Let me be your kitten

von Mamodo
GeschichteRomanze / P16 Slash
18.01.2009
20.07.2010
15
63475
56
Dieses Kapitel
40 Reviews
 
 
 
Hi meine Süßen!
Nach relative langer Pause bin ich wieder da und habe eine neue FF im Gepäck. Dieses Mal stammt sie von mir selbst, ich kann also keine qualifizierte Meinung über ihre Qualität abgeben. Bin ja ziemlich voreingenommen. XD
Am besten lest ihr selbst und gebt mir Bescheid, wie ihr sie findet! (Nach Revs fischen? Ich? Würde ich doch niemals machen! ^.~)
Ist die erste mehrteilige HP-FF, die ich selbst verzapft habe und daher bin ich ein wenig nervös. Ich hoffe ich hab nicht all zu viel Mist gebaut!

Titel: Let me be your kitten (ich bin übel im Namen geben!)
Pairing: Harry / Severus
Rating: 12/
Teile: 5+
Summary: Harry wird während des Verwandlungsunterricht von einem missglückten Zauber getroffen und erlebt eine drastische Veränderung.
Beta: noch keiner, aber wenn ihr meint, dass ich zu viele Fehler drin habe, dann such ich mir jemanden. (Ohji, mein Beta-Scjatzi ist mir irgendwie abhanden gekommen! *sich suchend umblickt*)


(> “  “ <)

(  =’o’= )  

 -(,,)---(,,)-

Let me be your kitten


Ein gequälter Laut entrang sich leise Harrys Kehle, während er mit geschlossenen Augen gegen den brennenden Schmerz anzukämpfen versuchte, der in Wellen durch seinen ganzen Körper flutete. Seine Haut schien in Flammen zu stehen, seine Knochen sich zu verbiegen, seine Augen pochten und von der Blitznarbe auf seiner Stirn ging ein sengender Schmerz aus, der ihn glauben ließ, dass sein Kopf kurz vor dem Zerbersten stand.
Gepeinigt rollte der junge Zauberer sich zu einer Kugel zusammen und versuchte möglichst gleichmäßig zu atmen, während er ein weiteres Stöhnen unterdrückte. Er war ja an Schmerzen gewöhnt, aber so etwas wie gerade hatte er noch niemals gefühlt. Das war schlimmer als jeder Cruzio.
Der Schmerz flaute kurzzeitig ein wenig ab, kehrte dann jedoch mit der brachialen Gewalt eines Tsunamis  zurück und überrollte ihn gnadenlos.

„Argh“

Blut rann über sein schweißnasses, totenbleiches Gesicht, und tropfte auf das weiße Bettlaken, als er sich vom Schmerz überwältigt, hart auf die Unterlippe biss. Neben den Qualen, die er in diesem Moment erlitt, bemerkte er es nicht einmal. Wild warf er sich auf dem Bett umher. Nichts war für ihn existent, als dieser Schmerz, der ihn zu zerfressen schien.
Er bemerkte nicht, wie Madame Pomfrey, als sie das Zimmer betrat, bei seinem Anblick einen erschrockenen Schrei ausstieß und ein Tablett mit Heiltränken fallen ließ. Er bemerkte auch weder, wie sie einen Hauselfen rief und diesen nach Dumbledore und Snape sandte, noch, dass sie an sein Bett eilte und versuchte ihm einen schmerzstillenden Trank einzuflößen, woran sie jedoch scheiterte.
Auch die Ankunft der beiden Professoren blieb von ihm unbemerkt. Der Schmerz war alles was er wahrzunehmen vermochte.

Dann jedoch flaute der Schmerz mit einem Mal ab.
Poppy hatte es mit Hilfe von Snape und Dumbledore letztendlich doch noch geschafft ihm einen starken Schmerztrank zu verabreichen, den Severus aus den Kerkern mitgebracht hatte.
Mit einem leisen Seufzer entspannte sich Harry, als der Schmerz so weit zurückgegangen war, dass er damit umgehen konnte. Er spürte, wie sich eine bleierne Müdigkeit über ihn legte. Langsam driftete er in den Schlaf ab.
Das Letzte, was er wahrnahm bevor die Welt um ihn herum versank, war ein leichter Kräuterduft, der ihn beruhigend einhüllte.
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, dann war er tief und fest eingeschlafen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ein leises Stöhnen durchdrang die Stille der abgedunkelten Krankenstation, als sich in einem der Betten eine, bei dem konfusen Lichtverhältnissen nur schattenhaft wahrnehmbare Gestalt zu bewegen begann und sich dann vorsichtig aufrichtete. Grüne Augen leuchteten in der Dunkelheit auf und blickten sich unsicher und fragend um, wanderten über die sterilen weißen Betten, die dichten Trennvorhänge und die ebenfalls weißen Wände ohne dass auch nur ein Funken von Erkennen in ihnen zu erkennen war.

Wo bin ich hier?

Wieder ließ die nur schwer erkennbare Gestalt, ein Junge von 17 Jahren, den Blick durch die Krankenstation wandern und wieder brachte es ihr nicht den Hauch einer Erkenntnis ein.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich diesen Ort eigentlich kenne und ihn nicht besonders mag, aber ich komme einfach nicht darauf wo ich bin.

Der Junge schlug die Bettdecke zurück und wollte gerade aufstehen, als mit einem Mal Stimmen außerhalb des Raumes laut wurden, die sich immer weiter näherten. Sie klangen ausgebracht.

„…in der Nacht ganz plötzlich. Ich habe alles versucht, aber der Zauber scheint permanent zu sein!“, meinte gerade eine weibliche Stimme, die dem Jungen, der nun bewegungslos auf seinem Bett saß und lauschte, irgendwie bekannt vorkam.
„Und Harry hat wirklich …“ Auch diese Stimme kannte er. Ganz sicher … aber woher nur?
„Ja Mr. Weasley zum zwanzigsten Mal … er hat!“
„Haben sie denn auch wirklich in allen Büchern nach einem Gegenzauber gesucht?“ Eine weitere Stimme schaltete sich in das Gespräch ein und der Junge konnte ein Schnauben vernehmen.
„Nein Mrs. Granger … natürlich habe ich mir wahllos irgendeinen Zauber herausgepickt und dann, als dieser nicht funktioniert hat, direkt aufgegeben!!“ Die weibliche Stimme triefte nur so vor Sarkasmus.
„Nana, immer mit der Ruhe meine Liebe … ich bin mir sicher, dass Ms. Granger dich mit ihrer Frage keineswegs beleidigen wollte. Nun lasst uns doch erst einmal nach unserem Sorgenkind sehen!“

Während der Junge noch damit beschäftigt war, zu ergründen, weshalb ihm diese Stimme allesamt so bekannt vorkamen, öffnete sich die Türe zum Krankenflügel und Licht flutete in den bislang dunklen Raum.
Mit einem Fauchen kniff der Junge die Augen zu.

Zu hell …

„HARRY!“
Laut und schrill gellte die Stimme, die laut dem Gespräch vorhin zu einer Ms. Granger gehören sollte, in den Ohren des Jungen und ein schweres Gewicht landete auf ihm, während sich Arme um seinen Körper schlangen und der Geruch von Orangen und altem Pergament ihm in die Nase stieg. Das Mädchen klammerte sich an ihm fest und begann wie ein Wasserfall auf ihn einzureden.
Der Junge zuckte zusammen und ließ ein erneutes Fauchen ertönen. Aus irgendeinem Grund war ihm die Nähe dieser Person unangenehm.
Nun näherten sich auch noch die anderen Personen seinem Bett und eine Flutwelle von Geräuschen und Düften brach über den Jungen hinein. Es waren zu viele Sinneseindrücke auf einmal, als das er sie hätte verarbeiten können.

Immer mal wieder konnte er den Namen Harry aus dem Sprachgewirr heraushören, welches in seinen Ohren schmerzte, jedoch ansonsten nichts mit dem Gesagten anfangen und nach und nach ergriff Angst von ihm Besitz.

Wer sind diese Menschen? Was wollen sie von mir? Wer ist dieser Harry?
Es ist zu laut!
Lasst mich in Ruhe!!!!

Niemand schien die Angst des Jungen zu bemerken, die immer weiter anstieg und schließlich zu Panik wurde. Sein Denken setzte aus, seine Instinkte übernahmen die Kontrolle und nur noch ein Gedanke war in ihm vorhanden … Flucht.
Mit einer überraschenden Bewegung stieß er eine der Personen, einen Jungen mit leuchtend roten Haaren, der nach Schokolade und Besenpolitur roch, von sich und huschte dann an den nach ihm greifenden Händen vorbei.

So schnell er konnte eilte er in die Richtung, aus welcher die Personen vorhin gekommen waren, als er jedoch an der Türe ankam, fand er diese verschlossen vor. Sein Blick huschte umher, während er immer wieder jemandem ausweichen musste, der versuchte ihn zu fassen zu bekommen. Es gab keinen Ausweg. Und die Stimmen wurden immer lauter, hallten in seinen Ohren und verursachten ihm stechende Kopfschmerzen.

Weg … ich muss weg von hier … von diesen Menschen …

Panisch sah er sich nach einem Fluchtweg um.
Da fiel sein Blick auf einen sehr hohen Schrank. Ohne groß darüber nachzudenken, ging er ein wenig in die Hocke und sprang …

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

„Und wehe es ist nicht wirklich etwas Wichtiges, weswegen mich dieser alte Zausel in einer der wichtigsten Brauphasen von meinem Trank wegbeordert … dann kann er sich schon einmal darauf freuen eine Überraschung von mir in einem seiner Zitronendrops zu finden!“

Mit grimmigem Gesichtsausdruck eilte Severus Snape durch die Gänge der Schule und veranlasste mit seinem Blick, aus dem reine Mordgier sprach, selbst Peeves dazu schnellstens Reißaus zu nehmen. Wenn der Tränkemeister in dieser Stimmung war, wagte es sich niemand, der noch bei klarem Verstand war, sich ihm in den Weg zu stellen. Naja, bis auf Dumbledore, aber dem sprachen ja selbst seine Befürworter ab und an jeglichen gesunden Menschenverstand ab. Damit fiel er wohl aus der Wertung raus.

„Mich zur Krankenstation zu beordern, als sei ich irgendeine Hauselfe …“

Mit sich bauschendem Umhang bog er um eine Ecke und brachte einen Hufflepuff Fünftklässler dazu, mit einem hastigen Sprung und einem mädchenhaften Quietschen hinter einer Rüstung in Deckung zu gehen. Er bemerkte es nicht einmal.

„Da hat doch unter Garantie dieses Potter-Balg was mit zu tun. Der Bengel macht nichts als Ärger!!!“

Schwungvoll entfernte Severus den Verschlusszauber von der Tür des Krankenflügels und stürmte mit blitzenden Augen und emotionslosem Gesicht in den Raum.
„Albus, ich…“

Er verstummte. So einen Anblick hatte er beim besten Willen nicht erwartet. Da standen der Schuldirektor, seine Stellvertreterin, die Krankenschwester sowie Potters zwei besten Freunde vor einem großen Schrank in der hinteren Ecke des Raumes und schienen wie wild auf diesen einzureden.

Sind die jetzt vollkommen durchgedreht?

„Was ist denn hier los?“, schnappte er.

Anscheinend erleichtert fuhr Dumbledore zu seinem Tränkemeister herum. Ein leuchtend roter Kratzer zierte sein Gesicht. „Severus, mein Junge!!!“ Aus der Stimme des alten Zauberers klang eine ungewohnte Hilflosigkeit. „Wie haben ein kleines Problem mit Harry. Er ist auf diesen Schrank geflüchtet und wir bekommen ihn da beim besten Willen nicht wieder herunter.“

„War ja klar, dass Potter wieder einmal … Moment … auf dem Schrank? Geflüchtet?“

Ungläubig blickte der Schwarzhaarige zu dem beinahe zweimannhohen Möbelstück und konnte nun tatsächlich zwei bekannte grüne Augen erkennen, die von dort aus misstrauisch zu den bis gerade eben noch lockenden und bittenden Menschen weiter unten herabblickten. „Wie bei Salazar ist der Bengel denn da hoch gekommen und …“ Seine Augen weiteten sich halb überrascht, hab ungläubig. „… sind das da Katzenohren auf seinem Kopf? Nein, warte … ich glaub ich will es gar nicht wissen. Wieso holt ihr ihn nicht einfach mit einem Zauber da runter?“

„Nun ja, wie es scheint hatte der missglückte Zauber, mit dem Mr. Longbottom Harry im Verwandlungsunterricht getroffen hat, ziemlich unerwartete Folgen. Er scheint heute Nacht einige Veränderungen durchlebt zu haben, die unter anderem Magieresistenz und beeindruckende Kletterkünste beinhalten. Außerdem verfügt er nun über die von dir erwähnten Katzenohren und einem dazu passenden Schwanz … und Krallen!“ Er betastete den Kratzer an seiner Wange und Severus konnte ein wenig Schadenfreude nicht unterdrücken. „Alle unsere Zauber prallen auf jeden Fall vollkommen wirkungslos von ihm ab. Zudem scheint er uns im Moment nicht zu erkennen, weshalb er auch auf den Schrank geflüchtet ist.“ Severus Augenbrauen machten sich selbstständig und wanderten in Richtung Harransatz. „Wir versuchen jetzt schon seit beinahe einer Stunde ihn dort herunter zu bekommen, aber er reagiert auf niemanden von uns und greift jeden an, der ihm zu nahe kommt.“

„Ach und ihr denkt, dass ich mehr Erfolg haben würde als ihr?“, fragte Severus mit einem beißenden Unterton und verschränkte die Arme vor der Brust. „Natürlich … wahrscheinlich stelle ich mich einfach vor den Schrank und sage >Mister Potter kommen Sie sofort herunter< und schon tut er es. Das ist doch …“

Ein leises Geräusch aus Richtung des Schrankes unterbrach ihn in seiner kleinen Rede. Noch vollkommen in seiner sarkastischen Stimmung gefangen, drehte er sich schwungvoll herum. Seine Robe flatterte auf Grund der Bewegung wild um seinen Körper herum.
Doch was er da sah, ließ sich seine sarkastische Stimmung verflüchtigen wie Nebel an einem warmen Sommertag.

Harry Potter war von seinem Schrank herunter gekommen und bewegte sich nun mit funkelnden Augen geschmeidig auf ihn zu.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Als Severus den Krankenflügel betreten hatte, hatten sich auch die anderen im Raum befindlichen Personen zu ihm umgewandt und zustimmend nickend Albus Ausführungen verfolgt. Dabei achtete niemand von ihnen mehr auf Harry. Wenn sie es getan hätten, wäre ihnen aufgefallen, dass dieser sich mit einem Mal ziemlich seltsam verhielt.

Neugierig schnüffelte er in der Luft herum, sein Schwanz peitschte aufgeregt von einer Seite zur anderen und er hatte seine Ohren gespitzt, während er auf irgendetwas zu lauschen schien. Alles Aggressive war aus seiner Haltung gewichen und man konnte sehen, wie die Anspannung nach und nach aus seinem Körper verschwand. Seine grünen Augen hefteten sich auf den Tränkemeister und begannen wie Edelsteine zu funkeln.

Er wusste nicht was es war, aber irgendetwas an diesem Fremden, war anders als an den anderen Menschen, die ihm mit ihren lauten Stimmen Schmerzen zugefügt hatten und ihm Angst einjagten. Seine Stimme war ruhig und samtig. Wie Balsam wirkte sie auf seine schmerzenden Ohren und vermittelte ihm ein Gefühl der Ruhe. Ein Duft nach frischen und getrockneten Kräutern ging von ihm aus, der ihm irgendwie bekannt vorkam und aus irgendeinem Grund war er sich mit einem Mal gewiss, dass er bei ihm in Sicherheit wäre.
Auf einmal war in seinem Kopf nur noch ein Gedanke, er wollte zu diesem Mann mit der Samtstimme.

Anmutig streckte der schwarzhaarige Katzenjunge seine, vom auf dem Schrank hocken leicht steifen Glieder. Kurz wanderte sein Blick zu den sich immer noch auf den Mann mit der Samtstimme konzentrierenden Menschen unter sich, bevor er sich mit einer fließenden Bewegung vom Schrank schwang und federnd, mit nur einem leisen Geräusch, auf dem Boden aufkam.
Obwohl das Geräusch wirklich sehr leise und daher kaum zu hören war, lenkte es die allgemeine Aufmerksamkeit doch wieder auf Harry zurück.

„HARRY!!!“ Freudig wollte Hermine auf ihren schwarzhaarigen Freund zulaufen und ihm um den Hals fallen, hielt jedoch erschrocken inne, als jener mit einem lauten Fauchen zur Seite auswich. „Aber Harry …“ Verletzt blickte Hermine zu ihrem besten Freund, der sie feindselig anblickte und dessen leuchtend grünen Augen jede ihrer Bewegungen aufs Genaueste zu beobachten schienen.
Lauernd. Misstrauisch.
Sie konnte sich nicht erklären, weshalb Harry auf diese Art und Weise auf sie reagierte. Sie war immerhin seine beste Freundin …  weshalb verhielt er sich dann so, als wenn sie ihm irgendeinen Schaden zufügen wollte?

Doch Harry war sich nicht klar, dass sie ihm nicht schaden wollte, wenn sie auf ihn zugestürmt kam. Ihre laute, helle Stimme schmerzte in seinen empfindlichen Ohren und ihre Nähe löste in ihm den Drang aus in die am weitesten entfernte Ecke des Raumes oder auch direkt wieder auf den Schrank zu flüchten.
Weder sie, noch der ihn vollkommen entgeistert und ansatzweise verärgert betrachtende Ron, noch der nachdenkliche Dumbledore oder die beiden besorgt wirkenden Frauen Poppy und Minerva hatten für ihn irgendeine andere Bedeutung als die einer potenziellen Gefahr.
Sie hatten ihm schon Schmerzen bereitet und machten es immer wieder. Alles in ihm sträubte sich dagegen sich in ihre Nähe zu begeben.

Von ganz alleine wanderte sein Blick zurück zu seinem Ruhepol inmitten all seiner Angst, dem dunklen Mann mit der Samtstimme, dessen Duft Geborgenheit und Schutz versprach.
Unergründliche Katzenaugen trafen auf tiefschwarze Iriden, in denen er eine ebensolche Abneigung gegen das Verhalten dieser Menschen lesen konnte, wie er sie empfand.
Dieser Mann verstand ihn.

Wenn ich nur zu ihm gelangen kann, dann bin ich sicher!

Tief zog der Schwarzhaarige den Duft nach Kräutern ein, der von einem Luftzug zu ihm geweht wurde. Er konnte spüren, wie die Anspannung, die ihn bei der Annäherung des brünetten Mädchens ergriffen hatte, von ihm abfiel und einem Gefühl der Ausgeglichenheit Platz machte.

Geschmeidig setzte er sich in Bewegung, schlich mit katzengleicher Anmut auf den Mann zu, während er sorgsam darauf achtete nicht zu nahe an eine der anderen Personen zu kommen. Diese waren wieder in rege Diskussionen verfallen und riefen immer wieder diesen Namen, Harry, wobei sich ihre Stimmen wie Nadeln in seinen Kopf bohrten und verhinderten, dass er auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte.
Wäre da nicht dieser Duft gewesen, dieser Blick aus den schwarzen Augen, diese Gewissheit bald in Sicherheit zu sein, dann währe er so weit weg geflüchtet, wie es ihm nur möglich war. Stattdessen konzentrierte er sich vollständig auf sein Ziel … seinen Ruhepol.

„Mister Potter … was glauben Sie, was Sie da tun?“

Wieder legte sich die samtene Stimme wie Balsam auf seine gequälten Ohren. Er befand sich nun kaum noch einen Meter von dem dunklen Mann entfernt, der rückwärts vor ihm zurückwich, bis er mit den Kniekehlen an ein Bett stieß und aus dem Gleichgewicht geraten auf diesem zum Sitzen kam.

Kurz blitzte es in den grünen Augen des Jungen freudig auf, dann war er mit einer fließenden Bewegung direkt vor dem nach Kräutern duftenden Mann und ließ sich geschmeidig auf dessen Schoß gleiten.
Mit einem leisen Schnurren schmiegte er sich eng an den schlanken, warmen Körper und vergrub sein Gesicht in der weiten, duftenden Robe.

So schön … so sicher … so ... zuhause

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

„Mister Potter!“

Fassungslos blickte Severus Snape auf seinen Hassschüler Nr. 1, welcher es sich gemütlich zusammengerollt auf seinem Schoß bequem gemacht, den Kopf an seiner Brust geborgen und einen Arm um seine Taille geschlungen hatte und ein lautes Schnurren von sich gab.

Das konnte unmöglich wahr sein. Bestimmt träumte er nur … obwohl … nicht einmal in seinen wildesten (Alb-)Träumen hätte er sich so etwas zusammenphantasieren können.
Ein in einen Katzenmenschen verwandelter Harry Potter, der keinen seiner Freunde an sich heran ließ, sich dafür aber gerade ihn zum Kuscheln aussuchte.
Und gleich kam bestimmt noch Voldemort durch die Tür und verkündete, dass er seine Pläne zur Ergreifung der Weltherrschaft zugunsten einer Karriere als Eiskunstläufer aufgeben wollte. (A/N: Diesen Satz widme ich Heroldine und ihrer infernalen Eisrevue! *knuddel*)

Hilfe suchend sah Severus zu Dumbledore, dem es ebenso wie Poppy, McGonagall, Hermine und Ron die Sprache verschlagen hatte. Allerdings zeigte sich in seinen blauen Augen neben der Überraschung noch ein seltsames Funkeln, das in Severus den Wunsch weckte ganz schnell ganz weit weg zu flüchten. Bislang hatte dieses Funkeln noch  niemals etwas Gutes bedeutet.

Das letzte Mal, als er dieses Funkeln gesehen hatte, war damit zu Ende gegangen, dass er sich inmitten einer Horde anscheinend geisteskranker Menschen wieder gefunden hatte, welche sich in vollkommen lächerliche Kostüme geworfen hatten und im Halbsuff irgendwelchen übergroßen, kunterbunten Autos so seltsame Worte wie „Kamelle“ oder „Alaaf“ entgegen brüllten, um dann mit Süßigkeiten beworfen zu werden.

Was ja noch nicht einmal so schlimm gewesen wäre, wenn der verrückte alte Hahn ihm nicht mit einem Zauber ein mehr als peinliches Kostüm aufgezwungen hätte, welches er selbst weder verändert noch ausziehen konnte. So musste er den ganzen Tag als rosa Osterhase durch die Gegend laufen.

Und um dem ganzen dann noch den Zauberhut aufzusetzen, hatte Dumbledore am nächsten Abend allen Lehrern am Lehrertisch mit einem breiten Lächeln erzählt, was für ein süßes Häschen er doch gewesen wäre und wie gut ihm die Farbe Rosa doch stehen würde.
Danach hatte es ihn Wochen gekostet, bis Hagrid bei seinem Anblick nicht mehr in Gelächter ausgebrochen war und er seinen Ruf im Kollegium wieder hergestellt hatte.
Nicht, dass die Geschichte nicht ab und an noch einmal aufgewärmt würde. Immerhin war es ja immer so, dass diese Art von Blamagen einfach nicht tot zu bekommen waren. So hatte er zu seinem letzten Geburtstag von Minerva einen rosa Stoffhasen bekommen. Oh Freude!

War es dem derart geschädigten Tränkemeister da zu verdenken, dass sich beim Anblick der funkelnden Augen seines Mentors seine Nackenhaare alarmiert aufstellten und ein ungutes Gefühl in ihm aufstieg? Er dachte nicht.
Dennoch entschied er sich zuerst einmal dafür seine Alarm schlagenden Gefühle zu ignorieren und stattdessen die bestehende Situation zu regeln.

„Mister Potter, ich verlange dass sie augenblicklich von mir runter gehen. Sofort!“
Die einzige Reaktion des Katzenjungen auf die Worte seines Lehrers bestand darin, kurz seinen Kopf zu heben und ihn aus halbgeschlossenen Augen schläfrig anzublinzeln, bevor er seinen Kopf wieder auf seine Brust sinken ließ und das Gesicht im Stoff der schwarzen Robe vergrub. Das Schnurren wurde ein wenig lauter.
„Albus …“, wandte er sich an seinen Mentor.

Der schien sich in der kurzen Zeit, in welcher sich Severus mit Harry beschäftigt hatte, wieder gesammelt zuhaben und bedachte ihn nun mit einem Lächeln.

„Wunderbar mein Junge, du hast ihn von seinem Schrank herunter gebracht.“
„Albus, er sitzt auf meinem Schoss … das ist nicht besser!“
„…“
„Mach was!“, presste er zwischen den Zähnen hervor, als der Schulleiter ihn nur weiterhin lächelnd und mit glitzernden Augen betrachtete.

Auf diese Worte hin setzte sich eine nun ebenfalls wieder aus ihrem Schock erwachte Madam Pomfrey in Bewegung, um den Jungen vom Schoss des Mannes zu holen, doch sobald sie sich ihnen auf eine gewisse Distanz genähert hatte, fuhr der Kopf des Jungen zu ihr herum und ein warnendes Fauchen erklang. Fangzähne blitzten gefährlich auf.
Severus zuckte kurz zusammen, als sich die Krallen des Jungen durch den Stoff seiner Robe hindurch in seine Haut bohrten.
Wie es aussah, würde es nicht so leicht sein, ihm seine unwillkommene Last wieder abzunehmen.

Mit dem Jungen hab ich auch nichts als Ärger.

Die Warnung des Katzenmenschen verstehend, wich Poppy zurück und Harry lehnte sich wieder gegen Severus. Doch war seine Körperhaltung nun angespannt und eine seiner Hände krallten sich in den schwarzen Stoff. Die andere war immer noch um die Taille des Tränkemeisters geschlungen.

„Also so schon einmal nicht.“ Auf diese Feststellung hin schenkte Severus dem Schulleiter einen finsteren Blick.
Gut erkannt Kapitän Offensichtlich und was nun?, dachte er und schnaubte innerlich.
Laut sagte er jedoch nichts, sondern zog nur eine Augenbraue hoch.
„Vielleicht sollten wir ihn einfach noch eine Weile seinen Willen lassen, immerhin wissen wir, dass wir mit unseren Zaubern bei ihm keine Wirkung erzielen und es scheint, als ob er sich gerade überaus wohl fühlen würde.“

Ruckartig fuhr nun auch noch die zweite Augenbraue in die Höhe. Das konnte dieser alte Kauz doch jetzt nicht ernst meinen!
„Albus …“, begann Severus mit mühsam ruhig gehaltener Stimme, wurde jedoch von Ron, dem bis dahin der Schock wohl die Sprache verschlagen hatte, unterbrochen.

„Das kann doch nicht Ihr ernst sein! Harry hasst Snape!“ Seine Stimme überschlug sich beinahe vor Aufregung und er machte einen Schritt auf seinen besten Freund und dessen unwilliges Kuschelkissen zu. „Harry komm sofort da weg!“ Ein erneutes Fauchen, begleitet von einem schmerzhaften Zischen seitens Severus, stoppte auch ihn.

Argh …  Danke Weasley … und noch ein paar nette Kratzer … dafür wird Gryffindor in der nächsten Tränkestunde so viele Punkte verlieren, dass nicht einmal mehr Potter eine ausreichend große „Heldentat“ vollbringen kann, um es wieder auszugleichen.

„Wunderbare Idee Mr. Weasley, weshalb haben wir nicht gleich versucht ihm einfach zu befehlen, was er tun soll, immerhin war Potter schon immer für seine Gehorsamkeit bekannt, nicht wahr?“ Mit leichter Genugtuung beobachtete Severus, wie der Rotschopf vor seinem stechenden Blick zurückschreckte. „Hat sonst noch jemand einen ähnlich wunderbaren Einfall, oder könnten wir uns diesem Problem jetzt endlich einmal ernsthaft zuwenden? Ich habe unten einen sehr empfindlichen Trank auf dem Feuer, der meine Aufmerksamkeit benötigt. Wäre doch zu Schade, wenn Potter jetzt neben seinen eigenen Tränken auch noch meine ruinieren würde.“

„Entschuldig bitte Severus.“ Das Funkeln in den Augen des Schulleiters sagte dem Tränkemeister, dass es diesem nicht wirklich leid tat.

Dämlicher alter Ziegenbock!

Alle verfielen in angestrengtes Brüten.
Totenstille breitete sich in Krankenflügel aus, nur unterbrochen von dem nach einiger Zeit leise wieder einsetzenden Schnurren des verwandelten Potters, der sich wieder entkrampfte und sich nun erneut völlig entspannt an seinen Lehrer schmiegte. Seinen Kopf hatte er diese Mal in dessen Halsbeuge vergraben und Severus konnte fühlen, wie sein Atem gleichmäßig über seine Haut strich und seine Haare ihn kitzelten. Der tiefschwarze Katzenschwanz hatte sich leicht um seinen Arm geschlungen und er ertappte sich selbst dabei, wie er gedankenverloren mit deinen Fingern durch das seidigweiche Fell strich.
Schnell hielt er die Hand still und sah sich um, ob irgendjemand Zeuge dieser peinlichen Szene geworden war. Er seufzte, als ihn Dumbledores Augen amüsiert entgegenfunkelten.

Natürlich!

Mit einem bösen Blick in Richtung seines Mentors, gab er sich wieder seinen Überlegungen hin.
Nicht, dass er seinen Trank jetzt noch würde retten können, der hatte sich in der Zwischenzeit wahrscheinlich längst in eine unidentifizierbare schwarze Masse verwandelt, aber dennoch wäre es angenehm die Last auf seinem Schoß endlich wieder loszuwerden.
Severus verdrängte, dass besagte Last auf seinem Schoß schon vor einiger Zeit aufgehört hatte ihn wirklich zu stören, die von dem Jungen ausgehende Wärme und das gleichmäßige Schnurren sogar beruhigend auf ihn wirkten.

„Ich glaub ich …“ Fuhr mit einemmal Hermine Granger, deren Anwesenheit Severus bis dahin wohl wieder verdrängt haben musste, auf. Beim Klang ihrer hohen Stimme zuckte der Katzenjunge zusammen und seine Ohren zuckten hektisch hin und her.
„Pst! … Hätten Sie vielleicht die Freundlichkeit ein wenig leiserer zu sprechen? Ihr Freund scheint momentan auf laute Geräusche nicht gut zu reagieren und ich spüre nicht das geringsten Verlangen ihm erneut als Kratzbaum zu dienen.“
Leicht errötend senkte das brünette Mädchen den Blick. „Entschuldigung, Sir!“, sagte sie und bemühte sich nun ihre Stimme leiser zu halten. „Ich … Ich glaube nur, dass ich eine Idee habe, wie es klappen könnte.

Harry hat sich ja durch Nevilles Zauber anscheinend zum Teil in eine Katze verwandelt und eine Vielzahl von felinen Eigenschaften angenommen.“ Wie um diese Aussage zu bestätigen, begann Harry in diesem Moment erneut zu Schnurren. „Vielleicht können wir ihn ja mit ein wenig Katzenminze oder irgendetwas anderem, das Katzen mögen von Ihnen weglocken.“

„Das ist eine fabelhafte Idee. Fünf Punkte für Gryffindor!“ Auf das Lob des Direktors hin begann das Mädchen zu strahlen. „Ich schlage jedoch vor, dass wir uns alle aus diesem Raum entfernen, da es scheint, dass Harry in seinem momentanen Zustand durch so viele Menschen beunruhigt wird und die Wahrscheinlichkeit, das er sich von Severus weglotsen lässt, größer ist, wenn wir die beiden alleine lassen.“

Man konnte sehen, dass sowohl das Mädchen, als auch ihr rothaariger Freund protestieren wollten, doch sie wurden von McGonagall und Poppy aus dem Raum herausgescheucht.
Auch Dumbledore machte sich auf den Weg zur Tür, hielt jedoch noch einmal inne. „Melde dich doch bitte in meinem Büro, wenn du es geschafft hast dich von dem Jungen zu befreien. Poppy wird vor der Tür warten.“
Dann verschwand er und Severus machte sich daran seine Bewegungsfreiheit zurückzuerlangen.

(> “  “ <)

(  =’o’= )  

 -(,,)---(,,)-



So, das war der erste Teil!
Alle Reviews werden von mir als Geburtstagsgeschenke betrachtet. (Werde morgen 20! XD)
Hier schon mal etwas Kuchen im Voraus, als Ermutigung/ Bestechung! *Buttercremetorte hinstellt*

Heasdl

Knuddelz

Mamo @->---
Review schreiben
 
'