Sieben Jahre bis zum Glück     oder      Sturheit und Liebe - das dauert

GeschichteRomanze / P18
04.02.2009
28.09.2010
200
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Dieses Kapitel
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Diese fanfiktion zieht sich durch die Schuljahre des goldenen Trios und beginnt im zweiten Jahr. Die Szenen sind z.T. etwas verändert oder wurden ausgelassen. Alle Figuren gehören natürlich J.K. Rowling.










Kapitel 1

Es war ihr zweites Jahr in Hogwarts und die Kammer des Schreckens war wieder geöffnet worden.

Schon am Abend als sie mit Harry und Ron die Nachricht an der Wand und die versteinerte Mrs. Norris fanden, liefen ihr eisige Schauer über den Rücken. Sie wusste nicht einmal warum, hatte sie doch bis zu diesem Tag nie etwas davon gehört bzw. etwas gelesen. Sie wusste, sie würde genau dies nachholen müssen. – Eine Hermine Granger musste irgendetwas nachholen? Na toll! – Aber wo würde sie anfangen? In der Bücherei würde sie sicherlich kein Buch mit der Aufschrift ‘Alles, was Sie schon immer über die Kammer des Schreckens wissen wollten‘ finden – zumindest nicht außerhalb der verbotenen Abteilung.

Der nächste Schauer fuhr ihr dann durch den ganzen Körper, als sie Blicke in ihrem Rücken spürte, strafende Blicke, verwunderte Blicke. Sie brauchte sich nicht umzudrehen, um die Person zu identifizieren, die sie anstarrte und dann ihren Blick zu Harry und Ron wandern ließ. Es war ihr Zaubertränke-Lehrer – die übergroße Fledermaus Snape.

Auch während Dumbledore zu den anwesenden Lehrkräften und Schülern sprach, ruhten Snapes Blicke auf Hermine – natürlich ohne seinem ausdruckslosen Gesicht eine Muskelbewegung zu erlauben. Lediglich als Lockhardt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf sich zog, rollte er mit den Augen und kommentierte die Szene mit einem seiner beißenden Kommentare.

Als an diesem Abend alle in ihren Räumlichkeiten waren, schlich nur noch eine Person pantherähnlich durch die Gänge von Hogwarts. Dann blieb diese Person vor der blutverschmierten wand stehen und las den Schriftzug erneut. Er fragte sich, woher das Blut stammte und sah die Flure hinunter. Nirgends war eine Blutspur zu sehen – gut es war stockfinster, aber er hatte sehr sensible Sinne. Somit entging es ihm auch nicht, dass Prof McGonagall sich ihm näherte. Noch bevor sie ihn gesehen hatte – selbst in ihrer Animagus-Gestalt – war  der dunkle Mann in einem der Geheimgänge verschwunden. Niemand kannte wie er die unzähligen Geheimgänge, einige von ihnen waren nicht einmal in der Karte der Herumtreiber von Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone verzeichnet. Prof McGonagall setzte ihren Kontrollgang fort und betrachtete ebenfalls die Wand und erinnerte sich an die Erklärungsnöte des Schulleiters. Der dunkle Mann schritt durch den schwach erleuchteten Gang und fand sich dann in den Kerkern wieder. Nur noch wenige Meter trennten ihn von seinen Räumen, dann stieg ihm ein leichter Rosenduft in die Nase.

Seit wann benutzen die Schüler meines Hauses Rosenduft? Und was fällt –wem auch immer- ein, sich um diese Zeit und gegen das Verbot des alten Mannes noch in den Gängen aufzuhalten – und vor allem hier?

Der Duft wurde etwas stärker, aber keineswegs unangenehm oder aufdringlich und er spürte deutlich die Anwesenheit einer weiteren Person. Dann roch er die Angst, die von dieser Person ausging – nichts und niemand konnte seine feine Nase täuschen. Er konnte den schnellen Herzschlag förmlich hören – es musste eine Schülerin gewesen sein. Er verfinsterte seinen Blick.

„Lumos!“ rief er und hielt der Person seinen Zauberstab mitten ins Gesicht.

Als er erkannte, wer vor ihm stand, konnte er sich einen überraschten Blick nicht unterdrücken, fing sich dann aber schnell und versteinerte seinen Gesichtsausdruck.

„Miss Granger!“ ,knurrte er. „Was fällt Ihnen ein, sich um diese Uhrzeit in den Kerkern herumzutreiben?!

Können Sie es nicht erwarten, später zum Tränkeunterricht hier zu sein oder sehnen Sie sich nach jemandem?“ Er grinste sie äußerst frech und provozierend an, wenn man die kaum merkliche Aufwärtsbewegung seiner Mundwinkel als Grinsen bezeichnen konnte.

Von ihr ging also der Rosenduft aus.

„Professor ...“ ,stammelte sie. „... ich ... ich wollte nur ... ich hatte....“ Doch bevor sie sich erklären konnte, wurde sie von Snape, wie immer, unterbrochen.

„Gestotterte Ausreden. Versuchen Sie doch mal etwas Neues! Sie reden doch sonst auch unaufhörlich wie ein Wasserfall.“ Dann murmelte er noch leise etwas vor sich hin.

Na toll – wie soll ich ihm das jetzt erklären? Er wird mir niemals glauben, dass ich in den Fluren eine seltsame Stimme gehört habe, die mich gerufen hat. Super, Hermine! Jetzt stehst du hier mit dieser übergroßen, griesgrämigen Fledermaus und es ist verdammt kalt!

Sein Gesicht war wieder ausdruckslos und er zog eine Augenbraue in schwindelerregende Höhen.

„Miss Granger!“ ,knurrte er sie erneut an. „Seien Sie sicher, die Erklärung, dass Sie etwas verfolgt haben ....“ er musste innerlich grinsen „.... wäre wesentlich besser gewesen, als ihr Gestammel! Und was veranlasst Sie, zu glauben, ich hätte Ihnen nicht geglaubt?“

Hermine sah ihn mit großen Augen an. Schei......benkleister! Wenn er das wusste – fuck! Leichte Röte stieg ihr ins Gesicht.

„Versuchen Sie gar nicht erst, einem Legilimentiker etwas zu verheimlichen!“, raunte er ihr entgegen. Seine Augenbraue sankt derweil wieder auf Normalhöhe.

Erschrocken sah sie ihn an und wollte gerade fragen, was ihm einfällt, einfach in ihre Gedanken einzudringen, als sie die Stimme wieder hörte und sich umsah. Diesmal sprach die Stimme nicht mit ihr. Dann spürte sie einen fürchterlichen Schmerz, welcher ihren ganzen Körper durchzog.

Snape sah sie äußerst verwundert an und legte den Kopf schief. Was hat sie denn jetzt?

„Pro ... fess...ssoor...“ ,hauchte sie mehr, als das sie es sagte. Kraftlos sank sie zusammen.

Bevor er es bemerkte, hatte seinen Zauberstab fallen lassen, um sie nicht zu verletzen, und sie aufgefangen. Dann nahm er den Zauberstab wieder auf und erhellte den Flur wieder mit einem Zauberspruch. Ihre Atmung war ganz flach und sie zitterte leicht, einzelne Haarsträhnen fielen in ihr Gesicht. Er ließ seinen Blick über ihren Körper streifen und suchte nach einem Grund für ihren Zustand. Dabei bemerkte er, dass sie die ganze Zeit über barfuß auf dem kalten Boden stand. Er hob ihre Füße vom Boden ab und deckte sie etwas mit seinem Umhang zu.

Was mache ich denn jetzt mit der kleinen Know-it-all? Warum passiert sowas ausgerechnet mir?

Plötzlich schlugen seine Sinne Alarm; jemand näherte sich den Beiden.

Bitte nicht die alte McGonagall. Der möchte ich das hier am wenigsten erklären müssen.

Die Person kam näher und Snape verstärkte mit einem gemurmelten Zauberspruch das Licht an der Spitze seines Zauberstabes. Das letzte was er wollte, war es, den Eindruck zu erwecken, dass er etwas verstecken wollte. Die Schritte kamen nun immer näher und er sah sich langsam um, dann sah er hinunter zu Hermine, die nun ruhig in seinen Armen lag; endlich hatte das Zittern aufgehört. Dann nahm er einen wohlbekannten Duft wahr – Zitronenbonbons – somit war ihm klar, wer gleich um die Ecke kommen würde. Gerade als Dumbledore um die Ecke sah, begrüßte Snape ihn auch schon.

„Guten Abend, Albus. Gut, dass du kommst.“ Dumbledore nickte geistesabwesend. Dann sah er Hermine in Snapes Armen und sah fragend über seine halbmondförmige Brille.

„Miss Granger?“

Severus, was hat das zu bedeuten?“

„Ich habe sie dabei erwischt, wie sie durch die Gänge schlich und als ich sie zur Rede gestellt hatte, brach sie zusammen. Ich habe sie lediglich aufgefangen, damit sie sich nicht verletzt.“ ,erklärte Snape.

Warum musste es ausgerechnet mit passieren? Und warum musste es ausgerechnet unsere kleine Know-it-all sein?

Dabei spürte er, wie sich ihr Körper entspannte und ihr Kopf langsam gegen seine Schulter kippte.

„Du solltest sie vielleicht zu Poppy bringen oder Poppy hierherbitten, Albus.“ ,sagte Snape und hoffte, der alte Mann würde freundlicherweise einmal auf ihn hören und ersteres tun.

„Nun...“ Prof Dumbledore machte eine gefährlich lange Pause. Dann sprach er weiter.

„...ich denke, es wird das Beste sein, wenn du sie in deine Räume bringst. Ich komme selbstverständlich mit dir und dann sehen wir, was ihr fehlt.“

Ich? Sie – diese nerv tötende Know-it-all tragen? In meine Räume? – Niemals –

Jedoch ein Blick von Dumbledore über dessen Brille, gab ihm zu verstehen, dass er nur ein ‘Ja‘ oder ein Nicken die einzigen Antwortmöglichkeiten waren, die er hatte. Er entschied sich dafür, zu nicken und murmelte noch etwas vor sich hin, was selbst Dumbledore nicht verstand. Snape hielt Hermine dabei fest in seinen Armen und stand dann langsam mit ihr auf. Erstaunt stellte er fest, wie leicht sie war und wie eine wohlige Wärme von ihr ausging.

Was? Meine Güte.

Dann straffte er sich und schüttelte innerlich den Kopf, um sich von jeglichen Gedanken an Hermine zu befreien. Dann kam er, gefolgt von Dumbledore in seinen Räumen an und legte Hermine vorsichtig auf die Couch.

Sein Wohnzimmer war sehr schlicht, aber dennoch elegant und gemütlich eingerichtet und besaß einen Kamin. Zwei der langen Wände schienen aus gefüllten Bücherregalen zu bestehen – er liebte es, abends bei einem Glas Wein ein gutes Buch am Kamin zu lesen. Vom Wohnzimmer gingen zwei Türen ab. Eine führte ins Schlafzimmer und Bad, die andere in sein privates Labor. An der Wand, der Tür gegenüber, stand ein Schreibtisch aus pechschwarzem Ebenholz.

Da seine Räume jedoch in den Kerkern lagen, gab es nicht viele Fenster und es  war selbst am hellsten Sommertag ziemlich dunkel.

Mit einer schnellen Handbewegung entzündete er einige Fackeln, welche sich an den Wänden befanden. Das Licht der Fackeln und das Flackern des Kamins tauchten den Raum in ein gemütliches Licht. Dumbledore hatte sich bereits neben Hermine in einen der beiden Sessel gesetzt und sah sie beunruhigt an.

Snape war unterdessen in seinem Labor verschwunden, aus welchem er kurze Zeit später wieder ins Wohnzimmer schritt – geradewegs auf Hermine zu. Dumbledore bemerkte die Phiole in Snapes Hand, doch er beobachtete ihn den Umständen entsprechend gelassen, denn er vertraute dem Potion-Master blind. Snape legte seine Hand an Hermines Kinn und drückte es leicht hinunter, sodass sich ihr Mund öffnete und er ihr den Inhalt der Phiole verabreichen konnte. Dann trat er einen Schritt zurück und sah auf Dumbledore, welcher ihm zunickte, und dann auf Hermine.

Langsam öffnete Hermine die Augen, blinzelte und richtig – ihr erster Blick traf Snape, was sie regelrecht aufschreckte. Schneller als ihr lieb war, schnellte sie hoch und blickte um sich, wobei sie auch Dumbledore bemerkte. Snape hatte bereits die Arme fest  vor seiner Brust verschränkt und rollte mit den Augen.

„Ah! Miss Granger? Sie beehren uns nun doch wiedermit ihrer völligen Anwesenheit.“ Er konnte es sich nicht verkneifen, erntete dafür jedoch den bekannten Ich-schaue-dich-jetzt-über-meine-halbmondförmige-Brille-an-Weißt-Bescheid?-Blick seitens Dumbledore. Dann wand sich dieser an Hermine.

„Ganz ruhig, Hermine. Du bist in den Kerkern, in Prof Snapes Räumen. Was ist denn passiert? Warum warst du so spät noch hier unten?“

WAASS?! In Snapes privaten Räumen? Bei Merlins Bart – wie soll ich das bloß erklären? Wie bin ich überhaupt hierher gekommen?

Hermine spürte, wie ihr abermals eine leichte Röte ins Gesicht stieg. Das Ganze war ihr mehr als peinlich. Sie wollte gerade etwas sagen, als ihr einfiel, dass Prof Snape auf dem Flur einfach ihre Gedanken gelesen hatte.

„Sie!“,fauchte sie ihn an. Aber er hob lediglich eine Augenbraue und mit dieser einen Mundwinkel, letzteres natürlich weniger hoch.

Dumbledore wirkte etwas irritiert, während Hermine klar wurde, wen sie da gerade angefaucht hatte.

„Was ist mit Prof Snape?“ ,erkundigte sich der weißbärtige.

„Er kann Ihnen erklären, warum ich in den Kerkern war und was passiert ist.“ ,sagte Hermine selbstsicher zu Dumbledore, sie konnte auch Fallen stellen. Dumbledore wand sich an Snape.

„Severus?“

Diese verdammte Know-it-all! Na warte, kleine Gryffindor, glaub ja nicht, dass man dieses Spiel nicht zu zweit spielen kann!

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„Ja, Albus. Ich gehe davon aus, dass Miss Granger Sehnsüchte nach einem Schüler meines Hauses verspürte und als ich sie auf dem Flur erwischte, habe ich sie wohl zu Tode erschreckt.“ Siegessicher und provozierend sah er zu Hermine, welche sich innerlich nun sehr über seine Aussage aufregte, dies entging Dumbledore natürlich nicht.

„Entschuldigen Sie, Professor Snape. Sie scheinen etwas durcheinander zu bringen. Sie meinten sicherlich, dass ich hier unten war, weil ich einer Stimme gefolgt bin, die mich gerufen hat, was Sie wiederrum wissen, weil Sie nichts Besseres zu tun hatten, als meine Gedanken zu lesen. Nebenbei haben sie mich wirklich fast zu Tode erschreckt, so wie Sie durch die Gänge schleichen.“ ,platzte es aus ihr heraus.

Es folgte Snapes bekannter Todesblick, welcher Erstklässler zum Weinen hätte bringen können.

Interessanter Schlagabtausch Dachte Dumbledore, dann sah er etwas erstaunt zu Hermine, danach böse zu Snape.

Du hast Legilimens auf eine Schülerin angewandt? Wie kamst du bitte dazu? Vor allem bei einer so jungen Schülerin. Sie ist deshalb in Ohnmacht gefallen? Severus!

Hermine beobachtete die zwei Professoren, sie schienen sich irgendwie nonverbal zu unterhalten.

Natürlich! Legilimens – das ich nicht früher darauf gekommen bin.....  Dieser Mistkerl!

Hermines Ausdruck hätte es einem Blinden möglich gemacht, ihre Gedanken zu lesen, ohne das Wort Legilimens je gehört zu haben. In diesem Fall hieß der Blinde Severus Snape und dieser sah sie erneut böse an. Dann wand er sich wieder an Dumbledore.

„Möglich wäre es. Aber sie sah sich nicht in der Lage, mir zu antworten und ich wollte mich nur vergewissern, dass sie nicht unter einem Zauber stand.“ ,verteidigte sich Snape.

Hermine wollte gerade etwas sagen, als Dumbledore die Hand hob und ihr damit zu verstehen gab, dass sie nichts sagen sollte.

„Dann wirst du sicherlich kein Problem damit haben, dich bei Miss Granger zu entschuldigen, Severus. Immerhin scheint es deine Schuld gewesen zu sein, dass sie zusammengebrochen ist.“

Ich? Mich entschuldigen? Bei der kleinen Know-it-all? Dieser Nervensäge. Niemals!

Somit rollte Snape mit den Augen und verschränkte seine Arme, dann hob er eine Augenbraue – volles Programm. Dumbledore sah ihn böse an und Snape wusste, dass es nicht schlau war, sich Ärger mit dem Schulleiter einzuhandeln. Also ging er widerwillig zu Hermine und sah sie an – wenn Blicke töten könnten.

„Tschuldigung ...“ ,knurrte er sie nuschelnd an.

Hermine verstand die Welt nicht mehr und sah ihn ziemlich erstaunt an, senkte aber relativ schnell ihren Kopf.

Moment mal! Hat sich die griesgrämige Fledermaus gerade ernsthaft bei mir entschuldigt?



Dann sah sie ihn wieder an und traf direkt seinen Blick. Dumbledore war unterdessen aufgestanden und auf dem Weg zu Tür. Noch immer schienen Snapes und Hermines Blicke an einander zu kleben, dann wurden sie jedoch von Dumbledore unterbrochen.

„Gute Nacht, Hermine. Gute Nacht, Severus.“

Snape sah den Schulleiter kurz an, nickte und sah dann zu Hermine. Diese lies sich gar nicht erst bitten, sondern stand schwungvoll von der Couch auf und wollte Dumbledore hinterher. Allerdings kam sie nicht weit. Kaum drei Schritte von Snape entfernt, wurde ihr Schwarz vor Augen und sie brauch zusammen.

„Albus!“ ,rief Snape, damit dieser nicht verschwindet.

Schonwieder hatte er Hermine gefangen und sie lag völlig kraftlos in seinen Armen.

Nicht schon wieder! Langsam geht mir Hermine auf die Nerven!

Halt! Hermine? Langsam?! Miss Granger ,korrigierte er sich mental, ist schon immer nerv tötend gewesen und wird es immer bleiben!

Dumbledore hatte sich für seine Verhältnisse blitzschnell umgedreht und konnte nicht fassen, was er sah.

„Severus!“ , man hörte deutlich, dass er verärgert war.

„Du hast doch nicht etwa?!“

„Natürlich nicht, Albus!“ ,knurrte Snape.

„Ich weiß nicht, was sie hat. Der Trank hätte ihr wieder Kraft geben sollen.“

Snape legte Hermine zurück auf die Couch, dann sank er in seinem Sessel zusammen. Dumbledore kam ebenfalls zurück und stellte sich an das Fußende der Couch.

„Sie sollte diese Nacht hier bleiben ....“ Albus machte eine Pause, aber gerade als Snape ihn unterbrechen wollte, fuhr er fort. „....sie sollte so wenig wie möglich bewegt werden. Außerdem – sollte das mit der Stimme, die nach ihr ruft, wirklich der Wahrheit entsprechen, möchte ich, dass du mit Okklumentik oder mit Legilimens versuchst ihr zu helfen und sie schützt.“

Snape sah Albus an und nach kurzem Zögern nickte er.

„Einverstanden, Albus. Ich werde versuchen, herauszufinden, wer oder was diese Stimme ist – ohne Miss Granger zu verletzen.“

Kaum ausgesprochen, konnte Snape kaum glauben, was er gerade leichtfertig versprochen hatte.

„Gute Nacht, Severus. Ich werde morgenfrüh wiederkommen.“ ,sagte Dumbledore, während er Snapes Räume verließ. Snape sah ihm noch hinterher, bis die Tür ins Schloss fiel und er sie mit seinem Passwort verriegelte.

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Was mache ich nur mit Ihnen Miss Granger? Warum hat der Trank bei Ihnen nicht gewirkt? Was übersehen wir?

Dann bemerkte er, dass ihre Atmung immer schneller wurde und sie heftigst zu schwitzen begann. Er rutsche an die Kante des Sessels und legte seinen Handrücken auf ihre Stirn. Sie war glühend heiß. Sie begann zu zittern und sich hin und her zu bewegen. Er wusste, er musste sie wecken – würde er in diesem Zustand in ihre Gedanken eindringen, könnte das verheerende Folgen für sie haben. Deshalb beugte er sich über sie und legte seine Hände auf ihre Schultern, um ihre Bewegungen einzuschränken.

„Miss Granger!“ ,sagte er recht laut, aber erstaunlich sanft und ruhig.

„Miss Granger, wachen Sie auf.

Wachen Sie auf, Miss Granger!“ Diesmal war seine Stimme ernster und durchdringender und sie schien ihr Ziel nicht verfehlt zu haben, denn Hermine öffnete schlagartig die Augen. Reflexartig wollte sie aufschnellen, wurde aber von zwei starken Armen zurückgehalten. Sie erschreckte sich, als sie in die tiefen, dunklen Augen des Mannes sah, der dies verhinderte.

„Es ist besser, Sie bleiben liegen und bereiten Sie mir nicht noch mehr Schwierigkeiten, Miss Granger!“, knurrte er sie an und zog seine Arme zurück. Sie wollte natürlich gleich wieder Anstalten machen aufzustehen und sagte:

„Dann ist es wohl besser, Sie lassen mich gehen.“

„Liegen bleiben, habe ich gesagt. Tun Sie doch ein Mal, was von Ihnen verlangt wird.“ ,knurrte er sie wieder ziemlich böse an.

„Schlafen Sie jetzt. Ich will nicht riskieren, dass Sie morgen in meinem Unterricht schlafen und uns in die Luft jagen!“

„Aber .... ich ...... ich kann nicht.“ ,stammelte sie.

Er zog tief Luft in seine Nase und rollte mit den Augen.

„Was heißt, Sie können nicht? Sie haben Angst, die Stimme wieder zu hören – oder mehr. Ist es nicht so?“ ,stellte er fest.

Er winkte ein Tablett mit zwei Tassen und einer Kanne zu sich.

„Möchten Sie etwas Tee? Ich hoffe, Schwarzer Tee ist Ihnen Recht.“

Hermine war sprachlos. Das alles an nur einem Abend und ein mehr oder minder freundlicher Snape?

Ja klar! – Ich träume. Das ist die einzig plausible Erklärung. So, Hermine, aufwachen. Wach auf!

Dann kniff sie sich selbst in den Arm. Snape bemerkte dies natürlich und hob Augenbraue und Mundwinkel, er musste den Wunsch zu lachen, sehr unterdrücken.

„Ähhm .... ich .... also ... Gern, ja.“ ,brachte sie dann hervor und bemerkte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.

Er schenkte den beiden Tee ein und reichte ihr eine Tasse. Als sie die Tasse nahm, berührten sich kurz ihre Hände und vor Schreck hätte sie die Tasse fast fallen gelassen. Er ließ sie nicht mehr aus den Augen, hatte er doch leichtfertig versprochen, auf sie aufzupassen – und egal, wer sie war – er war durch und durch pflichtbewusst.

„So wie ihr Körper eben reagiert hat, müssen Sie einen Alptraum gehabt haben.

Haben Sie etwa geträumt, Sie seien bei einer Prüfung durchgefallen?“ ,fragte er, an seinem Tee nippend. Sie setzte die Tasse ab und wurde wütend, da war sie wieder, diese alte Fledermaus.

„Nein, Professor!“ ,fauchte sie ihn an.

„Ich habe von einer .. riesigen Schlange geträumt ... sie hat Harry angegriffen ... und als ... einer der Giftzähne in seinem Oberarm stecken blieb ... haben Sie mich geweckt.“ ,ihre Stimme zitterte.

„Was haben Sie in dem Traum gemacht, Miss Granger?“ ,fragte Snape. Dann trank er weiter vom Tee.

„Ich ..... ich ....“ ,stotterte sie. Dabei schossen ihr die Tränen in die Augen. Er stellte die Tasse weg, legte seinen Kopf schief und sah sie an.

„ ... ich ... war die Schlange.“ ,schluchzte sie. Die Tränen liefen über ihre Wangen und sie stellte die Tasse weg, um sich die Hände vors Gesicht zu halten. Es war das peinlichste, was sie sich vorstellen konnte, vor Snape zu weinen.                                                                                                                                                  

Dieser rollte mit den Augen, reichte ihr dann aber ein Taschentuch.

„Miss Granger! Fassen Sie sich! Es war nur ein Traum.“

Mit diesen Worten stand er auf und ging in sein Labor. Sie trocknete die Tränen und konnte kaum glauben, was alles passiert war. Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, stand Snape vor ihr und hatte sie fürchterlich erschreckt. Sie zuckte zusammen und er musste sich erneut ein Lachen verkneifen.

„Professor!“ ,fauchte sie wieder.

Er gab ihr eine Phiole und sagte:

„Trinken Sie, Miss Granger.“

Dann verschwand er in einem anderen Zimmer, Hermines Blicke folgten ihm. Es war sein Schlafzimmer. Sie wurde wieder etwas rot, als sie das feststellte. Als er wieder herauskam, hatte er ein Kissen und zwei Decken in den Händen. Sofort senkte Hermine ihren Blick, aber natürlich hatte er ihre neugierigen Blicke bemerkt. Bei ihr angekommen, gab er ihr das Kissen und eine Decke. Er selbst legte die zweite Decke zur Seite und setzte sich wieder in den Sessel.

„Hören Sie schlecht, Miss Granger?!“ ,schnauzte er sie an.

„Ich sagte doch, Sie sollen den Inhalt der Phiole trinken!“

„Nein, ich höre gut. Aber ich trinke doch nicht einfach etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist!“ ,entgegnete sie ihm.

„So? Davon habe ich beim Tee nichts gemerkt.“ ,sagte er provozierend.

„Das ..das ....“ ,weiter kam Hermine nicht.            Punkt für ihn –Mist!

Sie sah sich die Phiole an. Er grinste etwas, sich seines Sieges vollends bewusst.

„Es ist ein Trank, damit Sie schlafen können, ohne zu träumen. Jetzt trinken Sie ihn schon! Ich möchte auch noch etwas schlafen.“ ,sagte er.

Sie öffnete die Phiole und trank, wenn auch etwas widerwillig. Dabei verzog sie ihr Gesicht, was ihn amüsierte.

„Bäähh .... das schmeckt ja abscheulich.“ ,rutschte es ihr heraus.

„Gute Nacht, Miss Granger. Der Tranke sollte gleich anfangen, zu wirken und sie werden tief und traumlos schlafen.“

Sie lege sich das Kissen unter den Kopf, nickte und schlief ein.

Endlich Ruhe!

Tief zog Snape Luft ein, während er zu Hermine sah, wie sie dort auf seiner Couch lag. Er bemerkte, dass sie nicht einmal zugedeckt war, was er mit einer kurzen Bewegung seines Zauberstabes nachholte. Dann sah er ins Feuer und stellte fest, dass er selbst äußerst müde war – mehr als er sich eingestand. Er lehnte sich entspannt zurück und schlief langsam ein, aber nicht ohne noch einmal zu Hermine zu sehen.