Entscheidung im Morgengrauen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Anakin Skywalker / Darth Vader Han Solo Leia Organa Luke Skywalker R2D2 und C3PO Sheev Palpatine / Darth Sidious
16.01.2009
22.03.2009
31
82030
4
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Die Familie stieg aus dem Landgleiter aus und betrachtete die Umgebung. Die Sonne leuchtete hell am Himmel, was die paar Sturmtruppler in unmittelbarer Nähe der schneeweißen Lambda-Fähre nicht zu kümmern schien. Nervöse Mütter und Väter wuselten in der Nähe ihres Nachwuchses herum. Sie machten sich allesamt Sorgen, da ihre Sprösslinge eine anstrengende Ausbildung und einen gefährlichen Dienst in der Armee des Imperiums vor sich hatten.
 
Ein Mann in Uniform stand auch in der Nähe, sich ein wenig gelangweilt in der Gegend umsehend. Als Korton Cavella auf ihn zukam, salutierte er allerdings sofort, obwohl dieser nur Zivil trug.
 
„Sir.“
 
„Machen Sie sich keine Umstände, Sergeant. Ich bin nur hier, um meinen Sohn zu verabschieden. Ich habe ihn nie zu etwas gezwungen, aber er wollte trotzdem unbedingt dem Imperium dienen, so wie sein alter Herr.“
 
„Dann können Sie stolz auf ihn sein, Sir.“
 
Korton nickte zögerlich. „Ja, stolz, genau. Wenn ich nicht so einen Bammel hätte, dass ihm etwas zustößt.“
 
„Das ist völlig normal, Sir. Ich denke nicht, dass viel Grund zur Besorgnis besteht. Diese Rebellen-Terroristen werden bald zerschlagen sein und sobald das der Fall ist, wird die Galaxis auch wieder für unsereins sicher sein.“
 
Der General hob eine Augenbraue. Er konnte der Einschätzung des Sergeanten, dass die Rebellen-Terroristen keine Gefahr darstellten, nicht so Recht zustimmen. Noch viel Blut musste vergossen werden, bevor dieser Konflikt endlich enden konnte.
 
„Nun. Jetzt sollte ich aber wirklich meine Frau davon abhalten, Dalk zu erdrücken. Auf Wiedersehen, Sergeant.“
 
„Auf Wiedersehen, Sir!“
Korton wandte sich ab und erblickte sogleich seine Frau, die ihren Sohnemann drückte und mit Küsschen überhäufte. Er trat näher.
 
Als er ankam, warnte Elrika gerade ihren Sohn: „Wenn sie dich am Boden stationieren, darfst du ja nicht vergessen, dich sofort gegen alle lokalen Krankheiten impfen zu lassen. Ich habe schon von vielen gehört, die auf einer fremden Welt während ihres Dienstes sterbenskrank wurden.“
 
Dalk seufzte. „Ja, Mama. Wofür hast du mir denn sonst diese Liste geschrieben?“ Er hielt ein Datapad hoch. „Genug Tipps für tausend Jahre Dienst“, murmelte er ein wenig geringschätzig.
 
Korton lächelte amüsiert. Seine Frau war manchmal eine echte Nervensäge. Allerdings wusste er, dass dahinter nur aufrichtige Liebe stand. Deswegen nahm Korton es ihr auch nicht im Geringsten übel.
Er verstand aber durchaus, dass sein Sohn ungeduldig war von hier fortzukommen.
 
„Und du wirst dich auch nie auf eine Schlägerei einlassen, okay? Ich weiß ja, wie das ist. Zuerst gibt es nur eine harmlose Balgerei und dann zieht jemand plötzlich ein Vibromesser.“
 
Der junge Bursche schien sich auf einmal nicht mehr wohl in seiner Haut zu fühlen. „Nein, ganz sicher nicht“, versicherte er geflissentlich.
 
„Immerhin hatten wir so ein Problem ja schon einmal. Was war vor einem halben Jahr, wo du mit einem Drogensüchtigen in eine Rauferei verwickelt warst?“
 
„Daraus habe ich gelernt“, argumentierte Dalk. „Wird nie wieder vorkommen“, versprach er.
 
„Sehr gut.“
 
Korton stapfte näher und umarmte seinen Sohn. „Ich bin mir sicher, dass er es schafft“, beruhigte er seine Frau. „Ich bin doch schließlich bisher auch jedes Mal zurückgekommen. Natürlich gibt es ein Risiko, aber so ist das Leben nun mal.“ Korton schwieg sich darüber aus, dass es im Krieg auch sehr oft nur auf das Glück ankam. Manchmal schaffte man es sogar mit den größten Fertigkeiten nicht, sich vor dem Tod zu retten. Oder es wurde von einem verlangt, den Märtyrer zu spielen. Doch es hätte keinen Sinn das auszusprechen, was seiner Frau insgeheim ohnehin im Kopf spukte.
 
„Ja, ich bin nur immer so dumm“, schalt sich Elrika selbst. „Ich kann es einfach nicht lassen zu nörgeln.“
 
Korton drückte ihr liebevoll einen Kuss auf die Wange. „Das ist okay“, versicherte er. Dann legte er Dalk freundlich eine Hand auf die Schulter. „Worauf wartest du, Kamerad? Auf geht’s.“
 
Dalk umklammerte noch ein letztes Mal seine Mutter, um dann mit selbstsicherem Gesichtsausdruck Richtung Shuttle zu gehen. Für sein Alter sah er bereits relativ erwachsen aus. Seine kurze, braune Wuschelfrisur stand in alle Richtungen ab.
 
Korton und Elrika blickten ihrem Sohn hinterher, während dieser seinem Schicksal entgegen ging. Elrika fasste die Hand ihres Mannes und kniff sie.
 
„Bald wirst du auch abreisen. Dann werde ich ganz alleine sein.“
 
„Tja. Das Imperium braucht mich leider. Ich hätte auch gerne mehr Ausgang. Aber schließlich können wir ja jeden Tag per Hologramm kommunizieren. Und unsere Freunde heißen dich sicher auch herzlich willkommen.“
 
„Das stimmt. Ich möchte euch auch gar nicht zur Last fallen.“
 
Sie beobachteten die Rekruten, die sich artig in Reihen aufstellten. Es musste zunächst gecheckt werden, ob tatsächlich jeder da war. Der Sergeant spazierte von Reihe zu Reihe und hakte alle Namen ab. Doch schon nach kurzer Zeit endete diese Prozedur.
 
So wie die meisten anderen Rekruten wandte sich auch Dalk noch einmal ab und winkte seinen Eltern zu. Ja, auf Kuat neigten die Eltern dazu ihre Kinder zu bevormunden. Für viele stellte dieser Schritt das erste Kapitel eines eigenständigen Lebens dar.
 
Danach schrie sich der Sergeant fast die Lunge aus dem Leib, um die eigenwilligen Sprösslinge zum Aufbruch zu zwingen.
 
Elrika lächelte ein wenig schmerzvoll, während sich das schneeweiße Transportmittel elegant in die Lüfte erhob. Nachdenklich folgten ihre Augen der Flugbahn, obgleich nach ein paar Sekunden schon nichts mehr vom Shuttle zu sehen war. Irgendwo hinter diesem Himmel und diesen Wolken befand sich ihr Sohn.
 
Gemeinsam mit ihrem Mann bestieg sie den Landgleiter und ließ sich gedankenverloren nach Hause kutschieren.
Review schreiben