Prince(ss) of Tennis

GeschichteHumor / P12
Echizen Ryoma Kikumaru Eiji Momoshiro Takeshi
07.03.2009
12.01.2010
12
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danke fürs reinschauen. Bevor es losgeht, erstmal ein paar allgemeine Daten zu der Person (an dieser Stelle: Danke an Joanna *knuddel*)

Hier sind die Daten:

Name: Nikita Yokai
Alter: 15 Jahre
Sternzeichen: Zwilling
Augenfarbe: saphirblau  (stechend)
Haarfarbe, Länge: schwarz-blau, mittellang
Figur: 1.69cm groß, schlank, sportlich,
Charaktereigenschaften: freundlich, hilfsbereit, humorvoll, stur
Besondere Fähigkeiten: kann mit Tieren kommunizieren, beweglich, musikalisch
Haustiere: Papagei „Ruki“, Frettchen „Kiko“
Geschwister: 1 Bruder – Sonan
Mag: Tennis, flirten, Tiere, Pizza, Obst u. Gemüse,
Hasst: Tussen, Tischfußball, Tierquäler, Lügner,

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Kapitel 1: Aller Anfang ist schwer!

„Sehr geehrte Passagiere. Wir werden in 10 Minuten landen. Bitte begeben Sie sich zu ihren Plätzen und legen sie den Sicherheitsgurt an. Wir danken Ihnen…“
>Uiiiii,… wie toll<, dachte ich sarkastisch und werfe müde einen Blick aus dem kleinen Fenster.
Eigentlich hatte ich meine Reise in mein Geburtsland anders erwartet…
„Wir landen! Wir landen! Huuuiiii!“, trällerte Sonan-kun neben mir aufgeregt. Ich rollte genervt mit meinen Augen und stützte meinen Kopf mit meiner Hand ab.
>Jetzt ist er schon ein Multigenie und dann hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Die Welt ist echt nicht fair<, seufzte ich innerlich.
Ja, mein um 2 Jahre jüngerer Bruder ist ein hochintelligenter Psycho und wer darf deshalb auf ihn aufpassen? – Ich.
„Nikita-chan! Los, wir sind da!“, quietschte er mir ins Ohr. Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Tatsächlich, wir waren bereits gelandet.
Waren das jetzt wirklich 10 Minuten? Prüfend starrte ich auf meine Armbanduhr.
>Wow, ganz schon gruselig die eigene Gedankenwelt<, stellte ich fest und erhob mich aus meinem Sitz.
Krack!
„Oh. Das waren meine Knochen“, nuschelte ich mehr zu mir als zur Flugbegleitung, die mir freundlicherweise half und mich jetzt verdutzt anstarrte. So ein None-Stop-Flug von Österreich nach Japan hat es echt in sich!

Ich steuerte gleich den Laderaum des Flugzeuges an und holte meine beiden Lieblinge ab.
„Ruki! Kiko! Puh, ihr habt den langen Flug überstanden“, lächelte ich die beiden an und befreite sie aus ihren Käfigen.
Ruki schüttelte sein Federkleid durch und setzte sich gemütlich auf meinen rechten Unterarm. Kiko hingegen schlang sich um meinen Nacken und knabberte zufrieden an meinem Ohrläppchen.
„Ja, ich hab euch auch vermisst!“
Mit einem Taxi fuhren wir zu unserem Miethaus. >2 Monate<, dachte ich seufzend. >2 Monate alleine mit diesem Verrückten unter dem Dach.<
Du musst wissen, unsere Eltern sind leidenschaftliche Weltreiser und zurzeit überhaupt nicht in der Stimmung Sesshaft zu werden. Pech für mich.
Aufgeregt hopste Nii-san (bedeutet: Bruder) um mich herum: „Ich will das Zimmer im Norden! Ich will das Zimmer im Norden!“
„Schluck deine Tabletten und halt die Klappe! Du bekommst das Zimmer“, knurrte ich genervt und schwang meinen Rucksack auf die blaue Couch im Wohnzimmer.
>Wenigstens müssen wir nicht mehr einrichten<, dachte ich erleichtert. Wie ein Kleinkind das einen Lolly bekommt hüpfte mein gestörter Nii-san die Treppe hinauf um sein Zimmer zu beziehen. Oder sollte ich besser sagen: zu besitzen?
Jedenfalls schlurfte ich in die Küche um den Kühlschrank zu inspizieren. >Wenigstens verhungern wir nicht.<

Auf einen Zettel, der an den Kühlschrank geheftet war, standen viele nützliche Informationen, die unsere ersten Tage und die Wochen danach erleichtern. Zum Beispiel, das jeden 2. Tag eine Putzfrau kommt um aufzuräumen und einzukaufen.
>Na toll. Mein erster Schultag ist auch schon morgen. Dabei kenn ich mich hier noch gar nicht aus!<
Ein raffiniertes Grinsen schlich sich auf meine Lippen.
„Brüderchen, kannst du mir einen Gefallen tun?“, rief ich nach oben.

~der nächste Tag~

Ich stand absichtlich früh auf um sicher zu gehen, dass ich ja nicht zu spät kam. Wäre irgendwie auch blöd, gleich am ersten Tag zu spät zu sein.
Ich richtete mir also mein und Nii-san´s Frühstück, kippte meinen Kaffee hinunter und hievte meinen Rucksack auf den Rücken. >Ach ja, meine Schuluniform<, fiel mir gerade noch ein und ich schnappte nach dem Karton mit den Schullogo darauf.

„Sonan…“, knurrte ich sauer und drehte mich zu meinem Nii-san um.
„Hm?“
„Hast du etwa das Anmeldeformular manipuliert?!“
„Wie kommst du denn darauf?“, fragte er unschuldig, drehte Däumchen und rutschte tiefer unterm Tisch. >Er hat es!<
„Weil ich ganz bestimmt nicht männlich und NICO heiße!!“
„Vielleicht haben die dir die falsche Uniform geschickt“, lenkte er ab.
„Ganz bestimmt nicht. Das ist unsere Adresse und auch die sonstigen Daten stimmen!“, rief ich wütend und wedelte mit der mitgeschickten Kopie vor seiner Nase herum.
„Ich muss jetzt weg. Das wird geregelt, wenn ich wieder da bin“, zischte ich und schlüpfte, auch wenn es mir nicht gefiel, in die schwarze Uniform für Knaben und stampfte aus dem Esszimmer.

„Sorry, meine Süßen. Ihr müsst es den Vormittag ohne mich mit dem Psycho schaffen“, verabschiedete ich mich bei Ruki und Kiko und strich ihnen über die Köpfe.
Schweren Herzens verließ ich das Haus und schlenderte den Weg entlang. Auch wenn es mir peinlich war, zückte ich die Karte aus meiner Westentasche, die mir gestern Nii-san noch für mich gemacht hat.
Doch das Lachen verging mir, als ich die Karte ganz aufgefaltet hatte.
„Ich hab ihm doch gesagt ne einfache, kleine Karte!! Dieser Baka (bedeutet: Idiot)!“, ärgerte ich mich laut und knüllte die A0-Karte wieder zusammen.
>Ich bring ihn um! Familienmitglied hin oder her!<
Nörgelnd durchquerte ich einen Park. Niemand kam mir entgegen den ich fragen hätte können.
Doch!
Eine junge Frau mit einem Kinderwagen kam mir entgegen!
Ich lief auf sie zu und fragte sie gleich nach dem Weg zur Schule...

~fünf Minuten später~

>Wie war das jetzt? Links, zweite rechts, gerade aus, dritte links…oder rechts? Ach scheiße…<
Es war zum verzweifeln. Ich war in irgendeiner breiten Straße gelangt in der Nähe der Küste. >Oh man, ich krieg hier echt noch die Krise!<
Völlig fertig mit den Nerven lehnte ich mich trotz der Uniform an die bröselige Mauer und seufzte laut.
„Aus den Weg!!“
„Hä? Wouw!“
Krawumm!
Ein Fahrradfahrer war auf mich zugeschossen. Trotz des schockierenden Überraschungsmomentes konnte ich rechtzeitig hochspringen, mich von der Mauer abstoßen, mich in die Luft schrauben und den Fahrradfahrer mitsamt seinem Gefährt unter mir durch sausen lassen.
Doch gestürzt war er trotzdem.
„Alles in Ordnung? Ist noch alles dran?“, fragte ich vorsichtig und half den Schwarzhaarigen auf die Beine.
„Alter, wie hast du das geschafft?!“
„Hä? Was?“
„Na, auszuweichen. Du warst direkt mit deinem Kopf über meinem!“, rief er verblüfft.
Verlegen kratzte ich mich am Hinterkopf und zuckte mit meinen Schultern. >Hey, er kommt mir gerade recht!<
„Oh Mist! Ich komm zu spät!“
„Hey, warte! Weißt du, wie ich zu…dieser Schule hier komme?“, fragte ich und zeigte ihm das Anmeldeformular. Seine Augen weiteten sich und er begann breit zu grinsen.

„Ich geh auf diese Schule.“
„Echt? Da hab ich ja echt Schwein gehabt!“
Er stellte sein Fahrrad auf, schwang sich drüber und meinte: „Steig auf, Nico-chan. Wir sind spät dran!“
„Wa-? Woher weißt du-?“
„Stand auf dem Formular“, grinste er. Noch etwas baff schwang ich mich auf den Gepäcksträger und… wusste nicht wohin mit meinen Händen.
„Halt dich gut an mir fest!“
„Uahhh!“
Überrascht von dem schnellen Start klammerte ich mich um ihn und kniff meine Augen zusammen. >Ich bin zwar noch nie zu zweit Fahrrad gefahren aber ich hasse es jetzt schon.<
„Übrigens: Ich heiße Momoshiro. Kannst mich aber ruhig Momo nennen.“
>Bitte bau keinen Unfall, Momo-kun!<, betete ich nur.

~ein paar Minuten später~

Nur leicht keuchend hielt Momo-kun sein Fahrrad an.
„Wir sind da, Nico-chan. Du kannst mich wieder los lassen“, sagte er zu mir und ich tat es.
„Kannst du mir den Weg nach der Schule nochmal zeigen? Aber dann auf die sichere Art und Weise“, fragte ich mit leicht bebender Stimme. Er nickte lachend, nahm meine Hand und zog mich mit in meine neue Schule.
Allein schon bei dem riesigen Gelände würde ich mich alleine bestimmt 5mal verlaufen. >Echt unglaublich groß die Schule! Die hat echt alles.<
Doch leider konnte ich nicht alles bestaunen, da mich Momo-kun schon in das Schulgebäude hineinzog. Wie erwartet trafen wir niemanden mehr auf den Gängen. Die Türen der Klassen waren alle geschlossen und durch die Glasscheiben konnte ich erkennen, dass der Unterricht bereits begonnen hatte.
„Wo gehen wir hin?“, wollte ich wissen.
„Du bist wirklich niedlich, Nico-chan!“, lachte er auf und bog um die Ecke.
„HÄ?!“

>Wie meint er denn DAS? Er denkt doch, dass ich ein Kerl bin!<, tobte ich innerlich.
„Hahahaha, war nur Spaß. Ich muss mir ein Alibi schaffen, sonst ist der nächste Test für mich mein letzter“, fügte er beleidigt mit einem das-ist-unfair-Ton zu. Was genau er damit meinte, wollte ich jetzt nicht wissen.
Er zog mich in den zweiten Stock hinauf, stampfte in den rechten Flügel und blieb nach auf der rechten Seite vor einer Klasse stehen.
„Momoshiro! Du kommst 7 Minuten zu spät!“, rief der Lehrer aufgebraust.
„Gome nasai, euer Ehren, Sir! Ich hatte auf den Weg hier her einen kleinen Unfall mit einem neuen Schüler“, rief er, zog mich in den Türrahmen und stellte mich vor ihm hin. Er war natürlich um einen Kopf größer als ich, sodass er locker über mich drüber schauen konnte.

Zögerlich verbeugte ich mich kurz zur Begrüßung. Hier macht man das, glaub ich. >Himmel, ist das komisch! Ganz anders als in Österreich.<
„Beweise?“, fragte der Lehrer und hob seine Augenbraue skeptisch.
„Hai!“, rief Momo-kun und drehte mich um, sodass sie meinen Rücken sehen konnten – stimmt ja, die bröselige Wand. Ich war vermutlich noch etwas dreckig – und zückte mein Anmeldeformular aus meiner Hosentasche.
„Nun gut. Dann begebt euch zum Direktor und bring Nico Yokai auf die Krankenstation um ihn und dich kurz untersuchen zu lassen“, ordnete der Lehrer an.
„Hai!“, rief Momo-kun salutierend  und rannte zum Treppenhaus zurück.
„Arigato (bedeutet: Danke)“, murmelte ich schnell verbeugend, drehte mich ebenfalls um und rief laut: „Warte auf mich, Momo-kun!!“
„Hoppla! Hätte dich fast vergessen!“
„Ja, hab ich bemerkt.“

~im Direktorzimmer~

„Tut mir aufrichtig Leid!“, entschuldigte sich der Direktor mindestens zum zehnten Mal.
„Machen Sie sich keinen Kopf darüber. Nii-san ist ein hochintelligenter Psycho. Das macht er ständig um sich zu beweisen, wie toll er ist“, wiederholte ich mich genervt.
„Ich werde die Daten sofort ändern lassen, doch das mit der Uniform wird etwas länger dauern, fürchte ich“, seufzte er und ließ sich hinter seinem mit Stapeln bedeckten Bürotisch in den Ledersessel fallen.
„Ich werd es schon überleben. Sind nicht mal so übel die Teile“, lächelte ich, was er erleichtert erwiderte.
„Sie sollten jetzt in der Krankenstation noch kurz vorbei schauen. Ach, und noch was. Willkommen an der Saigaku Junior Highschool, Nikita Yokai!“

Damit war unsere Unterhaltung beendet und ich verließ das Zimmer wieder, weil Momo-kun schon ziemlich nervös davor herumschlich.
„Und?!“
„Auf zum Schularzt und dann heißt es: Klasse suchen!“, schnaufte ich glücklich und beruhigt ihn dadurch.
Fünf Minuten später kam ich dann auch schlussendlich aus dem Krankenzimmer und zurück blieb ein verdutzter Arzt, der sich am kahlen Hinterkopf kratzte.
Jetzt wussten bereits zwei, dass ich ein Mädchen in einer Jungenuniform bin, aber das fand ich gerade so lustig dabei.
Ich beschloss mir einen kleinen Spaß zu erlauben und weiter zu schweigen. Aber bevor es zum endgültigen Chaos werden sollte, kläre ich es dann doch lieber auf.
„Es sind jetzt nur noch 10 Minuten bis zur Mittagspause. Willst du in deine Klasse?“, riss mich Momo-kun aus meiner Gedankenwelt.

„10 Minuten noch? Hmm… ja, besser jetzt als nie“, bejahte ich und wurde schon wieder hinter ihm her geschliffen.
>Meine Gedankenwelt ist wirklich unheimlich. Ich sollte nicht so lange da drinnen herumschwirren.<
Momo-kun führte, oder eher schleifte mich zu meiner zukünftigen Klasse, klopfte an und steckte mich einfach so durch die Tür hinein.
Natürlich wurde ich jetzt schief angestarrt, was ziemlich peinlich war.
„Öhm… ich soll in diese Klasse hier gehen. Ich bin neu“, erklärte ich und reichte der Lehrerin das Blatt Papier, das ich vom Direktor bekommen hab.
„Oh, freut mich dich kennen zu lernen. Mir wurde bereits von dir berichtet, Nico-kun“, lächelte die Lehrerin freundlich. >Oha, sie hat wirklich viel von mir gehört. Eindeutig zu viel<. Schoss es mir durch den Kopf. Ich meine damit meine Zeugnisse und die Auszeichnungen die mein Sensei, natürlich ohne mein Einverständnis, mitgeschickt hatte. >Ohh, das wird er mir büßen!<

„Äh… das Missverständnis will ich gleich aus dem Weg räumen. Falls ihr es noch nicht gemerkt haben solltet: ich bin kein ER sondern eine SIE und heiße Nikita Yokai. Bei der Anmeldung ging etwas schief und jetzt muss ich für ein paar Tage eben so herumlaufen“, erklärte ich kurz und zupfte an der Uniform.
Ein enttäuschtes Seufzen ging durch die Reihen der Mädchen. Ich blieb unbeeindruckt.
Dann hatten sie mich eben für einen Jungen gehalten.
Mir egal.

„Na schön, Nikita-san. Setz dich bitte an den freien Platz am Fenster“, bat sie michsichtlich verwirrt, was ich nickend bestätigte. Ich schlurfte zu dem freien Platz in der 3. Reihe und setzte mich hin.
Falls es dich interessieren sollte, die 10 Minuten waren langweilig. Biologie. Das Thema Pflanzenökologie hatte ich bereits in der Schule in Österreich. Langweilig wie eh und je.
Jedenfalls läutete es zur Pause und ich wurde im nächsten Augenblick auch schon mit sämtlichen Fragen belagert.
„Welches Sternzeichen bist du?“
„Äh… Zwilling.“
„Wie alt bist du?“
„14.“
„Hast du Geschwister?“
„Einen Bruder.“
„Hast du Haustiere?“
„Ja, einen Papagei und ein Frettchen.“
„Oi, wie süß! Können wir sie mal streicheln kommen?“
„Ähh… schlechte Idee“, log ich ausweichend. „Die beiden sind sehr scheu.“
>Sind sie zwar nicht aber es ist trotzdem ne gute Ausrede für Sonan. Ich hasse es für ihn zu Lügen!<

„Oi, Nico-chan!“, rief Momo-kun und lief zu mir her „Ah, Momo-kun. Was gibt’s? Hey!“ und zerrte mich aus der Klasse.
„Komm mit, ich zeig dir das Schulgelände!“, lachte er begeistert und schliff mich, wie schon den restlichen Tag, hinter sich her.
Ich weiß nicht, wo wir überall waren, konnte ich mir ohnehin nicht alles merken, aber irgendwann gelangten wir zu den Trainingsplätzen.
Auf meinen Lippen wurde ein Lächeln gezaubert und meine Augen begannen zu funkeln.
„Sag mal, Nico-chan. Kannst du Tennis?“, fragte er mich neugierig.
„Mhmm… ein bisschen. Du?“
„Bin im Tennis-Club Seigaku!“, gab er stolz an.
„Das soll was heißen. Hast du Zeit oder musst du trainieren?“, fragte ich vorsichtig. >Oh, bitte hab Zeit! Oh, bitte hab Zeit!!<, betete ich innerlich.
„Ich hab ein bisschen Zeit.“
>YES!!<

„Spielen wir ein bisschen? Hast du zufällig ´nen zweiten Schläger?“, schrie ich ihn fast schon an.
Er lachte laut und führte mich in ein kleines Häuschen, anscheinend die Umkleiden.
Aus seiner Tasche holte er zwei Tennisschläger, davon reichte er mir einen, den ich natürlich sofort prüfte.
„Der ist super! Hast du auch zufällig ein Cap für meine Haare?“, fragte ich schon fast ungeduldig. Klar, ich konnte es kaum erwarten, auf den Tennisplatz zu stehen.
„Wieso schneidest du sie nicht einfach ab?“, stellte er die Gegenfrage.
„Wollte ich ja, aber mir wurde immer wieder gedroht, wenn ich es tun sollte. „Du kannst was erleben, wenn du deine schönen Haare abschneidest!“ Echt ätzend sag ich dir.“
Momo-kun lachte wieder auf und wuschelte mir durch meine Haare.
„Du bist echt niedlich! Klar hab ich eins“, schmunzelte er und gab mir eins. Ich freute mich wie ein Honiglebkuchenpferdchen und versteckte meine mittellangen schwarz-blauen Haare unter dem Cap. Nur die Strähnen, die kürzer waren und teilweise in mein Gesicht hangen, stäubten sich dagegen und genossen die Freiheit.

Keine 2 Minuten später standen Momo-kun und ich uns gegenüber auf dem Tennisplatz.
„Sei nicht zu hart zu mir, Momo-kun!“, grinste ich unschuldig wie ein kleines Schulmädchen. Okay, ich war auch eins.
„Keine Sorge! Wir spielen eh kein Match sondern nur aus Spaß, oder?“, fragte er mich und trippelte den Tennisball auf und ab. Wie ein richtiger Profi eben!
Ich nickte bestätigend und nahm Haltung an. Den Schlägerstiel drehte ich ungeduldig in meiner rechten Handfläche.
Ich fühlte mich in diesem Moment wie ein Hund, der darauf wartete, dass das Herrchen endlich den Ball wirft. So falsch lag ich da auch nicht.
Momo-kun lachte wieder. Mal ehrlich, er lacht fast die ganze Zeit über.
>Was ist denn an mir nur so komisch?<, fragte ich mich misstrauisch.
Und dann endlich! Er warf den Ball in die Luft – sein Aufschlag begann.
In unglaublicher Geschwindigkeit schoss der Ball auf meine Seite. Instinktiv holte ich aus und schlug den Ball zurück zu Momo-kun.
„Nicht schlecht für ein „bisschen Tenniserfahrung““, lobte er mich und spielte zu mir zurück.
„Wenn du dich nicht zurückhältst, dann mach ich das auch nicht. Zeig mir ein paar deiner Trümpfe!“, forderte ich ihn auf.
„Kannst du haben!“, rief er und sprintete nach vorne. >Volle oder Smash?<, schoss es mir instinktiv durch den Kopf und ich schoss den Ball hoch in die Luft.
Er sprang. >Ein Smash!<
Ich wich zurück und ließ es zu.

„Dunk Smash!!“, brüllte er. Der Ball schnellte zu mir, ich drehte mich zur Seite und schaffte es, den Ball unmittelbar an Momo-kun vorbeizuspielen und ihn in die linke Ecke des Feldes zu befördern.
„WOW! Du bist verdammt gut!!“, rief er begeistert und rollte den Ball auf seinen Schläger. „Es fast noch niemand geschafft meinen Dunk Smash zurückzuspielen.“
„Ja, ich weiß auch wieso“, presste ich hervor und schüttelte meinen kribbelnden Arm durch. Es war doch schmerzvoller als es aussah. Er lachte wieder auf und fasste sich verlegen an den Hinterkopf.
„Zeig du mir jetzt, was du so drauf hast, Nico-chan!“, rief er mir zu, worauf ich grinsend nickte.
„Auf eigene Gefahr“, murmelte ich und trippelte den Ball auf den Boden.
In meinen Augenwinkeln bemerkte ich, dass sich eine Gruppe von Leuten außerhalb des Kortes angesammelt hatte. Sie trugen die Selbe Sportjacke wie Momo-kun, also waren sie im Tennisclub, genau wie er.

Ich schmunzelte leicht und sah zu Momo-kun hinüber. Er schien sie auch bemerkt zu haben und lächelte ihnen freundschaftlich zu.
„Kann´s los gehen?“
„Klar doch!“, antwortete er siegessicher. >Also gut. Bin mal gespannt, ob du meinen Trumpf auch schaffst<, kicherte ich innerlich und warf den Ball hoch in die Luft. Ich sprang ihm nach, spannte all meine Bein- und Armmuskulatur an und schoss den Ball zu Momo-kun.
Wie ich erwartete, holte er aus. Ich grinste und entspannte mich. Er war in meine Falle getappt.
Der Ball prallte auf den Boden auf, schlug jedoch eine andere Richtung ein – direkt auf Momo-kuns Gesicht. Er erschrak natürlich höllisch. Nur mit großer Mühe konnte er ausweichen aber fiel dabei rückwärts hin.
„Twist Service?!“, kam es erschrocken von der Außenseite des Platzes. Ich ging zu Momo-kun hinüber und hockte mich neben ihm hin.
„Gome nasai (bedeutet: Sorry), hab ich dich erwischt?“, lachte ich trocken und reichte ihm, hilfsbereit wie ich eben war, meine Hand.
„Körperlich nicht, aber innerlich hast du mich umgebracht“, lachte er zurück und stand mühsam auf. Ich entschuldigte mich noch mehrmals, aber er rubbelte mir nur über das Cap.

„Oi, Momochan-senpai! Stellst du uns deinen neuen Freund mal vor?“, verlangte der Tennisclub und betrat den Tenniskort.
Innerhalb von kürzester Zeit berichtete Momo-kun, äh… Momo…chan-senpai wie wir uns kennenlernten und alles andere auch.
„Sag mal, Nico-chan. Woher kannst du den Twist Service?“, wollte der Typ mit der seltsamen Haarfarbe und dem Pflaster auf der Wange, Eiji Kikumaru wissen.
„Kann ich noch nicht wirklich. Mein Twist Service ist leider noch nicht perfekt“, gestand ich seufzend.
„Wie jetzt?!“
„Na, wenn Momo-kun, also Momochan-senpai einen halben Meter weiter links gestanden hätte, dann hätte er ihn locker passen können“, erklärte ich selbstverständlich.
„Alter, du machst mir langsam echt Angst“, murrte Momochan-senpai schaudernd und klopfte mir auf den Rücken.
„Ach ja, sorry das ich euch jetzt enttäuschen muss aber ich bin ein Mädchen“, lächelte ich verlegen und nahm das Cap ab.
Stille.

„WAAAASSS???“
„sorry…“, murmelte ich kleinlaut und zog den Kopf ein wenig ein.
„Aber… wie…hä?“, stotterten alle durcheinander und zeigten auf meine Schuluniform. Ich seufzte und begann alles zu erklären. Das schuldete ich Momochan-senpai.
„Ah, ihr habt Nikita also schon kennen gelernt, gut, gut!“, lächelte eine ältere sportlich aussehende Frau und marschierte auf mich zu. Ich starrte sie mit großen Augen an.
„Ein alter Freund von mir hat mich gebeten, sie für eine Weile bei unserem Training teilhaben zu lassen“, erklärte sie, reichte mir die Hand und stellte sich als Sensei Sumire Ruuzaki vor.
„Und das lassen sie so einfach zu, Sensei?!“
„Ich schuldete ihm noch einen Gefallen“, murmelte Sensei Ruuzaki schmollend und verschränkte ihre Arme.
„Also das meinte der alte Sack also mit Überraschung“, schmunzelte ich leise. „Ab wann kann ich teilhaben, Sensei?“
„Ab morgen würde ich sagen, Nikita-chan. Nimm deine Sachen mit und sei um 2Uhr hier“, teilte sie mir mit und wandte sich dann an die anderen: „das Training heute fällt aus! Ich hab noch etwas Wichtiges zu erledigen. Wir sehen uns dann morgen pünktlich um 2Uhr!“
„Hai!!“, antworteten die Schüler synchron (für Schülerinnen gab es einen eigenen Verein, der aber nicht so gut war) und die Gruppe löste sich auf.

Wie mir Momochan-senpai versprochen hatte, zeigte er mir den sicheren Weg nach Hause.
Ohne Fahrrad. Aber nicht nur das.
Einige von dem Saigaku-Tennisclub hatten den Selben weg und begleiteten uns. Darunter waren Fuji Syusuke, Takashi Kawamura, Syuichiro Oishi, Kunimitsu Tezuka und Eiji-senpai.
Ich muss zugeben, bei einigen war ich mir nicht ganz sicher, was Nachname und was Vorname war.
„Wir müssen ohnehin in diese Richtung“, erklärte Momochan-senpai amüsiert.
„Wieso?“
„Einer unserer Mannschaft ist seit gestern ein bisschen grippal. Aber morgen kommt er vermutlich wieder, also wollen wir ihm einen kleinen Besuch abstatten und uns selbst ein Bild von seiner Gesundheit machen“, erklärte der Kapitän, Tezuka-senpai förmlich.
„Oh… aha. Und wer ist er?“, forschte ich weiter.
„Ryoma Echizen. Er ist der Jüngste in unserem Team. Erster Jahrgang. Er müsste in deine Klasse gehen“, überlegte Oishi-senpai.
„Hmm…“, brummte ich nur. >Ryoma, Ryoma… der Name kommt mir bekannt vor…<
Egal wie fieberhaft ich auch überlegte, ich kam nicht drauf.

Wir steuerten ein großes Haus an, wo dahinter ein Tempel lag. Gut gelaunt marschierte Momochan-senpai durch den Vorgarten und läutete an der Türglocke.
Es dauerte eine Weile bis die Schiebetür geöffnet wurde von einem Jungen, schwarz-grün-blau-was weiß ich was für eine Farbe, ca. so groß wie ich und seine Augenfarbe war… braun-bernstein-gold?
„Yo, Echizen! Wie geht’s dir?“
„Hmm.“
„Hört sich nicht gut an.“
„Hm.“
„Kannst du auch mal was anderes sagen?“
„Mada mada dane“, murmelte Ryoma-kun desinteressiert. >Das kommt mir doch auch bekannt vor! Und erst die Augen… scheiße. Ich komm nicht drauf! Er wird doch nicht etwa…?<, ich wagte es nicht weiter zu denken, sondern verkniff mir ein breites Schmunzeln.
„Wir sehen uns dann morgen, Ochibi-chan. Und verschlaf nicht wieder!“, grinste Eiji-senpai schadenfroh und wir verließen das Grundstück.
„Sag mal, Nikita-chan. Kennt ihr euch etwa? Ihr habt euch so komisch angestarrt.“
„Wundert es dich, Eiji? Sie läuft in einer Jungen-Uniform herum!“
„Glaubst du, er hat es geschnallt, dass sie kein er ist?“
„Nee, so clever ist der nicht“, winkte Momochan-senpai spaßig ab.
„Äh… wir sind da. Hier wohne ich“, mischte ich mich in das Gespräch ein. Skeptisch starrten sie auf den 2 Meter hohen Sichtschutz.

„Arigato fürs herbringen. Ich würde euch ja gerne etwas zu trinken anbieten, aber… meine beiden Lieblinge sind da etwas aggressiv“, log ich haushoch und öffnete die Tür nur ein kleines bisschen.
Und da geschah es.
Kiko huschte durch den kleinen Spalt, schlängelte sich mein Bein hoch und klammerte sich ängstlich um meinen Hals.
„Lass den Scheiß, Kiko!“, fauchte ich und versuchte mich von seinen Klauen zu befreien, da sich seine Krallen in meine Haut bohrten.
„Sieht mir nicht aggressiv aus sondern verängstigt“, stellte Oishi-senpai fest.
„Kiko… lass locker!... Was? Auweia, sag nicht, er hat-“, ich stockte und schluckte schwer. „Ich bring ihn um!“
„Ähähm… ja. Wir sehen uns dann morgen, Nikita-chan. Wir holen dich besser ab. Nicht, dass du dich auf den Weg zur Schule verläufst“, kicherte Fuji-senpai.
„Jaah, falls ich es überlebe überhaupt ins Haus zu kommen, dann sehen wir uns morgen. Tschüss!“, verabschiedete ich mich schnell und schlüpfte, mit Kiko an meinen Nacken geklammert, durch die Tür. Die Senpais ließ ich verwirrt zurück.
Ganz knapp schaffte ich es, den Fallen, die Nii-san mir gestellt hatte, auszuweichen, mit einem sauberen Schnitt an der Wange und in der Nähe der Schläfe ins Haus zu gelangen und die Tür rechtzeitig zuzuschlagen, bevor mich ein auf mich zufliegender Speer aufspießen konnte.

„Oh, Onee-chan! Du bist schon zurück!“, lächelte mich Sonan-kun unschuldig an.
„Wie hast du es geschafft, an nur einem Vormittag so viele Fallen aufzustellen?“, wollte ich von ihm wissen, während ich meine Wunden verarztete.
„Ich bin ein Genie! Ich kann alles!“, lachte er, salutierte vor mir wie ein General und marschierte die Treppe hoch in sein Zimmer.
„Du bist verrückt“, murmelte ich eher zu mir und schlurfte ebenfalls in mein Zimmer. Dort wühlte ich erstmals in meinen Kisten herum und stöberte in Fotoalben und meinen alten Tagebüchern herum.
>Dachte ich mir doch…<, dachte ich grinsend und betrachtete ein Foto näher. Darauf waren ein Mädchen, also ich mit etwa 6 Jahren, und ein Junge mit Cap und Tennisschläger abgebildet.
>Die Selben Augen, der Selbe Name. Ich bin wirklich gespannt, ob du mich auch erkannt hast, Echizen Ryoma!<


TBC....

das wars fürs erste.^^ *verschnauf*
Und? Wieviele Morddrohungen bekomme ich? *duck*
Heiratsanträge? *noch mehr versteck*
Reviews? *hervorspring*
BITTE!! *Fahne schwenk*

read ya, guys!^^ *wink*
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