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Annes Abschied (Die Tudors)

von Miya
Kurzbeschreibung
SongficAllgemein / P12 / Gen
Anne Boleyn Henry VIII.
23.01.2009
23.01.2009
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Hallöchen ihr Lieben,
mich plagt mal wieder die Kreativität. *lol* Naja, was man so Plage nennt. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Wie schon vom Thema abzulesen handelt es sich hierbei um die Serie "die Tudors". Auf die Idee kam ich, als ich ein Lied gehört habe, welches ich als eine Art Songfiction auch hier verewigen wollte, da es mich zu dieser Story gebracht hat. Eigentlich ist es meine Sicht von den Dingen, die Anne über sich ergehen lassen musste und haben sicher wenig mit dem zu tun, wie es damals war. Ich hab nur wenige Fakten übernommen und den Rest hat meine Fantasie erledigt.
Würde mich sehr über Kommis freuen. *Schoki und Tee für alle hinstell*

Song: Diary Of Dreams - Traumtänzer http://de.youtube.com/watch?v=5_n6UcJoIYo

Annes Abschied


Die Zeit steht still in diesem Raum
Doch merken's andere Menschen kaum
Es steht die Luft hier in der Schwebe
Als ob der Windhauch nicht mehr lebe
Die Stille schmerzt in meinen Ohren
Ich wünscht ich hätt Dich nicht verloren


Unbarmherzig peitscht der kühle Wind um den Tower. Es war ein kalter, verregneter Tag, obwohl es Frühling war. Traurig saß die Königin von England vor dem einzigen Fenster, welches ihre ärmliche, triste Zelle erhellte, doch an diesem Morgen wirkte alles nur noch trauriger und erdrückender. Es kam Anne so vor, als wäre die Sonne an diesem Tag nie aufgegangen.
Doch schlimmer als die Dunkelheit war für die junge Frau eigentlich nur eins. Die Stille, die sie umgab. Seit ihrer Verhaftung war sie im Turm auf sich gestellt. Hin und wieder kam jemand vorbei, um ihr etwas zu Essen zu bringen, doch selbst dies rührte sie nicht an. Zu tief saß der Schmerz in ihrem Herzen, dass sie sich nicht überwinden konnte auch nur einen Bissen zu sich zu nehmen.
„Warum?“, wisperte sie verzweifelt und erneut den Tränen nahe.
„Warum hast du mich nur verlassen?“, piepste sie nur noch, bevor all die Trauer und all der Schmerz sie erneut übermannten…

Während Träume sich erinnern
An die Zeit vor unserer Zeit
Vergisst du alle Sorge
Was dir ein wenig Kraft verleiht
Du enthältst dich vieler Dinge
Erklärst dich klug als Philosoph
Du entehrst so viele Dinge
Bist dir hörig wie ein Zof!


Wehmütig dachte die Königin in ihrem Gefängnis an die Vergangenheit. Die glückliche Zeit, die sie mit Henry gehabt hatte, bevor SIE auftauchte. Jane Seymour, doch brachte es Anne nicht über sich, allein der Hofdame für all das die Schuld zu geben. Die Brünette war schon immer eifersüchtig und verachtete jede Frau, die bereitwillig mit dem König – ihrem Mann – das Bett teilte. Doch gab es genug andere, die Anne nie als Königin betrachteten, sondern sie eher als Hure verpönten. Charles Brandon. Sicher. Niemand außer ihm konnte es schaffen den König zu einer anderen Frau zu treiben, als sein bester Freund.
Doch hatte sich Henry vorher schon von Anne entfernt. Unfähig ihm einen Sohn zu gebären, wurde sie selbst schon ganz wahnsinnig…Vor Angst. Doch was kümmerte all die Sorge in Annes Herzen den König. Nichts, sonst wäre sie jetzt nicht hier. Sonst würde sich ihr Herz nicht mit immer mehr Wut füllen.

Wirst du mich nie verstehen?
Wirst du denn nie verstehen?
Hast du noch nie gesehen...
Wie meine Augen glitzern?


„Wegen dir habe ich meinen Sohn verloren. Ganz allein wegen dir.“ Wie gut konnte sie sich noch an die letzte Nacht erinnern, die sie noch als Königin im Schloss verbrachte. Wie verbittert sie gewesen war und wie sehr Henry ihr sein wahres, kaltblütiges Gesicht gezeigt hatte. Sie liebte ihn, wie eine Närrin nur jemanden lieben konnte. Und er hatte nicht einmal ein zärtliches Wort für sie übrig. Nur Vorwürfe hatte er ihr gemacht, obwohl er es gewesen war, der wenige Stunden zuvor jemand anderen küsste. Und dann geschah alles so schnell. Die Verhaftung. Die Anklage und das Warten bis zur Verkündung des Urteils.

Keiner mag dir mehr vertrauen
Schenkt kein Wort dir edler Gunst
Siehst deinen Schatten schon verschwinden
Dort am Horizont im Dunst


Noch bevor sie das Gericht betrat, wusste Anne bereits, was auf sie zukommen würde. Die Anklage der Untreue gegen den König und die Vorwürfe des Inzest mit ihrem eigenen Bruder, wogen so schwer, dass es sie fast erdrückte, obwohl sie nie etwas dergleichen getan hatte. Doch es war der Wille des Königs.
Anne würde sterben müssen. Das war die traurige Wahrheit, die man ihr kurze Zeit nach ihrer Ankunft mitteilte. Tapfer ließ sie die Verlesung des Urteils über sich ergehen, in der Hoffnung, dass es bald vorbei sein würde. All ihre Qualen, während sie gedankenverloren aus dem Fenster und zum Horizont blickte, schon gar nicht mehr wahrnehmend, dass man ihr für ihre letzten Tage ein paar Hofdamen zur Verfügung stellen würde. So war sie wenigstens nicht mehr allein, dachte sie. Obwohl das nicht stimme, denn die Einsamkeit in ihrem Herzen breitete sich immer weiter aus.

...denn es ist Zeit, für eine neue Melodie
für eine neue Phantasie, für eine neue Harmonie
Ich stehe auf und geh nun fort
An einen fremden, fernen Ort
Gesichter reden auf mich ein
So werd ich nie Zu Hause sein


Die Tage zur Hinrichtung verstrichen wie im Zeitraffer, als wolle man die Königin noch länger quälen und foltern. Sie wusste nicht mehr, was das eigentliche Verbrechen war. Die Anklage gegen sie, obwohl sie wusste, dass sie unschuldig war, oder die Tatsache, dass man ihre Enthauptung immer und immer wieder hinauszögerte.
Erst nur um ein paar Stunden.
Dann um einen ganzen Tag.
Erneut um weitere, wenige Stunden, dass Anne drohte vollkommen den Verstand zu verlieren vor lauter Angst um ihr Leben. Die Unwissenheit, was sie nach ihrem Tod erwarten würde, bereitete ihr Sorgen, die sie jedoch versuchte vor ihren Damen zu verbergen. Sie betete ein letztes Mal, bevor ein älterer Mann sie dann doch (endlich) mit nach draußen auf den Tower Hill brachte. Ihr Gebet galt ihrer Tochter Elizabeth, die mit nicht einmal drei Jahren ihre Mutter verlor und zur Halbwaisen werden würde. Ihren bereits toten Bruder schloss sie ebenfalls ein, in der Hoffnung ihn im Jenseits wieder zu sehen.
Dann verließ sie langsam die Kammer, in der sie die letzten Tage ihres Lebens verbrachte und wurde nach draußen geführt, wo sie ein letztes Mal die frische, warme Luft auf ihrer Haut spüren konnte.
Wenigstens hatte Gott ihr einen sonnigen Sterbetag gebracht, dachte sie, während ihre Beine sie an den Menschenmassen vorbeitrugen.

Wirst du mich nie verstehen?
Wirst du denn nie verstehen?
Hast du noch nie gesehen...
Wie meine Augen glitzern?


Auf den kalten Holzboden kniend, sah sie nur noch zum Himmel, betend, dass ihre Seele gut behütet werden würde. Die Angst und das Zittern ihres Körpers konnte Anne Boleyn nur sehr schwer verbergen, aber sie wollte mit Mut in ihrem Herzen sterben. Mut, sich dem zu stellen, was nun kam. Ein letztes Mal betrachtete sie ihren Henker, bevor sich ihr Blick wieder zum Himmel wandte und in Gedanken Henry um Gnade anflehte sie doch nicht töten zu lassen.
Vergebens.
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