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Eine fantastische Reise

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
10.02.2009
05.05.2009
2
2.300
 
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Dieses Kapitel
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10.02.2009 1.106
 
Eine neue Geschichte,
die finde ich sogar noch besser als die erste,
hoffe euch gefällt sie auch,
ps.: wie immer bin ich für Kritik immer offen
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Eine allumfassende Dunkelheit umgab die junge Frau, als sie in einem Wald aufwachte. Sie fühlte das Gras und Laub unter ihr. Eine Eule heulte in der Nähe, etwas raschelte im Laub. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit, Bäume und Büsche schälten sich aus der Nacht, wie große Ungeheuer, die in den Lichtkegel einer Lampe treten.
Sie rannte umher, um aus dem Wald zu kommen. Schwer atmend lief sie zwischen den Bäumen hindurch, immer weiter und weiter.
Als sie jemanden vor sich sah, rief sie: „Hallo, ich habe mich wohl verirrt, wo bin ich hier.“
Eine melodische Stimme antwortete ihr: „Im Wald Nersos, im Königreich von Tiratos.“
„Nersos, Tiratos, liegt das in Asien?“ fragte sie zögerlich.
„Nein, in Erason.“
„Erason? Ist das auf der Erde?“ fragte sie langsam.
„Nein, Erason ist eine sehr große Welt, größer als die Erde.“
Sie hielt an und schüttelte ungläubig den Kopf. Ich bin nicht auf der Erde. Wie komm ich nur hierher.


„Ich werde euch helfen, wieder nach Hause zu kommen, aber zuerst einmal will ich mich vorstellen. Mein Name ist Tarlis.“
„Ich heiße Michelle Müller“, sagte sie gedankenverloren.
„Und woher kommt ihr, Michelle?“
„Aus Hessen, das ist in Deutschland.“
Tarlis, der jetzt nahe genug war, damit Michelle sein Gesicht erkennen konnte, sagte freundlich.
„Also, Michelle von Hessen, wir werden euch erst einmal zur Königin bringen, sie wird wissen, wie wir euch helfen können.“
Michelle musterte ihren Gegenüber. Er war schön, schlank, hatte lange blonde Haare und darunter konnte sie spitze Ohren erkennen.
„Du bist ein Elf“, sagte sie erstaunt.
„Ja“, sagte er gelassen.
„Ich habe Geschichten über Elfen gelesen und Filme gesehen. Ihr seit schön, schlank, geschickt mit dem Schwert und zielsicher mit dem Bogen,“ sagte sie mit Euphorie in der Stimme.
„Das trifft zu.“
„Aber woher kannst du Deutsch?“ fragte sie verwundert.
„Die Frage müsste lauten, woher könnt ihr Erasisch.“




Man ist der leise, so wie er durch Laub geht, dagegen bin ich ja laut wie eine Abrissbirne.
„Wie kannst du nur so leise laufen“?
„Jahre langes Training. Und mach dir keine Sorgen darüber, dass du so laut bist, so sind wir ja nur ein gutes Ziel für die Alben“, sagte er sehr ernst immer um sich blickend.
„Wie Alben? Meinst du die dunklen Alben? Eure Brüder? Die Böse sind?“ fragte sie  ängstlich.
„Sie sind nicht unsere Brüder“, fuhr er sie an und blickte sie mit Zorn erfüllten Augen an.
Michelle wich vor dem Elfen ängstlich zurück. Tarlis fand seine Fassung wieder und setzte eine traurige Miene auf.
„Es tut mir Leid, Michelle. Ich wollte euch nicht anschreien, vergebt mir“, seine Stimme klang wehleidig.
„Ist Ok, jeder hat mal einen Wutausbruch“.
„Zu liebenswürdig, gehen wir weiter“?
„Ich würde gern eine Pause machen, ich bin es nicht gewöhnt, stundenlang zu laufen“.
„Wir werden bald aus dem Wald heraus sein und die Sonne wird auch bald am Himmel stehen, dann können wir eine Pause machen“, entgegnete er ihr freundlich.
„Ok, aber hast du vielleicht was zu trinken“?
„Natürlich“.
Er gab ihr einen Ledernen Schlauch und sie trank, bis sie keinen Durst hatte.

„Still“, seine Stimme klang angespannt, so als würde hier etwas Schreckliches lauern.
Die Sonne kämpfte sich schon durch das dichte Blattwerk der Bäume. So konnte Michelle die ganze Umgebung genau erkennen, aber was so schlimmes hier sein soll, sah sie nicht.
Er schlich voran, durch die Bäume und zielsicher auf einen Strauch zu. Er zog seine Klinge aus der Scheide auf seinem Rücken. Michelle stocke der Atem. Sie hatte so viele Kämpfe in ihrer Phantasie gesehen, so viele Schwertstreiche verfolgt und nun würde sie einen richtigen Kampf beiwohnen. An die Gefahren, die ein Kampf mitbrachte, dachte sie gar nicht.

Tarlis schlich voran dem Strauch entgegen, kurz bevor er die ersten Zweige erreichte gaben sie nach und ein zweiter Elf sprang hervor. Er hatte schwarze Harre und war ein wenig blass. An Kleidung trug er einen dunklen Lederharnisch und eine braune Hose, er hatte sein Langschwert erhoben und hieb auf Tarlis ein. Michelle sah wie Tarlis sehr gewandt der Klinge auswich und seinerseits sein Schwert zum Schlag hob. Tarlis’ Klinge wurde pariert und zur Seite geschlagen. Kaum merklich, aber Michelle sah ihn trotzdem, flog ein kleiner Dolch, aus dem Hinterhalt,  auf ihren neuen Freund zu. Noch bevor sie ihn warnen, konnte drang er schon in seine Seite ein.

Atemlos, hockte sie in ihrem Versteck, unfähig auch nur etwas zu tun, blickte sie zu dem Elfen der stark blutend und aus seiner Konzentration gerissen, mit einem weiteren Hieb zu Boden ging. Ein zweiter blasser Elf trat in ihr Blickfeld.
Dies muss wohl der Messerwerfer sein, dachte sie benommen.
Der zweiter blasse Elf hatte auch schwarze Haare. Sie beugten sich über Tarlis, lachten über ihn. Der erste hob sein Schwert und lies es auf seinen Kopf nieder fahren.

Michelle, die aus ihrer Starre erwacht war, zuckte, mit einem schmerz erfüllten leichten Aufschrei, zusammen. Der blasse Elf stockte in der Bewegung und blickte sich um.
„Sieh mal dahinten nach, ob da noch jemand ist. Ich bleibe hier und passe auf dieses Häufchen Elfenelend auf“, ließ er verlauten mit Verachtung in der Stimme.

Der zweite nahm sein Schwert aus der Scheide und kam langsam auf Michelle zu. Ein hämisches Grinsen lag auf seinen Lippen, vollkommen unvorsichtig lief er in ihre Richtung, sicher keine Gefahr vor sich zu haben.
Voller Anspannung, kauerte Michelle hinter dem großen Baum.
Das war’s, ich hätte wegrennen sollen, ich hätte…
„He, guck ma`, Firnon, was wir hier haben. Eine schöne Elfin, Bock dir die Zeit zu vertreiben mit einem kleinen Spielchen“, Belustigung vernahm Michelle.
Warum denkt er, ich wär` ein Elf, sieht der den nicht die runden Ohren unter meinen Haaren?
„Ne lass ma`, schlitz ihr einfach die Kehle durch, wir müssen weiter“, sagte er ernst.
Wie bitte? Die wollen mich umbringen? Was hab ich denn gemacht, das die mich umbringen wollen?
Sie versuchte etwas zu erwidern, aber kein Ton kam über ihre Lippen. Sie spürte den kalten Stahl an ihrem Hals, ein einsamer Schweißtropfen lief ihr über die Stirn, die Wange hinunter und zu der kalten Klinge. Sie konnte sich nicht bewegen. Die nackte Angst in ihren Augen, blickte sie weiter auf das blinkende Stück scharfes Metall. Und dann ein Ruck, ihre Kehle durchtrennt, spürte sie das warme, feuchte Blut ihren Hals hinunter laufen. Ein gurgelnder Laut entrann sich ihrer Kehle.
Das letzte was sie sah, war das gierige Grinsen auf den Lippen des blassen Elfen und ihr rotes Blut, was er so schamlos und genüsslich vom Dolch leckte.
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