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Baldurs Gate: "Spiegelscherben"

von Annalena
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
19.01.2009
22.12.2009
12
23.845
1
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Dieses Kapitel
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19.01.2009 1.723
 
Eure kleine Gruppe läuft weiter. Imoen und Valint unterhalten sich angeregt. Darkan läuft aufmerksam neben Euch und schaut sich immer wieder nach Gefahren um. Er scheint sein Versprechen sehr ernst zu nehmen. Ihr lauft größten Teils in Gedanken versunken. Bald habt ihr einen akzeptablen Platz zum Übernachten gefunden und ihr schlagt euer Nachtlager auf. Ihr seid sehr müde und schafft es gerade noch etwas zu essen bevor Ihr einschlaft. Doch es sollte keine ruhige Nacht werden, denn Ihr habt wieder einen Alptraum.

Ihr steht in dem Raum mit dem zerbrochenen Spiegel. Nur ein Abbild von Euch war übrig. Der Schatten steht regungslos da. Dann bewegt er sich auf Euer Abbild zu und mit einer schnellen Bewegung zerstört er es. Der Schatten blickt sich um; sieht Euch an und dann kommt er auf Euch zu. Er läuft langsam, Ihr wollt weglaufen, doch Ihr könnt Euch nicht bewegen. Ihr zittert und fühlt Euch schwach. Es schien eine Unendlichkeit zu dauern bis der Schatten bei Euch war. Er steht direkt vor Euch und sieht Euch an. Es waren sicher nur Sekunden, doch Euch kam es ewig vor. Plötzlich hob der Schatten sein Schwert und stieß es in Euren Körper. Ihr könnt nicht schreien, der Schmerz lähmt Euch. Ihr wünscht Euch so sehr, das Ihr endlich aufwacht und der Alptraum vorbei ist. Langsam zieht der Schatten sein Schwert aus Eurem Körper und zum ersten Mal sagt er etwas. „Erwacht!“

Schweißgebadet wacht Ihr auf. Euer Atem geht schwer und Euer Körper schmerzt so sehr, das Ihr glaubt wirklich ein Schwert in Eurem Körper stecken zu haben. Ihr seht nach, doch es war keine Wunde zu sehen. Ihr fragt Euch, was diese Alpträume zu bedeuten haben. Den Rest der Nacht bekommt Ihr kein Auge mehr zu. Schlaflos wälzt Ihr Euch hin und her. Noch nie wart Ihr so froh einen Sonnenaufgang zu sehen.


Imoen: (*gähnt*) Ist es schon morgen? Och, ich bin die kurzen Nächte auf harten Böden nicht mehr gewöhnt.

Valint: Einen wunderschönen Guten Morgen, Rosenknospe. Ich hoffe Ihr habt gut geschlafen. (*fröhlich pfeift*)

Imoen: (*wirft einen Stein nach Valint*) Argh, wie kann man so früh schon so gut gelaunt sein?

Valint: Euer hübsches Gesicht am morgen zu sehen, Rosenknospe, beflügelt mich.

Imoen: Hört auf mich ständig Rosenknospe zu nennen, Drei-Kupfermünzen-Barde.

Darkan: (*schüttelt den Kopf*) Selina? Ist alles in Ordnung mit Euch? Ihr seht so blass aus.

Imoen: Heh, Darkan hat recht. Was ist los?

Selina: Ich hatte wieder einen Alptraum.

Imoen: Oh nein. Erzähl!

Selina: …

Darkan: Ihr hattet wieder einen Alptraum?

Imoen: Ihr wisst davon?

Valint: Ja.

Darkan: Aber sie hat uns nicht erzählt, worum es in diesen Träumen ging.

Imoen: Wirklich, Schwesterchen? Dann solltet ihr beiden euch verziehen.

Selina: Vielleicht… vielleicht sollte ich ihnen alles erzählen. Sie begleiten uns und…

Imoen: Hältst du das wirklich für eine gute Idee?

Darkan: Ich kann verstehen, wenn Ihr nichts sagen wollt. Wir werden in der Zwischenzeit das Frühstück machen. (Er sieht besorgt aus, als er die beiden allein lässt. Valint folgt ihm zögerlich.)

Imoen: Nun sind wir allein. Erzähl schon.

Selina: Gut. (Ihr erzählt ihr detailliert Euren letzten Alptraum. Sie hört Euch aufmerksam zu.)

Imoen: Das klingt nicht gut. Das klingt gar nicht gut. (Sie mustert Euch besorgt.) Wie geht es dir? Vielleicht sollten wir die Suche abbrechen. Lassen wir dieses blöde Artefakt doch wo es ist. Du kommst mit zu mir und ich werde für dich sorgen. Wir sagen niemanden, wie es um dich steht. Was sagst du dazu?

Selina: Ich…

Imoen: (*seufzt laut*) Du wirst es nicht tun. Nicht wahr? (Sie wischt sich eine Träne weg und nimmt Euch in den Arm.) Du warst schon immer dickköpfig. Ich werde auf dich aufpassen, Schwesterchen.


In der Zwischenzeit haben Darkan und Valint das Frühstück zubereitet. Schweigend esst ihr. Ein seltsames Geräusch lässt euch aufhören. Valint nimmt seinen Bogen und Imoen nimmt einen konzentrierten Blick an. Darkan hält sein Schwert fest und stellt sich schützend vor Euch. Das Geräusch kommt schnell näher und aus dem Unterholz schießt plötzlich eine Kreatur hervor.


G. Werwolf: Aaaarrrggghhhh *knurr* Uhhhuiioo *hust* *keuch* *ächz* *rrrrroooohhrrr* *ächz* *keuch* *hust* Ent… entschuldigt, aber ich… ich brauche eine kurze Pause. Rührt euch nicht vom Fleck. Ich… ich muss erst einmal zu Atem kommen.

Selina: …

Imoen: …

Valint: …

Darkan: …

Selina: Ihr… Ihr seid ein Werwolf?

G. Werwolf: (*seufzt*) Ja, das bin ich. Darf ich mich vorstellen: G. Werwolf. (Er macht eine tiefe Verbeugung.)

Imoen: (*kichert*) Was für ein blöder Name. (G. Werwolf sieht sie böse an, sagt aber nichts.)

Selina: Ähm, willkommen, Sir Werwolf. Was macht Ihr hier in diesem Wald? Ich… ich habe noch nie einen sprechenden Werwolf gesehen. Ähm.. ich meine einen Werwolf, der in seiner Werwolfform sprechen kann.  

G. Werwolf: (*seufzt*) Das ist eine lange Geschichte. (*räusper*) Vor nicht allzu langer Zeit wollte ich meine neuste Erfindung ausprobieren. Eine tolle Erfindung… (Seine Augen beginnen zu leuchten.) Explodierende-Steckrüben-Pfeile: geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene; aus Steckrüben geschnitzte Pfeile, die mit einem speziellen Steckrübensaft überzogen werden und bei einem Treffer sofort explodieren und das Opfer ohnmächtig werden lässt. Die Formel für den speziellen Steckrübensaft ist STRENG geheim. (*hust*) Eigentlich bin ich zufällig über diese Formel gestoßen als Onkel Kratzi besoffen in der Ecke lag und laut schnarchte. Aus seinem Mund kamen lauter Luftblasen und ich, verspielt wie ich bin, habe diese mit einem Stöckchen zerstochen. Und stellt euch vor wie überrascht ich war, als diese Blasen plötzlich explodierten. Hah… ihr hättet Onkel Kratzis Gesicht sehen sollen, russschwarz und mit Pickeln überzogen. Er schaute mich völlig verdutzt an und dann fing er an zu fluchen und fiel in Ohnmacht. Er brauchte drei Tage um sich zu erholen. Und er erholte sich nur so schnell, weil er Mamas kräftige Steckrübensuppe gegessen hatten. Da kam mir diese geniale Idee für die  Explodierende-Steckrüben-Pfeile. Ich musste nur herausfinden, wie Onkel Kratzi diese Blasen hinbekommen hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich die Zusammensetzung herausgefunden habe. Und nein, ich werde sie euch nicht verraten.

Darkan: Das ist… ähm… interessant.

Valint: Das die blödeste Geschichte, die ich je gehört habe.

Imoen: Ich finde die Geschichte gut. Sie ist viel besser als Eure Geschichten, *Drei-Kupfermünzen-Barde*.

Valint: Autsch. Das tut weh, Rosenknospe. Ihr verletzt meine Gefühle, wenn Ihr meine großartigen Geschichten mit denen dieser Kreatur vergleicht.

Imoen: Ich hoffe, Ihr fangt jetzt nicht an zu weinen. Ich möchte die Geschichte, die G. Werwolf erzählt, zu Ende hören.

G. Werwolf: …

Selina: Ich glaube nicht, dass ich das sage, aber… Ich würde die Geschichte auch gern zu Ende hören.

G. Werwolf: (Strahlt Imoen und Euch an.) Natürlich erzähle ich euch die Geschichte gerne zu Ende. Hoffentlich werde ich von diesen Banausen nicht wieder unterbrochen. Ähm, wo war ich… ach ja. Ich ging also in einen Wald um die Explodierende-Steckrüben-Pfeile auszuprobieren. Und als ich nichts ahnend durch den Wald lief, da sah ich plötzlich dieses wunderschöne Wesen. (Seine Augen fangen an zu leuchten.) Dieses Wesen muss ein Engel gewesen sein. Ich folgte ihm und gelangte immer tiefer in den Wald. Dann kam ich an einen See und dieses Wesen war verschwunden. (*schluckt*). Ich… ich blickte in den See und… und hatte diese Gestalt. (*schnieft*) Wie konnte das nur passieren? Oh, es ist alles so furchtbar. Ich sehe aus wie ein Werwolf und sobald mich jemand erblickt, laufen sie laut schreiend davon. (*schluchzt*) Ich irrte weiter durch den Wald und kam zu einem merkwürdigen Turm. In diesem Turm lebte eine verschrumpelte alte Hexe. SIE hat mich verflucht. Grrrrr… diese alte *’&%?$§“!  hat sich als Engel verkleidet und mich in den Wald gelockt und verflucht. (Er fängt an zu weinen.)

Imoen: Das ist ja schrecklich. Kann man den Fluch brechen?

G. Werwolf: (*schnief*) Nur der Kuss einer holden Jungfrau, die mich von ganzem Herzen liebt, kann diesen Fluch brechen.

Imoen: Heh, schaut mich nicht so an. Ich werde Euch ganz sicher nicht küssen

Valint: Ganz genau. Solltet Ihr Imoen nur falsch anschauen, dann breche ich Euch alle Knochen.

Imoen: Pffft… ich kann selbst auf mich aufpassen. (Sie sieht Valint spitzbübisch an.) Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, dass Ihr eifersüchtig seid.

Valint: (Sieht Imoen entrüstet an, was ihm aber nicht gut gelingt.) Ich? Eifersüchtig? Auf den? Bildet Euch nur nicht zu viel ein, Rosenknospe.

Selina: (Ihr unterbrecht Imoen und Valint.) Sagt, Sir G. Werwolf, Ihr kennt nicht zufällig Jan Jansen.

G. Werwolf: NEIN! Ich kenne niemanden aus dieser Gnomenfamilie und Jan ist auch nicht mein Urgroßonkel und ich hasse Steckrüben.

Selina: …

Imoen: …

Darkan: Ich habe einiges über Jan Jansen gelesen. Er soll die unglaublichsten Geschichten erzählt haben.

G. Werwolf: Bah, gegen mich ist er nur ein Amateur.

Selina: Also kennt Ihr ihn doch?

G. Werwolf: (*errötet*) Ich will nicht darüber reden.

Selina: (*lächelt*) Dann werde ich Euch nicht weiter drängen. Vielleicht treffen wir uns irgendwann mal wieder und dann können wir uns darüber unterhalten. Aber eine Frage hätte ich noch. Ist G. Werwolf Euer richtiger Name?

G. Werwolf: Vielleicht.

Selina: Ähm… in Ordnung.

Valint: Ich denke, wir haben nun genug geredet. Entschuldigt uns, *Sir* G. Werwolf, aber wir müssen los.

G. Werwolf: Wo wollt ihr hin? Kann ich mit euch kommen?

Valint: Auf keinen Fall.

Imoen: Ich würde mich freuen, wenn Ihr mitkommt. (Sie ignoriert Valints ärgerlichen Blick.)

Darkan: Ist das wirklich eine gute Idee?

Selina: Ich weiß nicht…

G. Werwolf: (Seine Augen füllen sich mit Tränen und er schluchzt laut.) Ihr seid die Einzigen, die nicht vor mir weggelaufen sind. Ich bin so allein. Und ich kann kämpfen. Ich tue alles, was ihr wollt.

Imoen: Och, bitte, nehmen wir ihn mit. Er ist sicherlich ein besserer Begleiter als dieser Drei-Kupfermünzen-Barde.

Darkan: Und wenn er uns nachts, wenn wir schlafen, überfällt und auffrisst?

G. Werwolf: Das werde ich bestimmt nicht. Ich bin  Vegetarier.

Selina: …

Valint: …

Imoen: …

Darkan: …

Selina: Ähm… nun gut, Ihr könnt mitkommen.

G. Werwolf: (Er strahlt Euch an.) Ihr werdet es nicht bereuen. Vor mir ist keine Falle sicher und ich knacke jedes Schloss. In meiner neuen Form bin ich sogar noch besser als vorher. Und wer weiß, vielleicht finde ich auf unserer Reise eine holde Jungfrau, die mich von meinem Fluch erlöst.

Valint: Schon gut. (Er tritt nah an G. Werwolf heran und flüstert ihm ins Ohr.) Finger weg von Imoen.

G. Werwolf: (Er schüttelt den Kopf und flüstert zurück.) Keine Sorge, sie ist nicht mein Typ.

Valint: …


Fortsetzung folgt
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