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Akrostichon

GeschichteAllgemein / P6
Krabat
27.01.2009
27.01.2009
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381
 
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27.01.2009 381
 
Ein Akrostichon zu Krabat. Eine kleine Fingerübung für ein Leseprojekt, das ich plane. Größtenteils inspiriert von der Otfried-Preußler-Version, der letzte Absatz aber eher von Jurij Brežans „Die schwarze Mühle“.
Viel Spaß beim Lesen!



Akrostichon

K
Kalt und schneidend war der Wind, eisig, und biss schmerzhaft, wo er auf bloße Haut traf, aber Krabats Wangen glühten heiß vor Eifer beim Schneeschaufeln. Dem Meister zu beweisen und Tonda zu beweisen und – sich selbst zu beweisen – dass er ein fleißiger Mühlknappe war wie nur einer, wert, in die Bruderschaft aufgenommen zu werden.  

R
Rauhreif hing in den Ästen und glitzerte unschuldig weiß auf dem Dach der Mühle. Bis zum Mittag war er längst getaut, doch er bedeutete, dass der Winter unbarmherzig kommen würde, bald, sehr bald schon, und mit dem Winter die Silvesternacht.

A
„…auferstanden/ er ist wahrhaftig/ auferstanden. Hallelujaha…“ Von der Auferstehung sang die Stimme, so schön und klar und ernst, als ob es wahr sein könnte. Als ob es noch etwas anderes geben könnte als Bitternis und Knechtschaft und Tod. Und obwohl er der Stimme und den Glocken nicht glaubte, drangen sie doch tief in sein Herz und brachten die Osterfreude mit.


B
Bruder… wie ein Bruder warst du mir, ein Freund, mehr als ein Freund. Wie soll es weitergehen ohne dich? Wie kann sich das Mühlrad drehen, wie kann der Frühling kommen, wie soll ich weiterleben, wenn du nicht mehr bist? Wofür? Wozu? Wohin?  


A
Angst. Lähmend, unbezwingbar. Fast wünschte er nur, das Ende käme wenigstens gnädig und rasch, ohne dass er mit ansehen müsste, was der Meister ihr antäte. Oder dass es wenigstens für sie rasch und ohne Qual zuende sei. Vielleicht würden ihre Seelen sich nach dem Tod in Vögel verwandeln, er in eine Amsel und sie in eine Drossel, und dann für immer unter dem freien Himmel fliegen können, fort, weit fort von der Mühle.


T
Tonda hatte die Freiheit zu erlangen versucht und lag nun stattdessen ohne Segen und Gebet in der schwarzen, sumpfigen Erde des Koselbruchs, und Michal ihm gleich und der, dessen Kleider am Neujahrsmorgen auf der Pritsche gelegen hatten und viele, so viele ihrer Vorgänger. Aber einmal, so erzählten die Leute, einmal wird einer kommen, der den schwarzen Müller besiegen wird und die Freiheit gewinnen.
Vielleicht heißt er Krabat.
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