Unerfüllte Träume

von lucyfee
GeschichteAllgemein / P12
Annie Douglas Ben Evans
17.01.2009
28.05.2009
4
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Die hereinscheinende Sonne weckte Annie aus Ihren süßen Träumen. Gähnend streckte sie sich und bemerkte dabei, dass der Platz neben ihr im Bett von einer männlichen Person belegt wurde. Ach ja nach einer durchtanzten Nacht im Deep, hatte sie sich auch noch anderweitig vergnügt.

Leider waren der Mann in ihrem Traum und das reale Exemplar nicht identisch. Wie schade auch.

Vorsichtig um ihn nicht zu wecken, schlüpfte Annie aus dem Bett und hangelte nach dem erstbesten Kleidungsstück. Es war ein Polizeihemd. Sie schlüpfte hinein und schlich aus dem Schlafzimmer.
Als sie unten aus dem Terrassenfenster sah, bemerkte sie ihren eigentlichen Traummann der sich anschickte zu seinem Morgenlauf zu starten.
Sie trat aus dem Strandhaus, um ihn in ein kleines Gespräch zu verwickeln.

„Morgen Ben“ rief sie ihm zu „war deine Nacht auch so aufregend wie meine?“, fragte sie leicht süffisant.
„Nach deiner Nachtruhe brauche ich wohl nicht zu fragen, oder gehören Polizeihemden jetzt zur neuen Nachtwäschekollektion?“,  antwortete Ben leicht schmunzelnd zurück. „Wie war das noch - Die Polizei dein Freund und Helfer? Wenn es bei dir sonst nichts gibt, würde ich jetzt gern meinen Strandlauf machen.“ Und damit wandte sich Ben in Richtung Strand und lief los.

„Shit“, dachte Annie, dass hat nicht funktioniert wie geplant. Sie dachte, wenn Ben sie so aufreizend in dem Hemd sieht, dann würde es vielleicht eine eifersüchtige Reaktion bei ihm hervorrufen. Leider hatte das mal wieder nicht den erwünschten Erfolg.

Schon seit Jahren bemühte sie sich an Ben heranzukommen und aus Ihrer Freundschaft mehr zu machen, aber ihr war als würde alles vergeblich sein. Als Ben und sie sich kennenlernten, dachte sie, dass da zwischen ihnen mehr ist. Aber dann machte sie den Fehler und stellte Ben, ihrer besten Freundin Maria vor.

Bei den beiden war es Liebe auf den ersten Blick und dagegen war sie machtlos. Sie heirateten und lebten glücklich zusammen.

Vor drei Jahren dann, gab es das schreckliche Bootsunglück. Beide waren segeln und es zog ein Sturm auf, bei dem Maria über Bord gespült wurde. Ben versuchte sie zu retten, aber das Unwetter war zu heftig. Eine weitere Suchaktion war ebenso erfolglos gewesen.
Da man sie nicht gefunden hatte, wurde sie für tot erklärt. Es gibt aber bis heute einige, die nicht an einen Unfall glauben.
Marias Bruder Ricardo und auch einige andere Personen haben Ben seitdem im Verdacht sie getötet zu haben.

Die einzige Person, die an seine Unschuld glaubt bin ich - Annie Douglas.

Seit dieser Zeit ist er mehr als verschlossen und ich als seine langjährige Freundin habe auch meine Probleme richtig an ihn heranzukommen. Vermutlich steckt hinter der ganzen Geschichte noch ein weitaus größeres Geheimnis.
 
„Annie - wo bist du und wo ist mein Hemd?“, hörte sie aus der oberen Etage durch die offene Tür. Also war ihr Gast aufgewacht. Es war Zeit ihn aus dem Haus zu bekommen und sich dann eine schöne Tasse Kaffe zu gönnen.

Sie schaute noch einmal zum Strand und sah Ben am Horizont immer kleiner werden. Dann wandte sie sich um und ging wieder hinein.

„Ich komme ja schon“, rief sie nach oben und setzte ihren Hintern hüftschwingend in Bewegung.
Im Schlafzimmer sah sie den halb bekleideten Mann mit dem Rücken zu sich stehen. Sie trat hinter ihm und sagte mit rauchiger Stimme „Hab´ dein Hemd gefunden.“
Er drehte sich um und schaute sie schon wieder begehrlich an. „Steht dir nicht schlecht und wenn ich noch ein bisschen mehr Zeit hätte, dann.... Leider muss ich jetzt zum Dienst.“
Sie schlüpfte aus dem Hemd und reichte es ihm rüber. Danach drehte sie sich um und ging ins angrenzende Badezimmer, um ihren Morgenmantel zu holen.
„Sag mal“, rief er ihr hinterher „ bekomme ich deine Telefonnummer?“

Ihr Kopf erschien im Türrahmen.
„Sag mir einfach deinen Namen und ich melde mich bei Bedarf bei dir.“
Leicht irritiert schaute er sie an. „ Mein Name ist Chad, aber das habe ich dir doch gestern schon gesagt.“
„Ich muss mir doch nicht alles merken, oder?“, gab sie schmunzelnd zurück. „Nur auf den Spaßfaktor kommt es an!“
„Und welchen Messwert habe ich auf deiner Skala?“, konterte er.
„Ich bin mir noch nicht sicher und bestehe hier definitiv auf einen zweiten Test.“ Und damit war sie wieder im Bad verschwunden.

„Also bis dann.“, rief er ihr nach und ging hinaus.

Annie trat aus dem Bad und schaute sich um. Er war weg und ob sie sich wiedersehen, ist in einer Stadt wie Sunset Beach nur eine Frage der Zeit.

Das klingelnde Telefon unterbrach ihre Gedankengänge. Auf dem Display erkannte sie die Nummer von ihrem Vater.
„Hi Dad“, sagte sie gelangweilt in den Hörer „ wo brennt´s denn?“
„Müsstest du nicht gerade in der Uni sein?“, schallte ihr die strenge Stimme ihres Vaters entgegen. „Oder sind die Kurse mal wieder ausgefallen so wie gestern, vorgestern und auch letzten Monat? Ich habe dir schon so oft gesagt, wenn du nicht bald deinen Abschluss machst, dann streiche ich dir sämtliche Geldmittel!“

„Aber Dad“, antwortete Annie im bittenden Ton „ du weist doch das ich hart für mein Studium arbeite. Du kannst mir doch nicht alles wegnehmen.“
„Und ob ich das kann.  Hart arbeiten besteht meiner Ansicht nicht aus Shopping, durchtanzten Nächten und Alkohol. Verrate mir doch mal in welchem Semester du jetzt bist?“, war seine eisige Antwort.
„Wer zählt denn schon die Semester“, meinte sie lapidar „ wichtig ist doch nur was ich für das Leben lerne.“
„Dazu gehört wohl auch, dass du die Kurse wechselt wie deine Liebschaften?“, fragte er zynisch.

Annie seufzte „Ach Dad - ein bisschen Spaß gehört doch zum Leben dazu. Du warst doch in deiner Jugend auch nicht anders. Man sagt doch immer der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“

Ihr Vater hörte schweigend zu und nach einer kleinen Überlegung sagte er zu ihr: „Du legst dir die Dinge auch so zurecht, wie du es gerade brauchst. Mit dem heutigen Tag stelle ich dir ein Ultimatum. Wenn du bis zum Sommer kein Abschlussdiplom für einen Kurs vorlegen kannst, dann wirst du kein weiteres Geld mehr von mir bekommen.“
„Und Annie ich meine es diesmal ernst. Kein Diplom - kein Geld, verstanden?“ Und damit legt er auf.

Wie erstarrt stand Annie mit dem Hörer in der Hand im Zimmer. Sollte sie seine Drohung diesmal ernst nehmen, oder waren es wieder nur gesprochene Worte? Schaffe ich es beim nächsten  mal  wieder ihn um den Finger zu wickeln?
Ohne das Geld von ihrem Vater zu leben, war eine Situation die hoffentlich nie eintreten würde.
Aber wie soll ich mein Leben und das Studium gleichzeitig unter einen Hut zu bringen?

„Darüber denke ich morgen nach“, sagte Annie halblaut zu ihrem Spiegelbild, prüft nochmal ihr Aussehen und verließ das Badezimmer.
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