"Für mich soll' s rote Rosen regnen"

SongficAllgemein / P12
Henry Fitzroy Vicki Nelson
26.02.2009
26.02.2009
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„Für mich soll’s rote Rosen regnen“

Dieser SongFic ist meiner Süßen gewidmet ... Danke für alles, mein Engel *umflausch*

Das Lied "Für mich soll's rote Rosen regnen" ist von Hildegard Knef, auch Vicky, Henry und Mike sind (leider) nicht meiner Feder entsprungen ... einzig allein die "Verpackung" in Form des SF ist mein geistiges Eigentum. Und dafür bekomme ich nicht mal Geld - also, schön fleißig Reviews schreiben, ja *ganz lieb guck* - schließlich die einzige Art von "Bezahlung" und Dank, die ein FF - Autor bekommt ...

Und jetzt Viel Spaß!!!

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Völlig fertig schloss Vicky die Tür zu ihrer Wohnung auf. Nur noch ins Bett, drückte ihr ganzer Körper aus. Fast schon schreien schien er nach Erlösung, zusammengefallen, hängende Schultern, am Ende. Sie hätte wohl am liebsten im Flur die Augen zu gemacht, ein Unterschied wäre es eh nicht wirklich gewesen, ihre Krankheit schritt genauso schnell wie ihr Kopf pochte. Die Woche war hart gewesen, sie hatte an ihr gezerrt, wie die beiden Kindsköpfe an ihren Nerven. Ihr ehemaliger, ja, in gewisser Weise, ihr neuer Partner, hatten sich eine filmreife Show der Eifersüchteleien geliefert. Pubertäres…

Mit 16, sagte ich still:
ich will,
will groß sein, will siegen,
will froh sein, nie lügen.


…Gehabe. Ja, so führten sie sich auf. Sie schnaubte leicht und runzelte die Stirn, um im gleichen Moment sich die Schläfen zu massieren. „Toll, Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung“, tönte sie sarkastisch, während sie mit einem dumpfen Knall ihre Tasche einfach auf den Boden fallen ließ. „Es ist ja toll…“

Mit 16, sagte ich still:
ich will,
will alles oder nichts.


Sie stoppte, biss sich auf die Lippen. „…du anscheinend dich NICHT entschuldigen willst. Warum auch, wie konnte ich nur annehmen, dass du einsehen würdest…“

Für mich soll`s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
die Welt sollte sich umgestalten
und ihre Sorgen für sich behalten.


„War ja klar.“, murmelte sie leicht angesäuert, Sie war genervt von ihnen, und anscheinend hatte hier einer der Beiden – oder gar beide?! - Nein, korrigierte sie sich sofort, als ob diese Herren jemals ohne Streitereien zusammenarbeiten würden, zumal ohne sie als Dompteur.- Nichts Besseres zu tun als ihren dringend benötigten Feierabend mit Kitsch - Liedern und längst vergessenen – glücklicherweise, dachte sie mit einem Anflug von einem Lächeln – Schlagern zu stören. Na, warte. Sie straffte leicht ihre Schultern, den Herren werde ich schon finden und postwendend aus meinem Appartement schmeißen. Leise verschwand die Müdigkeit und machte Wut Platz. Wie war er überhaupt hier rein…

Und später, sagte ich noch:
Ich möcht verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren.
Und später, sagte ich noch: Ich möcht
nicht allein sein und doch frei sein.


Während sie sich schon deutlich wacher in Richtung Küche schleppte, blitzten ihre Augen schon verräterisch. Da grübelte wohl jemand drüber, wer von den Zwei es sein könnte. Ihr Spürsinn war erwacht…

Für mich soll`s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen,
das Glück sollte sich sanft verhalten,
es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten.


„Wer könnte es sein“, murmelte sie, während sie sich ein Glas Wasser einschenkte. „Oder ist es nur die CD und er drückt sich?!“ Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. Einfach was vorschieben und glauben, dann wird wieder alles gut oder was?“ Fast schon ärgerlich klang ihre Stimme nun, ähnlich schneidend wie sie sonst eine Abfuhr erteilte…

Und heute, sage ich still:
Ich sollt
mich fügen, begnügen,
ich kann mich nicht fügen,
kann mich nicht begnügen:
will immer noch siegen.
will alles, oder nichts.


Anscheinend traf diese Liedzeile die Meinung der Privatdetektivin, denn sie nickte leicht zustimmend mit dem Kopf. „O ja, warum könnt ihr euch nicht benehmen, dass ist schlimmer als im Kindergarten mit euch.“, sprach sie, die Uhr an der Wand fixierend. „Wie lange soll dieses Gedudel noch dauern – seit wann ist dieses Lied so lang?! Wenn es nur eine CD ist, dann ist vielleicht wenigstens Ruhe…“, aber unbewusst spürte sie wohl schon, dass es so einfach nicht sein würde, denn sie machte ihren Pferdeschwanz neu, strich sich noch einmal ihren Pulli glatt und trat energischen Schrittes in Richtung der Musikquelle.

Für mich soll`s rote Rosen regnen,
mir sollten ganz neue Wunder begegnen, mich fern vom alten neu entfalten, von dem, was erwartet, das meiste halten.


Also die Romantik, dieses Selbstverständnis, dieses Selbstvertrauen sich einfach in ihrer Wohnung … das sprach irgendwie für ihren alten Partner – aber…

Ich will, ich will

Vicky riss die Augen auf. Das hatte sie nicht auf der Liste gehabt.

„Dich.“

Ihr Wohnzimmer war voll. Einfach voll, überall, egal wo sie hinschaute, überall war alles über und übervoll mit Rosen. Rote Rosen, ein Meer von Rosen. Als Detektiv sollte sie den Überblick haben, haarscharf analysieren – aber sie sah nichts mehr als Rosen, Rosen überall. Nein, nicht überall, inmitten dem Meer von blutroten Rosen stand er.

Schwarzer Anzug, weißes Hemd, war das sogar eine Krawatte?! Auf ihrem Gesicht spiegelten sich die unterschiedlichsten Emotionen. Absolute Überraschung, und damit verbunden die Unsicherheit. Er wusste doch zu gut, wie ungern sie die Kontrolle verlor, sie wollte doch schlagfertig sein, immer eine Antwort parat, so scharf wie möglich. Und jetzt?! Was sollte sie sagen?! Wie sollte sie reagieren?! Er hatte doch mehr Erfahrung, hatte das öfter üben können … nicht nur das Lied war alt…

Sie fing unkontrolliert an zu kichern.

Innerlich schalt sie sich wohl ein Schulmädchen, wie 16 führte sie sich auf – wobei ihr wohl, während sie krampfhaft versuchte wieder ernst zu bleiben, die entsprechenden Liedzeilen einfielen und sie weiterlachte. Dabei lösten sich einzelne Strähnen aus ihrem Zopf, und umrahmten das leicht wegen dem warmen Kerzenlicht goldschimmernde Gesicht von ihr.

Ja, er hatte das ganze Programm da, auch weiße Kerzen flankierten den Weg zu ihm, wie als Wegweiser, hier lang musst du gehen, um dich in seine rettenden Arme zu flüchten. Hinter ihm, dass war wohl auch ein Kühler für Sekt. Fehlte nur noch eine kleine Schachtel mit einem Ring, flüsterte ihr eine Stimme im Kopf zu.

„Sei still“, murmelte sie und machte eine wegwerfende Handbewegung. Sein Gesicht verzog sich, aber bevor er etwas sagen konnte, trat sie auf ihn zu … „Nicht du … du bist perfekt, dass ist alles perfekt, wie bist, was willst du …“

Er unterbrach ihr hilfloses Gerede mit einem Kuss.
„Dich Vicky, weil ich dich liebe.“

Eis traf Feuer.
Blutrote Rosen vom König der Nacht.
Der Anfang für einen neuen Morgen.
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