Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Starlight Express -Die Abenteuer von Rusty und Casey Jones

von Veggie07
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
07.02.2009
22.05.2009
23
163.145
1
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.02.2009 9.444
 
14. Die grünen Hügel von Lunia

Nachdem sie die kahlen, schroffen Berge und Schluchten hinter sich gelassen hatte, öffnete sich ein grünes hügeliges Land vor ihnen. Die meisten Dörfer lagen oben auf den Erhebungen, Straßen oder Gleise führten in Serpentinen oder Kehren hinauf. Und beinahe jedes Hügeldorf besaß eine oder mehrere Windmühlen.
„Mann nennt Lunia auch das Land der Windmühlen.“ entnahm Casey seinem Reiseführer für Lokführerlehrlinge, den Loisel ihm damals zum Abschied geschenkt hatte.

Caseys kleiner Zug war wieder im Maschinenmodus unterwegs, hinter Dustin hingen noch vier Personenwaggons mit Reisenden. Casey hatte sich bereiterklärt, die Waggons samt Passagieren nach Magog mitzunehmen, da die Lok ausgefallen war. Und nachdem die Formalitäten schnell erledigt waren, konnte es losgehen.
Rusty hatte sich zwar wieder mal über das Gewicht beschwehrt, aber dann doch brav angezogen, wie es sich für eine Lok gehörte.

„Noch ein kleines bischen, Rusty! Ich habe schon das Einfahrtschild von Magog gesehen!“
Einfahrtschilder standen immer siebenhundert Meter vor einem größeren Bahnhof, damit auch fremde Lokführer wussten, welche Station als nächstes kam.

Mit kreischenden Bremsen kam die kleine Dampflok zum Stehen.
„Magog! Endstation! Wir sind da!“
Die Reisenden stiegen aus.
„Wir haben uns mit dieser Beförderung ein ordentliches Zubrot verdient. Ich brauche sowieso ein paar neue Klamotten.“ bemerkte Casey.
„Und für Rusty ist es ein gutes Training.“ bemerkte Dinah und transformierte, als alle ausgestiegen waren. Die Waggonmädchen verabschiedeten sich und rollten ins Depot, wo sie die Nacht verbringen würden. Sie hatten für heute Dienstschluss. Die habens gut, dachte sich die kleine Dampflok. Sie konnten in ihre Stellboxen und sich nach Herzenslust ausruhen.

„Sieh nur Rusty. Im jeden neuen Land gibt es etwas anders zu bestaunen.“
Hinter dem Bahnhof erhoben sich terrasenförmige Felder, auf dem höchsten Punkt der Hügelkette standen zwei Windmühlen mit einer kleinen Ansiedlung. Mehrere Fuhrwerke transportierten die Leute weiter die gewundene Straße hinauf, einige gingen sogar zu Fuß.
„Lunia ist ja sehr hügelig. Deshalb sind die meisten Felder so angelegt.“ erklärte Dinah.
„Die Leute müssen, um zum Bahnhof zu kommen, von da runter und dann bei der Rückkehr wieder DA rauf? Also mich nervt das ewige auf und ab.“ bemerkte Rusty.
„Na klar. Für dich muss eine Bahnstrecke am Besten immer ebenerdig verlaufen. Faulpelz.“ tadelte Casey.
„Ich bin nicht faul!“ maulte Rusty.
„Aber Du meckerst manchmal einfach zu viel.“
„Tu ich nicht!“
„Tust Du do-och!“
„Hört auf zu streiten, ihr zwei!“sagte Dinah. „Genießt lieber die schöne Landschaft.“

„Fahren wir weiter oder bleiben wir hier? Wie weit ist es noch bis Oledin?“fragte Dustin.
„Es sind noch ein paar Stunden bis es dunkel wird. Bis zur Hauptstadt sind es nur noch etwa hundertvierzig Kilometer.“
„Du willst weiterfahren? Na schön. Aber zuerst brauche ich Wasser. Mein Tank ist fast leer. Und wird die Kohle reichen?“
„Ich denke schon.“ meinte Casey.
„Du denkst?“
„Ja, ich denke, sie reicht! Jetzt stell dich nicht so an. Wir bleiben schon nicht liegen wie vor zwei Tagen in den Bergen!“
„Erinner mich bloß nicht daran!“ knurrte Rusty, als er zum nächsten Wasserhahn rollte. Hier transformierte er, damit Casey den Schlauch hervorholen und anschließen konnte. Schnell war der Wassertank gefüllt und es konnte nach einer kurzen Rückmeldung beim Fahrdienstleiter weitergehen.

Die Fahrt ging gut voran, natürlich nervten Rusty die Steigungen. Immer wieder hörte Casey ihn zwischen den Schnaufern undeutlich brummen. Der Lehrling merkte, das sein Lokpartner heute nicht gerade die beste Laune zu haben schien. Das war noch nie vorgekommen. Und diese Laune schien auch ein wenig auf ihn abzufärben.
„Rusty, leg einen Zahn zu! So steil ist es doch gar nicht! Wenn Du weiterhin so eierst, kommen wir nie nach Oledin!“
„Ach, jetzt eiere ich auf einmal? Na vielen Dank!“
Lunia war außerdem das Land mit den meisten Tunnels auf dem Kontinent. Und aus Rache ließ er in der nächsten Röhre besonders viel Dampf ab.
„Mann, Rusty! Musste das gerade sein?“hustete Casey, der die ganzen Rußpartikel schlucken musste.
„Oh-tut mir leid, aber durch mein Geeiere hat sich mein Ventil gelöst!“ knurrte die Lok sarkastisch.
Der Junge verdrehte die Augen.
„Was ist denn mit euch heute los? Ihr schimpft ja nur noch.“ meinte Dinah.
„Ich schimpfe nicht! Rusty schimpft!“ gab Casey von sich.
„Ach, jetzt bin ich wieder schuld! Jaja, schiebt es immer nur auf mich!“ kam es von der kleinen Damplok.
„Jetzt ist aber wirklich Schluss, ihr Beiden! Konzentriert euch auf die Strecke! Solche Kaspereien haben gehören jetzt nicht hierher! Bei einer Fahrt auf den Gleisen muss man konzentriert sein!“ schimpfte Dinah.
Von da an schwiegen die Beiden und es fiel kein Wort mehr, bis....

„Casey! Was ist los? Warum legst Du keine Kohle nach? Was soll das jetzt wieder?“ fragte Rusty und von neuem stieg der Ärger in ihm hoch.
„Geht nicht. Der –der Tender ist leer. Diese Steigungen haben doch mehr Brennstoff verbraucht, als ich dachte.“ gab der Lehrling kleinlaut zu.
„Was? Beim Starlight! Ich wusste es! Wir werden vor Oledin wieder liegen bleiben!“
Und es kam, wie es kommen musste. Der Dampfdruck im Kessel sank und bald darauf blieb die Dampflok einfach stehen.

„Warum wollte er bloß nicht auf mich hören! Jetzt haben wir den Salat!“ fluchte Rusty, als er im Humanoid-Modus im Gras neben den Gleisen hockte und warf genervt die Arme in die Luft. Dinah saß neben ihm. „Ein voller Tender ist immer am Besten! Der Junge verkalkuliert sich einfach immer wieder!“
„Jetzt sei doch nicht sauer. Er ist noch ein Lehrling. Er muss erst lernen, deinen Kohleverbrauch richtig zu kalkulieren. Du kennst deinen Verbrauch doch am Besten. Warum hast Du ihn nicht geraten, nachzuladen.“ meinte Dinah.
„Du bist gut. In Kommoran gibt es keine solche Steigungen! Ich muss selbst erst herausfinden, was ich so auf der Reise verbrauche.“

Casey und Dustin suchten derweil die Gegend nach Brennbarem ab.
„So ein Mist! Rusty hält mich jetzt bestimmt für einen unfähigen Idioten!“ fluchte Casey und warf Dustin ein paar trockene Äste zu, die der Tender in seinem Ladebauch verstaute. „Das nächste Mal lade ich dich immer auch mit Kohle voll! Wenn er dann wieder meckert, das Du zu schwer bist, blas ich ihm den Marsch!“
„Also ich finde, Du machst deine Arbeit sehr gut. Und Du bist ja noch ein Lehrling. Kein Lehrling kann alles gleich richtig machen.“ lächelte Dustin auf seine liebenswerte Art und fuhr dem Jungen durch das Haar.
„Danke, Dustin. Das ist lieb von Dir. Du verstehst mich. Ganz im Gegensatz zu einer gewissen Dampflok...“
„Und schau mal! Da liegen eine ganze Menge alter Bretter herum! Die brennen sicher gut.“
„Stimmt. Sieht aus, als sei da mal ein Gebäude gestanden.“
Beide kamen näher und untersuchten den Bretterhaufen.
„Sehr gut. Schön trocken...Schau mal! Das sieht aus wie das Stück von einem Windmühlenflügel! Vielleicht stand hier mal eine alte Windmühle......hmm...Brandspuren. Jetzt verstehe ich. Diese Mühle ist aus irgendeinmem Grund einmal abgebrannt und man hat die Reste hier einfach liegengelassen.-Na, auf jeden Fall haben wir jetzt genug Feuerholz.“
Dustin transformierte, damit Casey ihn richtig vollpacken konnte. Als er dann wieder in den Humanoid-Modus zurückkehrte, war sein Bauch prall und rund.“
„Gehts Dustin?“
„Kein Problem. Holz ist nicht so schwer wie Kohle oder Kies.“

„Casey und Dustin sind zurück! Und sieh mal wie voll Letzterer beladen ist! Die beiden haben sicher Heizmaterial gefunden!“ sagte Dinah und erhob sich.
„Wir können gleich weiterfahren! Wir sind da hinten auf einen Haufen alter Bretter gestoßen, die mal zu einer Windmühle gehört haben. Aber die ist warscheinlich durch ein Feuer zerstört worden.“
Dustin transformierte zurück in den Maschinenmodus und Rusty besah sich missbillig den Inhalt.
„Du willst mich mit diesen alten, angekokelten Brettern beheizen? Wenn ich nur daran denke, wird mir schon übel!“
„Hast Du vielleicht eine bessere Idee oder willst Du hier warten, bis eine Lok kommt und uns abschleppt?“ schnappte Casey. „Du solltest dankbar sein, das ich mir mit Dustin solche Mühe gemacht habe, neues Brennmaterial anzuschleppen! Ich versuche, das Beste aus unserer Sitouation zu machen!“
„Früher wurden Dampfloks oft mit Holz befeuert, es gab nicht immer Kohle, Rusty.“ bemerkte Dinah.
„Stellst Du dich jetzt auch noch auf seine Seite!“
„Rusty!! Benimm dich!“ rief Dinah entrüstet. Dann drehte sie ihm den Rücken zu und rollte davon.
„Ich mach Dir einen Vorschlag, Rusty. Du kannst deine miese Laune abbauen, indem Du die Bretter zu handlichem Kleinholz verarbeitest.“ brummte Casey.
„Mit dem größten Vergnügen!“ gab Rusty ebenso launisch zurück und machte sich ans Werk. Unter seinen kräften Tritten und Faustschlägen gingen die Bretter mirnichts dirnichts zu Bruch. Das laute Krachen und Splittern und die wütenden Laute der Lok waren sicher meilenweit zu hören. Casey konnte nicht glauben, das Rusty so wütend sein und fluchen konnte.
Der Junge setzte sich derweil zu Dinah und schmollte.
„Was für ein Tag!“ seufzte er. „Dabei hat er ganz gut angefangen.“
„Tja, es kann nicht immer Eitel Sonnenschein herrschen. In jeder Partnerschaft gibt es mal Streit. So war das auch mit Greaseball und mir.“

Eine halbe Stunde später lag ein großer Haufen Kleinholz neben dem Gleis.
„Gehts Dir jetzt besser, Kumpel?“ fragte Dustin. Rusty sah ihn an und senkte den Kopf.
„Ich glaub, ich hab mich vorhin richtig kindisch benommen. Casey ist noch Lehrling im ersten Jahr und hat erst acht Monate davon absolviert. Ich soll mich um ihn kümmern und ihm das beibringen, was ich weiß, stattdessen zanken wir uns wegen unwichtiger Dinge! Ich sollte ein Vorbild für ihn sein, aber ich mache genau das Gegenteil.“
„Jeder hat mal einen schlechten Tag.“ lächelte Dustin, ergriff ein paar der zerkleinerten Bretter und schob sie in Rustys Feuerbüchse.
„Hey, so schlecht fühlt sich das gar nicht an.“
„Hehe, na siehst Du.“

„Casey?“
Der Junge sah auf.
„Es...tut mir leid. Ich war heute richtig...“
„...zickig.“ beendete der Junge den Satz. „Mir tut es auch leid, das wir uns in die Wolle gekriegt haben. Dabei sind wir doch die besten Freunde. Und was wir schon alles erlebt haben!“
„Genau! Ich verspreche Dir, das ich von nun an nicht mehr meckern werde.“ sagte Rusty, hob seinen Lehrling hoch und schenkte ihm eine herzliche Umarmung, die der Junge erwiederte.
„Hmm...dein Kessel ist nur noch lauwarm. Wird Zeit, das wir wieder richtig anheizen.“
„Gesagt –getan. Eine halbe Stunde später war mit gemeinsamer Hilfe das Brennmaterial im Tender verstaut und Rusty stand wieder unter Dampf. Die Reise konnte weitergehen.

Und zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten später...
„Da ist Oledin! Wir haben es geschafft! Und noch vor Sonnenuntergang!“ rief Casey.
„Das da vorn soll Oledin sein? Ich sehe nur eine Bahnstation. Wo ist die Stadt?“
„Nicht da vorne, sondern da oben, Rusty!“ antwortete Casey und wies nach oben. Auf dem Platteau der großen Hügelkette thronten die Gebäude einer großen Stadt. Der Junge musste den Kopf weit in den Nacken legen um überhaupt einige Gebäude zu erkennen.

Langsam lief der kleine Zug in den menschenleeren Bahnhof ein.
„Geschafft. Das Holz ist auch fast aufgebraucht. Ich hoffe, wir kriegen hier auch Kohle.“ murmelte Casey.
„Oledin-Tal. Hm...kein Lokschuppen...aber Lagerhäuser...ein Kran...das ist eine reine Verladestation...“
„Das ist richtig. Der eigentliche Hauptbahnhof liegt oben in der Stadt.“ hörte Casey plötzlich eine Stimme hinter sich. Er zuckte zusammen und fuhr herum.
„Huch! Mann, hast Du mich erschreckt!“
„Oh-tut mir leid. Ich heiße Hyronimus.“
„Ich bin Casey Jones aus Kommoran. Und diejenigen, wo gerade transformieren sind Rusty, Dinah und Dustin.“
„Willkommen in Oledin, Leute.“
„Du bist eine Diesellok.“ bemerkte Casey, als er die gelb-rote Lok musterte.
„Richtig. Leichtbauklasse. Ein mittelschwerer oder schwerer Diesel hätte Probleme, die Steilstrecken zu bewältigen.“
„Und Du bist auch Favorit von Oledin. D-Liga. Wir wollen dich zu einem Rennen herausfordern.“ sagte Casey.
„Mit einer Dampflok? Ich hatte noch nie einen Dampfer als Gegner. Na ja, es gibt ja auch nicht viele mehr von ihnen. Unsere hat alle der Starlight Express bereits zu sich gerufen. Und neue Dampfloks werden bei uns schon lange nicht mehr gebaut.“
Bei dieser Aussagte musste Rusty wieder an sein ausgestandenes Abenteuer auf dem Eisenbahnfriedhof zurückdenken.
„Appropos Dampf –wir bräuchten dringend Kohle. Habt ihr hier welche?“
„Haben wir da drüben. Hier in der Umgebung gibt es einige Bergwerke, wo noch Kohle abgebaut wird. Hier wird sie dann umgeladen und überall hin transportiert.“

Bevor Casey den Tender befüllte, stopfte er noch die restlichen Bretter in Rustys Feuerbüchse.
„Aua, langsam!“
„Sorry, Kumpel.-Okay, Hyronimus! Du kannst die Klappe jetzt öffnen!“
Über eine Rutsche glitt die Kohle in Rustys Tender, bis er bis oben hin voll war. Dann wurde noch Dustin aufgefüllt. Er rülpste als er voll war, eine feine schwarze Wolke entwich aus seinem Mund.
„Tschuldigung.“ murmelte er verlegen. „Das passiert mir manchmal, wenn ich richtig vollgeladen bin.“
„Okay, wir sind soweit.“ gab Casey dann das Zeichen an Hyronimus.
„Alles klar. Ich hab schon bescheidgegeben. Der Fahrdienstleiter hat die Strecke für uns freigegeben.“
Da der Diesel sich im Humanoid-Modus befand, transformierten auch Rusty und Dinah. Casey, der seine Inliner holen wollte, wurde von Rusty kurzerhand hochgehoben und auf dessen Schultern gesetzt. Es schien als wollte er den Ärger von heute nachmittag wieder gutmachen. Die beiden Loks samt Anhänger verließen den Verladebahnhof und machten sich an den Aufstieg.
„Da rauf?“ stöhnte Rusty, als er die sich in Serpentinen hochwindende Strecke vor sich sah.
„Ja. Mein Bahnhof befindet sich dort oben. Oledin liegt auf dem großen Platteau dieser Hügelkette. Sie ist die höchste Erhebung hier in der Umgebung.- Höhenangst, Dampfer?“
„Ich habe keine Höhenangst.“ brummte Rusty ärgerlich.
„Soll ich Dir schieben helfen?“
„Danke, aber ich habe einen Zahnradantrieb, den ich bei Bedarf zuschalten kann.“
„Wie ich. Damit kommen wir viel leichter die Steigungen hoch.“

Diesmal zog Rusty tapfer vorwärts, kein Laut der Klage kam über seine Lippen. Aber Casey merkte, wie anstrengend es für ihn war, vor allem mit dem voll beladenen Dustin.
„Du bist ja schon ganz außer Atem, komm häng dich bei mir ein, zusammen gehts leichter.“ sagte Hyronimus, der vorneweg fuhr.
„Danke, aber ich...tschff...schfff...ssschaff das schon!“ schnaufte Rusty. Casey rollte mit den Augen. Jetzt wollte sein Lokpartner es wieder mal allen beweisen.
„Hör auf Hyronimus, Rusty. Du bist müde von der langen Fahrt. Lass Dir helfen. Du musst mir nichts beweisen, indem Du dich alleine hochplagst.“
„Also gut.“ nickte die Dampflok und ergriff die Kuppelringe des Diesels. Tatsächlich ging es viel leichter zu zweit.

Endlich gelangten sie auf das Hochplatteau. Und die Reisenden erlebten die nächste Überraschung.
„Wow! Seht doch nur! Eine alte Festung! Und wie riesig die Anlage ist!“ rief Casey. In der Abenddämmerung leuchteten die Mauern in einem dunklen rot.
„Diese Burg erstreckte sich einst über das halbe Platteau. Die Vorfahren der Bewohner von Oledin haben den Bahnhof in die alte Burgruine integriert. Die Gleise und Bahnsteige liegen im ehemaligen großen Innenhof.“ erklärte Hyronimus. „Und zu eurer Rechten liegt Oledin, unsere Hauptstadt.“
„Von hier oben hat man auch eine tolle Aussicht! Seht nur!“ schwärmte Dinah. Gerade eben erreichte die untergehende Sonne den Horizont.
„Und das können die Bewohner hier fast jeden Abend genießen...“ seufzte Casey.
„Und seht nur: Auch hier überall Windmühlen.“
„Sie pumpen das Wasser auf das Platteau oder erzeugen Strom. Lunia ist ein sehr windreiches Land wegen der günstigen Luftströmungen.“ erklärte Hyronimus.
„Wow, hier versteht man was von alternativer Stromerzeugung.“ meinte Casey.

Auf dem zweiten der acht Gleise lief der kleine Zug schließlich ein und hielt.
„Endlich angekommen!“ seufzte Rusty.
„Ja, endlich.“ nickte Casey und kletterte von den Schultern seines Lokpartners. Um die Bahnhofsanlage herum erstreckten sich nach drei seiten die alten Festungsmauern.
„Casey wo willst Du hin?“ fragte Dinah.
„Kurz mal nach draußen vor den Haupteingang.“ antwortete der Junge und lief los. Dinah verstand, was er vorhatte und folgte ihm.
Casey eilte die breite Treppe hinab bis auf den Vorplatz, blieb dann stehen und drehte sich herum.
„Wow! Von aussen sieht das Ganze noch imposanter aus!“ staunte er, als er die beiden Türme rechts und links des Eingangsportals sah.
„Ich habe noch nie solch einen Bahnhof gesehen. Dieser hier ist wirklich etwas Besonderes.“ erklärte Dinah.
„Hehe, nur das keine Ritter oder Landsknechte mit den Zügen fahren.“
„Sag das nicht, kleiner Lehrling, einmal im Jahr beim großen Mittelalter-Spektakel fahren wirklich unsere Bewohner in historischen Kostümen mit unserer Bahn.“
Casey und Dinah fuhren herum. Hinter ihnen stand ein älterer Mann in einer blaugrauen Uniform und den Abzeichen eines Stationsvorstehers.
„Guten Abend, ihr seid wohl gerade erst angekommen.“
„Ja, Sir. Ich bin Casey Jones aus Kommoran. Und das ist Dinah. Meine Lok wartet drinnen im Bahnhof.“
„Willkommen in Oledin. Ich bin Mr. Radcliffe, der Stationsvorsteher des Hauptbahnhofs und des Verladebahnhofs unten im Tal. Dann lass uns mal wieder hineingehen. Ich wohne mit meiner Familie im großen Lokhaus.“
Das „Lokhaus“ war ein umgebauter ehemaliger Bereich der Festung und befand sich hinter dem äußersten Gleis. Es gab zwei Eingänge. Die großen Tore für die Lok und die normale für das Personal. Und eine dritte Tür führte in den Wohnbereich der Radcliffes. Dieser hatte als Einziger auch einen Hinterausgang, der in den großen Garten führte. Hinter dem bunten Holzzaun begann die Straße in die Stadt.

„Dort hinten befindet sich noch eine kleine Aschengrube. Sie hat eine Metallluke als Deckel.“
„Alles klar. Rustys Aschekasten ist sicher schon randvoll.“
Die kleine Dampflok wartete bereits ungeduldig und transformierte, als sie mit Casey dem Platz erreicht hatte. Der Junge klappte den Deckel hoch.
„Kaum was drin...hier war schon lang keine Dampflok mehr...“ murmelte er.
Beim Entleeren des Aschekasten und Entfernen der Schlacke fielen diesmal einige verkohlte Nägel und Metallklammern mit in die Aschegrube.
„Jetzt siehst Du, warum ich alte Bretter nicht mag. Dieses ganze Metallzeugs schlägt mir auf die Brennkammer.“ sprach Rusty, nach dem er wieder zurücktransformiert war und warf einen angewiderten Blick in das Loch.
„Verdauungsprobleme?“ grinste Casey.
„Ha-ha! Sehr komisch!“ knurrte Rusty und stieß ihn leicht an.
„Hehe-uaah!“
Ein unachtsamer Schritt und schon rutschte Casey selbst mit in das flache Erdloch. Zum glück befand sich kein Wasser darin. So staubte es nur ordentlich, als er hineinplumpste.
„Hey, vorsicht!“
Rusty griff zu und zog seinen Lehrling wieder heraus, der nun über und über mit Ruß bedeckt war.
„Na toll.“ brummte Casey und versuchte, den Ruß durch Ausklopfen loszuwerden, was aber nicht viel brachte. Zum Schluss verschlossen beide die Asche-und Schlackegrube wieder.
„Endlich bin ich das Zeug los! Holzasche mag ich gar nicht so gerne. Danke, Casey.“
„Keine Ursache. Und ich schau das ich den Ruß loskriege.“

Casey musste das Wasser in der Wanne einmal auswechseln, als er den gröbsten Ruß abgewaschen hatte. Mrs. Radcliffe hatte die verrußte Lehrlingsuniform mit seiner anderen Schmutzwäsche in ihre Waschmaschine gestopft.
Plötzlich ging die Tür einen Spalt breit auf und Rustys Kopf lugte herein.
„Uwah! Rusty! Man klopft vorher an, bevor man die Nase in ein Badezimmer steckt! Es könnte ja auch ein weiblicher Lehrling hier drin sein!“ tadelte Casey.
„Schon gut. –Hast Du eigentlich gemerkt, das hier die Türen überall so hoch sind?“
Der Junge nickte.
„Oh je, Du bist ja noch immer halb schwarz.“ grinste Rusty.
„Ich hab das Wasser gerade wechseln müssen.“
„Na komm, ich helfe Dir.“ lächelte die Dampflok und nahm ihrem Lehrling den Schwamm aus der Hand.
„Bist Du mir eigentlich noch böse wegen der Sache mit der Kohle?“
„Unsinn! Das Du dich verkalkuliert hast, kann ja mal passieren. Du lernst ja noch.“
„Und Du musst noch lernen, nicht so viel Schampoo zu nehmen.“ grinste Casey, welcher von einer dicken Schaumwolke umgeben war.
„Besser zu viel als zu wenig.“ grinste die Lok zurück.“Hey!“
Casey hatte eine große Schaumwolke auf Rusty geschubst.
„Und wie Du wieder aussiehst.“ meinte Casey halb scherzhaft und wischte mit dem Schwamm über Rustys Gesicht.“
„ Mwpfwah! Ich bin nicht-ah, vergiss es.“
Die kleine Dampflok wollte heute wirklich nicht mehr widersprechen.
„Seid ihr bald fertig da drinnen? Das Essen wird kalt, Casey!“ hörte er Dinahs Stimme.
„Oh beeilen wir uns! Sie hat ja auch für die Famile des Stationsvorstehers mitgekocht! Er wohnt ja gleich nebenan!“

Casey fand es ein wenig eigentümlich, wieder einmal mit einer Familie an einem Tisch zu sitzen. Wie lange hatte er das schon nicht mehr. In den letzten Jahren war ja sein Vater seine einzige Familie gewesen. Und hier nun gab es den Stationsvorsteher, seine Frau und ihre drei Kinder. Selbst Hyronimus und zwei Waggonmädchen waren anwesend und saßen mit am Tisch. Und selbst für Rusty, Dinah und Dustin hatte man Sitzgelegenheiten besorgt. So war der Wohnraum ziemlich voll. Aber es war auch gleichzeitig gemütlich.
Gerade eben stellte Dinah eine große Schüssel auf den Tisch und setzte sich.
„Zuerst wollen wir wie immer, dem Starlight Express unsere Ehrerbietung erweisen.“ sprach der Stationsvorsteher. Zu Caseys großer Überraschung kreuzten alle Familienmitglieder die Hände vor der Brust und wandten ihre Blicke geradeaus. Hyronimus und die beiden Waggonmädchen folgten dem Beispiel. Casey warf seinen Freunden hilfesuchende Blicke zu. Dustin und Rusty zuckten nur die Schultern, aber Dinah forderte sie mit einer stummen Geste auf, das selbe zu tun. Im nächsten Moment verstand Casey.
„Sie beten!“ raunte er Rusty zu. Also nahmen auch sie diese Haltung ein und verharrten.

„Großer Zug der Sterne. Halte deine schützendes Licht über dieses Land und alle Bewohner. Und über den ganzen Kontinent. Bewahre uns vor Unglück und Katastrophen und bringe unsere Reisenden immer wieder sicher nach Hause zurück. “ sagte der Stationsvorsteher feierlich. „Möge der Starlight mit uns sein.“
„Möge der Starlight mit uns sein.“ kam es einstimmig gemurmelt zurück.
Erst jetzt lösten alle wieder ihre Haltung und das Essen wurde verteilt.

„Ich habe noch niemals Leute so zum Starlight beten sehen.“ sagte Casey nach dem Essen, als sie unter sich waren.“ Es war ein sehr ehrfürchtiger Moment.“
„In jedem Land wird der große Sternenzug anders verehrt.“ erklärte Dinah.
„Also wenn ich mit dem Starlight Zwiesprache halten will, tu ich es einfach. Aber ich tu es nicht oft, er hört anscheinend nicht zu.“ bemerkte Rusty.
„Ich glaube schon, das er Dir zuhört. Du bist ja nicht der Einzige, der zu ihm spricht. Und vergiss nicht, er hat uns zusammengebracht.“ sagte Casey.
„Ich würde ihn gerne selbst einmal sehen oder wenigstens seine Stimme hören! Nur einmal.“
„Dann musst Du genauer hinsehen, wenn Du nachts in den sternenklaren Himmel schaust.“ riet Dinah. „Aber es stimmt, Casey. Wenn wir etwas vom Starlight Express erbitten wollen, tragen wir ihm einfach unsere Wünsche und Bitten vor.
„Das hab ich auch schon oft. Und es ist dann oft selbst wie ein Gebet.“
„Casey, was sitzt ihr denn hier alleine zusammen? Kommt doch noch ein wenig mit zu uns herüber. Ich möchte ein wenig von deinen Erlebnisen hören, die Du auf deinen Reisen hattest.“ sprach der Stationsvorsteher.
„Gerne.“ nickte Casey und erhob sich.
So saß der Junge mit seinen Freunden noch ein wenig mit der Familie des Stationsvorstehers in der Wohnstube neben dem Lokschuppen zusammen. Mr. Radcliffe hatte ein Fotoalbum hervorgeholt und zeigte Casey Fotos vom letzten Mittelalterlichen Spektakel. Tatsächlich saßen in den Wagen nur Leute in Kostümen oder posierten auf den Bahnsteigen.
„Hehe, wenn man den Ritter hier und Hyronimus ansieht, wie sie nebeneinander stehen, merkt man keinen Unterschied.“ grinste Casey.
„Da hast Du recht, Junge. Dieses Fest ist jedes Mal ein großes Ereignis und lockt Besucher aus nah und fern an. Es findet jedes Jahr im Herbst statt, wenn die Ernte eingebracht wurde und es nicht mehr so heiß ist. Höhepunkt ist natürlich immer das große Lokrennen.“
„Appropos Lokrennen. Wir sind hier, weil wir Hyronimus herausfordern wollen.“
„Das habe ich mir fast schon gedacht. Wie viele Plaketten habt ihr schon?“
„Fünf. Die Letzte konnten wir in Arrosia eringen.“
„Aha. Dann seid ihr gegen Tron gelaufen.“ bemerkte Hyronimus.
„Genau.“
„Auch ich bin schon gegen ihn angetreten. Dabei schied er vorzeitig aus, weil ich seinen Anhänger Lonzo in den Graben gerempelt habe und er sich dabei seinen Knöchel verstaucht hat.“
„Hihi, mann war der sauer.“ kicherte Lilli, das zweite Klasse-Waggonmädchen. „Hat mir schöne Augen gemacht und da ist Hyronimus dazwischengegangen.“
Der Diesel und die beidenWaggonmädchen beschäftigten sich nebenbei mit den Kindern. Sie spielten mit ihnen oder erzählen.
„Das habe ich noch nie erlebt, das Loks und Waggons dermaßen am Familienleben der Menschen teilnehmen.“ staunte Casey.
„Das ist hier auf den Bahnstationen in Lunia so üblich. Wir pflegen eine enge Beziehung zu unseren Zügen. Während der Arbeit und auch in der Freizeit. Sie sind Teil unserer Familie. Lilli hilft mir oft im Haushalt, wenn sie keinen Dienst hat.“ erklärte Mrs. Radcliffe.
„Jetzt verstehe ich, warum der alte Jerome Zebulon so vermisst hat.“ raunte Casey Dinah zu.
„Und warum die Türen und Räume hier überall so hoch sind.“
„Manchmal schlafe ich sogar bei den Kindern im Zimmer.“ bemerkte Hyronimus. „Und Kero, der gerade unterwegs ist, wird in vier Monaten einen Lehrling bekommen.“
„Heißt das, er wird dann auch mit ihm auf Reisen gehen?“
„Warscheinlich. Aber die ersten Monate wird sie noch hier lernen.“
„Sie?“
„Ja. Minerva ist ein Mädchen. Sie wird in zwei Wochen ihren Schulabschluss machen und dann bei uns mit ihrer Ausbildung anfangen.“
„Aha...“
„Was guckst Du denn so? Wusstest Du nicht, das auch Mädchen Lokführer werden können?“ bemerkte Dinah. „Wir haben auch weibliche Lokführer in Kommoran.“
„So wie Bobetta Flint?“ fragte Dustin.
„Krrr...erwähne nicht diesen Namen!“ grollte Dinah in schlechter Erinnerung. Das Techtelmechtel mit der Lokführerin war ja der Grund für Dinahs Trennung von Greaseball gewesen.
„Hehe, natürlich. Wie dumm von mir. Ich bin nur noch keinem weiblichen Lokführerlehrling begegnet.“ grinste Casey und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
„Das wirst Du schon noch. Sie sind zwar nicht so häufig wie ihr Jungs aber durchaus fähig, jede Art von Loks zu führen.“
So verging die Zeit, bis schließlich...
„Oh-da ist aber einer sehr müde.“ lächelte der Stationsvorsteher.
„Casey?-Er ist eingeschlafen. War ja auch ein anstrengender Tag heute.“ meinte Dinah.“Ich bring den kleinen Lehrling ins Bett.“
„Ich mach das schon, Dinah. Für mich wird es auch Zeit zum Schlafengehen.“ erklärte Rusty und erhob sich. Vorsichtig hob er den schlafenden Jungen von seinem Stuhl und trug ihn nach einem abschließenden „Gute Nacht“ an alle Anwesenden nach Nebenan.
Zuerst streifte er Casey die Schuhe ab, dann legte er ihn auf dem Bett ab. Dann folgten die Kleider und er zog ihm den Pyjama an. Casey brummte nur ab und zu kurz und rollte sich ein wenig zusammen. Erleichtert deckte Rusty schließlich seinen Lehrling zu, strich ihm vorsichtig einige Strähnen aus dem Gesicht und betrachtete ihn eine Weile.
Plötzlich war es wieder da. Ein Flashback.
Er sah sich selbst auf einer Schlafmatratze liegen, über ihn hatte sich ein fremdes Waggonmädchen gebeugt, breitete eine Decke über ihn und lächelte sanft. Aber noch bevor er die Fremde besser erkennen konnte, kehrten die Gedanken der kleinen Lok wieder in die Gegenwart zurück.
„Ruß und Schlacke...etwas in meinem Unterbewusstsein versucht nach draußen zu kommen....es muss etwas mit meinen verlorenen Erinnerungen zu tun haben.“

In dieser Nacht lag Rusty noch lange wach und versuchte sich zu erinnern, wo er das Gesicht gesehen haben könnte, aber er kam nicht darauf. Und doch glaubte er, diese Person gut zu kennen...von irgendwoher...aus der Vergangenheit.


„Guten Morgen, kleiner Lehrling.“ begrüßte Dinah Casey, als er am nächsten Tag aus dem Badezimmer getappt kam und sich den Schlaf aus den Augen rieb.
„Morgen, Dinah. Wer hat mich denn gestern ins Bett gebracht? Ich errinere mich nur noch, das ich im Wohnzimmer mit Mr. Radcliffes Familie zusammengesessen bin.
„Rusty hat dich ins Bett gebracht. Wir wollten dich nicht wecken.“
„Oh.“ murmelte Casey. „Ich bin einfach im Sitzen weggenickt?“
„Du bist noch jung und brauchst deinen Schlaf. Und gestern war ein harter Tag.“
„Erinner mich bloß nicht daran. –Und Rusty pennt natürlich noch immer. –Na, egal. Ich will nachher in die Stadt und mir ein paar neue Klamotten besorgen. Brauchst Du etwas, Dinah?“
„Ein paar Lebensmittel. Ich mach Dir nachher eine Liste.“
„Alles klar.“

Als Casey später nach draußen ging, sah er den Stationsvorsteher vor dem Haus auf einer Anhöhe stehen. Eine lange Stange steckte im Boden, an dessen oberem Ende verschiedene Wimpel und Bänder befestigt waren, die fröhlich im Wind flatterten.
„Was macht Mr. Radcliffe denn jetzt? Er hebt die Arme...will er etwa wieder...?“
„Er ehrt unsere Windgöttin und ihre drei jüngeren Schwestern. Das macht er jeden Morgen. Und nicht nur er.Viele tun das.“ erklärte Hyronimus, welcher unter einem Baum im Gras hockte.
„Halte stets die Flügel unserer Windmühlen in Bewegung und schicke uns den Regen für unsere Felder. Morgen bekommst Du wieder ein neues Band, mit dem deine kleinen Schwestern spielen können.“ sprach der Stationsvorsteher.
„Schwestern?“
„Natürlich. Vier Winde. Vier Göttinen. Die Göttin des Westwindes ist die Älteste. Die bunten Bänder und Wimpel sind Opfergaben, damit sie uns stets wohlgesonnen sind. Deshalb müssen sie immer wieder erneuert werden. Im Herbst kommen auch Drachen hinzu, die die Kinder basteln. Man erzählt, die jüngeren Schwestern, lieben es, sie flattern zu lassen.“
„Ihr habt interessante und schöne Bräuche hier. In Arosia hat uns ein kleines Mädchen eine schöne Gesichte über eine Wassernyphe erzählt.“
„Echt? Lass hören.“

„Die Kinder werden sich sehr freuen, wenn ich ihnen davon erzähle.“ lächelte Hyronimus, als Casey geendet hatte.“Ich bin immer erpicht darauf, neue Geschichten aus anderen Ländern zu hören.“
„Sag mal, Hyronimus, wo finde ich hier einen guten und preiswerten Laden für Kleidung?“
„Ich kann dich hinbegleiten, wenn Du möchtest. Habe gerade keinen Dienst. Erst wieder in zwei Stunden.“
„Das wäre sehr nett, wenn Du mir die Stadt zeigen könntest.“

Auch in den Straßen der Stadt war zu merken, wie eng die Menschen und ihre Zugpartner zusammenlebten. Hyronimus kannte viele der Bewohner, man grüßte und unterhielt sich ganz normal untereinander.
Auch andere Waggons oder Loks bewegten sich ungezwungen zwischen den Menschen.
„Das war Leonidas, ein guter Bekannter aus einer Nachbarstadt. Er fährt in einer Stunde wieder mit seinem Zug zurück nach Hora. Dort sitzt er mit im Stadtrat, wenn der tagt. Oder auch in Unserem.“
„Echt? Das ist unglaublich.“
„Wir haben ihn als Vorsitzenden gewählt, der unsere Interessen vertritt.“

„So, da sind wir. Hier findest Du alles, was Du brauchst. Und der Händler gibt einen Rabatt für Lehrlinge. Du brauchst ihm nur deinen Ausweis zu zeigen.“
„Hey, danke. Wartest Du hier?“
„Ich besuche so lange kurz einen Bekannten. Er wohnt gleich da drüben.“
„Okay. Eine halbe Stunde reicht mir für meine Besorgungen hier.“

Voll bepackt mit den Besorgungen kehrten die beiden schließlich zum Bahnhof zurück.
„Danke Hyronimus. Ohne dich hätte ich das alles gar nicht alleine tragen können.“
„Gern geschehen. Jetzt muss ich aber los, mein Dienst fängt gleich an.“
„Bis später.“

Rusty hockte in einer Ecke und untersuchte seinen Helm, den er bei den Rennen immer trug.
„Na, endlich ausgeschlafen?“
„Wo warst Du denn?“ fragte die Dampflok.
„Mit Hyronimus in der Stadt, Besorgungen machen.“ antwortete Casey und wies auf den Haufen Tüten auf dem Tisch. Dinah hatte angefangen die Vorräte auszupacken.

Mr. Radcliffe betrat die Halle.
„Wegen des Wettrennens habe ich jetzt einen Termin. Morgen nachmittag um fünfzehn Uhr auf den Gleisen sieben und acht.“
„Alles klar. Hast Du gehört, Rusty?“
Die kleine Dampflok nickte.
„Sagen sie, Mr. Radcliffe, besteht hier in ihrem Betriebswerk die Möglichkeit, Streicharbeiten durchzuführen?“
„Da müsstest Du mit Mr. Shaun reden. Geht es um deinen Rusty? Ich habe gesehen, das der Anstrich bei ihm noch nicht ganz fertig ist. – Thadäus wird dich hinbringen, er ist gerade zurückgekommen und hat dort auch etwas zu erledigen.“
„Das stimmt. Ich möchte langsam fertigwerden, damit Rusty wieder anständig aussieht.“
„Okay, dann kommt mal mit.“

Thadäus war ebenfalls eine Leichtbau-Diesellok, ähnlich wie Hyronimus, jedoch besaß er eine rot-schwarze Lackierung.
„Du wirst also morgen gegen meinen älteren Bruder antreten. Das will ich nicht verpassen.“ lächelte er, als er Rusty samt Lehrling hinüber zu den großen Werkskomplex schleppte. Dustin hatte sich mit angehängt, er wollte auch dabei sein. Dinah und Mrs. Radcliffe tauschten untereinander gerade Rezepte und Küchentricks aus und dem Tender war es alleine zu langweilig.
„Auf jeden Fall werden er und Dustin ihr Bestes geben.“ antwortete Casey.
Die große Halle lag nicht weit vom Bahnhof entfernt. Mehrere Gleise führten zu den nebeneinanderliegenden Toren, es gab sogar eine Drehscheibe hier.
„Hier nun seht ihr die Werkstätten von Oledin. In diesen Hallen werden neue Waggons und Loks gebaut und die Bestehenden repariert und gewartet.“ erklärte Thadäus.
„Wo wollt ihr denn hin?“ fragte der Mann an der Drehscheibe.
„Zu Mr. Shaun.” antwortete der Diesel.
„Er müsste sich gerade in der Neubau-Werkstatt befinden. Tor 4.“
Also setzte sich die Drehscheibe langsam in Bewegung, bis sie vor dem Gleis hielt, das zum entprechenden Tor führte.
„Danke, Henry.“ winkte Thadäus rollte von der Scheibe und zog seine Besucher mit.

Im Innern herrschte geschäftiges Treiben. Der Bau einer neuen Lok war im vollen Gange. Und dementsprechend war auch der Lärmpegel.
„Bald werden wir zu viert sein. Seht ihr, da drüben entsteht gerade mein jüngster Bruder. Ist noch nicht viel zu sehen, aber in vier Monaten soll er fertig sein. Dann bekommt er auch vom Starlight Express eine Seele eingehaucht und er wird zum Leben erwachen.“ lächelte Thadäus. Man sah ihm an, das er sich freute.
„In Kommoran hat nur Greaseball in letzter Zeit neue „Brüder“ gekriegt. Und bald soll die erste E-Lok dort gebaut werden, wenn mehr Strecken bei elektrifiziert sind.“ erklärte Dinah.
„Stimmt. Kommoran hat noch keine eigenen E-Loks.“ bemerkte Casey.
„Ich wage gar nicht daran zu denken! Dann kriegen Pop und ich gar nichts mehr zu tun!“ knurrte Rusty.
„Ach, das glaube ich nicht. In Kommoran ist genug Platz für alle Loks.“

Dustin, der neugierig umhergerollt war, stieß plötzlich einen Schmerzlaut aus und knickte auf dem rechten Bein ein.
„He, Kumpel, was hast Du?“ fragte Rusty besorgt.
„Mein rechter Fuß....er tut auf einmal so weh.“
„Bringt ihn hierher.“ erklärte der Werkstattmeister.
„Keine Sorge. Mr. Shaun kann ihm sicher helfen.“ bemerkte Thadäus.
„Okay, setzt ihn hier auf den Betonblock. Die Beine hier hoch.“
Dustin hielt während der ganzen Inspektion still und gab keinen Laut von sich. Rusty hätte bestimmt schon gejammert, dachte sich Casey.
„Was ist mit Dustin?“ fragte Dinah, als Mr. Shaun wieder aufsah.
„Seine Radreifen sind total hinüber. Genauso ist es mit einigen Teilen der Achse. Sein enormes Gewicht...der Verschleiß geht da schneller von statten.“
„Können sie das reparieren?“
Der Meister erhob sich wieder.
„Sieht schlecht aus. Mir fehlen ein paar wichtige Teile und Kero kommt erst übermorgen abend wieder an mit den neuen Ersatzteilen. Vorher kann ich nichts machen. Ich kann seine Räder zwar so zusammenschustern, das er wieder einigermaßen rollen kann, aber beim Rennen morgen kann er keinesfalls so antreten.“
„Dann müssen wir das ganze Rennen verschieben.“ brummte Casey. „Und Mr. Radcliffe muss wieder alles umdisponieren.“
„Oder ich könnte diesmal einspringen. Ich habe Rennerfahrung aus der Zeit mit Greaseball.“
„Aber Du bist nicht als Zweitwaggon eingetragen.“
„Dann schau mal genau in den Unterlagen nach. Mr. Corell hat für den Notfall vorgesorgt. Ich darf aber nur einspringen, wenn es nicht anders geht. So wie jetzt.“
Casey zog das kleine Zulassungsheft aus der Innentasche seiner Jacke.
„Sie hat recht. Hier, Mr. Corell hat Dinah als Notfallbesetzung eingetragen.“
„Au ja. Fahr mit Dinah, dann hast Du es diesmal leichter. Gerade wegen der vielen Buckel hier.“ bemerkte Dustin.
„Würdest Du wirklich, Dinah?“
„Ich möchte mal sehen, wie es ist, mit Dir ein Rennen zu fahren. Vielleicht kann ich Dir ja noch ein paar Tipps geben.“
„Abgemacht. Du bist dann morgen mein Waggonpartner.“ nickte Rusty.
„Gut, ich sag nachher Mr. Radcliffe bescheid.“ nickte Casey.
Inzwischen hatte Mr. Shaun Rusty zu sich gewunken und besah ihn sich von allen Seiten.
„Du bist wohl dabei, Rusty einen neuen Anstrich zu verpassen.“ meinte der Meister.
„Stimmt, aber die letzte Zeit bin ich kaum dazu gekommen. Deshalb wollte ich auch zu ihnen hier ins Werk. Haben Sie hier die Möglichkeit, Streicharbeiten durchzuführen?“
„Selbstredent, Casey. Ich habe einiges an Farben hier und kann Dir ein wenig zur Hand gehen, wenn ich mit Dustin fertig bin. Hast Du die Typennummer der Farben? Du weißt ja, schwarz ist nicht gleich schwarz. “
„Ich habe sie mir damals notiert. Prima, dann kann ich weitermachen. Sonst fängt er an den neu gestrichenen Stellen bald wieder an zu rosten.“
„Das wohl weniger. Der neue Anstrich schützt die Stellen.“


Eine halbe Stunde später konnte Dustin wieder aufstehen.
„Probier mal, wies läuft.“ erklärte Mr. Shaun.
„Und Dustin? Gehts wieder?“ fragte Casey, der den Tender beim langsamen auf und abrollen beobachtete.
„Wenigstens tut es nicht mehr so weh.“
„Roll nicht so viel herum. Ich kann Dir nicht sagen, wie lange diese Notreparatur hält.“ erklärte Mr. Shaun.
Der Tender nickte und ließ sich sofort artig auf einer Öltonne nieder.
„Und jetzt zu Dir, Rusty. Transformiere, denn im Maschinenmodus kann man bei Anstrichen besser arbeiten.“
Die kleine Dampflok seuftze und vollzog die Umwandlung.
„Ja, das sieht schon sehr gut aus. Aber zuerst muss wieder der Rost abgeschliffen werden.“
Prüfend klopfte Mr. Shaun mit seiner Faust gegen die rostigen Stellen.
„Gut, der Rost sitzt nur oberflächlich. Wir müssen keine Teile der Verkleidung erneuern.“
„Dem Starlight sei Dank!“ hörten die Beiden Rusty seufzen.

Bis zum Abend waren sie mit Rustys Anstrich ein gutes Stück weitergekommen.
„Toll! Jetzt sind es nur noch ein paar kleine Stellen! Wir sind bald fertig!“
„Bleib über Nacht hier und im Maschinenmodus, damit die Farbe gut trocknen kann. Bis zu deinem Wettrennen bist Du dann fertig.“
„Dann bis morgen, Rusty. Dustin bleibt bei Dir, dann bist Du nicht so alleine. Er soll ja nicht so viel herumrollen.“
„Gute Nacht, kleiner Lehrling.“ lächelte Dustin und winkte.
„Nacht, ihr beiden.“ wünschte Dinah und schloss sich Casey an.

„Dustin hat defekte Radreifen? Das ist natürlich ärgerlich. Ein Glück, das das Speisewaggonmädchen einspringen kann. Gut, ich ändere es in den Unterlagen.“ sagte Mr. Radcliffe und ging nach nebenan in sein Büro.
„Ist der Tender mit deiner Lok in der Werkhalle geblieben?“ fragte Hyronimus, der von Thadäus abgelöst worden war und nun frei hatte.
Casey nickte.
„Mr. Shaun hat gesagt, er solle nicht so viel herumrollen. Er kann nicht sagen, wie lange die notdrüftige Reparatur hält.“
„Und ich weiß, wie weh ein defektes Fahrwerk tun kann.“

Am nächsten Morgen brachte Hyronimus Casey hinüber in die Werkstatt.
„So, bis heute nachmittag also. Um fünfzehn Uhr gehts los.“
„Wir werden pünktlich sein.“
Als Casey die Halle betrat, hockte Rusty im Hummanoid-Modus auf einem Betonblock und wartete. Dustin hatte sich daneben auf den Boden gelümmelt.
Jetzt erhob sich die kleine Lok und zog den Tender auf die Beine.
„Lass dich mal ansehen....gut siehst Du aus. Den Rest machen wir noch irgendwo unterwegs oder zu Hause in Kommoran. Die anderen werden staunen, wenn sie sich sehen.“ erklärte Casey, als sich Rusty einmal um sich selbst gedreht hatte.
„Du und Mr. Shaun habt wirklich gute Arbeit geleistet.“lächelte die Dampflok.
„Bald kann keiner mehr über deine rostige Hülle herziehen.“
„Stimmt. Und man fühlt sich auch viel wohler, wenn nicht überall der Rost an der Hülle nagt.“
„Und wie gehts deinem Fahrgestell, Dustin?“
„Es ist nervig, wenn man ständig aufpassen muss! Ich hoffe, die Ersatzteile kommen bald!“ maulte der Tender.
„Kann ich gut verstehen, Kumpel. Aber jetzt geht es zuerst mal zurück zum Bahnhof. Ich hol mir nur mein Lehrberichtsbuch von Mr. Shaun ab.“

Den Rest des Tages verbrachte Casey damit, mit Rusty und Dinah zu trainieren, damit sie das richtige Gefühl füreinander füreinander bekamen.
„Das ist wirklich ein Unterschied. Du bist viel leichter, Dinah.“ lächelte die Dampflok zufrieden.
„Das hört sich gerade so an, als wärst Du froh, das Dustins Fahrgestell kaputtgegangen ist.“
„Nein, das verstehst Du falsch! Aber es ist offensichtlich das uns Loks Waggonmädchen lieber sind als Schwergewichte. Dustin ist schwer –aber er hat auch seine Vorteile, habe ich mit der Zeit bemerkt. Er läßt sich nicht so einfach von den Gleisen schubsen.-Sag mal, kannst Du überhaupt eine Attacke?“
Dinah lächelte spitzbübisch.
„Dann pass mal auf.“
Plötzlich hatte sie ein funkelndes, rundes Chromtablett in ihrer rechten Hand. Sie holte aus und warf es wie ein Diskusswerfer von sich. In einem weiten Bogen rauschte das Tablett durch einen Baum, kappte einige Äste und kehrte zu seiner Besitzerin zurück.
„Wow! Ein Tablett-Bummerang!“ staunte Casey.

Die Zeiger der großen Bahnhofsuhr zeigten fünfzehn Uhr.
Auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen sieben und acht hatten sich Mr. Radcliffe Casey und Mr. Protos, Hyronimus Lokführer versammelt. Etliche Zuschauer bevölkerten ebenfalls die Bahhsteige in der Nähe der Gleise.
„Also, das Rennen geht die Serpentinen hinunter und dann wieder hinauf. Jeder fährt auf einer Seite des Berges bis zum markierten Wendepunkt und dann wieder hinauf. Sieger ist, wer als Erster wieder oben ist.“
„Rauf UND Runter?“ stöhnte Rusty.
„Nur hier oben wärs doch langweilig. Es geht hier vor allem darum, nicht aus den Kurven zu fliegen, wenn man zu schnell ist. Ist schon einigen passiert. Sie sind entgleist.“erklärte Hyronimus.
„Na toll...“ brummte die kleine Dampflok.
„Ist man dann disqualifiziert, wenn das passiert?“ fragte Dinah.
„Wenn alle Gelenke noch heile sind, darf man weiterfahren. Aber viele haben sich schon ordentlich die Knöchel verstaucht oder die Schultern geprellt. Wie gesagt, die Abfahrt verlangt die höchste Konzentration.“
„Also, sei vorsichtig, Rusty!“mahnte Casey. „Nicht zu schnell, verstanden?“
„Ich pass mit auf, kleiner Lehrling.“ antwortete Dinah.
„Ich als Favorit nehme die etwas längere Strecke. Der Längenunterschied beträgt nur fünfhundertdreißig Meter. Oder willst Du? Ich überlasse jedem die Wahl.“
Rusty dachte nach.
„Ich nehme die längere Strecke! Die paar Meter...“
„Bist Du Dir sicher, Kumpel? Vergiss nicht, Du musst nachher wieder hier rauf.“ erklärte Casey.“Fang ja nicht wieder damit an, es allen umbedingt beweisen zu müssen.“
„Mein Entschluss steht fest.“
„Du musst wissen, was Du tust.“ seufzte der Junge.
„Gut, die längere Strecke startet von Gleis acht.“ erklärte Mr. Radcliffe. Dann rief er in sein Megaphon:“Das Rennen zwischen dem Herausforderer Rusty aus Kommoran und unserem Favoriten Hyronimus kann beginnen! Der Herausforderer hat die längere Strecke gewählt.“
„Wenn das mal nicht leichtsinnig war...“ dachte Casey.

Rusty überprüfte den Sitz seines Helmes, Dinah rückte ihr Spitzenhäubchen zurecht.
„Na, wenigstens gibst kein Gerangel während des Rennens.“ seufzte sie erleichtert.
Dustin beobachtete die Beiden.
„Hehehe, wenn Greaseball euch jetzt sehen würde, der würde in die Luft gehen.“ grinste der dicke Tender vergnügt.
„Soll er doch. Ich bin außerdem schon oft mit Rusty daheim in Kommoran gefahren, wenn es mein Dienstplan vorschrieb.“ meinte Dinah spitz.
„Ja, aber Grease hat erreicht, das Du niemals direkt hinter mir hängen durftest. Nur immer am Schluß.“ antwortete Rusty. „Ich könnte dich schmutzig machen, hat er immer gesagt.“

Plötzlich endteckte Casey am Himmel einen Gleitdrachen.
„Oh, das ist einer unserer Kammeraleute. Auf dem Bildschirm könnt ihr den Rennverlauf dann überwachen. Für jede Kamera eine Bildhälfte.“
Jetzt kam noch ein weiterer Drachen in Sicht.
„Gut, wir sind bereit! Auf die Plätze-fertig-LOS!“ rief Mr. Radcliffe und ein langgezogener Heulton drang aus dem Megaphon als er einen roten Knopf am Griff drückte.

Unter den anfeuernden Rufen der Zuschauer sputeten beide Loks los. Kaum hatten sie den Bahnhof verlassen, gabelte sich bereits die Strecke.
„Also, wir sehen uns nachher, Rusty! Mal sehen, wer schneller wieder oben ist!“ rief Hyronimus, dann verschwand er mit Lilli außer sicht.
„Pass auf, da vorne geht es bereits runter.“ warnte Dinah. Warnschilder machten auf das starke Gefälle aufmerksam.
„Langsam Rusty! Bremse etwas ab und dann immer schön in die Kurven legen.“
„Ich weiß, Dinah. Ich fahre solche Strecken nicht zum ersten Mal.“
„Aber Du kennst solche steilen Serpentinen noch nicht. –Vorsicht!“
„Schon gut!“
Die Räder der Dampflok kreischten und es flogen sogar einige Funken, als sie sich in die Kurven legte.
„He, das macht richtig Spaß! Vielleicht können wir einen kleinen Vorsprung herausholen.“
„Übertreibs nur nicht!“
Immer schneller ging es bergab.
„Uuunnddd....die Nächste!“
„Rusty, wir sind zu schnell-Da! Pass auf!“
Die nächste Kurve wand sich besonders eng um die Felsen und hatte auch noch ein starkes Gefälle. Und es kam, wie es kommen musste. Rusty hatte zu viel Tempo, konnte nicht rechtzeitig abbremsen und rauschte viel zu schnell in die Krümmung. Verzweifelt versuchte er sich noch gegenzusteuern, doch er rutschte von den Gleisen, raste den Abhang mit der erschrocken kreischenden Dinah hinunter und in ein darunterliegendes Terassenfeld mit Maisstauden. Da dieses ebenfalls eine Neigung hatte, wurde Rusty nicht langsamer.
„Ah!Ah! Verdammt!“
Die Stauden klatschten der Lok gegen den Helm, Dinah hielt sich schützend einen Arm vors Gesicht. Im nächsten Augenblick stolperte Rusty, verlor er den Halt, stürzte auf den Bauch und Dinah auf ihn. Gemeinsam rutschten und schlitterten sie weiter, bis das Gespann wieder aus dem Feld auftauchte.
Im Acker blieb eine breite Schneise zwischen den Stauden zurück.
Ein recht unsanfter Aufprall stoppte die Beiden endlich.
„Aua! Au! Ruß und Schlacke! Wo sind wir jetzt?“
„Du liegst auf dem Gleis eine Ebene tiefer! Du hast quer über den Hang und durch das Feld abgekürzt!“ antwortete Dinah, zog sich wieder auf die Beine und richtete ihre etwas zerzauste Frisur. „Und ich sagte noch, pass auf! Jetzt haben wir den Salat! Bist Du noch heil, Rusty?“
Langsam zog sich die kleine Dampflok auf die Beine.
„Es scheint alles noch okay zu sein. Höchstens ein paar Schrammen. -Mist! Darf ich jetzt einfach weiterfahren?“ knurrte Rusty, während Dinah ihm aufhalf.
„Na toll, ich möchte nicht dem Bauern begegnen, wenn er das sieht.“ bemerkte sie, als sie die Schneise hinter sich entdeckte. „Du hast die halbe Ernte demoliert.“
Rusty zog ein Stück einer Maisstaude aus dem Sichtloch seines Helms und löste zwei lange Blätter aus seinem Fahrwerk. Ein Streckenposten kam das Gleis hochgestapft.
„Seid ihr in Ordnung?“
„Uns fehlt nichts. Aber müssen wir jetzt wieder zurück um die Kurve nach oben wo wir von der Strecke abgekommen sind?“
„Nein, fahrt weiter. Dahinter steckte keine Absicht, das hab ich gesehen. Wäre es anders, währt ihr sofort disqualifiziert! Wir Steckenposten und die Cameras überwachen alles.“
„Okay, danke! Weiter, Rusty!“
„Wenn ich nur wüsste, ob diese ungewollte Abkürzung uns einen Vorsprung gebracht hat!“ murmelte Rusty. Diesmal gab er in den Kurven besser acht, bremste rechtzeitig, wie Dinah es ihm erklärt hatte.
„Endlich unten! Und da ist auch schon die Talstation!“ bemerkte Rusty und ging etwas in die Knie, damit er schneller wurde.

Unten angekommen, fuhren Beide in den Talbahnhof ein zur angezeigten Wendemarke.
„Holla, schon da? Hyronimus und Lilli waren noch nicht hier.“ erklärte der Mann, der die Weiche umstellte, während Rusty und Dinah die Richtung wechselten. „Aber dem Jubel nach sind sie es gleich. –Na los, fahrt weiter, ihr zwei, der Rückweg wird angstrengender und Hyronimus ist ein As auf Steigungsstrecken.“
Am Fuß der Erhebung kam ihnen Hyronimus entgegen.
„Na so was, schon an der Wendemarke gewesen? Bist Du geflogen, Kleiner?“ fragte der Diesel.
„Gewissermaßen.“ antwortete Rusty kleinlaut. Dann waren die Beiden schon außer sicht.

Nun ging es den selben Weg zurück, allerdings steil bergauf. Rusty war für seinen Zahnradantrieb dem Werksmeister von Juti mehr als einmal dankbar. Schnaufend zuckelte er den Berg hoch, Dinah schob von hinten so gut sie konnte nach. Dabei merkte sie, das die kleine Dampflok nun viel besser die Steigungen nahm, als noch vor einigen Monaten, zu Beginn ihrer Reise.
Knurrend und schnaufend kämpfte sich Rusty weiter.
„Überanstreng dich nicht! Denk an deinen Kessel!“ mahnte Dinah.

Mit der Zeit bekam Rusty einen Rhytmus dafür, wie er die steilen Aufstiege am besten bewältigen konnte. Er bemerkte, wenn er gleichmäßig ein-und ausatmete, erreichte er das beste Tempo. Und er merkte vor allem, wenn er wirklich alles gab, konnte er sogar über sich hinauswachsen und immer besser werden. Und das tat er nun.“
„Diese Plakette krieg ich auch!“ dachte die kleine Dampflok verbissen.
„Ja, weiter! Wir sind gleich oben!“ rief Dinah.
„Hoffentlich! Mir geht bald die Kohle aus!“ schnaufte die Lok. „Steigungen sind schlimme Brennstofffresser!“
Endlich war das Platteau erreicht.
„Du hast es geschafft!“
„Noch nicht ganz, Dinah! Sieh nur!“
„Oh nein! Hyronimus ist doch schneller gewesen!“
„Aber noch ist er nicht am Ziel!“
Nur noch sechshundert Meter trennten den Diesel vom Ziel. Und einige hundert Meter Rusty von Hyronimus.
„Krrr...so leicht mache ich es ihm nicht!“ knurrte die Lok keuchend und sputete los.
Dinah war wirklich über Rustys kämpferische Haltung überrascht. So kannte sie die kleine Dampflok gar nicht. Und Rusty freute sich, das Dinah so leicht hinter ihm herrollte.

„Hyronimus, schau mal!“ rief Lilli zur gleichen Zeit.
„Der Kleine ist auch schon oben? Erstaunlich! Für eine Dampflok hat er echt was drauf!“
„Und er holt auf!“
„Dann wird es noch interessant!“ lächelte die Diesellok. „Na komm, Kleiner! Mach es mir nicht so einfach!“
„Grrr...nenn mich nicht immer Kleiner!“ grollte Rusty.“Dir zeig ichs!“
„Weiter so Rusty!“ rief Dinah.

„Da kommen sie! Rusty und Hyronimus liegen fast auf gleicher Höhe! Die Dampflok aus Kommoran hat die längere Steigung in fast der gleichen Zeit geschafft! Eine beachtliche Leistung!“ rief der Stationsvorsteher durch sein Megaphon.
„Los, Rusty! Zeigs denen!“ rief Dustin und riss die Arme hoch.
„Hätt ich nicht von ihm gedacht. Wenn er so weitermacht, klettert er bald wie ne Gemse.“ lächelte Casey.“Ich wusste es. Er kann sich steigern. Und er hat jetzt den Willen dazu.“

Dinah hatte unterdessen ihr Tablett hervorgeholt und warf es nach Hyronimus. Das runde Geschoss knallte gegen den Helm des Diesels, prallte ab und flog zu seiner Werferin zurück.
„Aua! Hey, was war denn das?“ fluchte Hyronimus und rieb sich die getroffene Stelle.
„Dinah hat ihr Serviertablett nach Dir geworfen!“ rief Lilli.
„Ich habe ihn etwas abgelenkt, Rusty. Fahr zu.“
Bald liefen beide Loks nebeneinander. Nur noch vierhundert Meter trennten sie von der Ziellinie. Hyronimus begann seinen Gegner zu rempeln, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das gleiche versuchte Lilli mit Dinah.
„Hey!“ fluchte Rusty und rempelte zurück.

„Oh-ho, das wird knapp! Wer wird als erster die Linie passieren? Warscheinlich wird hier ein Zielfoto bestimmen müssen, wer gewonnen hat.“
Immer noch rangelnd und stoßend, rollten beide Züge in die Zielgerade. Hyronimus hielt Rusty umklammert, der hämmerte mit seiner Faust gegen den Helm seines Gegners. Auch die Waggonmädchen rangen miteinander, Lilli versuchte, Dinah dazuzubringen, die Kuppelringe loszulassen.
Die schwarz-weiß geringelten Masten, welche das Ziel markierten, rückten schnell näher. Und plötzlich waren beide daran vorbei. Der Rechte erzitterte leicht, weil Hyronimus mit seinem Fuß dagegengestoßen war.
„Mist! Wer hat jetzt gewonnen? Die sind ja als Knäuel durchgerollt!“ fluchte Casey.
„Hey, Du kannst aufhören zu rangeln, wir sind durch! Und zieh die Bremse an! Hörst Du nicht? Anhalten, Kleiner!“ rief Hyronimus.
„Was? Uah!“
Der Prellbock kam rasch näher. Hyronimus hielt Rustys Hüfte unmklammert und trat noch stärker auf die Bremsen. Auch die Dampflok reagierte nun und trat auf die Klötze. Ein ohrenbetäubendes Kreischen erfüllte den Bahnhof, die Zuschauer hielten sich die Ohren zu.
Kurz darauf folgte ein dumpfer Rumms. Rustys Helm hatte mit dem Prellbock Bekanntschafft gemacht, durch den plötzlichen Ruck fielen alle vier ineinander und lagen nun als Knäuel am Endpunkt des Gleises.
Hyronimus Lokführer sprang als erster auf die Gleise und half Lilli auf, welche ganz oben lag. Dann half sie Dinah auf die Räder und zu dritt wuchtenten sie Hyronimus hoch. Rusty kniete auf den Schwellen, keuchte und schnaufte, Dampfwolken traten überall aus seinen Öffnungen zwischen den Gelenken hervor. Casey lief besorgt zu ihm. Hoffentlich war nicht wieder so etwas passiert, wie damals in Juti.
„Nehmt ihm zuerst den Helm ab und lasst ihn ausschnaufen.“ erklärte Hyronimus, der ebenfalls schwer atmend sich von seinem Kopfschutz befreite.
Mit hängenden Schultern gelang es der kleinen Dampflok, sich in eine hockende Position zu bringen, Casey löste vorsichtig den Kinnriemen und zog Rusty den Helm ab. Dann warf er einen prüfenden Blick auf die Kesselanzeige. Sie stand deutlich im roten Bereich, aber der Überdruck war nicht lebensgefährlich.
„Du bist völlig außer Atem! Alles in Ordnung mit Dir?“ fragte Casey besorgt.
Rusty konnte nur japsend nicken, er brachte keinen Ton mehr heraus.
„Und wie siehst Du denn aus? Bist Du unterwegs gestürzt?“
„Er ist beim Bergabfahren aus der Kurve geflogen und quer durch einen Acker am Hang.“ erklärte Dinah.
Inzwischen brachte Hyronimus Lokführer ein nasses Laken.
„Das ist noch ein altes Mittel aus der Zeit, als wir noch Dampfloks hier hatten. Wenn sie von den Steigungen heißgelaufen waren, haben wir ein nasses Laken oder eine nasse Decke über sie im Humanoid-Modus gebreitet. Das hat immer gut geholfen.“
„Okay.“ nickte Casey. Gemeinsam legten sie das Laken über die erschöpfte Dampflok.

„Wer hat denn nun eigentlich gewonnnen?“ wollte Dustin wissen.
„Wir müssen auf das Zielfoto warten.“ erklärte Mr. Radcliffe.

„Du warst toll, Rusty! Bist fast genauso schnell den Berg wieder rauf wie Hyronimus.“
„Aber sicher nur wegen unserer kleinen ungewollten Abkürzung.“
„Vor allem aber auch, weil Du als Anhänger mitgefahren bist. Mit Dustin wäre er hoffnungslos unterlegen gewesen.“ meinte Casey.

Die kleine Dampflok brauchte eine ganze Weile, bis sie endlich wieder zu Atem kam und reden konnte.
„Na, Rusty? Gehts wieder?“
Die kleine Dampflok nickte. „Aber mir ist so heiß und ich habe schrecklichen Durst, mein Tank ist so gut wie leer.“ keuchte sie noch immer leise.
„Hat Dir das nasse Laken geholfen, dich etwas herunterzukühlen?“
„Hat es.“
„Und Dir tut nichts weh?“
„Innen nichts. Nur meine Gelenke.“
„Das kriegen wir mit etwas Öl wieder hin. Versuchen wir mal, dich wieder auf die Räder zu stellen.“
Dinah zog das Laken herunter und langsam wurde Rusty mit Hilfe von Hyronimus und den anderen wieder aufgerichtet.
„Sehr schön. Jetzt steht er wieder.“
„Eine hervorragende Leistung, mein Kleiner. Gratuliere!“ lächelte Mr. Radcliffe.
„Gratuliere?“
„Sieh her.“
Der Stationsvorsteher zeigte das Zielfoto. Ein Din-A 4 großer Ausdruck zeigte genau, wer als erstes die Ziellinie passiert hatte. Rusty. Und zwar Kopf vorran mit vorübergebeutem Körper, den Hyronimus umklammert hielt. Die Helmspitze der Dampflok hatte als erstes die Linie berührt und die Kamera ausgelöst.
„Mein Fehler. Ich hätte dich nicht in den Schwitzkasten nehmen und runterdrücken sollen.“ meinte Hyronimus achelzuckend. „Hätte besser aufpassen sollen.“
Casey besah sich kopfschüttelnd das Foto-Finish.
„Sag mal Rusty, kannst Du auch mal wieder ein Rennen normal gewinnen?“
„Fängst Du schon wieder damit an?“ brummte die Lok.
„Oh mann, das war jetzt scherzhaft gemeint!“ lächelte Casey und schüttelte den Kopf. „Das hast Du toll gemacht! Wir haben wieder eine Plakette gewonnen.“

Und kurz darauf bekam das Siegerteam die Plakette von Lunia überreicht.
„Jawoll! Das ist unserere sechste Plakette!“ jubelte Casey.“Wir sind in der D-Liga!“
Rusty ließ sich von Caseys Jubel anstecken und stieß ein lautes „Woo-Wooo!“ aus.
„Nur noch eine Plakette und wir können einen C-Ligisten herausfordern!“ freute sich Casey.“Und Du hast gesagt, Du würdest nicht mal eine Plakette schaffen! Und nun haben wir schon sechs!“

Später, nach der Siegerehrung ging es ans Versorgen der beiden Kontrahenden.
„Hehe! Du bist wirklich geflogen? Durch eines der Terrassenfelder?“ grinste Hyronimus.
„Eher gerustscht und geschlittert.“ murrte Rusty.
„Deshalb sieht Dinah so zerzaust aus. Und jetzt weiß ich, woher die ganzen Erdflecken an Dir herkommen.“ bemerkte Casey, der dem Waggonmädchen gerade half, den Ruß und Schutz von ihrer Oberfläche zu bekommen. Ihre Schürze und ihr Häubchen waren mit der üblichen Wäsche in der Maschine von Mr. Radcliffes Gattin gelandet. Lilli half Dinah mit den Haaren, während die Diesellok Rusty eine große Wäsche verpasste.
„Hey, sei vorsichtig mit dem Schlauch!“
„Ist doch nur Wasser, Kleiner.“
„Und nenn mich nicht andauernd Kleiner! Ich mag das nicht!“ knurrte die Dampflok.
„Und er mag Waschen gar nicht gerne, Hyronimus.“ erklärte Casey.
„Oh-verstehe. Nein, Du bist der Größte. Gefällt Dir das besser?“
Rusty brummte etwas unverständliches.
„Sollte wohl ein „Ja“ sein.“ grinste Hyronimus. Rusty stieß einen erschrockenen Laut aus, als die Wasserfontäne aus dem Schlauch auf seinen Haarschopf regnete.
„Das war Absicht!“ schimpfte er.
Hyronimus lachte nur.
„Du willst doch sauber werden, oder?“ grinste er.
„Hat sein Anstrich irgendetwas abgekriegt?“
„Ich hab nichts gesehen, Casey.“ antwortete der Diesel. „Weißt Du, Lokfarbe ist eine spezielle Mischung. Gerade für solch harte Einsätze gemacht. Da platzt so schnell nichts weg nur wenn einer von uns mal hinfällt.“

„Was geschieht wegen den umgenieteten Maisstauden? Wer kommt für den Schaden auf?“ wollte Casey wissen.
„Das regelt Mr. Radcliffe. Und so groß ist der nicht. Mr. Terrence ist da nicht so kleinlich. Er weiß, das so was hin und wieder passieren kann.“ lächelte Hyronimus.
„Da bin ich aber erleichtert.“
„Für etwaige entstandene Umfeld-Schäden bei Lokrennen ist niemals ein Lehrling oder der Lokführer verantwortlich. Das wird immer von der einheimischen Rennkommision geklärt. Und bisher gabs auch noch nie größere Schäden habe ich gehört.“

Am nächsten Tag traf endlich Kero mit den sehnlichst erwarteten Ersatzteilen ein. Und Dustins Fahrgestell konnte endlich wieder repariert werden.
„Endlich bin ich wieder heile! Das ist schlimm, wenn man nicht frei herumrollen kann und jederzeit Angst haben muss, das man ein oder mehrere Räder verliert.“ freute sich Dustin und rollte fröhlich um Rusty herum.
„Schön für dich. Dann kann unsere Reise ja weitergehen.“ lächelte Casey.

Und am nächsten Morgen brachen die Freunde wieder auf.
„Alles gute für eure zukünftigen Rennen!“ wünschte Hyronimus und winkte.
„Sei diesmal aber vorsichtiger in den Kurven!“ ermahnte Dinah Rusty, als es wieder bergab ging.
„Keine Sorge. Wenn es zu schnell wird, mach ich mich einfach ganz schwer.“ kam es von Dustin.
Diesmal gelangten sie ohne Zwischenfälle unten an. Vor allem, weil auch Casey im Führerstand noch ein wenig mitgesteuert hatte. Unten in der Talstation wurde noch einmal ordentlich der Kohlevorrat aufgefrischt, dann konnte die Reise in ein neues Abenteuer beginnen.“

Fortsetzung folgt...
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast