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Es erstarrte die Welt - Miladys Lebensgeschichte

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Athos Constanze Kardinal Richelieu Königin Anna Milady de Winter Rochefort
11.01.2009
11.01.2009
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VORBEMERKUNG:

hab die Geschichte auch schon in verschiedenen Musicalforen gepostet. angefangen zu schreiben habe ich am 08.04.2007 und es ist noch kein Ende absehbar..
wurde inzwischen auch noch überarbeitet und geändert.

Hoffentlich gefällt sie euch...


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01 Milady ist zurück – oder:

Wiedersehen nach Jahren



„Merci beaucoup, Monsieur. Den Rest des Weges gehe ich alleine.“
- „Wie Ihr wünscht, Madame.“
Mit gesenktem Kopf stieg die junge Frau aus der Kutsche und warf einen Blick die Straße hinunter. Das Gebäude, zu dem sie unterwegs war, war schon seit einer Weile deutlich zu sehen gewesen und sie war bislang ganz ruhig und gefasst gewesen, aber jetzt, da sie nur ein paar hundert Meter davon entfernt war, fühlte sie deutlich, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte.
Eigentlich war es nicht richtig gewesen, bereits zurückzukehren – es war ihr sogar verboten -, aber sie hatte endgültig genug von der ständigen Bevormundung und der Bestrafung für etwas, was nicht einmal ihre Schuld gewesen war.
„Goodbye England“, murmelte die Frau vor sich hin, „bonjour, ma douce France. Ich bin wieder da, und werde meine Chance ergreifen! Die Jahre meiner Wanderschaft haben mir Kraft für das verliehen, was jetzt kommt. Lange genug war ich vogelfrei, doch das ist vorbei!“
Sie lief zügigen Schrittes weiter. Ihre Selbstsicherheit war zurückgekehrt, zumindest vorläufig.
„Jawohl, das ist vorbei!“ wiederholte sie so laut, dass sich einige Passanten umdrehten.
- „Mit wem sprecht Ihr, Madame?“ fragte jemand.
Die junge Frau antwortete nicht. Sie ignorierte den Mann einfach.
Der Mann wandte sich wieder seiner Begleiterin zu und murmelte:
„Hast du gehört? Sie ist eine Engländerin! Wer weiß was sie hier vorhat, sie könnte eine Spionin sein…“
Es war nur eine Mutmaßung, gar nicht unbedingt an die junge Frau direkt gerichtet, aber diese paar Worte und die noch kürzer gewordene Distanz zu ihrem Zielort hatten gereicht, um ihren Optimismus erstmal wieder zu zerstören.
Sie hielt den Kopf wieder gesenkt und hatte die Kapuze ihres schwarzen Mantels nicht nur wegen dem leichten Nieselregen aufgesetzt. Regen. War das der Sommer in Paris? Da hätte sie auch in England bleiben können. Langsam lief sie die letzten hundert Meter bis zu ihrem Ziel.
Vor ihr ragte die Kathedrale von Paris empor. Ein gewaltiger, beeindruckender Bau.
Trotzdem wurde es ihr auf einmal leicht schwindelig. Sie glaubte, einen kurzen brennenden Schmerz zu spüren, gefolgt von einem plötzlichen Frieren.
Nur Einbildung, es schmerzt doch schon lang nicht mehr, ermahnte sie sich selbst. Nur das Frösteln war keine Einbildung. Es war ihr tatsächlich trotz Umhang und langem Kleid eiskalt.
Wahrscheinlich lag das an der Aura des Ortes. An den düsteren Erinnerungen in ihrem Unterbewusstsein.
War es richtig gewesen, jetzt schon hier her zu kommen?
Sie zog den Umhang noch etwas enger um sich, holte ein paar Mal tief Luft und betrat die Kathedrale.
 
 
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