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Einzelgänger

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
John McClane
28.01.2009
14.10.2009
17
37.748
3
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
28.01.2009 1.961
 


sunshine607
Einzelgänger
 
 


Ein Roman über die „Stirb langsam“-Quadrilogy
 

Dieses Buch
ist für all die,
die genauso Bruce Willis-
und „Stirb langsam“-
verrückt sind wie ich!

 

Informationen und Hintergründe

Um dieses Buch zu lesen und zu verstehen, ist es nicht notwendig, die „Stirb langsam“ Filme gesehen zu haben – das Buch erklärt sich von alleine. Aber dennoch möchte ich es zeitlich einordnen:
Die Handlung beginnt zwischen „Stirb langsam 2“ und „Stirb langsam: Jetzt erst recht!“. Somit fallen in meiner Geschichte die Filme „Stirb Langsam: Jetzt erst recht!“ und „Stirb langsam 4.0“ weg.
 
Ich habe versucht, das Buch so realitätsgetreu wie möglich zu halten, habe aber ein paar Daten verändert, was dann aber den Sinn der vorhergehenden Filme nicht verändert. Natürlich weiß ich, dass es viele Dinge, von denen ich schreibe, zum Beispiel Lieder, im Jahre 2002 noch nicht gab, aber das spielt für mich keine Rolle, da sie dem Buch einfach Leben geben und passen.
Das Buch soll zum denken anregen, und wenn man es liest, ohne sich die Frage zu stellen „Hey, Moment, war das nicht ein klein wenig anders?“, ist das Buch alleine für sich ein hoffentlich gelungenes Abenteuer!





TEIL I

1.
"Entschuldigen Sie...?"

07.07.2001


Warum wurde so etwas eigentlich immer mit ihm gemacht?
John McClane, 36, miesepetrigster, Schlechtgelauntester und wahrscheinlich bester Polizist des New York Police Departement stand von einem Bein aufs andere tretend am Flughafen.
Er arbeitete schon immer in der Abteilung „Gewaltverbrechen“, und das alleine. Er war ein Einzelgänger, das wusste jeder. Und wenn nicht, bekam er es zu spüren.
Und jetzt kam Walter Cobb, Johns Vorgesetzter, auf die dumme Idee, ihm einen 24-jährigen, unerfahrenen Neuling vor die Nase zu setzen. Nicht das er etwas gegen jüngere, unerfahrenere Polizisten hatte, im Gegenteil, er konnte es nur nicht leiden, sich mit ihnen rumzuärgern.
Und eben gerade so kam es, das er hier stand, wartend auf irgendeinen Volltrottel den er Einweisen durfte. Außerdem musste er seine verdammte Uniform tragen, damit der Kerl ihn erkannte. Er hasste seine Uniform und hatte sie nie gerne getragen, seine Ermittlungen hatten ihn auch meistens in Zivil gefordert.
Normalerweise wäre er schon vor Stunden wieder im Department gewesen, doch, es konnte ja gar nicht anders kommen, dummerweise hatte der Flug drei Stunden Verspätung. Heute war wirklich nicht McClanes Glückstag.
Er dachte gerade zum hundertsten Mal in den letzten dreieinhalb Stunden an das Gespräch mit Walter, dass er vor knapp fünf stunden mit ihm geführt hatte.
John, hatte er gesagt, du kannst nicht immer alleine losfahren. Doch John meinte, er wüsste was er tut. Cobb würde das auch nicht bezweifeln, aber trotzdem bräuchte er jemanden Jüngeres an seiner Seite. Er hätte da gerade das Richtige, einen Neuling aus England, in Deutschland geboren. Der müsste eingearbeitet werden und er könne ihn gleich um 14:45 Uhr am Flughafen abholen.
Und so kam John zu dem Schluss, während er mürrisch in sein Polizeiauto einstieg, dass er heute lieber hätte im Bett bleiben sollen.
Mittlerweile war es viertel nach sechs. Doch zum Glück wurde gerade durchgerufen, dass die Maschine aus London gerade sicher gelandet sei.
John begab sich in Richtung ‚Ankunft’.
Es drangen viele Menschen aus dem Flugzeug und liefen durch die Schranken zu Familienmitgliedern oder Freunde. Ein paar arme Schweine gingen alleine fort oder standen wie verlassene Regenschirme in der Gegend umher. Alle von ihnen sahen ihn, doch keiner kam auf ihn zu.
‚Mensch’, dachte er, ‚Wo bleibt der denn?’
Doch dann wurde seine Aufmerksamkeit von einem anderen Geschöpf auf sich gezogen: Ein Göttin durchschritt gerade die Schranke. Sie war die schönste Frau die er je gesehen hatte. Sie war ca. 1.75m groß, hatte hüftlange, feuerrote Haare und leuchtend grüne Augen, das konnte er sogar von hier sehen. Sie trug eine eng am Körper anliegende Jeans und dazu ein dünnes Longsleeve in hellgrün, das im starken Kontrast zu ihren Haaren aber wunderbar Ton-in-Ton mit ihren Augen war. Sie war ziemlich dünn, doch sehr, sehr weiblich. Ihre Kleidung betonte die Rundungen ihrer Hüften und ihrer Taille perfekt, der Ausschnitt ließ den sanft gerundeten Ansatz ihrer Brüste erkennen.
‚Ok, John, das ist genug, konzentrier dich’, ermahnte er sich selbst. Das ging eindeutig zu weit. Wo war überhaupt dieser dumme Neuling? Der Strom von Menschen war versiegt, die rothaarige Frau war die letzte gewesen.
McClane strich mit seiner linken Hand über seine spärliche Haarpracht und ließ den Blick über die Menschen schweifen.
Als er nirgendwo einen jungen Mann erkennen konnte, fiel sein Blick wieder auf die Schönheit, die komischerweise direkt auf ihn zuhielt. Als sie bemerkte, dass er sie anstarrte, lächelte sie. Er war sehr groß gewachsen, ungefähr 1.98m. Er hatte ein breites Kreuz und eine sehr männliche Figur mit dünnen Hüften und langen, schlanken Beinen, die gut laufen konnten. Unter der weiten Polizei Jacke unter welcher noch einige Pistolen und Halfter platz hatten, konnte man seine Muskeln nur schwer erkennen, aber seine Statur ließ sie auch so erahnen.
Verwirrt lächelte John gezwungen zurück. Als die Frau ihn erreicht hatte, streckte sie ihm eine Hand mit kurzen, aber gepflegten Fingernägeln entgegen.
„Sie müssen Detektive John McClane sein, ich habe schon viel von ihnen gehört.“ Verwirrt blickte er sie an. Sie hatte eine Stimme, die ihn glauben ließ, dass er taub war, so etwas reines konnte es nicht geben.
Verdattert ergriff er ihre Hand.
Sie schüttelte seine Hand kurz und kräftig und ließ ihn dann hastig los. Ihr Gesicht verlor für einen kurzen Moment das Lächeln, doch sie setzte es sofort wieder auf und lies zwei Reihen makelloser Zähne aufblitzen.
Ihre hastige Unterbindung der von ihr gewollten Berührung verwirrte ihn. Was hatte er falsch gemacht?
„Wie ich sehe, haben sie aber noch nichts von mir gehört, wie?“ John schüttelte den Kopf und grinste entschuldigend. Was wollte diese Frau? „Ich bin Detektive Isabella O’Brien, ihre neue Kollegin.“
Wie bitte? Kollegin? Aber Moment… Walter hatte nichts davon gesagt, dass es ein Mann war. Ach du heilige Scheiße, das konnte ja was werden, jetzt hatte er nicht nur einen Neuling an der Backe, nein, das war obendrein auch noch eine Frau. Aber hatte er richtig gehört? Detektive?
„Entschuldigen Sie, Miss O’Brien. Guten Abend. Aber habe ich richtig gehört, sie sind Detektive? Mit 24?“ Seine tiefe Stimme klang sehr verwirrt.
„Ja, ich habe meinen Rang durch einige, na ja, wie hatte mein Vorgesetzter es ausgedrückt? Durch einige Hervortuende Leistungen erreicht. Ich habe der gesamten Londoner Polizei den Arsch gerettet.“
Ihre Ausdrucksweise gefiel ihm.
„Übrigens, man nennt mich Bella.“ Sie ließ noch einmal ihre Makellosen Zähne aufblitzen.
„John.“ Er lächelte zurück, doch es fiel ihm sehr schwer. In ihm drinnen kochte es. Sie war gleichberechtigt, neu, seine Partnerin und eine Frau. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen.
Immerhin hatte sie nicht viel Gepäck, was ihn ungeheuer glücklich machte. Als er ihr half, es ins Auto zu verfrachten, machte er ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter.
Bella hatte sich McClane anders vorgestellt. Er war zwar wirklich so schlechtgelaunt wie alle behaupteten, aber sie hätte ihn sich kleiner, und mit mehr Haaren vorgestellt. Er war sehr einnehmen und –schüchternd, doch sie war es gewohnt, von solchen Männern umgeben zu sein.
Sie hatte genug Selbstvertrauen bewiesen, als sie ihre gesamte Polizeistation vor einer gewaltigen Explosion bewahrte. Seit dem war sie akzeptiert worden, doch einige Umstände hatten es ihr nicht möglich gemacht, zu bleiben, trotz Beförderung. Also hatte sie mit ihrem zusammen Chef beschlossen, über den großen Teich nach Amerika zu wechseln. Das NYPD hatte sie gerne aufgenommen, die Empfehlungen ihres Chefs waren sehr gut gewesen.
Sie ging um das Auto herum und wollte auf der Beifahrerseite einsteigen, als sie fast mit John zusammenstieß.
„Wollen Sie etwas fahren?“, knurrte er mürrisch.
„Nein, entschuldigen Sie, ich bin an den Englischen Fahrstil gewöhnt.“ Sie fasste sich an die Stirn und schob die längeren Fransen ihres Ponys hinter ihr linkes Ohr. Isabella drehte auf dem Absatz und marschierte um das Auto herum. Sie öffnete die Tür und ließ sich auf den Sitz fallen. Ihr fehlte der Schlaf von zwei Nächten, sie hatte weder im Flugzeug noch die letzte Nacht in England schlafen können. Ihr fehlte im Moment die Ruhe, warum wusste sie selber nicht.
Erschöpft lehnte sie sich zurück.
John startete das Auto und fluchte, als ihm ein Mann in einem roten Chevy die Vorfahrt nahm. „Verdammter Idiot!“
Bella gluckste, was ihr einen bösen Blick von John einbrachte, doch sie schmunzelte weiter. Sie hatte nicht vor, sich von ihm in Bockshorn jagen zu lassen, wer war sie denn? Sie war gleichberechtigt und wollte nicht Kleinbeigeben.

Es war ihr schwer gefallen während der Fahrt die Augen geöffnet zu halten, doch Johns ruppiger, schneller Fahrstil half ihr dabei, bei Bewusstsein zu bleiben. Schließlich bogen sie von der Fifth Avenue nach rechts zur 16. Straße und parkten auf dem Parkplatz des NYPD.
Bella öffnete vorsichtig ihre Tür, fast der ganze Parkplatz war frei, aber John hatte diese Parklücke neben einem anderen Streifenwagen gewählt. Sie zwängte sich aus dem Auto und lief darum herum. Ihre Glieder schmerzten und sie streckte sich.
John blickte auf ihre Klamotten im Wagen und sagte: „Sie können die Sachen erst einmal im Auto lassen, ich bringe Sie dann später nach Hause… oder haben sie ein Auto?“ Er war sehr förmlich und Distanziert.
Sie schüttelte den  Kopf. „Danke, das ist nett.“ Sie lächelte, doch McClane drehte sich um und schritt zur Tür des großen Gebäudes. Bella konnte an McClanes steifem Gang erkennen, wie angespannt er war. Er kochte innerlich. Sie folgte ihm schweigend, keine Lust, sich mit diesem mürrischen Kerl zu unterhalten, sie konnte sich besseres vorstellen – sie freute sich schon unheimlich auf die Zusammenarbeit… Auch sie war schließlich nicht begeistert, ihr altes Leben für eine Arbeit mit diesem Griesgram zu tauschen. Nicht nur er war gewöhnlich ein Einzelgänger.
Die großen, vergoldeten Buchstaben an der Eingangstür hingen ein wenig schief. „New York Police Department, Gewaltverbrechen“, las sie. John öffnete die Tür und ging die Treppe nach oben. Sie folgte ihm wie ein Pudel, was blieb ihr auch anderes übrig? O’Brien hatte sich das MYPD ein wenig anders ausgemalt. Es war friedlich hier, ein paar sehr geschäftige Wesen arbeiteten an ihren Schreibtischen, doch Bella hatte es sich lebhafter und reizvoller vorgestellt. So war es zumindest in London gewesen. Vor einer großen Tür am Ende des obersten blieb sie stehen. Auch hier hingen vergoldete Letter an der Tür. Walter Cobb. Ihr neuer Vorgesetzter.
John stürmte ohne Rücksicht in das Zimmer, er klopfte nicht einmal.
Zaghaft folgte Bella, sie wollte nicht unhöflich oder aufdringlich sein.
Doch in dem Büro erwartete sie ein ganz anderes Bild. Es war mit fünf freundlich lächelnden Menschen gefüllt. Der Teppichboden war moosgrün und weich, die Wände steril und weiß. Einige Auszeichnung hingen an der Wand hinter dem großen, massiven Eichenholzschreibtisch.  Eine kolossale Uhr tickte über ihr an der Wand. Es war tatsächlich schon sieben Uhr, wie sie verwundert feststellte.
Ein großer Mann trat ihr entgegen und lächelte. Er klopfte erst John auf die Schulter. „Danke, alter Junge.“ McClane ging zu den andere, zwei Frauen und zwei Männer. Er stellte sich an die Wand und verschränkte missgelaunt die Arme vor der Brust.
Der Mann gab ihr die hand. „Hallo, Miss O’Brien. Ich bin Walter Cobb, aber alle hier nennen mich Walter.“
O’Brien lächelte zurück und ergriff nur kurz die Hand, sie mochte keinen überflüssigen Körperkontakt, Männer waren ihr immer zuerst Suspekt, dass hatte ihre Arbeit sie gelehrt. „Guten Abend, Walter.“ Sie schmunzelte. „Bitte nennen Sie mich Bella.“
Cobb nickte und lehnte sich an die Kante seines Schreibtisches. «Meine Assistentin Jane Simmons, außerdem Ricky Walsh, Connie Kowalski und Joe Lambert, das werden ihre engsten Mitarbeiter sein. »
Die vier traten vor und gaben ihr nacheinander die Hand. Sie waren alle sehr freundlich, und jetzt glaubte O’Brien doch, dass sie sich hier würde Wohlfühlen können.


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