Entdeckung

von Straw28
KurzgeschichteRomanze / P12
01.02.2009
01.02.2009
1
1953
 
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
A/N: Hallo ich habe aus dem Thread „Wünsch dir was“, allgemeine Serien, folgende Idee adoptiert von It was dead inside

Charaktere/Pairing: Olive, diverse Charaktere
Rating: egal
Erwünscht: Humor der Serie
Nicht erwünscht: Alles ist erlaubt! (sollte allerdings in der Darstellung zur Serie passen)
Grundidee: Olive findet endlich die Wahrheit heraus. Wie wird sie reagieren und was verändert sich?
Betagelesen von Lost in the USA, wie immer ein dickes Dankeschön an dich, gerade bei dieser Story. Ich denke du weißt hoffentlich was ich meine! :- )

Ich hoffe meine Ausführung sagt dir zu, war nicht so ganz einfach den Stil der Serie einzufangen, ich hoffe trotzdem das es mir für das erste Mal ein wenig gelungen ist. Und das ich das vergebene Thema nicht doch verfehlt habe.

So ich rede auch gar nicht viel mehr  und wünsche viel Spaß damit.

K1

Achtundzwanzig Monate, drei Tage und drei Minuten war es jetzt her, seitdem Olive erkannt hatte, dass sie ein Herz für den Kuchenbäcker hatte. Doch leider war seit einem  Jahr, drei Tagen und vier Minuten eine andere Person im Besitzt des Herzens vom Kuchenbäcker. Und Olive hatte noch immer nicht einen Funken von Idee, wie sie es schaffen konnte, es dieser heimtückischen Diebin wieder abzunehmen.

Ganz im Gegenteil, anstatt diese Betrügerin als das zu entlarven, was sie war, hatte Olive sich in ihren Betrug mit reinziehen lassen. Doch heute reichte es der sonst so gutmütigen Angestellten und sie nahm sich vor dem Kuchenbäcker endlich zu erzählen, dass sie mehr für ihn fühlte als es mit einem „I love you“, möglich war zu sagen. Und wenn möglich dann auch alles das, was sie über die zweite Frau wusste, die sich hier derzeit breit machte, in einem Gebiet wo sie nichts zu suchen hatte.

Der Auslöser für ihren Entschluss war, dass die Betrügerin, vom Kuchenbäcker oft auch zärtlich  „Chuck“, genannt, es gewagt hatte, den Mann, dem Olives Herz gehörte, als „ihren“ Ned zu betiteln. Olive hatte es gestern anhören müssen als beide in die Wohnung ihres Neds Schlafen gegangen waren. Denn diese Frau mit richtigem Namen „Charlotte“, wohnte seit einem Jahr, zwei Tage und zwei Minuten bei Olives Nachbarn, der leider nicht nur ihr Boss war, sondern auch der Kuchenbäcker Ned, dem ihr Herz gehörte.

Doch wenn dieser Mann jemand gehörte, dann war der Besitzer Olive, schließlich hatte sie schon Besitzansprüche erhoben  bevor „Chuck“, überhaupt wusste, dass es die Pie Hole und ihren Besitzer gab. Olives kleine Welt, die aus dem Wunsch bestanden hatte, dass es endlich ein Leben mit dem Mann ihrer Träume geben würde, war völlig erschüttert worden als „Chuck“ auftauchte. Noch immer knabberte sie deswegen daran herum. Und sie hatte ernsthaft  überlegt, sich in Form eines Kaninchens Gesellschaft zu suchen, was das Knabbern betraf. Doch bisher hatte Olives Abneigung gegen Tiere mit Stummelschwanz sie davon abgehalten.

Ja, kaum einer wusste es, die Angestellte des Pie Hole Olive Snook war früher Mitglied im berühmt berüchtigten „Club gegen Stummelschwanzträger“ gewesen, als sie ein Teenager gewesen war. Ein Meerschweinchen namens „Bobby“, hatte sie einst schwer gebissen und sie konnte deswegen nicht zum jährlichen Wassermelonenball in Orks Creek gehen. Ein Trauma, das Olive nie überwunden hatte.

Erst als die Machenschaften der anderen Clubmitglieder immer skurriler wurden trat sie aus. Olive mochte vielleicht keine Stummelschwanzträger, aber ihnen deswegen Attrappen anzukleben, hielt sie für verkehrt. Ihr taten die kleinen Nager leid, die mit angeklebten „Schwänzchen“ hilflos versuchten in ihren Käfigen zu hoppeln, was ihnen nicht mehr gelang.

Aber an dies dachte Olive jetzt nicht, denn ab heute würde sie nicht mehr knabbern müssen, da sie ja dazu unterwegs war, ihrem Kuchenbäcker die Wahrheit über „Chuck“, die fiese, miese Betrügerin zu sagen.

Mit entschlossen Schritten, einem noch entschlossenerem Gesicht und einem noch viel mehr entschlossenem Herzen trat Olive in das liebste Aufenthaltsgebiets ihres Kuchenbäckers.

Und blieb stehen.

Denn was sie jetzt sah, ließ ihr kleines Herz kurz inne halten. Der so verehrte Kuchenbäcker, der wie so oft in seiner Backstube stand und eines seiner Rezepte ausprobierte, tat etwas, was Olive noch nie gesehen hatte. Und das sollte schon was heißen, kannte Olives jede seiner Bewegungen, jedes Fältchen in seinem Gesicht, jedes so Herz erwärmende Funkeln seiner lieben Augen.

Ein Korb vergammelter Erdbeeren stand vor ihm und er nahm eine davon in seine Hände. Olive wollte sich eigentlich schon einem Tagtraum  hingeben, der sie die verfaulte Frucht sein ließ, als ihre Augen etwas ganz erstaunliches beobachteten.

Ach , dachte sie dabei sofort  und stellte sich schnell in eine Ecke, wo der Kuchenbäcker sie nicht sehen konnte

Die eben noch so verschrumpelt aussehende Erdbeere, verwandelte sich jetzt in eine rote, vollreife Saftige, die jedem Werbefachmann die Tränen in die Augen getrieben hätte. Denn werbetechnisch war der Effekt, der jetzt eintrat,  einfach nicht besser zu bezahlen gewesen. Jede der Früchte, die Ned, der so heiß begehrte Traumkuchenbäcker, berührte, wurde wieder eine frische wunderbar rote Erdbeere, die man sich eigentlich sofort in den Mund hätte stecken wollen.

Bei Olive hatte ihre Tränen allerdings etwas andere Gründe, verstand sie plötzlich ganz instinktiv etwas was sie schon seit gut achtundzwanzig Monaten, drei Tage, drei Minuten und sechs Sekunden verwundert hatte. Und dieses Verstehen trieb ihr die dicksten, unglücklichsten, verliebten Tränen in die Augen, die es in der ganzen Stadt je gegeben hatte. Sie zog ein rot gepunktetes Taschentuch aus ihrem Ausschnitt und tupfte sich damit das nasse Gesicht ab. Aber in kurzer Zeit war es schon so durchnässt, dass Olives geliebtes grünes Kleid auch nass wurde.

Aber was kümmerte es sie? Wenn sie erkennen musste, was mit ihrem Traummann wirklich los war?

Ach , dachte sie erneut. Und Olives Herz ging vor Mitgefühl fast über.  

Der Kuchenbäcker hatte eine Gabe, das erkannte Olive. Aber sie erkannte darin sofort auch den Nachteil. Das lag aber auch daran, dass sich die Folgen ihr jetzt sogleich offenbarten.

Während der Kuchenbäcker eine Erdbeere nach der anderen ins Leben zurückholte, starb im Gegensatz  davon immer eine Stange Porree, die für einen anderen Kuchen gedacht gewesen war.

Olive erkannte sofort den Zusammenhang und ihr Herz, das dem Kuchenbäcker eh schon gehörte, flog ihm erneut zu. Am liebsten hätte sie ihn jetzt umarmt, geherzt und lieb gehabt. Komischweise traute sie sich das aber  nicht, wo sie jetzt wusste, was sein Geheimnis war.

Sie wusste, das Menschen die Geheimnisse hatten, es nicht gerne sahen, wenn man diese abrupt aufdeckte. Dass würde Olive wohl ganz behutsam machen müssen, um ihn nicht zu verschrecken. Denn sie wollte nichts tun, was ihrem Kuchenbäcker in irgendeiner Weise Schaden zufügen würde.

Also tat Olive das, was sie jetzt so gerne getan hätte, aus der Ferne und genoss es dem Kuchenbäcker ihre stille Liebe zukommen zu lassen. Doch dieses gemeinsame Glück wurde recht je unterbrochen und erinnerte Olive daran, warum sie eigentlich hier war.

Die Herzdiebin und Betrügerin „Chuck“, kam durch den Hintereingang, der zum Hof führte hinein. Wie so oft trug sie ein helles Kleid mit vielen kleinen Bienen darauf. Olive war sich ziemlich sicher, dass ihr Kuchenbäcker es gerne hatte und die Betrügerin es deswegen so oft trug.

Olive erwartete jetzt eigentlich, dass Chuck das Unverschämteste tun würde, was sie sich nur vorstellen konnte. Doch stattdessen zuckte der Kuchenbäcker zusammen, als Chuck sich an ihm vorbeizwängte und presste seine Hände ganz nah an den schmächtigen Körper.

Er warf ihr, sobald Chuck an ihm vorbei war, einen sehnsüchtigen Blick zu, den Olive nur zu gut  kannte. Tat sie es doch zu jeder Stunde und Minute ebenfalls, wenn sie ihn sah.

Doch auch Chuck tat das nun ihrerseits und wieder war sich Olive ganz sicher, dass es jetzt zu dem  für sie schlimmsten Vorstellbaren kommen würde. Aber nein, beide blieben jetzt an der jeweiligen Ecke ihres Tisches und sahen sich aus einer Mischung aus Liebe, Traurigkeit, Verlangen und ungestillter Sehnsucht an.

Wie ein Affe, der eine Schlange sieht, konnte Olive sich nicht dazu bringen endlich den Platz an dem sie stand, zu verlassen. Stattdessen wartete sie auf das, was eigentlich passieren musste. Ihre Augen folgen dabei jeder Bewegung, der von ihr beobachten Personen.

Aber es passierte nichts. Überhaupt nichts.

Weder dass Chuck sonderlich überrascht war, dass der Kuchenbäcker Erdbeeren zum Leben erweckte, noch der Kuss, der in der Luft lag.

Olive wartete also, damit ihr kleines Herz endlich in zwei gebrochen wurde, ab. Dabei war für sie völlig unwichtig, dass sie das Geheimnis des Bäckers endlich kannte.

Denn für eine Liebende, wie sie es war, hätte er sich in ein Gürteltier verwandeln können. Das hätte an ihrer Zuneigung nichts verändert. Viel schwerer wog für Olive die Spannung, die noch immer über der Backstube hing und sich einfach irgendwann entladen musste.

Erst dann konnte sie damit anfangen, den Rückzug anzutreten.

Neun Minuten und  fünf Sekunden weiter hatte sich, außer dass sich die Schüssel mit den Erdbeeren immer mehr leerte, an der Situation nichts verändert.

Olive sah noch immer zu, wie Ned seine Kuchen backte und dabei der Betrügerin sehnsuchtsvolle Schmachtblicke zuwarf. Die von Rechtswegen eigentlich ihr hätten gelten müssen.

Chuck ihrerseits tat fast das gleiche wie der Kuchenbäcker, nur dass der Porree, den sie für die Stimmungsaufhellenden Kuchen brauchte, nicht mehr zu verwenden war und sie dafür jetzt eine paar Erdbeeren vom Kuchenbäcker für sich abzweigte.

Doch schließlich nahm sich Olive endlich zusammen.

Gabe oder nicht , dachte sie. Hier geht es ja nicht darum, sondern darum das diese Diebin etwas besitzt was mir gehört.

Olive atmete ein und  aus und begann endlich zur Tat zu schreiten.

Aber da geschah das, was eigentlich schon vor neun Minuten und fünf Sekunden hätte passieren sollen. Chuck riss ein Backpapier ab und legte sich dieses über die Lippen so gerüstet, beugte sie sich zum Kuchenbäcker hinüber und küsste ihn.

Olive sah mit Entsetzen zu, wie ihr Kuchenbäcker glücklich aufhörte, Erdbeeren wieder zu beleben und seinerseits den Kuss erwiderte. Dabei strahlte er die Betrügerin selig süßlich an.

Seine tief enttäuschte Mitarbeiterin zog von dannen, nachdem sie wieder in der Lage war, Luft zu bekommen.

Im Wissen, dass es zwei Gründe gab, wieso sie niemals in Besitz des Herzens des Kuchenbäckers kommen würde.

Ersten weil er eine Gabe besaß, die ihn vielleicht für immer daran hindern würde, andere Menschen normal berühren zu können. Und das Zweite war, und das wog für Olive viel schwererer, weil er sie nicht liebte und auch nie lieben würde, denn sein Herz gehörte schon lange jemand anderem. Das hatte sie heute erkennen müssen.

Und als unglücklich Verliebte wusste Olive, das ihr Unglück das vielleicht einzige war, was sie je mit dem Kuchenbäcker ein bisschen verbinden würde.

Deswegen begrub sie tief in sich das Wissen, dass Ned, der Besitzer der Pie Hole ein Geheimnis in sich verbarg, dass ihn von seinem geliebten Menschen ebenso fern hielt, wie er das nun für Olive war.
Review schreiben