Sieben Jahre bis zum Glück     oder      Sturheit und Liebe - das dauert

GeschichteRomanze / P18
Albus Dumbledore Hermine Granger Minerva McGonagall Severus Snape
04.02.2009
28.09.2010
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Kapitel 2

Ein leichter Lichtschein fiel ihr ins Gesicht, welcher sie weckte. Als sie aufstand, bemerkte sie erst, dass sie nicht in ihrem Schlafsaal war, sondern ... ja, wo eigentlich? Sie hatte keine Erinnerung mehr an den gestrigen Abend. Langsam stand sie auf und ging vorsichtig und unsicher durch den Raum, welcher ziemlich dunkel war – nur zwei kleine Fenster ließen etwas Licht herein.

Drei Türen ... Hermine, überleg! Wo geht’s hier raus? Langsam ging sie zu einer der Türen und öffnete sie. Etwas verschlafen blickte sie in den Raum, wurde allerdings hellwach, als sie feststellte, wo sie war.

Aaaarrrggghhh!! Ich bin bei Snape. Das ist sein Schlafzimmer und ...... Bei Merlins Bart!

Hermines Augen weiteten sich und dann wurde Sie scharlachrot im Gesicht, dann taumelte sie rückwärts und schloss die Tür so leise es ging. Sie setzte sich dann auf die Couch und ihre Gesichtsfarbe wechselte von rot zu weiß – kreideweiß. Es war Snape. Snape im Badezimmer. Wieso hatte er die Tür nicht geschlossen? Wieso musste ausgerechnet sie ihn so gesehen haben? Er hatte nur einen Bademantel an – mehr oder minder – und seine nassen Haare fielen ihm leicht ins Gesicht.

Irgendwie sieht er doch richtig gut aus .... MOMENT MAL, Hermine! Das ist Snape! Snape, die alte, hässliche, griesgrämige Fledermaus! Hol‘ deine Gedanken aus der Gosse! Er ist dein Lehrer und wahrscheinlich mehr als doppelt so alt wie du!

Langsam beruhigte sich Hermine wieder, dann kam Prof Snape zu ihr ins Wohnzimmer.

„Nanu? So früh schon wach, Miss Granger? Man sollte meinen, bei Ihren nächtlichen Aktivitäten schliefen Sie etwas länger.“ ,kam es von ihm in gewohntem Ton.

„Ja, ich bin ausgeschlafen. Und was heißt, bei meinen nächtlichen Aktivitäten?“ ,fauchte sie böse. Wieder einmal hatte er sie erfolgreich provoziert. Sie befürchtete das Schlimmste ....

„Sie wissen nicht mehr, was gestern Abend passiert ist?“ ,fragte er, während er auf sie zu ging.

„Natürlich weiß ich es! Ich habe nur Spaß daran, Sie zu nerven und zu fragen.“ ,sagte sie wutentbrannt.

Er hob eine Augenbraue, gefolgt von seinem Mundwinkel. Er war sehr amüsiert und überlegte, ob diese Antwort von ihr ernst war oder nicht.

Nein! Nein! Bitte nicht, das, was ich denke ..

Sage ich ihr jetzt die Wahrheit oder schockiere ich sie?

Leider hatte er nicht lange Gelegenheit, zu überlegen, was er ihr sagte, denn es klopfte an der Tür. Mit einer Handbewegung hatte er sie entriegelt und begrüßte den Schulleiter, welcher ihm freundlich antwortete und eintrat.

„Guten Morgen, Hermine. Schon wach? Hast du gut geschlafen? Wie geht es dir heute? Besser?“, überhäufte Dumbledore Hermine und setzte sich dabei in den Sessel, neben dem Snape stand.

„Ähhh ... Ja, danke. Ich habe gut geschlafen und ich fühle mich auch ganz gut. Aber könnte mir bitte mal jemand sagen, was gestern gewesen sein soll?“

Hermines Blick war fragend und wanderte sich zwischen den beiden Professoren hin und her. Dumbledore sah zu Snape.

„Sie hat keine Erinnerung an gestern? Was ist passiert?“

„Nichts.“ ,antwortete Snape trocken. Dann musterte er Hermine und überlegte, was der Grund für ihre Gedächtnislücke war. Es dauerte auch nicht lange, da kam ihm die Lösung. Zur Sicherheit ging er zu den Bücherregalen und suchte ein bestimmtes Buch heraus, welches Dumbledore, als Snape es gefunden hatte, als ‘Zaubertränke und Wechselwirkungen‘ identifizierte.

„Eine Wechselwirkung – mit was?“ ,fragte Dumbledore.

„Gestern habe ich ihr einen Kraft-Trank und einen Trank für traumlosen Schlaf gegeben. Beide Tränke reagieren mit Schlangengift!“

Dann wand er sich an Hermine.

„Miss Granger, hatten Sie in letzter Zeit Kontakt zu Schlangen?“

Beinahe hätte sie gesagt ‘Ja, mit einer und die steht vor mir‘ ,schaffte es aber noch, den Kopf zu schütteln. Dafür erinnerte sich Snape.

„Miss Granger, können Sie sich an unser Zusammentreffen im Flur gestern erinnern?

Sie müssen plötzlich einen starken Schmerz gefühlt haben. Von wo ging er aus?“

Etwas verdattert sah Hermine ihn an, sie konnte sich nur noch ans Abendessen erinnern, dann nur noch Dunkel.

„Ich  weiß nicht ... ich erinnere mich nur noch ans Abendessen.“ ,brachte sie hervor.

Snape sah zu Dumbledore, dieser nickte nur kurz.

„Miss Granger, legen Sie sich hin und entspannen Sie sich. Schließen Sie die Augen!“ ,knurrte er sie an, es war eher ein Befehl und Hermine wagte es nicht, ihm zu widersprechen. Sie legte sich also hin und schloss die Augen – so musste sie ihn wenigstens nicht ansehen.

„Ich werde gleich in Ihre Gedanken eindringen. Versuchen Sie erst gar nicht, sich zu wehren. Wenn Sie nicht mehr können, sagen Sie Stopp. Verstanden?“ ,sagte Snape.

Hermine nickte und Dumbledore beobachtete die beiden genau. Dann drang Snape in Hermines Gedanken ein und suchte nach den gestrigen Bildern. Sie war wie ein offenes Buch für ihn – aber durchaus interessant – er wurde fündig, wobei er den Schmerz, den sie gestern verspürt haben musste, wahrnahm. Er verließ ihre Gedanken und sah besorgt zu ihr. Sie starrte mit weit offenen Augen an die Decke – ihre Erinnerungen kamen zurück und vervollständigten sich. Er nutze die Gelegenheit und schob ihre Schlafanzughose am rechten Bein bis zum Knie nach oben, sanft strichen seine Fingerspitzen dabei über ihre blütenzarte Haut. Eine kleine Bisswunde kam zum Vorschein.

Er und Dumbledore sahen sich an.

Wie konnte eine Schlange sie gestern gebissen haben und das während Snape neben ihr stand und vor allem... woher kam die Schlange? Wie kam sie ins Schloss?

Beide zerbrachen sich die Köpfe, kamen jedoch zu keiner plausiblen Lösung. Hermine hatte sich langsam wieder gefangen und setzte sich auf.

„Was ist hier eigentlich los?!“ ,rief Hermine. Mittlerweile konnte sie sich an alles erinnern und wusste nicht, wer bzw. was sie wütender machte: die Tatsache, dass sie absolut hilf- und ratlos in dieser Situation war oder die beiden Professoren, besonders Snape.

Die beiden Männer sahen sie verwundert an, Snape rollte mit den Augen während Dumbledore sich an Hermine wand.

„Das können wir dir auch nicht sagen, Hermine. Wir müssen herausfinden, von wem diese Schlange kam und warum sie dich gebissen hat.

Aber ich denke, du solltest vorerst zurück in die Gryffindor-Räume, bevor Harry und Ron dich vermissen. Außerdem beginnt der Unterricht bald.“

Hermine nickte.

„Aber ....“ ,fiel es ihr ein. „.. ich habe nur den Schlafanzug an. Damit soll ich den ganzen Weg durchs Schloss?“

„Oh... Natürlich nicht.“ ,entgegnete Dumbledore und gab ihr Flohpulver. „Du kannst den Kamin benutzen. Du weißt, wie man mit Flohpulver reist?“

Hermine nahm das Pulver nickend entgegen und ging zum Kamin. Gerade bevor sie verschwinden wollte, kam Snape zu ihr und bohrte seinen Blick in ihre Augen.

„Sie werden niemandem hiervon auch nur irgendetwas erzählen. Ansonsten könnte es durchaus sein, dass Gryffindor beachtlich viele Hauspunkte verliert und Sie den Rest des Jahres in Strafarbeiten ertrinken.“ Dies knurrte Snape so leise und doch so eindringlich, dass Dumbledore es – zum Glück – nicht hörte. Dann nickte Hermine noch kurz und verschwand.





Hermine fand sich im Gemeinschaftsraum wieder und klopfte sich den Staub ab. Es war zum Glück noch niemand wach. Sie nutze diese Gelegenheit und schlich in den Mädchenschlafsaal, um sich etwas zum Anziehen und zum Duschen zu holen, dann verschwand sie im Bad.

Eine lange, entspannende Dusche. Genau das, was ich jetzt brauche.

Sie zog sich aus, stellte die Dusche an und genoss das warme Wasser, tief atmete sie den Rosenduft ihres Shampoos ein. Dann legte sie sich ein Handtuch um und stellte sich vor den Spiegel. Dafür, dass sie diese Nacht so einiges erlebt hatte, sah sie echt frisch aus. Sie beugte sich etwas nach vorn und trocknete ihr Gesicht und ihr Haare ab. Als sie den Kopf wieder hob und in den Spiegel sah, stieß sie einen lauten Schrei aus – der Alraunen-Schrei war dagegen harmlos.

Blitzartig drehte sie sich um und beinahe wäre ihr Handtuch zu Boden gefallen. Irritiert sah sie sich um, doch da war nichts. Plötzlich stürzten einige Mädchen, gefolgt von Prof McGonagall ins Bad.

Hermine hätte erneut losschreien und vor Scham im Boden versinken können.

Soo laut habe ich geschrien? Sogar Prof McGonagall hat mich gehört?

„Was ist passiert, Miss Granger?

Was hat Sie zu einem derartigen Schrei veranlasst?“ ,erkundigte sich die besorgte Professorin während sie sich umsah und ein Stück auf Hermine zukam. Dann drehte sie sich um.

„Gehen Sie augenblicklich zurück in die Schlafsäle  oder in den Gemeinschaftsraum!“ ,befahl sie den herumstehenden Schülerinnen, welche dies auch sofort befolgten.

„Danke, Professor.“ ,sagte Hermine leise und zog sich einen Bademantel über.

„Nun. Warum haben Sie eben geschrien? Sie haben damit vermutlich ganz Hogwarts geweckt. Sind Sie verletzt?“ ,fragte McGonagall wieder.

„Nein. Ich .... ich ..... da ...“ ,stammelte Hermine. Dann verlor sie die Kontrolle über sich und prallte auf den kühlen Steinboden.

„Miss Granger!“ ,rief die Professorin erschrocken und kniete sich neben Hermine.

In der Zwischenzeit war auch der Schulleiter im Gemeinschaftsraum angekommen, gerade in dem Moment, als Professor McGonagall geschrien hatte; prompt folgte er ihm.

„Minerva! Was ist hier passiert?“ Mit diesen Worten näherte er sich den beiden.

„Ich weiß es nicht, Albus. Sie hatte vorhin laut geschrien, ich nehme an, du hast es auch gehört? Sie wollte mir eben erklären, warum sie geschrien hatte, dann brach sie zusammen.“ ,erklärte Minerva.

„Kümmere du dich bitte um die anderen Schüler und sag Harry und Ron, sie sollen sich keine Sorgen machen und nach dem Mittagessen zu mir ins Büro kommen. Ich appariere mit Hermine zu Severus, er wird noch in seinen Räumen sein.“ ,sagte Dumbledore.

Minerva sah ihn fragend an.

„Warum zu Severus?“

„Das erkläre ich dir später. Komm bitte auch nach dem Mittag zu mir ins Büro.“ Dann kniete er sich neben Hermine, fasste sie an einer Hand und apparierte mit ihr. Prof McGonagall war sichtlich verwirrt, doch dann stand sie auf, ging in den Gemeinschaftsraum und erklärte, dass der Schulleiter Hermine zu Madame Pomfrey gebracht hätte und Harry und Ron sich keine Sorgen machen sollten, sondern mit ihr nach dem Mittag zu Dumbledore kommen sollten.

Dumbledore erschien inmitten Snapes Wohnzimmers, wo dieser mit dem Rücken zu ihm im Sessel saß.

„Könntest du dich das nächste Mal wenigstens ankündigen, bevor du hier einfach so auftauchst?!“, wetterte Snape, dann sah er sichtlich genervt hinter sich.

Kurz darauf sprang er  aus seinem Sessel auf und flog auf die beiden zu. Hermine lag mit ihren immer noch nassen Haaren und lediglich in Handtuch und Bademantel zu Dumbledores Füßen.

„Leg sie doch bitte auf die Couch, auf dem kalten Boden wird sie sich noch eine Erkältung holen.“ ,bat Dumbledore den wenig amüsierten Snape.

In Gedanken tobend, hob Snape Hermine vorsichtig hoch und legte sie sanft auf die Couch. Mit einem Zauber trocknete Dumbledore Hermines Haare und stellte sich neben Snape, welcher ihn böse und fragend ansah.

„Was ist diesmal passiert?“ ,fragte er etwas zynisch.

„Sie ist im Bad gewesen und hat geschrien. Als sie Minerva erklären wollte, warum, brach sie zusammen. Da ich denke, dass es mit gestern zu tun hat, habe ich sie zu dir gebracht.“ ,antwortete Dumbledore.

Dann sahen beide zu Hermine, welche langsam die Augen aufschlug und erschrak, als sie feststellte, dass sie so spärlich ‘bekleidet‘ vor dem Schulleiter und ,viel schlimmer, vor Snape lag.

„Wieso? ... Wie komme ich hierher?“ ,fragte sie entsetzt, während sich hinsetzte.

„Ich habe dich hergebracht, Hermine. Beruhige dich. Du bist im Bad zusammengebrochen, nachdem du halb Hogwarts durch dein Schreien geweckt hast.“ ,erklärte Dumbledore.

Snape schüttelte den Kopf und ging zu seinem Schreibtisch.

„Was haben Sie gesehen, Miss Granger?“ ,fragte Snape scharf und suchte weiter nach einem Buch.

Woher wusste er? In meinem Kopf war er ja wohl nicht schon wieder....

„ Ich .... also ..... da war ein Mann, der trug lange, schwarze Kleidung. Er stand hinter mir und eine Schlange schlang sich um seinen Arm, sie fauchte mich an, als wolle sie mich beißen. Dann schnellte ihr Kopf nach vorn, also zu mir. Bei Merlin ... ich spürte diese Eiseskälte, die von dem Mann ausging.“ Sie zitterte  leicht wie ihre Stimme, als sie das sagte.

Snape hatte das Buch gefunden und kam damit zu den beiden zurück.

„Severus?“ Diesmal wusste Dumbledore nicht, was Snape vor hatte.

„Ich bin mir noch nicht ganz sicher. Aber Miss Granger sollte nicht mehr alleine durch Hogwarts spazieren.

Außerdem sollte sie sich dieses Buch durchlesen – so schnell es geht.“ Er legte das Buch neben Hermine und sie las den Titel ‘Okklumentik – Erste Schritte‘ , dann sah sie zu den Professoren.

„Was heißt, ich sollte nicht mehr alleine durch die Schule gehen?“

„Ich bin der Meinung, Sie hätten mir gestern versichert, dass sie gut hören können?“ ,sagte Snape provozierend.

„Wenn Sie das Buch durchgelesen haben, kommen Sie augenblicklich und ohne Umweg zu mir. Ich werde Sie in Okklumentik unterrichten.“

Na super, Hermine! Das Jahr fängt ja gut an. Als hätte ich nicht auch noch für meine anderen Fächer etwas zu tun.

Snape zog seinen Umhang aus und gab ihn Hermine.

„Ziehen Sie das über. Professor Dumbledore wird Sie zurückbringen.“

Snape blickte zu Dumbledore und gab ihm zu verstehen, dass er wollte, dass beide gehen. Dumbledore nickte und wies Hermine an, den Umhang anzuziehen, das Buch mitzunehmen und ihm zu folgen. Hermine tat, was ihr gesagt wurde und folgte Dumbledore.

Kurz vor der Tür drehte sich Hermine um und lächelte ihren Zaubertränke-Professor an.

„Danke, Professor.“

Snape zog eine Augenbraue hoch und hatte Mühe, sein Erstaunen zu verbergen. Kaum war Hermine dann durch den Türrahmen gegangen, flog die Tür ins Schloss.

Snape hatte Mühe sein Verhalten zu verstehen. Noch nie war er einer Schülerin so nahe gekommen – schon gar keiner Gryffindor. Noch nie hatte er so viele Gelegenheiten ausgelassen, eine Gryffindor verbal fertig zu machen. Noch nie hatte er seinen Umhang aus der Hand gegeben. Noch nie hatte er solche Schwierigkeiten, etwas zu verstecken – vor allem kein Lachen!

Was war bloß los?

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Hermine kam dann im Gemeinschaftsraum an, welcher leer war, da die meisten bereits auf dem Weg zum Frühstück waren. Sie legte Snapes Umhang über einen Sessel, dann ging sie nach oben und zog sich an. Als sie fertig war und nach unten ging, bemerkte sie Harry und Ron, welche beiden den Umhang begutachteten und ihn beinahe zerrissen, um herauszufinden, wem er gehörte.

„Lasst die Finger davon!“ ,fuhr sie die beiden an.

Harry und Ron ließen den Umhang vor Schreck fallen und drehten sich zu ihr um. Dann kamen sie auf sie zu und nahmen sie in den Arm.

„Merlin sei Dank, Mine! Geht es dir wieder gut?“ ,platzte es aus Ron hervor.

„Alles ok?“ ,fragte Harry.

„Ja, Jungs. Bis auf die Tatsache, dass ihr da eben einen Umhang zerfetzt habt.... Wollen wir frühstücken gehen?“ ,antwortete sie.

„Klar!“ ,rief Ron und ging los.

Hermine hob behutsam den Umhang auf und faltete ihn leicht zusammen, dann folgte sie Ron. Harry kam ihr langsam nach, war aber wegen des Umhangs äußerst irritiert.

„Wessen Umhang ist das eigentlich, Hermine? Deinen hast du immerhin an.“

„ Ääähhhmm ... der Umhang ... Wie kommt ihr überhaupt dazu, daran rumzufummeln und noch dazu ihn fast zu zerfetzen? Ihr hättet euch riesigen Ärger eingehandelt!“

Harry und Ron sahen sie fragend an.

„Wie würdet ihr es denn finden, wenn man das mit euren Umhängen machen würde .... Wenn Draco sie durchwühlt?“ ,entgegnete sie.

Dann blieben alle drei im Flur stehen, Ron und Harry seitlich von Hermine. Sie wollten sie nicht gehen lassen, ehe sie nicht preisgab, wessen Umhang das war.

„Lenk doch nicht ab! Tschuldige, dass wir einfach an den Umhang gegangen sind, aber er scheint ja auch etwas Besonderes zu sein, so wie du darüberstreichst und ihn bei dir hältst!“ ,sagte Harry.

Waass? Was mache ich? Oh!

Hermine hatte gar nicht bemerkt, wie sorg voll sie den Umhang hielt und sanft über den Stoff strich. Sie wurde etwas rot.

„Jetzt sag schon, Hermine!“ ,forderte Ron.

„Ja, ist ja schon gut. Also ... der Umhang ...... der gehört ...“

„Mir!“ Hörten die drei plötzlich hinter sich. Außer den dreien war doch eben niemand im Flur gewesen.

„Könnte ich jetzt wohl meinen Umhang haben, Miss Granger?“ ,knurrte es hinter den dreien.

„ Ja, natürlich.“ Damit drehten sich die drei um und Hermine gab Snape den Umhang, dabei berührten sich ihre Hände unter dem Stoff für einen kurzen Augenblick. Augenblicklich zog Snape seine Hand mitsamt dem Umhang zurück und sah sie mit gehobener Augenbraue an. Dann warf er sich den Umhang gekonnt um und rauschte an dem goldenen Trio vorbei in die große Halle.

„Was war das?“ ,fragten Harry und Ron nahezu synchron.

Hermine zuckte mit den Schultern und ging an den beiden vorbei zum Frühstück. Harry und Ron sahen sich an. Was war bloß mit Hermine los? Dann folgten ihr die beiden und setzten sich wie üblich zu ihr an den Tisch. Stillschweigend saßen sie da und aßen etwas, nur Harry und Ron unterhielten sich ab und an kurz. Gelegentlich sah Hermine auf, doch Harry und Ron ignorierten sie gekonnt. Sie ließ ihren Blick frustriert durch den Saal schweifen, wobei sie am Lehrertisch hängen blieb und auf Snapes und Dumbledores Blicke traf. Snape sah sie mit einem Blick an, der ihr zu verstehen gab, dass sie Harry und Ron bloß nichts erzählen sollte. Hermine verstand und Snape wand seinen Blick an Dumbledore.

Es war Zeit, zum Unterricht zu gehen, was die drei auch stillschweigend taten.

„Jungs!“ ,rief Hermine und hielt die beiden an der Schulter fest. „Das ist albern!“

„Ja, da hast du Recht, Hermine. Wie kommst du an Snapes Umhang? Und warum hat er dir dafür nicht einen Punkt abgezogen oder dich zu Strafarbeiten verdonnert – wir sprechen hier immerhin von der Fledermaus!“ ,fuhr Harry sie an.

„Genau, Hermine! Wie kommst du daran?“ ,bohrte Ron.

„Ja, es tut mir Leid.  ... Ich hab den Umhang ...“ ,begann Hermine. Doch bevor sie sich eine Ausrede überlegen konnte, wurde sie vom Eigentümer unterbrochen.

„ ... vermutlich auf dem Flur gefunden. Ich muss ihn gestern Abend verloren haben.“

Alle drei erschraken – Wo kam der denn schon wieder her? Hat der nichts Besseres zu tun, als uns den ganzen Tag zu erschrecken?

„Ja.. Ich habe den Umhang auf einer der Treppen gefunden und ihn erstmal mitgenommen, weil es schon so spät war und es ja hätte sein können, dass er einem Gryffindor gehört.“ Hermine versuchte überzeugend zu klingen, was ihr jedoch nicht so ganz gelang.

Na bitte, kleine Know-it-all! Du hast es doch verstanden! Sehr lernfähig.

Snape hatte Hermine nicht gerade gedanklich gelobt? Dann sah er die drei böse an.

„Haben Sie keinen Unterricht? 10 Punkte Abzug – für jeden von Ihnen. Jetzt los!“

Es machte ihm sichtlich Spaß, Gryffindor Hauspunkte abzuziehen, was die drei nur murrend hinnahmen. Er drehte sich um und rauschte in Fledermausmanier davon. Dann bemerkte er den leichten Rosenduft, der stellenweise an seinem Umhang haftete. Er zog den Duft tief ein und schloss die Augen. Dann straffte er sich und verfluchte sich für seine Gedanken – das würde ihn den ganzen Tag verfolgen. Dann ging er eiligst in die Kerker. Die drei drehten sich ebenfalls und liefen zum Unterricht, wo McGonagall schon auf sie wartete.

„Warum erscheinen Sie erst jetzt? Vielleicht sollte ich wirklich einen von Ihnen in eine Taschenuhr verwandeln! Jetzt setzen Sie sich an ihre Plätze und fangen an!“ strafte sie die drei.

Sie setzten sich hin und die anderen Schüler sahen etwas irritiert zu Hermine. Hermine – zu spät? Die Stunde verging wie im Fluge, dann noch eine Stunde bei Prof Flitwick und eine Stunde bei Prof Sprout. Nur noch eine Stunde trennte sie vom Mittagessen und Harry und Ron fragten sich und Hermine immer wieder, warum sie wohl zu Dumbledore sollten. Aber dafür hatten sie nicht allzu lange Zeit, denn die nächste Stunde war Zaubertränke bei der griesgrämigen Fledermaus und somit wurden ganz andere Gedanken bei ihnen wach.

Harry fragte sich, wie es sein konnte, dass Snape seinen Umhang verliert und es nicht merkt, wo er ihn nicht einmal verliert, wenn er durch die Gänge huscht.

Ron überlegte, wie er die Stunde überleben sollte ohne dass Gryffindor weitere Hauspunkte abgezogen wurden.

Hermine dachte an vieles – an mehr als ihr lieb war.
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