Das Geheimnis des blauen Windes~ABGEBROCHEN~

von chippidu
GeschichteRomanze / P16
02.03.2009
01.06.2009
4
5.923
 
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02.03.2009 1.408
 
Hallo =)
Also, dies ist meine erste "richtige"  FF, und ich bin gespannt, was ihr dazu sagt und hoffe dementsprechend auf Rückmeldungen ;)
Zu der Geschichte: Sie spielt nach dem letzten Band.  
Immoment bin ich noch am erneuten Lesen der Bücher, damit ich auch wieder einigermaßen genau weiß, was da so passiert, also nicht wundern, wenn die Kapitel ein wenig länger dauern.
...also: viel Spaß und liebe Grüße, chippidu ;)
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“Komm näher, Kind“, erklang eine Stimme in der Dunkelheit. Skara zuckte zusammen. Wer hatte das gesagt? Sie konnte niemanden erkennen. Verängstigt blickte sie sich in dem großen, unheimlichen Raum um.
„Wer war das?“, flüsterte sie mit zitternder Stimme und dann sah sie zu ihrer großen Schwester auf, einem jungen Mädchen mit dunklen, langen Haaren.
„Calla, wer war das?“  Ihre Hand krallte sich fester an die ihrer Schwester.
„Scht, alles wird gut, kleine Skara“, antwortete diese mit ruhiger, beherrschter Stimme und bückte sich zu dem kleinen Mädchen, das sie mit großen, blauen Augen anschaute.
„Aber warum sind wir denn hier?“, fragte Skara. „Ich will wieder nach Hause!“
„Ich weiß, ich weiß, Skara. Wir gehen gleich. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich pass doch auf dich auf! So was machen doch große Schwestern, oder?“ Lächelnd strich Calla über die blasse Wange ihrer kleinen Schwester.

Skara nickte nur. Natürlich. Calla passte immer auf sie auf. Aber sie mochte diesen seltsamen Ort trotzdem nicht. Am liebsten wäre sie schnell weggerannt, aber sie wollte mutig sein. Sie wollte, dass Calla stolz auf sie war. Sie schluckte und schob ihre Unterlippe vor, dann hob sie den Kopf. Wenn Calla keine Angst hatte, dann würde sie auch keine haben. Schließlich waren sie Schwestern.
Doch als sie das nächste Mal die tiefe Stimme hörte, rückte sie noch näher an Calla heran. Auch wenn sie keine Angst mehr haben wollte, so konnte sie nicht verhindern, dass ihr Herz schneller klopfte und ihre Hände feucht wurden.
„Was ist?“, ertönte die Stimme, von der Skara nicht erkennen konnte, woher sie kam. Sehen konnte sie jedenfalls niemanden. „Hat sie etwa Angst?“ Einen Augenblick herrschte Stille, und Skara fragte sich, mit wem der Mann sprach. Sie glaubte jedenfalls, dass es ein Mann war, der da sprach, denn wie eine Frau klang das nicht. Dann spürte sie, wie Calla sich versteifte und sich dann erhob.
„Ja, Meister“, sagte da ihre Schwester. „Sie versteht es nicht. Lasst mich noch einen Moment mit ihr sprechen.“ Jetzt war Skara verwirrt. Woher kannte Calla den Mann? Vorsichtig zog das kleine Mädchen Calla an der Hand.
„Kennst du den Mann?“, fragte sie flüsternd, denn sie traute sich nicht, die Frage laut zu stellen.
„Sei still!“, fuhr Calla sie an und Skara zuckte zusammen.

Was hatte sie denn gemacht? Warum war Calla böse auf sie? Tränen traten ihr in die Augen und sie wollte ihre Hand von ihrer Schwester wegziehen, doch Callas Hand hatte sich fest um ihre geschlossen, und sie kam nicht los.
„Lass mich los, Calla!“, rief sie wütend. „Ich geh jetzt nach Hause!“ Erschrocken schlug sie sich die Hand vor den Mund. Bestimmt hatte der seltsame Mann sie jetzt gehört! Ängstlich blickte sie sich wieder um, doch sie konnte immer noch niemanden sehen. Da ertönte auf einmal ein Lachen in dem Raum, und Skara bekam eine Gänsehaut. Sie mochte das Lachen nicht. Es war nicht freundlich. Es war böse, das spürte sie in ihrem kindlichen Wesen ganz genau.
„Ach, das Kind kann also doch reden?“
„Natürlich!“, rief Skara entrüstet. „Ich bin schon sechs Jahre und drei Monate alt!“
„Sei doch still, Skara!“, zischte da Calla wieder und hielt ihr den Mund zu. Ihr Blickt huschte unsicher durch die Halle, in der sie sich befanden.
„Es tut mir leid, Meister“, sagte sie in die Leere hinein. „Ich werde dafür sorgen, dass sie euch mit ihrem kindlichen Geschwätz nicht weiter stören wird.“ Jetzt klang die Stimme auf einmal scharf, und ein eisiger Windhauch durchfuhr Calla.
„Schweig, Magierin. Ich will mit dem Kind reden, bevor wir es durchführen. Ich muss sicher sein, dass sie die Richtige ist.“ Calla zuckte zusammen, doch dann senkte sie beschämt den Kopf.
„Ja, Meister“, sagte sie unterwürfig.

Skara verstand nicht, was hier geschah. Was redete der Mann da? Warum nannte er Calla Magierin? Und meinte der Mann sie, Skara? Wofür sollte sie die Richtige sein? Skara wusste nicht, was hier geschah, aber sie spürte, dass es nichts Gutes war. Noch einmal zog sie an der Hand ihrer Schwester und diesmal konnte sie sich losreißen. Schnell rannte sie ein Stück und drehte sich dann um.
„Komm schnell, Calla!“ Sie wusste zwar nicht, was mit ihrer Schwester los war, aber dass sie mit ihr kommen musste, daran bestand kein Zweifel.
„Los, wenn wir uns beeilen, dann findet er uns nicht!“ Doch Calla bewegte sich nicht. Skara zögerte einen Moment. Was sollte sie jetzt machen? Sie konnte Calla doch nicht hier alleine lassen, oder? Unsicher wandte sie sich wieder dem Ausgang zu, ihr Kopf huschte hin und her. Plötzlich sah sie jemanden auf sich zu kommen. Einen Mann. Skara atmete schneller, und ihr Hals fühlte sich ganz trocken an. Wo kam er auf einmal her?

Schnell war sie wieder bei Calla und versteckte sich hinter ihrer großen Schwester. Diese reagierte immer noch nicht, sondern blickte nur mit leerem Blick nach unten.
Langsam bekam Skara Angst. Richtige Angst. Als der Mann näher kam, konnte sie erkennen, dass er lächelte. Erschrocken schnappte sie nach Luft, als sie in seine Augen blickte.
Sie waren pechschwarz. Er war nur noch einen Schritt von ihr entfernt, als er die Hand ausstreckte.
„Komm, Kind“, sagte er leise. „Komm zu mir.“ Doch Skara schüttelte den Kopf. Sie wollte nicht. Der Mann neigte den Kopf. „Warum willst du nicht zu mir kommen? Mache ich dir Angst?“ Das kleine Mädchen nickte.
„Die brauchst du aber nicht zu haben. Dir passiert hier nichts Schlimmes.“ Seine Stimme war sanft, beruhigend, und auf einmal glaubte Skara ihm. Sie war hier in Sicherheit. Deswegen wollte Calla nicht weg. Denn hier war es gar nicht schlimm.
„Kommst du jetzt etwas näher, Kind?“, wiederholte der Mann seine Frage.
„Ich heiße nicht Kind, sondern Skara“, sagte sie.
„Aber natürlich, tut mir Leid“, lächelte er und dann zwinkerte er ihr zu. „Ein wirklich schöner Name.“
Skara nickte und trat dann hinter Calla hervor. Zögernd streckte sie ihre Hand aus. Als sie die Haut des Mannes berührte, durchfuhr sie ein Schauer, aber sie lies die Hand nicht los. Sie hatte keine Angst mehr.
„Wer bist du?“, fragte sie. „Warum bin ich hier? Ich versteh das alles nicht.“ Der Mann nickte und runzelte dann die Stirn.
„Ich bin ein Freund“, sagte er. „Und du bist hier, weil wir etwas ganz Tolles mit dir vorhaben. Die Ma – deine Schwester hat dich hierher gebracht, damit aus dir etwas ganz Besonderes wird. Möchtest du das denn sein?“ Skara nickte eifrig und ihre Augen leuchteten.
„In Ordnung Kind - “, er lächelte entschuldigend, „Skara.“ Dann trat er einen Schritt zur Seite und zeigte zu einer Tür, die sie vorher gar nicht bemerkt hatte.
„Dazu müssen wir allerdings da hinein. Kommst du mit?“ Skara nickte erneut und folgte dem Mann, ihre Hand immer noch in der Seinen.
„Und was ist mit Calla?“, fragte sie schüchtern, kurz bevor sie die Tür erreichten.
„Sie muss leider hierbleiben“, sagte der Mann.
„Ich will aber, dass sie mitkommt!“
„Nein“, erwiderte der Mann jetzt plötzlich mit harter Stimme. „Das geht nicht.“ Verunsichert biss Skara sich auf die Lippen. Jetzt kam wieder ein bisschen von der Angst wieder und sie blickte zurück zu ihrer Schwester. Doch bevor sie reagieren konnte, öffnete sich die Tür und sie traten ein. Einen Moment später schloss sie sich wieder.

Völlige Dunkelheit umhüllte Skara nun, und auf einmal spürte sie die Hand des Mannes nicht mehr. Wo war er? Und wo befand sie sich jetzt?
Ihr Herz klopfte schneller. Sie wollte hier wieder raus, hier war es noch unheimlicher als in dem anderen Raum. Sie hatte das Gefühl, als ob sie von unzähligen Augen beobachtet wurde.
„Ich will hier wieder raus!“, flüsterte sie und drehte sich zu der Tür um. Doch sie konnte sie nicht finden. Vorsichtig tastete ihre Hand an der Wand entlang, doch sie fühlte nur glatten, harten Stein. Skara musste schlucken. Und dann –


Langsam hob Calla den Kopf, als sie die Schreie hörte. Ihr Atem ging ruhig, ihr Blick war starr. Keine Regung war zu erkennen. Bedächtig schob sie sich eine Strähne aus dem Haar und glättete ihre Kleidung. Dann verließ sie mit zügigen Schritten den Raum.
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