Familie gesucht

von Happy
GeschichteAllgemein / P12
Charlotte "Chuck" Charles Emerson Cod Ned Olive Snook
29.03.2009
24.06.2009
7
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Hallo zusammen!
Ich hab mich jetzt auch mal an einer Pushing Daisies Story versucht.

Reviews sind erwünscht.

Viel Spaß beim Lesen.

LG ♥ Jule

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(K)ein ruhiger Vormittag


Es war ein herrlicher Samstagmorgen, den der Kuchenbäcker Ned und seine - wieder ins Leben zurückgeholte - Freundin auf dem Sofa verbrachten. Ned hatte es sich auf der linken Seite der Couch bequem gemacht, von wo aus er Chuck, die auf der rechten Seite saß, beobachtete und darüber nachdachte, wie es wohl ohne sie wäre. Der Kuchenbäcker stellte fest, dass dies eine äußerst düstere Vorstellung war und so war er mehr als froh und dankbar, dass seine Jugendliebe Charlotte Charles wieder in sein Leben getreten war...oder getragen wurde. Ob es nun Zufall oder Schicksal war, dass sich ihrer beider Wege erneut kreuzten, war fraglich. Ned jedoch glaubte, dass das Schicksal dafür verantwortlich war, dass er und Chuck wieder zusammenkamen. Doch auch wenn es nur Zufall war, so war Ned überglücklich sein Leben nun mit Charlotte teilen zu können und er war sich sicher, dass er sie unter keinen Umständen mehr hergeben wollte.
„Gibst du mir mal bitte den Sportteil?“, fragte er höflich, nachdem er geduldig gewartet hatte bis Chuck zu Ende gelesen hatte. Die Angesprochene suchte die entsprechende Seite aus der Zeitung heraus und reichte ihm diese mit einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen, sodass Ned ebenfalls lächelte und sich von dem Anblick seiner Mitbewohnerin, die ihm jeden Tag aufs Neue den Verstand zu rauben schien, kaum lösen konnte. Chuck erging es ähnlich. Sie lehnte sich entspannt zurück, ohne jedoch den Blick von ihrem Kuchenbäcker abwenden zu müssen. „Das sollten wir öfter machen.“, sagte sie schließlich. „Uns ansehen?“, fragte Ned grinsend. „Nein, ich meine auf der Couch sitzen, entspannen, den Morgen genießen... ansehen sollten wir uns natürlich auch öfter.“, antwortete Chuck lachend und griff nach der dampfenden Teetasse, die vor ihr auf dem Tisch stand. Auch sie empfand es als Wink des Schicksals, dass Ned nach ihrem tragischen Tod zu ihrer Leiche geführt wurde und sie in das Reich der Lebenden zurückholen konnte. Natürlich war es schwierig eine Beziehung zu führen bei der man den jeweils anderen nicht berühren durfte, doch das war immer noch eine bessere Alternative als tot zu sein. Und unglücklich waren sie und Ned keineswegs. Es waren die kleinen Dinge und Aufmerksamkeiten, die ihre außergewöhnliche Beziehung so außergewöhnlich machte.
 
„Wollen wir noch irgendetwas unternehmen bevor ich das Pie Hole aufmache?“, fragte Ned, während er sich dem Sportblatt widmete. Chuck schlug vor mit Digby, der sich momentan noch einem Schmetterling widmete der sich im Zimmer verirrt hatte, einen  Spaziergang zu machen. Während Ned zustimmend nickte stand Chuck auf, um den kleinen geflügelten Freund des Hundes wieder in die Freiheit zu entlassen. „Wir gehen gleich raus, Digby, dann kannst du nach Herzenslust herumtoben.“  
Der Vierbeiner schien über Chucks Tat nicht sehr erfreut zu sein, immerhin hatte er gerade viel Spaß mit seinem neuen Freund gehabt, doch schon kurze Zeit später wurde er von etwas anderem abgelenkt, nämlich dem Klopfen an der Tür. Es war jedoch kein gewöhnliches Klopfen, vielmehr ein lautes, unangenehmes Pochen, so als wollte sich jemand wegen Ruhestörung beschweren.
Die beiden Samstagmorgen-Genießer warfen sich fragende Blicke zu, bevor Ned die Zeitung zur Seite legte und aufstand. Das Pochen hatte aufgehört und als Ned die Tür öffnete war von dem Besucher weit und breit keine Spur mehr. „Da hat sich wohl jemand in der Tür geir... oh!“
„Was ist los?“, rief Chuck von drinnen und sprang von Neugier gepackt auf, um zu erfahren was los war. Ned starrte währenddessen ungläubig auf die Türschwelle, auf der ein kleines süßes Baby lag, welches in eine blaue, flauschige Decke eingewickelt war.
„Oh!“, entfuhr es nun auch Chuck, die neben dem Kuchenbäcker aufgetaucht war und das Baby ebenfalls entdeckt hatte. Ned trat einen Schritt zur Seite, sodass Chuck gefahrlos an ihm vorbeigehen und sich zu dem kleinen Kerlchen hinunterbeugen konnte. „Wo kommst du denn her?“, fragte sie mit leiser sanfter Stimme und strich dem Baby liebevoll über die Wange. Das Kind gab vor Freude ein glucksendes Lachen von sich und sah Chuck mit großen Augen an.
„Ich glaube nicht, dass er dir sagen kann, wer ihn hier abgelegt hat.“, bemerkte Ned und sah sich auf dem Flur um. „Er hat nicht zufällig irgendwo einen Zettel auf dem der Name und die Adresse seiner Eltern steht, oder?“, fragte er hoffnungsvoll, während Chuck das Baby hochnahm und seine Decke nach einer Nachricht oder ähnlichem durchsuchte. „Nein, nichts.“, sagte sie schließlich und ging mit dem Kind auf dem Arm in die Wohnung zurück. „Hab ich mir gedacht.“, murmelte der Kuchenbäcker seufzend und folgte Chuck ins Wohnzimmer. Diese saß bereits auf dem Sofa und legte das Baby auf ihren Schoß. „Schau mal Ned, ist er nicht süß?“
Der Angesprochene nickte abwesend und lächelte verträumt, während er Chuck beobachtete, die sich begeistert mit dem Winzling beschäftigte und ihn immer wieder zum Lachen brachte.
Ein erneutes Klopfen holte Ned aus seinen Gedanken. Er stürzte zur Tür und riss diese stürmisch auf, in der Hoffnung, dass die Person, die das Baby vor seine Tür gelegt hatte, zurückgekommen war. Es war jedoch nur Olive die vor ihm stand und ihn entgeistert ansah. „Damit habe ich jetzt aber nicht gerechnet...ich hab mich tierisch erschreckt, mach das nie wieder, hörst du?“
Ned entschuldigte sich für sein stürmisches Verhalten und bat Olive herein. „Ich bin eigentlich nur vorbeigekommen, um zu fragen, ob ihr Lust habt mit mir spazieren zu gehen... oh... Chuck! Wo hast du das Baby her?“, rief Olive erstaunt, als sie das Wohnzimmer erreicht und den Neuankömmling bemerkt hatte. Chuck sah Olive unschuldig an und erzählte ihrer Freundin was geschehen war. Olive konnte kaum glauben was sie da hörte. Wie konnte jemand ein so süßes Ding einfach irgendwo aussetzen?
Ned lief in der Zwischenzeit unruhig durch den Raum. Es quälte ihn, nicht zu wissen aus welchem Grund das Baby zu ihm gebracht worden war. „Ich rufe Emerson an!“, rief er schließlich und begab sich schnellen Schrittes zum Telefon, während sich die beiden Frauen mit Hingabe um den Sprössling kümmerten.
„Privatdetektiv Emerson Cod!“, hörte Ned Emerson sagen und  schon plapperte der Kuchenbäcker los. „Was? Ich verstehe kein Wort, was ist denn da bei euch los?“, fragte Emerson irritiert. Der Grund für seine momentane Verwirrung war jedoch nicht nur Neds wirre Erklärung, sondern auch die Tatsache, dass der Kleine angefangen hatte zu weinen und Chuck und Olive, sichtlich überfordert mit der Situation, aufgebracht durcheinander redeten. „Komm einfach ins Pie Hole!“, sagte Ned schnell und legte einfach auf.

Emerson starrte den Telefonhörer an und schüttelte dann genervt den Kopf. Bei dieser Bande war immer was los - kein Wunder dass er nicht dazu kam sein Wochenende zu genießen. Er stellte seinen Kaffeebecher zur Seite und richtete sich von seiner bequemen Lage auf. Anschließend griff er grummelnd nach seinem Hut und verließ das Büro.

Inzwischen betrieben Chuck, Olive und Ned Ursachenforschung. „Vielleicht hat er Hunger.“, schlug Olive vor. „Oder er hat in die Windel gemacht.“
„Oder beides.“, meinte Ned und stellte fest, dass sie weder Windeln, noch Milch oder eine Nuckelflasche hatten. Er begab sich trotzdem in die Küche und suchte verzweifelt nach etwas, das man einem Säugling geben konnte. Währenddessen kroch Chuck auf dem Boden herum, was Digby wiederum begeistert nachmachte. Und Olive lief, das Baby hin und her schaukelnd, von Raum zu Raum.
„Ich hab ihn!“, rief Chuck triumphierend und sprang auf. Sie hatte den Nuckel gefunden, der dem Kleinen runtergefallen war. Sie wusch ihn schnell ab und ging damit zu Olive, die mittlerweile versuchte das Kind mit einem Lied ruhig zu stellen. Kaum hatte der Schreihals den Nuckel im Mund, verstummte er und schien fürs erste wieder zufrieden zu sein. Olive und Chuck sahen sich an und atmeten erleichtert aus.
Ned hatte inzwischen die gesamte Küche auf den Kopf gestellt, doch seine Suche war erfolglos geblieben. „Wir müssen irgendetwas einkaufen, sonst verhungert der Kleine.“, rief er in einem Anflug von Panik, sodass Chuck Mühe hatte ihn zu beruhigen. Als sie ihn endlich davon überzeugt hatte, dass sie das alles schon irgendwie hinbekommen würden, machten sich die drei auf den Weg ins Pie Hole, um Emerson zu empfangen.
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