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Auch der Tod kann uns nicht scheiden

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Alister Fletcher Lara Croft Winston Smith Zip
09.01.2009
02.04.2010
8
17.312
 
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LARA CROFT
TOMB RAIDER
UNDERWORLD

AUCH DER TOD KANN UNS NICHT SCHEIDEN
von
SUNSHINE607



Prolog


Ich wollte sie zurück. Meine Mutter. Sie fehlte mir. Und dann fand ich heraus, dass ich eine reelle Chance hatte, sie wieder zu finden. Ich versuchte, die von meinem Vater angefangene Arbeit zu beenden, versuchte Avalon, die Stadt der lebenden Toten, zu finden.
Ich fand heraus, dass King Arthur wirklich lebte, dass die Ritter der Tafelrunde keine Legende waren. Genauso wie Excalibur. Ich hatte das Glück, in seinen Besitz zu kommen. Es war mein Schlüssel nach Avalon.
Das muss sich alles sehr unglaubwürdig anhören, aber es stimmt. Excalibur liegt in meinen Händen.
Amanda, eine ehemalige Freundin, die jedoch zu der meiner Meinung nach „falschen“ Seite wechselte (eine viel zu lange Geschichte), erzählte mir, dass meine Mutter in Avalon wäre, sie sei nicht tot, sagte sie, sie lebe in Avalon weiter.
Meine Geschichte ist unglaubwürdig, doch ist sie wahr. Öffnet eure Herzen und hört mir zu.
Amanda wollte genau das gleich wie ich: Nach Avalon. Ich verspürte keinen sehnlicheren Wunsch als meine Eltern wieder zu treffen, ihren Grund kannte ich nicht.
Doch noch jemand, Natla, meine wahrscheinlich größte Feindin und die Königin von Atlantis (Ich sagte ja, dass es unglaubwürdig klingen würde), wollte Excalibur und den Weg nach Avalon finden.
Natla und Amanda fingen an, gemeinsam zu arbeiten, wurden ein Team, dem ich jedoch nicht trauen konnte, sie waren einfach zu verschieden.
So kam es, dass Natla, wie schon einmal, eine Doppelgängerin auf mich hetzte, die zwar schneller und stärker war als ich, dafür aber keinen eigenen Willen besaß.
Diese Doppelgängerin sprengte mein Haus in die Luft, um sich etwas zu holen, dass ich Amanda vor kurzem abgenommen hatte, ihren Seelenstein, mit dem sie ein furchtbares Monster hervorrufen konnte, von dem ich mir nicht sicher war… von dem sich niemand sicher war, was es ist.
In meinen Augen war sie ohne diesen Seelenstein nichts. Und genau das war es, was ich gewollte hatte. Und auch genau  deshalb wollten Amanda und Natla ihn zurück.



Kapitel 1: Vorbei


„NEEEEEEEEEEEEEEEIN!“, schrie ich, doch dann sah ich ihn fallen, hörte ihn stöhnen und seinen Körper am Boden aufprallen.
Ich sprintete zu dem gelben Knopf, der die Tür des Technikraumes öffnete, um mich um diese Frau und um ihn zu kümmern, vielleicht war es ja noch nicht zu spät.
Als ich mich umdrehte stand sie vor mir. Ich wich zurück, zog auch meine andere Pistole und drückte ab.
Doch schon in dem Moment stand sie rechts neben mir und schlug sie mir aus der Hand. Ich schoss noch einmal auf sie, wieder wich sie mir aus. Ein letztes Mal schoss ich auf sie, sie stand jetzt genau vor mir. Es war eigentlich unmöglich, doch sie wich wieder aus, schlug mich in den Bauch und gegen den Arm, ich ließ meine Pistole fallen als sie mir schließlich die Beine wegzog und sich aus dem Staub machte.
Ich hockte mich auf und rieb mir den Hinterkopf. ‚Alister!’, ging es mir durch den Kopf. Ich Sprang auf und sprintete in seine Richtung.
„Alister!“
„Ich fühle mich… schrecklich…“
Ich drückte mit meinen Händen die Schusswunde unter seinem Brustkorb zu. „Schhh, nicht bewegen.“
Sein Körper zuckte, der Schmerz musste unerträglich sein. Er konnte nicht still liegen, es schüttelte ihn immer wieder. Ich versuchte ihn festzuhalten, drückte immer weiter auf seine Wunde, um die Blutung ein wenig zu stoppen.
Ich wusste nicht was ich sonst tun sollte, ich sah einfach keinen anderen Ausweg.
In meinem Kopf konnte ich das Blut pulsieren hören. Außerdem roch es stark nach Rauch, ich musste ihn hier rausschaffen, egal wie, sonst war es wirklich zu spät für ihn, eine Rauchvergiftung würde er nicht überleben.
„Wir… wir sehen uns…“, versuchte er zu sagen.
„Alister, halte durch!“
Er legte seine Hand auf meine Schulter, der Schmerz ließ in weiter zusammenzucken.
Mir fuhren tausend Bilder durch den Kopf. Alister, mein bester Freund. Er durfte nicht sterben, dass würde ich nicht zulassen!
„… sehen uns“, fuhr er fort, „… in …. Avalon.“
Seine Hand fiel von meiner Schulter und er sackte vollkommen zu Boden.
„Nein, Alister, bitte!“ Ich konnte es nicht glauben, dass durfte nicht wahr sein! „Alister, bitte nicht!“
Ich packte seine Schultern, doch er rührte sich nicht. Als ich keinen Puls fühlen konnte wusste ich, dass es zu spät war. Ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen und ließ meinen Tränen freien lauf.
So saß ich in meinem brennenden vollkommen zerstörten Haus und weinte um meinen besten Freund, der nur wegen meiner Unfähigkeit sterben musste.
Ich weiß nicht warum, aber zum ersten Mal kam mir der absurde Gedanke, ob er wirklich nur mein bester Freund war. Wie ich ihn da liegen sah, den leeren Blick auf mich gerichtet und welcher Schmerz mich dabei durchzuckte, kam mir der Gedanke, dass da vielleicht mehr sein könnte. Mehr als bloß Freundschaft. Zu spät.
Jetzt kamen noch mehr Tränen, es wurde alles noch schlimmer. Ich habe es nie bemerkt, aber ich war mir nicht sicher, ob ich ohne ihn leben konnte. Er war einfach IMMER da gewesen, hatte mir immer geholfen, egal was passiert war, in den letzten 7 Jahren war er ein Teil meiner Familie gewesen. Und jetzt kommt mir der Gedanke, dass es ohne ihn vielleicht gar nicht geht. Ich brauchte ihn und er war weg. Für immer. Kein zurück. Und ich war schuld.
Meine Gedanken überschlugen sich, ich konnte nicht einen klaren zufassen bekommen. Meine Gefühle, vor allem der Gefühlsausbruch, verwirrten mich.
„Verdammt.“ Ich wusste nicht was ich tun sollte.
Ich war mir nicht sicher, ob es richtig war, doch schließlich richtete ich mich wieder auf, mein Brauch schmerzte höllisch von den Tritten der Frau, die mir so verdammt ähnlich sah. Ich hob Alister auf meine rechte Schulter und ging auf das Eingangsportal zu.
Ich warf noch einen letzten Blick auf die Überreste meiner brennenden Eingangshalle und ging dann ins freie. Ich konnte noch in den Augenwinkeln sehen, wie die Frau über die Mauer sprang und verschwand. Hinter mir stürzte das Dach ein. Ich sah Zip und Winston am Ende der Einfahrt auf mich warten und ging zu ihnen. Ich konnte nichts dagegen machen, aber Tränen liefen über mein Gesicht.
Erst jetzt bemerkte ich, wie befreiend es war, hier draußen die frische Nachtluft zu atmen. Es war kühl und ein leichter Wind wehte von rechts. Er wehte mich den Geruch von Alisters Haar in das Gesicht, ich wäre beinahe zusammengebrochen als mich die vielen Erinnerungen an ihn überrannten. Doch ich riss mich zusammen und steuerte weiter auf Zip und Winston zu. Die Einfahrt kam mir unerträglich lang vor, jeder Schritt schwächte mich mehr und Alisters Gewicht auf meiner Schulter wurde spürbarer.
Winston blickte in meine Richtung. „Oh Gott.“, brach es aus ihm hervor als er Alisters Leiche erblickte. Immer mehr Tränen drangen aus meinen Augen.
Zip trat einen Schritt auf mich zu, die Fassungslosigkeit in seinem Gesichte setzte mir stark zu. Ich ließ Alister langsam und unendlich vorsichtig zu Boden sinken. Ich sah ihm noch einmal ins Gesicht, doch ich konnte den Anblick nicht ertragen, es zerriss mich innerlich und strich ihm über das Gesicht. Noch viel langsamer richtete ich mich vollständig auf, ich wagte es nicht, Zip anzuschauen. Auch für ihn war Alister der beste Freund.
„Lara, ich…“ Winston wusste nicht was er sagen sollte. Ich fühlte Zips Blick und konnte mir vorstellen wie er schaute, ich kannte ihn gut genug um zu wissen was in ihm vorging. Keiner der beiden hatte mich je weinen sehen. Nie. Ich war immer stark gewesen, hatte meine innere Schwäche nie preisgegeben. Doch das hier war zu viel. Selbst für mich.
Ich sah in die Richtung, in die sie verschwunden war. „Es ist schon in Ordnung.“, flüsterte ich heiser, der Rauch musste sich in meinen Lungen festgesetzt haben, ohne dass ich es bemerkte. Ich krächzte.
Nach einem erneuten flüchtigen Blick auf Alister, der mich wieder enorm viel Kraft kostete, entfernte ich mich von ihnen und ging in Richtung Tor.
„Lara!“, hörte ich Zip rufen.
„Was?“ Die Tränen in meinem Gesicht störten mich, doch ich konnte sie nicht aufhalten, sie hörten nicht auf zu fließen.
„Wo zum Teufel gehst du hin?!“ Auch Zip war den Tränen nahe.
„Ich suche Thors Gürtel um seinen Hammer zu finden und dann einen Gott zu zerstören.“
„Weshalb tust du so als wäre nichts gewesen? Nimmt es dich denn gar nicht mit?“ Im Gegenteil, und das wusste er genau.
„Verdammt noch mal!“ Die unhaltsamen Tränen brachen mit der Verzweiflung immer schneller aus mir heraus. „Alister hat mir gesagt, dass wir uns in Avalon wieder sehen werden, und ich habe nicht vor ihn zu enttäuschen!“
„Lara, ich weiß wie es dir geht, aber es hat doch keinen Sinn, jetzt….“
„DU WEIßT VERDAMMT NOCH MAL NICHT, WIE ES MIR GEHT!“ Ein Wutausbruch. Aber ich konnte nicht anders. Ich wusste, dass Zip nichts dafür konnte, aber ich war enttäuscht, wütend und verletzt.
„Er war genauso mein Freund wie deiner, Lara.“ Er versuchte ruhig auf mich einzusprechen, mich zu beruhigen, doch das konnte er nicht.
Ich stand ihm jetzt gegenüber, nur Alisters Körper lag zwischen uns. Das Feuer loderte hoch hinter mir auf und ich hörte das Gebälk des Croft Manor ächzen. Irgendwo in der Ferne heulten Martinshörner. Jemand hatte die Feuerwehr gerufen.
„Nein, das war er nicht. Mir ist, als ich ihn da liegen sah, klar geworden, dass er nicht einfach nur mein bester Freund ist, er ist viel mehr! Doch jetzt ist es zu spät, er ist fort, für immer! Mir wird alles genommen, jeder Mensch der von mir geliebt wird, wird mir genommen. Meine Eltern sind gestorben und jetzt er. Ich darf nie glücklich sein, ich habe nicht das Recht auf ein glückliches, erfülltes Leben, nicht das Recht auf Liebe!“ Oh Gott, es war mir irgendwie peinlich, aber es war so aus mir heraus gebrochen, ich war so ehrlich gewesen wie ich nur sein konnte. Ich brach zusammen, der Wutausbruch hatte mir den letzten Nerv geraubt. Weinend kniete ich über Alister und ließ meinen Kopf auf ihn sinken, wollte nichts als sterben. Ich hatte nie diesen Wunsch verspürt, es gibt viele Menschen die einfach so sagen ‚Ich will sterben!’, meinen es aber insgeheim nicht so. Ich meinte es diesmal schon.  Außerdem zweifelte ich auch zum ersten Mal an mir selber, so gefühlsduselig kannte ich mich nicht. Ich war nie so gewesen und es machte mir Angst, abhängig zu sein.
Ich wollte nicht wissen was sie dachten, als ich Zips Hand auf meiner Schulter spürte.
„Wir müssen ihn hier wegschaffen, sie dürfen ihn nicht finden, Lara.“, unterbrach Winston schließlich die Stille.
Ich richtete mich auf, mein Körper war rußgeschwärzt und jeder Knochen tat mir weh. Ich raufte Alister wieder auf meine Schulter und verschwand im angrenzenden Wald um durch eine kleine versteckte Forte mein Land zu verlassen.
Es war vorbei.


FORTSETZUNG FOLGT!
 
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