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Raindrops are falling

GeschichteDrama / P6 / Gen
Dr.Charlotte King Dr.Cooper Freedman
18.02.2009
18.02.2009
1
630
 
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18.02.2009 630
 
Es war kalt. Jedenfalls vermutete sie das. Viele Menschen liefen mit hochgezogenen Schultern an ihr vorbei, ihre Gesichter waren meistens von Kapuzen verhüllt, Regentropfen prasselten auf den Asphalt und zersprangen dort. Doch ihr war das egal, es war ihr egal, dass ihr blondes Haar ihr vor den Augen hing und nur so tropfte, ihr war es egal, ob sie bis auf die Haut durchnässt war. Das einzige, was sie wusste, war, dass es vorbei war. Und auch wenn sie sich fühlte, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen floss keine einzige Träne. Es flossen nie Tränen, es würde ihre Gefühle zu sehr zeigen und doch fühlte sie sie. Fühlte vielleicht noch stärker als andere, da in ihr stets der Sturm der Gefühle herrschte, den andere nach außen hin herauslassen konnten. Im Nachhinein würde ihr wahrscheinlich klar werden, dass sie von vielen Menschen angestarrt worden war, denn wer stand schon an einem kalten, verregneten Herbstabend einfach an einer Straße und rührte sich nicht?

Doch sie konnte nicht anders. Sie konnte sich nicht mehr bewegen, ihr ganzer Körper war erstarrt. Wie lange stand sie jetzt schon hier? Ein, oder sogar zwei Stunden? Es war wahrscheinlich eher eine Stunde gewesen. Eine Stunde, seit ihre Welt ohne ihn funktionieren musste. Eine Stunde, in der sie einfach nur da gestanden hatte und sich nicht gerührt hatte. Vor einer Stunde hatte er sich von ihr verabschiedet, doch in seinen Augen und in seiner Stimme hatte ein bestimmter Ton gelegen, etwas, das ihr gesagt hatte, dass es der letzte richtige Abschied sein sollte, dass er keine Lust mehr hatte, um diese Beziehung zu kämpfen. Und als er so vor ihr gestanden hatte, da hatte sie sich entschuldigen wollen. Sie hatte sich für ihre Art entschuldigen wollen, dafür, dass es ihr so schwer fiel, sich lieben zu lassen. Doch kein einziges Wort hatte ihre Lippen verlassen, sie hatte einfach nur da gestanden, wie sie es jetzt auch tat. Und er hatte sich umgedreht, hatte sich umgedreht und war gegangen, wahrscheinlich zu seiner besten Freundin, oder sonstwohin. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass sie eifersüchtig auf Violet war. Doch jetzt, jetzt brachte es nichts mehr. Wie auch jetzt hatten ihr Tränen in den Augen gebrannt und sie hatte sich umgedreht und war ein paar Meter gegangen, nur um dann stehen zu bleiben und innerlich völlig zusammen zu brechen.  Noch vor wenigen Wochen hätte sie sich nie träumen lassen, dass es einmal so weh tun würde. Es hatte so viele Momente gegeben, in denen sie gedacht hatte, dass es aus war und doch war es nie wirklich aus gewesen.
Und das Schlimmste war, dass sie wusste, wieso sie hier im Regen stand. Sie konnte sich nicht dadurch schützen, dass sie nicht wusste, wieso er nicht hier war. Sie wusste es, und das machte alles nur noch schlimmer. Es war erst eine Stunde vergangen und schon machte es sie völlig kaputt, weil sie wusste, dass sie nicht schlafen würde können. Sie würde ihn vermissen, seine beschützenden Arme, seine Wärme. Sie würde nichts tun können ohne, dass sie sich an seine freundliche Art und seine warmen Augen erinnern würde.

Und auf einmal war er da. Es war unwichtig, wie lange sie jetzt schon hier im Regen stand, aber auf einmal war er da. Das erste, was sie wieder spürte, waren seine Arme um ihre Taile, seinen warmen Atem in ihrem Nacken.  „Es tut mir so Leid.“, sie hauchte diese Worte nur, und doch war sie sich sicher, dass er sie gehört hatte und er würde wissen, wie viel es sie gekostet hatte, sie auszusprechen, doch es herrschte Stille. Stille, in denen sie einfach so da standen und doch klopfte ihr Herz so schnell, vor Freude, vor Erleichterung, weil sie wusste, dass sie noch eine Chance bekommen hatte.
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