“, sagte Charlie schulterzuckend als wäre das eine Erklärung für alles.

„Na vielen Dank auch!“, stieß sie beleidigt hervor. Der Fahrstuhl änderte plötzlich ruckartig die Richtung. Doyna konnte einen weiteren Schrei nicht unterdrücken.
„Das Ding fährt ja seitwärts!!“, erwiderte sie sprachlos und verzog das Gesicht. „Ich glaub mir wird schlecht.“

Mit einem Mal wirkten die Blicke von Charlie und seinem Mentor leicht beunruhigt. Charlie bemerkte, dass Doyna blass wurde und war nun froh, dass der Fahrstuhl angekommen war, denn sie hatte sich außerdem- natürlich unbeabsichtigt- in seinen Arm gekrallt, was ihm ein Wenig Schmerzen bereitete.

„Alles okay, Doy-Doy?“, fragte er besorgt als sie wieder draußen waren, jenseits von dieser Höllenmaschine.

„Klar,…Alles Klar!“, murmelte sie.“Du hattest recht, Charlie. Es ist gar nicht so schlimm wie ich dachte. Es ist noch viel SCHLIMMER!“

Charlie setzte einen entschuldigenden Blick auf. Willy war damit beschäftigt Löcher in die Luft zu starren, so als würde ihn das alles nichts angehen. Doyna bemerkte jetzt, dass sie sich vorhin getäuscht hatte; seine Augen waren nicht hellblau, sie waren… Doyna musste zweimal hinschauen um sich zu vergewissern, dass sie richtig sah- seine Augen waren violett! Oder spielte ihr das Licht einen Streich? War sie so durcheinander, dass sie Probleme hatte Farben auseinanderzuhalten? Sie verglich seine Augenfarbe mit der Farbe seiner Latex- Handschuhe, von denen sie wusste, dass sie lila waren. Es war die gleiche Farbe. Trug er etwa Kontaktlinsen? Das war wahrscheinlich die einzige vernünftige Erklärung für dieses Phänomen.

Wonka blickte zu ihr hinab und schaute verständnislos. Da merkte Doyna, dass sie ihn schonwieder angestarrt haben musste. Sie merkte wie ihr die Röte ins Gesicht schoss. Charlie blickte ungläubig zwischen den beiden hin und her als wolle er versuchen daraus schlau zu werden.

„Also, wo ist denn nun dieses Gästezimmer?“, durchbrach Doyna die Stille um von sich abzulenken.

„Gleich da drüben!“, erwiderte Charlie.

Doyna folgte Charlie durch den langen Gang. Irgendwann blieb er stehen und öffnete die Tür vor der er nun stand mit einem kleinen silbernen Schlüssel. Das Zimmer übertraf ihre Erwartungen. Zuerst fiel ihr das große prachtvolle Bett in der Mitte des Raumes auf. Es war aus edlem dunklem Holz und hatte komplizierte Verzierungen am Bettrahmen. Darüber erstreckte sich ein wunderschöner Himmelbettvorhang  in einem zarten karamellfarbenen Ton. Die Schränke waren passend zum Bett angerichtet und sie sah außerdem mehrere Kerzenleuchter im Raum verteilt stehen.

„Es gibt mehrere Gästezimmer hier, die verschieden eingerichtet sind, aber ich dachte dieses hier würde dir wohl am besten gefallen.“, murmelte Charlie verlegen.

„Es ist großartig, Charlie!“, erwiderte sie überwältigt. „Ganz mein Stil. Du solltest sowas wie mein persönlicher Raumausstatter werden.“, sagte sie, während sie den Raum betrat und alles genauer unter die Lupe nahm. Charlie musste grinsen.

„Ich glaube die anderen Räume wären dir zu kitschig gewesen.“

Doyna brachte ein liebenswürdiges Lächeln zustande und Willy sah ein wenig beleidigt drein auf Charlies Kommentar hin. Doyna bemerkte das sofort.

„Ach manchmal kann ein bisschen Kitsch auch nicht schaden.“, entgegnete sie munter und beobachtete dabei Willys Miene, die sich daraufhin ein wenig aufhellte.

„Na ja, jedenfalls kannst du ja erst einmal deine Sachen einräumen und so… halb sieben gibt es Abendessen. Wenn du was brauchst, du weißt ja, wo meine Familie ist und Willy und ich sind wohl im Erfindungsraum, wenn du uns suchst.“

„Gibt es auch einen anderen Weg dahin zukommen als mit diesem Fahrstuhl.“, sagte sie leicht säuerlich.

„Ähm, eigentlich nicht.“, sagte Charlie. „Tut mir leid, aber du wirst dich daran gewöhnen.“

„Hmpf…“, machte Doyna nur.

„Also, bis später dann!“, rief Charlie ihr noch zu.

„Ja, bis nachher.“

„Bye!“, war das einzige was Willy noch sagte, bevor Charlie die Tür schloss.

-----------
Reviews und andere Anmerkungen sind natürlich wie immer sehr erwünscht XD
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast