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*Sweeter Than Chocolate*

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Willy Wonka
09.04.2009
17.12.2009
49
101.604
13
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09.04.2009 1.461
 
Es war nun schon eine ganze Woche vergangen seit Charlie den golden Ticket-Contest gewonnen hatte; eine Woche lebten die Buckets nun schon in der größten Schokoladenfabrik weltweit, Willy Wonkas Schokoladenfabrik- doch Charlie kam es schon wie eine Ewigkeit vor. Sein altes Leben vor dem Contest erschien ihm nun überaus langweilig, obwohl er sich damals nie über seine Situation beschwert hätte. Doch nun hier zu leben, am bezauberndsten Ort der ganzen Welt, hätte Charlie sich in seinen schönsten Träumen nicht vorstellen können. Immer wieder versuchte er zu realisieren, dass das hier kein Traum war.

Jeden Tag, wenn Charlie in der Schule saß und versuchte dem Unterricht zu folgen, waren seine Gedanken schonwieder bei neuen Süßigkeiten-Kreationen und neuen ungewöhnlichen Schokoladensorten, die man noch entwickeln könnte. Manchmal war er in seinen Gedanken so abgelenkt, dass er nicht einmal merkte, wenn seine Lehrerin ihn aufrief. In solchen Momenten zerplatzte sein Tagtraum und er wurde wieder zurück in die Realität  geschleudert. Wenn er nicht wüsste, was ihn nach der Schule immer erwarten würde, wäre er wahrscheinlich verärgert darüber gewesen.

Heute hatte Charlie besonders gute Laune, denn die Sonne schien draußen als wäre es nicht erst Februar, sondern schon Mai; natürlich war es bei weitem nicht so warm draußen, aber die Sonne und der klare blaue Himmel lösten bei Charlie trotzdem Glücksgefühle aus. Außerdem konnte er es kaum erwarten nach Hause zu kommen, denn sie würden heute Besuch kriegen.

Charlie liebte seine einzige Cousine, die er hatte wie nichts anderes auf der Welt, außer natürlich seiner Familie und Willy, der ja praktisch schon dazugehörte. Seine Cousine hatte drei Tage nach dem Contest seiner Familie einen Brief geschickt.

Sie wollte wissen, wie der Contest verlaufen ist und ob er etwas dabei gewonnen hätte. Sie hätte zwar alles im Fernsehen verfolgt, wusste jedoch nicht den Ausgang für Charlie. Willy wollte das Endergebnis noch für eine Weile geheim halten, warum, verstand Charlie zwar nicht, aber es war ihm auch ziemlich egal, ob die ganze Welt nun davon wusste oder nicht. Jedenfalls hatte Doyna, also seine Cousine, auch angefragt, ob sie vielleicht für zwei Wochen bei der Familie vorbeikommen könne, denn sie hatte kurzfristig Urlaub bekommen. Die ganze Bucket- Familie war daraufhin total aus dem Häuschen, denn sie hatten sie schon seit drei Monaten nicht mehr gesehen.

Doyna lebte schon seit ein paar Jahren in London und arbeitete dort in einem kleinen Buchladen. Damals, als die Buckets noch um die tägliche Mahlzeit kämpfen mussten, hatte Doyna ihnen regelmäßig Geld geschickt, obwohl sie selbst kaum genug für sich hatte. Es reichte immerhin für ein kleines Appartement und was man sonst so zum Leben brauchte. Sie war auch nicht wirklich so arm, wie die Buckets es einst waren.

Doyna liebte Charlie mindestens genauso sehr wie er sie. Sie hatte schon gerne mit ihm gespielt und auf ihn aufgepasst als Charlie noch in den Windeln lag. Doyna hatte einfach ein Herz für Kinder und die Kinder waren demzufolge auch genauso verrückt nach ihr. Aus diesem Grund hatte Charlie sich auch schon immer gefragt, wieso sie Verkäuferin in einem Buchladen geworden ist und nicht Kindergärtnerin. Weil sie Bücher liebte, sagte sie dann immer, doch das überzeugte Charlie nicht ganz, denn Kinder liebte sie ja auch.

Jedenfalls war seine Cousine der Grund, weshalb er heute das Unterrichtsende kaum erwarten konnte. Doyna würde kommen! Wenn Charlie nach Hause kam, würden sie sie gleich von Bahnhof abholen. Noch drei Minuten- Charlie seufzte innerlich… Komm du blöde Zeit- vergeh‘ schon schneller! Und da war endlich das erlösende Klingeln, welches er so herbeigesehnt hatte. Er sprang von seinem Stuhl, stopfte die Schulsachen in seine Tasche und rannte zur Tür hinaus. Es dauerte nur 10 Minuten, dann stand er auch schon vor dem riesigem Tor der Fabrik, die er nun sein zu Hause nennen durfte. Als er hineinging, beschloss er zuerst zu Willy zu gehen.

Soweit Charlie wusste, wollte er an dem Haar-Toffee arbeiten, da die Mixtur immer noch nicht richtig stimmte. Daraus schlussfolgerte er, dass Willy im Erfindungsraum war und nahm den gläsernen Fahrstuhl, damit es schneller ging.
Als er den Raum betrat, sah er Willy auch schon, die Hände in die Hüften gestemmt und leise vor sich hin fluchend.

„Hey!“, sagte Charlie aufmunternd und stupste ihn leicht an die Schulter. Ruckartig drehte sich Willy zu ihm um.

„Um Gotteswillen, mein lieber Junge… erschreck mich bitte nicht noch einmal so von hinten.“

„Sorry!“, murmelte Charlie „Stimmt die Rezeptur immer noch nicht?“, ergänzte er mit fragendem Blick auf einen der Oompa- Loompas, der jetzt statt dunkle Haare, grüne Haare hatte. Willy seufzte.

„Nein, und ich kann dir immer noch nicht sagen, woran es liegt… Ich meine, schau dir das doch mal an.“

Sein Blick war auf den grünhaarigen Oompa- Loompa gerichtet, der sich gerade mürrisch in einem Handspiegel betrachtete.

„Naja, es ist immerhin mal was anderes… dieses grün.“

Verärgert starrte der Oompa- Loompa in Richtung Charlie.

„Charlie, versuch bitte nicht nett zu sein. Es ist eine Katastrophe! Da brauch es keine tröstenden Worte.“

„Ich glaube, ich hab‘ einfach zu gute Laune, um das heute tragisch zu sehen.“, konterte Charlie fröhlich.

„Gute Laune? Wieso das denn?“ Er hatte es also schonwieder vergessen.

„Meine Cousine kommt doch heute… das habe ich dir schon hundert Mal erzählt.“

„Ahh…“ Willy machte eine kurze zuckende Bewegung als wolle er eine unsichtbare Fliege verscheuchen.

„Kommst du dann mit zum Bahnhof?“

Willy guckte ungläubig.

„Hmmm… Braucht ihr mich denn, um dieses Mä-…Mädchen da abzuholen?“

„Also erstens wäre das wohl höflicher und zweitens ist Doy-Doy kein Mädchen mehr, sondern schon erwachsen.“

„Erwachsen…Igitt, igitt!“

Charlie wusste, dass es sinnlos war mit Willy über solche Sachen wie das Erwachsensein zu reden. Er glaubte der einzige Grund, warum Charlie sich so gut mit ihm verstand, war, dass Willy im Prinzip selbst noch ein Kind war. Das bemerkte sogar Charlie. Wenn seine Mum und sein Dad sich immer küssten, wenn Charlies Vater von der Arbeit nach Hause kam, zog Willy jedes Mal ein angeekeltes Gesicht. Das fand Charlie immer ziemlich amüsant, obwohl er nicht verstehen konnte, dass Willy als eigentlich erwachsener Mensch so eine Abneigung gegen körperliche Berührungen haben konnte. Hatte er denn noch nie so etwas wie eine Freundin gehabt? Natürlich traute Charlie sich nicht ihn das zu fragen, denn er konnte sich seine Reaktion darauf, schon in seinem Kopf vorstellen. Wahrscheinlich würde er sowas antworten wie: „Eine Freundin? Igitt, Charlie! Mädchen sind furchtbar gemein. Merk dir das!!“ … Ja, so in etwa würde er wohl reagieren.

Aber im Moment hatte Charlie andere Sachen im Kopf, nämlich Doyna, auf die er sich schon seit zwei Tagen freute.

„Bitte, komm doch mit!“, flehte Charlie.

Willy setzte wieder einen nachdenklichen Ausdruck auf.

„Hmmm… wenn’s denn sein muss.“

„Cool! Danke.“ ,rief Charlie glücklich.

„Ja ja, kein Problem.“ Willy tat das mit einer flüchtigen Handbewegung ab.

„Dann musst du aber in zehn Minuten vor der Fabrik sein. Wir fahren dann mit der U-Bahn.“

„Warum nehmt ihr nicht die Limo? “, fragte Willy verständnislos.

„Doyna will nicht auffallen, sagt sie und wir möchten das auch nicht unbedingt.“

„‘Kay!“, sagte er darauf nur.

„Bis dann!“, sagte Charlie noch, bevor er sich auf dem Weg zu dem Haus seiner Familie machte, um seine Schulsachen abzustellen.

Als er das Haus betrat, herrschte schon Chaos. Alle redeten wild durcheinander und schienen ganz aufgeregt, fast als würde irgendein Promi sie besuchen kommen und nicht seine Cousine. Charlies Eltern waren schon startklar; dann fehlte nur noch Großvater Joe, der Rest blieb hier. Großvater Joe humpelte Richtung Tisch um sich aufzustützen, damit er seine linke Socke anziehen konnte.

„Ziehst wohl heute extra deine besten Socken an, Joe?“, fragte Charlies Vater ironischer Weise.

Kurz darauf waren alle fertig und standen nun wenige Minuten später vor dem Eingangstor der Fabrik.

„Nun, dann können wir jetzt also endlich los.“, sagte Mrs. Bucket. „Wir wollen sie ja nicht lange warten lassen.“

„Noch nicht.“, sagte Charlie. „Willy ist noch nicht da.“

„Willy wollte auch mitkommen?“, frage Großvater Joe ungläubig.
Charlie nickte. Im selben Moment öffnete sich die Tür, welche zur Fabrik hinausführte.

„Na dann, sind wir jetzt also endlich vollständig oder will vielleicht noch jemand mitkommen? Ein Oompa- Loompa vielleicht…“, fragte Charlies Dad an seinen Sohn gerichtet.

„Willy kommt nur mit, weil ich es gern wollte.“

„Ach so…“

„Hey!“, rief Willy lächelnd der Familie entgegen. „‘Tschuldige für die kleine Verspätung.“

„Schon gut.“, beschwichtigte Mrs. Bucket. „Dann können wir uns ja jetzt auf die Socken machen.“

„Ja, Grandpa Joe kann es kaum erwarten, was Doyna zu seinen neuen Socken sagt.“, erwiderte Mr. Bucket scherzhaft.

Großvater Joe wurde ein wenig rot.

„Ach halt den Mund!“, murrte er.

Charlie konnte sich ein Lachen kaum verkneifen und Willy fragte sich wohl, warum alle so verrückt spielten, nur weil Charlies Cousine zu Besuch kam.

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Zweites Kapitel folgt bald...geschrieben ist es schon, muss es nur noch abtippen XD
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