Only a paper moon

GeschichteRomanze / P16
Anakin Skywalker / Darth Vader Obi-Wan Kenobi Padmé Naberrie Amidala Sabé
28.02.2009
17.04.2012
6
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7
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a) Diese Geschichte enthält einige Nc 17-Szenen, welche für Reviewer auf Anfrage per E-Mail erhältlich sind.

b) Diesmal ist die Grundlage rein das Filmuniversum, die Ereignisse des EU werden nicht berücksichtigt.



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Titel: Star Wars: ONLY A PAPER MOON
Titelbild
Autor: Storm{X}Padmé
Disclaimer: Alle originalen Charaktere und Elemente gehören George Lucas, den Rechteinhabern und allen, die dafür bezahlen. Ich geb sie ja wieder zurück, ich leih sie mir doch nur... Ich tu ihnen auch nicht weh… Jedenfalls nicht sehr *G*
Universum: Filmuniversum
Zeitlinie: zwischen AOTC und ROTS
Paarung: Anakin/Padmé, Obi-Wan/Sabé
Zensur: R (Erotik)
Zusammenfassung: Nach Anakins Ernennung zum Jedi-Ritter begeben sich Obi-Wan und er auf ihre erste Mission als Partner. Als Padmé auf ihrer Reise zu ihnen stößt, überschlagen sich die Ereignisse…
formale Bemerkungen:
- kursive Sätze = Erinnerungen oder zur Betonung
- Sätze in ‚ ‚-Zeichen = eigene Gedanken, Telepathie, elektronische Stimmübertragung oder indirekte Rede
Feedback: Ist nicht nur erwünscht sondern wird auch geknuddelt, abgeschmust, gestreichelt und George genannt :D







Star Wars
ONLY A PAPER MOON




1



"Mylady! Was ist passiert?” Alarmiert von einem dumpfen Poltern war Sabé in die Hygienezelle des Apartments ihrer Herrin gestürzt. Erschrocken ließ sie sich neben Padmés zusammengerollter Gestalt neben der Toilette nieder, hüllte ihren zitternden, noch vom Badewasser triefenden Körper in ein dickes Handtuch. „Geht es Euch gut? Braucht Ihr einen Heiler?“

„Nein, lass nur. Mir ist nur auf einmal so schlecht geworden.” Ihre Freundin richtete sich mit ihrer Hilfe auf und lehnte sich erschöpft gegen die hellen Fliesen zurück, ließ ihre Stirn auf ihre angezogenen Knie sinken. „Wirklich, es ist in Ordnung. Mir geht es gut.“

„Ja, genau so seht Ihr auch aus“, stieß Sabé angespannt hervor. „Bitte, Mylady, Ihr müsst endlich zu einem Arzt gehen. Das ist das dritte Mal dieses Monat.“ Mit einem Zipfel ihres Kleids tupfte sie Padmé ihre schweißnasse Stirn ab, ohne ihrem ablehnenden Blick auch nur eine Sekunde auszuweichen.

„Ich bin nicht krank“, wehrte die Senatorin noch einmal entschieden ab, mit einem Anflug ihres üblichen Trotzes. Sabés sanfte Umarmung nahm sie dann aber doch dankbar an. „Ich bin überarbeitet, das weißt du doch. Da sind solche Kreislaufprobleme ganz normal.“

„Das könnt Ihr Euren Eltern oder Senator Organa erzählen, die glauben Euch das vielleicht“, beharrte Sabé, immer gereizter. „Ihr seid viel zu dünn geworden, Mylady. Ihr müsst mehr essen. Ich mache mir doch nur Sorgen um Euch.“ Und das tat sie nicht erst seit ein paar Wochen. Sabé kannte Padmé, seit sie beide klein gewesen waren. Sie war ein paar Jähre älter als sie und hatte sich immer schon ein wenig verantwortlich für sie gefühlt. Was auch der Grund war, warum sie von Beginn ihrer ersten Periode als Königin von Naboo fixer Bestandteil ihres Dienerinnen- und Leibwächterteams war. Sabé war nicht nur dafür verantwortlich, im Ernstfall ein paar Blasterstrahlen für ihre Herrin abzufangen. Manchmal brauchte Padmé auch jemanden, der ihr im Alltag näher als jeder andere kam, als Stimme der Vernunft, auch wenn diese manchmal schmerzhaft ehrlich zu ihr sein musste.
„Was Ihr da macht, ist sehr ungesund. Euer Gemahl würde nicht wollen, dass Ihr Euch so gehen lasst.“

Oft ließ Padmé ein Gespräch dieser Art nicht zu. Ihre verbotene Beziehung zu einem Jedi wollte sie auch mit den wenigen eingeweihten Personen nicht diskutieren. Aber nach den letzten anstrengenden Tagen voller ergebnisloser Streitereien im Senat war sie zu ausgelaugt, um sich hinter ihrer üblichen Maske zu verstecken. „Ich vermisse ihn.“ Mit einem leisen Aufschluchzen legte Padmé ihren Kopf auf Sabés Schulter. Vor ihr brauchte sie keine Tränen zu verstecken. „Es zerreißt mich. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte, dass wir uns nie sehen können.“

„Wir könnten doch ein Treffen arrangieren“, schlug Sabé vor. „Ihr wisst doch sicher, wo er gerade ist.“

„Natürlich. Anakin schickt mir Nachrichten auf mein Comlink, so oft es ihm möglich ist. Er und Meister Kenobi werden in ein paar Stunden auf Coruscant landen. Der Rat möchte Anakin persönlich sprechen, bevor sie ihn auf die nächste Mission schicken. Irgendwelche Formalitäten, man hat ihm nicht gesagt, worum es geht. Obi-Wan und er werden sich beide zu Tode langweilen und verzweifelt darauf warten, dass sie wieder ins nächste Raumschiff steigen dürfen.“ Padmé rang sich ein Lächeln ab, das zumindest ein wenig Leben zurück auf ihre blassen Züge brachte. „Die beiden sind so verschieden... Aber über solche Versammlungen denken sie gleich.“
Sie beantwortete Sabés unausgesprochene Frage mit einem energischen Kopfschütteln. „Die beiden werden keinen ganzen Tag hier sein. Es gibt keine Möglichkeit, dass wir uns sehen können, ohne Obi-Wan misstrauisch zu machen. Ich habe keinen offiziellen Grund, den Tempel aufzusuchen oder gar mit den beiden wegzufliegen. Selbst, wenn mir etwas einfallen würde, um mich für ein paar Tage von Coruscant loszueisen, das würde damit enden, dass Ani und ich den ganzen Tag in einer Ecke stehen und uns über Dinge unterhalten würden, die uns beide zu Tode langweilen, mit einem Wachhund namens Obi-Wan Kenobi am anderen Ende des Raums.“

„Dann müssen wir Meister Kenobi eben beschäftigen.“ Sabé sah das weit unkomplizierter. In den unergiebigen Diskussionen über irgendwelche Handelsgesetze würde ihre Herrin im Senat nicht groß fehlen. Und wenn sie beide erst auf demselben Raumkreuzer wie ihre Zielpersonen sein würden, war der Rest ein Kinderspiel. „Interessiert er sich...? Ihr wisst schon... Für Frauen?“
Sabé kannte Obi-Wan nicht nur aus heroischen Berichten im Holo-Web über die großartigen Taten der Jedi im Krieg. Sie erinnerte sich auch noch gut ihr Zusammentreffen während der Belagerung von Naboo, als sie gemeinsam nach Coruscant gereist waren. Vor allem die Stunden allein mit ihm in einem fluguntauglichen Nubian Raumschiff waren ihr noch gut im Gedächtnis. Damals hatten sie beide natürlich anderes im Kopf gehabt, als sich die Zeit mit irgendwelchen Dummheiten zu vertreiben, aber… Ein paar Mal zuviel hatte dieser Jedi damals schon ihren Blick eingefangen…

Leider war der Kerl nicht nur sehr ansehnlich sondern auch bemerkenswert verschlossen und diszipliniert. Es würde nicht leicht werden, ihn für ein paar Stunden abzulenken…

Nun, Herausforderungen waren da, um sie zu bewältigen.

„Er interessiert sich nicht für Männer, wenn du das meinst.“ Immerhin, jetzt konnte Padmé wieder lachen, und als Sabé sie sanft an den Schultern nahm, ließ sie sich bereitwillig hochziehen und aufs Wohnzimmersofa dirigieren. Wenigstens zu einer Tasse frisch gebrühten Früchtetee konnte die Senatorin nie nein sagen, Hunger hin oder her. „Nette Idee.“ Mit einem resignierten Schulterzucken schloss Padmé ihre kühlen Hände um die feine Porzellantasse, um sie zu wärmen, bedachte ihre Dienerin mit einem Schulterzucken von der Seite. „Aber Meister Kenobi ist niemand, der seinen Schützling für eine leidenschaftliche Nacht aus den Augen lassen würde.“

„Seid Ihr sicher?“ Sabé zog die Beine an den Körper und stützte ihr Kinn darauf, ohne es richtig zu merken wie so oft Padmés Haltung imitierend. Jahre der umfassenden Anpassung an seine Herrin prägten selbst in der Freizeit. In ganz gewisser anderer Hinsicht hatte sie ebenfalls kein Problem damit, der Senatorin nachzueifern, wenigstens für eine Nacht des Abenteuers. „Vielleicht braucht es dazu nur die richtige Frau.“

Du?“ Padmé hätte sich fast an ihrem Getränk verschluckt. „Das kann ich nicht von dir verlangen…“

„Wenn so ein kleiner Ausflug Euch aufmuntern kann, zögere ich keine Sekunde“, erwiderte Sabé fest.
„Außerdem...” Plötzlich konnte sie gar nicht mehr aufhören zu grinsen. „Es ist nicht so, als ob das eine Strafe wäre. Versprecht mir nur, dass wir mehr Dienerinnen als sonst mitnehmen, wenn wir wirklich zusammen mit den Jedi unterwegs sind. Ich will nicht, dass Ihr in Gefahr seid, wenn ich nicht da bin.“

„Immer die besorgte Leibwächterin.“ Padmé umarmte sie noch einmal stürmisch. „Ich… Danke. Ich werde sofort Anakin kontaktieren.“ Mit weit mehr Energie als vorhin raffte sie das Handtuch um ihren Körper und wollte schon in ihr Schlafzimmer eilen- dann hielt sie inne. „Nein... Ich glaube, da hab ich eine bessere Idee.“





Die Zeremonie, welche eine Padawan-Zeit beendete, war normalerweise ein Anlass zur Freude, für den Schüler genauso wie für den Meister, vor allem wenn sie für beide völlig überraschend angesetzt wurde.
Doch der Jedi, welcher heute in den Rang eines Ritters erhoben wurde, nach vielen langen Jahren des Wartens, einer der unbestrittenen Helden der Klonkriege... Dieser Schüler konnte diese große Ehre nicht so genießen, wie er sich das immer ausgemalt hatte.

Es war viel zu still in den abgedunkelten Gemäuern des Ratssaals, als sich die Meister um ihn herum versammelten, um ihre Pflicht zu tun, ihre Schritte hinterließen ein dröhnendes Echo auf dem glatten Marmormosaik. Kaum jemanden von den Ältesten sah er lächeln. Zu bedrückend waren die letzten Monate der ständigen Kämpfe gewesen, viel zu viele Freunde und Mitstreiter waren verloren gegangen. Viele seiner Alterskollegen hatten ihre Meister noch vor Beendigung ihrer Ausbildung im Krieg verloren oder hatten selbst ihr Leben lassen müssen.

Anakin gehörte nicht dazu.

Jener Mann, der nach einer reichlich kurzen, steifen Ansprache hinter Meister Yoda trat, um zu beobachten, wie der klein gewachsene Jedi-Meister sein Lichtschwert nach oben reckte, um den Ritterschlag auszuführen und dann Anakins Padawan-Zopf abtrennte… Es war derselbe Mann, der ihn in den letzten Jahren geleitet und ausgebildet hatte. Mehr noch, er war sein Freund.
Und doch waren sie sich gerade heute so fremd wie nie, obwohl dieser Moment Anakin soviel bedeutete, obwohl er sich so sehr wünschte, dass sich Obi-Wan für ihn freuen würde.
Aber er konnte es nicht, trotz aller Freundschaft. Er gab es nicht zu, aber er dachte immer noch, dass Anakin nicht bereit für das Leben eines Ritters war. Er hatte nach aller dieser Zeit noch immer noch Angst vor ihm.

So gern Anakin seinen Meister hatte, diesen Vertrauensbruch konnte er ihm nicht verzeihen.

Deshalb konnten sie sich nach Beendigung des Rituals nicht einmal in die Augen sehen, während die anderen Meister sich zumindest bemühten, Anakin mit einem ehrlichen Lächeln zu gratulieren, bevor sie wieder ihre Plätze in dem Halbkreis ihrer Stühle einnahmen.
Obi-Wan hingegen ließ mit einem melancholischen Kopfschütteln Anakins Zopf durch seine Fingerspitzen gleiten, soviel kürzer als die von anderen Padawanen, weil Anakin seine Ausbildung so spät begonnen hatte, und suchte vergeblich nach Worten. Er schien immer noch etwas mitgenommen von der so plötzlich gekommenen Entscheidung seiner Vorgesetzten, die keine Diskussion zugelassen hatte. „Glückwunsch, Anakin.“ Seine Stimme klang seltsam belegt, so überhaupt nicht, als würde er sich freuen, die Bürde der Ausbildung los zu sein. Als sie sich die Hand gaben, zwang er sich, den Kopf zu heben, kurz nur, ging dann aber schnell auf Abstand. Er hatte es auffallend eilig, zur Tür zu kommen. „Und das war meine letzte Amtshandlung als dein Lehrmeister.“
Sein Versuch, eine erfreute Miene zur Schau zu stellen, wirkte noch unglaubwürdiger als Meister Windus. „Ich fürchte, du wirst mich trotzdem nicht ganz los sein.“

„Was wäre das auch für ein Leben ohne Anweisungen von dir?“ Anakin grinste schief, nicht im Geringsten überrascht. Sie beide arbeiteten zu gut zusammen, um nicht weiter als Team unterwegs zu sein, gerade in diesen Zeiten der Unruhe, wo jeder Jedi in Bestform gebraucht wurde, um die zerstörerischen Aktivitäten der Separatisten zu untergraben. Da gab es immer noch einiges, das er von Obi-Wan lernen konnte.
Es gab Schlimmeres. Wenigstens musste er jetzt nicht mehr über jeden Schritt Rechenschaft ablegen.
„Wie geht es denn jetzt für uns weiter?“, erkundigte er sich auf dem Weg zu den Außenanlagen, wo sie nach diesen so unerwarteten Neuerungen ein paar Minuten Entspannung suchen wollten.

Anakin entging nicht, dass einige Jedi, denen sie in den Fluren begegneten, ihn mit Erstaunen, mit aufgeregtem Tuscheln bedachten. Ein paar nickten ihm freundlich zu oder gratulierten ihm sogar zu seiner Beförderung.

Es war ihm unangenehm, er war nie gern im Mittelpunkt gestanden. Er musste sich mit Gewalt davon abhalten, immer wieder auf seine Schulter zu schielen, wo er aus den Augenwinkeln nicht mehr diese eine gewisse blonde Haarsträhne erkennen konnte- durchaus eine Veränderung seines Äußerung, mit der er sehr gut leben konnte… Endlich hatte er die Chance bekommen, sich zu beweisen. Er war gespannt, wie sich seine erste Mission als Ritter entwickeln würde. Hoffentlich würde sie ihn nicht wieder für so lange Zeit von seinem Heimatplaneten fortführen. Er konnte es kaum erwarten, Padmé von seinem Glück zu erzählen.
„Liegt schon ein Auftrag vor?“

Obi-Wan nickte nur knapp, nicht halb so ungeduldig darauf wie sein Partner, sich sofort ins nächste Gefecht zu stürzen. „Meister Windu meinte, wir sollten am besten sofort zurück ins Outer Rim fliegen. Eigentlich hätte ich erst einmal hier bleiben sollen, aber wir können im Moment jeden Mann im Kampf brauchen.“
Wenigstens ein Anflug seines üblichen Schalkes leuchtete in Obi-Wans blaugrünen Augen. „Ich nehme an, ab jetzt muss ich dich immer mit ‚General’ ansprechen.“

„Nicht, wenn du eine Antwort erwartest“, flachste Anakin zurück, wurde aber rasch wieder ernst. Er konnte einfach nicht so tun, als wäre oben in der Ratshalle nichts gewesen. Bevor sie beide diesen Abschnitt ihres Lebens hinter sich ließen, wollte er diesen einen letzten Konflikt geklärt wissen.
„Danke, Obi-Wan. Ohne deine Fürsprache wäre das heute nicht möglich gewesen, das weiß ich. Ich hoffe, du denkst nicht, dass ich hinter deinem Rücken gehandelt habe. Ich wusste nichts davon, was der Rat vorhatte.“

„Das weiß ich“, nickte Obi-Wan zu seiner Erleichterung, ohne jeden erkennbaren Groll in seiner warmen Stimme. „Die Entscheidung kam sehr spontan. Der Orden benötigt die Stärke eines jeden einzelnen Ritters in dieser Katastrophe, die Dooku angeleiert hat. Ich vertraue der Weisheit der Meister.“ Obi-Wan schien gemerkt zu haben, dass sein ablehnendes Verhalten Anakin verletzt hatte. Er bedeutete ihm, kurz an der Treppe zwischen den Eingangssäulen zu halten, legte ihm für einen kaum fühlbar kurzen Moment eine Hand auf den Arm. Diesmal schaffte er es problemlos, seinem forschenden Blick standzuhalten.
„Du bist einer der besten Krieger, die ich kenne. Du hast es verdient.“ Und trotzdem verdunkelte sich Obi-Wans Miene kurz deutlich, aber diesmal standen nicht länger Zweifel darin. „Qui-Gon wäre sehr stolz auf dich, Anakin. Ich wünschte, er könnte jetzt hier sein.“

„Ich bin sicher, auf eine gewisse Weise ist er das.“ Anakin erwiderte die schüchterne Geste der Annäherung mit einem noch etwas unbeholfenen Druck an Obi-Wans Schulter. Er war es seit langem nicht mehr nicht gewöhnt, jemand anderem außer Padmé Beistand zu schenken. Aber es fühlte sich nicht schlecht an.

Der Versuch wurde mit einem überraschten Nicken belohnt, dann beeilte sich Obi-Wan aber doch, auf das eigentliche Thema zurückzukommen. „Wir treffen uns gegen Abend im Hangar. Wir müssen die Serenity nehmen, bis unsere neuen Starfighter vollständig einsatzbereit sind.“

Anakin verzog das Gesicht. „Mit anderen Worten, eine Busfahrt zweiter Klasse.“ Er mochte es nicht, mit Massentransportern unterwegs zu sein, nicht einmal, wenn es sich um ein kampferprobtes Schiff handelte, das schon einige Gefechte tapfer überstanden hatte.

„Du wirst ein paar Tage Unterbringung dort überleben.“ Obi-Wan war da weniger anspruchsvoll, und so ganz konnte er sich diesen mahnenden Lehrer-Tonfall doch noch nicht verkneifen. „Wir sollten noch...“
Er brach abrupt ab, als ihnen auf den untersten Stufen eine Frau entgegenkam, die sie erwartet zu haben schien, wie meist von ihrem Dienerinnenstaat umgeben. „Senatorin Amidala... Schön, Euch zu sehen.“

„Meister Kenobi...“ Padmé schüttelte Obi-Wan förmlich die Hand und wandte sich dann an Anakin.
„Ich war gerade in der Nähe, da dachte ich, ich könnte rasch hier vorbeikommen, um dir zu gratulieren. Ich habe bei einem Abklärungsgespräch mit eurer Pressestelle von deiner Beförderung erfahren. Ich freue mich für dich.“

„Danke, das bedeutet mir viel.“ Anakin bemühte sich redlich, sich seine Freude nicht zu deutlich anmerken zu lassen. Er hatte nicht erwartet, Padmé vor seiner Abreise noch einmal persönlich sehen zu können. Das geschah ohnehin viel zu selten, obwohl sie nur ein paar Flugminuten von ihm entfernt wohnte. Es war so unfair...
Anakin schluckte seinen Ärger hinunter, bevor Obi-Wan ihn womöglich noch spüren würde. Ihre mentale Schüler/Meister-Verbindung hatte das abrupte Ende seiner Ausbildung noch nicht mitbekommen und bis jetzt keine Anstalten gemacht, zu verschwinden. „Verreist du gerade?“

Für einen kurzen Ausflug zum Tempel trugen Padmés Dienerinnen ungewöhnliche viele Taschen mit sich- sogar für die Verhältnisse seiner luxusverwöhnten Gemahlin.

Padmés unschuldigster Augenaufschlag ließ Anakin ahnen, dass noch mehr hinter dieser Begegnung steckte als gedacht. „Im Senat wird meine Stimme in der aktuellen Debatte nicht benötigt. Also habe ich die Gelegenheit ergriffen und mich als Vermittlerin für Verhandlungen auf Mariant gemeldet. Ich starte heute noch mit der Serenity. Der Captain nimmt nicht gern Zivilisten mit, aber wir konnten ihn von der Dringlichkeit der Angelegenheit überzeugen. Der Planet verfügt über wichtige Gas-Ressourcen. Die Separatisten dürfen ihn nicht übernehmen.“

„Das Outer Rim ist im Moment tatsächlich nicht die sicherste Umgebung für Zivilisten“, warf Obi-Wan nach einem Moment des überraschten Schweigens ein.
Anakin brauchte nicht erst zu versuchen, in seinem Geist zu lesen oder sein missbilligendes Stirnrunzeln zu sehen, um seine Gedanken zu erraten. Sicher fragte er sich, ob Padmé diese Sache absichtlich so eingefädelt hatte. Dabei gaben Anakin und sie sich seit Geonosis wirklich alle Mühe, zu verbergen, dass sie beide irgendetwas außer Freundschaft verband. Aber Obi-Wan war wohl der Meinung, man konnte nie vorsichtig genug sein, vor allem bei jemandem, den er in der Jugendzeit zugegebenermaßen mit überschäumenden Hormonen kennengelernt hatte.
Aber in diesem Fall behielt er seine Überlegungen zum Glück für sich und tat es als Zufall ab, wenn es auch kein angenehmer, für sie beide nicht.

Padmé hatte es sicher gut gemeint, aber… Eine Woche lang auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden, war auch nicht gerade das, was Anakin sich unter Entspannung vor dem nächsten Einsatz vorgestellt hatte.

„Das sagte mein Leibwächter auch, ja.“ Padmé nickte kurz mit ihrem Kinn auf Captain Typhos stille Silhouette im Hintergrund. „Aber im Krieg bleiben Risiken nicht aus.
Der Kanzler sagte mir, dass Ihr ebenfalls auf diesem Kreuzer weilen werdet. Ich würde mich freuen, wenn wir die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Essen finden würden.“

„Ich bin sicher, das lässt sich einrichten.“ Obi-Wan verbeugte sich kurz. „Entschuldigt mich. Mylady.“
Er musste sich merklich auf die Zunge beißen, um nicht auch Anakin gleich mit zu entschuldigen. Es war seltsam, wenn auf einmal nicht mehr für einen mitgedacht wurde. „Bis später, Anakin.“

„Begleitest du mich ein Stück?“
Anakin wartete ungeduldig, bis Obi-Wan außer Hörweite war und sie beide bei ihrem unauffälligen Schlendern über den belebten Vorplatz auch den Kameras entkommen waren. „Wie hast du das denn bitte geschafft?“

Typho und die Dienerinnen blieben diskret auf Abstand, sodass sie das Gespräch etwas privater führen konnten. Außerdem wussten zumindest Typho, Dormé und Sabé sowieso Bescheid, wenn Typho auch nicht gerade begeistert von dieser Sache war und Anakin diese Ansicht auch vermittelte, wann immer er die Gelegenheit dazu bekam.

„Wir haben uns seit zwei Monaten nicht gesehen, was erwartest du? Da muss man eben erfinderisch werden.“ Selbst Padmés zurückhaltende Advokaten-Maske, die sie den umstehenden Leuten präsentierte, konnte nicht ihre Sehnsucht verbergen. Ihre vor ihrem Bauch gefalteten Hände verkrampften sich immer wieder ineinander, als müsste sie sich davon abhalten, Anakin sofort um den Hals zu fallen.

Damit machte sie es ihm auch nicht gerade leichter, auf solche schmerzlich vermissten Berührungen zu warten. Vielleicht würde sich ja im Laufe des Flugs doch die Gelegenheit ergeben, aus ihrer Idee das Beste zu machen. „Nun, wenn du deinen Massif da hinten loswirst, werde ich versuchen, meinen ins Bett zu schicken.“ Anakin schielte leicht genervt über seine Schulter zu Typho, dessen dunkle Gesichtszüge einer Steinskulptur glichen.

„Er macht sich nur Sorgen“, verteidigte Padmé ihren Leibwächter sofort. „Eigentlich mag er dich.“

„Ja, sicher. Und Banthas fliegen.
Zieh dir zum Essen was Hübsches an, ja?“ Zurück beim Eingang angekommen fiel es ihnen beiden schwer, sich nicht wenigstens kurz in den Arm zu nehmen.

„Meinst du mein Kleid oder das… andere?“, fragte Padmé anzüglich.

„Du weißt doch, das andere ist nicht wichtig.“ Wenn sie schon mit Andeutungen um sich warf… Anakin richtete seine Konzentration auf seine Fähigkeiten und ließ eine unsichtbare Hand über Padmés steifes Korsettkleid wandern, glitt mit dieser Macht-Berührung dann ganz frech ein wenig tiefer. „Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt in echten Schwierigkeiten.“

„Ich gebe dir nach dem Abendessen eine entsprechende Antwort“, knurrte Padmé.
„Meister Jedi... Bis später.“ Noch einmal gaben sie sich formell die Hand.
Anakin sah seiner Gemahlin noch einen Moment lang seufzend nach, dann riss er sich zusammen und begab sich in sein Quartier. Er musste noch packen.
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