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Familie gesucht

von Happy
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Charlotte "Chuck" Charles Emerson Cod Ned Olive Snook
29.03.2009
24.06.2009
7
6.641
1
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9 Reviews
Dieses Kapitel
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29.03.2009 931
 
Putzen, Wickeln und andere Katastrophen



Als Ned und Chuck ins Pie Hole zurückkehrten, stolperten sie zunächst über Olive, die angefangen hatte zu putzen. Sie putzte, weil es sie ablenkte. Wie ein wirbelnder Wirbelwind, der mit einem rot-weiß karierten Lappen bewaffnet war, fegte sie durch den Laden und sagte jedem Kaffeefleck und Kuchenkrümel den Kampf an.
„Olive? Ist alles in Ordnung?“, fragte Chuck besorgt und unternahm somit den ersten Versuch ihre Freundin aus ihrem Putzwahn zu holen. Dieser Versuch scheiterte jedoch und Olive tänzelte weiterhin putzend durch die Gegend. „Lass mich mal.“, sagte Ned und stellte sich seiner Angestellten in den Weg, als diese an ihm vorbeischweben wollte. Er hielt sie an den Armen fest und sah ihr in die Augen. Olive wusste nicht wie ihr geschah. Sie erwachte aus ihrer Ablenkungs-Verzweiflungs-Putztat und schmolz augenblicklich dahin, als sie realisierte, wer sie im Arm hielt.
Chuck hielt es für unnötig, dass Ned Olive noch immer festhielt und die beiden sich so durchdringend ansahen. Sie räusperte sich und warf ihrem Freund einen winzigkleinen Eifersuchts-Blick zu, als dieser erschrocken in ihre Richtung sah. Bevor er sich jedoch in irgendeiner Weise rechtfertigen konnte, forderte Ned-Junior, dass die Aufmerksamkeit wieder auf ihn gelenkt wurde, indem er anfing herzzerreißend zu weinen. Chuck setzte sich mit ihm auf eine Bank und wiegte ihn beruhigend hin und her. „Was hat er denn?“, fragte Olive mitfühlend, während sie die Hand des Kleinen hielt und ihn mit einem Olive-Lächeln aufzumuntern versuchte. „Ich glaube er hat Hunger.“, vermutete Chuck, woraufhin Ned sich nach draußen begab, um die Einkaufstüten zu holen.

Zehn Minuten und fünf Sekunden später hing Ned-Junior an der Flasche und stillte mit gierigen Zügen - zumindest vorerst - seinen Hunger. In der Zwischenzeit hatten seine Ersatzeltern und ´Tante´ Olive Zeit sich über die neuesten Erkenntnisse, bezüglich seines Auftauchens, auszutauschen. Olive erzählte von den vielen erfolglosen Hausbesuchen, der alten Frau mit der Hör- und Sehschwäche, dem kleinen Mädchen mit dem bunten Lolly und natürlich von Robin, wobei sie zu letzterem all ihre Zweifel preisgab. Ned und Chuck konnten genauso wenig glauben, dass Robin, der unauffällige, stets freundliche Stammgast des Pie Holes, Ned-Junior vor des Kuchenbäckers Tür gelegt haben soll. „Ich bin mir nicht mal sicher, ob er überhaupt jemals ein Kind hatte...hat.“, sagte Chuck und bekam ein bestätigendes Nicken von Olive, die sich ebenfalls nicht daran erinnern konnte, dass Robin in ihrer Gegenwart irgendwann einmal von einem Kind gesprochen hatte.

Man beschloss den folgenden Tag abzuwarten, an dem sie Robins momentane Arbeitsstelle aufsuchen wollten - falls es Emerson gelingen würde diese ausfindig zu machen, wovon jedoch alle ausgingen.
„Gut, dann werde ich jetzt nach oben gehen, mir einen Kamillentee kochen und über die Geschehnisse des heutigen Tages nachdenken.“, verkündete Olive und stand vom Tisch auf. „Kommt ihr mit ihm zurecht?“, fragte sie an Chuck und Ned gewandt, wobei sie auf Ned-Junior deutete, der zwar nicht mehr an dem Fläschchen nuckelte, dafür jedoch einen ziemlich müden Eindruck machte. Chuck nickte ihrer Freundin zu, bevor diese das Pie Hole verließ.
„Wir sollten auch nach Hause gehen, sonst schläft er noch auf deinem Arm ein.“, schlug Ned, mit einem verträumt lächelnden Blick auf seine Freundin, vor.
Gesagt, getan. Ned schloss die Eingangstür ab und dann machten sich die drei auf den Weg in die gemeinsame Wohnung des Kuchenbäckers und der Frau, die der Kuchenbäcker wieder zum Leben erweckt hatte.

Als sie auf dem Gang nebeneinander herliefen fiel Chuck auf, dass Ned das Baby noch kein einziges Mal gehalten hatte. „Willst du Ned-Junior nicht mal halten?“, fragte sie deshalb und sah ihren Kuchenbäcker erwartungsvoll an. Dieser steckte schnell seine Hände in die Hosentaschen und schüttelte energisch den Kopf. „Lieber nicht, ich hab keine Erfahrung mit Säuglingen...nachher fällt er noch runter oder so.“, stammelte er, womit sich Chuck jedoch nicht zufrieden geben wollte. „Das wird schon nicht passieren. Versuch es doch mal, der Kleine findet dich bestimmt genauso toll wie ich.“
Ned lächelte verlegen, blieb jedoch bei seinem Entschluss Ned-Junior vorerst nicht auf den Arm zu nehmen.
Chuck gab auf, doch sie nahm sich vor die beiden Neds einander näher zu bringen. Sie wollte Ned doch so gerne mal mit einem Baby sehen und dieses Bild für immer an einem ganz besonderen Ort in ihrem Gedächtnis festhalten.


Gleich nachdem sie die Wohnung betreten hatten schlug Ned vor Abendbrot zu machen, doch Chuck hatte eine – in ihren Augen – bessere Idee: „Lass mich das doch machen und du wickelst inzwischen Ned-Junior!“
Sie war ganz begeistert von diesem Einfall, im Gegensatz zu Ned, der sie nur entgeistert ansah und vor Schreck kein Wort herausbekam. Er sollte ein Kind wickeln? War das wirklich ihr Ernst?
Chuck legte Ned-Junior auf die Couch und wartete bis der große Ned, der sich momentan noch in einem schockähnlichen Zustand befand, sich daneben gesetzt hatte. Dann verschwand sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht in der Küche.

Ned löste sich allmählich aus seiner Starre und riskierte einen Blick zu dem Baby, dass neben ihm lag und ihn mit großen, neugierigen Augen ansah. „Du brauchst gar nicht so zu gucken...ich weiß auch nicht, wie man das macht.“, murmelte er, bevor ihm klar wurde, dass Ned-Junior ihn weder verstand, noch antworten konnte. Seufzend griff er nach der Windel, die Chuck auf den Couchtisch gelegt hatte, und begann diese eingehend zu betrachten.
Digby, der mindestens genauso neugierig war wie Olive, setzte sich neben das Sofa und legte den Kopf schief. Schwanzwedelnd wartete er darauf, dass sein Herrchen etwas tat. Auch Chuck, die heimlich um die Ecke lugte, wartete gespannt auf Neds ersten Wickelversuch.          
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