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Der letzte Akt - oder: Wann ist spät zu spät?

von chippidu
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
24.02.2009
19.06.2011
19
39.566
 
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
24.02.2009 1.900
 
Hallöchen.
Hier also ein neues Kapitel... :)
Ich hoffe...es ist gut geworden *g*
Liebe Grüße, chippidu

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Auf der Tanzfläche war es brechend voll, aber Lilly schaffte es, sich einen Platz zu erkämpfen.
Automatisch begann sie sich im Rhythmus der Musik zu bewegen, dabei schaute sie in die Richtung der Bar, von der sie gekommen war. Wo war Mike? Nachdem sie ihm ihren Namen genannt hatte, war sie direkt, ohne sich noch einmal umzudrehen, zur Tanzfläche gegangen. Sie war davon ausgegangen, dass er ihr folgen würde. Doch sie konnte weder Mike noch Miriam entdecken. Lilly ließ ihren Blick weiter schweifen, und sie erblickte Miriam, die sich gerade angeregt mit einem Mann zu unterhalten schien.

Plötzlich fühlte sie, wie jemand ihre Hand ergriff, und sie erkannte den Händedruck.
„Ah, hier steckst du also“, lächelte Lilly und drehte sich um.
„Ja, so schnell wie du bin ich nicht“, entgegnete Mike, der ihr nun gegenüberstand. Auch er hatte bereits begonnen, sich der Musik anzupassen. Seine Bewegungen waren geschmeidig und Lilly musste widerstrebend zugeben, dass er für einen Mann wirklich gut tanzen konnte.
Lilly lächelte und neigte ihren Kopf etwas schräg. Lasziv entzog sie Mike ihre Hand, um wieder ungeschränkt tanzen zu können. Dabei entfernte sie sich ein Stück. Mike hob die Augenbrauen, dann lächelte er leicht.

Während sie sich gemeinsam zur Musik bewegten, bekamen ihre Bewegungen etwas Spielerisches, Aufreizendes. Neckisch näherten sie sich an, dann entfernten sie sich wieder voneinander; mal berührten sie sich flüchtig, dann wurden ihre Berührungen deutlicher, fordernder.
Lilly dachte nicht darüber nach, dass sie Mike nicht kannte. Sie dachte nicht an Jack, sie dachte nicht an Miriam. Das Einzige, was sie tat, war fühlen.
Sie fühlte, wie die Hitze in der Disko mit jeder ihrer Bewegungen anzusteigen schien.
Sie fühlte, wie die laute Musik durch ihren Körper strömte, sie fühlte mit jeder Faser ihre eigene Lebendigkeit.
Sie genoss es. Sie genoss das neckische, flirtende Spiel mit dem ihr eigentlich unbekannten Mann.
Sie wusste, dass so etwas in einer Diskothek völlig normal war, doch normalerweise war sie nicht der Typ dafür.
In dieser Nacht war es anders. Sie wollte sich frei fühlen, frei von allen Bedingungen. Sie wollte sich vergnügen. Sie wollte Mike.

Einen Augenblick zuckte ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sie sich bei Miriam bedanken musste. Später. Denn auch wenn sie es am Anfang nicht für möglich gehalten hatte, so war dies viel besser als nur eine Ablenkung.

Sie wusste nicht, wieviele Lieder vergangen waren, als sich ihr Mike plötzlich wieder näherte. Seine Augen schienen dunkel auf sie herab zusehen. Sanft fasste er sie am Arm und zog sie an den Rand der Tanzfläche. Dann beugte er sich zu ihr.
„Was tust du, wenn ich dich jetzt küsse?“, flüsterte er, den Mund nah an ihrem Ohr, so dass Lilly ihn trotz der Musik gut verstehen konnte. Seine Stimme klang eindringlich und zugleich sanft. In ihren Augen funkelte es, als sie ihm antwortete.
„Ich weiß nicht“, sagte sie genauso leise, während sie spürte, wie sich sein muskulöser, verführerisch duftender Körper an sie drückte. „Willst du denn das Risiko eingehen?“ Lilly spürte ein leises Grummeln, dann schob er sie wieder ein Stück von sich. Einen Moment betrachtete er sie nur, dann küsste er sie.
Seine Lippen bewegten sich sanft auf ihren, und Lilly erwiderte den Kuss. Seine Lippen schmeckten unendlich süß und Verlangen durchzuckte ihren Körper, als seine Hand über ihren Rücken strich. Lilly entfuhr ein leichter Seufzer und sie drückte sich stärker an Mike, sie wollte seinen Körper spüren.
Nun wurde ihr Kuss leidenschaftlicher, fordernder, und Lilly fasste in Mikes Haar, zog ihn noch näher zu sich heran. Mikes Hände hatten indes ihren Rücken verlassen und berührten ihre nackten Arme. Schließlich löste er sich von ihr und Lilly keuchte. Ihr Gesicht fühlte sich erhitzt an, und am liebsten hätte sie sich wieder zu Mike gebeugt, um ihn erneut zu spüren. Mike schien es ähnlich zu ergehen, denn sein Blick war voller Leidenschaft, als er ihr in die Augen schaute. Lilly trat einen Schritt zurück und atmete einmal tief durch.

„Okay“, sagte sie, noch immer ein wenig außer Atem. „Jetzt hast du deinen Kuss gehabt.“ Ein Funkeln blitzte in ihren Augen auf. „Und was folgt nun?“ Ein breites Grinsen entblößte die weißen Zähne von Mike, als er wieder auf sie zutrat.
„Ich weiß nicht“, sagte er, während sein Mund Lillys immer näher kam. „Was hättest du denn für Vorschläge?“ Sein heißer Atem strich über ihr Gesicht und dann fuhr er mit seinem Finger zart über ihren Mund, der sich unwillkürlich leicht öffnete. Lilly wollte gerade etwas erwidern, als sie einen heftigen Stoß bekam und einige Schritte zur Seite stolperte.

„Mistkerl, verdammter“, fluchte sie einem Jungen hinterher, der sie beim durch die Menge kämpfen etwas übersehen hatte. Als sie sich wieder zu Mike wandte, musste dieser mit Mühe ein Lachen unterdrücken.
„Da bin ich ja beruhigt...du bist also nicht nur in meiner Gegenwart so....reizbar.“
„Hahaha“, erwiderte Lilly nur und schnaubte. Sie unterdrückte den ironische Kommentar, der ihr sofort auf der Zunge lag, und nickte Mike zu. „Was ist nun, wollen wir gehen?“
„Wohin denn?“, fragte Mike überrascht, aber in seinen Augen blitzte der Schalk.
Lilly überlegte einen Moment, dann beschloss sie, ihn noch einen Moment zappeln zu lassen.
„Na, was trinken gehen“, sagte sie mit einem strahlenden Lächeln und nickte zur Bar. „Was hälst du davon, wenn du uns die Getränke besorgst, und ich geh noch schnell für große Mädchen?“
Einen Augenblick blitzte Verwunderung in Mikes Gesicht auf, dann nickte er langsam.
„In Ordnung“, sagte er. „Irgendein besonderer Wunsch?“
„Sex on the Beach“, erwiderte Lilly mit einem Blick in seine Augen und trat wieder einen Schritt auf ihn zu. Ihre Lippen streiften seine, und wie flüchtig ließ sie ihre rechte Hand über seine Brust gleiten. „Ich bin gleich wieder da.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und begab sich zur Toilette.

~~~~~~~~~~~~

Lilly schloss die Augen und lehnte ihren Kopf an die kühlen Kacheln. Einen Moment schloss sie die Augen. Die laute Musik schien ihren ganzen Körper zu durchdringen und sie atmete einmal tief durch.
Was machte sie hier eigentlich? Dieses ganze Herumspielen...das war eigentlich nicht ihr Fall. Sie war normalerweise kein Mensch, der sich gleich auf jemanden einließ...und ihre Absichten Mike gegenüber waren mehr als eindeutig gewesen. Ihr Körper hatte ihm mehr als deutlich gemacht, was sie von ihm erwartete. Was sie von der Nacht erwartete.
Lilly seufzte leicht und öffnete wieder die Augen.
Gedankenverloren betrachtete sie die angekritzelte Toilettenwand ihr gegenüber. „Du und ich - für immer zusammen“, stand da in einem krummen Herzen mit einem schwarzen Stift geschrieben. Lilly schnaubte. Von wegen für immer - Männer waren doch alle gleich. Alle waren sie schwanzgesteuert und absolut berechenbar.

Unbewusst ballte sie ihre Hände zu Fäusten. Wem machte sie hier eigentlich was vor? Sie wollte noch immer Jack, sie wollte mit ihm die Nacht verbringen, sie wollte nur ihn.
„Verdammt, Lilly, jetzt reiß dich mal zusammen“, sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen. „Du bist 26 Jahre alt, und kannst dich verdammt nochmal mit Mike ein bisschen vergnügen. Also hör auf an diesen dämlichen Idioten Jack zu denken.“
Lilly atmete noch einmal tief durch - wobei sie diesmal den penetranten Geruch von Toilette wahrnahm und angeekelt mit der Nase rümpfte - und öffnete die Tür.
Als sie vor den Waschbecken stand und sich im Spiegel betrachtete, neben einigen anderen Frauen, die sich gerade noch mehr Kilo Schminke ins Gesicht schmierten, sah sie wieder genauso entschlossen und selbstbewusst aus, wie vor wenigen Minuten noch auf der Tanzfläche. Nachdem sie sich etwas kaltes Wasser in ihr überhitztes Gesicht gespritzt hatte, verließ sie die Damentoilette um sich zu nehmen, was auf sie wartete.

Erschrocken quietschte sie auf, als sie plötzlich am Arm gepackt und zur Seite gezogen wurde.
„Mike“, sagte sie erleichtert und etwas überrascht, als sie sah, wer das war, der sie gefasst hatte. Sie waren in einem Übergang von den Toiletten zu den Tanzbereichen, wo sich neben einem Zigarettenautomaten nichts weiter befand.
„Ich dachte, du besorgst Getränke?“, fragte sie. Im gleichen Augenblick wollte sie sich von ihm losmachen und weiterlaufen, als er seinen Griff verstärkte und sie an die Wand drückte. Lilly hob die Augen und lehnte ihren Kopf an die Wand.
„Anscheinend habe ich da was falsch verstanden“, sagte sie, und blickte Mike in die Augen.
„Nun ja“, erwiderte Mike, und seine Stimme klang heiser, als er mit ihr sprach. Er befand sich direkt vor ihr, so dass sie sich nicht bewegen konnte und drückte ihre Arme an die Wand.
„Sex on the Beach ist leider ausverkauft. Du musst dir was anderes überlegen, fürchte ich.“
„Ui, da sollte ich vielleicht-“ Doch weiter kam sie nicht, denn Mike presste sich an sie und drückte seine Lippen auf ihre. Lilly erwiderte den Kuss ohne zu zögern und öffnete ihre Lippen, tastete sich mit ihrer Zunge vor in seinen warmen, weichen Mund. Einen Moment später spürte sie seine Lippen wieder an ihrem Ohr.
„Lass uns jetzt nicht reden, ok?“ Lilly keuchte ein wenig, dann drehte sie ihren Kopf, so dass sie ihn wieder direkt ansah.
„Wir sind doch keine Teenager mehr, die sich hier im Flur vergnügen müssen, oder?“, fragte sie mit hochgezogenen Augen, doch Mike beachtete sie nicht.

Stattdessen küsste er sie wieder und eine seiner Hände umfasste ihren Nacken, zog sie noch näher an sich heran. Die andere Hand ließ er unter ihr Top gleiten und strich über ihren Bauch, ging höher, und berührte ihre Brüste durch den dünnen Stoff ihres BHs. Lilly zog scharf Luft ein, als Mike durch den Stoff anfing, sie zu massieren.
Dann erwiderte sie seine Berührungen und wollte ihrerseits seinen Körper berühren. Forschend glitten ihre Hände unter sein Hemd und berührten seine harten Bauchmuskeln. Dann wanderten sie höher, zu seinen Brustwarzen und Mike stöhnte leise auf, als Lilly sie zwischen die Finger nahm und vorsichtig zwirbelte.
Unwillkürlich presste sie sich stärker an ihn und freudige Erregung durchzuckte sie, als sie die harte Ausbuchtung in seiner Hose fühlte. Währenddessen hatten Mikes Lippen ihren Mund verlassen und stattdessen hinterließ er nun eine heiße Spur von Küssen an ihrem Hals. Lilly biss sich auf die Unterlippe und ihre Hände verließen seine Brust, wanderten tiefer, und schließlich streichelte sie Mikes Erregung durch den Jeansstoff.

Mike knurrte und drückte Lilly noch stärker an die Wand. Schließlich verließen seine Hände ihren Körper und er umfasste ihre Hand, die ihn immer stärker durch die Hose massiert hatte.
„Vielleicht sollten wir doch lieber gehen“, sagte er leise. „Sonst weiß ich nicht, ob ich mich noch lange beherrschen kann...“ Lilly blickte überrascht auf, dann nickte sie benommen. Immer noch außer Atem lösten sie sich allmählich voneinander, obwohl Lilly viel lieber ihrem pochenden Körper Erleichterung verschafft hätte.
„Ich wohne nicht weit von hier“, sagte Mike heiser und sah sie mit funkelnden Augen an. Lilly nickte erneut, dann schluckte sie.
„Ich muss nur noch schnell Miriam Bescheid sagen, dann...“ Sie stockte und fuhr sich mit der Zunge über die Lippe. Mike erwiderte ihr Nicken, dann beugte er sich wieder zu ihr, und gab ihr einen kurzen, leichten Kuss. Sofort verstärkte sich das Pochen in ihrem Körper wieder und sie musste sich zusammenreißen, um nicht wieder einen Arm um ihn zu schlingen.
„Ich warte beim Ausgang“, sagte Mike, dann drehte er sich um.
Lilly wartete noch eine Minute, bis sich ihr Puls wieder einigermaßen beruhigt hatte, dann machte sie sich auf die Suche nach ihrer Freundin.



....ich weiß, ein bisschen gemein ist das Ende vielleicht...aber... xD...
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