Als sich alles änderte

von Fuerstin
GeschichteAllgemein / P12
Hao Asakura
09.03.2009
14.01.2010
12
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09.03.2009 1.630
 
Shaman King

Als sich alles änderte.....

Kapitel 1

Inmitten der Wüste. Bizarre Felsformationen, geformt und gestaltet von den brennenden Sand der Wüste wurden in das rote Licht der untergehenden Sonne getaucht. Kleines Getier huschte umher, was den Beweis lieferte, dass die Wüste lebte. Es begann kühl zu werden. Eine angenehme Stille breitete sich aus , wie sie nur für die Wüste typisch war. Doch auf einmal wurde die Stille durch einen dumpfen Aufprall und einen lauten Schmerzensschrei durchbrochen. Im Schatten der Felsen lag ein Junge. Er hatte langes braunes Haar. An seinem ganzen Körper waren Schürfwunden und Prellungen. Auch schien er sich etwas gebrochen zu
haben. Der Junge versuchte sich aufzurichten, aber ohne Erfolg. Er schaffte es nur sich gegen den Felsen zu lehnen. Sein Atem ging schnell und unregelmäßig. Er war sehr erschöpft.

Doch noch etwas anderes als nur Erschöpfung und körperliche Verletzung hatte ihm im Griff.  Ein Gefühl. Eins, was er als Schwäche empfand und von dem er glaubte es niemals zu spüren. Seki hustete. Auf den Boden fielen einige Tropfen Blut. Sofort zuckte sein Körper wegen der plötzlichen Bewegung zusammen. Auch deswegen folgte eine weitere Schmerzenswelle. Er stöhnte wieder leise auf. Es war heute wirklich genial verlaufen. Sein Bruder hatte ihn besiegt, er war vor den Schamanen der ganzen Welt blamiert, durch die Luft geschleudert worden, gegen einen Felsen geprallt und auch noch mitten in der Wüste gelandet. Und zum krönenden Abschluss hatte er seinen Schutzgeist verloren. Auf einmal fühlte er wie Kälte von seinem Körper Besitz ergriff. Natürlich. Es wurde schließlich langsam Nacht und er war in der Wüste. Er stieß ein bitteres Lachen aus. Diesmal würde er nicht durch ein Schwert sterben, wie die letzten beiden Male. Nein, er würde in der Wüste sterben an Unterkühlung. "Welch eine Ironie," flüsterte er leise. " ich sterbe durch das, was ich beschützen wollte vor den Händen dieser habgierigen Menschen. Vielen Dank auch Mutter Natur!" brüllte er jetzt. Die Kälte kroch immer mehr in ihn hinein. Die Worte, die seine Seele sonst immer vor dem Tod retteten, konnte er nicht aussprechen, da er seine letzte Kraft für den Brüller verbraucht hatte.

 >Diesmal ist`s dann wohl entgültig vorbei<.Er schloss die Augen. Auf einmal hörte er ein ihm bekanntes Geräusch. Er öffnete die Augen und blickte sich um. Seine Augen, denen die erhoffte Ruhe versagt wurde, rächten sich in dem er nur noch verschwommen seine Umgebung wahrnahm. Als er realisierte wer das Geräusch verursacht hatte, wollte er sich schnell weiter in den Schatten zurückziehen. Doch es war zu spät. Yoh hatte in seinen Schlag gegen Seki zu viel Furyoku reingesteckt. Das Ergebnis war, dass er diesen in die Wüste geschickt hatte und das im wahrsten Sinne des Wortes. Er hatte Amidamaru dank Geistkontrolle dazu gebracht Seki aufzuspüren. Richtig glauben konnte er es eigentlich immer noch nicht. Seki, der bedeutend mehr Furyoku und Erfahrung besaß als er, war besiegt. Eigentlich, wenn man es genau nahm, hatte er nur gewonnen, weil Seki übergeschnappt war, dadurch sein Furyoku schneller aufgebraucht und seine Freunde verletzt hatte. Infolgedessen war nun Yoh übergeschnappt und hatte ihn besiegt. Zornig war er eigentlich immer noch, aber er musste Seki trotzdem finden. Immerhin konnte er sonst entkommen und wenn er das zuließ konnte er sich von Anna und ganz Dobey Village was anhören. Amidamaru hatte Seki ausfindig gemacht. Yoh blickte sich um. Da sah er jemanden im Schatten der Felsen. Schnell zog er sein Schwert und transformierte es. Dann ging er langsam auf den Schatten zu.

Das Geräusch, wenn ein Schwert transformiert wurde, war zu hören. Seki wusste sofort, wer das war. Anscheinend hatte Yoh ihn gefunden. Er sollte wohl doch nicht durch Mutter Natur sterben. Dafür aber schon wieder durch ein Schwert. Er konnte nicht fliehen, sein Körper weigerte sich, auch nur im Geringsten eine Bewegung zu machen. Seki musste gequält lächeln. Bisher war er immer im Kampf gestorben. Jetzt würde er wie ein Lamm auf der Schlachtbank sterben. Yoh verstand es wirklich ihn zu demütigen. Da sah er Yohs Umrisse. Sein heißgeliebter Zwillingsbruder kam langsam, aber sicher. Das ekelhafte Gefühl entflammte wieder. Angst, er verspürte Angst. Er schloss die Augen. Yoh war bei Seki angekommen. Er konnte sehen, wie er dalag. Yoh wusste, was seine Aufgabe war. Er musste Seki vernichten, um das Böse für weitere 500 Jahre zu bannen. Allerdings hatte er so ein Gefühl, als ob Seki für immer sterben würde, wenn er ihn jetzt umbrachte.

Yoh schüttelte den Kopf. Er hatte noch nie jemanden getötet. Seki aber war ein Mörder, ein Schamane, der nur aus Bösem bestand. Es war okay ihn zu töten. Das sagten jedenfalls 99,9% aller Schamanen. Die Anderen 0,1 % waren ja seine Anhänger Er beugte sich vorsichtig zu ihm runter. Da öffnete Seki die Augen. Er  erschrak leicht. Er hatte nicht gedacht, dass Yoh bei seinem Tempo so schnell bei ihm sein würde. Hasserfüllt blickte er Yoh an. Dieser wich leicht zurück  Seki war schwer verletzt und hatte einen getrübten Blick. Sein riesiger Schutzgeist war auch nicht da. Er war ihm also schutzlos ausgeliefert. Yoh hob das Schwert. Seki sah was Yoh vorhatte. Er würde ihn jetzt töten. Seki wandte den Blick zur Seite. Yoh war bestimmt nicht bewusst, dass er der Schamane sein würde, der ihn für immer zur Strecke brachte. Ob sich seine Opfer auch so gefühlt hatten? So schutzlos und seinem ärgsten Feind ausgeliefert? Er konnte sie ja fragen. Immerhin würde er gleich bei ihnen sein. Diese würden ihn erst mal gehörig verprügeln, obwohl das schon Yoh für sie getan hatte. Dann würde der Dämonkönig blöd aus der Wäsche gucken, wenn er seinen Hauptkunden als Geist wiedersah.

Dann kamen die zehn Höllen für ihn. Das müsste auch ein tolles Erlebnis werden. Wahrscheinlich würde er zehnmal durch alle zehn Höllen müssen, bevor sie ihn auch im entferntesten Sinne als geläutert erklären würden. Am krassesten wäre es, wenn der Dämonenkönig extra noch eine elfte Hölle bauen lassen würde, nur um ihn leiden zu sehen. Und wahrscheinlich verkaufte er noch Popcorn an Zuschauer. Jetzt schweiften seine Gedanken in Lächerliche. Er hatte den Geist des Feuers als Schutzgeist. In der Hölle war es heiß. Es würde schon nicht so schlimm werden. Die  Schmerzen würde er schon aushalten. Eigentlich, wenn die Teufel es auch nur wagen sollten ihn anzufassen, dann würde er, auch wenn sie schon da waren, ihnen ihr Leben zur Hölle machen. Yoh sah, dass Seki über etwas nachdachte. Er wüsste nur zu gerne worüber, aber fragen würde er bestimmt nicht. " Jetzt denk nicht schon wieder nach, sondern tue es endlich, damit du es hinter dir hast." " Aber es ist gegen deine Prinzipien zu töten." Yohs innere Stimmen lieferten sich einen Kampf darum, wer nun recht hatte.

Seki wandte den Blick wieder zu Yoh. Dieser stand immer noch über ihm mit gehobenen Schwert. " Ob sich der Herr vielleicht mal beeilen könnte ? Ich möchte schließlich heute noch sterben.", dachte er.  Jetzt hätte er sich am liebsten geohrfeigt. Jeder andere wäre froh über die paar Sekunden verlängertes Leben. Yoh entschied sich. Er ließ das Schwert sinken und detransformierte es. Dann verschwand es in der Scheide. Er beugte sich zu Seki runter und packte seine Hand. Dieser schaute ihn perplex an. Yoh zog ihn auf die Beine. Sekis gebrochener Fuß meldete sich und er wäre eingeknickt, wenn Yoh seinen  Arm nicht auf seine Schulter gelegt und ihn somit abgestützt hätte. " Sag mal hast du sie noch alle?" Seki brachte diese Worte mühsam hervor. Yoh seufzte. " Bei dem was ich gerade getan habe ist dies eigentlich eine recht interessante Frage." Yoh sprach diese Worte ohne jeglichen Sarkasmus hervor. Damit war Sekis Frage unbeantwortet.

Er konnte es nicht fassen. Sein Bruder war der herzensguteste Schamane, der ihn in tausend Jahren begegnet war. Aber nicht einmal ihm hätte er zugetraut, dass er seinem schlimmsten Feind, der seine Freunde verletzt hatte, helfen würde. Und er fand es nicht einmal demütigend. Seki spürte, dass er langsam das Bewusstsein verlor. Auch Yoh bemerkte es. Er beschloss Seki eine Frage zu stellen. " Seki" Seki schaute ihn an. " Könntest du mir vielleicht versprechen in diesem und all deinen zukünftigen Leben nie mehr einen Menschen zu töten?" Seki blieb die Luft weg. Niemand war jemals so dreist gewesen ein solches Versprechen von ihm zu verlangen. Sein Bruder war nicht nur der herzensguteste Schamane, der ihm je untergekommen war, sondern auch noch der dümmste. Am liebsten hätte er Yoh jetzt sehr gerne frittiert gesehen. Seine Gedanken waren dabei in seiner Vorstellung einen frittierten Yoh zu formen, doch die anstehende Ohnmacht fegte sie beiseite. Yoh würde jetzt eine Antwort kriegen, dass ihm Hören und Sehen verging.

Allerdings, Seki überlegte, war er nicht gerade in der Position sie ihm zu sagen. Er befand sich in Yohs Hand. Es würde wohl klüger sein es ihm zu versprechen. Brechen konnte er es immer noch. " Versprochen Yoh." Dieser glaubte sich verhört zu haben. " Echt jetzt?" Seki konnte ihm nicht mehr antworten. Er war ohnmächtig geworden. " Meister Yoh?" Amidamaru kam zum Vorschein. " Ja?" " Haltet ihr das was ihr gerade tut für richtig?" " soll ich ihn vielleicht hier liegen lassen?" " Nein, das wäre barbarisch. Aber wird es ihm etwas nützen, wenn ihr ihn jetzt rettet?" " wie meinst du das?" " Seki ist besiegt und verletzt. Seine Feinde werden ihn umbringen. Ihr hättet ihm vielleicht doch einen Gefallen getan, wenn ihr ihn in der Wüste gelassen hättet. " Amidamaru, ich werde ihm niemals im Leben einen Gefallen tun. Und jetzt geh bitte in deine Tontafel zurück. " Ja, Meister Yoh. Amidamaru verschwand. Yoh wandte den Blick von seinem bewusstlosen Bruder und schleppte ihn durch die kalte Wüste.
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