Fatale Desire

GeschichteRomanze / P18
Hermine Granger Lucius Malfoy Ronald "Ron" Weasley
09.04.2009
01.10.2009
45
142351
74
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Dieses Kapitel
20 Reviews
 
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Willkommen zu meiner neuen Story!
Ich wollte mal wieder ein anderes Pairing testen und es würde mich freuen, wenn ihr mir einen Review da lasst und mir eure Meinung geigt. Jede Art von Feedback ist willkommen, denn ein Heuler ist immer noch besser als Schweigen!

LG

Eve


Nachtrag 10.06.2010: Im Moment laufen gerade wieder die FF-Awards, vielleicht schaut ihr mal vorbei und votet für euren Favouriten:

http://www.ff-general-award.de/



Fatale Desire


I. Satisfaction


I can`t get no satisfaction

I can`t get no satisfaction

Cause I try and I try and I try and I try

I can`t get no, I can`t get no


(The Rolling Stones, Satisfaction)


„Habt ihr schon die neuen Frühjahrsumhänge in der Hexenwoche gesehen? Ich sage euch, Veilchenlila lasse ich mir ja noch gefallen, aber Kürbisorange?! Ich will doch nicht aussehen wie eine Banshee!“ Lavender verdrehte die Augen und warf einen nach Zustimmung suchenden Blick in die Runde der Frauen.
Susan – leider immer noch - Bones, Hannah - ehemals Abbott und jetzt Miller - und Ginny – ja, ich hab ihn mir geschnappt - Potter-Weasley gaben mehr oder weniger zustimmende Geräusche von sich und widmeten sich dann schon dem nächsten Thema.

Auch Hermine bemühte sich ebenfalls schnell zu nicken und fragte sich nicht zum ersten Mal an diesem Abend, warum sie sich diese Weiber-Treffen überhaupt antat. Sie war weder scharf darauf zu hören, welche Umhangfarben im Frühjahr modern sein würden, noch welche Hexe der Frauenschwarm Alexis Adonis, der Sänger der Demonian Devils, diese Woche flach gelegt hatte. Eigentlich war sie nur hier, um sich wenigstens einmal im Monat von ihrem ansonsten totlangweiligen Leben ablenken zu lassen.

Der Job in der Abteilung für Magische Zusammenarbeit im Ministerium machte ihr zwar Spaß und wurde auch ganz anständig bezahlt, aber sie saß oft bis spät abends in ihrem Büro, bevor sie zu Ron in ihre gemeinsame Wohnung zurück kehrte. Meistens war sie dann zu müde, um noch viel zu unternehmen und sie verbrachten die Zeit vor dem Fernseher (Ron hatte nach ersten Bedenken der Anschaffung dieses Muggel-Geräts zugestimmt und jetzt verbrachte er mehr Zeit davor als sie) oder lasen Bücher. Wenn sie doch wenigstens...

„Hermine, träumst du?“ drängte sich Lavender plötzlich in ihre Gedanken.

Erschrocken fuhr die braunhaarige Frau zusammen. „Entschuldigung“, murmelte sie und musterte irritiert das Gesicht der anderen. „Was hast du gesagt?“

„Ich habe dich gefragt, wie`s bei dir so läuft.“

„Gut“, beeilte sich Hermine zu versichern. „Sehr gut sogar. Der Minister ist mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Er meint, wenn MacMahon nächstes Jahr in Rente geht, wäre ich eine heiße Kandidatin für den Posten des Abteilungsleiters.“

„Wow“, meinte Ginny beeindruckt. „Herzlichen Glückwunsch.“

„Naja, noch ist es ja nicht so weit“, wiegelte Hermine ab.

„Aber du bist offenbar auf dem besten Weg“, bestätigte Susan. „Wir haben ja immer gewusst, dass du mal die von uns sein würdest, die am meisten Karriere macht.“

„Ach weißt du“, beschwichtigte die Braunhaarige ihre Freundin. „Manchmal frage ich mich, ob es die richtige Entscheidung war. Ich meine, ich liebe meinen Job und mein Leben ist eigentlich okay, aber manchmal denke ich, irgendetwas fehlt.“

„Ein Kind?“ mutmaßte Hannah und strich sich über ihren gewölbten Bauch.

„Nein“, wehrte Hermine schnell ab. „Das ist es nicht. Zumindest nicht jetzt. Wir sind einfach noch nicht so weit, weißt du. Ron arbeitet ja noch gar nicht so lange im Ministerium und muss sich erst mal hoch arbeiten, bevor wir uns festlegen.“

„Etwas reifer werden, wäre auch keine schlechte Sache“, meinte Ginny grinsend. „Zumindest was Ron angeht.“

„Aber er macht wirklich Fortschritte“, fühlte sich Hermine genötigt ihren Freund zu verteidigen.

„Und doch fehlt der hier auch noch“, nahm Lavender den Faden auf und zeigte jedem stolz ihren Verlobungsring.

„Ja“, seufzte Hermine. „Das auch.“

„Habt ihr etwas Probleme?“ fragte Ginny, von der resignierten Art ihrer Freundin alarmiert.

„Nein, eigentlich nicht.“

„Aber?“ hakte die Rothaarige nach.

Hermine errötete leicht. „Es ist... ich weiß nicht... der Sex.“

„Zu viel, zu wenig, zu schnell oder was?“ fragte Lavender interessiert.

„Zu eingefahren“, erklärte Hermine. „Es ist immer das selbe: Licht aus, ein bisschen Fummeln und dann zack-zack, fertig.“

„Ach herrje, immer noch so verklemmt ja?“ fragte Hannah mitfühlend.

Hermine errötete noch etwas stärker und warf Ginny einen bedeutungsschweren Blick zu.

„Ist schon okay, Mine“, tröstete sie ihre Freundin. „Er ist zwar mein Bruder, aber gerade deshalb weiß ich nur zu gut, wie er ist. Hast du denn mal versucht, mit ihm darüber zu sprechen?“

„Klar habe ich das und nicht nur einmal. Aber du kennst ihn doch: Wenn ich das Wort „Sex“ nur ausspreche, wird er puterrot und hat dann plötzlich etwas ganz dringendes zu erledigen.“

„Und durch die Blume?“ mischte sich Lavender wieder ein. „Ich meine, schenk ihm doch mal ein nettes Spielzeug, einen Liebestrank oder kauf dir ein paar heiße Dessous.“

„Die sieht man doch im Dunkeln gar nicht und was das Spielzeug angeht, lieber nicht. Ich glaube nicht, dass er auf so etwas steht. Und ein Liebestrank wäre ja Selbstbetrug, das will ich nicht. Es wäre nicht echt.“

„Dann bleibt nur eins.“ Lavender grinste spitzbübisch. „Nachhilfe.“

„Wie?“ fragte Hermine verständnislos.

„Ganz einfach“, führte Lavender aus. „Du lernst ein paar nette Tricks und bringst ihn dann so richtig auf Touren.“

„Und wie soll ich das machen?“ fragte Hermine säuerlich. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es solche Kurse bei der Volkshochschule gibt.“

„Natürlich nicht, du Amateurin“, grinste die Andere wissend. „Ich sage nur ein Wort: Wizard-Callboy-Service.“

„Eigentlich sind das drei“, warf Hannah dazwischen, die das Gespräch wie einen guten Kinofilm mit einer Schale Popcorn auf dem Schoß verfolgte.

Ginny hingegen machte bei dieser Erwähnung große Augen. „Aber das wäre doch Fremdgehen!“ warf sie empört ein.

„Ach was“, winkte Lavender ab. „Das ist nur Appetit holen. Ein bisschen Naschen verstehst du? Ich sage dir, die Kerle haben`s voll drauf. Du glaubst gar nicht, was man mit Schwellzaubern und magischem Massage-Öl alles machen kann.“

„Lavender!“ rief Hermine entrüstet. „Sag nicht, dass du selbst...?“

„Sicher.“ Die Andere schien wenig beeindruckt. „Von Zeit zu Zeit.“

„Und was sagt Steven dazu?“

„Der muss ja nicht alles wissen“, meinte die Freundin nur. „Und profitieren tut er in jedem Fall davon. Erst letztes Wochenende habe ich ihn mit so einem magischen Seil am Bettgitter fest gebunden...“

„Das wollen wir gar nicht wissen!“ rief Ginny alarmiert.

„Herrgott, was seid ihr prüde“, murmelte Lavender gereizt. „Es war ja auch nur ein Vorschlag. Du musst ihn ja nicht annehmen. Aber falls du es dir doch noch überlegst (sie ließ mit einem Wink ihres Zauberstabes ihre Handtasche herbei schweben und holte ein dunkles Kärtchen hervor), nimm die hier. Sie sind sehr diskret. Keine Sorge.“

„Danke Lavender, ich verspreche, ich denke darüber nach“, murmelte Hermine peinlich berührt und ließ das Kärtchen schnell in ihrer Tasche verschwinden, bevor sie sich von ihren Freundinnen verabschiedete und sich via Flohpulver auf den Heimweg machte. Doch im Stillen sagte sie sich, dass sie den Teufel tun würde.

Einen Callboy! So etwas lächerliches! Sie hatte doch schließlich einen Freund. Okay, Ron war nicht perfekt und der Sex war wirklich eine herbe Enttäuschung, aber es gab doch so viel mehr, was wichtig war: Liebe, Vertrauen, Achtung. Hermine seufzte leise. Aber eine heiße Nacht, mal so richtig verführt werden, wäre auch traumhaft.
Nein, nein, nein! Sie war in festen Händen und sie würde nicht der Versuchung erliegen und sich einen heißen Hexer ins Haus holen... Falscher Gedanke. Ganz schlecht.
Hermine versuchte sich wieder darauf zu konzentrieren, dass sie Ron liebte, dass sie sich ein Leben ohne ihn niemals vorstellen könnte und doch... es musste sich etwas ändern und zwar bald, denn so konnte ihre Beziehung einfach nicht mehr weiter gehen.

Als sie im heimischen Wohnzimmer aus dem Kamin stieg, sah sie ihren Freund schlafend auf der Couch liegen. Sie dachte daran, wie Ginny mal über Harry gesagt hatte, dass er schlafend so unschuldig aussah; dass sie ihm stundenlang dabei zusehen könnte und wie niedlich er manchmal im Traum lächelte.
Hermine jedenfalls konnte diese Sichtweise auf ihren eigenen Mann übertragen nicht teilen. Als sie Ron so betrachtete, wie er leise schnarchend mit offenem Mund da lag, hatte sie eher das Bedürfnis, ihm ihren Ellenbogen zwischen die Rippen zu jagen, damit er mit dem Gesäge aufhörte und nicht weiter auf die samtenen Sofakissen sabberte.

Sofort fühlte sie sich wieder schuldig, weil sie so über Ron dachte. Vielleicht lag es einfach daran, weil sie sich schon so lange kannten. Sie waren schließlich Kinder gewesen, als sie sich kennen gelernt hatten und sie waren so lange Freunde gewesen, bevor sie ein richtiges Paar wurden, dass sie manchmal dachte, dass sie gefühlsmäßig nie bei einer Mann-Frau-Beziehung angekommen waren.

Vielleicht sollten sie zu einer Paartherapie gehen, dachte Hermine, als sie in die Küche ging und sich einen Tee machte. Wenn sie sich nicht täuschte, hatte Luna Lovegood sogar einen geheiratet. Ach nein, der machte soetwas ja nicht mehr. Ihr Ehemann jagte nun mit seiner Frau lieber Schrumhörnige Schnarchkackler. Irgendwie musste er wohl seine eigenen Tipps für eine gute Ehe etwas zu ernst genommen haben.

Gedankenverloren kramte sie in ihrer Handtasche auf der Suche nach dem Brief, den sie heute von ihrer Mutter bekommen hatte. Ihre Eltern machte im Moment Urlaub in Asien und ihre Mutter war so begeistert gewesen, dass sie ihr ganze acht Seiten geschrieben hatte.
Doch statt des blauen Luftpostumschlages hatte Hermine plötzlich wieder das dunkle Kärtchen in der Hand, das ihr Lavender heute gegeben hatte. Stirnrunzelnd betrachtete die junge Frau das kleine Rechteck. Die Karte war mitternachtsblau und wenn man sie in einem gewissen Winkel hielt, erschien ein goldenes „M“ in der Mitte. Mehr nicht; keine Adresse, keine Anweisungen, gar nichts.

Nervös trank Hermine einen Schluck Tee und drehte die Karte zwischen ihren Fingern. Niemals hätte sie es für möglich gehalten, aber einen Moment lang spielte sie tatsächlich mit dem Gedanken, eine Eule loszuschicken, wenn sie denn gewusst hätte, wohin. Dann hörte sie Ron im Schlaf vor sich hin murmeln und sofort steckte sie die Karte beschämt zurück in die Tasche.

Auf gar keinen Fall würde sie mit dieser Agentur Kontakt aufnehmen. Sie liebte ihren Freund und was war schließlich schon Sex? Das Ganze wurde gemeinhin doch einfach völlig überbewertet.

Oder?



Tbc...