Auf ewig Dein...

GeschichteRomanze / P16
11.03.2009
26.01.2010
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Kapitel 2

"Entschuldigung?"
Graf Taaffe, der bis eben noch in die Unterlagen auf seinem Schreibtisch vertieft gewesen war, sah nun auf, in Richtung Tür. Kronprinzessin Stephanie stand dort und sah ihn unschlüssig an. Der Ministerpräsident erhob sich sofort, machte ein leichte Verbeugung und beeilte sich, einen Stuhl für den hohen Besuch zurechtzurücken. Dieser nahm sogleich darauf Platz.
"Wie kann ich euch helfen, Majestät?"
Der Ministerpräsident setzte sich auf seinen Platz, ohne auch nur einmal den Blick von der Frau auf der anderen Seite des Schreibtischs abzuwenden.
"Nun, ich weiß nicht, ob Sie mir helfen können. Aber wenn nicht Sie, dann wohl niemand. Ich möchte, dass Mary Vetsera das Land verlässt. Ganz egal wohin, vielleicht nach Meran. Mir ist es gleich, sie soll nur weit genug von dem Kronprinzen entfernt sein. Ich wäre bereit, mir dies einiges kosten zu lassen. Sofern die Mission erfolgreich beendet wird und ich zudem auf Ihr Stillschweigen vertrauen kann!"
Erwartungsvoll sah Stephanie den Grafen nun an. Dieser rieb sich gedankenverloren durch die Bartstoppeln, wog ganz offensichtlich seine Möglichkeiten ab. Schließlich sah er zu seinem Gegenüber auf und ihre Blicke trafen sich.
"Majestät, Ihr könnt auf mich zählen. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um diese Person von Eurem Gatten zu entfernen. Und das, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf, sogar nicht nur uneigennützig."
Ein kaltes Lächeln umspielte seine Lippen und Stephanie fiel nicht zum ersten Mal auf, wie attraktiv der Mann vor ihr trotz seines strengen Haarschnitts und der Uniform war. Auch wenn er sich im fortgeschrittenen Alter befand, sie konnte sich vorstellen, dass es sicher viele Frauen geben musste, die seinem Anblick verfielen. Er besaß ohne Zweifel einen ganz eigenen Charme.
"Nun, ich hoffe, Sie werden mich nicht enttäuschen. Ich erwarte einen umfassenden Bericht, sobald Sie etwas erreicht haben. Oder besser gesagt: Wenn dieses Flittchen uns nicht länger belästigt!"
Mit diesen Worten erhob die Kronprinzessin sich ruckartig von ihrem Stuhl und eilte Richtung Tür. Graf Taaffe, der mit einem solchen Ausbruch nicht gerechnet hatte, schaffte es dennoch, Sekundenbruchteile eher bei dieser zu sein und sie seinem Gast zu öffnen. Als Stephanie mit einem kurzen Nicken an ihm vorbei und aus der Tür getreten war, schloss er diese hinter ihr und begab sich wieder zu seinem Schreibtisch. Allerdings waren die Pläne, über die er bis eben gebrütet hatte, nun nebensächlich. Etwas viel wichtigeres war an ihre Stelle getreten! Taaffe beugte sich, tief in seine Gedanken versunken, über sein Schachbrett. Während er langsam und fast bedächtig einzelne Figuren bewegte, entwickelte er einen Plan. Bald schon hatte er alle Eventualitäten einkalkuliert, Risiken und mögliche Schwierigkeiten abgewogen, nichts war unbedacht geblieben. Er würde gewinnen, wieder einmal. Er war der Starke. Der Schwächere würde verlieren. Der Schwächere verlor immer.
"Schachmatt!"
Er löschte das Licht und verließ das Büro, voller Vorfreude auf das, was der nächste Tag bringen würde.
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